Tierische Ausstellung im MKK

Vögel, Insekten, Fische und sogar Pferde sind in der aktuellen Ausstellung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte zu sehen, doch sie sind etwas Besonderes. Alle Tiere sind aus Blech. Die Ausstellung „Mechanische Tierwelt“ ist bis zum 21. August im Studio zu sehen und präsntiert darüber hinaus auch Fotografien von Sebastian Köpcke und Volker Weinhold, denen auch die Sammlung der Blechtiere gehört.

Blechspielzeug ist ein klassisches Sammlungsthema. Dampfmaschine, Eisenbahn und Autos zeigen sehr gut die technische Entwicklung. Die Ausstellung präsentiert einen anderen Blickwinkel: Die Tierwelt. Hierbei war es Köpcke und Weinhold wichtig, die Artenvielfalt zu zeigen, die heimische Tierwelt genauso wie Exoten. Doch die beiden sind nicht nur Sammler, sondern auch Fotografen. So haben sie ihre Blechtiere so fotografiert, dass es so aussieht, als seien sie in ihrer natürlichen Umwelt. Doch von den Möglichkeiten digitaler Bildbearbeitung haben sie Abstand genommen.

Dazu gibt es einen Film, der die funktionstüchtigen Exponate in ihren charakteristischen Bewegungen zeigt. Die Ausstellung zeigt etwa 200 originale historische Blechtiere von 1900 bis Ende der 1970er Jahre. Sie stammen aus deutscher und internationaler Produktion.

Zur Ausstellung gibt es auch museumspädagogische Angebote. Kinder gehen mit ihrem Lieblingskuscheltier auf Safari. Dazu können sie einen Origamifrosch basteln, der sogar hüpfen kann. Dieses Angebot richtet sich an Kinder in Kitas und den ersten beiden Klassen der Grundschule. Aber auch für Erwachsene gibt es spezielle Führungen, die mehr auf die Hintergründe der Blechspielzeuge eingehen.

Für die Buchung der Programmangebote können Sie sich unter 0231 50 26028 oder unter info.mkk@stadtdo.de anmelden.




Buntes und Unbuntes von Bettina Brökelschen

Die Artothek der Stadt- und Landesbibliothek stellt bis zum 05. Juli Arbeiten der Dortmunder Künstlerin Bettina Bröckelschen unter dem Titel „Schwarz/weiß und ein bisschen Bunt“ aus. Zu sehen sind die bekannten Dortmund Bilder der Künstlerin, abstrakte Arbeiten sowie Kohlezeichnungen.

Bekannt ist Bettina Brökelschen durch ihre Dortmund Bilder, von denen auch einige zu sehen sind. Ihre farbfrohen Arbeiten zeigen häufig Menschen, die in Cafés sitzen, der Ort ist für Dortmunder meist leicht erkennbar.

In eine andere Richtung gehen ihre abstrakten Werke. Diese Reihe heißt „Menschen auf dem Weg“. Hier arbeitete die Künstlerin nebend er akstrakten Malerei noch Figuren hinein, die die Bildaussage verstärken. Ob es nun eine turbulente Zeit oder ein romantische Szene ist, Brökelschen gibt den Farben und Formen mit den kleinen Figuren eine weitere Dimension. In den meisten Bildern dieser Serie taucht eine Spirale auf. Für die Künstlerin steht die Spirale für „eine neue Sichtweise, für Eingesogenes und Neugeborenenes.“

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich den schwarz-weißen Kohlezeichnungen bekannter Musiker aus Rock, Jazz und klassischer Musik.




Meisterliche Reflexion über Dilletantismus

Die Ausstellung „Dieter Roth: Schöne Scheiße. Dilettantische Meisterwerke“ zeigt eine große Auswahl von Werken des Künstlers Dieter Roth (1931-1998). Neben seiner bildenden Kunst ist im Museum Ostwall auf der sechsten Etage des Dortmunder U eine Auswahl seiner Gedichte und seiner Musik zu erleben. Der Anlass für diese Ausstellung ist die Übergabe von 200 Werken Dieter Roths aus der Sammlung Horst Spankus, sie gehen als Dauerleihgaben an das Museum.

Bis hinein in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts galt der Künstler als Schöpfer von künstlerischen „meisterhaften“ Werken. Dann kamen Ideen auf von Gruppenarbeiten, die künstlerische Idee stand mehr und mehr im Vordergrund. Materialien und Motive aus dem Alltagsleben wurden benutzt.

Für Dieter Roth war die „schöne Scheiße“ auch künstlerisches Programm. Die Synthese zwischen Meisterwerk und Dilletantismus, Schönheit und Abfall prägten sein Künstlerisches Werk. Dabei ist der Titel „schöne Scheiße“ durchaus auch eine Art von „fishing for compliments“. Indem man sein Werk „Scheiße“ nennt, nimmt man schon mit einem Augenzwinkern der Kritik den Wind aus den Segeln.

Doc hfür Roth war Scheiße bzw. die Verdauung auch ein Werkstoff. Erinnert sei an seine Skulptur eines Hasen aus Hasenkot und seine Arbeiten mit Lebensmitteln, die quasi vor den Augen des Betrachters vergammelten, sozusagen von Bakterien verdautes organisches Material.

Die Ausstellung basiert auf einer Auswahl von 240 Werken, die zu zwei Dritteln aus dem Bestand der Sammlung Spankus und zu einem Drittel aus dem Sammlungsbestand des MO stammen. Sehenswert ist auch die riesige Video-Installation, die auf unzähligen Bildschirmen Szenen aus Roths alltäglichen und künstlerischen Leben zeigt.

Es gibt zu dieser Ausstellung selbstverständlich ein Begleitprogramm für Kinder, Familien, Erwachsene, Schulen und Kitas. Am Donnerstag, dem 21. Juli 2016 findet ein „Dieter Roth-Gedächtnis-Frittieren“ unter Leitung des Künstlers Matthias Schampf statt. Zu sehen ist diese Ausstellung bis zum 28. August 2016.




Theatrale Rituale

Mit dem Stück „Die Messe“ führt artscenio, unter der Leitung von Rolf Dennemann, nach „Missing Link“ das Publikum weiter in Richtung archaisches Theater. In der Verbindung zwischen Tanz und Schauspiel finden sich die Zuschauer in einer surrealen Messe wieder, deren Rituale sich an religiösen Praktiken anlehnt, aber einer klaren Zuordnung verweigert. Die Premiere ist am 27. Mai 2016 um 20 Uhr im Theater im Depot.

Was erwartet den Besucher? Das Stück inszeniert eine Messe, in der vielleicht manches bekannt vorkommt, aber theatral aufbereitet und liturgisch verfremdet wird. „Es ist kein Gottesdienst“; stellt Dennemann aber sofort klar. „Das Publikum soll nicht aktiv machen.“ Dennoch werden eifrige Kirchengänger sicher das eine oder andere Deja-vu-Erlebnis haben, denn das lautmalerische Sprechen, das besondere Licht und die spezielle Musik sind auch Elemente, die in Gottesdiensten oder anderen rituellen Handlungen vorkommen.

Eine wesentliche Funktion haben die Schauspielerin Elisabeth Pleß, die schon in verschiedenen Produktionen von artscenico mit dabei war. Für die Tänzerin Lim Huynijn ist es die artscenico-Premiere. Dazu kommt Gesang aus dem Publikumsraum von Patricia Bailey mit Chor und selbst Kampfsportelemente dürfen nicht fehlen.

In Gottesdiensten herrscht meistens ein heiliger Ernst vor, den möchte Dennemann aber vertreiben. „Das Stück ist nicht frei von Humor, das geht bei mir auch gar nicht anders.“




Pop zwischen Jazz und Folk

Man braucht kein Prophet zu sein, um Jördis Tielsch eine große Karriere in der Musikwelt vorherzusagen. Ihr Konzert am 22. Mai 2016 im Rahmen des Festivals „klangvokal“ um 11 Uhr im domicil stellte ihre Musikalität in den Mittelpunkt.

Tielsch macht erfrischende Musik, die ihre Wurzeln im Pop hat, aber anderen Einflüssen nicht abgeneigt ist. Tielsch spielt Violine und von daher hat Folk oder Americana Platz in ihren Arragements. Doch auch Jazz-Einflüsse tauchen auf. Musikalisch hat die Senkrechtstarterin alles drauf und wird ihren Weg gehen.

Da das Konzert als Familienkonzert deklariert war, waren auch viele Kinder im Publikum. Tielsch und ihre Mitmusiker (Gitarre, Bass, Keyboard und Schlagzeug) fanden direkt einen Draht zu den kleinen Gästen.




Durch die geistliche Romantik

Der Jugendkonzertchor der Chorakademie Dortmund nahm am 22. Mai 2016 seine Zuhörer mit auf eine Reise durch die geistlichen Lieder der Romantik in der Propsteikirche. Am Ende stand fest: Ein feines Konzert mit exzellenten Stimmen im Rahmen des Festivals „klangvokal“.

Dirigent Felix Heitmann interpretierte den Begriff „Choreografie“ ein wenig anders. Er positionierte den Chor bei jedem Lied anders in der Kirche, mit dem Ziel dadurch neue Höreffekte beim Publikum zu erzielen. Das klappte im Allgemeinen auch ganz gut, führte aber auch dazu, dass durch die Positionswechsel ein wenig Unruhe entstand.

Die musikalische Spanne reichte von Frühromantikern wie Mendelssohn Bartholdy oder Spohr bis hin zu Spätromantikern wie Bunk oder Mauersberger. Mauersberger war es auch, der mit seinem tiefberührenden „Wie liegt die Stadt so wüst“, eine Erinnerung an das zerstörte Dresden, einen Höhepunkt des Konzertes schuf.

Es waren nicht die großen bekannten Stücke der Romantik, die aufgeführt wurden, sondern eher die kleinen Edelsteine, die durch den Jugendkonzertchor zum Funkeln gebracht wurden. Und so war es kaum verwunderlich, dass der Chor drei Zugaben geben musste.




Jazz mit starken Stimmen

Die Jazzpianistin Julia Hülsmann zeigte beim Konzert am 20. Mai 2016 im domicil vor allem, dass sie eine Teamplayerin ist. Sie stellt ihr Können nicht ständig in den Vordergrund, sondern gibt ihren Mitmusikerinnen und vor allem dem Gesang einen breiten Raum zur Entfaltung. So wurde das Konzert im Rahmen von klangvokal zu einer gelungenen Melange zwischen Jazz und Pop.

Ursprünglich war geplant, dass der „Hülsmann Achter“ nur aus Frauen bestehen sollte. Doch Jelena Kuljic war erkrankt und so sprang der Jazzsänger Michael Schiefe ein, der das Oktett wunderbar ergänzte. Für den besonderen Klang sorgten Gerdur Gunnarsdottir an der Violine und Susanne Paul am Cello. Daneben spielten Eva Kruse am Bass und Eva Klesse am Schlagzeug. Neben Schiefe sangen Live Maria Roggen und Aline Frazão.

Gespielt wurden Lieblingsstücke von Hülsmann ssowie Eigenkompositionen der Sängerinnen. Jazz-Interpretationen von Radiohead („All I Need“), Alanis Morissette („Your Congratulations“) oder Archive („Hatchett“) gehörten zu den Höhepunkten des Konzertes.

Da jeder der Sänger aus einer anderen Kultur entstammte, brachte auch jeder eine eigene Klangfarbe in das Konzert. Frazão, die aus Angola stammt, sang einige Lieder auf Portugiesisch („Tranto, Lady Multimelancholica“), während die Norwegerin Roggen eher aus der Folktradition kam.

Das Konzert war Jazz auf sehr hohen Niveau mit sehr guten Musikerinnen und drei tollen Stimmen am Mikrophon.




Persische Liebeslieder in der Marienkirche

Alireza Ghorbani und seine drei Mitmusiker präsentierten den Zuhören am 18. Mai 2016 in der Marienkirche eine Auswahl klassischer persischer Musik. Ein ungewöhnliches Konzert, das aufgrund seiner fremdartigen Klänge und der Qualität der Musiker die Menschen in ihren Bann zog.

Schon die Instrumente machten neugierig: Eine Kamantsche (Stachelgeige), die persische Tar-Laute und verschiedene Rahmentrommeln erzeugten gleich einen orientalischen Sound, der die Marienkirche füllte. Dazu sang Ghorbani sogenannte Radifs, Figuren der klassischen persischen Musik als auch Tasnifs, persische Balladen.




Bach und Meer

Es gibt ja Städte, in denen ein Programm mit Alter und moderner klassischer Musik nicht so gut ankommt. Anders in Dortmund. Im Rahmen des Festivals „klangvokal“ begeisterte „Det Norske Solistkor“ unter der Leitung von Grete Pedersen in der Bonifatiuskirche am 16. Mai 2016 das Publikum.

Der erste Teil des Programms bestand aus überwiegend nordischen Komponisten, nur der deutsche Lachenmann hat sich mit seiner „Consolation II“ hineingeschmuggelt. Die ersten drei Werke von Werle („Nautical prelude“), Nyström („Vid havet“) und Janson („Tre dikt av Ebba Lindqvist“) wurden fast als eine Einheit präsentiert. Auf und abschwellend bestanden die Werke nicht nur aus Gesang, sondern es wurde geflüstert oder gesprochen und mit Geräuschen gearbeitet. Vor allem Werles „Nautical prelude“ – basierend auf Wetterberichten – zeigte, wie stark die Bindung der Menschen in Skandinavien mit dem Meer ist.

Lachenmanns „Consolation II“ ist besonders bemerkenswert. Dem ersten Eindruck nach hört es sich an wie eine Etüde für Logopäden, weil der Ausgangstext, das „Wessobrunner Gebet“ vom Komponisten in seine phonetischen Einzelteile zerlegt wurde. Dennoch behält das Stück durch die 16 exzellenten Sänger seinen eigentümlichen Reiz.

Das letzte Stück vor der Pause gehörte der schwedischen Komponistin Maja Linderoth. Passend zu denn 100 Jahren „Dada“ komponierte sie 2015 mit der „Sonatform denaturerad prosa“ ein rhythmisches Stück, bei dem die Chormitglieder kleine Shaker in der Hand hielten.

Nach der Pause kam Bach. Die 16 bzw. 24 Mitglieder des Chores zeigten, dass sie auch in der Alten Musik zu Hause sind. Neben Bachs Motette „Fürchte dich nicht“ stellte der Chor auch die moderne Interpretation von Sven-David Sandström vor. Bei Sandström stand das „fürchte“ im Mittelpunkt und es hörte sich beinahe so an, als würden die Chormitglieder bei diesem Wort mit den Zähnen klappern. Tröstlich wurde es dann bei den Worten „Ich bin bei dir“.

Nach dem zweiten Bach „Singet dem Herrn“, bei dem der Chor geteilt wurde und es ein musikalisches wechselspiel gab, wurde mit dem letzten Stück „Hear my prayer, o Lord“ die Vermischung zwischen Alter und moderner Musik zelebriert. Denn Sandström vervollständigte das Fragment von Henry Purcell zu einer besonderen Melange.

Kein Wunder, dass der Chor erst nach zwei Zugaben die Kirche verlassen durfte.




Abheben mit einem Lada

Zu einem Roadmovie gehört auch das passende Gefährt. (v.l.n.r.) Philip Pelzer, Talisa Lara und Thorsten Schmidt. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Zu einem Roadmovie gehört auch das passende Gefährt. (v.l.n.r.) Philip Pelzer, Talisa Lara und Thorsten Schmidt. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Es gab schon viele Road-Movies, auch schräge, aber „Tschick“, nach dem gleichnamigen Buch von Wolfgang Herrndorf, ist eine Art „Huckleberry Finn“ im 21. Jahrhundert. Damals konnte man Abenteuer am Fluss erleben, heute entlang der Autobahnen. Andreas Gruhn, der Leiter des Kinder- und Jugendtheaters, wird das Stück selbst inszenieren. Die Premiere ist am 20. Mai 2016 um 19 Uhr im KJT.

Die Geschichte zweier Außenseiter: Maik (14) wird in den großen Ferien von seinen Eltern alleingelassen. Aber sein Vater hat ihm 200 € dagelassen. Zu allem Überfluss wird er auch nicht zur Geburtstagsparty der Klassenschönheit Tatjana eingeladen. Da kommt sein Freund Tschick, der schon mal mit einer Alkoholfahne in den Unterricht kommt, um die Ecke mit einem geklauten Lada. Die Spritztour kann beginnen. Unterwegs treffen sie auf weitere seltsame Menschen.

„Tschick ist eine Geschichte mit Boden, die aber abhebt“, erklärt Gruhn. „Sie lässt uns mit den beiden Jungs treiben.“ Statt an einem Fluss entlang erleben Maik und Tschick die seltsamen Abenteuer in der brandenburgischen Provinz.

Mit dabei sind drei neue, junge Schauspieler des Ensembles. Thorsten Schmidt übernimmt den Part des Tschick, Philip Pelzer spielt Maik und Talisa Lara stellt Isa dar.

Auf der Bühne steht ein echter Lada und die Umgebung wird mit abfotografierten Filmsets silmuliert, so entstehen mehr naive als realistische Landschaften. Normalerweise spielt in solchen Roadmovies die Musik eine wichtige Rolle, aber für Andreas Gruhn sind die Geräusche von größerer Bedeutung. Da die Jungs auf ihrer Reise eine Kassette von Richard Clydermann finden, wird dessen „Ballade pour Adelaine“ zu hören sein.

Im Gegensatz dazu wird in dem Stück viel mit Video gearbeitet, da Tschick und Maik einen Videoblog über ihr Abenteuer machen.

Die Premiere ist bereits ausverkauft, aber es gibt noch Karten für den 28. und 29. Mai sowie den 18. und 19. Juni 2016.

Mehr Infos unter www.theaterdo.de