Ein Haus voller Klänge, Rhythmen und Tänze

„Inhouse – Die Welt unter einem Dach“ ist der Titel einer interkulturellen Tanz-Performance unter der Leitung von Monica Fotescu-Uta, Dortmunds ehemaliger Primaballerina. Die renommierte Tänzerin choreographierte, führt Regie und tanzt selbst. Am 26. Oktober erlebt die Produktion ihre Premiere im Schauspielhaus Dortmund.

Die Rahmenhandlung
dieser einzigartigen Mischung der Musikrichtungen und Tanzstile
spielt „in den eigenen vier Wänden“. Auf der Bühne,
stellvertretend für diesen Ort der Privatheit, ist aus vielen
einzelnen Sequenzen eine neue Inszenierung entstanden. InHouse öffnet
die Fenster und ermöglicht dem Zuschauer einen Blick auf die
interkulturelle Realität dieser Stadt, auf Hausbewohner aus
verschiedenen Kulturen, die echte Kommunikationsexperten sind. Dies
geht nicht nur mit Vokabeln und Grammatik!

Monica Fotescu-Uta (stehend am Rand) beim Choreografieren der einzelnen Szene bei der Generalprobe im Dietrich-Keuning-Haus.
Monica Fotescu-Uta (stehend am Rand) beim Choreografieren der einzelnen Szene bei der Generalprobe im Dietrich-Keuning-Haus.

Mit dabei sind
zahlreiche Künstlerinnen und Künstler sowie in Dortmund
trainierende Tanzgruppen aus Argentinien, Deutschland, Griechenland,
Indonesien, Kolumbien, Korea, Kuba, Rumänien, Serbien, Spanien, Peru
und vielen weiteren Nationen. InHouse verknüpft dabei Elemente des
Theaters mit modernem Tanz, Folklore und Live-Musik.

Nach Abschluss der erfolgreichen interkulturellen Tanzperformance DANCEtination hat das DKH dieses neue Tanzprojekt entwickelt. Es hat durch die finanzielle Förderung von House of Ressources Dortmund, eine inhaltliche Weiterentwicklung und Ausweitung der bisherigen Tanz-Theaterproduktionen mit neuen Protagonisten ermöglicht. Als herausragendes Kulturprojekt mit Nachhaltigkeit ist „Inhouse“ vom Lions-Club Rothe Erde 2018 ausgezeichnet worden.




Gestohlenes Leben – Kammeroper wider das Vergessen im Orchesterzentrum NRW

Eine schmerzhaft eindringliche Kammeroper als Plädoyer wider das
Vergessen konnte das Publikum im Dortmunder Orchesterzentrum NRW
erleben. Im Rahmen des Projekts „EchoSpore“ der Hochschule für
Musik und Tanz Köln gastierte das Ensemble mit „Gestohlenes Leben“
von Helmut Bieler (1940 – 2019) auch in unserer Stadt. Das Projekt
EchoSpore gilt der Wiederentdeckung verfemter Kompositionen von
entrechteten, verfolgten, ermordeten und oft in Vergessenheit
geratenen Komponisten.

In Bielers
„Gestohlenes Leben“ (Libretto von Tochter Susanne Bieler) geht es
um das Schicksal der Juden und anderer verfolgter Gruppen, die aus
der Pfalz, Baden und dem Saarland in das Internierungslager Gurs im
französisch-spanischen Grenzgebiet am Fuße der Pyrenäen deportiert
wurden. Erzählt anhand des (fiktiven) Geschichte der hoffnungsvollen
jüdischen Sängerin Greta Lilienberg, die mit ihrer Familie 1940
dort hin verschleppt, wo sie wenige Monate später verstarb. Wie sich
später herausstellt, hat nur ihr älterer Bruder Jakob überlebt.

Über zwanzig Jahre
später wird ihr Geliebter Leopold Stein durch eine Radiosendung mit
seiner Vergangenheit konfrontiert. Schuldgefühle, dass er nicht den
Mut hatte, rechtzeitig mit Greta zu fliehen, nagen an ihm. Es beginnt
eine Auseinandersetzung mit der eigenen Verantwortung und dem
Schicksal der Juden in Gurs…

Zunächst brachten
der Tenor Maximilian Fieth und die Sopranistin Anna Sayn, begleitet
am Klavier von Alexander Breitenbach, eine eher romantische Auswahl
von zwei Komponisten dar, die von den Nationalsozialisten verfolgt
wurden. Einmal Felix Wolfes (1892–1971), und zum anderen von Ernst
Bachrich (1892–1942), der im KZ Majdanek ermordet wurde.

Musikalisch atmosphärisch einfühlsam unterstützt vom Schönberg-Ensemble der Hochschule für Musik und Tanz Köln, spielte sich die dramatische Handlung auf einer kleinen Bühne auf der linken Seite ab. Die Musik von Bieler ist der Thematik entsprechend ruhig und einfühlsam. Seine Klänge tragen die Geschichte und der Gesang wirkt öfters wie in einem Oratorium.

Leopold Stein wurde vom Bariton Benjamin Hewat-Craw gesungen und mimisch dargestellt, die Sopranistin Anna Sayn schlüpfte sowohl in die Rolle der Johanna (Frau von Leopold) wie auch ab und zu in die der Greta. Später kam Gretas Bruder Jacob Lilienberg (Maximilian Fieth) hinzu.

Anna Sayn sang sowohl die Johanna als auch die Greta. (Foto: © Christian Nielinger)
Anna Sayn sang sowohl die Johanna als auch die Greta. (Foto: © Christian Nielinger)

Die Sänger*innen
mussten neben ihren gesanglichen Können schauspielerische Talent und
Empathie beweisen. Mit geschickt eingesetzten Lichteinsatz,
symbolhaftem Spiel mit dem roten Kleid von Greta, bekam die
Kammeroper Tiefe und Eindringlichkeit. Ein großes Kompliment an die
Dramaturgin Susanne Bieler.

Der ganz Schmerz, die Schuldgefühle, Vorwürfe vom Bruder, und die durch die alte Liebe zu Greta belastete Beziehung des Ehepaars sprudelten heraus. Während Leopold die schrecklichen Ereignisse aus der Vergangenheit nicht vergessen kann, will seine Frau Johanna am liebsten nichts mehr davon hören. Für Leopold steht fest: Durch seine Feigheit hat er der Geliebten Greta das Leben gestohlen. Was geht Johanna das an? Misstrauisch fragt sie sich, ob sie nur wegen ihrer Ähnlichkeit mit Greta von ihrem Mann geheiratet wurde.

Zahlen und Fakten,
aber auch berührende persönliche Berichte von Gefangenen im
Internierungslager Gurs wurden per Lautsprecher von Thomas Braus
eingesprochen.

„Gestohlenes
Leben“ ist ein Plädoyer gegen das Vergessen und für die
Verantwortung der Nachgeborenen, dass solche Verbrechen gegen die
Menschlichkeit nicht wieder geschehen.

Im nächsten Jahr
(achtzig Jahre danach) so soll dieses Kammerkonzert in der Umgebung
von Gurs aufgeführt werden.




Herzensbildung schlägt Bücherwissen

Zum Abschluss der russischen Kulturtage im Kinder- und Jugendtheater
präsentierte das Akademische Jugendtheater aus Rostow am Don am 13.
Oktober 2019 das Stück „Monsieur Ibrahim und die Blumen des
Koran“. Das Stück von Éric-Emmanuel Schmitt über die schwierige
Zeit des Erwachsenwerdens ist inzwischen zu einem Klassiker der
Toleranz und des Verständnisses geworden.

Die Geschichte
spielt irgendwann in den 50er/60er Jahren: Der elfjährige Moses, der
von Monsieur Ibrahim Momo genannt wird, lebt mit seinem Vater, der
Rechtsanwalt ist, in einer Wohnung in der Rue Bleue in Paris. Seine
Mutter, sowie seinen Bruder Popol hat er nie kennengelernt. Sein
Vater ist gefühlskalt zu ihm und vergleicht ihn mit seinem perfekten
Bruder Popol. Zuneigung findet Moses nur in den Armen der
Prostituierten und in Monsieur Ibrahim, den Inhaber eines kleinen
Kolonialwarenladens. Als sein Vater Selbstmord begeht, wird Monsieur
Ibrahim sein Vater-Ersatz und tritt später in seine Fußstapfen.
Zusätzlich findet er einen späten Frieden mit seiner Mutter.

Das kleine Skelly
verwandelte sich im Nu in eine alte Pariser Straße mit ihren kleinen
Läden. Dank eines Kastens, der sich durch Öffnen in einen Kramladen
verwandelte und die typische Musik der damaligen Zeit. Trotz der
Sprachbarriere – die Schauspieler sprachen natürlich Russisch –
konnte man Dank der Texteinblendungen an der Seite der Handlung gut
folgen.

Monsieur Ibrahim erklärt Momo die Feinheiten des Lebens. (Foto: © Akademisches Jugendtheater Rostow am Don)
Monsieur Ibrahim erklärt Momo die Feinheiten des Lebens. (Foto: © Akademisches Jugendtheater Rostow am Don)

Schmitt stellt den
Sufismus in den Mittelpunkt seines Stückes. Die Toleranz dieser
Richtung des Islams steht im Gegensatz zu strengen, gesetzestreuen
Auslegung des Korans. Daher trinkt Ibrahim, der im übrigen kein
Araber ist, sondern Türke, auch gerne einen Anisschnaps trinkt.
Ibrahims Grundsatz uist: „Ich glaube nicht an Bücher“. Im
Gegensatz zu Moses‘ Vater, der viele Bücher liest, dessen
Buchwissen ihn kalt gemacht hat.

Dabei hat Moses‘
Vater kein leichtes Leben: Seine Eltern wurden von den Nazis ermordet
und seine Frau hat ihn verlassen. Zudem erfindet er einen imaginären
Bruder für Moses: Popol, der perfekt und unerreichbar. Für einen
Heranwachsenden ist es sicher mit das Schlimmste, ständig mit
jemanden verglichen zu werden, der dieses oder jenes besser kann als
man selber. Ibrahim gibt ihm hingegen die Wertschätzung, die er von
seinem Vater nicht bekommt.

Die vier
Schauspielerinnen und Schauspieler erwecken auf faszinierende Weise
die Geschichte zum Leben. Musik und ein paar Requisiten genügen
ihnen völlig. Auch der Humor durfte nicht fehlen, als beispielsweise
Brigitte Bardot für Filmaufnahmen in der Nähe ist und den Laden von
Monsieur Ibraim besucht. Die Derwischkostüme am Anfang und Ende des
Stückes lassen die mystische Richtung des Sufismus greifbar werden.
Eine gelungene Aufführung.




PLAY: Möwe – Mash up mit Tschigorin, Godard und einer Menge Erinnerungen

Ein „Mash-up“ ist laut Wikipedia spezifische Form der Musikcollage, die aus Tonaufnahmen von Stücken verschiedener anderer Interpreten zusammengemischt wird. Auf das Theater übertragen wäre ein Mash-up eine Stückcollage, die aus Stücken anderer Autoren zusammengestellt wird. Auch Tschechows „Möwe“ wurde mit Jean-Luc Godards Film „Histoire(s) de Cinema“ gemischt und vor allem mit Erinnerungen des Ensembles kräftig gewürzt. Eine Freude vor allem für die unter dem Publikum, die Kay Voges schon seit seiner Ankunft folgen und die Anspielungen aus „Nora“, „Das goldene Zeitalter“ oder die „Borderline-Prozession“ erfreut zur Kenntnis nahmen.

Auch das letzte Stück in Dortmund unter der Regie von Kay Voges enthielt natürlich Elemente, die ihn weit über Dortmunds Grenzen bekannt werden ließen: Loops, gefilmte Schauspieler hinter der Bühne und ein frischer, unverbrauchter Blick auf die Stoffe.

Wer Tschechows „Möwe“ nicht kennt: Treplew ist ein Nachwuchsschriftsteller, dessen Ideen etwas zu neu sind. Er verliebt sich in die Nachwuchsschauspielerin Nina, in die sich der etablierte Romancier Trigorin ebenfalls verguckt. Nina folgt Trigorin nach Moskau, um in dessen Windschatten Karriere zu machen, was aber nicht aufgeht. Sie wird eine Provinzschauspielerin, während Treplew spät aber immerhin Erfolg hat. Bei Tschechow gibt es kein Happy-End wie in Hollywood: Nina besucht Treplew, verlässt ihn jedoch wieder, worauf sich Treplew erschießt.

Auch die Figur der "Nina" gerät in den Loop bei "PLAY: Möwe": (v.l.n.r.) Marlena Keil; Bettina Lieder; Caroline Hanke; Andreas Beck; Uwe Rohbeck; Anke Zillich. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Auch die Figur der „Nina“ gerät in den Loop bei „PLAY: Möwe“: (v.l.n.r.) Marlena Keil; Bettina Lieder; Caroline Hanke; Andreas Beck; Uwe Rohbeck; Anke Zillich. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Die Figuren in Tschechows Stück sind und bleiben immer noch aktuell. Treplew ist jemand, der nach der perfekten Kunst strebt, es aber schwer hat, in einer Welt, die eher dem Massengeschmack huldigt. Das gilt auch für das Theater, wo manche noch immer erwarten, dass ein Klassiker mit dem selben heiligen Ernst aufgeführt werden soll, wie bei der Premiere im 19. Jahrhundert. Da sind moderne Interpretationen natürlich des Teufels.

Nina ist ebenfalls eine tragische Figur, denn ihr Traum als große Schauspielerin in Moskau hat sich nicht erfüllt. Sie muss nun auf den Bühnenbrettern der Provinz ihr Können zeigen. Das aber auch von Selbstzweifeln geprägt ist. Und hier kommen wir wirklich zu den emotionalen Höhepunkten der Inszenierung. Als das gesamte Damenensemble als „Nina“ auf der Bühne steht und sich in einem internen Wettkampf damit brüsten, wer wann ein Hochzeitskleid oder gar ein weißes Kleid getragen hat. So beklagte sich Anke Zillich: „Warum habe ich nie eine Jungfrau gespielt? Nie eine Jungfrau spielen dürfen? Ich sah halt nie wie Gretchen aus.“

Besonders emotional ist Bettina Lieder als „Nina“, die den Druck und den Stress einer Schauspielerin auf der Toilette los wird: „Aber niemand zwingt mich. Vielleicht hätte ich ja in der Provinz bleiben sollen. Aber ich kann nun mal nichts anders! Ich kann nicht mehr, als mein Bestes zu geben. Auch wenn das immer nur scheiße sein kann!“ Schließlich „Nicht der Ruhm ist wichtig, sondern die Kraft, etwas auszuhalten.“ Ihr Monolog bekam verdientermaßen Sonderapplaus.

Und sonst? Natürlich tauchten wieder bekannte Figuren aus vergangenen Inszenierungen von Kay Voges auf: der berühmte rosa Hase, Adam und Eva aus „Das Goldene Zeitalter“, Wum und Wendelin und selbstverständlich durften auch die Lolitas aus der „Borderline-Prozession“ nicht fehlen.

„PLAY: Möwe“ ist ein Stück, eine Geschichte eines Theaters, nein, die Geschichte des Dortmunder Schauspielhauses in den vergangenen zehn Jahren. Es ist sehr emotional, sehr bewegend, aber auch sehr kraftvoll und positiv. Wer die Arbeiten von Kay Voges in Dortmund verfolgt hat, sollte dieses Stück nicht verpassen.

Mehr Informationen unter www.theaterdo.de




In die Welt geworfen

Eine Welt, in der es kein Halten gibt. Heulender Wind und unsicheres Schwanken in der gähnenden Leere. Mit diesem Gefühl beschäftigt sich die aktuelle Performance der Gruppe „Sepidar Theater“.

Die jungen Theatermacher*innen feiern im Oktober im ROTO-Theater Premiere mit ihrer Produktion „Die Geworfenen“. Die Bühne ist leer – nur zwei Performer*innen und zwei Koffer befinden sich in dem großen, weiten Raum. Die Besucher*innen werden empfangen von einer akustischen Wolke.

Gemeinsam mit den Performer*innen sind sie dieser Geräuschkulisse ausgesetzt – sie werden in sie hineingeworfen. Rund um dieses Gefühl des Geworfen-Seins dreht sich die Arbeit der jungen Theatermacher*innen. Mit ihren Koffern begeben sie sich auf eine Erkundungssuche danach, wie sie sich zu dieser Welt verhalten können, sollen und wollen. Sie fragen danach, wer sie sind und was sie mit den Koffern und ihrem Inhalt verbindet.

Bahareh Sadafi und  Mamadoo Mehrnejad in Aktion bei "Die Geworfenen". (Foto: © Robin Junicke)
Bahareh Sadafi und Mamadoo Mehrnejad in Aktion bei „Die Geworfenen“. (Foto: © Robin Junicke)

Die Künstler*innen vom Sepidar Theater setzen bei ihrer Inszenierung gezielt auf Körperlichkeit. Sie werfen sich über die Koffer, klettern auf ihnen herum und fahren mit ihnen durch die Gegend. Mit ihren Körpern erforschen sie die Bühne und suchen, welchen Platz sie dort – und somit stellvertretend in der Welt – haben.

Das Sepidar Theater existiert seit 2016. Gegründet wurde die Gruppe von den iranischen Theaterwissenschafts-Studierenden Bahareh Sadafi und Mamadoo Mehrnejad. Mittlerweile gehören viele Kulturschaffende mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen der Gruppe an. Mit ihrer ersten Produktion „Der kleine schwarze Fisch“ wurde die Gruppe zum 45. Fritz-Wortelmann-Preis eingeladen.

„Die Geworfenen“ feiert Premiere am 19.10. Premiere im ROTO-Theater Dortmund (Gneisenaustraße 30). Weitere Vorstellungen finden am 8. und 9. November in der Parzelle im Depot (Immermannstraße 29) statt. Karten können per Mail reserviert werden unter sepidar.theater@gmail.com. Für die Premiere kosten die Karten 12 Euro (10 Euro ermäßigt) und können bei allen Vorverkaufsstellen von ProTicket erworben werden. Bei den weiteren Vorstellungen kosten die Karten 10 Euro (8 Euro ermäßigt).




Comichelden im Zweiten Weltkrieg

Der Comic als Massenmedium war in den 30er Jahren des 20.
Jahrhunderts noch in den Kinderschuhen. Doch der Zweite Weltkrieg
beschäftigte alle Kulturschaffenden und so zogen auch die
Comichelden spätestens ab 1941 in den Krieg. Die Ausstellung „Nimm
das, Adolf“, zeigt vom 13. Oktober 2019 bis zum 15. März 2020 im
schauraum comic + cartoon am Max-von-der-Grün-Platz 7 knapp 100
seltene, zum ersten Mal ausgestellte Originalzeichnungen.

Die Superhelden der
ersten Stunde wie Superman oder Batman griffen eher verhalten in den
Krieg ein. So warb Batman für die amerikanischen Kriegsanleihen und
schenkt einem US-Soldaten ein neues Gewehr. Captain America hingegen
griff aktiv in die Kämpfe ein. Aber selbst Helden wie Prinz
Eisenherz kämpfte gegen den Hunnen, wenn auch nur ein einem
mittelalterlichen Setting.

Was hatte die
NS-Propaganda entgegenzusetzen? Altbackene Bildergeschichten, deren
Form aus dem 19. Jahrhundert mit gereimten Bildzeilen in keinster
Weise mit modernen Comics konkurrieren konnte. Die Nazis akquirierten
allerhöchstens die „Vater + Sohn“ Geschichten Erich Ohner, der
unter seinem Pseudonym „E.O. Plauen“ publizierte.

Kurator Dr. Alexander Braun stellte eine interessante Sammlung an Comics zusammen, die den Zweiten Weltkrieg thematisierten.
Kurator Dr. Alexander Braun stellte eine interessante Sammlung an Comics zusammen, die den Zweiten Weltkrieg thematisierten.

In Belgien und
Frankreich hatten Comiczeichner und Verlage nach der Besatzung von
den Deutschen plötzlich andere Probleme. Wie verhalten wir uns?
Kollaborieren oder Widerstand? Hergé, der Erfinder von „Tim und
Struppi“, war eigentlich in einem konservativ-katholischen Milleu
zu hause, er wechselte aber 1940 zur gleichgeschalteten Zeitung „Le
Soir“. Der andere belgische Comicheld Spirou hingegen übte sich im
Ungehorsam gegenüber den Besatzern und unterstützte so weit wie
möglich die Resistance.

Nach dem Zweiten
Weltkrieg teilen sich die Kriegs-Comics in heroische Heldengeschichte
und Anti-Kriegs-Erzählungen auf. Hier war vor allem der Verlag EC
Comics unter der Führung von Harvey Kurtzman von Bedeutung. Kutzmann
war auch der Mitbegründer des MAD Magazins.

In den 70er Jahren
gab es einen riesigen Schub der Enthistorisierung des NS-Themas.
Krieg, Horror und Fantasy wurden zusammengemixt. So erblickten die
berühmten Nazi-Zombies das Licht der Welt, während in Italien und
Spanien sie sexuelle Komponente eine Rolle spielte. Stichwort:
Naziploitation.

Dennoch gab und gibt
es ernsthafte Auseinandersetzungen auf Comic-Ebene mit dem
Nationalsozialismus. Man denke nur an Art Spiegelman oder an Fabrice
Le Nénanffs Chronologie der Wannseekonferenz von 2016.

Die Ausstellung wird
kuratiert von Dr. Alexander Braun. Zur Ausstellung erscheint ein 224
Seiten starker Katalog mit ca. 340 Abbildungen. Der Katalog ist
ausschließlich im schauraum: comic + cartoon erhältlich und kostet
20 Euro.

Zusätzlich gibt es
ein umfangreiches Begleitprogramm. Mehr Informationen unter:

www.comic.dortmund.de
www.facebook.com/schauraumcomiccartoon

„Nimm das, Adolf!“
Zweiter Weltkrieg im Comic

13. Oktober 2019 bis 15. März 2020
schauraum: comic + cartoon
Max-von-der-Grün-Platz 7, 44137 Dortmund
Eröffnung: Sonntag, 13. Oktober 2019, 11 Uhr
Eintritt frei




Identität – wie wollen wir Leben?

Kann ein kompletter Reset uns einen Neubeginn verschaffen oder wäre
dies ein vergebliches Unterfangen? In dem Stück „Identität“ von
Sir Gabriel Trafique (Regie und Text: Björn Gabriel) trafen
Lebensentwürfe auf Utopien oder Dystopien. Die Dortmunder Premiere
war am 05. Oktober 2019 im Theater im Depot.

Auf der Bühne stand
ein großer mit Gaze bespannter Würfel. Auf der Vorderseite
erschienen Bilder, die zum Untertitel passten: „Schizoszenarien
unter kalbenden Gletschern“. Die Rahmenhandlung des Stückes
bestand aus einer Produktionscrew. Die Chefin (Anna Marienfeld) und
drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Dominik Hertrich, Mirka Ritter
und Kevin Wilke) wollen eine knallige Show, den „Hamster des
Jahres“ produzieren. Mit der ersten Staffel ist die Chefin noch
unzufrieden. Hier wird angesichts der Klimakatastrophe (sie sind das
apokalyptische Szenario) gezeigt, wie ignorant die Menschen darauf
reagieren. Trotz warnendem Nebelhorn wird Plastik en masse
weggeworfen und die Sprachlosigkeit der älteren Generation wird
angesprochen.

Später wird es
Matrix-haft „Du bist der Auserwählte“ heißt es da und Dominik
Hertrich steht vor der Bühne als Rufer in der Wüste „Was ist
Wahrheit?“, fragt er. Während hinter ihm auf der Leinwand Lippen
projiziert werden, die so aussehen wie Saurons Auge in „Herr der
Ringe“.

Eine "ultramediale" Inszenierung von "identität". (v.l.n.r.) Kevin Wilke, Anna Marienfeld, Dominik Hertrich und Mirka Ritter. Foto: © Solms
Eine „ultramediale“ Inszenierung von „identität“. (v.l.n.r.) Kevin Wilke, Anna Marienfeld, Dominik Hertrich und Mirka Ritter. Foto: © Solms

Im zweiten Teil
startet die Produzententeam den Hackerangriff, denn „nur wir Nerds
können die Welt retten“. Durch den Angriff werden Biografien
gelöscht. Gibt es eine neue Chance oder wird die Restauration
siegen? Die Bilanz sieht eher negativ sein. So sagt einer der
Aktivisten (Kevin Wilke) „Ich rieb mich auf für einen Idealismus,
der mich zerstört. Ich muss mich um meine Bedürfnisse kümmern“.
Hat der Kapitalismus also trotz Hack immer noch überlebt? Bietet er
die besseren Chancen oder ist er einfach verführerischer?

Gegen Ende wird
aufgelöst. Der Hackerangriff war ebenfalls ein Script der
Produktionsfirma. Doch am Ende stellen sich alle die Frage: Was
bleibt?

Gibt es ein
richtiges Leben im falschen? Würde sich durch eine große
Katastrophe etwas ändern? Würde der Kapitalismus auch den
Klimawandel oder einen Hackerangriff überleben und sogar gestärkt
hervorgehen? Sehr berührend war auch das Selbstgespräch des
Aktivisten. Was passiert mit Idealisten? Kann auch ein Zuviel davon
Menschen kaputt machen?

Dominik Hertrich,
Mirka Ritter und Kevin Wilke und Anna Marienfeld sowie das Team von
Sir Gabriel Trafique hatten an dem Abend viel Spaß und eine
großartige Leistung abgeliefert.

Ja, „Identität“
wirft viele Fragen auf. Aber dafür ist Theater da, um Fragen
aufzuwerfen, sonst wäre es ja „Die Sendung mit der Maus“. Die
Antworten müssen wir selber finden. Wie wollen wir Leben und was tun
gegen einen drohenden Klimawandel?

Am 16. November um
20 Uhr im Theater im Depot hat man die Gelegenheit, sich diesen
Fragen zu stellen.




BBK Ruhrgebiet zeigt Kante

Alle 4 Jahre zeigen
„zeitgleich“ zahlreiche BBK- Verbände eine gemeinsame
Ausstellung von zeitgenössischer Kunst. In diesem Jahr ist das
Leitmotiv *Postdigital -von A nach B*. Gibt es überhaupt noch eine
klar wahrnehmbare Unterscheidung zwischen Digitalem und Analogem?

 Der BBK
Ruhrgebiet hat das Thema etwas variiert und präsentiert bis zum
3. November zu dem Thema „Kante zeigen“ die Exponate
von 22 teilnehmenden Künstlern in der BIG gallery Dortmund.

Karin Jessen hat sich mit dem mit der Überschneidung zwischen Digitalem und Analogen beschäftigt. Ihr Beitrag zur Ausstellung ist eine Serie von 16 kleinen Radierungen, Variationen des Leitmotivs *Postdigital*. Hierzu hat sie alte, ausgemusterte CD-Silberlinge mit dem Radiergriffel bearbeitet, Ideen und Empfindungen hineingekratzt, die Disketten mit Tiefdruckfarbe eingerieben und anschließend damit auf spezielles Tiefdruckpapier gedruckt.

22 Künstlerinnen und Künstler zeigten "klare Kante". Links sind drei Arbeiten von Peter Kenter zu sehen, das rechte Bild stammt von Karla Christoph.
22 Künstlerinnen und Künstler zeigten „klare Kante“. Links sind drei Arbeiten von Peter Kenter zu sehen, das rechte Bild stammt von Karla Christoph.

Andere Künstlerinnen
und Künstler haben sich auf das Motto „Kante zeigen“
konzentriert. Das Zeigen einer „klaren Kante“ ist dabei
häufig auch mit mutigem Formulieren – vielleicht sogar Handeln –
gedanklich verbunden. Kein Wunder, dass Greta Thunberg auch auf einer
Arbeit zu finden ist. Wortwörtlich genommen können „Kanten
zeigende/ aufweisende“ Objekte, Installationen oder Skulpturen,
aber auch Malerei und Fotografie eine mögliche künstlerische
Umsetzung des Themas sein. So sind in der Ausstellung einige Arbeiten
vertreten, die Kanten und Linien stark betonen, beispielsweise das
Gemälde von Antica Karacic, dass seine Kanten dadurch zeigte, dass
es in drei Teile als Triptychon an der Wand hing. Der „Hanns“ von
Karla Christoph hat auch eine unangenehme Begegnung mit einer Kante,
denn er ins ein „Hanns-guck-in-die-Luft“ und wird bald böse
stürzen.

 BIG gallery,    Rheinische Str. 1,       44137 Dortmund

Dauer
der Ausstellung:                     
  06.10. – 03.11.2019

Öffnungszeiten: Montag – Freitag: 8.00 -19.00 Uhr,  So: 14.00 -17.00 Uhr

Eintritt
frei




Schimmelpfennigs „Das Reich der Tiere“ mit persönlicher Brisanz

Mit der Premiere von „Das Reich der Tiere“ (Roland
Schimmelpfennig, * 1967 Göttingen) unter der Regie von Thosten
Bihegue startete das Schauspiel Dortmund am 05.10.2019 in die neue
Spielzeit 2019/20. Um es vorweg zu nehmen. Ja, die bissig-ironische
Komödie „Das Reich der Tiere“ bekam natürlich durch den
anstehenden Wechsel der Intendanz im Schauspiel ab der nächsten
Spielzeit auch eine persönliche Note.

Das Schauspielmilieu
mit seinen besonderen Gesetzen und Unsicherheiten für die Ensemble-
Mitgliedern steht ja im Mittelpunkt dieser Parabel. Enthalten ist
zudem eine viel weitergehende gesellschaftliche Kritik und
Offenlegung der Mechanismen des kapitalistischen Systems.

Im Stück führen
sechs Schauspielerinnen und Schauspieler seit sechs Jahren ein
Tier-Musical auf.

Als Löwe (Christian
Freund), Zebra (Ekkehard Freye), Ginsterkatze (Marlena Keil), Marabu
(Frank Genser), Schildkröte (Bettina Lieder) und elegante Antilope
(Alexandra Sinelnikova) erzählen sie vom Reich der Tiere. Hier
regiert zunächst das Zebra, bis ihm der Löwe den Platz als
Herrscher streitig macht. Beide müssen sich in brenzliger Situation
vor einem Brannd und gegen das gefährliche Krokodil helfen und
zusammenhalten. Aber hält der Friede lange an?

Nun soll das Stück
abgesetzt werden, etwas Neues soll her. Die Unsicherheit, Neid und
Missgunst, Vermutungen, eigene Träume und ganz persönliche Ängste
machen sich unter den SchauspielerInnen breit. Jeder versucht, seine
Chancen auszuloten und kämpft für sich. Bitter dabei ist, alle sind
durch ihre langjährige Tierrolle zu namenlosen Darstellern
degradiert, und keiner kennt sie wirklich als Person.

Solidarität oder Alle gegen Alle. Und die Frage: Lässt sich das Darstellerprekariat auf jeden Job ein? "Das Reich der Tiere" mit u.a.  Christian Freund, Alexandra Sinelnikova, Marlena Keil und Frank Genser. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Darstellerprekariat auf jeden Job ein? „Das Reich der Tiere“ mit u.a. Christian Freund, Alexandra Sinelnikova, Marlena Keil und Frank Genser. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Das Zebra,
Schauspieler Frankie, versucht in seiner Wohnung Informationen zum
neue Stück „Garten der Dinge“ von der Regisseurin (wunderbar
gespielt von Bettina Lieder) zu bekommen und Vorteile für sich
erlangen, indem er zur Lesung zu diesem Stück geht. Doch das geht
schief. Ernüchtert spielt er später sogar in einem Werbespot mit

Obwohl eigentlich
niemand (vor allem die Ginsterkatze) bei dem „Garten der Dinge“
mitmachen will, lassen sich am Ende als entpersönlichte „Dinge“
wie etwa eine Ketchupflasche, Toaster, Pfeffermühle oder Spiegelei
in diesem surrealen Stück einsetzen.

Die Inszenierung
stellte das Ensemble neben der schauspielerischen auch wieder einmal
vor physische Herausforderungen. Choreografien und musikalische
Anforderungen, ob punkig-rockig oder leiser, wurden von ihnen
gemeistert. Das dieses Ensemble auch musikalische Qualitäten hat ,
bewies es ja schon öfter. Die verschiedenen Charaktere (Symbolhaft
bei den Tieren) wurden mit großer Intensität und Körperlichkeit
für die ZuschauerInnen auf die Bühne gebracht.

Künstliche Kakteen
und andere Requisiten sorgten auf der Bühne für den passenden
Hintergrund. Auf einer erhöhten Plattform spielen Serge Corteyn und
Manuel Loos Live-Musik zur atmosphärischen Begleitung des Abends.

Die Kostüme waren
sehr fantasievoll von Theresa Mielich gestaltet.

Ein
komödiantisch-ironischer Theaterabend, der das Publikum trotz des
ernsten gesellschaftlichen Hintergrund zum lachen brachte.

Wäre es doch besser
für uns und die Gesellschaft allgemein, sich nicht spalten und
gegeneinander ausspielen zu lassen. Wären Zusammenhalt und
Solidarität gegen das „Krokodil“ eine Möglichkeit?

Informationen über
weitere Aufführungstermin erhalten Sie wie immer unter
www.theaterdo.de oder Tel..
0231/ 50 27 222.




Verdorbene Liebe

Eigentlich eine Schocksituation: Ein Polizist kommt in die Wohnung von Paula Spencer (Sandra Schmitz) und erklärt, dass ihr Mann tot sei. Erschossen von einem Polizisten während er ein krummes Ding gedreht hat. So beginnt das Solostück „Die Frau, die gegen Türen rannte“ von Roddy Doyle im Fletch Bizzel. Doch bei Paula ist keine große Trauer oder gar Freude anzumerken. Im Laufe des Stückes erfahren die Besucher auch wieso.

Paula erzählt ihre
Lebensgeschichte nicht chronologisch. Sie beginnt mit dem
Kennenlernen ihres Mannes Charlo. Unter den Klängen von „Sugar
baby love“ berichtet sie vom ersten Treffen in einer Diskothek.
Schnell wird ihr klar „ich gehörte ihm“.

Doch Paula hatte es
nicht leicht in ihrem Leben. In der Schule kam sie in die letzte
Klasse, sie bezeichnet sich selbst als „dumm“, träumte aber von
einer Karriere als Model oder Schauspielerin. In der Realität hieß
das „Putzfrau“. Sie benutzte früh ihre Sexualität, um sich
durchzusetzen. „Ich war irgendwie, ohne es zu begreifen und ohne
dass ich was dagegen machen konnte, eine dreckige Schlampe geworden,
an der sich alle aufgeilten“, berichtet Paula.

Paula heiratet
Charlo. Für sie ein wichtiger Schritt, der sie zu etwas besseren
macht. „Ich gehörte jetzt Charlo, und dadurch war ich eine
anständige Frau geworden.“ Zunächst läuft alles glatt, dann
beginnt er sie zu schlagen, immer heftiger. Sie versucht die
Verletzungen zu kaschieren mit den Worten „Ich bin gegen die Tür
gelaufen“. Sie gibt sich eine Mitschuld an seinen
Gewaltausbrüchen. „Er war gereizt. Es war meine Schuld.“ Neben
ihrem gewalttätigen Mann hat Paula noch ein anderes Problem. Sie
trinkt seit sie 16 ist und ist mittlerweile Alkoholikerin, was wie
unumwunden zugibt. „Ich hab nie was dagegen gemacht, hab nie
versucht aufzuhören“, sagt sie. Ein wichtiges Element sind ihre
vier Kinder Nicola, John Paul, Leanne und Jack. Die geben ihr Kraft,
denn endgültig Schluss macht Paula erst, als Charlo ihre gemeinsame
Tochter Nicola „komisch ansah“. Sie schmeißt ihn aus der Wohnung
und sieht in erst kurz vor seinem Tod wieder.

Sandra Schmitz zeige als Paula Spencer eine eindrucksvolle Leistung. (© Standout)

„Die Frau, die
gegen Türen rannte“ ist ein Stück, das betroffen macht an manchen
Stellen sogar fassungslos. Warum bleiben Frauen bei ihren
gewalttätigen Männern? Psychologen sprechen von einem Verhalten wie
bei einer Spielsucht. Die Gewalt wird als Pechsträhne gesehen, die
bald wieder vorbei ist. Wenn dann ein Glücksmoment kommt, kann der
so intensiv und erfüllend seien, dass das Opfer die Pechsträhne
vergisst. Frauen trennen sich mit größerer Wahrscheinlichkeit, wenn
sie herausgefunden hatten, dass auch ihre Kinder Opfer ihres Partners
werden könnten, so wie Paula.

Sandra Schmitz spielte die Paula mit großen Engagement. Es gelang ihr, Paula mit all ihren – auch widersprüchlichen – Facetten darzustellen. Die Kraft, die Energie von Paula, trotz aller Widrigkeiten mit Alkohol und gewalttätigem Mann, zeigte Sandra Schmitz in dem Solo-Programm mit viel Leidenschaft.
Das Bühnenbild spiegelte Paulas Zustand: einfacher Tisch, Stühle, an der Seite ein angedeutetes Kinderzimmer. Dann wurden auch noch Paulas Dämonen hineingerollt. Etliche Flaschen zeugten von Paulas vergebenen Kampf gegen den Alkohol.

Neben Sandra Schmitz
sorgte DJ Joey Porner mit Pop-Songs von den Rubettes bis Rammstein
für einem musikalischen Soundteppich. Im Mittelpunkt standen aber
„Sugar Baby Love“ von den Rubettes und „Vincent“ von Don
McLean, die für Paula eine große Bedeutung hatten.

„Die Frau, die
gegen Türen rannte“ wird noch am 18. und 19. Oktober sowie am 29.
November im Theater Fletch Bizzel gezeigt. Nähere Informationen
unter www.fletch-bizzel.de