Die Kolonie breitet sich aus

Am Samstag, 16. November 2013 lädt die Neue Kolonie West unter dem Motto Extensions zum vorletzten Rundgang in diesem Jahr in das Unionviertel Dortmund ein.

Entlang der Rheinischen Straße werden Ausstellungen, offene Ateliers, Oasen der Ruhe und der Beteiligung die Attraktion des Tages sein. Die Kolonie will sich als Netzwerk stetig nach Außen öffnen und das nicht künstlich an der Oberfläche, sondern programmatisch und inhaltlich. Als „echte“ Extensions werden so neue Akteure im Quartier begrüßt wie zum Beispiel das Atelier Schreinerei und die Fotokünstlerin Gabriele Wirths, die zum ersten Mal Ihre Türen im Rahmen des Rundgangs öffnen.

Besucher können sich um 14 Uhr bei Heimatdesign, Hoher Wall 15, 44137 Dortmund einfinden, um an der Führung mit Martini aka Wolfgang Kienast teilzunehmen oder sich eigenständig auf Erkundung durch das Viertel begeben.




Einführungsmatinee zu „Tannhäuser“

Mit Spannung erwartet wird die Premiere von Richard Wagners Oper „Tannhäuser“ am 1. Dezember. Eine erste Gelegenheit, sich mit dem Werk und der Inszenierung durch Schauspieldirektor Kay Voges vertraut zu machen, besteht am kommenden Sonntag, 17. November, um 11.15 Uhr im Foyer des Opernhauses Dortmund.

In der von Chefdramaturg Georg Holzer moderierten Gesprächsrunde werden die vier Sänger der zentralen Partien in der Wagner-Oper anwesend sein: Christiane Kohl (Elisabeth), der Darsteller der Titelpartie, der amerikanische Tenor Daniel Brenna, sowie Gerardo Garciacano (Wolfram). Musikalische Erläuterungen gibt Generalmusikdirektor Gabriel Feltz selbst am Klavier.

Die Karten zur Matinee zu „Tannhäuser“ kosten 7,35 € (ermäßigt 4,15 €). Premierenkarten für den 1.12., 17 Uhr, sind für 20 € bis 59 € zu erwerben, die Karten für die Folgevorstellungen (21.12.2013, 05.01., 19.01., 08.02., 23.02., 05.04., 11.05.2014) kosten zwischen 15 € und 49 €.

Karten an der Theaterkasse im Foyer des Opernhauses, im Internet unter www.theaterdo.de und über die Tickethotline (0231/5027222).




Das Schaufenster im Museum Ostwall im Rausch der Farben

Hier lagen die Schwerpunkte auf Rot/Orange.
Hier lagen die Schwerpunkte auf Rot/Orange.

Vom 15. November bis zum 1. Dezember 2013 sind Arbeiten von 1.000 Schülerinnen und Schülern aus 30 Dortmunder Schulen aller Schulformen unter dem Titel „Im Farbraum“ im Schaufenster des Museums Ostwall im Dortmunder U zu sehen. Die unterschiedlichen Farben verwandeln das Schaufenster in der vierten Etage in einen Rausch der Farben.

„In 50 Schulworkshops wurde zum Thema Farbe gearbeitet“, erklärte Sabine Held, Künstlerin und Projektleiterin. Hier wurden Begriffe wie Komplementär-Farben und die Wirkung der Farbe erläutert. Selbstverständlich wurde die Theorie anhand der vorhandenen Exponate im Museum Ostwall überprüft. Gemäß dem Dreiklang: „Schweigen vor den Bildern, sprechen über die Bilder und selbst aktiv werden“, so Museumsdirektor Kurt Wettengl, lernten die Kinder die Werke der Klassischen Moderne und des Expressionismus kennen. Beispielweise beim „Baum im Kornfeld“ von August Macke oder „Stafelalp im Mondschein“ von Ernst Ludwig Kirchner.

 

Anschließend wurden die Schulklassen in den Kunstwerkstätten der U2_Kulturelle Bildung im Dortmunder U künstlerisch aktiv. Sie gaben ihren zuvor gewonnenen Eindrücken und Erkenntnissen nun eine eigene malerische oder raumbezogene künstlerische Form. Eine Aufgabe war, mit Wachs-Pastellkreiden auf Malpappen eine Raumskizze zu zeichnen und farbige Flächen abstrahierend darüber zu legen. In einem weiteren Schritt wurde die Fläche mit einer Farblasur überzogen. So entstanden 1.000 leuchtende Variationen individueller, farbiger Raumansichten. Des Weiteren gestalteten die Kinder und Jugendlichen farbige Raumobjekte und Vorlagen für zwei Lichtprojektionen.

 

Der Raum des Schaufensters ist in einzelne Farbbereiche unterteilt. Dem Prinzip des Farbkreises folgend ergeben sich fließende Übergänge zwischen den einzelnen Segmenten. So entsteht ein Farbverlauf von Violett und Blau, weiter über Grün und Gelb, bis hin zu Orange und Rot.
Die Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, in die verschiedenen Farbwelten einzutauchen und diese in ihrer Gesamtwirkung wahrzunehmen.

 

Im Farbraum“ wird am Freitag, 15. November, um 16 Uhr eröffnet.

 

Öffnungszeiten des Museums Ostwall im Dortmunder U, Leonie-Reygers-Terrasse: Dienstag, Mittwoch, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr, Donnerstag und Freitag von 11 bis 20 Uhr.




Orientalische Düfte im Konzerthaus

Am 13. November 2913 entführten uns die Dortmunder Philharmoniker im Konzerthaus Dortmund beim 3. Philharmonischen Konzert unter dem Titel „orient_düfte“in den Nahen und Fernen Osten. Mit Unterstützung des in Beirut (Libanon) geborenen Dirigenten George Pehlivanian und der Pianistin Lilya Zilberstein ging die Reise los. Ihren Höhepunkt fand sie in Armenien mit Chatschaturjans „Gayaneh-Suite“.

Der Orient hatte und hat für manche Künstler jeglicher Couleur immer eine besondere Faszination ausgeübt. Von der Literatur über Architektur bis hin zu Musik. In der Musik denken wir beispielsweise an Mozarts „Entführung aus dem Serail“ (diese Spielzeit in der Oper zu sehen) oder Lehars „Land des Lächelns“. Bei 3. Philharmonischen Konzert standen vor der Pause zwei Komponisten im Mittelpunkt, die den Orient quasi von außen betrachten. Carl Nielsen und Camille Saint-Saëns.

 

Carl Nielsens „Aladdins-Suite“ war eigentlich als Musik für ein gleichnamiges Schauspiel entstanden. Doch das Schauspiel floppte und nur Nielsens Musik überlebte. Glücklicherweise, so konnten die Philharmoniker und Dirigent George Pehlivanian sich langsam an den Orient heranwagen. Nielsens Komposition nimmt gegen Ende des Stückes Fahrt auf, der „Tanz der Gefangenen“ und vor allem der „Tanz der Mohren“ bedeuten Schwerarbeit und höchste Konzentration bei der Schlagzeug-Gruppe.

 

Camille Saint-Saëns Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 in F-Dur beginnt erst einmal wenig orientalisch. Im ersten Satz wurden die orientalischen Elemente noch in homöopathischen Dosen verabreicht, verwandelt sich der Klang im 2. Satz, dem Andante“, völlig. Hier sind auch die Fähigkeiten des Pianisten gefragt und Lilya Zilberstein meisterte die Schwierigkeiten mit Bravour. Naher und Ferne Osten zum Greifen nah. Der dritte Satz entführte uns wieder zu den Nildampfern nach Ägypten. Ein wirklich gelungenes Stück, dargeboten von einer spielfreudigen Solistin und gut aufgelegten Philharmonikern. Leider entließ uns Zilberstein ohne Zugabe in die Pause.

 

Nach der Pause wurde es Zeit für den Komponisten, der den Orient aus eigener Erfahrung kannte, auch wenn Armenien eher an der Peripherie liegt: Aram Chatschaturjan. Vor allem sein „Säbeltanz“ aus der „Gayaneh-Suite“ ist zum „Welthit“ geworden , so Dirigent George Pehlivanian im Vorgespräch. Seine Bekanntheit in Deutschland hat sicher auch damit zu tun, dass in den 70er Jahren der „Säbeltanz“ die Musikuntermalung für einen Werbespot in Fernsehen war. Beworben wurde damals ein Kaffeelikör.

Doch die „Gayaneh-Suite“ auf den Säbeltanz zu reduzieren wäre falsch, denn die Musik schwelgt in armenischen und kaukasischen Volkstänzen. Und hier zeigte das Orchester auch sein Können. Nichts gegen Nielsen und Saint-Saëns, aber nun tauten Orchester und Dirigent richtig auf. Bei der Mischung zwischen langsamen Adagio-Stücken und schnellen Tänzen machte das Zuhören Spaß. Einfach die Augen schließen und sich in die wilde Welt des Kaukasus entführen lassen.

Ein wirklich gelungener Abend mit fremden Klängen, viel Schlagwerk und engagierten Musikern.

 




Kunstausstellung thematisiert Herstellung von Kleidung

"Kletterkescher" von Petra Wittmund
„Kletterkescher“ von Petra Wittmund

Vom 15. November bis 13. Dezember zeigt die Galerie ART-isotope von Axel Schöber in der Wihelmstraße 38 die Ausstellung „ART-spanner – 2nd Edition“. Künstlerinnen und Künstler haben zur Aufgabe bekommen, einen Stickrahmen in ihre Arbeit einzuarbeiten, 88 Arbeiten sind zu sehen. Ein vergleichbaren Wettbewerb machte Axel Schöber schon 2007, damals mit einem Schuhspanner.

Wir fragen oft nicht, woher unsere Kleidung kommt. Das ist ähnlich wie bei den Elektronik-Produkten. „Made in China“ steht drauf, aber über die Arbeitsbedingungen dort wollen wir lieber nichts wissen. Das gleiche bei Kleidung. Hier kommen die Hosen, T-Shirts und Hemden meist aus Bangladesch oder Pakistan. Und nicht nur die Bekleidung für die sogenannten Billigläden, auch hochpreisige Anbieter lassen dort fertigen. In den Nachrichten taucht die trostlose Situation der Näherinnen meist dann auf, wenn eine Fabrik brennt oder in sich zusammenstürzt, um dann nach kurzer Zeit wieder aus unserem Blickwinkel zu verschwinden.

 

Dabei ist die Ausstellung keine reine politische, anklagende Ausstellung. Einige Künstlerinnen und Künstler nehmen deutlich Stellung, manche verklausulieren ihre Position, manche haben etwas ganz anderes im Sinn gehabt. Das ist durchaus nicht verwerflich, denn so ist eine bunte, abwechslungsreiche Ausstellung entstanden, die sich zu entdecken lohnt. Denn fast alles ist vorhanden: Gemälde, Installationen, Skulpturen, die Beschäftigung mit dem Stickrahmen hat meist die Fantasie der Kunstschaffenden angeregt.

 

Interessant ist, dass viele Künstler bei der Beschäftigung mit dem Spannrahmen andere Wege gegangen sind, als üblicherweise. So präsentiert beispielsweise eine Künstlerin, die für ihre Grafik bekannt ist, eine Skulptur. Was weiterhin auffällt ist die Begeisterung der Künstlerinnen und Künstler für Modelleisenbahnfiguren. Die winzigen Figuren tauchen in mehreren Werken auf.

 

Es ist keine reine lokale Veranstaltung, die Künstlerinnen und Künstler kommen aus sechs verschiedenen Ländern. Für die Erstellung ihres Werkes hatten die Künstlerinnen und Künstler etwa 2 ½ Monate Zeit. Für die Kunstwerke gibt es drei Einheitspreise: 240 €, 360 € oder 480 €.

 

Für die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler gibt es auch noch etwas zu gewinnen. Eine Jury aus sechs Personen wählt zwei Preisträger aus. Der erste Preis ist mit 500 € dotiert sowie einer Einzelausstellung. Der 2. Platz ist die Teilnahme an einer Ausstellung in der Galerie im Jahre 2014.

 

Mehr Informationen unter www.art-isotope.de

Eine kleine Auswahl von Werken: [nggallery id=6]

 




Familiäres Kammerkonzert

Die Solo-Cellistin Franziska Batzdorf freut sich auf das Kammerkonzert und ihren Lieblingskomponisten Schostakowitsch.
Die Solo-Cellistin Franziska Batzdorf freut sich auf das Kammerkonzert und ihren Lieblingskomponisten Schostakowitsch.

Am 18. November starten die Dortmunder Philharmoniker in die neue Kammerkonzert-Saison. Das 1. Kammerkonzert besteht aus drei Klaviertrios, die den Bogen von Haydn über Arenski bis hin zu Schostakowitsch spannen. Die Solo-Cellistin Franziska Batzdorf von den Dortmunder Philharmonikern holt sich familiäre Hilfe: Die Violine wird ihr Vater Wolf-Dieter Batzdorf spielen, die Pianistin ist Gabriele Kupfernagel, auch bekannt als das Berliner Klaviertrio.

„Schostakowtisch ist mein absoluter Lieblingskomponist“, verriet Franziska Batzdorf beim Pressegespräch. Gilt der russische Komponist gewöhnlich als schwer und intellektuell, so ist das bei seinem Klaviertrio Nr. 2 in e-moll anders. „Es ist eine emotionale Musik, der er in Trauer über seinen Freund geschrieben hat“, erklärte Batzdorf. Die Verwendung eines jüdischen Volksmusik-Themas steht durchaus mit dem Holocaust in Verbindung, denn Schostakowitsch benutzte es in seinem 8. Streichquartett, gewidmet „den Opfern des Faschismus und des Krieges“.

 

Vor der Pause hat Haydn das Wort. Sein Klaviertrio in e-moll nutzt die neuen Entwicklungen des Flügels, das Klavier wird zum absolut bestimmenden Teil des Trios. In die russische Romantik entführt uns das zweite Stück Anton Arenskis Klaviertrio Nr.1 in d-moll. Arenski wurde von seinen russischen Komponistenkollegen nicht gerade wertgeschätzt. Dennoch „hat er gefällige Musik geschrieben“, verteidigte Batzdorf den Komponisten.

 

In der Pause werden zum ersten Mal im Foyer des Orchesterzentrums Getränke angeboten.

 

Der Eintrittspreis beträgt auf allen Plätzen 20 €.




Mit Späßchen in die 23. Session

Nein, der Geierabend ist nicht auf den Hund gekommen. Zu sehen sind (v.r.n.l.) Horst Hanke-Lindemann (Veranstalter Fletch Bizzel), Franziska Mense-Moritz (Ensemble Geierabend), Roman Henri Marczewski als Präsi (Ensemble Geierabend) und Regisseur Günter Rückert.
Nein, der Geierabend ist nicht auf den Hund gekommen. Zu sehen sind (v.r.n.l.) Horst Hanke-Lindemann (Veranstalter Fletch Bizzel), Franziska Mense-Moritz (Ensemble Geierabend), Roman Henri Marczewski als Präsi (Ensemble Geierabend) und Regisseur Günter Rückert.

Seit heute, dem 11. November, beginnt wieder die Karnevals-Session. Und wie es in Dortmund Tradition ist, wird auch der Geierabend wieder aktiv. Das Motto lautet diesmal „Späßchen in der Grube“ und hat am 09. Januar im Industriemuseum Zollern II Premiere. 38 Veranstaltungen bis zum 04. März versprechen wieder Comedy, Kabarett und Karneval auf Ruhrpott-Art.

Mit Themen scheint das Ensemble des Geierabend gut versorgt zu sein. „Von NSA über Bischof Tebartz-van Elst bis zur Situation der Sinti und Roma, es waren gute Steilvorlagen für uns“, so Regisseur Günter Rückert. Es wird auch mal böse: Die Flüchtlingssituation vor Lampedusa wird auch Thema sein. „Wir sind dieses mal politischer, spitzer und böser“, verspricht Rückert.

 

Langjährige Besucher des Geierabends können sich freuen: Viele alte Bekannte sind wieder dabei: Der Präsi und der Steiger, die zwei vonne Südtribüne oder das FDP-Pärchen Udo und Moni. Neues Geierabend-Mitglied ist Murat Kayı Der Kabarettist, Autor und Musiker war bereits in der Vergangenheit als Texter für den Geierabend aktiv, nun wird er auch auf der Bühne zu sehen sein.

 

Traditionell wird auch der „Pannekopp des Jahres“ vergeben. Zum zwölften Mal versucht der Geierabend, den 28,5 Kilogramm schweren Orden für „besondere Dienste“ aus Stahlschrott an den Mann oder die Frau zu bringen. Vorschläge können noch über die Webseite des Geierabends (www.geierabend.de) eingereicht werden.

 

Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Karten sind erhältlich ab 33 € (regulär) und 20,90 € (ermäßigt) im Theater Fletch Bizzel, in allen Leserläden der WAZ und LeserServices mit Ticketverkauf, in der Gastronomie Tante Amanda sowie online auf der Geierabend Homepage.




Ist Sisyphos glücklich?

Normalerweise ist die Figur aus der griechischen Mythologie zu bedauern: Ständig muss Sisyphos einen Stein einen Berghang hochrollen. Kurz vor dem Ziel entgleitet der Stein dem armen Kerl und er muss von neuem anfangen. Daher leitet sich der Begriff Sisyphusarbeit ab, eine sich ständig wiederholende; doch sinnlose Arbeit. Das Theater im Depot präsentierte am 08. November die Premiere des Stücks „Play Sisyphos – Ein Mysterienspiel“ unter der Leitung von Gregor Leschig mit Menschen, die unterschiedliche Schauspielerfahrungen haben.

Was ist Arbeit? Was bedeutet mir Arbeit? Diese Fragen stellt das Stück in den Mittelpunkt. Konkret geht es um Marga, deren Arbeit es ist, Leuten, die zu ihr geschickt werden, Bewerbungstraining angedeihen zu lassen. Sie spult ihr Programm herunter, wohl auch in dem Wissen, auf konkrete Fragen der Teilnehmer keine Antwort zu haben. Zu ihrem Leidwesen macht ihr Sohn statt einer Lehre ein Praktikum in einem Theater, ihre Tochter will unbedingt bei einem Casting dabei sein. Da überzeugt sie ein unbekannter Mann, in den Hades zu kommen, um dem armen Sisyphos eine Pause zu gönnen und die ganze mühselige Arbeit wäre für die Menschen vorbei.

Leschig inszeniert das Theaterstück als ein „Stück im Stück“. Auf der linken Bühnenseite steht ein Besprechungstisch, an dem Leschig und seine Schauspieler sitzen und für bestimmte Szenen des Stückes auf die andere Seite gehen. Hinzu kommen Videoeinspielungen und Lichteinstellungen.

Was passiert mit Marga (Gespielt von Leonore Franckenstein) nach ihrem Gang in des Hades? Hier wird sie mit verschiedenen Aspekten der Arbeit konfrontiert. Zunächst versucht die Arbeit sich als Art „Geliebte“ wieder in Margas Herz zu schmuggeln, doch vergebens. So schnell will Marga ihr monotones Arbeit nicht wieder. Auch der Alkohol tritt auf, als Mittel, die Arbeit erträglich zu machen. Er hat aber Probleme mit seinem Selbstverständnis, schließlich ginge es auf der Erde immer mehr um „Komasaufen“. Auch Zeit und Geld treten als Metaphern auf. Das eine bedingt das andere: Mehr Zeit, weniger Geld oder mehr Geld weniger Zeit. Aber am schlimmsten sei: Verlorene Zeit ohne Gewinn. Marga wird auch mit dem süßen Gift des Müßiggangs konfrontiert und gibt sich erst den Verlockungen hin. Doch Sisyphos scheint nirgends zu sein. Letztendlich erkennt sie, dass ihr unbekannter Begleiter immer Sisyphos war, der aber gar nicht so unglücklich ist. Denn zum mühsamen Hinaufrollen, gehört auch den „Stein zurückrollen zu lassen, wohin er gehört.“ Das ist ebenfalls ein Aspekt von Arbeit. Denn „wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen“, schreibt Albert Camus in seinem Essay „Die Pest“. Denn alle Aspekte, die negativen wie die positiven gehören zu Arbeit dazu.
Schließlich kommt Marga wieder zurück auf die Erde. Erneut in ihr Beratungszimmer.

Das Stück beleuchtet sehr gut die einzelnen Aspekte, die der Begriff Arbeit für den Menschen beinhaltet. Sowohl die Guten wie Schlechten. Die „Arbeit“ ist in der heutigen zeit komplexer geworden. Alte Formen sterben aus, neue werden geboren. Die Generation Praktikum hat mit anderen Problemen zu kämpfen als die Generationen vorher. Was ist sinnvolle Arbeit? Die vielleicht sogar Spaß macht? Wie verändert sich Arbeit bei einem Bedingungslosen Grundeinkommen? Diese Frage wird (leider) nicht gestellt. Es wäre aber spannend geworden.
Das ist vielleicht das einzige kleine Manko, bei dem ansonsten sehr engagiert spielenden Ensemble.




Dortmunder Ballett funkelte in drei Farben

Da sind sie, die Kakteen: Aus dem Stück "Cacti" von Alexander Ekman. (Foto: © ©Bettina Stöß / Stage Picture)
Da sind sie, die Kakteen: Aus dem Stück „Cacti“ von Alexander Ekman. (Foto: © ©Bettina Stöß / Stage Picture)

Drei verschiedene Choreographien mit drei unterschiedlichen Tanzstilen zeigte das Ballett Dortmund bei der Premiere von „Drei Farben: Tanz“ am 09-November im Dortmunder Opernhaus. Die Choreographen Douglas Lee, William Forsythe und Alexander Ekman zeigten, wie verschieden heutiger Tanz sein kann und welche unterschiedlichen Stimmungen damit kreiert werden können. Quasi ein Triptychon des Tanzes.

Begonnen wurde der Abend mit der Uraufführung von „PianoPiece“ des Engländers Douglas Lee. Der Blick auf die Bühne bot ungewöhnliches: Vier Klaviere und sieben Tänzerinnen und Tänzer. In den acht Szenen wechseln die Stimmungen von dunkel und düster zu dynamisch und schwungvoll. Für die Musik von „PianoPiece“ benutzt Lee neben Franz Schubert vor allem zeitgenössische Klaviermusik niederländischer Komponisten. Neben der Musik spielt auch das Licht eine große Rolle. Die Tänzerinnen und Tänzer benutzten die Klaviere als Requisite, tanzten mal auf, mal neben den Instrumenten und verschwanden auch halb im Boden der Bühne. Beeindruckend war der Wechsel zwischen Bewegung und Stillstand. Waren eben noch fließende Bewegungen der Tänzer zu sehen, stoppen sie auf auf Kommando und blieben wie eine Statue stehen.

 

Nach einer kleinen Pause ging es mit „The Vertiginous Thrill of Exactitude“ (Schauder der Exaktheit) nach der Choreographie von William Forsythe weiter. Dem Publikum bot sich nun ein bunteres Bild. Die drei Tänzerinnen Monica Fotescu-Uta, Risa Tateishi, Sakura Sakamoto trugen in einem hellen Olivton gehaltenen Ballettkleider und Howard Quintero Lopez und Gal Mazor Mahzari standen ihnen in roter Bekleidung vor einem blauen Hintergrund zur Seite. Die Choreographie mit neoklassischen Elementen machte dem Titel „Schauder der Exaktheit“ aller Ehre. Nach Franz Schuberts neunter Sinfonie entfachten die Tänzer ein schwindelerregendes Feuerwerk für die Sinne. Dabei werden die Schranken des traditionellen klassischen Tanzes überschritten und altes Regelwerk mit neuen Bewegungsformen gespeist.

 

Dass hohe Tanzkunst durchaus mit Humor und Slapstick kombiniert werden kann, zeigte Alexander Ekmans Choreographie „Cacti“.Hier war fast das komplette Dortmunder Ballettensemble beteiligt. Zuerst hatte man das Gefühl, dass hier Michael Jacksons „Thriller“-Video als Ballett aufgeführt wurde. Die Tänzerinnen und Tänzer schienen aus den Gräbern eines imaginären Friedhofs zu kommen. Doch was am Anfang wie ein Grabplatte aussah, entpuppte sich als universale Requisite: Rechteckige schmale Kästen auf denen man tanzen oder hinter denen man sich verstecken konnte. Gegen Ende wurden sie sogar zu einer finalen Skulptur. Atemberaubend war, was Ekman von den Tänzern abverlangte. Der Höhepunkt des Stückes war das Duett von Risa Tateishi und Arsen Azatyan. Begleitet von „Spoken words“ vermischten sich Tanz und Text zu einer Einheit, sehr komisch interpretiert zum Vergnügen des Dortmunder Publikums.

Auch die Musik war ungewöhnlich, denn sie wurde teilweise live gespielt. Mit auf der Bühne standen Alexander Prushinsky (Violine), Frank Rudolph (Violine), Roman Nowicki (Viola) und Franziska Batzdorf (Cello). Zu Melodien von Beethoven, Schubert und Haydn gaben die Musiker den Takt an.

 

Dieser Abend zeigte nicht nur, welche Farben im Tanz möglich sind, sondern stellte auch die Fähigkeiten des Dortmunder Ballettensembles unter Beweis. Alle Beteiligten wurden zum Schluss mit Standing Ovation gefeiert. Ein Muss für Ballettfans und die, die es werden wollen. Noch zu erleben am 17. November 2013, 30. November 2013, 27. Dezember 2013, 31. Januar 2014, 06. Februar 2014 und 07. März 2014.




Philharmonisches Konzert mit armenischem Temperament

 

Armenisches Temperament beim 3. Philharmonischen Konzert unter der Leitung von George Pehlivanian.
Armenisches Temperament beim 3. Philharmonischen Konzert unter der Leitung von George Pehlivanian.

Am 12. und 13. November können Besucher im Konzerthaus Dortmund die Düfte des Orients erleben. Natürlich nur musikalisch. Die Dortmunder Philharmoniker spielen unter der Leitung von George Pehlivanian die Aladdin-Suite von Carl Nielsen, das „Concerto égyptien“ von Camille Saint-Saëns und als Höhepunkt Auszüge aus den „Gayaneh“-Suiten von Aram Chatschatuarjan.

Wie duftet der Orient. Vielleicht nicht nach einem bestimmten Duft. „Es gibt so viele verschiedene Gerüche“, antwortete Gastdirigent Pehlivanian. „Vielleicht wie in den Souks in Marokko oder Algerien.“ Er muss es wissen, denn George Pehlivanian wurde in Beirut (Libanon) geboren und ging 1975 mit seiner Familie in die USA. Eine besondere Beziehung besteht zu Aram Chatschatuarjan, denn auch Pehlivanian hat armenische Vorfahren. „Und dieses armenische Temperament fließt noch in unseren Adern“, so der Dirigent.

 
Wem der Name Chatschatuarjan kein Begriff sein sollte, der „Säbeltanz“ aus der „Gayaneh“-Suite hat ihn weltbekannt gemacht, quasi ein Welt-Hit in der Klassischen Musik. So stehen in seiner Musik die armenischen Folkloretänze in Mittelpunkt, das armenische Lebensgefühl und die Lebensfreude. Von diesen Lebensfreuden war auch Chatschatuarjan nicht abgeneigt. „Er war ein fröhlicher Mensch und hat besonders gern gegessen“, so Pehlivanian, der Musik von Chatschatuarjan 1993 in seinem Heimatland Armenien dirigiert hat.

 

Auch die beiden anderen Stücke von Nielsen und Saint-Saëns entführen uns in den Orient. Hier blicken beide Komponisten zwar von außen auf den Orient, doch sie verknüpfen westliche musikalische Tradition mit Orientalismen zu einem ganz eigenen Klang.

 
Zufrieden war George Pehlivanian auch mit den Dortmunder Philharmonikern. „Es ist sehr toll mit den Musikern zu arbeiten. Sie sind sehr flexibel“, lobte der Dirigent seine Musiker. Auch wenn sie Chatschatuarjan noch nie gespielt haben, sieht Pehlivanian dies nicht als Nachteil: „Es ist wichtig für das Orchester, auch mal etwas anderes zu spielen.“