Der BBK Ruhrgebiet zeigt bis zum 18. Oktober 2020 die Ausstellung „Draußen“. Natürlich – anders als es der Titel vermuten lässt – in der Halle der BIG Gallery. 29 Künstlerinnen und Künstler präsentieren Arbeiten in unterschiedlichen Formaten zu einem Thema, dass durch die Corona-Pandemie eine ganz spezielle Bedeutung gewonnen hat. Denn durch den zeitweiligen Lockdown wurde das „Draußen“ plötzlich zu einem fernen Ort.
Draußen und drinnen sind Gegensätze. Draußen kann zu einem Sehnsuchtsort werden, wenn man drinnen eingesperrt wird. In den Arbeiten wird oft der Wunsch nach dem „draußen“ künstlerisch beschrieben. Sehr deutlich wird es in Ankica Karacic Triptychon „endlich draußen“. In den drei Bildern wird die Sehnsucht nach Bewegungsfreiheit sehr gut sichtbar. Ansonsten zeigen Arbeiten wie „Boote 4“ und „Boote 2“ von Elisabeth Borsterhaus oder „This is the sea“ von Sonja Heller schon im Titel den Wunsch nach dem Draußen am Meer.
Sehr ironisch hat Irene Schramm-Biermann ihre Arbeiten „Die Lösung liegt draußen“, einige geometrische Formen integriert, deren wichtige Punkte eben außerhalb einer markierten Fläche liegen. Den gastronomischen Standardsatz „Draußen nur Kännchen“ hat sich Barbara Giesbert künstlerisch aufgegriffen und umgesetzt.
Wer kennt den Spruch nicht „Draußen nur Kännchen“, hier künstlerisch umgesetzt von Barbara Giesbert.
Eine andere Lesart des Mottos „Draußen“ ist der Bezug auf ein gesellschaftliches drinnen und draußen, auf das Thema Ausgrenzung und den damit eng verbundenen Themen Isolation, Vereinsamung, Angst oder Chancenlosigkeit.
Insgesamt zeigt die Ausstellung eine breite Palette an unterschiedlichen Materialien und Sichtweisen der beteiligten Künstlerinnen und Künstler.
Corona hat die Öffnungszeiten der BIG Gallery geändert: freitags und samstags 10 – 19 Uhr sonntags 14 – 17h, sonntags ist ein Künstler anwesend
Ausstellungs-Neustart im kunstbetrieb
Nach dem Corona-Lockdown wagt auch die bildende Kunst die ersten Schritte zurück an die Öffentlichkeit. Ausstellungen sind wieder geöffnet, Besuche (wenn auch nur meist mit Mundschutz) sind wieder zugelassen und Künstlerinnen und Künstler zeigen wieder ihre Arbeiten.
Die Galerie „der kunstbetrieb“ präsentiert unter dem Titel „wenn hinter dir die Möwe stürzt und schreit“ bis zum 03. Oktober 2020 sechzehn Künstlerinnen und Künstler, die sich auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Motto auseinandergesetzt haben.
Der Ausstellungstitel, ein Zitat von Ingeborg Bachmann, weckt Erinnerungen an ein Draußen, wo Möwen sind und vielleicht das Meer in der Nähe ist. Alles, was in der Zeit des Lockdowns für die meisten unerreichbar war.
Ana Maria Avilés Toro, „Woman“, Acrylfarben auf Leinwand, 2020
So ist es nicht verwunderlich, dass die Möwe unter anderem in der Skulptur von Almut Rybarsch-Tarry vorkommt, beim Gemälde von Ana Maria Avilés Toro „Woman“ oder bei Sylvia Reußes Arbeit „Nr.2“.
Der Nasen-Mund-Schutz hat zwar als Kunstobjekt Karriere gemacht, wird aber in der Ausstellung kaum thematisiert. Nur Brigitte Felician Siebrecht zeigt ein „Portrait in Zeiten der Maske“ unter dem Titel „Mask_Traits“.
Insgesamt zeigt die Ausstellung sehr abwechslungsreiche Kunst, die deutlich macht, wie sehr Künstlerinnen und Künstler, aber auch Besucherinnen und Besucher, dieser künstlerischer Austausch gefehlt hat.
Mit dabei sind: Anne Jannick, Almut Rybarsch Tarry, Susanne Grytzka, Angela Jansen, Udo Unkel, Anne Töllner, Paola Manzur, Sylvia Reuße, Anke Droste, Klaus Pfeiffer, Yi An Chien, Mathes Schweinberger, Ulla Zoller,Artur A.Wojtczak, Ana Maria Avilés Toro und Brigitte F. Siebrecht.
Wenn Künstler Eltern werden
Mit einem Kind verändert sich alles, auch für Künstlerinnen und Künstler. Konnte man/frau sich zu 100 Prozent auf die Kunst konzentrieren, gibt es jetzt einen kleinen Menschen, die Aufmerksamkeit fordert. Und jetzt? Ist die Kunstkarriere vorbei, wird das Kind in die künstlerische Arbeit integriert oder sieht man/frau sich sogar als Künstlerfamilie?
In der Ausstellung „Künstlereltern – von und über“ zeigt das Künstlerhaus Dortmund vom 05. September bis zum 11. Oktober 2020 Positionen von insgesamt achtzehn Künstlerinnen und Künstlern, die sich auf unterschiedlichste Art und Weise mit dem Phänomen Elternschaft auseinandergesetzt haben. Kuratiert wurde die Ausstellung von Cornelius Grau und Willeke van Ravenhorst. Am 27.09. und 11.10. 2020 gibt es jeweils um 17 Uhr eine Kuratorenführung.
Das eigene Kind als Motiv zu nehmen, ist sicherlich nicht ungewöhnlich. Sibylle Feucht hat ihre Tochter als riesiges Portrait aus Kunststoffperlen an die Wand des Künstlerhauses gesetzt. Diese Steckperlen schaffen durch ihre besondere Materialität einen Eindruck eines riesigen grob gerasterten Fotos. Doch Feucht ist in ihrer künstlerischen Arbeit nicht auf ihre Tochter fixiert, ihr anderes Werk im Künstlerhaus zeigt ein Auto nach einem Unfall.
Eine Angst, die vermutlich vornehmlich Künstlerinnen befällt, ist die Angst um den künstlerischen Absturz nach der Geburt. Frauen haben es in der Kunstwelt sowieso schwerer und wer nicht mehr in das Klischee „jung und aufstrebend“ fällt, hat scheinbar verloren. Nina Heinzel hat sich in ihren ausgestellten Arbeiten einen fiktiven Karriereplan erarbeitet und zeigt ebenso fiktive Ausstellungsplakate.
Aktuell zu sehen im Künstlerhaus Dortmund: Christine Kriegerowski vor ihrer Arbeit „Sandkasten“.
Mit einem Kind ändert sich auch der Blickwinkel und in den Arbeiten ist auch ein anderer Umgang mit Spielsachen oder Farben zu sehen. So zeigt Christine Kriegerowski ihre Installation „Sandkasten“ von 2001. Dieser Sandkasten ist gefüllt mit unzähligen Gugelhupf-Sandkuchen. Buddeln im Sand ist das, was ja die meisten Eltern bei ihren Kindern erleben.
Inspiriert von seinem Kind dürfte auch die Videoarbeit von Eugen Schilke sein. Hier hat er die Stühle in seinem Atelier in engen Reihen aneinander gestellt und kriecht unten durch. So wie es Kinder gerne machen.
Die Arbeit von Charline Zongos erobert sich spielerisch und farbenfroh den Raum. Die dreidimensionale Malerei ermöglicht es dem Betrachter, die Installation von verschiedenen Seiten zu erleben.
Wenn man Eltern wird, bleibt die Sorge um das Kind nicht aus. Hannah Goldsteins Arbeiten stellen quasi dem Betrachter die Frage: Wo ist mein Kind? Auf den Fotos ist eine Person mit opaker Ölfarbe ausgemalt und wird somit unkenntlich.
Für David Mannstein und Maria Vill bedeutet Elternschaft im Prinzip die Erweiterung des Künstlerpaars zu einer Künstlerfamilie oder einem Familienprojekt. Die Kinder wurden bei ihnen zu Ideenstiftern, Technikberatern, Fotomodell und sogar eigenen Künstlern.
Beeindruckend ist auch die Arbeit von Minka Strickstock mit dem Titel „Dreifaltigkeit“. Hier zeigt sie auf drei PVC-Folien eine durchschnittliche Frauenbiografie, wobei die fruchtbaren Tage mit einem Aktenlocher ausgestanzt wurden. Damit ergibt sich ein Gesamtbild über Zyklen und Fruchtbarkeit im Leben einer Frau.
Darüber hinaus gibt es weitere Arbeiten von Vanessa Gageos, Sandra Krause Gomzes, Christoph Medicus, Svenja Maaß, Birte Svea Metzdorf, Sophia New und Ruby Belasco New, Lisa Weber und Markus Walenzyk.
Die Öffnungszeiten des Künstlerhauses sind Donnerstag bis Sonntags von 16 bis 19 Uhr. Bitte beachten Sie: Es dürfen nur bis maximal 20 Personen gleichzeitig ins Haus, Mund-Nasenschutz ist Pflicht und der Abstand von 1,50 Meter zu anderen Besuchern ist einzuhalten.
Sonderausstellung in der Steinwache Dortmund beleuchtet Mitläufertum und Widerstand
Passend zum Antikriegstag am 01.09.2020 eröffnete die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache in Dortmund eine Sonderausstellung unter dem Titel „Einige waren Nachbarn“. Es geht dabei um Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand in der Zeit des Nazianalsozialismus.
Grundlage ist ein dazu entwickeltes Konzept des „United States Holocaust Memorial Museums“ aus Washington (USA). Bis zum 31. Oktober untersucht die Ausstellung dieses Museums die Rolle der „gewöhnlichen Menschen“ im Holocaust. Beleuchtet werden die Vielzahl ihrer Motive und Handlungspositionen. Hinterfragt werden in Fotos und Erzählungen die Vielzahl von Motiven und individuellen Handlungsoptionen.
Ein oft gehörte Argument zu Kriegsende war, dass man nur ein kleines Rädchen im Getriebe gewesen sei und sich konnte sich nicht gegen die Staatsgewalt im Nazi-Reich wehren konnte. Das widerlegen die Beispiele derjenigen, die einfach nicht anders konnten, als human und empathisch zu handeln. Denn es gab auch Menschen in Deutschland, die (manchmal mit nur kleinen Gesten) ihren Teil von Widerstand leisteten und ihre Mitmenschen nicht verrieten. Auch in außergewöhnlichen Zeiten gibt es Alternativen zu Kollaboration und Täterschaft.
In Kooperation mit der Gedenkstätte Villa ten Hompel (Münster) wurde die Ausstellung mit dem „United States Holocaust Memorial Museum“ für das deutsche Publikum übersetzt.
Präsentierten die Ausstellung: (v.l.n.r.) Thomas Köhler (pädagogisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte „Villa ten Hompel“) und der Leiter der Steinwache Markus Günnewig.
Der pädagogisch-wissenschaftliche Mitarbeiter der Gedenkstätte „Villa ten Hompel“, Thomas Köhler erklärte im Gespräch, das diese Sonderausstellung schon im Deutschen Bundestag und 2020 (27. Januar 2020) in Münster gezeigt wurde. Sie wird nach und nach bis 2023 in allen Bundesländern zu sehen sein.
Spezielle informative Seminare für Schüler, Studenten sowie n der Bundeswehr oder Polizei sind zusätzlich im Angebot. Die Ausstellung „Einige waren Nachbarn“ führt deutlich vor Augen, wie wichtig Zivilcourage, Achtsamkeit und individuelle Verantwortung.
Öffnungszeiten in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, Steinstraße 50, 44147 Dortmund: Dienstags bis sonntags zwischen 10:00 und 17:00 Uhr.
Der Eintritt ist frei. Derzeit dürfen maximal 20 Besucher*innen gleichzeitig in das Gebäude, es besteht Maskenpflicht.
Ein Auftakt mit kleinen Schritten
Am Dienstag, dem 01. September 2020 war es soweit: Das Theater Dortmund spielte wieder live. Die Philharmoniker, die Oper und das Ballett präsentierten vor Publikum Musik und Tanz. Gewöhnen muss man sich daran, dass 286 Besucher „ausverkauft“ bedeutet.
Maskenpflicht im Foyer und reichlich Abstand im Saal. Das Theater Dortmund hatte ihr Sicherheitskonzept perfekt umgesetzt. Es war sicherlich ungewöhnlich, so viel Platz zwischen den einzelnen Zuschauern zu erleben, aber es kam am Dienstag schon ein wenig Stimmung auf.
Dafür sorgten die Akteure und die Verantwortlichen. Der geschäftsführende Direktor Tobias Ehinger zeigte seine Erleichterung über den Start ebenso wie Ballettdirektor Xin Peng Wang, Opernintendant Heribert Germeshausen und Generalmusikdirektor Gabriel Feltz.
Doch das Wichtigste an der Eröffnungsgala waren die SängerInnen, MusikerInnen und TänzerInnen. Zu hören waren Ausschnitte aus kommenden Produktionen wie Mozarts „Entführung aus dem Serail“ mit der neuen Sopranistin Sooyeon Lee, oder einfach nur schöne Musik und Choreografien. Vor allem für Xin Peng Wang und sein Ballett werden die Abstandsregeln zu einer neuen Herausforderung, ebenso wie für die Philharmoniker, die nicht mehr mit „voller Kapelle“ agieren dürfen. So muss das Spielzeit-Programm den Gegebenheiten angepasst werden.
Das Beruhigendste ist aber: Das Theater Dortmund tut alles in seiner Macht stehende, damit die Zuschauer einen sicheren Abend genießen können. Damit kann sich der Vorhang für die kommende Spielzeit wieder öffnen.
Wer Lust hat, die Eröffnungsgala zu erleben, kann sie am 05. September um 16 Uhr und um 20 Uhr genießen.
Eva Witter-Mante: Die Wunderwelt
Die Galerie Torhaus Rombergpark zeigt bis zum 13. September die Ausstellung „Mirabilis Mundi“ (Wunderwelt) von Eva Witter-Mante. Die Künstlerin kommt aus dem Bereich Bildhauerei und, das ist an den Objekten und Skulpturen gut zu erkennen. Das besondere an den Arbeiten von Witter-Mante ist das Material: Sie benutzt Kabelbinder.
Witter-Mante schafft mit ihren Objekten und Skulpturen etwas Ungewöhnliches. Das eigentlich unorganische Material kabelbinder verwandelt sich bei ihr in ein organisches Kunstwerk. So werden Kabelbinder zu stacheligen Lebensformen, aber auch zu labilen, spielerischen Modulen.
Eva Witter-Mante mit einer ihrer Arbeiten „Linienpoesie“. Zu sehen in der Galerie Torhaus Rombergpark.
Bemerkenswert ist die Arbeit „Schöner Wohnen“, hier sind sechs Plexiglas Häuser zu sehen, aus denen weiße Kabelbinder wie Igelstacheln ragen. Auffallend ist die Gleichförmigkeit der Häuser. Die Stacheln lassen eine gewisse Wehrhaftigkeit erkennen, ein deutliches „Du kommst hier nicht rein“.
Kabelbinder gibt es nicht nur in Weiß oder Schwarz. Das macht sich die Künstlerin im Werk „Evolotion“ zu nutze. Hier lässt sie das Grün des Romberparks und das Blau des Wassers ins Torhaus, woraus sich kleine Urtierchen bilden.
Die Idee sich mit Kabelbinder zu beschäftigen, entwickelte sich für Witter-Mante mit der Zeit. „Zunächst war es eine kleine Herausforderung. Ich dachte mir, es sieht spannend aus, mach etwas daraus.“
Es gibt auch wieder die Möglichkeit, sich die Ausstellung virtuell anzuschauen. Die Internetadresse lautet: www.virtuellegalerie-dortmund.de
Neustart in Corona-Zeiten für das Schauspiel Dortmund
Am Freitag, dem 21.08.2020 lud Schauspiel unter der neuen Intendanz von Julia Wissert zur vom Mai 2020 wegen Corona verschobenen Pressekonferenz zum Neustart im Schauspiel Dortmund ein.
Schon da wurde klar, „Safety first“ war das erste Gebot. Die anwesende Presse wurde vor dem Schauspielhaus abgeholt und nach gründlicher Desinfektion der Hände und mit Mund-Nasenschutz vom Foyer auf die Hinterbühne geführt.
Auf bequeme, im Kreis aufgestellte Sitzecken mit viel Möglichkeit zum notwendigen Abstand, saßen neben der neuen Intendantin ihre Stellvertreterin und Chefdramaturgin Sabine Resch sowie das sechsköpfige Dramaturgen-Team, um zunächst einmal das geplante Programm vom 24.09.2020 bis zum 31.10.2020 vorzustellen. Wie Julia Wissert betonte, wurde alles versucht, um ein möglichst interessantes und spannendes Programm anzubieten.
Die Hinterbühne (Schauspiel on stage) wird dabei ein wichtiger Ort für die Begegnung von Publikum und Theaterschaffenden sein. Hier können die Abstandregeln eingehalten und den Anwesenden ein möglichst großes Sicherheitsgefühl vermittelt werden. Es werden jeweils nur bis 50 Personen teilnehmen können.
Am Donnerstag, den 24.09.2020 wird sich das gesamte neue Ensemble mit „7 x 1“ vorstellen und zeigen, wer sie sind und was sie wollen oder mögen. Neben dem Sprechchor sind Marlena Keil und Ekkehard Freye noch vom alten Ensemble mit dabei.
Es gibt drei Vorstellungen um 18:00/20:00/22.00 Uhr um mehreren Menschen die Teilnahme zu ermöglichen.
Die Eröffnungspremiere von Julia Wissert am 25.09.20 unter dem Motto „2170 – Was wird die Stadt gewesen sein, in der wir leben werden?“ stellt Dortmund – seine Geschichte und Zukunft – ins Zentrum. Welche Spuren der Geschichte liegen unter dem Pflaster und welche Erinnerungen nehmen wir mit in die Zukunft? Fünf Autor*innen nehmen uns auf eine Zeitreise an spezielle Orte. Die Reise geht bis zur Nordstadt und endet an der Alten Synagoge (Opernplatz) mit Erinnerungen an die Zerstörung der Synagoge am Hiltropwall mit einer Mischung aus Texten, Hörspiel, Performance und Installation. Es ist ein Schritt in die von der Intendanz gewünschte Anbindung an die Stadtgesellschaft.
Treffpunkt: Immer 19:30 Uhr am Schauspielhaus. Weitere Termine : 29.09. – 03.10.2020
Matinee am 04.10.20 (Sonntag um 11.00 Uhr) : Gepräch mit Julia Wissert und den Autor+innen.
Als Premiere am Mittwoch, 07.10.20 um 19:30 Uhr , findet unter dem Motto „Lust for life“ ein musikalischer Abend mit Selen Kara und Torsten Kindermann unter dem Titel „Schauspielhaus on stage“ statt. Mit dabei: Linda Elsner, Ekehard Freye, Raphael Westermeier. Eine bunter Mischung aus Rock und Pop aus den letzten Jahrzehnten.
Die Lebenslust in dieser Zeit fördern möchte auch Kaloe Sansaa mit ihrem Konzert „Paradise not lost“ im Rahmen der Reihe Futur III am Freitag, den 09.10.20 ab 20:00 (Schauspielhaus on stage9.
Unter dem Titel „Fighting Depression“- so heißt eine neue vierteilige Hörspielserie der Studierendentheatergruppe am Schauspiel Dortmund. Sie verarbeiten darin ihrer Erfahrungen in der Corona-Zeit mit Online-Seminaren und Einsamkeit. Spezielle Beratung gibt es dabei vom Psychologen „Dr. Brunner“ alias Ekkehard Freye.
Premiere ist am 16.10.2020 im Schauspielhaus um 19:30 Uhr im Rahmen der Reihe „Coroniken“. Im Rahmen der Theatervermittlung können die „Coroniken“ danach auch von Schulen gebucht werden.
Am Freitag, den 23.10.2020 findet ab 20:00 Uhr in der Tiefgarage am Opernplatz eine spannende „Ballroom: Garagen Xtravaganza“ zusammen mit der Crew von „Because the Night belongs to Lovers“ statt. Es wird eine queere, inklusive Party- und Gesprächsreihe (zwischen Ballroom, Tanzkurs, Filmabend und Diskussion). Tickets erhältlich für ein Auto mit vier Personen oder Stehplätzen.
Mit der Reihe Faust-Test-Spiele mit Faust-Fragmenten aus den Sparten Oper, KJT und Schauspiel am 24.10.2020 (19:30 Uhr (Schauspiel on stage) soll nicht nur mit Musik und Texten durch das Faust-Universum geführt werden, sondern gerne auch mit dem Publikum ins Gespräch kommen.
Am 25.10.2020 lädt das Schauspiel um 11.00 Uhr (Schauspiel on stage) zu einer morgendliche Hexenbeschwörung (gerne eigene Texte mitbringen) ein.
Am 31.10.2020 folgt um 19:30 Uhr im Schauspielhaus die Premiere von Faust I nach Johann Wolfgang von Goethe in der Regie von Mizgin Bilmen. Ein feministischer Zugang zu dem literarischen Stoff mit Musik und Video-Unterstützung (Tobisa Hoeft).
Ab dem 26.09.2020 startet der Ticket-Verkauf nicht nur für das Schauspiel, sondern auch für das Kinder- und Jugendtheater. KJT: 11.09.2020: „Viele Grüße ,Deine Giraffe“ (ab 4 J.) , 18.09.2020: „Miss You“ (ab 10J.) und 01.10.2020: „All das Schöne“ (ab 14 J.)
Karten gibt es an der Vorverkaufskasse im Kundencenter am Platz der Alten Synagoge, unter 0231/50-27222 und www.theaterdo.de .
Zeichnen in Zeiten von Corona
Seit dem 01. März 2020 präsentiert das Hoesch-Museum die Ausstellung „LIVE UND IN FARBE. Urban Sketchers zeichnen Dortmunder Industriekultur“. Das war kurz bevor Corona das Leben lahmlegte. Ab dem 26. Juli geht die Ausstellung mit einer Ergänzung weiter. Die 16 Zeichnerinnen und Zeichner präsentieren ihre Werke, die sie während des Lockdowns gemacht haben. Denn „Zeichnen geht immer“, so das Motto der Zusatzarbeiten.
Urban Sketching ist eine Bewegung, die 2007 in Seattle gegründet wurde. Mittlerweile gibt es verschiedene regionale Gemeinschaften, natürlich auch seit 2016 in Dortmund. Es können Menschen mit unterschiedlichsten zeichnerischen Fähigkeiten mitmachen. Es entsteht eine Art visueller Journalismus, der oft tagebuchartig in Skizzenbücher festgehalten wird. „Die Zeichnungen orientieren sich an der Realität“, erklärt Birgit Encke von den Dortmunder Urban Sketchers. Häufig gibt es auch sogenannte „Challenges“, eine Art Aufgabe, bei dem ein Thema vorgegeben wird.
Während der heißen Phase des Lockdown konnten die wöchentlichen Treffen der Gruppe nicht wie gewohnt im realen Leben stattfinden, sondern verlagerte sich in den virtuellen Raum. Doch auch in dieser Zeit wurde gemeinsame Aufgaben bearbeitet wie „Blick aus dem Fenster“ oder Selbstportrait mit Maske“.
Typisches Bild zu Corona-Zeiten: Menschen, die mit Masken und Einkaufswagen vor einem Supermarkt stehen. Gezeichnet von Birgit Encke.
Die „Corona Bilder“ zeigen sehr unterschiedliche Arbeiten. Teilweise sind sie von Comic oder Cartoons inspiriert, manche Bilder sind sehr detailliert, manche zeigen gröbere Umrisse. Einen Seitenhieb auf die Klopapierknappheit darf natürlich auch nicht fehlen. Alle Zeichnungen sind aber aus einer sehr persönlichen Sichtweise entstanden.
Die Ergänzung der Sonderausstellung besteht aus Reproduktionen, da die Originale in den Skizzenbüchern wegen den räumlichen Gegebenheiten nicht gezeigt werden können. Signierte Exemplare der Reproduktionen können käuflich erworben werden.
Wer Lust am Zeichnen hat, kann sich der Urban Sketching Gruppe anschließen. Sie trifft sich jeden Donnerstag um 18 Uhr im Museum für Kunst und Kulturgeschichte. Wer noch keine große Erfahrung mit dem Zeichnen, braucht sich keine Sorgen zu machen. „Hier hilft man sich gegenseitig“ erklärt Guido Wessel von den Urban Sketchers Dortmund.
250 Jahre Lokaljournalismus in Dortmund
Die aktuelle Ausgabe der „Heimat Dortmund“ beschäftigt sich mit dem Lokaljournalismus in dieser Stadt von 1769 bis heute. Der Lokaljournalismus begann holperig, hatte eine starke Phase und befindet sich momentan in einer Krise.
Im Jahre 1769 begann es. An diesem Datum erschien zum ersten mal eine gedruckte Zeitung in Dortmund. Die „Dortmundischen Vermischten Zeitungen“ wurden herausgegeben vom Stadtdrucker Gottschalk Diedrich Baedecker. Moment, Baedecker kommt dem einen oder anderen bekannt vor. Richtig, das war der Großvater des berühmten Karl Baedecker, der die Reisebücher herausgab.
Warum erst so spät? Dortmund war nach dem 30-jährigen Krieg zu einem kleinen Ackerbürgerstädtchen herabgesunken mit rund 8.800 Einwohnern. Da gab es keinen großen Bedarf für Zeitungen.
Präsentierten die neue Ausgabe von „Heimat Dortmund“ (v.l.n.r.) Autorin Astrid Blome (Institut für Zeitungsforschung), Dr. Stefan Mühlhofer (Geschäftsführender Direktor der Kulturbetriebe Dortmund) und Adolf Miksch, der Vorsitzender des Historischen Vereins für Dortmund und die Grafschaft Mark e.V..
Das Ende des 19. Jahrhunderts und der Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Hochzeiten der Lokalpresse. Durch die Industrialisierung wuchs Dortmund sehr stark und das Offsetdruckverfahren machte Zeitungen für die Masse erschwinglich. Vor allem der „General-Anzeiger“ war eine der auflagenstärksten Zeitungen in ganz Deutschland. Die Presse war in dieser Zeit noch weltanschaulich und parteipolitisch stark getrennt, so dass jeder nach seiner politischen Meinung die entsprechende Zeitung lesen konnte. Das änderte sich mit der Machtergreifung der Nazis.
Doch wie sieht es heute aus? Drei Artikel beschäftigen sich mit der Frage, wie der Lokaljournalismus im 21. Jahrhundert weiterentwickelt werden kann. Sind staatliche Stiftungen die Lösung oder übernehmen Blogs wie die Nordstadtblogger oder auch in bescheideneren Rahmen ars temonia die Funktion? Und da sind wie wieder am Anfang im Jahre 1769. Baedecker und später Arnold Mallinckrodt (Westfälischer Anzeiger) aus Eigeninitiative Zeitungen herausgebracht. Als Baedecker starb, starb auch seine Zeitung und Mallinckrodt hatte irgendwann die Kämpfe mit der Zensur satt. Auch viele Blogs, die lokaljournalistisch unterwegs sind, leben durch die Eigeninitiative ihrer Macher. Es bleibt zu hoffen, dass es für manche ein Zukunftskonzept gibt.
Das Heft ist übrigens das letzte, das im Klartextverlag erscheint, die kommenden Hefte erscheinen im Aschendorff-Verlag. Der Preis für diese Ausgabe beträgt 5 €.
Museum Ostwall erwirbt die „Liegende“ von Max Beckmann
Das Museum Ostwall (MO) im Dortmunder U freut sich über den Ankauf der Zeichenstudie „Liegende“ von Max Beckmann (1884 – 1950) für ihren Fundus der Grafik-Sammlung.
Der herausragende und eigenwillige Künstler hatte das ebenfalls im Museum zu bewundernde Gemälde „Afternoon“ noch während seiner Amsterdam Exilzeit 1946 geschaffen.
Nun ist auch die vorausgegangene Formstudie die „Liegende“ für die nächsten Monate zusammen mit dem Gemälde auf der Ebene 5 (Dortmunder U) zu sehen.
Regina Selter (stellvertretende Direktorin des Museum Ostwalls) und Stefan Mühlhofer (Geschäftsführender Direktor der Kulturbetriebe) vor der Zeichnung und dem Bild der „Liegenden“ von Max Beckmann.
Wie die stellvertretende Direktorin des MO, Regina Selter, beim Pressegespräch verriet, bieten sich durch die Zeichenstudie (Bleistift und Kohleradierung) nicht nur Einblicke in den formalen Entstehungsprozesses, sondern es eröffnen sich den Betrachtern immer neue Ebenen und Aspekte. Das spannende Forschen nach dem bildnerischen Entstehungsprozess erweitert den Blickwinkel und das Verständnis für den historischen Hintergrund.
Ein im Bild angedeuteter Vorhang eröffnet einen Blick auf eine verstörend wirkende übergriffige Situation. Ein frivol gekleidetes junges Mädchen wird von einer dunklen zwitterartigen Gestalt sexuell bedrängt. Ambivalent ist der Gegensatz von erotischer Verlockung (symbolhaft durch eine farbenfrohe Pflanze in Form einer weiblichen Vulva) und der Brutalität des Übergriffs.
Der größte Gegensatz zeigt das Entsetzen und die Angst in den Augen der Frau einerseits, und deren erotisch-leichter Bekleidung.
Es spielen nicht allein Fantasien (etwa eines alternden Künstlers) mit hinein, sondern sicherlich auch die grausamen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieges.
Im Zuge der aktuell „MeToo“ Debatte werden viele Menschen das Werk mit einem besonderen Blick betrachten.