Ballettdirektor Xin Peng Wang im Interview mit Ars tremonia.
Ars tremonia führte ein Interview mit dem Dortmunder Ballettdirektor Xin Peng Wang über die Schwierigkeiten seiner Produktion „Der Traum der roten Kammer“ in Hong-Kong und über die kommende Spielzeit 13/14, die am 09. November mit „Drei Farben: Tanz“ eröffnet wird.
Das Ballett „Der Traum der roten Kammer“ liegt Xin Peng Wang am Herzen. Das spürt man deutlich bei seiner Antwort auf die Frage nach den Unstimmigkeiten in Hong-Kong. Doch auch über die kommenden Produktionen wie „Drei Farben: Tanz“ oder „Geschichten aus dem Wiener Wald“ gibt der Ballettdirektor Auskunft. Daher ist das Video etwas länger geworden, aber es lohnt sich.
Vom 05. November bis zum 31. Januar 2014 zeigt die IHK zu Dortmund großformatige Bilder der Künstlerin Ute Hoeschen. Der Titel der Ausstellung lautet „Zeitenwechsel“. Ute Hoeschen malt diesen Zeitenwechsel in unterschiedlichen Orten: im Revier, in Ungarn und in Venedig.
„Da macht ein Hauch mich von Verfall erzittern.“ Diese Zeile aus dem Gedicht „Verfall“ von Gerog Trakl passt wunderbar auf die Ausstellung von Ute Hoeschen. Sie ist fasziniert vom Morbiden, vom Verfall und findet in den drei besuchten Orten Ruhrgebiet, Budapest und Venedig natürlich eine Menge an Motiven. „Das ist alles Erlebtes, alles eigenes Gesehenes“, betonte die Künstlerin. Da ist ein altes Industriegebäude im Revier, das schon überall Rost ansetzt, da ist Venedig mit ihren morbiden Häuserschluchten, da ist Budapest mit seinen im Verfall befindlichen Innenhöfen.
Dabei zeigt uns die Künstlerin den Verfall nicht im Detail. Ihre Kunst besteht darin, das Konkrete mit dem Abstrakten zu verbinden, so dass eine präzise, klare Form übrigbleibt. Man muss den Verfall an den Fassaden in Venedig gar nicht mikroskopisch beobachten können. Hoeschen zeigt in ihren großformatigen Werken, dass allein Farben und Formen ausreichen, um dem Betrachter das Gefühl zu geben, in den dunklen Ecken von Venedig zu stehen.
35 Bilder zeigt die Künstlerin in den Hallen der IHK. Die IHK ist geöffnet von Montag bis Donnerstag von 8 Uhr bis 17 Uhr und am Freitag von 8 Uhr bis 15 Uhr.
Beat meets Bratsche
Bei der Generalprobe im Konzerthaus: Beatamines& David Jach mit Dirigent Philipp Armbruster und den Dortmunder Philharmonikern.
Einen großartigen Erfolg konnte das 1. Konzert für Junge Leute am 04.11.2013 verbuchen. Die Dortmunder Philharmoniker unter der engagierten Leitung von Philipp Armbruster und Beatamines & David Jach groovten das Konzerthaus mit einer Weltpremieren: Dem Remix von „The Planets“ von Gustav Holst. Wer vorher dachte, Beats und Bratschen vertragen sich nicht, der muss ab Montag umdenken.
Die Eingangshalle des Konzerthaus bot einen ungewöhnlichen Anblick: Sehr viele junge Leute, doch auch traditionelles Konzertpublikum war ab und an zu sichten. Ein Spielehersteller würde sagen: Von 9 bis 99 Jahren. Und so unterschiedlich waren vermutlich die Erwartungen. Bei den Jüngeren standen sicher Pascal Augner von Beatamines & David Jach im Vordergrund, während bei den Konzerthausgängern die Frage im Mittelpunkt stand, wie schlagen sich die Philharmoniker mit den Elektronik-Musikern. Um die Frage sofort zu beantworten: Sehr gut. Schon vom ersten Takt an spürten alle Besucher, dass sie Augen- und Ohrenzeugen von einem ganz besonderen Konzert waren. Es war kein Abklatsch á la „Orchester X spielt Songs von Queen oder Abba“, sondern es entstand etwas Gemeinsames. Es war zu spüren, dass sich die Philharmoniker mit House ebenso auseinander gesetzt haben wie Beatamines & David Jach mit Holst. Es war keine Überstülpung von Holsts Werk, sondern eine Ergänzung, fast eine Fortführung.
„Die Planeten“ boten sich natürlich an. Gustav Holst nimmt hier quasi die künftige Filmmusik von John Williams und anderen schon vorweg. Von Star Wars bis hin zu Star Trek, alles ist in seiner Musik bereits vorhanden. So entführten uns die Philharmoniker mit ihren besonderen Solisten in den Weltraum und wir besuchten die Planeten.
Wie es sich bei einen „richtigen“ Konzert mit House gehört, gab es auch Lichteffekte. Rot, Grün, Weiß: Hinter den Philharmonikern leuchtete es und ab und an zogen Nebenschwaden auf. Toni Haupt war für das Lichtdesign zuständig und kreierte eine passende Lichtstimmung zu der Musik.
Wie bereits erwähnt: Das Publikum war verhältnismäßig jung, doch während des Konzertes äußerst diszipliniert im fast ausverkauften Konzerthaus. Es wurde erst bei den beiden Zugaben mitgetanzt und mitgeklatscht, dann aber auch mit großer Begeisterung.
Ein Konzert von dem jeder etwas hatte: Die Musiker konnten sich gegenseitig kennenlernen, das eher klassisch orientierte Publikum lernte, dass House nicht Krach bedeutet, die Jüngeren lernten, dass klassische Musik und vor allem der „olle“Holst auch „cool“ sein können. Allen Beteiligten, vor allem aber Barbara Volkwein, die dieses Konzert organisiert hat, muss man ein großes Lob aussprechen. Wieder hat Dortmund gezeigt, dass es hochwertige kulturelle Sternstunden setzen kann und offen für Experimente ist. Mehr davon!
Erinnerungen, die nicht vergessen werden dürfen
Heinrich Peuckmann mit seinem Gedichtband „Erinnern.Vergessen“.
Den Kamener Autor Heinrich Peuckmann kennt man als Krimiautor, als Kinderbuchautor oder Erzähler Kamener Familiengeschichten. Jetzt ist im Lychatz Verlag ein Gedichtband erschienen. Herausgekommen ist ein sehr persönliches Werk.
Die schönsten und berührendsten Gedichte in diesem kleinen Buch mit seinen 87 Seiten sind die, in denen Peuckmann seine Leserinnen und Leser mit auf seine persönliche Reise nimmt. Sei es „Vogelhof“ oder „Zuletzt“, das vom Abschiednehmen von Peuckmanns Vater handelt. Auch die NS-Zeit oder der Ruhrkampf thematisiert er in seinen Gedichten, aber unter dem Gesichtspunkt: Wie haben sie sich in dieser Zeit verhalten.
Eine Besonderheit, die das Buch auszeichnet, sind die Grafiken von Willy Sitte. Sitte, einer der großen Maler der DDR, war seit der Wende mit Peuckmann befreundet und daher erlaubten es die Erben, dass er viele Grafiken in dem Band aufnehmen konnte. Grafiken und Gedichte ergänzen sich ganz wunderbar.
Heinrich Peuckmann stand Ars tremonia für ein Interview zur Verfügung.
Ars tremonia: Wie sind Sie auf den Titel „Erinnern. Vergessen“ gekommen?
Peuckmann: Das ergab sich aus den Gedichten, die ich zu dieser Zeit geschrieben habe. Es gibt einen Faden, der die Gedichte inhaltlich zusammenhält. Dabei geht es auch immer um das Vergessen. Manches ist es wert, vergessen zu werden, manches sollte vergessen werden, aber manches darf nicht vergessen werden und an manches sollte man sich erinnern. Um diese beiden Begriffe drehen sich fast alle Gedichte.
Ars tremonia: Das Buch ist in fünf Kapitel aufgeteilt. Das erste Kapitel dreht sich um Naturbeobachtungen. Warum?
Peuckmann: Ich gehe gerne spazieren und gehe gerne in den Garten. Da sind Gedichte aus der Perspektive desjenigen geschrieben, der im Garten sitzt. Natur ist auch wichtig als Erholung. Man sitzt eingesperrt in seinem Arbeitszimmer und guckt nur sehnsüchtig nach draußen, aber man muss ja weitermachen. Und deshalb entspannt mich Natur. Manchmal entspanne ich auch beim Joggen.
Ars tremonia: Das zweite Kapitel würde ich mit „Begegnungen“ oder „Orte“ beschreiben. Ist das zutreffend?
Peuckmann: Ja, das sind Orte, die mich bewegt haben. Beispielsweise in Amiens. Da gibt es ein ganz wundervolles Haus, das „Jules Verne Haus“. Dann fahre ich gerne mal an die Ostsee nach Heiligenhafen zum Schreiben, um dort ungestört zu sein. Es gibt eine Novelle von Theodor Storm, die in Heiligenhafen spielt [„Hans und Heinz Kirch“, die Red.]. Ich mag die Novelle sehr. Ich war auch gerade im Urlaub in Ostpreußen. Man muss sich auch mit der Wolfsschanze, diesem abgrundtief hässlichen Ort, auseinandersetzen.
Ars tremonia: Das dritte Kapitel würde ich mit dem Titel „Begegnungen“ oder „Beobachtungen“ belegen.
Peuckmann: Es sind alltägliche Beobachtungen, Portraits von Menschen. Es ist ja mein Reden, dass der Alltag sehr vielfältig ist. Man muss sich nicht abgehoben in irgendwelchen Gesellschaftsschichten bewegen. Der Alltag, wenn man ihn beobachtet, gibt sehr viel her.
Ars tremonia: Das vierte Kapitel habe ich mal „Persönliche Erinnerungen“ genannt.
Peuckmann: Es ist erstaunlich wie manche Bilder in meinem Gedächtnis geblieben sind. Beispielsweise der Mann, der da im Fenster hing, vom dem mein Vater voller Ehrfurcht sprach: „Der hat 100 Prozent Steinstaub.“ Wie kann ein Mensch leben, der in seiner Lunge 100 Prozent Steinstaub hat? Irgendwann setzt man sich hin, weil man es nicht übergehen kann.
Ars tremonia: Das fünfte Kapitel besteht auch aus persönlichen Erinnerungen, die in
historischen Zusammenhängen stehen wie die NS-Zeit oder der Ruhrkampf.
Peuckmann: Viele Sachen haben erst mal mit meiner Familie zu tun. Wie hat sich meine Familie während der Zeit des Faschismus verhalten? Was mich immer noch berührt, ist die Geschichte meiner Mutter, die dabei beobachtet wurde, wie sie beim jüdischen Kaufmann einkauft. Da stand einer am Fenster gegenüber und hat notiert, wer dort in den Laden ging und die Namen wurden am nächsten Tag am Rathaus ausgehangen.
Ars tremonia: In dem Gedichtband sind viele Grafiken von Willy Sitte. Wo haben Sie den Maler kennengelernt?
Peuckmann: Das war nach der Wende. Sitte war einer der großen DDR-Maler, wir haben uns bei einer Ausstellungseröffnung getroffen. Dort haben über den Satz von Willy Brandt sinniert „Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört“ und gesagt: „Dann lass uns doch etwas zusammen machen.“ Die Idee war, mit weiteren Grafikern und Schriftstellern eine Lyrik- und Grafikmappe zum Thema „Träumen“ zu erstellen. Von da an sind wir immer in Kontakt geblieben.
Heinrich Peuckmann
„Erinnern. Vergessen“
ISBN 978-3-942929-27-1
Lychatz Verlag 2013
Vordiplomfilme der WAM im Schauspielhaus
Die WAM Medienakademie präsentierte am 31. Oktober ihre diesjährigen Vordiplomfilme im Schauspiel Dortmund. Gezeigt werden sechs Kurzfilme der Studierenden aus dem 5. Semester des Fachbereichs „Film“. Der Abend wird von Katja Wehrland und Jan Schulte moderiert.
Der erste Film war „Hazy“. Alles beginnt für Martin als einfacher Pechtag und mündet schließlich in eine Odyssee aus Horror, in der er verzweifelt versucht, einen Ausweg zu finden. Man merkte der Produktion leider an, dass sie an Problemen mit den Drehgenehmigungen litt, die spät oder gar nicht eintrafen. So wirkte der Film noch wie ein Stückwerk. Doch das Potential für einen guten Film ist auf jeden Fall da.
Der nächste Film entführte uns ins Mittelalter. „Die Alraune und das Schwert“ handelt von einem Mönch, der einem Bauern hilft, der von einem Ritter gejagt wird. Die einzige Hoffnung ist die Stadt, denn „Stadtluft macht frei“. Doch auch eine Stadt hat Nachteile. Ein Film, der Erinnerungen an „Der Name der Rose“ oder Ingmar Bergmans „Das siebente Siegel“ weckt. Netter Film mit einem guten Plot.
Der dritte Film „Ramon“ handelt von einem jungen Mann, der sein Talent im Boxen gefunden hat und dort die Chance in seinem ersten großen Kampf sieht, für sich und seine Schwester Isabelle ein neues Leben zu beginnen. Unterstützung bekommt er von seinem Mentor und Trainer Ulrich Ellermann. Der Manager des Boxstudios zerstört jedoch seine Hoffnungen und treibt ihn in eine vollkommene Ausweglosigkeit… Das klang spannend, der Film wurde aber am Ende etwas verwirrend, als Ramon mit seinem anderen Ich Zwiesprache hält. Die Angst eines Boxers vor einem Kampf ist sicher ein lohnendes Thema, welche Rolle der Manager des Boxstudios spielte, blieb mir unklar.
Der Film „Besucher“ erinnerte leicht an das Theaterstück „Waisen“, das vor einiger Zeit auf dem Spielplan des Schauspiels Dortmund stand. Auch hier wir das idyllische Leben von Gregor und seiner Frau durch seine dunkle Vergangenheit zerstört. Gregors ehemaliger Komplize und Verbrecherkumpane Pascal hat ihn aufgespürt, um sich für einen lang zurückliegenden Verrat brutal zu rächen.
Ein klassischer Krimi mit klassischer Verfolgungsjagd zum Schluss. Meine persönliche Meinung: Das Ende finde ich etwas unglaubwürdig.
Ein absoluter Höhepunkt des Abends war „Vergeltung“. Nach jahrelanger Haftstrafe schließt Karim, voller Freude, seinen Bruder Jamal in die Arme. Doch die Freude währt nicht lange. Karim steckt erneut in Schwierigkeiten und lernt dabei das wahre Gesicht von seinem geliebten Bruder Jamal kennen. Ein Film, der im Bandenmilieu spielt. Er entführt uns in eine Welt, die wir lieber nicht kennen lernen möchten. Hart, kompromisslos und mit offenen Ende. So sollten Kurzfilme sein.
Zum Schluss hieß es „Einer Geht Noch!“ Der Film erzählt die Geschichte von Patrick Scholz, der den Luxus des alleine Wohnens für sich entdeckt hat. Nachdem sein Mitbewohner ausgezogen ist, vereinbart sein Vermieter Besichtigungstermine mit potenziellen Interessenten. Patrick schmiedet einen Plan, seinen neugewonnen Freiraum zu verteidigen. Vier Interessenten kommen zu einem Besichtigungstermin und erleben ihr blaues Wunder.
Der Film ist eine humoristische Glanzleistung, der mit Michael Lajca nicht nur einen guten Regisseur, sondern auch einen klasse Schauspieler aufbieten konnte. Wer die Chance hat, unbedingt ansehen.
Am 27. Oktober hatte die Kinderoper „Der unglaubliche Spotz“ von Mike Svoboda und dem Libretto von Manfred Weiß Premiere in der Jungen Oper. Inszeniert von Ronny Jakubaschk und der musikalischen Leitung von Michael Hönes, entwickelte sich eine interessante Geschichte, ob Musik nun Geräusch und Krach ist oder nicht.
Tja, der König Astus Bastus hat’s nicht leicht, ausgerechnet bei der Uraufführung der ersten allyrischen Oper, empfindet er alle Musik als lauten Krach. Später empfindet er alle Geräusche als Krach und schafft es nur mit einem Kopfhörer ins Reich der Träume. Da er den Kopfhörer auch bei den Nationalhymnen der befreundeten Nationen aufhaben muss, kommt es zu staatspolitischen Komplikationen. Nur die Erfinderin Einstein hat die Lösung: Ein Gerät, dass alle Geräusche in wohlklingende Musik verwandelt, soll den König heilen: Der Spotz. Zwar zeigt der Spotz, der Geräusche in Musik umwandelt, zunächst Nebenwirkungen, denn der König macht „Spotz-Geräusche“, die so klingen, als gäbe es Unterbrechungen auf einer Leitung. Doch am Ende kann die Oper aufgeführt werden.
Die Musik: Sie kann etwas sehr schönes sein, vor allem, wenn man selber aktiv mitmacht. Sie kann aber auch nerven. Wer hat sich schon nicht einmal über die Musik aus der Nachbarwohnung beschwert, wo man doch eigentlich schlafen wollte. Das ist eine Kernidee der Kinderoper „Der unglaubliche Spotz“. Nämlich Verständnis für beide Seiten aufzubringen: Diejenigen, die von Musik genervt sind und diejenigen, die Musik machen wollen. „Daneben geht es auch um das nicht immer ganz einfache Verhältnis zwischen Kinderwelt und Erwachsenenwelt. Der König, als Repräsentant der Erwachsenen hat die Macht, Dinge zu verbieten. Was Astus Bastus auch macht: „Die Oper wird verboten.“ Doch so einfach lassen sich die Kinder, repräsentiert durch Prinzessin Asta Basta und Komponist Bartholomäus Brummhold, nicht unterkriegen. Sie nehmen mit Hilfe von Erfinderin Einstein die Sache selbst in die Hand.
Inszeniert wurde das Stück von Ronny Jakubaschk routiniert, doch hatte es ein klein wenig Überlänge. Ein Beispiel Staatsbesuch von Funien – König geht schlafen – Staatsbesuch von Wansibar – König geht schlafen. Vielleicht hätten ein paar Straffungen hie und da, dem Stück besser getan, denn die Kinder (es ist ab 6 Jahre) wurden nach 60 Minuten doch recht unruhig.
Den vier Sängerinnen und Sängern kann man von dieser Stelle nur ein großes Lob aussprechen, denn alle vier Partien waren prima besetzt. James Martin überzeugte als imposanter König, der von Musik und Geräuschen genervt wurde. Hasti Molavian als herrlich überdrehte Erfinderin Einstein, Britta Wille als Prinzessin Asta Basta und Carlos Moreno Pelizari als verzweifelter Komponist Bartholomäus Brummhold waren ebenfalls mit großer Spiel- und Singlaune dabei.
Die musikalische Leitung hatte wie gewohnt Michael Hönes, der mit seinen Mitstreitern der Dortmunder Philharmoniker einen außergewöhnlichen Klangteppich webte. Mit Spielzeugklavier und Kuhglocken kamen ungewohnte Instrumente und Klangfarben ins Spiel, ohne dass die Musik in irgendeiner Form zu avantgardistisch wurde.
Ebenfalls klasse waren die Kostüme von Matthias Koch: Der König majestätisch in schwarz und grau. Im bewusstem Gegensatz dazu Brummhold und Asta Basta in herrlichen bunten Fantasiekostümen, die man als Barockpunk bezeichnen könnte. Selbst das Kostüm von Einstein war zwar eher „wissenschaftlich schlicht“, aber dennoch ein Hingucker. Die Bühne (ebenfalls von Koch) war schlicht , aber zweckmäßig. Im Schwarz-Weiß gehalten stand ein Bett, das aber auch als Thron diente. Auch die „Uhr“ im Hintergrund wurde im Laufe des Stückes in eine Laboreinrichtung integriert.
Die weiteren Termine sind: 2, 3., 6. 10., 17., 22., 24., 28.November.
1., 6., 10., 12., 17., 18., 19., 22.Dezember.2013
Tickets (11,- Euro, ermäßigt 6,- Euro) an der Kasse im Opernhaus, telefonisch unter 0231/50-27 222 oder unter www.theaterdo.de.
„Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden“, sagte schon Wilhelm Busch. Genau dieses Problem hat der König Astus Bastus in der Kinderoper „Der unglaubliche Spotz“, die am 27. Oktober Premiere in der Jungen Oper feiert. Aber leider liebt seine Tochter die Oper und Komponist Brummhold steht schon mit einer neuen in den Startlöchern. Wer kann helfen?
Im Stück „Der unglaubliche Spotz“ geht es dem König schlecht, er ist extrem hellhörig und reagiert immer allergischer auf Musik. Die Lösung: Ein Kopfhörer. Doch das führt zu diplomatischen Verstimmungen, weil Astus Bastus die Nationalhymnen befreundeter Nationen auch nicht hören kann, und die neue Oper von Komponist Brummhold darf auch nicht aufgeführt werden. Die Lösung ist der „Spotz“. Ein Gerät von Erfinderin Einstein, das Geräusche in Musik umwandeln kann.
Auch wenn die Handlung in einer Märchenwelt spielt, eigentlich behandelt das Stück auch eine Art Generationenkonflikt. Papa kommt müde von der Arbeit, und das Kind übt gleichzeitig auf seinem Instrument (JEKI!) oder möchte Drummer werden und hat sich ein eigenes Schlagzeug gebaut. Probleme vorprogrammiert. Die Kinder hingegen stehen für ihre Eltern ein: Die Tochter versucht ihrem Vater zu helfen. „In dem Stück geht es auch um die Leidenschaft, die Musik entfacht“, erzählte Regisseur Ronny Jakubaschk. „Einerseits manifestiert sie sich in der Freundschaft zwischen Prinzessin Asta Basta und Komponist Brummhold, andererseits in der Ablehnung des König, dem die Musik Schmerzen bereitet.“
Das Bühnenbild entführt in eine märchenhafte Welt, Anklänge an Zeichentrickfiguren sind vorhanden und es wird Bunt. „Auch die Kostüme sind sehr farbig“, so Jakubaschk, „Sie reichen von Barock bis Rokoko, haben aber auch etwas modernes.“
„Die Musik orientiert sich an die neue Musik seit den 60er und 70er Jahren“, erläuterte der musikalische Leiter Michael Hönes. Es spielen Mitglieder der Dortmunder Philharmoniker. Bei den Instrumenten gibt es nicht nur Geige oder Cello, sondern auch Kuhglocken, E-Gitarre oder Toypianos.
Bei den Sängern greift wieder die bewährte Kooperation mit der Folkwang-Universität in Essen: Von dort kommen Britta Wille, Carlos Moreno Pelizari und Hast Molavian . Daneben wird der Australier James Martin zu sehen und hören sein.
Die Termine sind: 27.Oktober (Premiere), 3., 6. 10., 17., 22., 24., 28.November.
1., 6., 10., 12., 17., 18., 19., 22.Dezember.2013
Tickets (11,- Euro, ermäßigt 6,- Euro) an der Kasse im Opernhaus, telefonisch unter 0231/50-27 222 oder unter www.theaterdo.de.
Small beast wurde zum petite chipie
Mit unterschiedlicher musikalischer Qualität startete das „Small Beast“ in die neue Spielzeit.
Am 18. November startete Paul Wallfisch wieder mit seinem Musikprogramm „Small Beast“ in die neue Spielzeit. Eingeladen hatte er Kitty Solaris aus Berlin und Mélanie Pain, die als eine der Sängerinnen von „Nouvelle Vague“ bekannt geworden ist, aber seit einiger Zeit auf Solopfaden wandert.
Wie gewohnt startete Paul an diesem Abend mit seinem Soloset. Nach seinem Ausflug nach Abu Dhabi und der Zusammenarbeit mit „Ministry of Wolves“, dem neuen Projekt, das die Musik für das kommende Theaterstück „Republik der Wölfe“ produziert, schien Paul ein wenig unkonzentriert. Zu hören beispielsweise bei „Into my arms“ von Nick Cave, positiv dagegen die neuen Sachen, auf die man im nächsten Jahr gespannt sein kann. Von daher braucht man nicht zu fürchten, dass Paul seine Energie verliert.
Danach kam Kitty Solaris mit ihrem Indie-Pop/Indie-Rock. War sie nervös? War es die ungewohnte Lokation, war es die Tatsache, dass sie nur mit Gitarre auf die Bühne, bzw. Theke kam? Ich weiß es nicht, jedenfalls gehörte ihr Auftritt zu den missglückten in der Small Beast-Reihe: Sie verspielte sich etwas zu oft und ihre Manierismen sorgten mit der Zeit für Lacher im Publikum.
Dabei waren die schnelleren Stücke und der Song „We stop the dance“ mit freundlicher Unterstützung von Schauspieler Oscar Musinowski noch die Highlights des Konzertes.
Nach der Pause wurde es Zeit für Mélanie Pain. Als Trio mit einem Gitarristen/Keyboarder und Schlagzeuger spielte sie Set mit französischen und englischen Songs. Und das Set rockte und groovte vom ersten Takt an. So verwandelte Pain das Small Beast in ein „petite chipie“. Dabei vermochte Pain mit ihrer Stimme variieren: Von leichten, süßen Chansons bis zu knallhart rockigen Stücken zeigte sie ihre Vielfalt. Ihre beiden Mitmusiker standen ihr in nichts nach und so wurde es ein gelungener Abend, der erst nach vier Zugaben um 2 Uhr seinen Ausklang fand.
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Zwischen Hochglanz und Klartext – Das 14. LesArt-Festival
Freuen sich auf viele Literatur-Begeisterte: (v.l.n.r.) Sophie Donat (Sparkasse Dortmund). Michael Butt (Verein für Literatur), Klauspeter Sachau (Verein für Literatur) und Ulrich Moeske (Leiter Stadt- und Landesbibliothek).
Vom 07. bis zum 17. November findet zum 14. Mal das LesArt-Festival statt. Gleichzeitig steht das Literaturfestival im Zeichen der Chamisso-Tage an der Ruhr 2013, die ebenfalls von 13. bis 15. November in Dortmund stattfinden.
Thematisch ist das LesArt-Festival in zwei Teile geteilt. Im Bereich „Klartext reden“ sind vor allem Journalisten eingeladen, die ihre literarischen texte lesen. Unter anderem Ulrich Kienzle, der den „arabischen Frühling“ unter die Lupe nimmt (am 17.November um 19 Uhr im Kundenzentrum der Sparkasse) oder Journalistin Mely Kiyak, die im Gespräch mit Arno Widman (ebenfalls Journalist) die deutschen Befindlichkeiten unter die Lupe nimmt. Überhaupt Gespräche: „Es wird nicht viel gelesen, sondern mehr diskutiert“, so Klauspeter Sachau vom Verein für Literatur, dem Veranstalter von LesArt.
Schon Tradition hat die Lesung in der Umkleidekabine von Borussia Dortmund. Diesesmal lesen Georg Schnittker und Uli Hesse am 11. November um 19:30 Uhr über die Geschichte der BVB-Fans.
„Mittlerweile ist das LesArt-Festival das einzige breite Literaturfestival im Ruhrgebiet“, konstatierte Claudia Kokoschka, Leiterin des Kulturbüros. Dafür steht der „Hochglanz“-Bereich des Festivals. Vom 13. bis zum 15. November werden 15 Autorinnen und Autoren das Ruhrgebiet entdecken und in Schul- und Abendlesungen Einblicke in ihre Schreibwelten geben. Darunter ist auch der diesjährige Nelly-Sachs-Preisträger Abbas Khider.
Traditionell ist das LesArt-Festival auch offen für andere Spielarten der Kultur. So findet wieder das „KindergartenbuchTheaterFestival“ vom 11. bis 15. November im Fletch Bizzel statt. 15 Kindergartengruppen aus allen Dortmunder Stadtteilen wählen sich ein Kinderbuch aus und bringen es an einem der Nachmittage auf die Bühne.
Texte und Musik bringt der Abend „wir sind helden – von hier“ am 08. November um 19:30 Uhr ebenfalls im Fletch Bizzel. Musik (u.a. Venceremos aus Dortmund), Poetry Slam (Luise Frentzel) oder Street Art (TERAone).
Begonnen wird das Festival diesmal mit dem Dortmunder Lyriktag. Am 07. November lesen Anna Real, Undine Materni (Dresden) und Orsolya Kalasz (Budapest) um 19:30 Uhr im Kulturhaus Taranta Babu.
Eigentlich schon nach dem Festival, aber diese Veranstaltung wurde noch integriert: Am 23. November um 16 Uhr im Dietrich-Keuning-Haus gibt es zum Tag „Gegen Gewalt an Frauen“ eine Lesung, einen Kurzfilm, einen Vortrag und eine Podiumsdiskussion mit der Rechtsanwältin Dr. Esma Cakir-Ceylan und Heike Wulf.
David Jach (links) und Beatamines werden mit den Dortmunder Philharmonikern Gustav Holsts „Die Planeten“ kreisen lassen. (Foto: wurde uns von den Dortmunder Philharmonikern zur Verfügung gestellt / Photograf leider unbekannt)
Etwas Besonderes erwarten die Zuhörer beim 1. Konzert für Junge Leute am 04. November um 19 Uhr im Konzerthaus. Unter dem Titel „Groove Symphony“ werden die Dortmunder Philharmoniker Zuwachs bekommen von den Elektromusikern Beatamines & David Jach. Zusammen werden sie „Die Planeten“ von Gustav Holst in einer spannenden Bearbeitung aufführen.
Es könnte eine spannende Symbiose werden, denn Gustav Holst Werk „Die Planeten“ treffen auf Elektromusiker treffen auf Philharmoniker. Wie geht es aus? Vermutlich wissen die Protagonisten es selbst nicht so genau, denn es ist eine absolute Premiere für beide Seiten.
„Beatamines und David Jach“ sind beide Elektromusiker, die aber auch als DJs arbeiten. Für das Projekt werden die beiden aber hauptsächlich als Elektromusiker in Erscheinung treten“, so Barbara Volkwein von den Dortmunder Philharmonikern, die die Konzeption gemacht hat. Auch für Phillipp Armbruster, dem Dirigenten des Abends, ein völlig neues Gefühl. Ob sich die beiden Musiker seinem Taktstock fügen wie die Philharmoniker, das wird sich noch herausstellen.
Wie wird das Konzert ablaufen? „Im Prinzip sind die beiden Musiker so etwas wie Solisten in einem Konzert“, erklärte Armbruster. Das Orchester wird alleine zu hören sein, dann gibt es Teile, in denen Beatamines und David Jach ihre Remixe in den Vordergrund stellen und es wird gemeinsame Teile geben, wo alle zusammen spielen. Noch wird alles arrangiert und geprobt.
Da das Konzert für junge Leute gedacht ist, dauert es rund eine Stunde, das heißt, um 20 Uhr ist Schluss. Ob es noch eine Zugabe gibt, bleibt abzuwarten.
Normalerweise machen Beatamines und David Jach eigentlich House-Musik. Ihr Set wird am 04. November sehr minimalistisch sein, aber dennoch tanzbar. So wird erwartetet, dass die Zuhörer im Konzerthaus nicht lange auf ihren Sitzen bleiben. Aufstehen und tanzen ist durchaus erlaubt.
Der Verkauf der Veranstaltung lässt sich sehr gut an, es gibt nur noch Restkarten. Wer bei diesem Ereignis dabei sein möchte, sollte sich sputen. Karten gibt es unter 0231 50 27222.