Interview mit Carlos Lobo




Von Klischees und Lebenslügen

Der Plan für die Wette wird ausgearbeitet: (v.l.n.r.) Sebastian Kuschmann, Frank Genser, Andreas Beck und Ekkehard Freye. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Der Plan für die Wette wird ausgearbeitet: (v.l.n.r.) Sebastian Kuschmann, Frank Genser, Andreas Beck und Ekkehard Freye. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Die Komödie „Männerhort“ von Kristof Magnusson ist sicherlich nicht die feinfühligste zum Thema Geschlechterklischees. Gerade zu Beginn, als die vier Männer ihre einkaufenden Frauen beschrieben, hat man das Gefühl, Mario Barth zuzuhören.

Auch bei der Charakterisierung der Männer hat Magnusson tief in die Klischeekiste hineingegriffen und Pizza, Bier und Fußball herausgeholt. Das die Premiere am 21. September nicht in diesem Schwarz-Weiß-Schema stecken blieb, ist der Regie von Jens Kerbel und Jennifer Whigham zu verdanken. Die bestens aufgelegten Schauspieler verstanden es außerdem, auch die tragischen Seiten des Stückes gut darzustellen.

 

Wiederholungen sind das Thema der Spielzeit 13/14 im Schauspielhaus. Nach der Wiederholungsorgie „Das Goldene Zeitalter“ geht es in der Komödie „Männerhort“ um drei (später vier) Männer, die jeden Samstag nach fünf Stunden einkaufen mit ihren Frauen in einen Heizungskeller flüchten, in dem sie es sich heimelig gemacht haben. Fernseher, Pizza, Kühlschrank mit Bier, alles ist vorhanden, was ein Mann braucht. Jeder hat unterschiedliche Ausreden. Doch als Mario, die „Formel 1“-Wette vorschlägt, die besagt, dass Mann nur eine statt fünf Stunden braucht, um in den Männerhort zu gelangen, bricht das Chaos aus und Lebenslügen kommen zu Tage.

 

Der Dortmunder „Männerhort“ hat ein fast reales Vorbild: Die Thier-Galerie. Das Regieduo Kerbel und Whigham haben das Einkaufzentrum, das nur 200 Meter vom Studio entfernt liegt, als aktuelles Vorbild genommen, beispielsweise sind die Namen der Läden reale. Ob Larissa Hartmann im Heizungskeller der Thier-Galerie war, weiß ich nicht, aber sie hat einen realistischen Raum mit Heizungsrohren gebaut, was der hochgewachsene Andreas Beck als Mario ab und an zu spüren bekam.

 

Die Chemie zwischen den vier Schauspielern stimmte. Ekkehard Freye spielt Helmut, der den Männerhort quasi gegründet hat. Ihm ist es wichtig, diesen Rückzugsort nicht zu verlieren, er stemmt sich gegen die Auflösungserscheinungen. Freye spielt zu Beginn Helmut als Macher, Organisator, der an dem Status Quo festhalten will, weil sich seine Lebenslügen draußen langsam zu einem Orkan zusammenbrauen.

Frank Genser zeigt sehr schön die innere Verwandlung von Eroll, der sich im Laufe des Stückes zu einem „Frauenversteher“ wandelt, Das konnten die Zuschauer auch an seinen Outfit-erkennen. Trug Genser zunächst eine sportliche Radlerkluft, zeigte er sich am Ende im schicken Anzug.

 

Sebastian Kuschmann spielte glaubwürdig den selbstverliebten, eitlen Lars, der eine offene Ehe führt, aber eigentlich nicht damit zurecht kommt, wenn seine Frau auch ihn betrügt.

Köstlich, wie er zum Beispiel bei den Handy-Gesprächen mit seinen Internet-Bekanntschaften seine blonde Haarmähnen-Perücke gekonnt nach hinten wirft und versucht, eine möglichst maskulin klingende Stimme zu bekommen.

 

Andreas Beck glänzt als sächselnder Feuerwehrmann Mario mit Vokuhila und Schnäuzer. Naiv und unbekümmert setzt Mario mit seiner 1-Stunden-Wette die Katastrophe in Gang.

 

Nachdem das Pointenfeuerwerk der Klischees zu Beginn abgebrannt wurde, kippt die Stimmung als die Männer merken, dass sie ihre Beziehungen aufs Spiel gesetzt haben und ihre Lebenslügen kommen zum Vorschein. Whigham und Kerbel haben nämlich das ursprüngliche Happy-End verändert. Die, die sich sonst als pfiffige Gewinner darstellen, stehen plötzlich vor den Trümmern ihres Lebenstraums. Symbolisch dafür steht die Zerstörung der riesigen Kette aus Bierdosenverschlüssen, mit der sie ins Guinessbuch der Rekorde kommen wollten. Am Ende bleibt ihnen nur das trotzige „Wir sind keine Verlierer“, bis das Licht ausgeht.

 

Karten sind noch für den 1. und 17. November 2013 zu haben.

 

Informationen und Karten erhalten Sie über Tel. 0231/50 27 222 oder www.theaterdo.de

 




Zweite Spielzeit im Theater im U

Gegen mit Tanzschwung in die zweite Spielzeit: (v.l.n.r.) Richard Saringer, Gita Kessler (Souffleuse), Kammerschauspielerin Barbara Blümel und Michael Kamp.
Gegen mit Tanzschwung in die zweite Spielzeit: (v.l.n.r.) Richard Saringer, Gita Kessler (Souffleuse), Kammerschauspielerin Barbara Blümel und Michael Kamp.

Nachdem das Kino im U in der vergangenen Spielzeit schon zum „Theater im U“ wurde, geht die Erfolgsgeschichte weiter. Das Schauspielensemble Harald Schwaiger, Michael Kamp und Richard Saringer vom „austroPott Schauspiel“ entführen uns nach „Kunst“ diesmal mit „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“ auf das Tanzparkett. Dabei gibt es ein Wiedersehen mit Kammerschauspielerin Barbara Blümel. Die Premiere ist am 16. November 2013.

In „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“ geht es um zwei unterschiedliche Menschen, die in ihrem Leben große Lügengebäude aufgebaut haben. Die Frau (Barbara Blümel), die einen Revuetänzer (Michael Kamp) engagiert, um Tanzen zu lernen, ist nicht mehr verheiratet, sondern schon seit einiger Zeit Witwe und der Tänzer ist auch nicht verheiratet, sondern schwul. Mit der Zeit fallen diese Lügengebäude zusammen und gegenseitige Zuneigung und Verständnis wächst. „Die Tänze sind ein wesentlicher Punkt in diesem Stück“, erzählte Michael Kamp. Wichtig ist aber auch, dass es „kein oberflächliches Stück ist. Es ist gute Unterhaltung mit Anspruch“, so Kamp weiter.

 

Wem das Stück bekannt vorkommen sollte, 2009 wurde es am Schauspiel Dortmund von Michael Gruner inszeniert. Daher gibt es die Möglichkeit, die Originalbesetzung wieder zu erleben. Neben der Premiere am 16. November, wird das Stück am 17., 23. und 30. November sowie am 15. Dezember gespielt.

 

Dazu wird „Kunst“ von Yasmina Reza wieder aufgeführt. Die Komödie, in der 200.000 Francs teures komplett weißes Bild die Freundschaft dreier Freunde auf eine harte Probe stellt, ist am 12. und 13. Oktober zu sehen, am 02. und 12. November sowie am 01. und 14. Dezember.

 

Der Vorverkauf beginnt sofort, die Karten bekommt man direkt an der Kasse des Dortmunder U, telefonisch unter 0231 99 320 430 und als Online-Ticket im Internet unter www.theater-im-u.de.

 

Die Preise sind

Vorverkauf € 16,50 / € 13,00 ermässigt

Abendkasse € 19,50 / € 16,00 ermässigt

 




Die zweite Etage des Dortmunder U verwaldet

Langsam, aber sicher soll sich die zweite Etage des Dortmunder U in einen Wald verwandeln.
Langsam, aber sicher soll sich die zweite Etage des Dortmunder U in einen Wald verwandeln.

Die zweite Etage des Dortmunder U wird Stück um Stück zu einem Wald. Die wachsende Ausstellung „Verwaldung“ vom 19. September bis zum 17. November 2013 im Rahmen des „New Industries Festival“ lädt Jugendliche und Kinder zum Mitmachen ein.

Noch sind manche Stationen der Ausstellung etwas kahl, doch das soll sich Schritt für Schritt ändern, so die Idee von Mechthild Eickhoff (Leiterin U“_kulturelle Bildung im Dortmunder U) und Kristina Knöpfer (Kurationsassistenz). Denn Jugendliche und Kinder können selbst aktiv werden und Fotos; Videos und Sounds von Bäumen, Parks oder Gärten einschicken (u2@dortmund.de, Stichwort: Verwaldung). Wer in der Textilverarbeitung firm ist, kann auch häkeln und Schals und ähnliches herstellen.

 

Es gibt eine „Chill-Station“, wo man auf Kissen entspannen und Naturgeräuschen und Gedichten über die Natur lauschen kann. Besonders lehrreich ist eine Art „Geräusch-Station“, in der die Besucher durch Sand, Laub, Müll, etc. gehen und den Unterschied hören können.

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Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind: Dienstag und Mittwoch 11 bis 18 Uhr, Donnerstag und Freitag 11 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei.

Infos unter www.dortmunder-u.de




Wenn der Berg ruft

Kuhglocken, ich will Kuhglocken. Bei der „Alpensinfonie“ von Richard Strauss wird dieser Wunsch erfüllt. Sein spätromantisches Werk lässt alles auffahren, was ein spätromantisches Orchester zu bieten hat: Zwei Hafen, Orgel, Klavier, eine Windmaschine und eben Kuhglocken. Zu hören war die Alpensinfonie im ersten philharmonischen Konzert, quasi das Debüt des neuen GMD Gabriel Feltz.

Unter dem Titel „Natur_Gewalten“ erklang zunächst vor der Pause Beethovens „Pastorale“. Auch wenn rund 100 Jahre zwischen beiden Werten lagen, in beiden ist Natur zu spüren: in ihrer Schönheit und ihrer Gnadenlosigkeit.

Interessant auch die Frage, wie dienen die Besucher mit dem neuen GMD? Nachdem der beliebte Jac van Steen gehen musste, konnte man auf die Reaktion gespannt sein. Das Ergebnis: Feltz kann durchaus zufrieden sein, die Basis für eine gute Zusammenarbeit zwischen GMD und Publikum ist gelegt.

Kommen wir zur Musik. Den Anfang machte – wie erwähnt – Beethoven. Die Dortmunder Philharmoniker, reduziert auf ein klassisches Orchester, spielten Beethoven routiniert. Er gibt im ersten Satz ein ordentliches Tempo vor, verbindet die beiden Allegros (3. und 4. Satz) und lässt das Gewitter grollen und den Kuckuck rufen. Beethoven bildete den Grundstein, die Basis für diesen Abend, mehr nicht. War auch nicht nötig, denn der Höhepunkt des Abends war die „Alpensinfonie“ und das zu Recht. Richard Strauss schafft es, aus einer sinfonischen Dichtung ein musikalisches Drama zu machen. Man kann den Aufstieg und den Abstieg des Wanderers durchaus als Metapher sehen. Die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Feltz schaffen es an diesem Abend, dem Stück nicht nur Knochen und Fleisch zu geben, sondern auch Seele. Kein Wunder, denn die Dortmunder Philharmoniker haben ihre Stärke deutlich in der romantischen Musik. Wenn alle verfügbaren Musiker auf der Bühne sind und außergewöhnliche Instrumente hervorgeholt werden, dann entfachen die Philharmoniker eine Macht und Kraft, die der Dirigent nur noch in die richtigen Bahnen zu lenken braucht. Daher war der Strauss auch der lebendigere, buntere, stürmischere und pathetischere Teil des Abends. Der sich auf jeden Fall gelohnt hat. Auch für eine Großstadtpflanze wie mich.

Vielleicht noch von Interesse, ein Interview mit dem GMD Gabriel Feltz.




Interview mit Opernintendant Jens-Daniel Herzog




Nur-Skulpturen im Torhaus

Dina Nur vor einem  ihrer Werke.
Dina Nur vor einem ihrer Werke.
Das Torhaus Rombergpark zeigt vom 22. September bis zum 13. Oktober 2013 Skulpturen der Künstlerin Dina Nur.

Im Sudan geboren und früh nach Deutschland gekommen, studierte sie Objektdesign an der Fachhochschule Dortmund und schloss es mit einem Diplom ab. Ihr Schwerpunkt lag auf der Bildhauerei. Seit 1990 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin und besitzt ein Atelier in der alten Zeche Dortmund in Dorstfeld.

 

Veranstalter der Ausstellung ist das Kulturbüro der Stadt Dortmund in Zusammenarbeit mit der Dortmunder Gruppe e.V..

Gezeigt werden sieben kleine und sieben große in von Stahlstäben gerahmte offene quadratische Kästen. Die großen Kästen sind etwa 80 cm² hoch.

„Die Kleinen habe ich im letzten, die Großen in diesem Jahr geschaffen“, verriet Nur.

 

Darin eingefasst sind mit Stahlstäben befestigte amorphe, nicht als konkrete Personen erkennbare Figuren aus Kunststein. Die Menschen-Figuren verharren in unterschiedlichen Positionen und Bewegungen.

An der linken Seite des Torhauses steht eine dieser Menschen-Figuren als Statue auf einem Sockel.

 

„Im Mittelpunkt meiner Kunst steht der Mensch allgemein. Ich arbeite hauptsächlich mit Stahl und Kunststein. Sonst auch mit Stahl und Beton. Meinen Skulpturen habe ich bewusst keine Namen gegeben, um den Betrachter Raum für eigene Assoziationen zu lassen. Dreht man die frei stehenden Stahlkästen, entsteht ein völlig anderer Blick auf die Figuren“, erklärte Nur.

 

Der ihren unterschiedlichen regen diese als Mensch erkennbaren, auf den ersten Blick „gleich“ aussehenden Figuren die Fantasie des Betrachters an.

 

Die Eröffnung der Ausstellung ist am Sonntag, den 22. September 2013 um 11.00 Uhr.

 

 

Öffnungszeiten:

dienstags bis samstags: 14.00 -18.00 Uhr

sonntags und feiertags: 10.00 – 18.00 Uhr

Eintritt frei




Interview mit Andreas Gruhn, Leiter des Dortmunder KJT

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Gefangen im Loop des Lebens

Das Leben ist eine einzige Wiederholung, oder vielleicht besser besagt: eine Sammlung von Loops, die zwar gemischt werden kann, aber im Kern immer gleich bleibt.
So ist in etwa die Interpretation von Regisseur Kay Voges und Dramaturg Alexander Kerlin, zu sehen bei der Premiere der Stückentwicklung „Das goldene Zeitalter – 100 Wege dem Schicksal die Show zu stehlen“.
(Foto: Eva (Eva Verena Müller) versucht den nicht hungrigen Adam (Caroline Hanke) zum Apfelessen zu überreden. (© Edi Szekely))

Erinnert sich noch jemand an das Video „Around the world“ von „Daft Punk“ aus dem Jahre 1987? Zur sich ständig wiederholenden Musik machten Gruppen von Tänzern ständig gleiche Bewegungen. Ähnlich fing das Stück an: Mit gleichen blonden Perücken und uniformem kurzen weißen Röckchen und blauem Oberteil gingen die sechs SchauspielerInnen ( Björn Gabriel, Caroline Hanke, Carlos Lobo, Eva Verena Müller, Uwe Schmieder und Merle Wasmuth) in Wiederholungsschleifen roboterhaft nacheinander eine Treppe hinunter. An der rechten Seite der Bühne war eine Ecke mit einer Schlafgelegenheit eingelassen. Auf der linken Seite befand sich ein Kücheninterieur aus der 70er-Jahre-Hölle. Tisch, Sitzecke, orange Plastiklampe plus Plastikuhr. Darüber befand sich die technische Schaltzentrale von Videokünstler Daniel Hengst und Singer-Songwriter Tommy Finke. In Hintergrund der Bühne war eine Videoleinwand, auf der Texte und Szenenwiederholungen eingebaut wurden.

 

Das Stück hätte jetzt natürlich ewig so weitergehen könne, aber Voges und Kerlin hatten sich eine Besonderheit ausgedacht: Kay Voges saß im Zuschauerraum und gab per Mikrofon kurze Regieanweisungen. Das erinnerte an ein Improvisationstheater oder an die Sendung „Schillerstraße“. Auf Regieanweisungen wurden quasi neue Loops entwickelt und dargestellt.

 

„Das Goldene Zeitalter“ behandelte in den knapp drei Stunden natürlich nicht nur das Thema „Wiederholung“, es ging auch um Begriffe wie „Freiheit“, „Erlösung“ oder um die Frage „Wo komme ich her?“. Basiert meine Existenz quasi auf eine Wiederholung des Lebens mit Variationen (Sprich Evolution) oder bin ich von einem Schöpfer geschaffen (schöne Szene mit Uwe Schmieder auf dem Klo sitzend gefilmt wurde und die Genesis erzählt)? Jedenfalls waren Adam und Eva die absoluten Publikumslieblinge. In knuffigen Kostümen (nein, kein Adamskostüm) spielten sie ein Ehepaar, das sich gegenseitig ordentlich annervt. Wenn dass das Paradies sein soll, dann doch lieber die Hölle.

 

Im Mittelpunkt stand der Mensch, der in seinen Wiederholungen gefangen ist. Ist er ein Individuum oder nur Masse? Aufstehen, der tägliche stupide Tagesablauf (passend dazu zwei schöne Texte von Tschechow), schlafen (herrlich Uwe Schmieder als Deutscher Michel, der in seinem Kostüm eher aussah wie Louis de Funes in „Balduin, das Nachtgespenst).

 

Was ist nun die Wiederholung: Fluch oder Segen? Dämon oder Gott? Diese Frage stellte sich schon Nietzsche in der „Fröhlichen Wissenschaft“.? Kein Wunder, dass der Text, gesprochen von Björn Gabriel, eine zentrale Rolle spielt und auf Anweisung mehrfach wiederholt wurde.

 

Aber gibt es eine Möglichkeit, diesem Kreislauf von Wiederholungen zu entkommen? Für die Buddhisten gibt es das Nirwana, in unserem Kulturkreis spricht man eher von „Erlösung“. Dargestellt durch die arme Raupe Nimmersatt (Eva Verena Müller), die stirbt und unter Klängen von Wagners „Parsival“ als Schmetterling wiedergeboren wird.

 

Letztendlich war es für die sechs SchauspielerInnen wie für die Zuschauer ein harter, aufreibender Abend. Einige von ihnen nahmen die angebotene Möglichkeit wahr, kurz etwas zu trinken und dann wiederzukommen. Großes Lob gebührt auch an Daniel Hengst und Tommy Finke, die Sound, Musik und Video zu einem wichtigen Element der Aufführung werden ließen. Kleine Kritik: Manche „Loops“ waren vielleicht etwas zu lang.

 

Kein Abend wird wie der andere sein, Wiederholungen sin d in diesem Falle also ausgeschlossen. Die nächsten Möglichkeiten das Stück zu sehen sind am 21. September, 09. und 17. Oktober, 17. November und 04. sowie 21. Dezember 2013.

 




Interview mit GMD Gabriel Feltz