Wenn Morgen auch noch ein Tag ist

Am 12. Mai präsentierte Tobi Katze im Fletch Bizzel sein Programm „Morgen ist leider auch noch ein Tag“, was auch als Buch erschienen ist. Depression ist mittlerweile durchaus ein Thema, neudeutsch könnte ich sagen, dass die awareness dafür gestiegen ist. Aber trotz Menschen wie Torsten Sträter oder Kurt Krömer, die die Krankheit in den Fokus gebracht haben, hängt depressiven Menschen immer noch nach, dass Depression eigentlich keine „richtige“ Krankheit sei. Der/Die Betroffene soll einfach mal was Lustiges machen, dann ginge das schon vorbei. Jeder sei mal traurig.

Tobi Katze thematisierte seine Krankheit Depression im Fletch Bizzel auf durchaus humorvolle weise. (Foto: © Sandra Limberg)
Tobi Katze thematisierte seine Krankheit Depression im Fletch Bizzel auf durchaus humorvolle weise. (Foto: © Sandra Limberg)

Doch die gesamte Problematik sitzt tiefer. Katze fängt ganz am Anfang an, nämlich beim Hausarzt. Denn zunächst müssen die Betroffenen ja den Hausarzt überzeugen, dass ihre Symptome fachmännisch untersucht werden sollten. Das kann je nach Hausarzt durchaus mit Schwierigkeiten verbunden sein.

Auch die „guten Ratschläge“ von Freunden sind nicht sehr hilfreich, vor allem wenn sie sich in Plattitüden erschöpfen wie „Reiß dich gefälligst am Riemen“ oder „Jeder hat mal einen schlechten Tag“. Als endlich der Tag der Diagnose gekommen war, fühlte sich Katze „nicht traurig, sondern leer“. Die Gespräche mit seinem Therapeuten nehmen einen guten Teil seines Bühnenprogramms und geben einen guten Einblick in dessen Arbeitsweise, Katze mit den richtigen Fragen die richtigen Antworten selbst geben zu lassen.

Auch ein ein kleines Stück zum Thema Antidepressiva gab es von Katze. „Ohne Antidepressiva säße ich nicht hier“, ist er über die Notwendigkeit dieser Medikamente überzeugt. Danach folgte ein besonders witziges Stück, als er nämlich bei seinem Geburtstag seine Erkrankung vor seiner Familie öffentlich macht. Auch hier herrschte Ratlosigkeit, gefolgt von Plattitüden, zeigte aber auch den Zusammenhalt in einer Familie, die sicherlich wichtig ist.

Denn, so Katze gegen Ende seines literarischen Programms, man braucht Geduld und Ausdauer, um mit Depressionen umzugehen, sie zu besiegen oder auch ein Leben lang mit ihr zu existieren. Daher seine logische Konsequenz als Philosophie: „Ist eben so“.




Ein Abend für die Sonate

Das 4. Kammerkonzert am 02. Mai 2022 stellte die Sonate in den Mittelpunkt. Mit Vera Plum (Violine), Birgit Welpmann (Oboe), Minori Tauchiyama (Fagott), Frank Kistner (Kontrabass) und Ursula Hobbing (Cembalo) an den Instrumenten erklangen Werke von der Spätromantik bis zum Barock.

Stellten die Sonate in den Mittelpunkt des Kammerkonzertes: (v.l.n.r.) Minori Tauchiyama, Birgit Welpmann, Frank Kistner, auf der Bank sitzen Vera Plum und Ursula Hobbing
Stellten die Sonate in den Mittelpunkt des Kammerkonzertes: (v.l.n.r.) Minori Tauchiyama, Birgit Welpmann, Frank Kistner, auf der Bank sitzen Vera Plum und Ursula Hobbing

Dabei konnten die Zuhörer einige Kostbarkeiten entdecken wie Musik von Dario Castello, der zur damaligen Zeit (erste Hälfte des 17. Jahrhunderts) sehr avantgardistisch waren. Danach wurde es schwäbisch, denn Guiseppe Antonio Brescianello und Jośe Pla waren beide am Stuttgarter Hof beschäftigt. Brescianellos Sonaten sind sogenannte Triosonaten, zwei Solostimmen und ein Generalbass. Triosonaten waren in der Barockzeit sehr beliebt, es gibt tausende Werke für unterschiedliche Instrumente.

Ob das „Concerto a quattro in d-moll“ tatsächlich von Telemann oder doch von Händel stammt, ist umstritten, dennoch spürt man die Hochzeit des Barocks aus jeder Note.

Nach der Pause ging es mit Gottfried Heinrich Stölzel weiter. Ebenso wie sein Zeitgenosse Johann Sebastian Bach war Stölzel sehr produktiv, was das Komponieren angeht. Auch wie Bach war er im geistlichen Vokalwerk aktiv. Das Fagott stellte Jan Dismas Zelenka in den Mittelpunkt seiner – klar – Triosonate.




Die Rückkehr von Kara Ben Nemsi

Winnetou, Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi, die Figuren von Karl May sind auch heute noch sehr bekannt. Während Old Shatterhand den Wilden Westen unsicher gemacht hat, kümmerte sich Kara Ben Nemsi um die Schurken im Orient. Wobei es die Theorie gibt, dass Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi ein und dieselbe Figur seien, quasi die Personifizierung von Karl May, aber das würde zu weit führen. Es geht also um Kara Ben Nemsi und seine Abenteuer auf dem Balkan aus dem Buch „Durch das Land der Skipetaren“, also Albanien und dem Kosovo.

Am 09. Mai zeigte das Theaterensemble „Qendra Multimedia“ aus dem Kosovo im Schauspielhaus das Stück „The return of Karl May“ von Jeton Neziraj in albanischer Sprache. Der Untertitel „Ein Lustspiel für das deutsche Volk“ machte klar, dass es nicht ganz bierernst wurde.

Die Gruppe Qendra Multimedia in Aktion. (Foto: © Qendra Multimedia)
Die Gruppe Qendra Multimedia in Aktion. (Foto: © Qendra Multimedia)

„The return of Karl May“ ist ein Stück im Stück. Wir sehen Schauspieler proben und den Regisseur Dinge tun, die ein Regisseur eben tut. Einsätze vorgeben beispielsweise. Die Grundidee dahinter ist, dass die Theatergruppe zu einem europäischen Theaterfestival nach Berlin zur Volksbühne eingeladen wurde. Das Stück dreht sich um die Wiederkehr von Kara Ben Nemsi und seinem Pferd Rih (der im Stück ein Frosch ist), der diesmal vom Kosovo nach Deutschland gelangen möchte. Nachdem Karl May in „Durch das Land der Skipetaren“ die Albaner doch sehr stereotypisch skizziert hat „Für die Deutschen sind wir Banditen, eiskalte Mörder, Rächer, Räuber, wild, brutal, ungebildet, fanatische Muslime, Betrüger, heißblütig und hinterhältig“ so der Regisseur im Stück.

Auf der „Rückreise“ vom Kosovo nach Deutschland wird ebenfalls mit den Stereotypen gespielt. Diesmal halt umgekehrt und es bekommen Kroaten, Slowenen oder Österreicher ab. Ein besonderes Hühnchen haben das Stück mit Peter Handke zu rupfen. Dessen Parteinahme für die Serben und für Slobodan Milošević kommt natürlich bei den Albanern nicht gut an. Kaum in Deutschland, treffen sie auf eine Gruppe von Neonazis in Hanau. Eine Anspielung auf den Anschlag am 19. Februar 2020, bei dem neun Menschen von einem Rechtsextremen getötet wurden.

Es war erfrischend, mal ein Stück aus einer nicht-deutschzentrierten Perspektive zu sehen. Auch wenn Flüchtlinge seit 2015 im Theater thematisiert wurden, der kleine Seitenhieb passte: „In den europäischen Theatern beschäftigt sich jedes zweite Stück mit den Geflüchteten. Die Europäer mögen die Geflüchteten nur auf der Bühne, als Fiktion, aber nicht in der Wirklichkeit.“

Schön auch die Spitze an den modernen Theaterbetrieb, der Schubladen mit diffusen Begrifflichkeiten liebt. „Kollegen, unsere Aufführung wird etwas zwischen dem ‚postmigrant theatre‘ und dem ‚capitalist realism‘ sein, aber sie kann aber auch als ‚post-truth theatre‘ definiert werden.“

Auch wenn das Lesen von Untertitel manchmal nicht einfach ist – schaut man auf die Bühne oder liest man den Untertitel – es ist immer wieder bereichernd, andere Theaterkulturen und -traditionen kennenzulernen. So etwas sollte es öfter geben.




Rabenschwarze Nachtgeschichten – Gruselgeschichten im Rombergpark

Am 21. Mai hat ein ungewöhnlicher Spaziergang Premiere im Rombergpark. Markus Veith lädt ein zum „Rabenschwarzen Nachtgeschichten“. Schließlich bevölkern auch im Rombergpark Geister, Vampire und andere Geschöpfe der Nacht, findet Veith.

Texte von Roald Dahl, Wilhelm Busch, Theodor Fontane und anderen sollen für Gänsehaut und Grusel bei den BesucherInnen sorgen. Natürlich darf ein großer Meister des subiteln Grusels nicht fehlen: Edgar Allen Poe. Niemand kennt sich besser in der Finsternis aus. – Edgar Allen Poes Rabe löst sich aus dem Gruselgedicht und lädt Sie ein zu einem schaurig-makabren Spaziergang durchs Dunkelgrün. Denn dieser düstere Vogel kann nicht nur „Nimmermehr“ von sich geben. Er vermag die Seelen Verstorbener zu sehen, weiß genau, wo sich auf welche Weise Morde zugetragen haben und trägt diese Geschichten in Zeilen rabenschwarzen Humors vor. Er führt Sie durch den Busch, wo Ringel natzen, krächzt lyrische Fontanen und über allem glimmt der Morgenstern.

Markus Veith als „Rabe“ in seinen rabenschwarzen Nachtgeschichten. (Foto: © Markus Veith)
Markus Veith als „Rabe“ in seinen rabenschwarzen Nachtgeschichten. (Foto: © Markus Veith)

Markus Veith braucht kaum Requisiten, sein Outfit als Rabe steht im Mittelpunkt. Er verwandelt sich in den krächzenden mythologischen Vogel und spricht fortan in Reimform.

Das Schöne dabei: Bei den 15 Stationen lernen die Besucher den Romberg neu kennen, die Anzahl der TeilnehmerInnen ist auf 30 Personen begrenzt.

Veith macht erfolgreich Parkspaziergänge, beispielsweise verwandelt er sich in Wilhelm Busch und erzählt die Geschichten rund um Max und Moritz und anderen.

Organisiert wird der Gruselspaziergang von melange e.V., der literarischen Gesellschaft für Förderung der Kaffeehauskultur. Auf deren Seite können auch Karten erworben werden: https://www.melange-im-netz.de/kalender

Termine zum Gruseln sind 21.05.2022, am 09.07.2022, am13.08.2022, am 16.09.2022 und am 17.09.2022 jeweils 17:30 Uhr und 20:00 Uhr.




Doppelausstellung im Künstlerhaus

„It takes two to tango“ ist nicht nur der Titel der Ausstellung im Erdgeschoss im Künstlerhaus, sondern „zwei“ ist auch die Anzahl der Ausstellungen, denn im 1. Stock des Gebäudes ist auch noch die Ausstellung „Schwarzzseite Projekt“ mit Druckgrafiken zu sehen. Beginnen wir im Erdgeschoss.

Hier präsentieren zehn Künstlerinnen Arbeiten, die sich stark mit Rhythmus, Struktur oder Materialität beschäftigen. Gemeinsam ist allen Künstlerinnen, dass sie entweder als Mentorin oder Mentee an den Kunst-Mentorinnenprogrammen in Nordrhein-Westfalen oder Mecklenburg-Vorpommern teilgenommen haben. Die Ausstellung ist bis zum 19. Juni 2022 zu sehen.

Maria Seitz, multicolor 4
Maria Seitz, multicolor 4

Uli Böhmelmann arbeitet raumbezogen mit transparenten oder empfindlichen Materialien. Für die Ausstellung im Künstlerhaus zeigt sie ihre Arbeit „Kette geschlossen“, die aus Porzellan besteht. Somit entsteht eine neue Einteilung des Raumes. Die Analogie zwischen Kunst und Natur beschäftigt die Künstlerin Rabea Dransfeld. Ihre „kosmischen korrelate“ wirken einerseits wie Stücke von Meteoriten, andererseits aber auch wie Waben von Bienen oder Wespen. Bei Maria Seitz stehen serielle Strukturen und repetitive Verfahren im Vordergrund. Sie zeichnet mit Buntstiften auf Papier und erzeugt komplexe Strukturen. Ramona Seyfarth arbeitet bei ihren fotografischen Arbeiten mit der Zeit, Sie fotografiert ein Motiv über 24 Stunden und komprimiert die Bilder anschließend. Ein weiteres Werk von ihr ist der „Rote Teppich“, der aus einzelnen Glasfäden geknüpft ist. Eine Zeichnung im Raum, so könnte man die Arbeit „Raumgestrick“ von Karin Schroeder bezeichnen. Ein Faden wird eine Linie, die Linie durchdringt den Raum und wird zu einem 3D-Gebilde.

Johanna Herrmann arbeitet mit dem Wind und dem Zufall. Hier im Künstlerhaus muss sie sich mit Ventilatoren begnügen, doch es bleibt spannend, welches Ergebnis bei dem „Experiment“ herauskommt. Denn der Wind bewegt Pinsel, an denen Farbe klebt, so entstehen spannende Bilder. Die Zeichnungen von Justyna Janetzek beziehen sich auf ihre Skulpturen, an denen sie sonst arbeitet. Sie sind eine Art Muster, Skizze, die von ferne an Gebilde im Raum erinnern. Mit verlorenen Handschuhen arbeitet Susanne Gabler. Zusätzlich „vermenschlicht“ sie die Handschuhe, in dem sie Kontaktanzeigen darunter platziert. Ob sich dadurch der zweite passende Handschuh findet? Das Grundelement der Werke von Dorthe Goeden ist die Linie. So sind ihre Papierschnitte ein Spiel von Licht und Schatten, vom dem „was ist“ und von dem „was nicht ist“. Dazu zeigt sie viele Arbeiten, die als Werkarchiv oder Skizzenbuch dienen könnten. Zusätzlich arbeiten Lisa Tschorn und Sierra Diamond an der Performance „Trotzdem“.

Freundinnen und Freunde von Druckgrafiken können sich auf die Ausstellung „Schwarzzseite Projekt“ freuen, die bis zum 29. Mai 2022 läuft denn zu sehen sind insgesamt 28 Druckgrafiken aus aller Welt, kuratiert von Debora Ando. Viele Drucktechniken sind vertreten und von Unikaten bis zu großen Auflagen ist alles dabei.




World Press Photo 2022 – Eindrückliche Pressefotografie

Der Kulturort Depot im Dortmunder Norden zeigt bis zum 29. Mai 2022 bereits zum 10. Mal die „World Press Photo“ Ausstellung. Rund 150 Fotos von preisgekrönten Pressefotofotografen sind in der Mittelhalle zu sehen.

Wer das Titelbild der diesjährigen Ausstellung sieht, denkt vielleicht, dass sich viele Bilder in der Ausstellung über das Thema Corona drehen. Doch weit gefehlt, andere Themen bleiben leider immer noch aktuell wie Bürgerkriege oder Umweltzerstörung. Dennoch bietet die Ausstellung auch Raum für leise Geschichten, wie die über das Leben eines argentinischen Mädchens und dessen Wünsche für die Zukunft.

Titelbild der diesjährigen Ausstellung World Press Photo im Depot. (Foto: © depot e.V.)
Titelbild der diesjährigen Ausstellung World Press Photo im Depot. (Foto: © depot e.V.)

Doch im Vordergrund stehen die weniger schönen Dinge. Eine Reportage über Migranten, die in der US-amerikanischen Fleischindustrie ausgebeutet werden, die Waldbrände in Sibirien oder in Griechenland, Konflikte in Myanmar und in anderen Ländern. Spannend sind auch Fotos über die letzten Jahre der Präsidentschaft von Trump oder die Konflikte in der Ukraine nach 2014, die ja durch den Krieg an Aktualität gewonnen haben.

Das Pressefoto des Jahres von Amber Bracken und dreht sich um die Assimilierung der indigenen Völker in Kanada, dessen Kinder in Internaten misshandelt wurden. Manche starben.

Die Ausstellung ist Sonntag bis Donnerstag von 11 bis 20 Uhr geöffnet, Freitag und Samstag sogar von 11 bis 22 Uhr. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Karten sind an der Tageskasse erhältlich. Die World Press Photo Foundation empfiehlt den Besuch der Ausstellung ab 14 Jahren. Für gemütliche Stimmung an den Wochenenden sorgt das Café Vital: Freitag bis Sonntag von 13 bis 18 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen in der Mittelhalle.

Vier öffentliche Führungen bieten zudem die Möglichkeit, noch tiefer in die Welt der Pressefotografie einzutauchen: An drei Samstagen (14., 21. und 28. Mai) um jeweils 15 Uhr sowie an einem Mittwoch (18. Mai) um 18 Uhr begleiten fachkundige Guides durch die Ausstellung. Der Eintritt beträgt hierbei 8 Euro, ermäßigt 6 Euro zzgl. 4 Euro Führungsgebühr. Zu den Führungen ist eine Anmeldung per Mail an depot@depotdortmund.de oder unter der Telefonnummer 0231 900 806 erforderlich.

Führungen für Gruppen und Schulklassen können unter diesen Kontaktdaten gesondert angefragt werden.

Mehr Infos auf www.depotdortmund.de/worldpressphoto




Wolfgang Knappmann präsentiert ungewöhnliche Perspektiven

Noch bis in den Mai zeigt Wolfgang Knappmann in der Westerfilder Gaststätte „Im schönen Wiesengrund“ seine Ausstellung „Spuren“. Seine Fotografien, von Drohnen aufgenommen, zeigen eine unerwartete Perspektive der Landschaft.

Es ist erstaunlich, wie sich Landschaft verändert, wenn eine Drohne sie von großer Höhe fotografiert. Plötzlich werden aus Bodenstrukturen organische Bilder, die aussehen wie Zellen oder Aufnahmen von Nieren. Manchmal entstehen Aufnahmen, die an mittelalterliche Karten erinnern oder die völlig abstrakt wirken.

Wolfgang Knappmann und seine Drohnenfotos im Westerfilder "Wiesengrund".
Wolfgang Knappmann und seine Drohnenfotos im Westerfilder „Wiesengrund“.

Doch Knappmann hat einfach nur mit seiner Drohne die Nachbarschaft überflogen und so außergewöhnliche Aufnahmen entstehen lassen. Ob Mengede, Wischlingen oder den Dortmunder Hafen. Alle wirken aus der Höhe aufgenommen fremd und merkwürdig. Doch das ist ja das faszinierende an den Aufnahmen.

Natürlich gibt es auch Bilder, die schnell zu erkennen sind, wie beispielsweise Treckerspuren auf dem Acker zwischen Westerfilde und dem Jungferntal. Die klare Geometrie ist in Knappmanns Bildern sehr gut zu erkennen. Kein Wunder, dass Drohnen auch zur Suche nach archäologischen Funden benutzt werden.

Einige Panoramabilder von Westerfilde runden die Ausstellung ab. Die Gaststätte „Im schönen Wiesengrunde“ sollte eigentlich geschlossen werden. Aber es gründete sich eine Bürgerinitiative, die die einzige Kneipe in Westerfilde retten wollen und es letztendlich geschafft haben.

Öffnungszeiten „Im schönen Wiesengrund“, Mosselde 58

Dienstag – Samstag 16:30 – 23:00 Uhr

Sonntags und Feiertags 11:00 – 20:00 Uhr




Auf der Suche nach dem Femininen – Cherchez la femMe

Es ist schon ziemlich interessant, woher der Begriff „Cherchez la femme“ stammt. Es stammt aus den französischen Kriminalromanen des 19. Jahrhundert, wonach die Kriminalisten nach einem schlauen verbrecherischen Anschlag nach der Frau suchen sollten, die dahinter steckt. Doch das Stück „Cherchez la femme“, welches am 30. April 2022 im Studio des Schauspielhauses Premiere feierte, war kein Kriminalstück. Es ging mehr um die Rolle des Femininen in der Performance.

Was würde passieren, wenn Claude Cahun, Josephine Baker und Eartha Kitt in einem Raum zusammen geholt werden? Wäre das überhaupt historisch möglich gewesen. Ja, Claude Cahun (1894-1954), Josephine Baker (1906-1975) und Eartha Kitt (1927-2008) hätten sich beispielsweise nach dem Zweiten Weltkrieg auf Jersey treffen könne, wo Cahun lebte.

v.l.n.r. Linda Elsner, Iman Tekle, Christopher Heisler und Sarah Yawa Quarshie (Foto: © Birgit Hupfeld)
v.l.n.r. Linda Elsner, Iman Tekle, Christopher Heisler und Sarah Yawa Quarshie (Foto: © Birgit Hupfeld)

Die Surrealistin, Fotografin und Schriftstellerin Cahun hätte mit der Josephine Baker und Eartha Kitt sicher einiges zu besprechen gehabt. Alle drei waren neben ihren Berufen auch gesellschaftlich engagiert. Cahun war homosexuell und lebte mit Suzanne Malherbe zusammen und verwandelte ihr Atelier in einen Salon. Josephine Baker wurde als Tänzerin weltbekannt, war aber auch in der Résistance und kämpfte gegen Rassismus. Die Sängerin Eartha Kitt wandte sich ausgerechnet im Weißen Haus gegen den Vietnamkrieg, was ihre Karriere für Jahrzehnte zurückwarf.

Sarah Yawa Quarshie, Linda Elsner, Christopher Heisler und als Gast Iman Tekle entwickelten in „Cherchez la femme“ die Suche nach dem Femininen. Zunächst wirkte die Bühne wie nach einer Oarty in einer Frauen-WG. Dabei wurden ein paar Szenen aus dem Leben der drei Vorbilder präsentiert. Cahun mit ihren Fotografien, die mit dem Geschlechterbild Mann/Frau spielte, Baker hatte eine Tanzeinlage und Kitt zeigte sich in ihrer ersten Rolle als „Catwoman“.

Musik und Choreografien gab es reichlich, nicht nur in der Szene mit Josephine Baker, Songs wie „New York“ und „Would I lie to you“ belebten das Stück. Daneben sorgte die „Backshow“ mit dem Rezept für die perfekte Frau für einige Lacher im Publikum. Auch insgesamt war das Stück unterhaltsam.

Auch wenn wir einige Aspekte des Femininen erleben durften, wir werden uns wohl weiterhin auf die Suche nach der Frau machen. „Cherchez la femme“ ist ein kleines, schönes Studiostück.




Nabucco – Verdis bekannte Oper auf Zeche Zollern unter freiem Himmel

[Update: Achtung TERMINÄNDERUNG:]

Am 13. August 2022 um 20 Uhr verwandelt sich die Zeche Zollern in Bövinghausen für einen Abend in das Babylon der Antike. Denn die Festspieloper Prag präsentiert Verdis Oper „Nabucco“ als Open-Air-Spektakel.

Jurij Kruglov als Zaccharias. (Foto: © T. Weber)
Jurij Kruglov als Zaccharias. (Foto: © T. Weber)

Diese Oper mit dem dramatischen Spiel um Liebe und Macht begeisterte bisher
Hunderttausende von Zuschauern. Der Besucher wird von Beginn an durch die Stimmen, die Handlung, die Kostüme und das Bühnenbild in den Bann gezogen. Es erwartet den Klassik-Besucher mit Giuseppe Verdis Nabucco eine der größten Opern der Musikgeschichte und zugleich ein wunderbares Open Air-Spektakel.
Man muss Nabucco mit dem weltberühmten Gefangenenchor wenigstens einmal unter freiem Himmel Inszenierung erlebt haben. Der gewaltige Chor der Gefangenen wird erklingen mit einem Aufgebot an klangstarken und facettenreich singenden Solisten. Open Air-Produktionen bedeuten für jedes Opernensemble eine besondere künstlerische Herausforderung. Hier gilt es Aufführung und Ambiente der Spielstätte zu einem unvergesslichen Opernspektakel zu vereinen.
Sänger, Orchester, Regie und Technik müssen sich bei jeder Spielstätte neu auf die atmosphärischen und akustischen Gegebenheiten einstellen. Dies ist der Oper bei den bisherigen Sommer-Open-Air- Aufführungen mit über 2 Millionen Zuschauern hervorragend gelungen.

Grundlage der Oper ist das Libretto des Italieners Temistocle Solera (1816–1878). Die Handlung speist sich aus Legenden um den biblischen Herrscher Nabucco (dt. Nebukadnezar II), König Babylons von 605 bis 562 vor Christus. Mit seiner Herrschaft sind Bauten wie das Ischtartor, die Hängenden Gärten und der babylonische Turmbau verbunden. Hintergrund der Opernhandlung sind die Eroberung Jerusalems 587 v. Chr. und die Wegführung des jüdischen Volkes in babylonische Gefangenschaft 586 v. Chr. (2. Könige 25). Das Libretto übernimmt daraus nur wenige Motive. Die Handlung besteht aus vier Akten.

Es spielt das Orchester der Festspieloper Prag unter der Leitung von Martin Doubravský. Dazu singt der Festivalchor Prag unter der Leitung von Lukáš Kozubik. Die Regie hat Oldřich Kříž. Bühnenbild und Kostüme stammen von Olga Kokošková.

Karten gibt es an allen örtlich bekannten Vorverkaufsstellen.




Jugend musiziert Zukunft: Foyer-Konzert im Konzerthaus

„Jugend musiziert Zukunft“: Unter diesem Motto steht das nächste Foyer-Konzert im Konzerthauses Dortmund am Samstag, 28. Mai, 15 Uhr an der Brückstraße 21. Junge Musiker*innen der Musikschule Dortmund, die sich für den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ qualifiziert haben, sind live zu hören. Veranstalter ist die Klavier- und Flügelgalerie Maiwald im Konzerthaus in Kooperation mit der Musikschule Dortmund. Der Eintritt beträgt 15 Euro, Ticket gibt es über das Konzerthaus Dortmund (0231/22696200), online über www.konzerthaus-dortmund.de sowie über viele weitere Online-
Veranstaltungs-Portale und Ticket-Shops.

Beim Foyerkonzert dabei: Piet Bracklow am Marimbaphon und Vibraphon. (Foto: © Tanja Bracklow)
Beim Foyerkonzert dabei: Piet Bracklow am Marimbaphon und Vibraphon. (Foto: © Tanja Bracklow)

Das Publikum erlebt, wie die heute schon talentierten Jugendlichen die Werke der klassischen Musik aufblühen lassen – darunter auch jugendliche Solist*innen wie der 13-jährige Piet Bracklow am Marimbaphon und Vibraphon oder das 10tett „Alte Musik“. Zu hören sind viele Komponisten von u.a. Beethoven und Brahms bis Babajanyan.

Als Musiker*innen mit dabei sind als Solist*in: Alexandra Althoff (Cello) mit Sigrid Althoff am Klavier sowie Piet Bracklow (Marimbaphon und Vibraphon); im Duo spielen Fabian Angelo Tavernise (Klavier) und Simon Rühlmann (Klarinette), im Trio „Letz fetz“ zu hören sind Maria Bovensmann (Cello), Luise Matz (Flöte) und Joseph Chang (Klavier).
Das 10tett-Ensemble „Alte Musik“ besteht aus Tea Miteva, Anna Lechtenbörger, Judith Keller und Hannah Laufen (Violine) und Shiqing Sun (Violine, Schlagwerk) sowie Florentin Hoensbroech und Anna Orlova (Viola), Jana Keller (Kontrabass), Leonhard Kruse (Kontrabass, Schlagwerk) und Fabian Angelo Tavernise (Cembalo, Cello).
Die Veranstaltung wird unterstützt durch: Förderverein der Musikschule Dortmund, MusikCenter Dortmund, Postergalerie, DSW21, OHRWERK, Gold Dalmann