MKK zeigt Werke aus der Provenienz Alfred Flechtheims

"Othello" von Anselm Feuerbach. Erwoben 1924 von Alfred Flechtheim.
„Othello“ von Anselm Feuerbach aus dem Jahre 1871 im Museum für Kunst und Kulturgeschichte. Erwoben 1924 von Alfred Flechtheim.

Der Galerist Alfred Flechtheim (1878-1937) gehörte zu den bedeutendsten Kunstsammlern und -händlern des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts. Vor allem seiner Liebe zu moderner Kunst sorgte für eine breitere Akzeptanz dieser Werke. Durch den Nationalsozialismus verlor Flechtheim, der jüdischer Herkunft war, seine Basis und starb 1937 verarmt in London.

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) hat in den 1920er Jahren einige Werke von der Galerie Flechtheim erworben, aber Flechtheim hat dem Museum auch einige Kunstwerke geschenkt. Er war Dortmund sehr verbunden, denn nicht nur seine Mutter, sondern auch seine Ehefrau Betty Goldschmidt stammte aus Dortmund. Zudem wollte Flechtheim nicht, das Westfalen in der modernen Kunst hinter der Rheinschiene zurückfiel, vermutete Ulrike Gärtner, die Kunsthistorikerin, die sich seit einigen Jahren mit der Geschichte der Kunstwerke Flechtheims beschäftigt. Denn neben Münster bekam auch Dortmund von Flechtheim Kunstgeschenke. So kam das Städtische Kunst- und Gewerbemuseum, wie das MKK damals hieß, in den Besitz von insgesamt 33 Kunstobjekten (Gemälde, Grafiken, Spuren).

 

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden 18 Werke wegen „Entartung“ beschlagnahmt. Ein Werk konnte 1954 wieder in den Dortmunder Besitz gelangen: „Ruhrtal bei Herdecke / Blaue Berge von Christian Rohlfs aus dem Jahre 1902. Ab sofort sind hier im Rahmen des Projekts zehn Werke aus der Galerie Flechtheim zu sehen. Zu den Arbeiten – fünf Gemälde, fünf Skulpturen – gehören unter anderem „Götz von Berlichingen“ (Lovis Corinth, 1917, Öl/Leinwand), „Fußballspieler“ (Renée Sintenis, 1927, Bronzeskulptur) sowie Werke von Julius Bretz, Max Clarenbach, Ernesto de Fiori, Anselm Feuerbach, Georg Kolbe und Christian Rohlfs. Versehen mit ausführlichen Beschriftungen werden sie in der Gemäldegalerie (Dauerausstellung) des Hauses gezeigt.

 

Öffnungszeiten des Museums für Kunst und Kulturgeschichte, Hansastraße 3, Dortmund: Dienstag, Mittwoch, Freitag, Sonntag von 10 bis 17 Uhr, Donnerstag von 10 bis 20 Uhr, Samstag von 12 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt 2,50 Euro.




Interview mit Oscar Musinowski

Er ist der Dritte im Bunde der neuen Schauspieler im Ensemble Dortmund: Oscar Musinowski. Nach Carlos Lobo, Merle Wasmuth hat Ars Tremonia nun auch Musinowski vor die Videokamera bekommen.

Ars Tremonia sprach mit Oscar Musinowski über seine geplante Karriere als Fußballer, wie er zum Schauspiel kam, wie seine ersten Premieren bei „Peer Gynt“ und „Drama Queens“ liefen, ob seine Schauspielkollegen ihn gut aufgenommen haben und in welchen Produktionen er diese Spielzeit noch zu sehen ist.

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Ballett entführt nach Wien

Nach dem großen Erfolg des Begleitprogramms rund um das Erfolgsballett „Der Traum der roten Kammer“ von Xin Peng Wang, gibt es erneut eine Reihe in Harenberg City Center (HCC), die sich um das neue Handlungsballett „Geschichten aus dem Wiener Wald“ dreht. Thema ist – natürlich – Wien.

„Die Wiener sind stille, leise Anarchisten“, sagte Chefdramaturg Dr. Christian Baier bei der Vorstellung des Begleitprogramms. Er muss es wissen, denn er ist Wiener. In Wien ist der Wiener Schmäh zu Hause und die Liebe zur Morbidität, denn schließlich ist der Tod ein Wiener.

 

Doch keine Angst, es wird nicht zu schwermütig. In den fünf Veranstaltungen, vier vor der Premiere und eine danach, wird es um Tanz, Kulinarik und Musik gehen.

 

In der ersten Veranstaltung am 26. Oktober um 19 Uhr, dem österreichischen Feiertag, steht das HCC unter dem Motto „Küss die Hand, Frau Jazz“. Die beiden Jazzmusiker Franz Koglmann und Oskar Aichinger werden die verschiedenen Jazz-Stile zu einem bekömmlichen Cocktail zusammen mischen.

 

Doch nicht nur die Ohren bekommen Genuss, sondern auch der Gaumen: Es gibt original Wiener Küche.

 

Wer dabeisein möchte, kann sich Karten beim HCC oder beim Theater Dortmund 0231 50 27222 kaufen. Der Kartenpreis beträgt 60 € zuzüglich Getränke.




Auf der Suche nach dem Wirtschaften

Regisseur Jens Heitjohann im U-Turm, der ersten Station des Rundgangs durch das Unionviertel.
Regisseur Jens Heitjohann im U-Turm, der ersten Station des Rundgangs durch das Unionviertel.

Das Unionsviertel ist ein Ort mit langer Geschichte des Wirtschaftens. Waren früher Kohle, Stahl und Bier die maßgeblichen Wirtschaftsfaktoren, sind es heute kleine Läden und ein Hauch von Kunst und Kultur. Der Hartware MedienKunstVerein läst Menschen ein, um das Unionsviertel und seine Bewohner unter dem ökonomischen Standpunkt in einem Rundgang zu erkunden. Der Titel dafür lautet „I promise, I am the Future“ und wurde von Regisseur Jens Heitjohann für das „New Industries Festival“ konzipiert. Ars Tremonia war mit auf einem Presserundgang.

Neben meiner Wenigkeit war Kai-Uwe Brinkmann von den Ruhr-Nachrichten mit auf der Tour. Bis zur ersten Station begleitete uns auch noch Fotograf Dieter Menne (ebenfalls RN). Der Rundgang beginnt normalerweise im U-Turm. Hier bekommt der Teilnehmer über ein Tablet-PC von zwei ehemaligen Mitarbeitern der Union-Brauerei erklärt, wie die Arbeit in dem ehemaligen Kühlturm vonstatten ging. Theoretisch, denn auf dem Presserundgang funktionierte es noch nicht, daher fingen wir mit der zweiten Station an.

 

Nach dieser Einführung in die ehemalige Arbeitswelt, werden die Teilnehmer am Eingang von einer Performerin abgeholt, die ihre Lebensgeschichte erzählt. Dabei geht es darum, dass ihr Wunsch nach Teilhabe an der Arbeitswelt häufig kein Gehör findet. Überqualifiziert und zu alt, das sind die häufigsten Bremsklötze, die man ihr in den Weg wirft.

 

Während des Gespräches gingen wir zur St. Suitbert-Kirche, in der sich die spanische Mission befindet. Hier übernimmt der nächste Performer, der sich als waschechter katholischer Priester entpuppt. Leider steckte der Pfarrer zur Zeit des Presserundgangs in einem Stau, doch Dramaturgin Aline Benecke erzählte, dass es in dieser Station einerseits um das Thema „Vertrauen“ gehe und andererseits um die Situation der spanischen Gastarbeiter, die in den 60er Jahren nach Dortmund kommen. Darüber hinaus lauscht der Pfarrer „progressive Rock“ (hört, hört!).

 

Leider musste auch die nächste Station übersprungen werden, der tamilische Fernsehsender. Im Unionsviertel gibt es eine lebendige tamilische Community, die neben Restaurants und Supermärkten auch einen Fernsehsender betreibt. Leider konnten wir nicht in den Genuss einer Synchronisation kommen, aber diese Station könnte sicherlich das Highlight des Rundgangs werden.

 

Daher gelangten wir zu einer Frau, die vor rund 20 Jahren aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland gekommen ist. Nach Anfangsschwierigkeiten arbeitet sie als Ergotherapeutin, träumt aber davon, mit 56 Jahren noch einmal etwas Neues anzufangen. Begonnen hat sie damit, auf dem Platz einer ehemaligen Baumscheibe in Eigenregie einen kleinen Garten zu bauen.

Wieder hieß es, während des Gespräches (eigentlich ein Monolog) gingen wir erneut spazieren, diesmal sogar über das Unionsviertel hinaus Richtung Althoff-Block.

 

Dort besuchten wir eine Wohnung, wo uns ein langjähriger Vollzugsbeamter erklärte, was der Staat tut, um Schulden einzutreiben. Welche Möglichkeiten es gebe, seine Kooperation zu zeigen und welche Konsequenzen es habe, wenn man partout nicht bezahlen will. Am Ende seines Vortrages konnten wir Fragen stellen, was die Situation doch sehr entspannte.

 

Zur nächsten Station ging es überraschenderweise mit dem Taxi. Dort sollte eigentlich aus dem Radio ein Text über Banker ertönen, doch das hatte irgendwie nicht geklappt oder es ist untergegangen. Jedenfalls lernten wir in einem leeren Ladenlokal an der Rheinischen Straße Reinhard Stuttmann kennen, der lange Zeit seines Lebens damit verbracht hat, auf Seminaren und Kongressen Menschen über Steuern, Geld, Rente etc. zu informieren. Dabei lernte er Zaubertricks und konnte seine Veranstaltungen etwas auflockern. Sein Thema bei der Tour ist: Was würdest du tun, wenn du ein Jahr zur freien Verfügung hättest? Es kann gut sein, dass es für Leute, die jahrzehntelang im Hamsterrad laufen eine Befreiung sein könnte. Doch was ist mit den Leuten, die zwangsweise das ganze Jahr „frei“ haben?

 

Geschafft! Das Hoesch-Verwaltungsgebäude war die letzte Stationa uf dem Rundgang.
Geschafft! Das Hoesch-Verwaltungsgebäude war die letzte Station auf dem Rundgang.

Danach ging es zum Salon Atelier in der Adlerstraße. Hier werden beim „richtigen“ Rundgang zwei Elfjährige die Teilnehmer bis zum Hoesch-Verwaltungsgebäude (dem ehemaligen Versorgungsamt) an der Rheinischen Straße führen. Eins der beiden Mädchen war auf Klassenfahrt, so dass auf dem Presserundgang ein älterer Ersatz mitging. Im Text, der dialogisch vorgetragen wurde, ging es um Utopien künftiger Wirtschaftsformen. Ob die nun auf Selbstversorgungsbasis basiert (Solarzellen auf dem Dach und Windrad im Garten sorgen für Strom), wie in den Texten formuliert, bleibt wohl abzuwarten. Jedenfalls fand ich es mühsam, auf der vorletzten Station einem sehr hochgestochenen Text zu folgen, der auch nicht von Kindermund stammt.

 

Zum Schluss stand das ehemalige Verwaltungsgebäude von Hoesch auf dem Programm, auch bekannt als ehemaliges Versorgungsamt. Hier gab es wie am Anfang über Kopfhörer Informationen über Hoesch. Dazu mussten wir auch in die vierte Etage. Ohne Fahrstuhl, wohlgemerkt.

 

Fazit: Wer jetzt sagt, das klingt ja so ähnlich wie „Crashtest Nordstadt“, dem kann ich sagen: Ja, das stimmt. Auch hier geht es primär darum, ehe unbekannte Orte und Menschen zu treffen, die eine besondere Geschichte zu erzählen haben. Auch die große Klammer, die Ökonomie, ist ähnlich. Ein Spielelement, wie es bei den Crashtests existierte, fehlt aber völlig. Das ist zunächst einmal ein großer Unterschied.

Das Wichtigste: Die Teilnehmer sollten sehr gut zu Fuß sein. Da es sehr lange Laufstrecken gibt und im Hoesch-Verwaltungsgebäude die Aufzüge wohl außer Betrieb sind, ist die Tour für Menschen mit Gehbehinderungen oder mit Kinderwagen völlig ungeeignet. Auch die fehlenden Trinkgelegenheiten wurden bemängelt, dabei wäre es eigentlich kein Problem, in der Wohnung mit dem Vollzugsbeamten etwas Wasser hinzustellen.

Wenn alle Stationen einsatzbereit sind, ist eine geplante Dauer von ca. zwei Stunden leicht optimistisch.

NEW INDUSTRIES FESTIVAL: Jens Heitjohann – I promise, I am the Future – Performativer Rundgang

Dortmunder Unionviertel

13. Oktober 2013 | 13:00 Uhr
20. Oktober 2013 | 13:00 Uhr
27. Oktober 2013 | 13:00 Uhr
03. November 2013 | 13:00 Uhr
10. November 2013 | 13:00 Uhr
17. November 2013 | 13:00 Uhr

Anmeldung:
Begrenzte Teilnehmerzahl (maximal drei Personen pro Rundgang), Anmeldungen nur telefonisch unter 0231-47 63 668 (HMKV im Dortmunder U)

Eintrittspreis: 5 €, keine Ermäßigung




Bilderpracht in Rot-Orange

Karl Bathe vor einem seiner Bilder, die die Arbeit in einem Stahlwerk zeigen.
Karl Bathe vor einem seiner Bilder, die die Arbeit in einem Stahlwerk zeigen.

Das Hoesch-Museum zeigt vom 13. Oktober 2013 bis zum 2. Februar 2014 in einer Sonderschau 23 Bilder in Acryl- und Aquarelltechnik von Karl Bathe unter dem Titel „Ein Hoeschianer malt seine Arbeitswelt“. Bathe, Jahrgang 1930 begann seine Arbeitslaufbahn als Dekorationsmaler, um danach bei Hoesch anzufangen.

Rot-Orange ist die beherrschende Farbe in Bathes Werken. Der glühende Stahl, seine Herstellung und Verarbeitung hat ihn immer noch in den Bann gezogen. So leuchten die meisten seiner Bilder und es scheint von ihnen Hitze auszugehen.

 

Sein Malstil ist reduziert, Menschen sind nicht mehr als Individuen erkennbar, aber als Formen, ähnlich wie die Werksanlagen. Bathe arbeitet viel mit der Wirkung von Farbe und setzt Komplementärfarben ein, um die Wirkung seiner Bilder zu verstärken. Hitze, Dreck, Staub und Geräusche. In seinen Bildern wird diese Kraft, die ein Stahlwerk hatte wieder lebendig.

 

Karl Bathe war seit 1968 Mitglied des Kunstverbandes „Dortmunder Kreativkünstler 68“, 30 Jahre lang als Vorstandsmitglied. „Wir waren 30 Leute im Kunstverband und haben jedes Jahr drei Ausstellungen gemacht“, erzählte er.

Seit 1986 ist er im Vorruhestand und nutzt die freie Zeit, um sich dem Malen hinzugeben. So entstand ein Großteil seiner Werke von 1986 bis heute.

 

Die Ausstellung „Ein Hoeschianer malt seine Arbeitswelt“ wird am Sonntag, 13. Oktober, um 11 Uhr eröffnet. Nach einer Begrüßung durch Götz Kalthoff, stellvertretender Vorsitzender der Freunde des Hoesch-Museums e.V., führt Kurator Michael Dückershoff in die Schau ein.

 

Öffnungszeiten des Hoesch-Museums, Eberhardstraße 12, Dortmund: dienstags und mittwochs von 13 bis 17 Uhr, donnerstags von 9 bis 17 Uhr, sonntags von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet 1,50 Euro, ermäßigt 0,75 Euro.

 

Einige Beispiele seiner Werke: [imagebrowser id=3]




Musikalische Nachtgedanken

„nacht_stücke“ hieß das Programm des 2. Philharmonischen Konzertes am 08. und 09. Oktober im Konzerthaus und präsentierte Werke von Ravel, Debussy und Mozart. Am Dirigentenpult stand Stefan Solyom.

Exit light – enter night. Das war jedenfalls das Motto des Abend, obwohl das Lied des Komponistentrios Hetfield, Ulrich und Hammett (besser bekannt als „Enter Sandman“) nicht zur Aufführung kam. So sorgte vor allem Claude Debussy zu Beginn für wohlige Schauer mit seinen „Trois Nocturnes“. Nachtbilder, Wechsel zwischen Mondlicht und Schatten, vor allem der dritte Satz „Sirènes“ weckte wohlige Schauer. Die Frauen des sinfonischen Chors der Chorakademie erzeugten mit den Philharmonikern eine Stimmung wie bei einer wolkenbehangenen Vollmondnacht.

 

Eine Besonderheit war das Konzert für Klavier und Orchester D-Dur von Maurice Ravel. Der Komponist hatte es für den Pianisten Paul Wittgenstein geschrieben, der im Ersten Weltkrieg seinen rechten Arm verloren hatte. Daher wird es einhändig, für die linke Hand, aufgeführt. Herbert Schuch am Klavier interpretierte das Werk meisterhaft. Hin und wieder hörte man aus dem Werk Ravels den Schrecken des Weltkrieges heraus. Ruhige Passagen wechseln sich mit gehetzten Takten ab, eine Reminiszenz an die Grabenkämpfer, die Tag und Nacht mit Angriffen und Bombardements rechnen mussten.

 

Nach der Pause kam Mozart mit seinem bekanntestes Stück über die Nacht: Die „kleine Nachtmusik“. Das Stück, eigentlich ein Kammermusikstück für Violinen, Bratsche, Violoncello und Kontrabass, wurde von Solyom mit der Streichbesetzung der Philharmonie gespielt. Vom Namen her passt die „kleine Nachtmusik“ natürlich ins Programm, von ihrer Klangfarbe gehört sie eher in einen lauen Abend. Besser passte schon Mozarts „Prager-Sinfonie“ ins Thema, vor allem durch seinen letzten Satz, dem Presto. Violinen und Holzbläser sorgten für eine schwebende Stimmung zwischen Nacht und Tag. Zwielicht.

 

Stefan Solyom führte die Dortmunder Philharmoniker konzentriert durch den Abend, den verdientermaßen größten Applaus erhielt Pianist Herbert Schuch, der sich mit einer Zugabe vom Publikum verabschiedete.




Weltbilder in der Artothek

 

Barbara Hein-Dafdar beim Interview vor einem ihrer Wüstenbilder.
Barbara Hein-Dadfar beim Interview vor einem ihrer Wüstenbilder.

Malerei und Grafiken von Barbara Hein-Dadfar zeigt die Artothek der Stadt- und Landesbibliothek bis zum 19. November. Ihre Acrylbilder zeigen vornehmlich Landschaften, während ihre Grafiken Menschen zeigen. Besonders dabei ist: Die Grafiken werden mit persischen Wortstempeln gedruckt.

Hein-Dadfar unterrichtete Kunst und ist seit 2001 freischaffende Künstlerin. Ihre Landschaftsbilder zeigen beispielsweise den Himalaya oder die Sahara, Orte, die die Künstlerin selbst besucht hat.

Ihre Grafiken wirken aus der Ferne wie Radierungen, wenn man näher hinschaut, sieht man, dass das Bild aus arabischen Schriftzeichen zusammengesetzt wird.

 

Ich habe drei verschiedene Stempel benutzt“, erklärte Hein-Dadfar. „Die Schriftzeichen für Frieden, Freiheit und Gleichheit.“

 

Die Öffnungszeiten in der Artothek: dienstags und freitags von 10 bis 19 Uhr.

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Ausstellung zeigt Zwischenräume im Ruhrgebiet

Foto: Bernd Langmack, Duisburg- Bruckhausen, Hubertusstraße, Thyssen- Krupp Hüttenwerk, 2009
Foto: Bernd Langmack, Duisburg- Bruckhausen, Hubertusstraße, Thyssen- Krupp Hüttenwerk, 2009

Bis zum 17. November zeigt die Etage U1 der TU Dortmund im U-Turm im Rahmen des „New Industrial Festival“ die Ausstellung „RUHRBAN- Zwischenräume“. Hier geht es darum, ein Bild des Ruhrgebiets zu zeigen, das abseits der üblichen Bilder liegt. Dafür werden Karten, Fotos und Filme gezeigt.

Die Ausstellung orientiert sich an vier Hauptthemen und zwei Nebenthemen, erläuterte Ausstellungskurator Jan Polívka. „Im Bereich ‚Kerne und Adern‘ wird das eigentliche Gerüst des Ruhrgebiets thematisiert. ‚Systemräume‘ beschreibt die neue Stadt. Hier haben sich Räume stark geändert, beispielsweise durch ein Shoppingcenter oder durch die Rückgabe an die Natur.“
Ein weiteres wichtiges Thema sind die „Zäsuren“ wie beispielsweise Bahnanlagen, die Siedlungen nicht nur räumlich trennen, sondern auch sozial. Zuletzt wird den „Inneren Rändern“ Aufmerksamkeit geschenkt. Sie sind die Wohnbereiche mit Grün, die es im Ruhrgebiet an vielen Stellen gibt. Die beiden Nebenthemen behandeln den Abriss in Duisburg-Bruckhausen und die Bodenwerte im Ruhrgebiet.
„Der Strukturwandel und die Ruhrgebietsfolklore ist kein Thema“, stellte Polívka klar. Es gehe eher darum, wie wir mit den Räumen umgehen, welche Chancen es gebe.
Das wird in Karten, Filmen und Fotos gezeigt. „In meinen Filmen geht es um Menschen, die
das Ruhrgebiet bespielen. Das Ruhrgebiet ist eigentlich eine ‚unordentliche‘, schwer zu greifende Landschaft“, erklärte Filmemacher Christoph Hübner.
Fotograf Bernd Langmack ergänzte: „Ich zeige nicht nur Räume, sondern auch dort lebende und arbeitende Menschen. Es gibt einen Trend im Ruhrgebiet, dass man sich immer nur von seiner schönen Seite zeigen will.“
Begleitend dazu erarbeiteten Studierende der TU Dortmund neues Kartenmaterial zuk Ruhrgebiet wie beispielsweise eine Karte der Bodenwerte. Hier wird deutlich , dass nicht im Zentrum, sondern im Süden des Ruhrgebiets die Bodenpreise am teuersten sind.




Anorganisch organisch

Bis zum 16. November zeigt die Galerie 143 in der Rheinischen Straße 143 acht Arbeiten der Künstlerin Barbara Koch. Die Werke aus Silikon unter dem Titel „Sweet Poison“ mäandern zwischen anorganischem und organischem Material.

Silikone sind ein merkwürdiges Material: Es nimmt eine Zwischenstellung zwischen organischer und anorganischer Materie ein. Und so erinnern Kochs Arbeiten an eine Auseinandersetzung dieser Prinzipien.

Bei einigen Werken hat man durch die Verarbeitung und Farbgebung die Vorstellung von Wachskerzen, in einem anderen Werk scheint sich eine fremde Substanz dem Untergrund zu bemächtigen und bildet eine Einheit wie Spaghetti mit Sauce.

Generell steht bei der Künstlerin das Organische im Vordergrund: Das Ergebnis sind Lebewesen oder Formen aus der Natur, die z.B. an Pilze, Tentakel, Fühler, Bakterien oder auch Tierschnauzen erinnern. Manchmal scheinen sie aus der Wand zu kommen, wie die rosa Pilze, die schon vorher in der Ausstellung „Ausnahmezustand“ im Dortmunder Künstlerhaus zu sehen waren.

Galerie 143
Rheinische Straße 143
44147 Dortmund
E-Mail:   info@galerie143.de
URL:       www.galerie143.de

Öffnungszeiten Freitag und Samstag 16 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung




Vater. Sohn. Mann.

In den Mittelpunkt rückt die nicht unproblematische Generationenfrage der beiden großen deutschen Autoren: auf der einen Seite der „große Alte“, Nobelpreisträger, bedeutendster deutscher Epiker seiner Zeit, der mit seiner Sexualität im Unreinen – auf der anderen Seite der Junge, im Schatten Thomas‘ mit der Frage beschäftigt, was er dem großen Werk des Vaters entgegenzusetzen hat.

Dabei entpuppt sich Klaus schon vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten als politisch Denkender. Während Thomas Mann zunächst zögerlich erscheint, begreift Klaus schon früh die Konsequenzen der Diktatur für ihn und die Gesellschaft.

Zeitgeschichtliche Stationen der Geschichte des Vaters und des Sohnes Mann sind die wilden 20-er, das Exil in den 30-ern, sowie die Zeit in Amerika und das neue Deutschland in den 40-er Jahren bis zum verzweifelten Ende von Klaus Mann.

Die Lesenden veranschaulichen in szenischer Dichte die zerbrechliche Beziehung von Vater und Sohn: Klaus‘ Ringen um Anerkennung durch den über Gefühle erhabenen „Zauberer“. Gleichzeitig erweist der Vortrag den beiden Schriftstellern respektvoll die ihnen gebührende Ehre.

 

Vorstellung:

SO 13.10.2013 um 19 Uhr

Eintritt: VVK 13 € / 8 € erm.

AK 15 € / 10 € erm.

Kinder bis 14 J. VVK + AK 5 €

Ort: Theater im Depot, Immermannstr. 29, 44147 Dortmund, www.depotdortmund.de

Erarbeitet und vorgetragen von André Wülfing und Michael Em Walter