Offene Nordstadtateliers 2021 – ein zweitägiger Spaziergang zu Kunst in der Nordstadt

Am 04. und 05. September 2021 fanden wieder die Offenen Nordstadtateliers in Dortmund statt. Die Veranstaltung, die alle zwei Jahre über die Bühne geht, war coronabedingt etwas geschrumpft, sodass nur ein kleiner Teil der Künstlerinnen und Künstler mitmachte. Sicherlich haben einige auch wegen der geforderten Hygienebestimmungen dieses Jahr nicht mitgemacht. Dennoch boten die Offenen Nordstadtateliers einen schönen Einblick in die Ateliers und Werkstätten der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler.

Meine Tour am Samstag begann außerhalb der Nordstadt, denn Marika Bergmann hatte ihr Atelier an der Rheinischen Straße, also im Unionsviertel, geöffnet. Doch geöffnet ist der falsche Begriff, denn ich konnte einen Blick auf die Kunst nur durch die Fenster erhaschen. Ob diese Aktion wegen Corona so durchgeführt wurde oder ob die Künstlerin ihr Atelier später öffnete, bleibt leider offen.

An zwei Tagen öffneten Künstlerinnen und Künstler ihre Türen bei den Offenen Nordstadtateliers.
An zwei Tagen öffneten Künstlerinnen und Künstler ihre Türen bei den Offenen Nordstadtateliers.

Denn weiter ging es ins Künstlerhaus am Sunderweg. Dort ist die Ausstellung „science-ex“ zu sehen, die bis zum 10. Oktober 2021 läuft. Insgesamt zehn Künstlerinnen und Künstler blicken zurück auf die Sciencefiction Geschichten des 20. Jahrhunderts. Darüber hinaus hatten die dort arbeitenden Künstlerinnen und Künstler ihre Ateliers geöffnet und luden zu einem Gespräch mit den Besuchenden ein.

Danach stattete ich der Galerie „der kunstbetrieb“ einen Besuch ab. Präsentiert wurde die Ausstellung „Grauzone“, an der sich die bekannten Künstlerinnen und Künstler der Galerie wie Klaus Pfeiffer, Mathes Schweinberger, Sylvia Reusse, Udo Unkel oder Anke Droste beteiligten. Schweinberger zeigte seine beeindruckenden Zeichnungen aus der Nordstadt, Udo Unkel seine filigranen Stahlfiguren und Sylvia Reusse malte unter dem Titel „Grauzone A1“ eine Person in einer Burka, die natürlich in die aktuelle Berichterstattung zu Afghanistan passt.

Wenige Straßen weiter hatte Hendrik Müller das „Müllers Kabinett“ geöffnet. Seine neue Serie dreht sich um ein ernstes Thema: Plastik. Dazu hat er einen „Plastikmensch“ in verschiedene – von Menschen veränderte – Landschaften gestellt. Die schwarze Figur steht stellvertretend für unseren Gebrauch von Plastik, das nichts weiter als ein Synonym für Öl ist, denn Plastik wird schließlich aus Öl hergestellt. Die Figur auf seinen Bildern sieht ein wenig aus wie ein ölverschmiertes Tier, aber auch Sciencefiction Assoziationen kommen auf. Müller hat bereits 10 Bilder gemacht, es werden sicher noch welche folgen.

Der nächste Besuch führte mich in die Westerbleichstraße. Dort befinden sich die Ateliers W53 und W55. In W53 zeigte Ute Brüggemann ihre Zeichnungen und Malerei. Von Tierbilder bis hin zu Industrieansichten sind ihre Motive sehr vielfältig. Beeindruckend sind ihre Bilder, die von alten schwarz-weißen Familienfotos inspiriert sind und mit Farbe den Geist der alten Bauerngesellschaft atmen. Ingrid Schmechel präsentiert dreidimensionale Objekte, die aus Kinderspielzeug entstanden sind. Die einzelnen Elemente wie beispielsweise Tipp-Kick-Tore werden zu komplexen Strukturen zusammengesetzt. Andere Arbeiten von ihr kombinieren alte Postkarten mit kleinen Plastiksoldaten, die somit eine neue Aussage bekommen.

Im Nebenhaus W55 hatte Christina Kreymborg ihr Atelier geöffnet. Sie benutzt für ihre Werke unterschiedliche Materialien und bringt alte Sachen in neue Zusammenhänge. So entstehen neue plastische Bilder, die auf alten Gemälden aufbauen. Nebenan hat Andrea Fortmann ihr Atelier. Die studierte Grafikdesignerin fing mit Zeichnungen an und konnte sich zunächst nicht vorstellen, mit Farbe zu arbeiten. Doch mit der Zeit wurden ihre Arbeiten abstrakter, zunächst fein flächiger, ihre neuesten Arbeiten sind Dank den vielen Linien viel lebendiger geworden. Für ihre Bilder vergibt sie keine Titel, denn die Bilder müsse auf die Menschen wirken, findet die Künstlerin.

Die Kunstdomäne in der Schillerstraße hatte natürlich auch für die Besucherinnen und Besucher geöffnet, die dort vertretenden Künstlerinnen und Künstler Karina Cooper, Anette Göke, Sylvia Jäger, Sandra Lamzatis, Franz Ott und Rita-Maria Schwalgin öffneten ihre Ateliers.

Der letzte Weg am Samstag führte mich ins depot. Hier hatten Monika Ihl und Suse Solbach ihre Türen für die Öffentlichkeit geöffnet. Monika Ihl arbeitet vor allem mit Glas, aber auch mit anderen Materialien wie Holz. Sie interessiert sich sehr für Strukturen und Oberflächen und arbeitet sehr konzeptionell. In der Serie „Verknüpfungen“ werden verschiedene Materialien wie Holz und Glas zu einem neuen Objekt verbunden. Suse Solbach sammelt Naturobjekte wie Zweige oder Äste, die sie mit Wachs überzieht und danach Farbe aufträgt. Die Farbe produziert sie weiter, indem sie Pinselwasser für neue Farbe benutzt. Darüber hinaus erstellt sie kleine Kisten, in denen sie ihre Kunst zum Entdecken packt.

Am nächsten Tag ging es um 11 Uhr pünktlich los zum Beginenhof Dortmund. Hier hatte Kersten Versteylen seine Arbeiten ausgelegt. Der Künstler arbeitet mit digitalen Fotografien, die er weiter bearbeitet. Manchmal bleiben sie relativ original, manchmal werden sie stärker bearbeitet. Seine Motive stammen vorwiegend aus Dortmund und reichen von Pflanzen bis hin zu Details aus Industrieanlagen. Zudem zeigte Versteylen auch seine Videoarbeiten.

Ein weiterer künstlerischer Schwerpunkt liegt in der Lortzingstraße 26 und 28. Dietrich Lacker macht aus alten Metallgegenständen neue Kunstwerke. Sein Atelier „Durchs blaue Tor“ ist voll von „menschlichen“ Figuren aus Zangen und anderen Werkzeugen. Draußen stehen Kunstwerke aus einer alten Brötchenmaschine oder beispielsweise eine Kobra aus einem Schusterwerkzeug. Für Lacker ist es wichtig, dass ich so wenig wie möglich an den Teilen verändern muss“.

Das Atelier nebenan an der Lortzingstraße 26 beherbergt zwei (eigentlich drei) Künstler. Stefan Mischke und David Mellin. Mellin hat das Klein- und Mittelformat für sich entdeckt. Seine Bilder im Format von 25 × 21 cm stehen im Verhältnis 6:5. Er malt auf Holztafeln und versucht der traditionellen Tafelmalerei eine virtuelle Ästhetik zu geben. Auch er stellt seine Farben selbst her und ist fasziniert von dem Material Farbe. Stefan Mischke hingegen ist für die großen Bilder zuständig. „Das hat mit dem Raum zu tun“, so der Künstler. Seine Bilder zeichnen sich dadurch aus, dass sie von der Anzahl der Farben beschränkt sind. „Es dürfen nicht zu viele Farben sein“, erklärt er.

Um die Ecke befindet sich das Atelier 1, leider waren die beiden Künstler Darkko Lingo und Hakan Poyraz nicht da, aber ich durfte trotzdem einen kurzen Blick hineinwerfen. Poyraz arbeitet mit Acrylglas, das er wohl mit Schablonen beklebt und dann besprüht, sodass filigrane Strukturen entstehen. Die großformatigen Bilder von Lingo zeigen einen ungegenständlichen Hintergrund, auf dem Figuren plastisch daraufgesetzt wurden.

Das Nordstadtatelier an der Bornstraße hatte eine ungewöhnliche Idee. Dort hatten die Bewohnerinnen und Bewohner der Nordstadt vorher die Möglichkeit, Postkarten auszufüllen und auf Fragen zu antworten wie „Was ist typisch Nordstadt“ oder „Wie stellst du dir die Nordstadt in der Zukunft vor“. Die Besucherinnen und Besucher konnten nur von außen auf die Antworten schauen.

In der Oesterholzstraße 68 befindet sich das Büro Praktik. Dort hat sich das Künstlerpaar Leonie Ioannidis und Alexander Wertkind niedergelassen. Wertkind arbeitet mit der Konservierung von Objekten. Nach der Erstellung einer Gussform erschafft er aus Alabaster beliebig viele weitere, die wie das Original sehr detailreich sind. Darüber hinaus arbeitet er viel mit Pappe und erschafft mit diesem Material Fotoapparate oder Musikinstrumente.

Ioannidis hingegen arbeitet digital und erschafft mittels Apps ihre Werke. Sie versucht, die Methoden der klassischen Malerei mithilfe der digitalen Möglichkeiten nachzuempfinden.

Sabitha Saul hat sich dem vielschichtigen Thema „Freiheit“ gewidmet. Sie hat dabei überwiegend Geflüchtete in der Nordstadt fotografiert und sie zu einem Statement zum Thema „Freiheit“ gebeten. Es ist nicht verwunderlich, dass jeder Mensch den Begriff der Freiheit anders definiert. Es mag irritierend klingen, doch für Geflüchtete kann Freiheit bedeuten „von der Polizei beschützt zu werden“, während Einheimische sich vielleicht von der Polizei in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlen.




Offene Nordstadt Ateliers 2021 – besonderer Einblick in die Kunstszene

Bei der Kunst- und Kulturveranstaltung Offene Nordstadt Ateliers 2021, am 04. und 05. September, öffnen wieder zahlreiche Ateliers und Galerien in der Dortmunder Nordstadt ihre Türen für kunstinteressierte Besucher:innen und präsentieren vielfältige Werke aus allen künstlerischen Bereichen.

Die Dichte an Kunstschaffenden, Ateliers und Galerien ist im nördlichen Stadtgebiet besonders hoch und kaum eine Veranstaltung zeigt so authentisch die Nordstadt mit ihrer breitgefächerten Kunstszene. Besucher:innen erhalten einen direkten Einblick in die Arbeit der Künstler:innen sowie eine einmalige Möglichkeit für Gespräche und Austausch. Besucher:innen können in kleine Ateliers hineinschauen oder größere Kulturhäuser erkunden und sich von der fantastischen künstlerischen Bandbreite überraschen lassen. Natürlich ist der Eintritt frei.

Zwei Tage den Künstlerinnen und Künstlern über die Schulter schauen: Offene Nordstadtateliers 2021
Zwei Tage den Künstlerinnen und Künstlern über die Schulter schauen: Offene Nordstadtateliers 2021

Ein weiteres Ziel dieser einmaligen Kulturveranstaltung ist der Abbau von Vorurteilen und Berührungsängsten mit der Nordstadt. Besucher:innen erkunden die Innenstadt-Nord ganz individuell auf ihrem Rundgang von Atelier zu Atelier und entdecken dabei auch den schönen Altbaubestand sowie viele malerische Hinterhöfe. Gebündelt an einem Wochenende gibt es die Werke zahlreicher Einzelkünstler:innen, Ateliergemeinschaften und Galerien mit Gemeinschaftsausstellungen zu erleben.

Kunstinteressierte finden auf der Webseite www.offenenordstadtateliers.de alle Informationen zur Veranstaltung sowie die ausführlichen Porträts der teilnehmenden Künstler:innen, Ateliergemeinschaften und Galerien. Mithilfe der informativen und übersichtlichen Online-Standortkarte können Besucher:innen schnell eine individuelle Route zu ihrer persönlichen „Lieblingskunst“ planen oder einfach losspazieren und sich überraschen lassen.

Die Kulturmeile Nordstadt e.V. möchte als Veranstalter die Kunst- und Kulturszene der Dortmunder Nordstadt in diesem Jahr erneut mit der besonderen Veranstaltung Offene Nordstadt Ateliers unterstützen. Denn der Zusammenhalt und die Sichtbarkeit sowie eine Wertschätzung der Kunst- und Kultur ist aktuell unerlässlich.

Es gilt die 3G-Regel (negativer Corona-Tests, der weniger als 48 Stunden alt ist oder vollständiger Impfschutz bzw. Nachweis einer Genesung).

Die Kunst- und Kulturveranstaltung Offene Nordstadt Ateliers 2021 wird unterstützt vom Kulturbüro der Stadt Dortmund, dem StadtbezirksMarketing Dortmund-Innenstadt-Nord, Betten Kalvelage und der Sparkasse Dortmund.

VERANSTALTUNGSTERMIN:

Sa, 04. September 2019, 15:00 – 20:00 Uhr

So, 05. September 2019, 11:00 – 18:00 Uhr

Edit: ars tremonia war an beiden Tagen unterwegs und hat einen kleinen Bericht dazu veröffentlicht: https://ars-tremonia.de/offene-nordstadtateliers-2021-ein-zweitaegiger-spaziergang-zu-kunst-in-der-nordstadt/




über.leben in den freien darstellenden Künsten

Das zweite Dortmunder Tanz- und Theaterfestival szene machen! bietet ein volles Programm mit Bühnenstücken, Performances, Showings, Workshops, Diskussionsformaten und einen kompletten Tag der dem Tanz gewidmet ist.

Bis zum 05. September 2021 findet das Festival szene machen! statt, das von dem Netzwerk dott – Dortmunder Tanz- und Theaterszene unter dem Leitmotiv über.leben veranstaltet wird. Mit dabei sind in diesem Jahr die Gruppen Trafique, DADADO, Sterna Pau, Kollektiv.nebenan, artscenico, I can be your translator, Sepidar Theater, Drangwerk, , vier.D, und Theater Glassbooth.

Am 03.09.2021 zeigt die Gruppe "Drangwerk" das Stück "Die wütende Frau" im Theater im Depot. (Foto: © Viola Sophie Schuldner)
Am 03.09.2021 zeigt die Gruppe „Drangwerk“ das Stück „Die wütende Frau“ im Theater im Depot. (Foto: © Viola Sophie Schuldner)

Neben Bühnenstücken, Performances, Showings szenischen Miniaturen und offenen Proben gibt es verschiedene Talk-Formate zum Thema über.leben mit den darstellenden Künsten vor, während und nach der Pandemie. Für den körperlichen Ausgleich sorgt der Tanztag des Tanzwerk_Dortmund: hier wird es Workshops, Talks und Präsentationen geben, bei denen die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten von Körperlichkeit erlebt werden können. Abgerundet wird das Festivalprogramm mit einem Cross-Over: Im Rahmen von theater.divers können insgesamt drei Veranstaltungen des Festivals gemeinsam besucht werden. Anschließend wird es den Raum geben, sich zum Thema

Diversität im Theater über das Gesehene austauschen zu können und miteinander ins Gespräch zu kommen. Insgesamt besteht die diesjährige Ausgabe von szene machen! aus zehn prall gefüllten Tagen.

Informationen zum Festivalprogramm, zum Ticketing und zu Einlassbedingungen finden sich auf der Homepage www.dott-netzwerk.de/szene-machen. Gefördert wird das Festival vom Kulturbüro der Stadt Dortmund.




Smartphone-Fotografien von Alex M. Mosler in der Galerie Torhaus

In der Ausstellung „Mobile Photography” präsentiert der Fotograf Axel M. Mosler noch bis zum 19. September Arbeiten, die mit dem Smartphone realisiert wurden.

Es ist erstaunlich, wie aus einem tragbaren Telefon ein multifunktionales Gerät wurde. Mittlerweile haben Smartphones auch ein gehöriges Wörtchen mitzureden, was Fotografie angeht. Anfangs vielleicht noch belächelt, können Smartphones mit Spiegelreflexkameras in manchen Bereichen durchaus mithalten. Darüber hinaus findet Mosler weitere Vorteile: „Zu jeder Zeit in der Tasche griffbereit. Perspektiven und Kamerastandorte sind ohne größeren Aufwand zu realisieren.”

Doch am Ende steht das Bild. Und die können sich sehen lassen, wie die Ausstellung zeigt. Die Fotografien in der Größe von 120 cm x 90 cm sehen beeindruckend aus. Die Landschaftsbilder, Stillleben und Architektur zeigen, welche Möglichkeiten mittlerweile mit dem kleinen Gerät machbar sind.

Fotograf Axel. M. Mosler zeigt in seiner Ausstellung, dass das Fotografieren mit dem Smartphone höchsten Ansprüchen genügen kann.
Fotograf Axel. M. Mosler zeigt in seiner Ausstellung, dass das Fotografieren mit dem Smartphone höchsten Ansprüchen genügen kann.

Natürlich gibt es technische Grenzen für die Fotografie mit dem Smartphone, das ist auch Mosler bewusst. Wenn das Bild größer sein sollte, dann ist die Auflösung zu schwach. Zudem kann eine handelsübliche Spiegelreflexkamera problemlos mit diversen Objektiven ausgerüstet werden, die für bestimmte Sachen wie beispielsweise Makrofotografie von Vorteil ist.

Aber die Ausstellung im Torhaus zeigt eindrücklich, dass das Fotografieren mit dem Smartphone keine Spielerei mehr ist, sondern auch zum ernsthaften Fotografieren geeignet ist. „Voraussetzung ist, die kleine Kamera wird beherrscht”, so Mosler.

Die Galerie Torhaus ist geöffnet dienstags bis samstags von 14 Uhr bis 18 Uhr und sonn- und feiertags von 10 Uhr bis 18 Uhr.

Der Eintritt ist frei.




Fantasievolle Alice im Fletch Bizzel

Am 21. August 2021 hatte die neue Produktion „Alice im Wunderland“ der Kulturbrigaden unter der neuen künstlerischen Leitung von Rada Radojcic Premiere im Fletch Bizzel. Ein schwarz-weiß hypnotisierendes Bühnenbild traf auf bunte Kostüme, viel Musik und spielfreudige Akteure.

Die Geschichte von Alice im Wunderland ist oft erzählt worden. Ob im Film oder auf der Bühne, die Geschichte von Alice fasziniert junge und junggebliebene Menschen. Kein Wunder, dass Regisseurin Rada Radojcic nach 2015 erneut ihre Alice auf die Bühne schickte und mit der Hilfe des Fletch Bizzels zu Zuschauerinnen und Zuschauer in eine fantastische Welt schickte. Denn sind wir nicht alle ein bisschen verrückt?

Obwohl sich Radojcic mit der Bühnenbildnerin Anna Hörling eine wirklich gute Partnerin an die Seite gestellt hatte, blieb das Markenzeichen der Kulturbrigaden erhalten: die bunten, farbenfrohen Kostüme. Sie kontrastierten wunderbar das hypnotische Bühnenbild, das uns immer tiefer in das Wunderland hineinzog und seine skurrilen Bewohner präsentierte.

Die Grinsekatze irritiert Alice ziemlich. (Foto: © Kulturbrigaden)
Die Grinsekatze irritiert Alice ziemlich. (Foto: © Kulturbrigaden)

Präsentiert wurden unter anderem das Kaninchen, die Raupe, der Märzhase, der verrückte Hutmacher, sprechende Blumen, Humpty Dumpty, die Herzogin, die Grinsekatze und natürlich die Herzkönigin. Alle haben eine eigene – meist skurrile – Persönlichkeit. Die Raupe entspannt sich beim Shisha-Rauchen, die drei sprechenden Blumen sind blasiert und machen sich über Alice lustig. Natürlich ist die Herzkönigin grausam und wird dementsprechend mit dem Star-Wars-Motiv von Bösewicht „Darth Vader“ auf der Bühne präsentiert. Fehlt natürlich Alice: Die Schauspielerin geht mit ihrer Figur durch alle Emotionen, ist gerne vorlaut und zeigt sich voller Spielfreude.

Musik und Choreografie sind ein wichtiges Element im Stück. Der Klangteppich mit Liedern und die große Choreografie bei der Teeparty passen sehr gut in das Stück und ergänzen es zu einem stimmigen Gesamtbild. Wer das Stück bereits 2015 im Depot gesehen hat, wird einige Szenen wiedererkennen, aber Radojcic hat sie gehörig aufpoliert und weiterentwickelt.

Es lohnt sich auf jeden Fall, dem Fletch Bizzel einen Besuch abzustatten und mit Alice den Sprung ins Kaninchenloch zu wagen.

Weitere Termine: Am 12. und am 17. September, am 01. und 02. Oktober sowie am 17. und 18. Dezember 2021.

Kartenbestellungen unter www.fletch-bizzel.de




Atelierhaus Brigitte Bailer zeigt Retrospektive über Alexander Pohl

Insgesamt 60 Arbeiten von Alexander Pohl sind im Atelierhaus Brigitte Bailer noch bis zum 03. Oktober 20121 zu sehen. Unter dem Titel „Bilder und Objekte“ gibt es einen Querschnitt des Schaffens des Dortmunder Künstlers, der auch Leiter der Künstlervereinigung Dortmunder Gruppe ist.

Es ist immer schön zu sehen, wo die Anfänge eines Künstlers liegen. Das älteste Werk ist gleichzeitig das ungewöhnlichste. Es ist ein Großstadtbild von New York, 43. Straße im Dunkeln. Die Umrisse sind fast geometrisch gehalten und nur wenig wird vom Neonlicht beleuchtet. Das Bild ist zwar noch realistisch, wenn auch stark reduziert.

Alexander Pohl zeigt eine Auswahl seines langjährigen Schaffens im Atelierhaus Brigitte Bailer.
Alexander Pohl zeigt eine Auswahl seines langjährigen Schaffens im Atelierhaus Brigitte Bailer.

Ganz anders die aktuellen Arbeiten. Pohl zeigt ihre seine „Black Boxes“ von 2017, in denen er Fotografien integriert oder die Mixed-Media Lichtinstallation „Angles & Birds“. Eine besondere Arbeit ist „Multiple Choice“ von 2017, die aus 16 kleinen quadratischen Bildern bestehen, die dank magnetischen Halterungen auf die große Leinwand gedreht und platziert werden können, ganz nach dem Belieben des Betrachters. Auf den kleinen Bildern ist ein Puzzle, sodass es sogar eine „Lösung“ für das Gesamtbild gibt.

Es gibt also viel zu entdecken, abwechslungsreiche Objekte und Bilder erwarten die Besucherin und den Besucher. Denn Alexander Pohl arbeitet der mit Fundstücken und verwandelt sie zu überraschenden Kunstwerken. Wie beispielsweise in seinen Schubladenobjekten, in den Telefonwählscheiben oder Kaltwasserventile benutzt werden.

Das Atelierhaus Brigitte Bailer an der Freizeitstraße 2 ist Sonntag von 11 Uhr bis 13 Uhr und Mittwoch von 17 Uhr bis 21 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet.

www.atelierhaus-westfalenhuette.de




Mit Alice nimmt das Fletch wieder Fahrt auf

Aufgrund rechtlicher Streitereien war das Theater Fletch Bizzel nicht nur durch Corona blockiert. Um das Theater wieder ans Laufen zu bekommen, hat Horst Hanke-Lindemann, das Urgestein hinter dem Theater, Rada Radojcic bis zum Dezember als kommissarische Leitung eingesetzt. Die Interimslösung ist beileibe kein Notnagel, denn Radojcic war vorher bereits im Gespräch als Leiterin der Kinder- und Jugendabteilung des Fletch. Zudem kennt sie das Haus durch viele Produktionen seit Jahren. Darüber hinaus ist es wichtig, dass überhaupt wieder Premieren stattfinden, so Hanke-Lindemann. „Das Haus soll nicht brach liegen“.

Mit „Alice im Wunderland“ startet die erste Premiere am 21.08.2021 um 20 Uhr. Das Stück ist für Rada Radojcic nicht unbekannt. Bereits 2015 inszenierte sie mit den Kulturbrigaden das Stück im Theater im Depot. Doch nach sechs Jahren hat sich viel verändert. Damals waren viele der Mitwirklenden Kinder, in der diesjährigen Inszenierung spielen sogar zwei Mitglieder des Ensembles Fletch Bizzel mit, so dass aus einem Kinderstück ein Familienstück entsteht.

Die Herzogin im schwarz-gelben Outfit im schwarz-weißen Bühnenbild. (Foto: © Rada Radojcic)
Die Herzogin im schwarz-gelben Outfit im schwarz-weißen Bühnenbild. (Foto: © Rada Radojcic)

Ein besonders wichtiges Element in dem Stück wird die Musik sein. „Es gibt Live-Musik von musikalischen Leiter Dixon Ra“, erklärt Radojcic. „Zudem haben wir eigens für das Stück komponierte Songs.“

Ein besonderes Merkmal in den Produktionen der Kulturbrigaden sind die farbenfrohen und ausgefallenen Kostüme von Rada Radojcic. Dieses Mal hat sie mit Anna Hörling eine Verbündete gefunden, die für die nötige Finesse sorgt. Hörling hat auch das Bühnenbild entworfen, das im Gegensatz zu den Kostümen in schwarz-weiß gehalten ist.

Der Choreograph Erin Tobi ist ebenfalls mit von der Partie und sorgt bei der Tee-Party für Schwung im Stile der Tänze der 40er Jahre.

Zurück zum Theater Fletch Bizzel. Corona ist und bleibt ein Thema für Theater. „Glücklicherweise“ hat die Pandemie dafür gesorgt, dass das Fletch Bizzel künftig mit einer Klimaanlage wird. Was aber – nicht nur für dieses Haus – problematisch bleibt, ist die Zuschauerauslastung. Hanke-Lindemann ist skeptisch, dass es wieder zu einer 100% Auslastung kommen wird. Doch er macht Mut: „Wenn 140 Plätze nicht gehen, dann wenigstens 70. Dieser Weg muss beschritten werden.“

Neben dem Premierenwochenende am 21. August um 20 Uhr und am 22. August 2021 um 16 Uhr finden weitere Termine statt am 12. und am 17. September, am 01. und 02. Oktober sowie am 17. und 18. Dezember 2021 statt.

Weitere Informationen und Kartenbestellungen unter www.fletch-bizzel.de




Alice in drei Akten

„Alice im Wunderland“ von Lewis Caroll ist ein Klassiker der Kinderliteratur und es ist kaum verwunderlich, dass das Stück regelmäßig auf dem Spielplan von Theatern oder anderen Kultureinrichtungen steht. Das Theater im Depot zeigte 2015 „Alice im Wunderland“ in der Inszenierung von Rada Radojcic, im Operntreff gab es 2017 die Version „Wunderland“ als Songzyklus, 2018 hatte sogar ein Ballett Premiere unter dem Namen „Alice“ mit Choreografien von Mauro Bigonzetti.

2021 haben sich drei Theater (Das Bochumer Theater Rottstr5, artscenico aus Dortmund und das Theater Kohlenpott aus Herne) zusammengeschlossen, um den Stoff in der Fassung von Roland Schimmelpfennig nicht auf die Bühne zu bringen, sondern in drei unterschiedlichen Parks. Den Beginn machte Dortmund und der Fredenbaumpark am 12. August 2021. Spannende Frage: Verderben viele Alices den Brei oder gab es eine gemeinsame Sprache?

Den Beginn machten die Bochumer vom Theater Rottstr5 unter der Regie von Benjamin Werner. Selina Paula Liebert spielte die Alice im ersten Teil als kindliche Figur, die aber durchaus neugierig war. Beeindruckend war das Kostüm der Königin. In einer riesigen, über 2 Meter großen Figur mit rotem Kleid, gab Alexander Gier schon mal einen Vorgeschmack, wozu die Herzkönigin fähig war. Mit seiner verzerrten Stimme erschreckte er nicht nur Alice.

Das Kostüm der fünf Alices  aus Herne erinnert ein wenig an die Zeichentrickfigur aus dem Disney-Film. Zu sehen sind: 
Lasse Borutta, Gareth Charles, Carina Langanki, Emily Leimbach und Baker Tarchichi.
Das Kostüm der fünf Alices aus Herne erinnert ein wenig an die Zeichentrickfigur aus dem Disney-Film. Zu sehen sind:
Lasse Borutta, Gareth Charles, Carina Langanki, Emily Leimbach und Baker Tarchichi.

Kleiner Einwurf: Bei den Bochumer und Dortmunder Teilen gingen die Besucherinnen und Besucher quasi von einer Station zur anderen, um dort für etwa 10 Minuten zu verweilen. Sitzmöglichkeiten gab es wenige. Das sollte im Hinterkopf behalten werden.

Die „Übergabe“ der Bochumer an die Dortmunder von artscenico fand bei der Raupe statt. Stilecht wurde die Gruppe von Dideldei und Dideldum (Cynthia Scholz und Chino Monagas) in einer Art Raubüberfall empfangen. Unter der Regie von Rolf Dennemann spielte Stefanie Winner eine deutlich „erwachsenere“ Alice, die sich nicht mehr so leicht ins Bockshorn jagen ließ und dementsprechend selbstbewusster auftrat. Elisabeth Pleß spielte eine ebenso geheimnisvolle wie chillige Grinsekatze, die sogar die Besucherinnen und Besucher ermunterte, das Lied „Entspann‘ dich“ mitzusingen. Einen gelungenen Auftritt hatte auch Sascha von Zambelly, der als distinguierter englischer „Humpty Dumpty“ ein schönes Rededuell mit Alice führte. Musik gab es auch: The Royal Squeeze Box spielte zwei Songs von Queen „I want to break free“ (für den eiförmigen Humpty Dumpty“) und gegen Ende „Bohemian Rhapsody“.

Dann ging es zu den Hernen vom Theater Kohlenpott. Hier gab es gleich fünf Alices. Lasse Borutta, Gareth Charles, Carina Langanki, Emily Leimbach und Baker Tarchichi spielten aber nicht nur die Figur der Alice, sondern auch die andere Figuren wie der Hutmacher oder der Märzhase wurden bedacht. Um die Gerichtsverhandlung zu inszenieren, verwandelte sich eine Person durch Aufsetzen einer schwarzen Krone in die Herzkönigin. Dabei kam es auch zu einer Charakteränderung.

Der dritte Teil fand an einem Ort statt, daher gab es Sitzgelegenheiten (Getränkekisten), besonders spannend war auch zu sehen, dass zufällige Besucher stehen blieben, um das Spiel der jungen Leute zu verfolgen. Dabei gab es eine lustige Szene, als einer der Schauspieler kurz einen E-Roller einer Besucherin entführte. Insgesamt zeigten die Fünf unter der Leitung von Henner Kallmeyer große Spielfreude.

Am Ende vereinigten sich alle Alices und alle weiteren Beteiligten zu einem großen gemeinsamen Abschlusslied.

Das Stück kann man nur noch in Bochum und in Dortmund erleben. Im Rechener Park in Bochum wird es sicher andere Bedingungen geben als im Fredenbaumpark, sodass es durchaus sinnvoll ist, sich mal beide Orte anzusehen. Man sollte etwas gut zu Fuß sein und Stehen können, denn das Stück dauert etwa zwei Stunden und hat keine Pause. Sitzgelegenheiten gibt es an zwei Stellen.

Es war sehr interessant zu sehen, wie jeder der drei Regisseure sich ‚seine‘ Alice vorstellt und welche Figuren aus dem Buch in den Mittelpunkt gestellt werden.

Alles in allem eine gelungene Reise in Wunderland im Fredenbaumpark.

Weitere Termine:

20./ 18h und 21.08.2021 17 Uhr und 22.8.2021 16h – Rechener Park Bochum
27./08. _ 18 Uhr und 28.08. – 16 Uhr – Fredenbaumpark Dortmund

Einlasskonditionen
Preise (15€ regulär/ 10€ ermäßigt), Reservierungen nur per Email im Voraus möglich
Karten unter: karten.aliceimpark@gmx.de
Infos unter: info.aliceimpark@gmx.de

Die Zuschauerzahl beläuft sich auf 50 Personen pro Vorstellung, in Dortmund auf 30 Personen.
Die aktuellen Hygienebestimmungen der Corona-Schutzverordnung gelten.




Hommage und Auseinandersetzung mit Joseph Beuys

In diesem Jahr wäre der Aktionskünstler, Bildhauer, Medailleur, Zeichner, Kunsthistoriker und streitbarer Professor an der Kunstakademie Düsseldorf, Joseph Beuys (1921 – 1986), einhundert Jahre alt geworden.

Das Museum Ostwall im Dortmunder U reiht sich mit „revolution beuys“ (vom 12. August bis 21. Oktober 2021 im MO Schaufenster auf der fünften Etage) in das Programm Beuys2021 ein.

Das Programm wurde als Kooperation und Kollaboration im Zusammenwirken der Kuratorinnen Dr. Sahrah Hübscher und Elvira Neuendank von der TU Dortmund, der Szenografin Lisa Fischer und vom Kulturverein „Frappanz-Kollektiv kultureller Freiheiten e.V.“ entwickelt.

Diese Ausstellung greift Fragen, Themen und künstlerische Strategien von Beuys und setzt sie einem Kontext zu unserer aktuellen gesellschaftlichen Situation. Die auf den Plakaten, Postkarten sowie in Objekten eingeschriebenen Konzepte werden auf ihr revolutionäres Potenzial hin befragt. Die Besucher*innen werden angeregt, Beuys fragende Haltung zu gesellschaftlichen Prozessen und Zusammenhängen einzunehmen, aber auch in einem „Gesellschaftslabor“ auch (selbst)-kritisch zu reflektieren sowie dem Grundgedanken, dass Leben durch Kunst und mit Kunst gestaltbar ist, nachzugehen.

Ausstellungsansicht „revolution
beuys“, Museum Ostwall im
Dortmunder U ©VG Bild-Kunst,
Bonn 2021. Foto: Constantin
Grolig.
Ausstellungsansicht „revolution
beuys“, Museum Ostwall im
Dortmunder U ©VG Bild-Kunst,
Bonn 2021. Foto: Constantin
Grolig.

Eine bedeutende Rolle in der Präsentation spielen die zahlreichen Multiples und Editionsobjekte, die im MO Schaufenster ungewöhnliche Perspektiven auf das Werk des Künstlers zeigen. Dabei hat das Multiple „Intuition“ (1968), das einen konkreten Ort für Denkprozesse darstellt, eine tragende Rolle. Die aus fünf geklammerten Holzelementen formierten Kisten (30 x21 x 6 cm) unterscheiden sich in der Holzmaserung. Die Kiste fungiert als eine Art Archiv zum Einlagern von Gedanken, aus denen man schöpfen kann und die immer wieder kritisch überdacht werden können.

Es gibt auch eine überdimensionale Intuitionsbox, in der sich die Besucher*innen zum reflektieren hinein setzen können. Die teilweise verspiegelten Vitrinen dienen als Reflexionsfläche. Sie laden zusätzlich dazu ein, sich selbst im Kontext des Raumes, der Werke und der Thematik zu „spiegeln“. Alles ist im Raum miteinander verbunden.

Filmisch begleitet wurde das Programm mit „Kontext Beuys“ (Frappanz). Auf einer großen Leinwand sind Statements von Personen aus Politik (Claudia Roth, Marco Bülow), Kultur, Wissenschaft und Bildung zu Beuys und seiner Bedeutung für heute zu hören.

Eine auch kritische Auseinandersetzung mit der ambivalenten Persönlichkeit des Künstlers. Die Frage nach Funktion der Kunst als gestaltendes Element der Gesellschaft bleibt.

Zur Eröffnung am 12. August sind die Kuratorinnen und die Szenografin ab 18:00 Uhr im Museum und beantworten gerne Fragen rund um die Ausstellung „revolution beuys“.




Alice im Park – im Dreierpack

Noch immer hat uns die Pandemie mehr oder weniger im Griff. artscenico nutzt wie im vergangenen Jahr mit „Peer Gynt“ die Gelegenheit und geht nach draußen in die freie Natur. Dabei gibt es bei der Produktion „Alice im Park“ zwei Besonderheiten: Das Stück wird an drei Orten aufgeführt und von drei verschiedenen Ensembles gestaltet. Mit dabei ist das Theater Kohlenpott aus Herne und das Theater Rottstr5 in Bochum. Die Premiere ist am 12. August um 19 Uhr im Fredenbaumpark.

„Alice im Wunderland“ von Lewis Caroll ist sicher eines der bekanntesten Kinderbücher und die Figuren wie der Hutmacher oder die Herzkönigin sind in unzähligen Filmen verewigt worden wie Beispielsweise 2010 mit Johnny Depp. Bei der gemeinsamen Inszenierung haben sich die drei Beteiligten aber auf die Fassung von Roland Schimmelpfennig geeinigt. „Das ist einfach die schönste Fassung“, findet Dennemann, „Er hat ein Gespür, mit absurden Texten Geschichten zu erzählen.“

Was erwartet also die Besucherinnen und Besucher? Zunächst ist das Stück in drei Teile geteilt und jedes Ensemble bespielt einen Teil. Den Anfang machen die Bochumer, die Dortmunder bespielen den zweiten Teil und den dritten Teil übernehmen die Herner. Konsequenterweise gibt es auch drei Regisseure. Benjamin Werner (Bochum), Rolf Dennemann (Dortmund) und Henner Kallmeyer (Herne) haben sicherlich ihren speziellen Blick auf den Text und die Herangehensweise und von daher wird es sicherlich spannend, wie diese Melange zusammenpasst.

Szene aus dem Dortmunder Part mit Stefanie Winner (links) und Elisabeth Pleß. Foto: © Guntram Walter 2021
Szene aus dem Dortmunder Part mit Stefanie Winner (links) und Elisabeth Pleß. Foto: © Guntram Walter 2021

Und dann gibt es ja auch noch die verschiedenen Spielorte. Während der Fredenbaumpark seinen Namen zu recht trägt, ist der Schloßpark in Herne „näher an der Zivilisation“ so Kallmeyer und der Rechener Park in Bochum sei eigentlich ein Wald. So werden an dem einen Spielort die Spieler 20 Meter vom Publikum weg sein, beim anderen Ort vielleicht nur zwei Meter. Eine besondere Herausforderung an alle Beteiligten. Auch für die drei Kostümbildner, die sich unabhängig voneinander austoben mussten (oder durften). Dena Heydari, die Dortmunder Kostümbildnerin: „Sehr gleich sehen sie nicht aus, aber die Kostüme sind bunt, haben viel Farbe.“

Die Zuschauerzahl beläuft sich auf 50 Personen pro Vorstellung, in Dortmund auf 30 Personen.
Die aktuellen Hygienebestimmungen der Corona-Schutzverordnung gelten.

Drei Orte, drei Theater, drei Inszenierungen.
Eine Koproduktion von artscenico Dortmund, theaterkohlenpott Herne und dem Rottstr5 Theater Bochum.
3 Orte // 3 Theater // 3 Blicke

12.08.2021 _ 19h – Premiere im Fredenbaumpark Dortmund
13./14./08. _18h und 15.08.2021 _ 16h – Park Schloss Strünkede in Herne
20./ 18h und 21.08.2021 17 Uhr und 22.8.2021_ 16h – Rechener Park Bochum
27./08. _ 18 Uhr und 28.08. – 16 uhr – Fredenbaumpark Dortmund

Einlasskonditionen
Preise (15€ regulär/ 10€ ermäßigt), Reservierungen nur per Email im Voraus möglich
Karten unter: karten.aliceimpark@gmx.de
Infos unter: info.aliceimpark@gmx.de