Kunst trifft urbanes Leben

Schürzen sollen der neueste Schrei in Berlin sein. Bald auch in Dortmund? Zu bekommen auf dem Designmarkt.
Schürzen sollen der neueste Schrei in Berlin sein. Bald auch in Dortmund? Zu bekommen auf dem Designmarkt.

Bereits zum dritten Mal findet das Kunstevent „Schnittstelle“ im Museum Ostwall statt. Am 16. Mai von 18 Uhr bis um Mitternacht wird das Museum zum interaktiven Erlebnisraum mit Kunst, Design, Musik und Literatur. Idee und Konzeption von „Schnittstelle #3“ stammen von der Abteilung Bildung und Kommunikation des Museums Ostwall. Hinzu kam eine Kooperation mit der TU Dortmund sowie der U2_Kulturelle Bildung.

 

Was gibt es zu erleben? In der 4.Etage lädt das „Tag Tool zu zero“ zum virtuellen Graffitimalen ein. Dabei wird das Kunstwerk „Optagon“ von Adolf Luther aus dem Jahre 1966 mit einbezogen. Farbiges Licht wird durch seine Skulptur aus verschiedenen Linsen geschickt und auf Wände und Decken projiziert. Der Benutzer kann die Farbigkeit durch Regler selber bestimmen und mittels eines Pads auch noch zeichnen.

 

Eine Mischung zwischen „Stille Post“ und „Montagsmaler“ ist die Station „Zeichen-Aktion. Finde dein Kunstwerk“. Hier muss jemand vor einer Kamera ein Kunstwerk beschreiben, natürlich ohne Titel oder Künstler zu nennen. Dieses Video kann dann von jemand anderem auf der Etage U2 angesehen werden, der nach diesen Beschreibungen auf einem iPad das Werk nachzeichnet. Nach dieser Zeichnung wird dann das Originalbild gesucht.

 

Hinter „Kunst statt Schnitzel“ verbirgt sich eine Schnitzeljagd. Der Kandidat bekommt ein Klemmheft mit Aufgaben. Beispielsweise: Wie viele Personen tragen auf einem bestimmten Bild eine Brille? Die Aufgaben drehen sich alle um die Bilder von Max Beckmann „Berliner Reise“ auf der vierten Etage. Der Preis für die Mühe ist ein LUUPS-Heft von Dortmund.

 

Neben interaktiven Exponaten zu Jugendszenen gibt es auf der Etage U2 Musik aus der Region. DesignerInnen und Ateliergemeinschaften bieten ihre Produkte auf dem Designmarkt an. Mit besonderen Design- und Lifestyleobjekten lädt der Markt zum Bummeln ein. Dabei sind unter anderem der „Hej Store“ mit skandinavischen Wohndesign und kleinen Nettigkeiten, „Watwha“ mit dem Besten aus der Siebdruckerei, der Plattenladen „Black Plastic“ mit ordentlich viel Vinyl auf den Tellern, zudem Lipbert, Frollein Fritz, Kalikiri, Bløff oder Schickesteil.

Insgesamt wirkt ein Team mit zehn jungen Kunst- und Kulturschaffenden, Kunstvermittler/innen und Kunstwissenschaftler/innen aus Dortmund (Tobi Katze, Richard Opoku-Agyeman, Silke Schönfeld, Aldina Okeric, Anna Gerlach, Tommy Scheer, Sabine Schönfeld, Matthias Plenkmann, Johanna Goedert sowie Lukas Schildknecht) an diesem Abend mit.

 

Der Eintritt für das Museum Ostwall im Dortmunder U, die U2 und für „WORLD OF Matter“ am Freitag, 16. Mai, kostet vier Euro.




Unentdeckte Talente

 

Tim Wandschneider, Die Überfahrt, 2013, Bleistift auf Papier, 52x36 cm
Tim Wandschneider, Die Überfahrt, 2013, Bleistift auf Papier, 52×36 cm

„Hidden champions“ nennt man in der Fachsprache mittelständische Unternehmen, die weltweit Marktführer sind, aber in der Öffentlichkeit fast unbekannt sind. Die beiden „Hidden talents“, die Axel Schöber in seiner Galerie ART-isotope vorstellt, sind sicher keine Marktführer, aber sind in der Öffentlichkeit unbekannt. Was daran liegt, dass das die erste Ausstellung von Susanne Woelk und Tim Wandschneider ist. Zu sehen sind ihre Arbeiten vom 18. Mai bis zum 20. Juni 2014.

 

Vermutlich täuscht der erste Eindruck beim Betrachten der Zeichnungen von Tim Wandschneider. Es scheint, als sei das Foto im Rechner mit einem Zeichnen-Effekt von Photoshop bearbeitet worden, fertig. Doch beim zweiten, näheren Hinsehen sieht der Betrachter deutlich: Das ist alles selbst gezeichnet. Und beim Betrachten der fotorealistischen Bilder überfällt einem so etwas wie Ehrfurcht vor dieser Kunst. Hinzu kommt, dass Wandschneider jedes seiner Bilder nur mit einer Bleistiftstärke zeichnet. Die verschiedenen Grauwerte kreiert er durch Verdichten oder Auflockern der Struktur.

„Ihm geht es um Allgemeingültigkeit“, sagt Galerist Schöber zu den Themen von Wandschneiders Bildern. Sie haben aber durch ihren Fotorealismus durchaus etwas von einem Zeitdokument.

 

Bei Susanne Woelk war ihr eigener Qualitätsanspruch im Weg. So arbeitete sie zunächst nach ihrem Studium als Krankenschwester. Mittlerweile findet sie – zurecht -,. dass ihre Bilder der Öffentlichkeit gezeigt werden können. Ebenso wie Wandschneider benutzt sie Fotos als Vorlage. Ihre präsentierten Bilder, die allesamt keine Titel haben, lassen sich in zwei Gruppen einteilen. Einmal in großformatige realistische Abbildungen von Bonbonpapieren, in denen die Farbgebung eine wichtige Rolle spielt.

Bei denen anderen Bildern arbeitete sie mit gezielten Unschärfen. Dadurch entwickeln die Motive eine Bewegungsdynamik.

 

Beiden Künstlern ist gemeinsam, dass sie an der FH Dortmund Design studierten. Woelk von 1981 bis 1997 und Wandschneider von 1998 bis 2004.

 

Susanne Woelk, o.T., 2000, Öl auf Leinwand, 80x100 cm
Susanne Woelk, o.T., 2000, Öl auf Leinwand, 80×100 cm

Hidden talents

ART isotope

Wilhelmstraße 38

44137 Dortmund

www.art-isotope.de

 

 




Konzerthaus lässt das Nashorn los

Die Zeitinsel mit Nils Landgren wird im März 2015 stattfinden. (Foto: © Sebastian Schmidt)
Die Zeitinsel mit Nils Landgren wird im März 2015 stattfinden. (Foto: © Sebastian Schmidt)

Schluss mit der Botschaft Klassik sei leicht. Konzerthaus-Intendant Benedikt Stampa steht zu seiner Meinung, dass Klassik ein komplexes Produkt sei und sagt: „Man muss sich ihr stellen“. Das neue Programm für die kommende Spielzeit bietet in jedem Fall genug Möglichkeiten für Mutproben.

 

Obwohl das Konzerthaus seit zwölf Spielzeiten schon viele hochkarätige Gäste begrüßen konnte, gibt es immer noch Künstler und Orchester, die ihre Premiere feiern. So werden das Chamber Orchestra of Europe und das Philadelphia Orchestra genauso ihre Debüts feiern wie Tenor Jonas Kaufmann oder Bassist René Pape.

 

Zwei neue Abos bieten neue Einblicke in die klassische Musik jenseits von Mozart oder Beethoven. Die Reihe „Musik für Freaks“ ist eine Spielwiese für verschiedenste Arten von Musik. Neue Musik, alte Musik, auf ausgefallenen Instrumenten oder aus fremden Kulturen. „Stell dich der Klassik“ ist für all diejenigen gedacht, die klassische Musik als Herausforderung ansehen. Quasi für Klassik-Abenteurer.

 

Zwei Zeitinseln stellen wieder Komponisten oder Musiker in den Blickpunkt. In der Spielzeit 14/15 wird es zunächst Sergej Prokofjew sein, der vom 30. Oktober bis zum 01. November vorgestellt wird. Mit Nils Landgren wird ein Jazz-Posaunist in den Fokus gerückt. Seine Zeitinsel geht vom 06. bis zum 08. März.

 

Eine kleine Beruhigung für alle, die vielleicht nicht so mutig sind: Natürlich stehen Mozart und Beethoven weiterhin auf dem Spielplan des Konzerthauses. Selbst für Menschen, die nicht so sehr auf Klassik stehen, bietet das Konzerthaus mit World Music, JazzNights und dem Pop-Abo einige musikalische Alternativen an.

 

Das neue Spielzeitheft liegt ab sofort im Konzerthaus aus.




Künstlerinnen und Künstler unterstützen die aidshilfe dortmund

 

Von links: Wolfgang Ullrich und Bettina Brökelschen (Organisation) mit Kay Voges (Intendant des Schauspiel Dortmund). (Foto: © Laura Sander)
Von links: Wolfgang Ullrich und Bettina Brökelschen (Organisation) mit Kay Voges (Intendant des Schauspiel Dortmund). (Foto: © Laura Sander)

Vom 20.05.2014 bis zum 29.05.2014 findet in der Dortmunder Berswordthalle eine Kunstausstellung mit 61 Künstlerinnen und Künstlern statt. Sämtliche Kunstwerke können käuflich erworben werden. Das besondere dabei ist, die Künstlerinnen und Künstler sind bereit, einen Teil ihrer Erlöse an die aidshilfe dortmund zu Gunsten des „projektplus“ zu spenden.

 

Was ist das „projektplus“? Im projektplus soll innovative Aidshilfe-Arbeit geleistet werden: Café, Selbsthilfe und Information in einem. Und zwar möglichst offen und zentral, damit Ausgrenzung und Tabuisierung keine Chance haben.

 

Eröffnet wird die Ausstellung am Dienstag, den 20.05.2014, ab 18:00 Uhr in der Berswordthalle durch die Schirmherrin, Barbara Sierau. Als Gastredner konnte Kay Voges, Intendant des Schauspiel Dortmund , gewonnen werden.

 

Die Ausstellung in der Berswordthalle endet am Donnerstag, den 29.05.2014, um 18:00 Uhr. Eine große Abschlussveranstaltung wird dann die letzte Möglichkeit bieten, die Kunstwerke dann zu erstehen. Sie findet dann am 31.05.2014 in der Bürgerhalle des Dortmunder Rathauses satt. Einlass für das Publikum ist um 14:00 Uhr, das Rahmenprogramm beginnt um 15:00 Uhr. Die Künstlerinnen und Künstler aus der Ausstellung sind mit ihren Werken anwesend. Peter Großmann (WDR) führt durch das Programm.




Nein, das esse ich nicht!

Als Eltern am Tisch: Matthias Damberg und Birgit Götz.
Als Eltern am Tisch: Matthias Damberg und Birgit Götz.

Welche Eltern haben diesen Satz von ihren Kindern schon gehört? Ich nehme mal an, die meisten von ihnen. Was gestern noch mit Appetit gegessen wurde, wird heute verschmäht. Warum, wieso, weshalb? Das Tanztheaterstück „Edda mag nicht“, das am 17.Mai um 15.00 Uhr im Theater im Depot Premiere hat, will keine Antworten geben, aber Lust auf Lebensmittel machen.

„Es ist kein pädagogisches Lehrstück“, betonte Regisseurin Cordula Hein. „Wir wollen Kinder auf bestimmte Lebensmittel neugierig machen“, ergänzte Choreographin Birgit Götz. Denn Edda, die Titelheldin, ist extrem wählerisch geworden. die Möhren sind ihr zu orange und die Erbsen zu rund. Ständig nörgelt sie über das Essen und niemand kann es ihr Recht machen.

Das Stück wird aus zwei Perspektiven erzählt: Zum einen aus der Sicht der Eltern, die Angst um ihre Tochter haben und ständig neue und exotischere Lebensmittel ausprobieren. Zum anderen aus der Sicht der Lebensmittel, die frustriert im Kühlschrank vor sich hin warten,weil Edda sie nicht mehr essen mag.

In „Edda mag nicht“ geht es nicht vordergründig um den Gegensatz zwischen „gesunden“ und „ungesunden“ Lebensmittel und auch nicht darum, dass man alles mögen muss. Denn Hand auf Herz: Auch für Erwachsene gibt es Lebensmittel, die sie nicht mögen und die daher nicht auf den Tisch kommen.

Daher ist „Edda mag nicht“ kein reines Kinderstück, sondern ebenso geeignet für die Eltern. Das Stück ist für Kinder ab fünf Jahre.

Wer die Premiere leider verpasst: Es ist geplant, das Stück im September wieder aufzunehmen.




Rückmeldungen aus Robotermund

Paul Hess zeigte eine grandiose tänzerische Leistung. (Foto: © Guntram Walter)
Paul Hess zeigte eine grandiose tänzerische Leistung. (Foto: © Guntram Walter)

„Wir sind die Roboter“, sagen bereits Kraftwerk in den 70er Jahren und die Robotertechnik scheint ja immer weiter voranzuschreiten. Rolf Dennemann hat nach seinem „Rosinenblues“ mit „Feed back“ ein Stück auf die Bühne des Theaters im Depot gebracht, das Tanz und Schauspiel miteinander verbindet. Ars tremonia war in der Vorstellung am Sonntag.

 

„Feedback“. Das ist (unter anderem) eine verbalisierte Rückmeldung an eine Person über ihr Verhalten. Vier Schauspieler, ein Tänzer. Video und Musik sorgten für viele Rückmeldungen. Ein Abend für alle Sinne.

 

Die Rahmenhandlung spielte in einem „Institut für angewandte Manipulation“. Die Probanden spielten vier Robotor, die in unterschiedlichen Dienstleistungsuniformen wie Müllwerker, Krankenhausmitarbeiter, Security Dienste oder Kellner. Ein kleiner Seitenhieb darauf, dass in der Zukunft vielleicht die Straße von einem Roboter gefegt oder die Pflege im Altenheim automatisiert wird. Horror-Vorstellung oder lieber Roboter-Pflege als gar keine Pflege?

 

Kleine Besonderheit des Stückes: Über einen Knopf im Ohr bekamen die Schauspieler Texte vorgesprochen, die sie sofort wiedergeben mussten. Daraus entfiel natürlich die sprachliche Bearbeitung.

Bei den Müllmännern (und -frauen) stand die Debatte um den „Freien Willen“ im Mittelpunkt. Der „Security-Dienst“ beschäftigte sich beispielsweise mit dem Thema „Kunst“. Dabei wurden keine Theatertexte vorgelesen, sondern wissenschaftliche Statements, politische Aussagen oder Zitate von Personen aus Kunst und Gesellschaft. Klingt merkwürdig, funktioniert aber.

 

Eingerahmt wurde diese Veranstaltung durch die wirklich virtuosen Tanzdarbietungen von Paul Hess, der allein den Besuch des Stückes wert ist. Der Höhepunkt war die äußerst witzige Adaption eines Dressurritts mit Passagen und Piaffen und allem, was dazugehört.

 

Matthias Hecht, Thomas Kemper, Elisabeth Pleß und Nicole Janze spielen ihre roboterhaften Gegenstücke fast perfekt. Mit den typischen ruckartigen Bewegungen und den Irritationen, wenn die Sensoren nicht genau wissen, was sie nun zu tun haben. Aber bei allem stammen diese Roboter wohl weder aus den Terminator-Filmen noch aus „Westworld“. Dafür haben sie alle noch ihre kleinen Macken.

 

Das Problem bei den Texten: Redet mehr als ein Schauspieler, wird es schwierig, sich zu entscheiden, wem man folgt. Doch das passiert glücklicherweise nicht zu oft. Ansonsten merkt man, wie grotesk es manchmal ist, was Politiker so von sich geben. Ein gutes Beispiel ist Bundespräsident Gauck, der die Bankenkritik „unsäglich“ nannte.

 

Ein Abend, der mehr Zuschauer verdient hätte. Denn – wie erwähnt – die Tanzeinlagen von Paul Hess waren große Klasse. Auch die Leistung der vier Schauspielerinnen und Schauspieler konnte überzeugen.




Auf zur Nacht der Visionen!

Welche Visionen gab es im Mittelalter? Wolfgang E. Weick (Chef der Dortmunder Museen) und Dr. Martina Sprotte (Leiterin der Unternehmenskommunikation von DEW21) versuchen es schon herauszufinden.
Welche Visionen gab es im Mittelalter? Wolfgang E. Weick (Chef der Dortmunder Museen) und Dr. Martina Sprotte (Leiterin der Unternehmenskommunikation von DEW21) versuchen es schon herauszufinden.

Wer Visionen hat, braucht nicht zum Arzt zu gehen, er kann am 27. September 2014 nach Dortmund kommen. Denn dann findet die 14. Dortmunder DEW21-Museumsnacht statt. Das diesjährige Thema lautet: „Nacht der Visionen“ und beinhaltet rund 600 Einzelveranstaltungen aus dem gesamten kulturellen Spektrum an 60 Veranstaltungsorten.

 

„Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, die Museumsnacht zur familienfreundlichen – wenn nicht sogar familienfreundlichsten – Veranstaltung in der Region zu machen“, so Kerstin Keller-Düsberg von der Agentur konzeptschmiede-do, die die Veranstaltung federführend konzipiert und organisiert. Zum ersten Mal in der Geschichte der DEW21-Museumsnacht gelten daher ab sofort für junge Menschen noch niedrigere Preise:

 

Wer unter 18 Jahre ist, zahlt nur 3 Euro! Kinder unter 6 Jahren zahlen gar nichts!

 

Ab sofort sind die Frühbucher-Tickets erhältlich.

 

Sparen mit dem Frühbucher-Rabatt!

KombiTickets, die bis zum Ende der Sommerferien (bis einschließlich 19.08.2014) gekauft werden werden, kosten 12,50 Euro für Erwachsene bzw. ermäßigt 9,50 Euro.

 

Hier sind sie ohne Vorverkaufs-Gebühren (VVK-Gebühren) erhältlich:

 

DEW21 Kundenzentrum (Ostwall 51)

DSW21-KundenCenter Petrikirche (Kampstr. 46)

Service-Center der Ruhr Nachrichten (Silberstr. 21)

Besucherzentrum Dortmund (Max-von-der-Grün-Platz 5–6)

Mayersche Buchhandlungen (Westenhellweg 37–41 und Harkortstr. 61)

Frühbucher-Tickets können zudem telefonisch unter (0231) 1 89 99-444 (Mo–Sa, 10.00–18.00 Uhr; es fallen die regulären Festnetzgebühren an) oder online bei DORTMUNDticket bestellt werden (pro Versand fällt eine Pauschale von 4,50 Euro an).

 

Nach den Sommerferien – also ab dem 20.08.2014 – sind die KombiTickets zu einem Preis von je 14,50 Euro für Erwachsene bzw. 11 Euro ermäßigt* ohne weitere Gebühren bei allen Veranstaltungsorten (VVK u. Abendkasse) erhältlich. Bei Vorverkaufsstellen wie z. B. den Ticket-Shops der Westfälischen Rundschau fallen VVK-Gebühren an. Bei Online- oder telefonischen Bestellungen (s.o.) werden weiterhin zusätzlich nur die Versandkosten berechnet.

 

Fahrt und Eintritt

Das KombiTicket der 14. Dortmunder DEW21-Museumsnacht kann man alle Veranstaltungen besuchen und die Sonderbuslinien oder Bus und Bahn im gesamten Nahverkehrsbereich des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) nutzen um zu den Veranstaltungsorten zu fahren. Und das am 27.9. den ganzen Tag lang und bis morgens um 7 Uhr am 28.9.

 

* Anspruch auf ein ermäßigtes Ticket haben:

Ticket-Abonnenten der DSW21, Inhaber einer RN-Card, Schüler/-innen, Studierende, Auszubildende und Absolvierende des freiwilligen Wehrdienstes (12–23 Monate), des Bundesfreiwilligendienstes (BFD), des freiwilligen sozialen Jahres (FSJ) und des freiwilligen ökologischen Jahres (FÖJ), Inhaber des „Dortmund-Passes“




Der Wolkenschmied im Schaufenster

Geoffrey Hendricks, New moon, full moon, faggot, 2008
Geoffrey Hendricks, New moon, full moon, faggot, 2008

Dem Träger des MO Kunstpreises „Follow me Dada and Fluxus“ 2014, Geoffrey Hendricks, ist die zehnte „Schaufenster-Ausstellung“ im Museum Ostwall im Dortmunder U gewidmet. Die gezeigten Kunstwerke zeigen Hendricks‘ Auseinandersetzung mit dem Thema „Himmel“, der bei ihm aber im kosmologischen Sinne gebraucht wird. Die Ausstellung ist vom 09.Mai bis zum 24. August zu sehen.

 

Das Hendricks auch ein Performance-Künstler ist, zeigt ein Photo von Wolfgang Träger, der Hendricks kopfstehend in der Smolny-Kathedrale in St. Petersburg im Rahmen der Ausstellung „Fluxus-Virus“ ablichtete. Doch die meisten seiner Werke drehen sich um den Himmel. Sein großformatiges Werk „Sky to the South“ von 1983 zeigt ein von Wolken durchzogenen Himmel in Richtung Süden.

Einen Himmel, der eher in Richtung Pop-Art geht, malte Hendricks in seinem Werk „Sky- Boots 2“. Er bemalte seine getragenen Schuhe. Die Schuhe, die deutliche Spuren von Arbeit und langen Wegen tragen, werden so zu einem Symbol der Leichtigkeit. Es ist eine Fluxus-Variation des geflügelten Wortes „auf Wolken gehen“.

Eine weitere Arbeit, die Naturmaterialien beinhaltet, ist „New moon, full moon, faggot“ aus dem Jahre 2008. An einem Reisigbündel ist ein doppelseitiges Aquarell befestigt, das auf der einen Seite einen Neumond und auf der anderen Seite einem Vollmond zeigt. Mit „faggot“ ist sicherlich nicht nur das Reisigbündel gemeint, denn es ist auch eine negatives Wort für einen Homosexuellen. Hendricks selbst ist homosexuell und setzt sich damit auch in seiner Kunst auseinander.

Selbstverständlich ist auch das Werk „A ladder vor Al to climb into the night“, mit dem Hendricks den MO Kunstpreis gewonnen hat, zu sehen.

Die Ausstellungseröffnung ist am 08. Mai um 18 Uhr. Um 19.15 Uhr wird das E-MEX-Ensemble sein Programm den musikalischen Spielarten des Fluxus widmen. Gespielt wird Musik vom John Cage, John White oder Howard Akempton. Es werden zwar klassische Instrumente wie Klarinette, Flöte, Violine oder Cello mit von der Partie sein, aber die Musiker sind aufgefordert, etwas anderes zu tun,als bloß auf ihren Instrumenten zu spielen. Was genau passieren wird, bleibt offen.

 

Schaufenster #10

Geoffrey Hendricks – Preisträger des MO Kunstpreises 2014

vom 09. Mai bis zum 24. August 2014

MO Schaufenster, Ebene 4

Museum Ostwall im Dortmunder U




Offene Ateliers 2014 startklar

Astrid Wendelstigh vom Projektteam Offene Ateliers präsentiert einen Banner, mit dem die Standorte gekennzeichnet werden.
Astrid Wendelstigh vom Projektteam Offene Ateliers präsentiert einen Banner, mit dem die Standorte gekennzeichnet werden.

Am 24. und 25. Mai öffnen 145 Künstlerinnen und Künstler sowie 14 Galerien ihre Türen und ermöglichen den Besuchern Einblicke in ihre Werk- und Arbeitsstätten. So kann man an beiden Tagen viel über umfangreiche Kunstszene in Dortmunder erfahren. Der Eintritt ist an beiden Tagen frei.

 

Zur Orientierungshilfe erscheint ein 16-seitiges Veranstaltungsmagazin, das unter anderem im Informationspunkt der DORTMUNDtourismus, in der Stadt- und Landesbibliothek, im Museum für Kunst und Kulturgeschichte, im Stadthaus und bei den Teilnehmern. Das Magazin erscheint in einer Auflage von 10.000 Stück und enthält neben sechs gebietsbezogenen Standortkarten und den Adressdaten der Teilnehmer auch Routenvorschläge für Fahrradfahrer.

 

Darüber hinaus wird es Führungen geben, die durch den Künstler Wolfgang Kienast alias „Martini“ oder Ines Furniss organisiert werden. Eine Führung wird die westliche Nordstadt (Samstag von 15:00 – 17:30 Uhr) präsentieren, das Unionsviertel wird am Sonntag von 15:00 bis 17:30 gezeigt.

Ines Furniss führt Interessierte über den Südfriedhof, hier ist der Termin Sonntag von 15:00 bis 17:30 Uhr.

Alle drei Führungen schließen auch die Kunst im öffentlichen Raum mit ein. Auch wenn die offenen Ateliers als Veranstaltung kostenlos sind, wird für die Führungen ein Obulus verlangt. Die Rundgänge mit Wolfgang Kienast kosten 5 €, der Rundgang mit Ines Furniss 6 € (ermäßigt 3 €). Für die „Südfriedhof-Tour“ gibt es Tickets an der Kasse des Museums für Kunst und Kulturgeschichte (Hansastraße 3), bei den beiden anderen Führungen wird vor Ort bezahlt.

 

Informationen gibt es neben dem Veranstaltungsmagazin auch im Internet unter der Adresse: www.offene-ateliers-dortmund.de oder auf Facebook unter www.facebook.com/offeneateliersdortmund




Bruch – aus der Zeit gefallen

Guy Braunstein wird die Solo-Violine bei Bruchs Violinkonzert spielen. (Foto: © Ofer Plesser)
Guy Braunstein wird die Solo-Violine bei Bruchs Violinkonzert spielen. (Foto: © Ofer Plesser)

Beim 9. Philharmonischen Konzert am 06. und 07. Mai um 20 Uhr im Konzerthaus Dortmund steht das berühmte Violinkonzert Nr.1 von Max Bruch auf dem Programm. Bruch wird sicherlich zu Unrecht auf dieses Werk reduziert. Nicht nur Soloviolinist Guy Braunstein findet, dass Bruch weitere schöne Sachen komponiert hat. Nach dem Interview mit dem Dirigenten Marco Comin, sprach Ars tremonia mit Guy Braunstein.

 

 

Ars tremonia: Wie sind Sie zu Ihrem Instrument – der Violine – gekommen?

 

Braunstein: Ich bin aufgewachsen in der Nähe von Tel Aviv und damals in den 70er Jahren hat fast jedes Kind ein Instrument gespielt. Die meisten haben zwar nach ein paar Jahren ein neues Spielzeug gefunden und haben aufgehört, aber manche sind dabei geblieben. In dem kleinen Dorf bei Tel Aviv gab es immer Kinderkonzerte und ich bin mit fünf oder sechs Jahren mit meinen Eltern dorthin gekommen und habe einen Nachbarn gehört, der Geige gespielt hat. Meine Eltern haben mir später erzählt, wie furchtbar er gespielt hat. In meinen Ohren klang es aber so wunderschön, dass ich gesagt habe, das möchte ich spielen.

 

Ars tremonia: Sie haben eine lange Zeit bei den Berliner Philharmonikern gespielt und sind jetzt freier Solist. Was sind die Unterschiede?

 

Braunstein: Das Leben ist viel einfacher im Orchester. Ich habe die Jahre in Berlin sehr genossen und bin sehr dankbar für diese Jahre. Wie fast immer im Leben, irgendwann muss man sagen: Jetzt kommt der Zweite Satz. Ich möchte auch andere Sachen auch. Jetzt spiele ich so ungefähr 12-13 Wochen im Jahr mehr solistisch oder ich dirigiere. Zudem gebe ich noch Kammerkonzerte.

 

Ars teremonia: Stichwort Dirigieren. Was ist der Unterschied zwischen Solist und Dirigent?

 

Braunstein: Es sind zwei unterschiedliche Seiten einer Medaille. Ich kann die Vorteile nach den vielen Jahren im Orchester mitnehmen. Ich weiß genau, was man braucht, weil ich die Dirigenten von sehr nah gesehen habe mit jeder kleinen Bewegung. Was hilft der Musik und was nicht? Diese Erfahrung nehme ich mit.

 

Ars tremonia: Sie spielen ja die Solovioline bei Bruchs Violinkonzert Nr. 1. Wie würden Sie das Stück charakterisieren?

 

Braunstein: Bruch ist zu Unrecht ein „Ein-Stück-Komponist“ geworden. Das erste Violinkonzert ist das einzige Repertoirestück von ihm geblieben. Ich spiele auch gerne die „Schottische Fantasie“ von ihm. Sie ist genauso gut, wenn nicht sogar besser. Es war für ihn als Komponist einfach „schlechtes Glück“. Er war in der falschen Zeit. Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts hat sich alles bewegt nach Wagners Tod, nur Bruch ist bei seinen schönen Themen geblieben.