Hoffen aus eine erfolgreiche Spielzeit 16/17 (v.l.n.r.) Andreas Gruhn, Xin Peng Wang, Bettina Pesch, Jens-Daniel Herzog, Kay Voges und Gabriel Feltz.
Bald geht es wieder los im Theater Dortmund. Am 22. August begrüßten neben der Geschäftsführenden Direktorin Bettina Pesch werden der Intendant der Oper Jens-Daniel Herzog, der Intendant des Schauspiels Kay Voges, der Direktor des Balletts Xin Peng Wang, der Direktor des Kinder- und Jugendtheaters Andreas Gruhn und Generalmusikdirektor Gabriel Feltz die gesamte Belegschaft des Theaters Dortmund zur neuen Saison.
Betina Pesch konnte gute Zahlen vermelden, ein Wermutstropfen gab es für das Schauspiel. Es muss länger in seiner Ausweichspielstätte, dem Megastore, bleiben, erklärte Kay Voges. Dafür gab es einige Auszeichnungen: Schauspiel des Jahres in NRW und „Die Borderline Prozession“ wurde Stück des Jahres bei zwei Zeitungen.
Etwas düsterer schaute Andreas Gruhn in die Zukunft. Die Anschläge des vergangenen halben Jahres hätten das Gefühl zerstört, in einem sicheren Land zu leben. „Ich würde jetzt einen anderen Spielplan machen“, so Gruhn.
Geehrt wurde Ballettmeister Zoltán Ravasz für 25 Jahre beim Theater Dortmund.
Kinderrechte bei mondo mio
Auch die Neven Subotic Stiftung ist in der Ausstellung bei mondo mio vertreten.
Im Kindermuseum mondo mio! im Dortmunder Westfalenpark dreht sich bis Anfang November alles um das Thema Kinderrechte. Im Mittelpunkt steht dabei die Ausstellung „Kinder haben Rechte“, die sich mit der Arbeit von UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, beschäftigt. Rund 20 Fototafeln zeigen am Beispiel konkreter Projekte, wie sich die Hilfsorganisation in rund 150 Ländern aktiv für die Rechte von Kindern einsetzt.
Aufbauend auf der UN-Kinderrechtskonvention werden die wichtigsten Rechte von Kindern, wie das Recht auf Gleichheit, das Recht auf Gesundheit und das Recht auf Bildung vorgestellt. Zudem wird gezeigt, wie Kinder und Jugendliche sich in Deutschland für ihre Rechte engagieren können. Auf einer Stadtkarte von Dortmund können die Besucher Orte markieren, die sie mit positiven oder negativen Erfahrungen zu Kinderechten verbinden. Auch der Bereich zur Arbeit der Neven Subotic Stiftung wurde eigens erweitert: Anhand der Themen Gesundheit, Bildung und Kinderarbeit wird die Lebenssituation von Kindern in Äthiopien vorgestellt. Die Stiftung des Profifußballers setzt sich dort unter anderem mit Trinkwasserprojekten dafür ein, Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Parallel zur Ausstellung wird im Foyer des Museums der Film „Kinder haben Rechte“ des deutschen Kinderschutzbundes gezeigt.
Das Thema „Kinderrechte“ bietet auch viele Anknüpfungspunkte zu den Stationen der Dauerausstellung „Njambo – Energie für die Zukunft“. Im Rahmenprogramm der Ausstellung bietet das Museum mehrere Workshops für Familien an. Diese finden am Samstag, 03.09., Samstag, 17.09. und Samstag, 01.10. um 15 Uhr statt. Auch zum Weltkindertag am Samstag, 24.09. stehen die Kinderrechte im Mittelpunkt. Die Ausstellung „Kinder haben Rechte“ ist noch bis zum 06.11. bei mondo mio! zu sehen. Der Besuch des Museums ist bereits im Parkeintritt enthalten.
Am Freitag, dem 19. August 2016 hatte Aat Dirks einen doppelten Auftritt beim diesjährigen Mikrofestival. Der Niederländer kämpft in seinem Stück „Sulky M1“ nicht nur mit seinem Fahrzeug, sondern er sucht auch die ideale Frau. Neben der romantischen Seite geht es in dem Stück, das Dirks als „Compagnie Mobil“ auf die Straßen Europas bringt, auch um das aktuelle Thema: Mensch oder Maschine – wer hat die Vorherrschaft? Ars Tremonia sprach vor der Vorstellung mit Dirks.
Ars tremonia: Wie sind Sie zum Straßentheater gekommen?
Aat Dirks: Straßentheater oder Spektakeltheater ist eine alte Liebe von mir, schon als 14/15 jähriger Junge war ich sehr fasziniert über das Visuelle und Physische. Aber ich habe erst etwas technisches studiert und bin eigentlich Ingenieur.
Neben der technischen Ausbildung habe ich noch Kurse für das Sprechtheater gemacht. Aber das war viel zu eng, zu einförmig und für mich gab es zu wenig Möglichkeiten. Ich wollte gerne nach draußen und mit Wasser und Feuer arbeiten.
Dann habe ich bei einer Theatergruppe angefangen, die wirklich Spektakeltheater machte, die Lunatics. Die sind auch regelmäßig in Deutschland aufgetreten. Nach einiger Zeit habe ich mir überlegt, es alleine zu probieren. Mit diesem Stück (Sulky M1) habe ich angefangen und dieses Jahr ein neues Stück entwickelt. Aber mit dem ersten Stück reise ich immer noch, das ist ein Straßentheater mit allem Spektakel.
Ich habe mit diesem Stück an einer Art Wettbewerb in Enschede teilgenommen und gewonnen. Danach gab es eine dritte und vierte Vorstellung und es begann ein Selbstläufer zu werden. Dann habe ich aktiv nach Festivals gesucht, um auftreten zu können und nach zweieinhalb Jahren hatte ich genug Arbeit, um über die Runden zu kommen. Schließlich habe ich das in Vollzeit gemacht. Seit vier Jahren bin ich als Selbstständiger auf der Straße und es gefällt mir sehr gut, weil man ein anderes Publikum hat, auch andere Plätze und Festivals. Auf der Straße hat man den direkten Kontakt mit dem Publikum. Man kann es sehen, im normalen Theater ist es zu dunkel.
Ars tremonia: Das sind die Vorteile eines Straßentheaters, aber gibt es auch Nachteile?
Aat Dirks: Ja, es gibt sicher auch Nachteile. Aber das macht es gerade spannend. Du musst das Publikum für dich gewinnen, es läuft nicht so wie im Theater: Menschen kaufen Karten, sie haben einen Sitzplatz. Die Schauspieler sind auf dem Podium und das Publikum schaut zu.
Es gibt auch andere Herausforderungen beim Straßentheater: Ob eine Kirchenglocke läutet oder ein Hund bellt, das kann enorm ablenken. Aber auf der anderen Seite ist es auch eine Chance, darauf zu reagieren und das Publikum einzufangen.
Ein Problem ist die fehlende Bekanntheit. Die Leute sagen: Oh, das war aber schön, aber wie heißt der Junge oder wie hieß die Gruppe?
Ars tremonia: Gibt es genügend Straßentheaterfestivals in Deutschland?
Aat Dirks: Ich arbeite bewusst ohne Text, so dass ich einfach nach Deutschland kann. Wenn ich nur in den Niederlanden und Belgien arbeiten würde, könnte ich nicht genug Einkommen generieren. Ich finde es sehr schön in Deutschland aufzutreten, weil die Menschen anders als in den Niederlanden reagieren. In Deutschland gibt es ziemlich viele Festivals: Rastatt, Schwerte, Detmold.
Ars tremonia: Wie lange arbeiten Sie an einem Stück? Von der Idee bis zur Ausführung?
Aat Dirks: Die Idee ist sieben Jahre alt. Ich habe zwei Winter gebaut, eine Laufmaschine gemacht, und ein Jahr an dem Spiel geprobt. Zwischen der Idee und der Aufführung liegen mehrere Jahre.
Ich bekomme es nicht in sechs Wochen geprobt wie bei einer großen Gruppe. Ich habe viel Zeit zum ausprobieren nötig, um die Idee köcheln zu lassen. Ich stelle mir die Frage: Warum hatte ich die Idee, was war die Faszination der Idee? Es geht in dem Stück (Sulky M1) um den Kampf zwischen Mensch und Maschine in Zeiten der Automatisierung. Wer ist eigentlich der Boss? Und um einen Mann, der auf der Suche nach der Frau seines Lebens ist.
Ars tremonia: Haben Sie Menschen, die Ihnen helfen?
Aat Dirks: Meine Frau arbeitet sehr viel mit mir zusammen. Dieses Stück, wie auch das Kostüm, habe ich komplett selbst entwickelt. Meine Frau macht die Geräuschaufnahmen. Ich habe keinen Agenten. Ich versuche mit einer kleinstmöglichen Organisation ein größtmögliches Publikum zu erreichen.
Amsterdam Klezmer Band – Tanzen und Feiern in Dortmund
Die Amsterdam Klezemer Band wird 20 Jahre alt. Neben einer brandaktuellen Platte („Oyoyoy“) tourt die Band durch Europa. Angefangen haben die sieben Musiker mit traditioneller Klezmermusik, die sie aber im Laufe der Zeit mit weiteren Musikstilen veredelt haben. Im Rahmen ihrer Jubiläumstournee tritt die Band auch am 19. August um 17 Uhr auf dem Micro!Festival in Dortmund auf. Ars tremonia stellte Posaunist Joop van der Linden ein paar Fragen:
Ars tremonia: Ihr feiert 20jähriges Bandjubiläum. Was hat sich in dieser Zeit verändert?
Van der Linden: Vor 20 Jahren spielten wir in Amsterdam die klassischen Klezmermelodien, die wir von Aufnahmen kannten, auf der Straße. Heute spielen wir auf den Bühnen der ganzen Welt die Musik, die wir komponiert haben und haben mit dieser Musik internationale Anerkennung bekommen als Erneuerer des Klezmers und als Quelle neueren Klezmer-Repertoires.
Die Musik hat sich zusammen mit uns zu Musik der Gegenwart entwickelt , aufgebaut auf den Fundamenten der Vergangenheit, aber unter Berücksichtigung der Sounds von heute.
Ars tremonia: Welche Musiker haben sie am meisten beeinflusst?
Wir sind sieben sehr unterschiedliche Musiker, mit sehr unterschiedlichen Geschmäckern, Hintergründen und Einflüssen. Wenn ich diese Frage richtig beantworten müsste, müsste ich sieben verschiedene Antworten geben. Oder ich müsste eine sehr lange Liste aller Einflüsse schreiben.
Van der Linden: Aber eine Zusammenfassung der Liste sollte in jedem Fall enthalten: Coçani Orkestar, Fanfare Ciocarlia, Naftule Brandwein, James Brown, Reggae, Miles Davis, Hip-Jop, Sonny Rollins, Igor Stravinsky, Bootsy Collins, und dann höre ich besser auf, weil sonst wird die Liste doch wieder sehr lang.
Ars tremonia: Was können die Besucher in Dortmund erwarten?
Van der Linden: Feiern, schöne Musik, virtuose Soli, eine gute Stimmung, zusammen tanzen, Momente zum Mitsingen, melancholische Momente, habe ich schon feiern gesagt? Schweiß, Einsatz, Leidenschaft.
Der Beitrag des Publikums darf auch nicht unterschätzt werden. Ein Konzert ist eine Wechselwirkung zwischen Band und Publikum. Zusammen können wir eine unvergessliches Ereignis daraus machen.
Ars tremonia. In den vergangen 20 Jahren hat sich die politische Stimmung verändert. Ich denke vor allem an den wachsenden Rechtspopulismus (PVV in den Niederlanden, die AfD in Deutschland, Ungarn). Ist eure Musik auch ein Statement gegen diese Entwicklung?
Van den Linden: Wir finden, das Musik vor allem als Musik gesehen werden soll und wir sehen uns nicht als Band, die politische Statements macht.
Wir machen uns aber privat Sorgen über bestimmte Entwicklungen, die zur Zeit stattfinden. Weil Intoleranz und der Ausschluss von einer bestimmten Gruppe von Menschen finden wir nicht akzeptabel.
Unsere Musik ist für jeden gedacht, unsere Musik versucht Grenzen zu überschreiten und eine Verbindung herzustellen. Das ist immer so gewesen und dafür stehen wir weiterhin.
Die Amsterdam Klezmer Band sind:
Saxophon, Klarinette, Gesang
Job Chajes
Trompete
Gijs Levelt
Kontrabass, Banjo
Jasper de Beer
Gesang
Alec Kopyt
Klarinette
Janfie van Strien
Posaune
Joop van der Linden
Akkordeon
Theo van Tol
Verbindungen im Torhaus
Der menschliche Körper steht bei beiden Künstlern im Mittelpunkt: Jan Homeyer und Bettina Dellig. Im Hintergrund ihr Sohn Vincent Dellwig.
Die gemeinsame Ausstellung des Künstlerpaars Bettina Dellwig und Jan Homeyer im Torhaus Rombergpark trägt den Titel „Konjunktion“. Unter dem Begriff „Konjunktion“ versteht man nicht nur die Verbindung von Worten oder Satzglieder, sondern es auch ein astronomischer Begriff: Es ist die scheinbare Begegnung eines Planeten mit Sonne oder Mond. Zu sehen ist die Ausstellung vom 31. Juli bis zum 21. August 2016.
Eine Konjunktion gibt es ebenfalls in den Themen der beiden Künstler. Dellwig beschäftigt sich mit der weiblichen Figur, während Homeyer überwiegend Gesichter malt. Das künstlerische Problem der menschlichen Figur verbindet beide.
Die Herangehensweise ist aber unterschiedlich. Die weiblichen Formen von Dellwig sind zeichnerisch reduziert und korrespondieren mit dem freien malerischen Untergrund. Die Figuren stellen weibliche Klischees aus der der Kunst und aus der Mythologie dar. So kann der Betrachter eine Diva oder eine sitzende Meerjungfrau in ihren Bildern erkennen. Die Künstlerin zeichnet ihre Figuren mit Kohle, für den Grund mischt sie ihre Farben selbst.
Homeyers Stil ist realistisch, aber durchaus mit expressionistischen Anklängen. Er beschäftigt sich mit dem Thema „Erinnerung“ und hat sich von Familienfotos inspirieren lassen. Seinen Vater porträtiert er ebenso stilecht wie auf dem Ursprungsfoto aus den 40er Jahren wie auch seine Mutter im typischen sepiahaften Look der damaligen Zeit.
Darüber hinaus gibt es noch weitere Unterschiede in der Arbeit des Künstlerpaares, wie Bettina Dellwig zugab: „Er weiß, was er will. Ich dagegen bin experimenteller.
Bettina Dellwig und Jan Homeyer haben einen Sohn, Vincent Dellwig. Er ist kein bildender Künstler geworden, seine Liebe gehört der Musik und daher wird er zur Eröffnung der Ausstellung am 31. Juli 2016 um 11 Uhr auf der Gitarre spielen.
Öffnungszeiten des Torhauses:
dienstags bis samstags: 14.00 bis 18 Uhr
sonntags und feiertags: 10.00 bis 18 Uhr
Eintritt frei
Der Friedensplatz wird zum Schmelztiegel der Kulturen
Die 23. Ausgabe des MICRO!Festival präsentiert vom 19. bis 21. August 2016 Künstlerinnen und Künstler aus 15 Ländern. Ein Schwerpunktthema des Festivals für Straßentheater und Weltmusik ist in diesem Jahr Flucht und Vertreibung.
Musikalisch kann sich Dortmund dieses Jahr auf ein ganz besonderes Ereignis freuen: Die Amsterdam Klezmer Band aus den Niederlanden ist auf Jubiläumstour und wird am 19. August um 17 Uhr auftreten. Daneben gibt es Folkrock mit der finnisch-ukrainischen Band „Svjata Vatra“, finnischen Tango spielen „Uusikuu“ und polyphonen Gesang machen „Laboratorium Pieśni“. Den Abschluss des Festivals am 21. August gebührt der französischen Sängerin Valérie Ekoume mit ihrem Afro-Pop.
Neben Musik hat das MICRO!Festival auch sehr viel Straßentheater im Gepäck. Das „TheaterFragile“ aus Berlin und Detmold beschäftigt sich am 19. August um 19:30 Uhr mit Ängsten und Hoffnungen von Flüchtlingen. Dank einer Tourförderung ist es dem Theater gelungen sieben Laienschauspieler in Dortmund zu präsentieren. Ein Autofahrer sucht seine große Liebe. Dieses Thema wird die niederländische „Campagnie MOBIL“ am 19. August und „MC Fois“ aus Italien am 21. August auf unterschiedliche Weise behandeln. In „Las Polis“ versuchen zwei überaus korrekte Polizistinnen ihren chaotischen Alltag zu meistern.
Der Höhepunkt des Festivals ist die große Straßentheater-Inszenierung am Samstagabend (20. August um 22 Uhr). Neun junge Akrobatik-Künstler von der Staatlichen Artistenschule in Berlin zeigen ihre Talente.
Selbstverständlich gibt es auch in diesem Jahr ein Angebot internationaler Küche sowie einige Souvenirstände.
Das Programmheft gibt es als PDF unter www.microfestival.dortmund.de, sowie gedruckt bei DORTMUNDtourismus und an vielen anderen öffentlichen Stellen.
Irrlichter im Torhaus
Ein Großteil der ausstellenden Künstlerinnen und Künstler hinter den Objekten von Achim Farys.
Irrlichter sind Phänomene, die in Sümpfen oder Mooren zu sehen sind. Menschen, die diesen Lichtern gefolgt sind, verschwanden oft in den Mooren. Fünfzehn Künstlerinnen und Künstler haben zu dem titelgebenden Thema gearbeitet und stellen ihre Positionen in Malerei, Grafik und Objekten vor. Die Ausstellung „Irrlichter – Schein oder Sein“ ist vom 03. bis zum 24. Juli 2016 in der städtischen Galerie Torhaus Rombergpark zu sehen.
Was Irrlichter genau sind, hat die Forschung noch nicht herausgefunden. Entzündete Faulgase oder leuchtende Lebewesen wie Glühwürmchen. Für Peter Kröker steht fest: moderne Irrlichter kommen aus den Smartphones, wie er in seinen Bildern zeigt.
Das Thema Reizüberflutung ist auch bei Monika Bergmann ein Thema. In einem Kunstrasen blinken verschiedene LEDs auf, kein genauer Weg ist erkennbar.
Organische Irrlichter hat Beate Bach geschaffen. Sie schaut in den Mikrokosmos und erschafft aus kleineren teilen etwas Neues. Heraus kommen Gebilde, die möglicherweise auf einem anderen Planeten beheimatet wären.
Die Ausstellung ist eine Aktivität des Kulturbüros und verschiedener Künstler, von denen einige in Künstlergruppen organisiert sind und andere frei arbeiten. Daraus bildete sich ein fünfköpfiges Ausstellungskomitee, die diese Ausstellung konzipierte.
Vertreten sind Taieb Ayat, Beate Bach, Marika Bergmann, Marlies Blauth, Bettina Bröckelschen, Irmtraud Büttner, Karla Christoph, Petra Eick, Achim Farys, Anette Göke, Monika Ihl, Karin Jessen, Dorothe Kröger, Peter Kröker und Susanne Lilienfeldt.
Die Ausstellung im Torhaus Rombergpark (Am Rombergpark 65) ist kostenlos zu sehen zu folgenden Zeiten: Dienstag-Samstag 14 – 18 Uhr, Sonntag 10 – 18 Uhr.
Der Lichtfänger
Ulrich Behl, DNA Konstrukt, 2005
Licht und Struktur waren schon immer ein Thema in den Arbeiten von Ulrich Behl. Der Kieler Künstler zeigt seine Zeichnungen und Objekte vom 01. Juli bis zum 14. August unter dem Titel „Licht und Schatten“ in der Galerie Dieter Fischer im Depot. Behl bekam 2016 den Kulturpreis der Landeshauptstadt Kiel.
Der Zufall als Basis. In einigen seiner ausgestellten Zeichnungen dienen die gezogenen Lottozahlen als Ausgangspunkt für die Arbeit. So verwandelt sich ein Lottoblock auf einem Lottoschein plötzlich in eine künstlerische Infografik. Auch bei seinem Triptychon „Raum und Zeit“ steht der Zufall bzw. die Tischtennisfähigkeiten von Behl im Mittelpunkt. Der Künstler hat mit Graphit überzogene Tischtennisbälle ständig gegen die drei Leinwände geschlagen, bis sich zufällige Muster bildeten. Behl wird gerne zu den konkret-konstruktiven Künstler gezählt, doch er möchte lieber zwischen den Stühlen sitzen, statt in eine Richtung festgelegt zu sein.
Spannend sind Behls Objekte. Er hat dort die Erfahrungen aus seiner Jugend als Flugzeugmodellbauer mit einfließen lassen. Auch hier steht das Thema Licht im Mittelpunkt. Die Objekte aus Papier und Holz haben etwas Architektonisches an sich, manche wirken wie futuristische Hochhäuser. Das Licht muss sich seinen Weg durch die unterschiedlich hellen und dunklen Flächen bahnen, manchmal verschwindet es auch in einem der schwarzen Flächen. „Ich stelle dem Licht eine Falle“, so Behl.
In einer Ecke steht eine besondere Installation. Die „Relative Identität“ ist eine Hommage an Jiří Kolář. Behl hat hier Alltagsgegenstände mit Schnipseln aus Kunstzeitungen umhüllt und sie zu einer Gesamtcollage geformt.
Mystische Klangwelt aus Aserbaidschan
Erneut war die Marienkirche Schauplatz für Musik aus dem islamischen Raum. Verzauberte Alireza Ghorbani bereits am 18. Mai 2016 mit seinen persischen Liebesliedern das Publikum, brachte uns Alim Qasimov samt seiner Tochter Fargana und seinen musikalischen Mitstreitern ins ferne Aserbaidschan. Ganz ohne fliegende Teppiche.
Der typisch aserbaidschanische Mugam-Gesang wird nicht in Noten aufgeschrieben, sondern von Generation zu Generation weitergegeben, es enthält komponierte und improvisierte Elemente. Es ist eine spirituelle Musik, die Ähnlichkeiten mit den Sufismus hat.
Ohne Zweifel ist Alim Qasimov ein Meister des Mugam. Schon mit den ersten Tönen erfüllte er die Marienkirche mit seinem fremdartigen, immer hypnotischer werdenden Gesang, der im Wechselgesang unterstützt wurde von seiner Tochter Fargana.
Wer beim Konzert von Ghorbani dabei war, wird einige Instrumente wiedererkannt haben. Die Kamantsche (eine Stachelgeige) spielte Rauf Islamov. Die Tar, ein Instrument, das einer Laute ähnelt, Zaki Valiyev. Ein besonderes Instrument spielte Rafael Asgarov: Eine Balaban. Sie ist eine aserbaidschanische Flöte, die mit ihrem Klang orientalische Welten öffnete. Javidan Nabiyev spielte eine Nagara, eine spezielle Trommel.
Das Konzert zeigte, warum Qasimov bereits mit dem Kronos Quartett und anderen Akteuren aus dem klassischen Bereich zusammengearbeitet hat. Er schaffte es, zusammen mit seiner Tochter, die Magie des Mugam für das Publikum in der Marienkirche erfahrbar zu machen. Für Freunde der Weltmusik war es ein ganz besonderer Abend.
Romantischer Ballettabend
Die 23. Ballettgala am 25. und 26. Juli 2016 präsentierte in gewohnter Weise erstklassige Tänzerinnen und Tänzer. Neben Gästen aus dem In- und Ausland stand auch das NRW Juniorballett sowie das Dortmunder Ensemble im Blickpunkt. Eine Erkenntnis des Abends: In Dortmund entpuppt sich ein Sofa als Publikumsliebling.
Die Ballettgala dient auch immer dazu, einige Highlights aus der aktuellen oder vergangenen Spielzeit zu präsentieren. Daher wurden zwei Duette aus dem „Zauberberg“ getanzt und das Ende von „Faust I“. Duette standen im Mittelpunkt des Programms. Ob klasssich wie bei „Giselle“ mit Melissa Hamilton und Istvan Simon vom Ballett der Semperoper Dresen, über das tiefromantische „Manon“ mit Dorothée Gilbert und Hugo Marchand (Ballet de l’Opéra de Paris) oder etwas moderner im Stück „Duet“ mit Anna Tsygankova und Jozef Varg von „Het Nationale Ballet“ oder „Regen in deinen dunklen Augen“ mit Risa Teresawa und Dayne Florence vom NRW Juniorballett.
Ein Solostück präsentierte Rainer Krenstetter mit „To whom it may concern“, eine getanzte Reminiszenz an die Kindheit. Für viel Applaus sorgte das Stück „The Sofa“, mittlerweile in Dortmund ein Klassiker.
Natürlich durften auch die Stücke nicht fehlen, bei der mehr als zwei Personen auf der Bühne sind. Das Miami City Ballet tanzte zu zehnt beim klassischen „Allegro Brillante“ nach der Choreografie von George Balanchine und das NRW Juniorballet beendete jeweils die erste und zweite Hälfte des Programms mit dem Stück „Full half turn“ resp. „Versus Standard“, bei letzterem mit Unterstützung des Dortmunder Ensembles