Gute Mischung von unterschiedlichen Künstlern

Stolz präsentieren die Beteiligten den neuen Kalender. (hinten v.l.n.r.) Katrin Gellermann (Kulturbüro), Oriane Durand (Dortmunder Kunstverein), Uwe Samulewicz (Sparkasse Dortmund), Bürgermeisterin Birgit Jörder, Bettina Köppeler (Künstlerin), Monika Pfeiffer (Künstlerin) und Leonie Herrmann (Künstlerin); (vorne v.l.n.r.) Marc Bühren (Künstler), Tim Wandschneider (Künstler) und Sabine Held (Künstlerin).
Stolz präsentieren die Beteiligten den neuen Kalender. (hinten v.l.n.r.) Katrin Gellermann (Kulturbüro), Marion Edelhoff (Dortmunder Kunstverein), Uwe Samulewicz (Sparkasse Dortmund), Bürgermeisterin Birgit Jörder, Bettina Köppeler (Künstlerin), Monika Pfeiffer (Künstlerin) und Leonie Herrmann (Künstlerin); (vorne v.l.n.r.) Marc Bühren (Künstler), Tim Wandschneider (Künstler) und Sabine Held (Künstlerin).

Der Kalender „Grafik aus Dortmund“ hat Tradition. Bereits zum 40. Mal ist er in einer limitierten Auflage von 500 Stück erschienen. Auch eine Tradition: Das Exemplar Nummer 1 erhielt Bürgermeisterin Birgit Jörder aus der Hand von Uwe Samulewicz, dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Dortmund, die den Kalender finanziert.

Das Besondere an dem Kalender ist, dass er nicht käuflich zu erwerben ist, sondern vom Oberbürgermeister an Freunde und Förderer der Stadt verschenkt wird. Herausgegeben wird der Kalender vom Kulturbüro der Stadt und der Sparkasse Dortmund in Zusammenarbeit mit dem Dortmunder Kunstverein.

Jeder beteiligte Künstler ist mit jeweils zwei Arbeiten vertreten. Die ausgewählten Arbeiten sind aus einem Wettbewerb entstanden, an dem sich etwa 100 Dortmunder Künstlerinnen und Künstler beteiligt haben. Im Juni war eine Auswahl der 48 eingereichten Arbeiten in der Gemeinschaftsausstellung „Grafik aus Dortmund“ in der Berswordthalle zu sehen.

Bettina Köppeler und Monika Pfeiffer waren schon das dritte Mal mit Werken vertreten. „Ich finde das toll“, freute sich Pfeiffer, „die Auswahl ist eine gute Mischung. Es sind sehr gute Leute dabei.“ „Es ist immer was Besonderes“, freute sich Köppeler über die erneute Auszeichnung.

Ein Premierengefühl war es für Tim Wandschneider und Marc Bühren, denn sie sind zum ersten Mal dabei. „Ich bin stolz, das erste Mal mitgemacht und gleich ausgewählt“, so Wandschneider. „Der Kalender ist schön gemacht und besitzt eine edle Haptik.“ Auch Bühren lobte die edle Qualität des Siebdruckes.




Konzert für guten Zweck

Hoffen auf viele Spenden: Neven Subotić (links) und Gabriel Feltz.
Hoffen auf viele Spenden: Neven Subotić (links) und Gabriel Feltz.

Das 2. Konzert für junge Leute am 14. Dezember 2015 unterstützt das Projekt „Bunt kickt gut“ mit einer Spendensammelaktion. Zudem gibt es eine Besonderheit: Neben dem regulären Konzert um 19 Uhr gibt es ein Preview um 12 Uhr. Wer könnte ein Spendensammelprojekt für eine multikulturelle Straßenfußballliga besser unterstützen als ein Profifußballer? Daher wird Neven Subotić das Fußballtrikot mit dem Anzug tauschen und zusammen mit Generalmusikdirektor Gabriel Feltz die Moderation übernehmen.

Zum musikalischen Teil: Filmmusik steht auf dem Programm. Die Themen kreisen um Weltraum, James Bond und Liebe. Von „Star Wars“, über „Alien“ zu „Star Trek“ und „Zurück in die Zukunft“ spielen die Dortmunder Philharmoniker ein Bond-Medly mit „Goldfinger“, „For your eyes only“ und weiteren Melodien“. Danach kommt der romantische Teil mit der Musik aus „Der Duft der Frauen“ und „Love Story“.

Seine Gage spendet Subotić seiner eigenen Stiftung, die Spendenaktion an den beiden Veranstaltungen wird „Bunt kickt gut“. Aktuell nehmen 35 Teams an der Liga teil und binden 500 Jugendliche, darunter 90 Flüchtlinge, aktiv mit ein.

Insgesamt werden die beiden Konzerte jeweils 65 Minuten dauern. Die Karten für das Preview um 12 Uhr kosten 7 €, für das Abendkonzert um 19 Uhr gab es nur noch eine Karte.

Tickets unter www.theaterdo.de




Verflechtungen

Die Schreibmaschinenzeichnung  2015TLV02 von Denise Winter (2015, Tinte, Papier)
Eine Schreibmaschinenzeichnung von Denise Winter (2015, Tinte, Papier)

Wenn Künstlerinnen und Künstler für eine gewisse Zeit an einen anderen Ort gehen, so nennt man dies „artists in residence“. Was passiert mit ihrer Kunst? Gibt es neue Erfahrungen, die integriert werden? Oder hat man daran gearbeitet, seine Kusnt zu vervollkommnen? Die Ausstellung „Echoes – Residences revisted“, die bis zum 17. Januar 2016 im Künstlerhaus Dortmund stattfindet, setzt den Schwerpuntk auf den Austausch mit dem Salzamt Linz in Österreich.

Patrick Borchers präsentiert unter anderem eine dokumentarische Arbeit über den Künstler Hubert Ebenberger, der im Salzamt Linz sein Atelier hat. Darüber hinaus zeigt er die multimediale Wandinstallation „außer der reihe“, die sich per Zeichnung und Videoinstallation mit den Themen Flüchtlinge und Rechtsextremismus auseinandersetzt.

Wie eine Art Spinnennetz wirkt die Arbeit „Weiche Knie“ von Marita Bullmann. Sie kombiniert Strumpfhosen mit Eiern. Beide haben eine schützende Funktion. Die Eierschale schützt das Innere, die Strümpfe die Beine der Trägerin. Zugleich sind beide Materialien aber auch empfindlich. Diese Fragilität macht den Reit des Kunstwerkes aus.

Etta Gerdes zeigt eine Arbeit von 2002 mit dem Namen „Blaupause“. Hier werden alte Hochofen-Einzelteile von Phoenix-West wie in einem Baumarkt-Prospekt zum Verkauf angeboten. Selbst der blaue Himmel über dem stillgelegten Gelände ist gegen den entsprechenden Preis zu haben. Das Objekt erschien in einer Auflage von 97.000 in einer Dortmunder Tageszeitung als Beilage.

Im Keller ist die Rauminstallation „Not a burning floor“ von Thomas Kluckner zu sehen. Wie der Titel schon sagt, handelt es sich hierbei um eine Simulation eines Feuers, der durch einen orange-gelb beleuchteten Nebel erzeugt wird.

Eine malerische Arbeit zeigt Kristyna Krabatschová. Ihre düster wirkenden Tuschezeichnungen entstehen aus Erinnerungen und Atmosphären im Moment der Verwandlung.

Was ist Leben? Eine Frage, über die es verschiedene Definitionen gibt. Sie präsentiert verschiedene Defintionen wie „Selbstorganisation“ oder „Belebt“ in verschiedenen Dias.

Buchstaben werden mit einer Schreibmaschine über Kanten und Brüche getippt. Damit entstehen Arbeiten, die einerseits einen literarischen Aspekt besitzen, aber durch ihre dreidimensionale Form auch eine geometrische oder architektonische Seite haben. Quasi Ecken und Kanten. So könnte man die Arbeiten von Denise Winter charakterisieren.

Beteiligte KünstlerInnen und Künstler:

Elisa Andessner, Patrick Borchers, Marita Bullmann. Hubert Ebenberger. Etta Gerdes. Philippe Gerlach. Kristyna Krabatschová. Thomas Kluckner. Kristina Kornmüller. Kurt Lackner, Haruko Maeda, Martin Music, Nina Nowak, Dirk Pleyer, Rona Rangsch, Jens Sundheim, UNIT (Penny Whitehead und Daniel Simpkins), Adriane Wachholz und Denise Winter

Künstlerhaus Dortmund, Sunderweg 1

Öffnungszeiten der Ausstellung Do – So 16 – 19 Uhr

 




Das Bier, die Kunst und das U

Das Motiv der Ausstellung in seiner vollen Pracht.
Das Motiv der Ausstellung in seiner vollen Pracht.

Pünktlich zum 500. Jubiläum des Reinheitsgebotes präsentiert das Dortmunder U auf der 6. Etage bis zum 01. Mai 2016 die Ausstellung „Dortmunder Neu Gold – Kunst, Bier & Alchemie“. Das ehemalige Gär- und Kellerhochhaus der Dortmunder Unionbrauerei beschäftigt sich sich auf künstlerische Art mit dem Thema Bier, das lange Zeit zum Dortmunder Dreiklang Kohle, Bier und Stahl gehörte.

In der Ausstellung lernt man nicht, wie man Bier braut, auch wenn Hopfen und Malz verführerisch im Eingangsraum steht. „Es geht um die Transformation beim Gären“, erklärt Kurator Stefan Riekeles. Das bedeutet, es entsteht etwas ganz Neues. Das ist sicherlich auch ein gutes Stichwort für den U-Turm, denn auch hier soll etwas Neues entstehen, nämlich eine Art Kraftwerk für Kunst.

Bier hat Künstlerinnen und Künstler schon immer inspiriert. Von Stillleben mit Bier, über Werbeplakate bis hin zur Dokumentation der Folgen von zu hohem Bierkonsum reicht die Palette. Der Biermönch ist ebenfalls zu finden wie Bierbäuche aus Silikon, ästhetisch schöne Werbeplakate stehen im Kontrast zu Bildern von Alkoholleichen. Passend dazu steht in der Mitte der Ausstellung ein typisch deutsches Wohnzimmer in Gelsenkirchener Barockoptik, dessen Fernseher pausenlos Bierwerbung sendet. Hier in der Ausstellung kann der Besucher also über sein Verhältnis zu Bier und dem Bierkonsum in all seinen Facetten nachdenken.

Passend zur Ausstellung gibt es auch ein Jubiläumsbier. Die Sonderabfüllung in der Ein-Liter-Bügelflasche gibt es im Museumsshop für 4,90 € käuflich zu erwerben. Das Restaurant „Zum Goldenen U“ und das „EMIL“ werden das Bier ebenfalls im Ausschank haben. Mit der Eintrittskarte erwerben die Besucher gleichzeitig die Möglichkeit, ein Glas des Dortmunder Jubiläumsbieres zu probieren (bei entsprechendem Alter) und das Brauereimuseum in der Steigerstraße zu besuchen.

Mehr Infos zu den Sonderveranstaltungen finden Sie unter www.dortmunder-neugold.de

 




Minimal Music in maximaler Bandbreite

Der vierte Tag der Zeitinsel von Katia und Marielle Labèque am 28. November 2015 im Konzerthaus Dortmund stand unter dem Zeichen der „Minimal Music“. Die beiden Pianistinnen hatten sich noch die Unterstützung von David Chalmin (Gitarre), Alexandre Maillard (Bass) und Raphaël Séuinier geholt und so entstand ein dreiteiliger Konzertabend, an dem die Grenzen zwischen klassischer Musik und Rockmusik verschwommen.

Es ist nicht verwunderlich, dass der Konzertabend des „Minimalist Dream House“ auch in der Abo-Reihe „Music für Freaks“ enthalten war. Denn leichte Kost war an diesem Abend nicht zu erwarten. Doch dafür konnten die Besucher erstaunliche Parallelen feststellen. Wie beispielsweise der „Pyramid Song“ der englischen Band Radiohead mit den Klangstrukturen eines Eric Satie.

Satie, vielleicht der „Godfather“ der Minimal Music, erklang zu Beginn des Konzertes. Akkordstrukturen und kleine Melodienfetzen, die von den beiden Labèques harmonisch zusammengefügt wurden. Danach kamen die Klassiker der Minimal Music zu Gehör: John Cage, Arvo Pärt und natürlich Philip Glass, der mit den „Four Movements for two pianos“ einen wunderbaren Abschluss für den ersten Teil bildete.

Nach der Pause ging es zu fünft weiter. Terry Rileys „In C“ machte den Anfang. Basierend auf einem kosntanten Achtel-Puls in C muss jeder Musiker 53 Pattern im Laufe der Aufführung spielen. Wann und wie bliebt ihm überlassen. Séuinier und Chalmin durften ihre Eigenkompositionen aufführen und mit Künstlern wie Aphex Twin, Sonic Youth oder Radiohead wurde die Grenze zur Elektronischen Musik und Rockmusik sehr gekonnt überschritten.

Im dritten Teil ging es zunächst zurück zu den Klangwelten von Eric Satie. Howard Skemptons Werk „Images“ ist eine sanfte Remininiszenz an den französischen Komponisten. Eine interessante Weise mit einem Instrument umzugehen ist das Werk „Postal Piece No. 10: Having never written a Bnote for Percussion“ von James Tenny. Hier bearbeitete Séguinier einen Gong zunächst vom kleinsten pianissimo, um sich langsam zu einem forte zu steigern, der beinahe die Wände des Konzerthauses zum erzittern brachte. Danach ging das Klanginferno auch langsam wieder zu Ende. Es hatte ein wenig den Eindruck eines vorbeiziehenden Gewitters.

Ähnlich hypnotisch war das letzte Musikstück an diesem Abend „The Tortoise, His Dreams and Journeys“ vom Komponisten und Fluxuskünstler Le Monte Young.

Eine aufregende dreistündige Reise in die Klangwelten der Minimal Music war beendet. Unterstützt von kleinen Videoeffekten kann man nur von einem gelungenen Abend sprechen. Bekannte und eher weniger bekannte Musiker der Minimal Music wurden mit Rockmusik kombiniert und die Parallelen in ihrer Musik aufgezeigt. Daher war es auch ein sehr lehrreicher Abend, der nicht nur Genregrenzen übersprang, sondern auch eingefahrene Hörgewohnheiten hinterfragte.




Zusammenhänge gesucht

Das „Glitzern der Welt“ von kainkollektiv ist ein exklusives Vergnügen, denn pro Vorstellung können nur maximal sechs Personen teilnehmen. Das Spannende daran: Das Theater ist die Stadt. Das heißt, der Theaterbesucher muss sich bewegen oder wird bewegt. Bei der Pressevorführung des zweigeteilten Stückes bleibt mir ein Gefühl, als ob ich die erste Halbzeit bei einem Fußballspiel verbracht hätte und die zweite Halbzeit beim Billard.

Konsum, Flüchtlinge, Rassismus. Eigentlich Themen, über die eigene Stücke verfasst werden können (und auch verfasst wurden). Die drei Themen haben sicherlich auch eine Klammer, denn die Frage, warum dürfen Waren frei über die Grenzen, Menschen aber nicht, ist ständig präsent. Dennoch wird man aus der Verquickung nicht ganz glücklich.

Der erste Teil findet im öffentlichen Raum statt und ist der spannendste. Mit einem mp3-player und einem Kopfhörer verlässt man das Theater und lässt sich von einer Stimme führen. Man sei ein „Auserwählter“ und zur „Ausreise“ müsse man einen Weg absolvieren, der einem durch die Stadt führt.

Für den zweiten Teil wurde man mit einem Auto (mit schwarz verkleideten Fenstern) abgeholt und wurde in den Hafen gefahren, während ein Film auf dem Monitor lief. Hier wurde die Sechsergruppe von David Guy Kono aus Kamerun in Empfang genommen. Nach seinen Ausführungen über seine Heimat, in der sich auch ein Umschlagshafen für weltliche Waren befindet und die allgemeine Situation der Flüchtlinge, ging es, nach etwas Voodoo für die Toten, zum gemeinsamen Palmwein trinken. Für ein gemeinsames Essen und eine angeregte Diskussion blieb leider nicht soviel Zeit, aber spätere Besucher werden vermutlich in den Genuss einer Mahlzeit kommen. Danach ging es wieder zurück zum Schauspielhaus.

War der erste Teil wirklich bemerkenswert, da man sehr konzentriert durch die Gegend lief und immer darauf achtete, den Anweisungen der Stimme zu folgen, fand ich den zweiten Teil im Hafen etwas inkonsistent. Irgendwie passten beide nicht zusammen. Doch vielleicht sind meine Kritikpunkte für jemand anderen gerade die besonders spannenden Dinge.

Die genauen Termine finden Sie unter www.theaterdo.de




Baskische Lieder im Konzerthaus

Eine Zeitinselkonzert ohne die beiden Künstlerinnen, denen die Zeitinsel gewidmet ist? Eigentlich unvorstellbar, doch Katia und Marielle Labèque überließen am Donnerstag, dem 26. November 2015 die Bühne der Gruppe Kalakan, die schon am Mittwoch die beiden Künstlerinnen begleitet hatten.

Thierry Biscary, Jamixel Bereau und Xan Errotabehere machten da weiter, wo sie am Mittwoch aufgehört haben. Traditionelle baskische Lieder, entweder rein a capella oder mit baskischen Instrumenten wie der Txalaparta (einer Art Xylophon aus Holzbrettern) oder Txistu (Flöte, die man mit einer Hand spielen kann) begleitet, erklangen im Konzerthaus.

Die reinen Vokalstücke erinnerten ein wenig an Gruppen wie „A Filetta“ aus Korsika, deren Besonderheit ebenfalls ein reiner Männergesang ist. Laut einer Theorie ist diese Art von Gesang aus den gregorianischen Gesängen entstanden. Hört man genau hin, ist diese Theorie durchaus plausibel. Bei den eher rhythmusbetonten Liedern konnte man sich in die Zeit der Renaissance zurückversetzt fühlen.

Kalakan schaffte es auch am Donnerstag die Besucher wieder aktiv mitzumachen. Das hypnotische Summen klang so professionell, dass man das Gefühl hatte, es würde über einen Loop abgespielt. Kein Wunder, dass ein Weltstar wie Madonna, die Musiker von Kalakan auf ihre Tour 2012 mitnahm.




Zeitinsel Labèque – Die Suche nach den Wurzeln

Die Begeisterung von Ravel zur spanischen Musik kommt nicht von ungefähr, denn seine Mutter war Baskin. Was lag also näher, als die bekanntesten Stücke von Maurice Ravel mit traditioneller baskischer Musik zu kombinieren. So begannen die beiden Schwestern Katia und Marielle Labèque ihre Zeitinsel im Konzerthaus Dortmund am 25. November mit einer Mischung aus Klassik und Weltmusik und einer Spurensuche nach den baskischen Wurzeln ins Ravels Musik.

Märchenhaft und beinahe zärtlich ging es los. „Ma mére l’oye“ (Mutter Gans) von Ravel ist ein feines Stück für Klavier zu vier Händen. In der sanften Interpretation von Katia und Marielle wird deutlich, warum das Stück bei Pianisten so beliebt ist. Scheinbar einfach in seinen Strukturen, entwickelt die Musik eine beinahe hypnotische Kraft.

Neben dem berühmten Bolero wird die Begeisterung von Ravel für das Spanische in seiner „Rhapsodie Espagole“ deutlich. An zwei Klavieren spielten die beiden Schwestern das Stück mit immer stärker werdender Intensität, vor allem im vierten Satz, der „Feria“, in der alle Emotionen kumuliert werden und zum Ausbruch kommen.

Nach der Pause kam ein frischer Hauch Weltmusik in den Konzertsaal. Thierry Biscary, Jamixel Bereau und Xan Errotabehere bilden das Trio Kalakan. Traditionelle baskische Musik, teilweise nur a capella dargeboten oder durch Percussioninstrumente betont, verzauberten das Publikum im Nu und brachte es zum Mitsummen und Mitklatschen.

Danach war wieder Ravel mit seinem wohl bekanntesten Stück „Bolero“ an der Reihe. Die Version, die Katia und Marielle Labèque zusammen mit Kalakan auf die Bühne zauberte, verblüffte durch ihre musikalische Klarheit. Kein großes Orchester, keine Streicher, keine Bläser. Zwei Klaviere und Percussion, mehr brauchte es nicht, um einen umwerfenden Bolero zu spielen, der von der Leidenschaft der beiden Schwestern geprägt war.

Die Zugaben waren eine kleine Vorausschau auf die nächsten Tage der Zeitinsel. Katia und Marielle Labèque spielen ein kleines Stück von Philip Glas als Vorgeschmack auf das „Minimalist Dream House“ am Samstag und Kalakan gaben eine Ahnung, was die Konzertbesucher am Donnerstag erwarten würde.




Wenn der „Schalxit“ droht

Eine kleine Reminiszenz des Geierabends an ein sehr berühmtes Album-Cover. (Foto: © StandOut)
Eine kleine Reminiszenz des Geierabends an ein sehr berühmtes Album-Cover. (Foto: © StandOut)

Am 29. Dezember 2015 startet wieder der Geierabend in den karnevalistischen Frohsinn. Auf der Zeche Zollern heißt es in dieser Session „Komm wiesse bis“. Die zwanglose Aufforderung entstammt dem Song „Come as you are“ von Nirvana, die damit vor rund 25 Jahren die Charts stürmte. Zur selben Zeit wurde in Dortmund der Geierabend gegründet.

Seit einiger Zeit greift der Geierabend stärker politische Themen auf. Auch in dieser Session gibt es Beiträge über die Flüchtlingsdebatte oder die Griechenlandkrise. Hier sinnieren „Die Zwei vonne Südtribühne“ über einen möglichen Austritt Schalkes aus der Bundesliga, dem „Schalxit“, schließlich haben Griechenland und Schalke die gleichen Farben.

Filmfreunde dürfen die ersten Szenen aus „Star Wars“ bewundern und das neue DFB-Fußball-Museum wird natürlich auf die Schippe genommen, es wird ganz besondere Schuhe beim Geierabend zu bewundern geben.

Ein Wiedersehen mit altbekannten Figuren darf beim Geierabend natürlich nicht fehlen. Der Sauerländer Joachim Schlendersack und die Brüder Wemser und Missgeburt sind wieder mit von der Partie. Ein Internetphänomen bekommt ebenfalls sein Fett ab. Als Antwort auf die ganzen Youtube-Stars schickt der Geierabend die härteste Youtuberin ins Rennen.

Seinen festen Platz hat der Geierabend im Karnevalsprogramm des WDR: Höhepunkte der Show werden im Hörfunk auf WDR5 gesendet. Zudem gibt es die Show ab Weiberfastnacht in voller Länge als kostenlosen Videostream unter comedy.wdr.de. Als Auftakt für einen humorvollen Jahreswechsel gehen die Geier erstmals auch am Silvesternachmittag auf die Bühne. Die Extravorstellung startet um 15.30 Uhr und endet um ca. 19 Uhr. Eine anschließende Party auf Zeche ist jedoch nicht geplant.

Karten sind erhältlich ab 35 Euro (ermäßigt 20,90 Euro) im Theater Fletch Bizzel in Dortmund, in allen Leserläden der WAZ/Funke-Mediengruppe und LeserServices mit Ticketverkauf sowie online auf der Geierabend-Homepage – erstmals auch im „print at home“-Format zum selber Ausdrucken. Mit der Karte kann jeweils ab 17 Uhr auch das LWL Industriemuseum Zeche Zollern besucht

werden (außer 29. und 30.12.). Sonntags werden zusätzlich 20-minütige Kurzführungen angeboten. Veranstaltet wird der Geierabend vom Kulturbüro der Stadt Dortmund und dem Theater Fletch Bizzel. Präsentator ist die Sparkasse Dortmund. Auch Brinkhoff’s No. 1, DOGEWO21 und die Fachhochschule Dortmund unterstützen den Ruhrpott-Karneval. Für das leibliche Wohl sorgt

wieder die Gastronomie Tante Amanda.

Alle Infos unter: www.geierabend.de.
Daten: vom 29.12.2015 – 09.02.2016 / insgesamt 36 Vorstellungen im LWL Industriemuseum Zeche Zollern II/IV, Dortmund

Zeiten: Einlass ins LWL Industriemuseum: 17 Uhr
Einlass: 18.30 Uhr (sonntags: 17.30 Uhr)
Beginn: 19.30 Uhr (sonntags: 18.30 Uhr)
Silvester: Einlass: 14.30 Uhr, Beginn: 15.30 Uhr, (Ende ca. 19.00 Uhr) Eine Aftershow-Party findet nicht statt.

Ort:LWL Industriemuseum, Zeche Zollern II/IV,Grubenweg 5, Dortmund-Bövinghausen
(Der Museumsbesuch ab 17.00 Uhr ist im Eintritt enthalten. Immer Sonntags finden zudem 20-minütige Kurzführungen statt.)




Wintervergnügen im zeitgeschichtlichem Wandel

Schlitten fahren mit Lenkung. Ein Exponat aus den 1930er Jahren.
Schlitten fahren mit Lenkung. Ein Exponat aus den 1930er Jahren.

Winterzeit – Schneezeit – Zeit für Wintersport. Vielleicht nicht immer im grauen Dortmund, aber auf jeden Fall im Sauerland. Schlitten, Ski und Kufen sorgen für Vergnügen in der kalten Jahreszeit. Die 15. Weihnachtsaustellung im Dortmunder Museum für Kunst-und Kulturgeschichte vom 21. November 2015 bis 31.Januar 2016 will mit dem Titel „Wintervergnügen“ auf die Kulturgeschichte des Wintersports aufmerksam machen. Thematisch passt sie also zur parallel laufenden „Westfalen-Ausstellung“.

Susanne Bauer, Kulturwissenschaftlerin und Kuratorin dieser Ausstellung erklärte: Drei Themen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung: Skifahren, Schlittschuhlaufen und Schlittenfahren.“

Dabei wird den Besuchern die lange Tradition dieser „Wintervergnügen“ deutlich vor Augen gehalten. Seit über 5000 Jahren verwenden Menschen Skier als Fortbewegungsmittel, ebenso lange vermutlich benutzen sie Kufen, um über das Eis zu gleiten. Die frühesten Schlittschuhe waren Tierknochen, so wie die in Dortmund gefundenen Pferdeknochen. In einer Vitrine wird die Entwicklung bis zum hochmodernen Schlittschuh gezeigt.

Ein weitere Schwerpunkt sind Schlitten. In der Ausstellung sind beispielsweise Schlitten aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts zu sehen oder ein Schlitten mit Lenkung aus den 30er Jahren. Wer Lust hat, kann in einen modernen Zweierbob steigen.

Die Ausstellung ist geöffnet:

Di, Mi, Fr, So 10:00 – 17:00 Uhr

Do 10:00 – 20:00 Uhr

Sa 12:00 – 17:00 Uhr

Montag geschlossen


Eintritt
:

Erwachsene: 5 Euro, ermäßigt: 2,50 Euro

Besucherinnen und Besucher unter 18 Jahren zahlen keinen Eintritt

Begleitprogramm zur Weihnachtsausstellung „Wintervergnügen“

Öffentliche Führungen

So 22.11., 29.11., 13.12., 20.12., 27.12., 3.1., 17.1., 31.1.,

15.00 – 16.00 h

3 € zzgl. Eintritt

Kuratorenführung

So 6.12., 15.00 – 16.00 h

3 € zzgl. Eintritt

Salongeschichten zur Weihnachtsausstellung – Treff für ältere Menschen

Di 1.12., 14.30 – 16.30 h

10 € (inkl. Kaffee/Tee und Kuchen), Anmeldung unter 50-26028 oder info.mkk@stadtdo.de, Mindestteilnehmerzahl 10 Personen

Erzählcafé zur Weihnachtsausstellung

Sa 12.12., 15.00–16.30 h

Moderation: Marion Grob, WDR-Journalistin

Eintritt frei, Kaffee und Kuchen 5 €

Anmeldung erbeten unter Tel. (0231) 50-26028 oder info.mkk@stadtdo.de

Führungen und museumspädagogische Programme für Kindergärten und Schulen sind buchbar unter Tel. (0231) 50-26028 oder info.mkk@stadtdo.de.