Nachdem die Lautten Compagney Berlin mit der Singer-Songwriterin Mine am 03. Juni 2016 auf den Spuren Claudio Monteverdis unterwegs war, präsentierte das Ensemble Matheus den „Mythos Monteverdi“ am 05. Juni 2016 im Orchesterzentrum. Dabei verknüpften sie die Musik des italienischen Barockkomponisten mit traditioneller Mittelmeermusik sowie Gospel.
Der erste Teil gehörte Monteverdi. Neben einem zypriotischen Gesang wurde kurz vor der Pause noch der Gospel „As I went down to the river to pray“ angestimmt. Nach der Pause wurde Monteverdis Zeitgenossen Giulio Caccini sowie Tarquinio Merula den gebührend Platz eingeräumt. Sehr stimmungsvoll und berührend war allerdings das zeitgenössische Stück „Escalay“ des sudanesischen Komponisten Hamza el Din, das von seinem im Stausee untergegangenen Dorf handelte.
Bei den Musikern ragte Flora Papadopoulos heraus, die mit ihrer Harfe den Part eines Cembalos übernahm und damit zeigte, dass dieses Instrument mehr kann, als nur Wellenbewegungen zu simulieren.
Die Sopranistinnen Zoe Nicolaidou, Claire Lefilliâtre und Emiliy Rose Bry sowie der Tenor Topi Lehtipuu waren sehr gut aufgelegt, wobei man sagen muss, dass alle Beteiligten nicht nur mit musikalischer Leidenschaft, sondern auch mit Humor an das Konzert herangegangen sind.
Fünfte Schnittstelle zelebriert den Augenblick
Am Freitag, den 10. Juni 2016 zeigen acht Kunstvermittler den Besuchern des Dortmunder U von 18 Uhr bis Mitternacht einen besonderen Zugang zu speziellen Kunstwerken. Zum ersten Mal öffnen alle Etagen des Dortmunder U.
Im Mittelpunkt der „Schnittstelle“ stehen die Aktionen rund um acht Kunstwerke. So verwandelt Aladina Okeric den transformierten Fernseher von Nam Jun Paik in eine Zufallsbegegnungstätte. Statt in einen Fernseher zu blicken, sollen sich zwei Besucher für eine gewisse Zeit in die Augen schauen.
Mehr zum Mitmachen ist die Aktion Sven Tölle. Denn das abstrakte Bild von K.G. Götz aus dem Jahre 1954 reizt sicher einige zum Kommentar „Kann ich auch“. Mittels Zeichenblatt oder Tablet können die Besucher das auch unter Beweis stellen. Wer will, kann sich sein elektronisches Kunstwerk per Mail auch zuschicken lassen.
Kurzführungen unter dem Titel „Shortcuts“ geben Einblicke in die Ausstellungen. „RAZZMATAZZ“ vom Dortmunder Musiker und Künstler-Netzwerk „Rekorder“ füllt die Räume des Museums Ostwall mit einer Vinyl-Soundcollage zwischen Lauscherei und frischen Beats. Die Inneneinrichter von „Neue Bude“ zeigen im Pop-up-Store im Foyer des Museums die schönsten Interior-Designs aus Skandinavien, die das Shoppingherz nicht nur für den Augenblick höher schlagen lassen.
Auf der Ebene 6 ist die Sonderausstellung „Diether Roth: Schöne Scheiße. Dilettantische Meisterwerke“ nicht nur die Bühne für den slammenden Rainer Holl, sondern birgt die Chance, mit den Kuratorinnen der Ausstellung über ihre Arbeit zu sprechen.
Die UZWEI_Kulturelle Bildung zeigt die Ausstellung „Das Portrait. Jugendlichsein 2016“ und nutzt den AUGENBLICK für das Medienfestival „Feedback“. Vom 9. bis 12. Juni werden auch am Abend der „Schnittstelle“ Filme und Fotografien der 15- bis 25-jährigen Kreativen gezeigt; an einer offenen Druckstation kann jeder selbst den Augenblick auf Taschen, Papier oder T-Shirts festhalten. „Feedback“ ist eine Plattform für medienbegeisterte Jugendliche und Junge Erwachsene bis 25 Jahre. Am 10. und am 11. Juni finden Workshops rund ums Filmen, Fotografieren, Social Media und Medienberufe statt.
Der HMKV zeigt auf der Ebene 3 die Ausstellung „Whistleblower & Vigilanten. Figuren des digitalen Widerstands“ sowie auf der Ebene 6 die Videoinstallation von Hito Steyerl: Factory of the sun.
Der Eintritt zur Schnittstelle #5 am Freitag, 10. Juni beträgt 4 Euro.
Neue Klangerfahrungen
Ob Claudio Monteverdi ein Singer-Songwriter genannt werden kann, wie es Wolfgang Katschner, der Leiter der Lautten Compagney Berlin, bleibt wohl jedem selbst überlassen. Aber es ist natürlich mehr als ein Körnchen Wahrheit dran. Denn Monteverdi schrieb eine Vielzahl von Lieder, die sich neben religiösen auch um weltliche Themen wie Liebe und Schmerz drehten. Da kann man schnell einen Bogen zu Mine schlagen, die eine waschechte Singer-Songwriterin ist. Zusammen führen sie am 03. Juni 2016 im domicil eine muntere Kombination aus Liedern von Monteverdi und Mine auf.
„Wahnsinning spannend“, fand Mine das gemeinsame Projekt mit der Lautten Compagney Berlin und das war es auch für die Zuhörer. Abwechselnd sang Mine ihre eigenen Songs im Barockgewand und Robin Johannsen interpreitierte die Lieder von Monteverdi. Die elf Musiker waren das verbindende Element und verhinderten, dass zwei parallele Konzerte entstanden. Denn das barocke Feeling passte sehr gut zu Mines Liedern, die sie am E-Piano oder Omnichord selbst begleitete. Perkussionist Peter Kuhnsch hatte dabei eine wichtige Rolle zu spielen.
Aber auch Monteverdi wurde neu arrangiert, bei Liedern, die für mehrere Sänger geschrieben waren, wurden die weiteren Stimmen durch Instrumente ersetzt. So erklang streng genommen neue Musik. Für Mine war es keine neue Erfahrung, denn sie spielte 2013 für ein Konzert bereits mit einem Kammerkonzert zusammen.
Auf jeden Fall war das Konzert im domicil eine neue Klangerfahrung für Freunde von Monteverdi und von Mine.
Juicy Beats präsentiert Dortmunder Bands auf eigener Bühne
Am 29. und 30. Juli 2016 startet wieder das Juicy Beats Festival im Dortmunder Westfalenpark. An zwei Tagen werden rund 200 Bands und DJ für gute Stimmung sorgen. Neben bekannten Acts wie Deichkind oder AnnenMayKantereit gibt es erstmals eine Bühne für lokale Bands. Der Vorverkauf läuft bereits auf Hochtouren.
Am Festivalfreitag findet ein Live- und DJ-Programm auf drei Bühnen und Dancefloors statt. Der Headliner ist Deichkind. Unter dem Motto „Dortmund.Macht.Lauter“ gibt es erstmalig auch eine Bühne für lokale Bands. Parallel zum Bühnen-Programm kann auf den Floors zu Electronic Beats getanzt werden. Ab 22 Uhr wird dann bei zahlreichen Aftershow-Partys im Park und anderen Locations weiter gefeiert. Die Karten für den Freitag sind auf 15.000 begrenzt.
Der Festival-Samstag bietet von 12 Uhr mittags bis 4 Uhr nachts die musikalische Bandbreite, für die Juicy Beats bekannt ist: ein Programm aus Pop, Rap, Electro, Indie, Alternative, Reggae und Global-Beats mit mehr als 100 Bands und DJs auf über 20 Bühnen und Floors. Auf der Festwiese sorgen Fritz Kalkbrenner, das Rap-Duo Genetikk, die Indie-Pop-Durchstarter AnnenMayKantereit und die Ska-Punk-Rap-Formation Irie Révoltés für gute Stimmung. Headliner auf der zweiten Hauptbühne ist die Indie-Rock-Band Wanda aus Wien. Daneben treten Feine Sahne Fischfilet, Antilopen Gang, Chefket und Drangsal auf.
Erneut präsentiert WDR Funkhaus Europa eine eigene Global-Beat-Bühne, von der den ganzen Tag lang live gesendet wird. Hier treten unter anderem Grossstadtgeflüster, Bukahara und Symbiz auf. Feinsten Indie-Pop bietet die Bühne des Konzerthaus Dortmund mit Dan Mangan aus Kanada, Me And My Drummer und Dear Reader aus Johannesburg. Das Netzwerk Liveurope präsentiert erstmalig eine eigene Bühne mit aufstrebenden Bands aus ganz Europa.
Für das Programm der vielen Floors, das von Electro, House und Techno über Hip Hop, Dubstep, Drum’n’Bass und Global Beats bis hin zu Reggae, Trashpop, Rare Grooves, Funk und Soul reicht, arbeiten die Juicy Beats-Macher erneut mit einem breiten Netzwerk aus Clubs, Partyreihen und Labels aus der Region zusammen.
So wird die Festwiese am Samstag nach dem Live-Programm zur großen Silent Disco mit über 3.000 Kopfhörern. Die Plattform „Bring your own Beats“ präsentiert ein Hip-Hop-Camp inklusive Live-Graffiti und Frühstücks-Jam. Die junge Literatur- und Poetry-Szene der Region wiederum wird auf der „Sounds & Poetry“- Bühne vorgestellt. Designer, Labels und Künstler aus ganz NRW kann man auf der Kreativ.Meile entdecken und der neue Festivalpartner Glaceau Vitamin Water präsentiert einen eigenen „Playground“ mit Erwachsenen-Hüpfburg, Bällebad und Kopfballtischtennis. Im Open-Air-Kino an der Seebühne gibt es zudem ein Musikvideo- Programm der internationalen Kurzfilmtage Oberhausen sowie Videospiele auf Großleinwand zum mitspielen.
Erneut richten die Veranstalter auch einen Zeltplatz ein. Das Campingareal zwischen Westfalenpark und dem Westfalenstadion ist nur drei Minuten Fußweg vom Festival entfernt und bietet von Freitag bis Sonntag Platz für bis zu 1.400 Zelte. Im Zentrum lädt eine 700 Quadratmeter große Beach-Area mit Kiosk und Imbiss zum Entspannen ein. In den Gebäuden des angrenzenden Sportvereins gibt es zudem eine Frühstücks- Lounge und Aftershow-Partys. Als besonderes Highlight können die Camper für einen kleinen Aufpreis das nahegelegene Freibad besuchen, in dem ebenfalls wechselnde DJs auflegen..
Kombi- und Einzeltickets sind auf der Festival-Homepage sowie bei allen bekannten Vorverkaufsstellen und Systemen erhältlich. Kombitickets kosten 65 Euro zzgl. Gebühren im VVK. Karten für einzelne Tage jeweils 34 Euro zzgl. Gebühren. Campingtickets kosten zusätzlich 26 Euro und gelten jeweils für ein Zelt (Camping- Parzelle) und bis zu zwei Personen. Für Teenager zwischen 12 und 14 Jahren gibt es die Teen-Tickets für 36 Euro (Kombi) und 18 Euro (Einzel) zzgl. Gebühren (nur print@home). Die kostenlose An- und Abreise mit Bus und Bahn aus dem gesamten VRR-Gebiet ist bei allen VVK-Karten enthalten. Sollte das Festival wie in den Vorjahren ausverkauft sein, gibt es am Samstag ab 22 Uhr wieder ein begrenztes Ticket-Kontingent an der Nachtpartykasse.
Zum dritten Mal steigt der „Sommer am U“ auf der Leonie-Reyers-Terrasse. Vom 2. Juni bis 30. August bietet das U zeitgenössische Kultur aller Sparten auf dem Vorplatz – insgesamt 47 Veranstaltungen, für die das U mit 20 lokalen Partnern kooperiert, von E wie Ekamina über P wie „Pop-Up Studio“ bis U wie „Die Urbanisten“. Letztere haben zusammen mit Designerin und Ausstatterin Sabine Gorski den Vorplatz als Gartenlandschaft gestaltet: Sternförmige Wege treffen auf Hängepflanzen und nachhaltig angebaute Kräuter. Die Palettenlandschaft und Sitzinseln bilden ein U und laden zum Entspannen und Tanzen im Grünen ein. In Kooperation mit vielen lokalen Partnern gibt es Lesungen und Poetry Slams, DJ-Sets, Konzerte und viele andere ungewöhnliche Veranstaltungsformate – und das alles kostenlos.
Wilde Donnerstage
An jedem Donnerstag von 18 Uhr bis 22 Uhr geben sich beim „Sommer am U“ die jungen Wilden den Verstärker in die Hand. So packt die „tonbande e.V.“ vom „Rekorder“ an der Gneisenaustraße ihre Plattenkoffer ein und bringt ihre beliebten Veranstaltungsformate mit zum U: Beim „Vinylstammtisch“ (7.7.) darf jede und jeder selbst mitgebrachte Platten auflegen. Bei „Wonne oder Tonne“ (4.8.) werden mitgebrachte Schallplatten entweder versteigert – oder öffentlich vernichtet. Das junge Kollektiv „Feine Gesellschaft“ will mit Konzert-Acts wie „Golf“ (14.7.), „Grand Inc.“ oder „Swimming TV“ (11.8.) den Vorplatz zum Tanzen bringen.
Literatur, Kunst, Design
Die Veranstaltungen von Heimatdesign, DEW21 und dem Museum Ostwall bilden das kulturelle Gegengewicht. Bei den DEW21-Slams der „Poetry in the Box“ lässt Altmeister und Profi-Bierslammer Rainer Holl erfahrene Slammerinnen und Slammer aus dem gesamten Bundesgebiet gegeneinander im WortSport antreten. Bewusst vielfältig sind die Events von Heimatdesign: Hier wird von Musik über Magazinprojekte bis hin zur „Creative Stage Ruhr“ geboten, was Kreativ- und Kulturinteressierte anspricht. Kunstkenner kommen beim „Dieter Roth Gedächtnis Frittieren“ des Museum Ostwall auf Ihre Kosten (21.7.).
Musikalische Sonntage
Die Sonntage stehen von 15 bis 18 Uhr im Zeichen der Musik: Die Jazzer von ProJazz e.V. geben sich mal wild, mal ganz entspannt und feiern in diesem Jahr sogar ihr 25-jähriges Jubiläum am U (24.7.). Ekamina sorgen mit DJ-Sets und Live-Bands für Unterhaltung, während die Macher der „Songs and cakes“ für Akustikmusik sorgen – und sogar Kuchen mitbringen.
Programm an den anderen Tagen
Der Club „Oma Doris“ lädt zur Rollerdisco mit Rollschuhen (18.6.), das Mint Magazin präsentiert den „1. Dortmunder Plattentausch“ (15.6.), die Emscherkunst veranstaltet einen „Art Slam“ (19.8.) und feiert die Veröffentlichung ihres Katalogs am U (1.7.), und DEW21 ruft zur Eröffnung des Bandwettbewerbs „Dortmund Calling 2017“ (20.8.). „Rockway Replugged“ bringen mit handgemachter Musik Hafenambiente ans U, und der Kabarettist und Musiker Murat Kayi lässt es ein ganzes Wochenende mit dem „Straßenstaubfestival“ krachen, präsentiert von der DEW21 (13./14.8.). Das junge Medienfestival „Feedback“, das parallel auf der UZWEI, der Etage für kulturelle Bildung im Dortmunder U stattfindet, schickt zwei Elektronic-Ambient-Bands auf den Vorplatz (10.6).
Die großen Events: Extraschicht und Sommerfest
Ein besonderes Schmankerl bietet die „Extraschicht“ (25.6.): Während der Nacht der Industriekultur wird das U zum Ernährungslabor und verwöhnt sowohl die auditiven, visuellen als auch die geschmacklichen Sinne. Zu elektronischer und Livemusik gibt es Insektenküche, ausgefallene Cocktails im urbanen Garten und ein Foodquiz.
Den großen Abschluss des Sommers am U bildet das Sommerfest am 27. August mit 12 Stunden Trubel auf dem Vorplatz. Musik aus allen Genres und beste Stimmung treffen auf umfangreiches Programm im und um das Haus.
48 Künstler hoffen unter den sechs zu sein, die im nächsten Kunstkalender vertreten sind.
In diesem Jahr hoffen wieder 48 heimische Künstlerinnen und Künstler, mit jeweils zwei Arbeiten in den beliebten Dortmunder Kunstkalender „Grafik aus Dortmund“ zu kommen. Bevor eine Jury die Auswahl für die zwölf Kalenderblätter des Jahres 2017 trifft, sind alle Werke ab heute (3. Juni) bis 26. Juni 2016 in einer Ausstellung in der Berswordt-Halle zu sehen. Am Donnerstagabend (2. Juni) eröffneten Bürgermeisterin Birgit Jörder und Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Uwe Samulewicz die „Grafik aus Dortmund“.
Reduzierung von Formen
Zum ersten Mal stellt der Dortmunder Maler Osman Xani seine Arbeiten in der Galerie Torhaus aus. Seine Arbeiten unter dem Titel „Der Blick von oben“ sind vom 05. bis 26. Juni zu sehen.
Bei vielen Bildern hat man den Eindruck, der Künstler habe seine Bilder bewusst verfremdet. Wie Gitternetze oder Störungen beim Fernsehempfang wirken seine abstrakten Bilder. „Ich male Schicht um Schicht, um zu verdecken“, erklärt der Künstler. Welche Bedeutung die Bilder haben, soll offen gelassen werden. „Der Betrachter kann es anders sehen als ich.“
Im Mittelpunkt in den Arbeiten von Xani steht aber der Mensch in seiner abstrahierten Form. Neben den erwähnten offenen Themen, beschäftigt Xani in mehreren Bildern mit dem Thema Flucht. Der Künstler hat Flucht am eigenen Leib erfahren. Er flüchtete 1999 wegen des Kosovo-Krieges nach Deutschland.
Alle seine Arbeiten leben sehr von dem Zusammenspiel der Farben. „Ich versuche alle Farben zu nutzen, ohne bunt zu werden“, so Xani.
Osman Xani vor seinem Bild „Der Blick von oben“, 295×200 cm, Acryl auf Leinwand
Fleisch in Stein verwandeln
Keoghs Auseinandersetzung mit dem Mord an Versace.
Die mystische Medusa, eine der Gorgonen, war kein erfreulicher Anblick. Denn sie verwandelte Menschen bei ihrem Anblick in Stein. Der griechische Held Perseus konnte sie besiegen. Doch in der Populärkultur lebt sie noch immer in verschiedenster Form. Der irische Künstler Sam Keogh beschäftigte sich mit dem Mythos in unterschiedlicher Form. So sehen ist seine Ausstellung „Eurocopter EC 135“ im Dortmunder Kunstverein bis zum 14. August 2016.
Die Medusa ist nicht nur als Gorgone bekannt. Gianni Versace hat sie als Logo für seine Modefirma genutzt, sie ist der wissenschaftliche Fachbegriff für Quallen und eine miltärische Operation im Afghanistan trägt ihren Namen. All dies hat Keogh für seine Ausstellung inspiriert. Im Mittelpunkt stehen drei umgrenzte Gebiete. In ersten hat sich der Künstler mit dem Mord an Versace auseinander gesetzt. Gegenstände, wie ein nachgebautes riesiges Dumdum-Projektil, stehen alle in Verbindung mit der Tat.
Einen symbolischen Soldatenfriedhof entstand im zweiten Gebiet. Hier geht es um die „Operation Medusa“, die 14 britische Soldaten wegen eines Flugzeugabsturzes das leben kostete. Das dritte gebiet hat einen Dortmunder Ort zum Thema: Das Hotel Unique. Hier war der rote Marmor der Auslöser, denn es sieht aus wie zu Stein erstarrtes Blut.
Neben diesen drei zentralen Objekten, hat Keogh eine Vielzahl an kleinen Objekten im Raum verteilt, die manchmal Erinnerungen wecken an archäologische Fundstücke aus dem Meer. Dazu läuft es eine Videoperformance.
Der Dortmunder Kunstverein hat geöffnet Dienstag bis Freitag von 15 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 11 bis 16 Uhr.
Nein, „Die Messe“ von artscenico, die am 27. Mai 2016 im Theater im Depot abgehalten wurde, war keine katholische noch war sie sonst ein erkennbarer Gottesdienst. Aufbauend auf das Vorgängerstück „Missing Link“ rückte Rolf Dennemann, der kreative Kopf hinter artscenico, die besondere Form des Kultes in den Vordergrund von Schauspiel, Musik und Tanz.
„Im Kult betritt der Mensch eine Sphäre, die sich deutlich vom Alltagsleben abhebt“, so Wikipedia zum Stichwort „Kult“. Der Besucher wurde durch eine Kickboxerin (Virginia Gomez) empfangen, die inmitten des Publikums ihre Übungen absolvierte.
Zu den Inhalten eines sakralen oder auch säkularen Kultes gehören Dinge wie Rituale, Opfer, Mahlzeit und in der „Messe“ eine Form der Beichte. All das wurde in einer abstrahierten, aber dennoch erkennbaren Weise aufgeführt. Gebärden, Bewegungen waren wiederzuerkennen. Natürlich darf bei einer kultischen Handlung Musik und Tanz nicht fehlen. Die Musik kam entweder aus Lautsprechern oder wurde von Patricia Bailey live mit Chor gesungen, unter anderem „Kehr ein bei mir“ von Friedrich Rückert.
Im Mittelpunkt des Stückes standen aber Elisabeth Pleß (Performance) und Lim Hyunjin (Tanz). Die Verschmelzung zwischen Schauspiel und Tanz war ein wesentliches Element des Stückes. Hier ergänzte die Schauspielerin die Tänzerin und umgekehrt. Generell wurde nicht viel gesprochen, außer bei einer Art „Bekenntnis“ oder „Beichte“.
Schöne Idee: Um das Gemeinschaftsgefühl zu heben, wurden unter der Losung „Deutschland ist unterkuschelt“ Stofftiere ans Publikum verteilt, die unter der Aufforderung „Bitte kuscheln Sie jetzt“ benutzt werden sollten.
Insgesamt ist „Die Messe“ in keinster Weise irgendein Tabubruch und Gläubige, egal welcher Konfession, werden sich nicht daran stören. Anders formuliert: „Die Messe“ ist für Gläubige und Ungläubige gleichermaßen einen Besuch wert.
Barock trifft auf Volksmusik der Mittelmeerregion
Nachdem bereits beim klangvokal die Nordsee im musikalischen Fokus stand, ging es beim Konzert „Das Meer der Erinnerungen“ am 29. Mai in der Marienkirche um das Mittelmeer. Das Mittelmeer ist heute leider in den Nachrichten vorwiegend als Todesfalle für Flüchtlingsboote, doch es stand und steht für reichen kulturellen Austausch, was auch das Konzert „Songs of Thessaloniki“ bewies.
Die Reise, auf die uns Friederike Heumann (Viola da Gamba), Xavier Díaz-Latorre (Theorbe und Barockgitarre), Nihan Devecioglu (Gesang) und Marco Beasley (Gesang) nahm, reichte von Griechenland, Krosika, Italien, Spanien und die Türkei. Gesungen wurde daher unter anderem auf Griechisch, Türkisch, Korsisch, Italienisch und Armenisch.
Die Lieder drehten sich um die klassischen Themen wie Liebe oder Tod. Ein sehr berührenden sephardisches Wiegenlied, gesungen von Devecioglu, nur begeltitet von der Viola da Gamba gehörte zu den Höhepunkten des Konzertes.
Das Konzert hat gezeiugt, dass die Barockmusik näher an der traditionellen Musik des Volkes dran ist, als es beispielsweise die Kunstmusik der Romantik ist. Die Stücke von Rossi, Cavalli oder Caccini und die Volkslieder vereinten sich zu einem gelungenen Konzert.