Szenen einer Annäherung aus dem Musiktheater „Çinka“ des Musikers Birol Topaloğlu.
In der neuen Reihe „Szene Istanbul“ am Schauspiel Dortmund präsentierte der Musiker Birol Topaloğlu am 23. Februar 2014 unter dem Titel „Çinka“ Musik und Tanz aus seiner Heimat, der Schwarzmeerküste. Die Kosmologie des lasischen Volkes stand im Mittelpunkt.
„Çinka“ ist eine Art weiblicher Berggeist, eine sagenumwobene Gestalt der Lasen, einem Volk an der türkischen Schwarzmeerküste,Sie bestimmt das den Kreislauf der Lebens und Vergehens. Topaloğlu führt uns in eine Zeit, bevor der Islam und das Christentum in dieser Region Fuß fasste. Mit seiner Musik und seinen Instrumenten, wie dem Tulum, einer Art Dudelsack, führt er die Zuhörer wie in einer Zeitmaschine um Jahrtausende zurück. Die Musik klingt einerseits fremd, roh und archaisch, dennoch auf eine merkwürdige Art vertraut. Haben unsere Vor-Vorfahren vor 2. 000 Jahren vielleicht ähnliche Musik gehört?
Doch Topaloğlu kam nicht allein, er brachte zwei Tänzer sowie einen Beleuchter mit. Die beiden Tänzer verkörperten nicht nur Çinka, die zu Beginn und Ende wie eine riesige Marionette erschien, sondern stellen auch zwei Menschen dar. Die zunächst wie zwei Schmetterlingslarven langsam aus ihren Larven krochen und sich langsam kennenlernten. Die Körbe spielten eine wichtige Rolle in dem Stück. So waren sie beispielsweise Fischerboote und verwandelten sich zum Ende hin zu Grabsteinen.
Im Mittelpunkt standen die beiden Menschen mit ihrer von Beginn bis zum Ende ihres Lebens. Die größte Zeit war durch Arbeit (Fischen, Dreschen des Korns) geprägt. Çinka steht am Anfang und am Ende.
Zur Atmosphäre trug der Beleuchter bei, der die dunkle Bühne mit seinem Scheinwerfer effektvoll in Szene setzte. Hinzu kam Bühnennebel, der zusammen mit dem Licht, dem Ganzen eine mythische Ebene hinzufügte.
Die Uraufführung des neuen Balletts von Xin Peng Wang „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horváth am 22. Februar 2014 im Opernhaus präsentierte das Kleinbürgertum als handelnde Protagonisten. Xin Peng Wang und seine Mitstreiter zauberten herrliche Bilder aus Wien auf die Bühne. Ob der Tod nun ein Wiener ist? Keine Ahnung, aber er kann sehr gut tanzen.
Keine Könige und Kaiser, kein Drama an einem Fürstenhof und weltpolitische Entscheidungen werden auch nicht gefällt. Die „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horváth stellt die kleinen Leute in den Mittelpunkt. Sie leben irgendwo in den Vorstädten und erleben dort ihre Komödien, Tragödien und Dramen, von denen in der Regel niemand sonst Notiz nimmt. Von Horváth schreibt sie aus seiner Wiener Sicht, doch die Geschichten können auch in der Dortmunder Nordstadt oder in Scharnhorst passieren und vermutlich tun sie es sogar jeden Tag.
Zur Geschichte: Es gibt in Wien eine Legende, dass die Toten, die auf der Erde noch eine Rechnung offen haben, einmal im Jahr die Chance bekommen, etwas zu verändern. An dieser Aufgabe versuchen sich Marianne, Oskar, Alfred und Valerie.
Marianne und der biedere Oskar sind verlobt. Marianne trifft aber den Hallodri Alfred, der mit Valerie zusammen ist. Anton verlässt Valerie um mit Marianne zu leben, die ein Kind von ihm bekommen hat. Es dauert nicht lange, dann hat Alfred Marianne und das Kind satt und er kehrt zu Valerie zurück. Marianne ist allein, arbeitet aus Verzweiflung in einem Nachtclub. Auch die Kirche, an die sie sich in ihrer Verzweiflung wendet, gewährt ihr keine Absolution. Als Oskar schließlich erfährt, dass das Kind, das Marianne in eine Pflegefamilie gegeben hat, tot ist, nimmt er sie wieder auf.
Xin Peng Wang hat dieser Geschichte noch zwei wichtige Personen hinzugefügt. Zum einen den „Tod“ als handelnde Figur, der wie ein Dirigent oder ein Marionettenspieler die Toten unter seiner Kontrolle hat und zum anderen „das kleine Mädchen“, die einzige lebende Figur, denn alle anderen sind ja tot. Ob sie nun den Geist oder die Seele des ursprünglich verstorbenen Mädchens verkörpert, die Hoffnung oder das Gewissen, bleibt dem Zuschauer überlassen.
Das Corps de Ballet spielt in dem Stück mehrere Rollen. Erst beim zweiten oder dritten Blick erkennt man, dass die Tänzer wie Totenköpfe geschminkt sind. Sie verkörpern einerseits die Natur wie beispielsweise die Wellen der Donau oder die Büsche im Wind, andererseits spielen sie auch das „Volk“. Besonders beeindruckend ist die Szene in der Wiener Vorstadt, als alle weiblichen Mitglieder des Ensembles mit Kinderwagen auf die Bühne kamen. Hier kommt mir das Zitat von Heinrich Böll in den Kopf, der über das ähnliche Milieu in Köln geschrieben hat:
Kommen wir zu den Solisten: „Der Tod ist pünktlich, er kommt weder zu spät noch zu früh“, sagte Dramaturg Christian Baier bei der Premierenfeier. Hinzu kommt, dass er bei den „Geschichten aus dem Wiener Wald“ noch eine majestätische Bühnenpräsenz und Sprungkraft hat. Das alles verlieh ihm Mark Radjapov, der schon in Fantasia als Dr. Zaponetti glänzte.
Die Primaballerina Monica Fostecu-Uta tanzte die Marianne. Dabei deckte sie das ganze Gefühlsspektrum, was diese junge Frau durchleben muss ab. Erst forsch , als sie sich von Oskar trennt und sich für Alfred entscheidet flatterhaft wie ein Schmetterling.Später zeigt uns Fotescu-Uta eine verletzte, hoffnungslose, immer verzweifelter werdende Marianne, die von allen verlassen scheint.
In dem Stück spielen die Männer eher eine Nebenrolle. Oscar (Howard Quintero Lopez) als verlassener Verlobter, der Marianne am Ende doch wieder zurück nimmt. Dimitry Semionov tanzt einen von sich überzeugten Alfred, der immer wieder Glück bei den Frauen hat und dem auch Valerie letztendlich nicht widerstehen kann.
Valerie (getanzt von Emilie Nguyen) hat einen äußert komischen Auftritt, als sie in einem Liegestuhl dösend, von lästigen Mücken und Fliegen gestört wird.
Das kleine Mädchen wird getanzt von Stephanine Ricciardi. Sie ist die einzige lebende Figur in diesem Stück. Ihre berührendste Szene hat sie zusammen mit ihrer Mutter Marianne, die sie aber nicht berühren darf, denn der Tod ist immer dazwischen und achtet darauf, dass diese Linie zwischen den lebenden und den Toten nicht überschritten wird.
Trotz dieses Dramas gibt es einige Stellen, die zum Schmunzeln sind wie die erwähnte Badeszene mit den Mücken. So setzt das Corps de Ballet die Klänge der „Trisch-Tratsch-Polka“ von Johann Strauss das Tratschen herrlich tänzerisch um.
Ein großes Kompliment auch für wunderschönen Kostüme unter Leitung von Ute Werner, wie zum Beispieles die Badeanzüge im Stil des beginnenden 20. Jahrhunderts oder die Mönchskutten in der Szene in der Kirche. Die Beleuchtung wurde von Stefan Schmidt sehr geschickt eingesetzt. Besonders beeindruckend war etwa der einsam in einem Lichtstrahl stehende Kinderwagen. Die Mutter Marianne will von der dunklen rechten Seite zu ihrem Kind, wird aber von Alfred zurückgehalten.
Die Bühne war sparsam, aber effektvoll. Neben typischen Wiener Bildern wie dem Prater, wurden die Handlungsorte rudimentär und skizzenhaft im Hintergrund gezeigt. Beeindruckend waren die Skelette, die schon ziemlich am Anfang von der Decke schwebten und Marianne zum Tanzen animierten.
Kommen wir zur Musik. Sie wird live gespielt von den Dortmunder Philharmonikern. Bei der Premiere war Motonori Kobayashi auf dem Dirigentenpult. Neben Johann Strauß, der mit seinen Walzern und Polkas einen wesentlichen Teil der Musik „beisteuerte“, erklangen noch Werke von Alban Berg. Berg steht zwar im Spannungsfeld zwischen Neuromantik und Atonalität, doch zusammen mit den Werken von Strauss verbanden sie sich zu einer Art Gesamtmusik. Neben den gefälligen Melodien, erklangen auch sperrige. Wie im wirklichen Leben.
So war es nicht verwunderlich, dass am Ende des Abends die Besucher stehend alle Beteiligten feierten. Dortmund erlebte wieder einen großen Ballettabend.
Weitere Termine: So, 09. März 2014, Sa, 15. März 2014, Fr, 21. März 2014, Mi, 26. März 2014, Sa, 29. März 2014, Mi, 16. April 2014, Sa, 26. April 2014, Sa, 03. Mai 2014, Fr, 09. Mai 2014, So, 25. Mai 2014, Sa, 31. Mai 2014 und Sa, 14. Juni 2014. Infos und Karten unter www.theaterdo.de
Expressive Gärten des Südens
Sanja Djurdjic präsentiert mediterrane Landschaftsbilder in der Artothek.
Seit dem 21. Februar zeigt die Artothek der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund Arbeiten der Künstlerin Sanja Djurdjic unter dem Titel „Les jardins du Sud – Die Gärten des Südens“. Die Künstlerin malt ihre Bilder in Acryl, Pastell und Aquarell. Die Ausstellung mit 22 Bildern ist noch bis zum 04. April 2014 zu sehen.
Die Motive der Bilder von Sanja Djurdjic stammen aus Frankreich, Kroatien, Spanien und Griechenland. „ich fühle mich zum Mediterranen hingezogen“, so die Künstlerin. Das Farbenfrohe, die Fröhlichkeit und die Leichtigkeit des Seins.“
Das spürt der Betrachter auch in den Bildern. Kräftige Farben dominieren, statt Details stehen Formen im Vordergrund. Expressionistisch eben. Eine Kunstrichtung, die Djurdjic nahekommt. „Das freie Malen ohne Perspektive, die Reduktion von Form und Farbe, der deutsche Expressionismus kommt meiner Malweise entgegen“, findet die Künstlerin. Vor allem August Macke hat es inspiriert.
Auch wenn Djurdjic viel gereist ist, ihre Bilder stammen aus ihrem Gedächtnis oder auch aus Zeitschriften. „Ich habe ein photografisches Gedächtnis“, so die Künstlerin. Ihre Motive speisen sich aus der Erinnerung und aus dem Gefühl, das sie beim Betrachten der Landschaft empfand.
Am 28. Februar 2014 hat das Stück „First Person Shooter“ von Paul Jenkins deutschsprachige Erstaufführung im Kinder- und Jugendtheater. Hier geht um Fragen wie: Gibt es Schnittstellen von Shooterspielen und Drohnenkrieg und kann man noch virtuelle und reale Welt unterscheiden? Empfehlenswert ist das Stück ab 14 Jahren.
In der Geschichte geht es um Adrian, kurz Ade genannt, der gerne stundenlang in seine virtuelle Spielewelt der Ego Shooter abtaucht. Seine ratlose Mutter Maggie bittet ihren Arbeitskollegen Tom um Rat. Maggie arbeitet als Managerin in einem Unternehmens, die ein Wärmesensor-Steuersystem für den Bahnverkehr entwickelt hat. Doch auch das Militär hat Interesse an diesem System.
Eine neue Erfahrung für die Regisseurin Johanna Weißert. Sie hat sich zusammen mit ihrem Sohn mit dieser Art von Spielen auseinandergesetzt. Letztendlich geht es ihr aber nicht um eine eindeutige Botschaft zu vermitteln wie „Ego Shooter sind böse“ oder „Ego Shooter sind harmlos“. „Dieses Stück soll vor allem zur Diskussion anregen“, so Weißert.
Im Stück wird der sogenannte Tunnelblick thematisiert, den Spieler bekommen, wenn sie hochkonzentriert das Spielgeschehen verfolgen. Auf der Bühne des KJT wird er Realität: Ade wird in einer Szene buchstäblich in diesen Tunnel gesogen und seine Mutter versucht, ihn zu befreien. „Diesen Tunnelblick gibt es natürlich auch bei Leuten, die hochkonzentriert arbeiten“, erklärte die Regisseurin, die noch verriet, dass sehr viele Videos zu sehen sind.
Für die Premiere am 22. Februar gibt es noch Restkarten, weitere Termine: 02. März sowie 01. bis 06. März.
Immer mit Tischtennisplatte
Blick in die Ausstellung „Schulhöfe“ von Cornelia Wimmer in der VHS.
So unterschiedlich die Dortmunder Schulen sind, eines scheint immer zu einem Schulhof dazu zugehören: die Tischtennisplatte. Die Fotografin Cornelia Wimmer zeigt im Forum der Volkshochschule vom 26. Februar bis zum 11. April ausgewählte Fotografien in der Ausstellung „Schulhöfe“.
Es gibt rund 160 Schulen in Dortmund. Manche haben die Zeiten überdauert, viele sind Bauten der 60iger und 70iger Jahre, aber alle haben einen Schulhof. „Der Schulhof ist eine vernachlässigte Architekturform“, so Wimmer. Der Schulhof muss verschiedene Voraussetzungen bieten: Die Lehrer, die Aufsicht führen, müssen alles sofort einsehen können und er soll den Schülern Bewegungsmöglichkeiten bieten.
Die Realität, die Wimmer zeigt, besteht oft aus Beton oder Asphalt. „Mit den Schulhöfen präsentiert sich auch die Schule“, meinte Wimmer. Wer einen ungepflegten Schulhof sieht, der möchte seine Kinder ungern auf diese Schule schicken.
Einige Bilder zeigen auch die Hilflosigkeit, trotz Einsparungen, den Schulhof dennoch etwas lebendiger zu gestalten. Dann werden Mittel, die vielleicht der Elternbeirat oder die entsprechende Bezirksvertretung genehmigt hat, in ein paar Farbtupfer gesteckt.
Wenn aus Liebe zum Instrument Hass wird
Ob der Kontrabassist (Michael Kamp) ausgerechnet in der Dortmunder U-Bahn seine geliebte Sarah findet?
Am 22. Februar 2014 feiert die Theatergruppe Austropott mit „Der Kontrabass“ ihre vierte Premiere im Theater im U. Dabei handelt es sich um ein Ein-Personen-Stück von Patrick Süskind. Der Kontrabassisten wird von Michael Kamp gespielt.
Das erste Bühnenwerk des Erfolgsautors Patrick Süskind ist das Psychogramm eines unscheinbaren Kontrabassisten und dessen Hassliebe zu seinem Instrument. Wahre Begeisterung empfindet er für die Mezzosopranistin Sarah. Schließlich plant er, während der Festspielpremiere von „Rheingold“ spektakulär „Sarah!“ in den Raum zu schreien … Das Stück, das seit seiner Uraufführung 1981 zu den beliebtesten und meistgespielten Einaktern der Theatergeschichte gehört, wurde bislang in 28 Sprachen übersetzt.
Neben der Premiere am 22. Februar um 19:30 Uhr gibt es noch folgende Termine: 09. März (18 Uhr), 15. März (19:30 Uhr), 29. März (19:30), 06. April (18 Uhr).
Vor einigen Jahren gab es ja beim Schauspiel Dortmund die Reihe „Stadt ohne Geld“. Damals wurde beispielsweise diskutiert, wem gehört eigentlich der öffentliche Raum oder wem gehört die Stadt? Das „Bloghouse“, die Late-Night-Show im Institut nimmt diese Frage am 22. Februar um 22 Uhr wieder auf.
Gastgeber: Stefan Laurin von den Ruhrbaronen hat diesmal Bodo-Chefredakteur Bastian Pütter, den Dortmunder Blogger Mirko Kussin (www.sprachrhythmus.de) und die junge Journalistin Anna Mayr eingeladen.
Karten zu 5 € sind noch erhältlich unter 0231 5027222 oder www.theaterdo.de
Zwischen Abstraktion und Figuration
Dagmar Vogt und drei ihrer Werke.
Das Depot Dortmund zeigt vom 26.02. bis 09.03.14 Werke von Dagmar Vogt unter dem Titel „Real – Abstrakt“. Die Bilder und Skulpturen der Künstlerin bewegen sich im Raum zwischen Abstraktion und Figuration.
Die Ausstellung zeigt vor allem Werke aus den vergangenen zwei Jahren. Denn vor zwei Jahren krempelte Vogt ihr komplettes Leben um. Ein wichtiger Punkt: Sie gab ihren Beruf als Kunstlehrerin auf und stürzte sich mit Elan in die Existenz als selbstständige Künstlerin.
Die Werke, die gezeigt werden, kreisen sich um bestimmte Themen. „Natur ist oft Thema in meinen Arbeiten, hinzu kommt das Thema Vergänglichkeit wie das Blühen und Verblühen“, erzählte Vogt, die seit 30 Jahren malt. Hinzu kommt die Beschäftigung mit dem Motiv des Nestes, das sie vor allem in der Skulptur umsetzt.
Mit dem Titel gibt die Künstlerin dem Betrachter einen kleinen Hinweis. Dennoch „muss der Betrachter zum Grenzgänger werden“, so Vogt und somit seine eigene Sichtweise finden. Ihr Pinselstrich ist verschwommen und diffus, so dass es scheint, als ob manches aus dem Bild herauskommt und anderes wiederum im Bild verschwindet. So löst sich der Gegensatz zwischen dem figurativen und dem Abstrakten auf.
Dagmar Vogt arbeitet mit Acryl und Öl. „Man kann als letzten Tupfer mit Ölfarben auf Acryl arbeiten“, so die Künstlerin.
Ihre Skulpturen, die Vogt zeigt, sind noch freier in ihrer Ausführung. Sie arbeitet mit Metallen wie Eisen, Stahl oder Aluminium.
Dagmar Vogt „Real – Abstrakt“ vom 26.02. bis 09.03.14
Am Samstag eröffnete die NRW-Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, Dr. Angelica Schwall-Düren mit dem Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, Ullrich Sierau die Ausstellung „Nijambo“. „Nijambo“ stammt aus der Suaheli-Sprache und bedeutet soviel wie „Die Fähigkeit, Herausforderungen anzunehmen und Probleme zu lösen.“
Eingens für „Nijambo“ entstanden einige interaktive Kunstwerke. Auf der „Arche Noah“ von Adeal Salm-Salm kann man über eine Live-Cam die Naturwunder beobachten. Die „Zukunftsmaschine“ von Punky Bahr möchte Dinge in Bewegung bringen und zeigen, dass kleine Ursachen große Wirkungen haben. Die „Energiewand“ hat Marjan Verkerk zusammen mit Schülern entwickelt. Sie lädt kleine und große Besucher ein, ihre Ideen für die Zukunft zu entwickeln.
Noch bis zum 31. Oktober ist die Ausstellung, die durch die Förderung der Aktion Mensch, der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, des Solarfonds-Dortmund und DEW21 ermöglicht wurde, bei mondo mio! zu sehen. Die Ausstellung richtet sich an Familien mit Kindern ab 6 Jahren und kann dienstags bis freitags von 13.30 bis 17 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr besucht werden. An Vormittagen werden Termine für Schulklassen und Gruppen angeboten. Der Museumsbesuch ist im Eintritt für den Westfalenpark enthalten. Dieser beträgt in der Wintersaison 1,50 Euro und ab dem 01. März 3 Euro. Der Einritt für Kinder unter sechs Jahren ist frei. Pädagogische Programme kosten 2,50 Euro pro Kind.
Detail der „Zukunftsmaschine“ von Punky bahr.
Sicherlich kein „Problembär“ am Steuerruder der „Arche Noah“ von Adela Salm-Salm.
Ein Blick ins Innere der „Arche Noah“ von Adela Salm-Salm.
In jedem Ende steckt auch ein neuer Anfang
Das Tanztheater im Dortmunder Depot zeigte mit ihrem neuen Stück „Alles auf Ende Anfang“ einen Appell zur Neuorientierung: Auch wenn das Leben wie ein verworrener Knäuel aussieht. Ein neuer Anfang ist möglich. Ars tremonia besuchte die zweite Vorstellung am 16. Februar.
Eine leere Bühne, ein einsames angestrahltes Knäuel. Wo ist der Anfang, wo das Ende? Ist das eigene Leben nicht genauso verworren? 15 Tänzerinnen und ein Tänzer versuchten sich an einer Entwirrung.
Im Mittelpunkt des Abends stand eine Erzählerin, die dem Stück den roten Faden gab. Begonnen wurde es im Kindesalter, als die TänzerInnen mit allerlei Spielzeugen auf die Bühne kamen. Cowboy und Indianer wurde gespielt, mit dem Roller und später mit dem Fahrrad wurde symbolisch gefahren.
Nach der Kindheit kam die Jugend und die Verliebtheit. Das wurde von den Beteiligten schön mit Gesichtsmasken umgesetzt und so traf Charlie Chaplin auf Marilyn Monroe. Danach gab es Szenen aus dem Arbeitsleben und dem ewigen Konkurrenzkampf. Dieser Kampf wurde sehr gut mit Stühlen umgesetzt. Das was man hat, gefällt einem plötzlich nicht mehr und man möchte das, was der Nachbar hat.
Gut gelungen war auch die Umsetzung des Themas „Veränderung und Rebellion“. So verriet die Erzählerin, dass sie sich gerade erst die langen Haare hatte abschneiden lassen, die sie damals aus Rebellion gegenüber ihren Eltern super lang wachsen ließ. Das Ende der einen Rebellion als der Anfang einer neuen Rebellion?
Ein gelungener Abend mit ebenfalls gut ausgesuchter Musik. Von Philipp Glass über Charleston bis hin zu Pop-Musik war eine ausgewogene Mischung zu hören.
Zu Recht wurden alle Tänzerinnen und Tänzer mit großen Applaus verabschiedet.
Weitere Termine: 19.02.14 (20 Uhr) und 20.02.14 (20 Uhr). Kartenreservierung unter 0231 9822336 oder ticket@theaterimdepot.de