Doppelter Brahms als perfekter Spielzeitabschluss

Mit dem Klavierkonzert Nr.1 und der 2. Sinfonie von Johannes Brahms beendeten die Dortmunder Philharmoniker ihre Philharmonischen Konzerte für diese Spielzeit. Dirigent war Muhai Tang, der Solist am Klavier hieß Lars Vogt.

 

Von Beginn an führte Tang die Musiker gestenreich durch das Klavierkonzert. Der erste Satz: Voller Gegensätze, mal wild, mal ruhig, verlangt ein hohes Gespür vom Pianisten. Hingegen ist der zweite Satz ruhig, feierlich, fast geistlich. Energisch, kraftvoll, zupackend: Der dritte Satz des Klavierkonzertes Nr.1, das Rondo. Lars Vogt spielte insgesamt ein überzeugendes Konzert. Er verabschiedete sich mit einem „Nocturne“ von Chopin.

 

Nach der Pause stand die 2. Sinfonie (op.73) auf dem Programm. Blechbläser und Pauken standen im Mittelpunkt. Ganz im Gegensatz zum Bild von einem ersten Brahms, ist diese Sinfonie, ähnlich wie das Klavierkonzert, eine überwiegend fröhliche Musik. Vielleicht macht dies auch ihre Beliebtheit aus. Dass Brahms auch sehr ernste Seiten hat, hörte man im zweiten Satz, der fast einem Todesseufzer glich. Hingegen zeigte der dritte Satz tänzerische Variationen. Mit Pauken und Trompeten bzw Blechbläser ging der vierte Satz zu Ende. Die Dortmunder Philharmoniker unter Tang vermochten die verschiedenen Stimmungen der Sinfonie gut herauszuarbeiten.




Wer hat Angst vor schwarzen Spinnen?

Alle Beteiligten des Chores und der Solisten  inklusive Opernintendant Jens-Daniel Herzog.
Alle Beteiligten des Chores und der Solisten inklusive Opernintendant Jens-Daniel Herzog.

Nun, vor einer muss man sich wohl ganz besonders in Acht nehmen: In der Kinderoper von Judith Weir „Das Geheimnis der schwarzen Spinne“ ist das achtbeinige Tier jedoch von übler Sorte. Das besondere dabei ist: Es gibt keine ausgebildeten Sänger oder Musiker. Die Gesangspartien haben Schüler des Märkischen Gymnasiums Iserlohn übernommen, den Orchesterpart spielt das Schulorchester der Dortmunder Gesamtschule Gartenstadt. Die Premiere ist am 02. Juli 2014 um 11 Uhr.

 

Die Geschichte ist angelehnt an die Novelle „Die schwarze Spinne“ von Jeremias Gotthelf und beginnt in der Jetztzeit. Bei einer Graböffnung in Krakau entweicht eine schwarze Spinne und danach treten mysteriöse Todesfälle auf. Danach begeben wir uns an den Ort, wo der Fluch seinen Ursprung hat, in den Karpaten vor vielen Jahrhunderten. Hier schmiedet ein Graf ein Pakt mit dem Teufel, den er aber nicht erfüllen kann. So kommt die Spinne in die Welt. Doch keine allzu große Angst: Das Stück ist ab acht Jahren.

 

Erarbeitet wird das Stück mit dem musikalischen Leiter Michael Hönes und Regisseur Alexander Becker. Hönes zur Musik: „Sie ist einerseits modern, hat etwas von Komponisten wie Hindemith, auf der anderen Seite aber auch sehr einfache Stücke, die wie Kinder- oder Volkslieder klingen.“

Kleine Auswahl an Bildern:

 

 




Gesang und Komik beim 18. A-cappella-Festival im Westfalenpark

es freuen sich auf das 18. Sparkassen-A capella-Festival zu Pfingsten im Westfalenpark: (v.l.n.r.) Sabine Müller (stellvetretende Leiterin Westfalenpark), Claudia Schwabe-Scharmann (Westfalenpark), Martina Altstädt (Unternehmenskommunikation Sparkasse), Jeanette Bludau (Leiterin Unternehmenskommunikation der Sparkasse Dortmund).
es freuen sich auf das 18. Sparkassen-A cappella-Festival zu Pfingsten im Westfalenpark: (v.l.n.r.) Sabine Müller (stellvetretende Leiterin Westfalenpark), Claudia Schwabe-Scharmann (Westfalenpark), Martina Altstädt (Unternehmenskommunikation Sparkasse), Jeanette Bludau (Leiterin Unternehmenskommunikation der Sparkasse Dortmund).

Nach einem Jahr Pause ist es wieder soweit: Das 18. Sparkassen A-cappella-Festival öffnet Pfingstsonntag und -montag seine Pforten im Westfalenpark. Sechs Bands versuchen die Besucher von ihrem gesanglichen Können zu überzeugen.

 

„Wichtig für die Zusammenstellung der Gruppen war die unterschiedliche Bandbreite“, so Sabine Müller, stellvertretende Leiterin des Westfalenparks. So sind reine Männergruppen und reine Frauengruppen zu sehen. Gruppen die eigene Lieder singen, andere geben Coverversionen zum besten, es ist alles vertreten. Das Festival ist eingebunden in das Klangvokal Musikfestival Dortmund.

 

Zum Programm:

 

Pfingstsonntag

13:00 bis 14:30 Uhr Delta Q

14:45 bis 16:15 Uhr Onair

16:30 bis 18:00 Uhr Füenf

 

Pfingstmontag

13:00 bis 14:30 Uhr Anders

14:45 bis 16:15 Uhr The Glue

16:30 bis 18:00 Uhr Medlz

 

Einige Gruppen sind zum ersten mal beim A-cappella-Festival dabei, andere waren schön häufiger hier. So gibt es ein Wiedersehen mit Füenf und den Medlz.

 

Zu den Eintrittspreisen: Es gilt an beiden Tagen jeweils ein erhöhter Parkeintritt von 5 €.

Kleingruppe I: ein Erwachsene und maximal vier minderjährige Kinder: 10 €

Kleingruppe II: zwei Erwachsene und maximal vier minderjährige Kinder: 15 €

 

Kinder unter sechs Jahren und Jahreskarteninhaber/innen haben freien Eintritt.




Mit Schwung verabschiedet

 

Ein ganz besonderes Highlight beim small beast war Joseph Keckler.
Ein ganz besonderes Highlight beim small beast war Joseph Keckler.

An einem ungewöhnlichen Ort (Studio) und zu einer ungewöhnlichen Zeit (20 Uhr) verabschiedete sich das „small beast“ am 31. Mai 2014 für diese Spielzeit. Gastgeber Paul Wallfisch hatte mit Joseph Keckler einen ganz besonderen Gast mitgebracht und es gab ein Wiedersehen mit „Les Colettes“.

 

Zunächst startete traditionell Gastgeber Paul Wallfisch mit seinem Set. Nach zwei Liedern seines Freundes Robbie Leaver, der vom Broadway bis nach Manhattan auf Knien kriecht. Eine eigenwillige Aktion, die auf Leavers Seite www.icrawlhome.com zu verfolgen ist. Ansonsten spielte Paul ein routiniertes Set mit Songs unter anderem von Lou Reed oder Bob Dylan, leider nicht „Let the mystery be“ von Iris DeMent“ oder etwas von den „Kinks“. Vielleicht in der nächsten Spielzeit wieder.

 

Danach kam der Performer Joseph Keckler aus New York. Seines Zeichens Geschichtenerzähler und Sänger. Ein Wanderer zwischen den Welten der Oper und der „ernsthaften“ Lieder von Schubert oder Schumann und Pop, Soul und Blues. Es ist ein Glück, dass Keckler zuerst Bluessänger werden wollte und dann erst klassischen Gesangsunterricht nahm, so klingt seine Bariton-Stimme in beiden Stilrichtung perfekt. Da Keckler ebenfalls ein Multimediakünstler ist, zeigte er dem begeisterten Publikum ein paar Videos. Von italienischer Oper über klassisches deutsches Liedgut bis hin zu „I put a spell on you“ von Sreaming Jay Hawkins reichte sein Repertoire an diesem Abend. Eine ganz besondere Entdeckung von Paul.

 

Nach der Pause traten dann „Les Colettes“ auf. Seit ihrem ersten Auftritt beim „small beast“ 2012 sind sie vom Quartett zu einem Trio geschrumpft, doch Diane Sorel (Gesang, Percussion), Delphine Ciampi (Gitarre, Bass, Gesang) und Anne Gouverneur (Violine, Bass, Gesang) hatten ihre Leidenschaft für sphärische Musik nicht verloren. Mehrstimmiger Gesang, träumerische Violine, Songs, die ab und an von der Gitarre am Ende zerschreddert werden, so klingt der Sound der Colettes. Wie ein ruhiger Spaziergang im Wald, der hin und wieder von Motorensägen gestört wird.

Nach mehreren Zugaben verwandelten sich die Colettes in die „Andrew Sisters“ und mit Hilfe von Paul erklang „Bei mir bist du schön“.

Eine kleine Galerie:

 

 




Alles muss einen Sinn haben

Am 03. und 04. Juni 2014 findet das 10. Philharmonische Konzert statt. Zweimal Brahms steht auf dem Programm. Neben seinem Klavierkonzert Nr.1 ist auch seine Sinfonie Nr.2 in D-Dur im Konzerthaus Dortmund zu hören. Der Solist beim Klavierkonzert ist Lars Vogt, dirigieren wird Muhai Tang. Tang ist seit 2006 Dirigent und Musikdirektor des Zürcher Kammerorchesters, hat aber bereits in Australien, Asien und den USA Orchester geleitet. Eine besondere Ehrung erhielt er 2002: Er wurde für seine Einspielung von Christopher Rouses Concert de Gaudí for Guitar and Orchestra mit den „Grammy Award for Best Classical Contemporary Composition“ ausgezeichnet. Ars tremonia sprach mit Muhai Tang.

 

Wie sind Sie zur Musik gekommen?

 

Das kommt aus der Kindheit. Ich bin in Shanghai geboren. Mein Vater [Tang Xiaodan, d. Red.] war einer der bekanntesten Filmregisseure in China. Er liebte als Regisseur natürlich jede Musik, und als ich ganz klein war, habe ich sehr viel Musik von Schallplatte gehört wie die Klavierkonzerte von Chopin,sein Lieblingsstücke, oder Tschaikowskis Schwanensee. Daneben habe ich auch Theater, Malerei und alles was möglich war, kennengelernt. Aber ich habe festgestellt: Ich liebe Musik. Das ist das einzige, das ich meinem Leben widme.

Meine Mutter hatte ein Klavier für mich gekauft, darauf habe ich gelernt und habe auch sehr früh angefangen zu komponieren. Als ich ganz jung war, habe ich bereits in einem professionellen Tanz- und Musiktheater gearbeitet. Während der Kulturrevolution, eine furchtbare Zeit, habe ich durch Glück am Shanghai-Konservatorium begonnen, Komposition und Dirigieren zu studieren. Später habe ich ein Stipendium in Deutschland bekommen und in München an der Hochschule für Musik die Meisterklasse absolviert.

 

Wie sind Sie zum Dirigieren gekommen?

 

Der Grund war die Kulturrevolution. Für viele Leute eine furchtbare Zeit, aber ich habe Glück gehabt. Ich habe zunächst angefangen mit dem Studium der Komposition. Aber ich wurde gefragt, ob ich dirigieren lernen kann, weil ein Orchester wartet auf einen Dirigenten, nur es gab keinen. Denn viele hatten während der Kulturrevolution keine Erlaubnis zum Dirigieren. Dann habe ich gedacht, ich kann dirigieren und Instrumentierung lernen über praktische Arbeit. Daher habe ich zugesagt. Ich habe gelernt und gleich mit der Orchesterprobe angefangen.

 

Was ist Ihnen beim Dirigieren wichtig?

 

Dirigieren hängt mit dem Komponieren ganz eng zusammen. Weil jede Note, die man macht, hat einen Sinn. Ob man Konzert, Sinfonie oder Oper macht: Alles muss zuerst einen Sinn haben. Natürlich muss man erst das Technische beherrschen, also alle Noten im richtigen Tempo und Ausdruck spielen können.

 

Sie haben auf vielen Kontinenten gearbeitet. Was gibt es für Unterschiede?

 

Es gibt riesiger Unterschiede, nicht nur beim Klima, Sprache oder so, sondern allein die Kultur. Die Mentalität ist ganz verschieden. Selbst innerhalb Europa gibt es Unterschiede. Man muss in einem neuen Land, einer neuen Kultur seine Position finden. Eigentlich sollte man gar nicht reden, man dirigiert einfach. Das wäre das beste eigentlich. Aber wenn man die Sprache beherrscht, dann ist man den Kollegen näher.

Die Begeisterung bei den Musikfans ist überall gleich. Man merkt während des Konzertes jeden Moment, zum Beispiel die Japaner, wenn die Publikum sind, man hat sogar ein bisschen Angst. Die sind so still, da ist eine so große Konzentration beim Hören. Es gibt natürlich lockeres und ziemlich lautes Publikum wie in China zum Beispiel. Dann ärgert man sich. Manches Publikum geht nach dem Konzert sofort weg, aber manche bleiben sehr lange und bedanken sich mit großem Applaus und wollen sogar eine Unterschrift haben, manche kommen sogar mit der Partitur.

 

Kommen wir zum 10. Philharmonischen Konzert. Zu Beginn steht ja das 1. Klavierkonzert von Brahms. Was ist das für ein Werk in ihren Augen?

 

Eigentlich ist für mich Brahms Violin- oder Klavierkonzert ein sinfonisches Stück. Er nutzt zwar ein Soloinstrument, aber es „gehört“ dem ganzen Orchester. Der musikalische Gedanke wird durch den Solisten und dem Orchester gemeinsam gebildet. Ich dirigiere es auch als Sinfonie. Es hat natürlich wie die traditionellen Solo-Konzerte drei Sätze und nicht wie die Sinfonie vier Sätze. Ich glaube, das Publikum soll merken, dass es ein sinfonisches Werk ist, dass man musikalische Gedanken nicht nur durch den sogenannten „Virtuoso“ wie bei Liszt oder Rachmaninow erkennen kann. Das Technische ist bei Brahms schon schwer.

 

Das zweite Werk, die 2. Sinfonie von Brahms?

 

Das Stück habe ich gehört als ich jung war und die Boston Sinfoniker mit Seiji Ozawa in China aufgetreten sind. Da habe ich mich in dieses Stück verliebt. Es ist in D-Dur, was für mich die schönste Tonart ist. Ich habe auch Violine gespielt, D-Dur für einen Violinisten ist eigentlich die schönste Tonart. Die Sinfonie ist so lyrisch, man erlebt sie wie ein Traum. Erst kommt der lyrische Anfang und danach ein ganz ernsthafter zweiter Satz („Adagio“). Für mich wirkt es, wenn das Adagio zu Ende ist, als wenn jemand stirbt. Und dann kommt plötzlich der dritte Satz, ganz leichte Folklore, mit einem Scherzo, dass man wie bei Mahler an Kinderlieder denkt. Im vierten Satz gibt es einen brillanten Effekt des Orchesters. Kurz vor der Reprise ist es so, als ob sich der Himmel öffnet und Gott spricht. Das ist alles meine eigene Interpretation. Ich lese nicht sehr viel Literatur. Ich versuche direkt über die Musik, von den Noten zu sehen, was im Stück steht, was Brahms wollte.

 

Wie ist die Zusammenarbeit mit den Dortmunder Philharmonikern?

 

Die Musiker sind sehr ernsthaft und sehr aktiv. Sie haben, wie ich gesehen habe, sehr viel zu arbeiten . Aber bei der Probe sind sie jede Minute so konzentriert und versuchen, das Beste zu geben.




Aber bitte mit Sahne

Was tun, wenn keine Kunden ins Café kommen? Man beschäftigt sich mit sich selber, sagt seinen Kolleginnen die Meinung ins Gesicht und parodiert schon mal die Stammkunden, die schon lange nicht mehr da waren. Eine Art Fegefeuer für Dienstleister. Das kleine Stück „Draußen nur Kännchen“ der Theaterwerkstatt im Depot hatte am 30. Mai 2014 Premiere im Theater im Depot.

 

Greta, Marion, Mimi und Lili sind Kellnerinnen im Café Hagemann, das ein großes Problem hat: Es kommen keine Gäste. Und wie heißt es im Sprichwort so schön: Wenn die Katze außer Haus ist, tanzen die Mäuse auf dem Tisch. Daher beginnen die vier Kellnerinnen mangels Gäste mit sich selbst zu beschäftigen.

 

Lust und Frust, Tragödie oder Komödie? Am Anfang wusste das Stück nicht so recht, wohin oder um im Café zu bleiben: Der Anfang war eher ein Stück Sandkuchen. Die gegenseitigen Vorwürfe in Form von „Was ich dir schon immer mal sagen wollte“ gleich zu Anfang wirkten in meinen Augen etwas aufgesetzt. Doch nachdem der Sekt geköpft wurde, wurde die Situation entspannter, es ging Richtung Komödie und die vier Schauspielerinnen tauten auf. Es war Zeit für die Schwarzwälder Kirschtorte. Es gab lustige Spiele wie „Gäste erkennen“ und bizarre Situationen als einer Servicekraft erklärte, die Kuchen nach dem Alphabet zu sortieren.

 

In dieser immer lustiger werden Situation wurde deutlich, dass hinter manch frisch gestärkter Schürze unerfüllte Sehnsüchte lauerten. Besonders schön: Als eine Kellnerin ihre Träume von der Karriere an der Bühne ansprach, verwandelte sich das Café blitzschnell in eine Theaterbühne. Doch ihr Monolog war ihren Kolleginnen zu abgehoben, sie machten sich über den Text lustig. Man könnte es so deuten, dass sich Bildungsbürgertum und untere Dienstleistungsgesellschaft deutlich voneinander abgrenzen.

 

Auch die Motivation, jeden Tag ins Café zu Arbeit zu gehen, wurde gut herausgearbeitet. Während die älteste Kellnerin sich als eine Art „Mutter der Kompanie“ begriff und immer bemüht war, ein wenig Contenance zu bewahren, war die Haltung der Anderen zum Café eher gleichgültig bis ablehnend. Gemeinsam war jedoch allen, dass sie trotz allem ihre Gäste als eine Art Familie sahen.

 

Es gab auch Gesang und einige Tanzeinlagen. Angefangen von Marlene Dietrichs „Wenn ich mir was wünschen dürfte“ über den Café-Klassiker von Udo Jürgens „Aber bitte mit Sahne“ bis hin zu Songs von Abba wurde das Café in ein Tanzcafé verwandelt. Dass am Ende doch noch ein Gast kam, war fast schon vorherzusehen.

 

Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten zeigten Christine Ates, Sonja Berkemann, Sissi Henneke und Viola Michaelis unter der Regie von Barbara Müller eine sehr ordentliche Komödie im Theater im Depot. Ich denke, dass fast alle Besucher sich einig waren: „Draußen nur Kännchen“ ist ein kleines Sahneschnittchen.




Die Macht der Farben

Toks Adunola neben seinem Bild "Schwarzgelb 3", Mischtechnik, 120x80 cm
Toks Adunola neben seinem Bild „Schwarzgelb 3“, Mischtechnik, 120×80 cm

Die Städtische Galerie Torhaus Rombergpark zeigt vom 01. bis zum 22. Juni 2014 die Ausstellung „Abstraktion“ von Toks Adunola. Der Grafiker und Designer mit nigerianischen Wurzeln zeigt vor allem abstrakte Werke mit großer Farbwirkung, aber auch Fotografien.

 

Natürlich fällt der Blick des Betrachters sofort auf die Schwarz-gelben Bilder von Toks Adunola. Zwar ist die Farbkombination nicht wegen dem ortsansässigen Ballspielverein gewählt worden, sondern wegen ihrer Wirkung, sagt der Künstler.

 

Schaut man von nahem auf die Bilder, scheinen sie noch etwas feucht zu wirken, als ob Adunola gerade eben den Pinsel beiseite gelegt hat. Aber es ist das besondere seiner Mischtechnik: Er mischt Acryl mit Lack und Bitumen. Seinen Bildern hat er keine Titel gegeben. Er möchte, dass der Betrachter sich seine eigenen Gedanken macht. „Ich habe kein Grundkonzept oder ein Thema. Es geht mir nur um die Farbkomposition und die Farbwirkung“, so Adunola. Neben der Kombination schwarz-gelb, zeigt er auch Bilder in anderen Farbkombinationen.

 

Neben dem Pinsel benutzt Adunola auch eine Farbrolle oder er sprüht die Farbe auf die Leinwand, die manchmal auch aus Aluminium sein kann. Der Malprozess kann eine halbe Stunde oder länger dauern, manchmal malt er die Bilder erst nach einigen Wochen weiter.

 

Ein weiteres Element in seinen Arbeiten ist die Fotografie. Adunola benutzt „misslungene Fotos“ und übermalt sie, so dass man am Ende nicht mehr den Ursprung erkennen kann. Darüber hinaus zeigt er in der Ausstellung auch einige „klassische“ Fotografien aus dem urbanen Umfeld wie Hochhäuser oder ähnliches. Sie sind im Gegensatz zu seinen von Farbe geprägten Bildern schwarz-weiß.

 

Veranstalter der Ausstellung „ABSTRAKTION“ ist das Kulturbüro Stadt Dortmund in Zusammenarbeit mit dem „5. Afro Ruhr Festival“, Africa Positive e. V. und der Stadtteil – Schule Dortmund e.V.

 

Die Ausstellung findet statt im Rahmen der Ausstellungsreihe „Dortmund International – Vielfalt in der Bildenden Kunst und wird am Sonntag, 1. Juni, um 11.00 Uhr eröffnet.

Öffnungszeiten der Galerie Torhaus:

dienstags bis samstags 14 bis 18 Uhr

sonn- und feiertags 10 bis 18 Uhr.




Der Sommer am U wird kreativ

 

So könnte die Aufenthaltsoase am Dortmunder U aussehen. (Foto: © Prinzträger)
So könnte die Aufenthaltsoase am Dortmunder U aussehen. (Foto: © Prinzträger)

Vom Juni bis September verwandelt sich die Leonie-Rygers-Terrasse am Dortmunder U zu einem kulturellen Sommertreffpunkt. Konzerte, Poetry-Slams. Lesungen und Design-Märkte laden zum Verweilen ein. Das Dortmunder U hat zusammen mit Heimatdesign und anderen Aprtner wie dem Recorder oder Ekamina das Programm gestaltet. Die Aufenthaltsoase mit Bühne und Bar wurde von den beiden Gestalterinnen von Prinzträger entworfen.

 

„Der Vorplatz ist momentan eine traurige Geschichte, besonders mit der Baustelle“, erklärte Jasmin Vogel vom Marketing des Dortmunder U. „Wir wollten etwas Nettes, Kleines, Cooles machen mit dem Fokus: Was passiert in Dortmund.“

 

Neben den festen Terminen gibt es im Programm einige Lücken. Die sind aber bewusst leer, „damit Leute auch selber was machen können“, so Marc Röbbecke von Heimatdesign.

 

Hier ein kleiner Ausblick vom Programm, das schon feststeht: Gleich zu Beginn am 07. Juni startet mit „Design am U“ der Design-Markt. Er wird generell immer am ersten Samstag im Monat stattfinden. Weitere Termine im Rahmen vom SOMMER AM U sind: 5. Juli, 2. August, 6. September, immer von 11 bis 20 Uhr.

 

Musik gibt’s auch und zwar: am 07. Juni ab ca. 18 Uhr HERR HUND UND GERHARD, 12. Juni, 19 Uhr, THE SILVERETTES, 26. Juni, ab 20 Uhr DANIEL BRANDL, 3. Juli, ab 19 Uhr,
PARFÜM BRUTAL, 31. Juli, ab 19 Uhr, WOLKE, 9. August, ab 19 Uhr, COLDAIR, 14. August, ab 19 Uhr BAROP/AMEISENBAER. 28. August, 19 Uhr, TITUS WALDENFELS, 6. September, 19 Uhr, KOMPARSE und am 20. September, 19 Uhr, SISTERKINGKONG

 

Bei den Veranstaltungen, die sich um Poetry-Slam drehen, ist die am 4. Juli, ab 18 Uhr mit TOBI KATZE im Rahmen des DEW21 POETRY sicherlich eines der Höhepunkte. Weitere Poetry Slams finden statt am 10. Juli ab 19.30 Uhr, am 24. Juli ab 18 Uhr sowie am 26. Juli ab 18 Uhr.

 

Darüber hinaus gibt es Vinyl-Stammtische, ein Coworking Outbrake und natürlich das Sommerfest am 11. Juli 2014.

 

Mehr Informationen gibt es unter www.sommer-am-u.deoder www.facebook.com/sommeramu

 




Großes Finale für die aidshilfe dortmund

Fast zwei Wochen waren die Werke von 61 Dortmunder Künstlerinnen und Künstlern in der Berswordthalle zu sehen, nun geht es am 31. Mai im Rathaus ins große Finale. Die Objekte und Bilder können käuflich erworben werden, der Erlös wird zu einem Großteil in den Aufbau eines Cafés der aidshilfe fließen.

Peter Großmann, Moderator beim ARD-Morgenmagazin, wird ab 15 Uhr durch das Programm der Abschlussveranstaltung führen: Auftreten werden das Weltmusik-Quartett „Chantik“, die Dortmunder Krimiautorin Anne-Kathrin Koppetsch und das Steel Orchester „Calypsonic“. Harfenspiel von Christiane Köhne, eine Lesung von Marika Bergmann, der Pianist Florian Bölker und „Die Sperrsitze“ mit kurzen Theaterstücken runden das Programm ab. Die Schirmherrschaft für die gesamte Kunstaktion hat Barbara Sierau übernommen.

Kunstinteressierte können sich über den gesamten Nachmittag nochmals mit den Werken der unterschiedlichsten Stilrichtungen auseinandersetzen, mit den anwesenden Kreativen ins Gespräch kommen – und natürlich ein Werk erwerben. Der Eintritt zur gesamten Veranstaltung ist frei.

Damit unterstützen sie gleichzeitig die Realisierung der „Zukunftsvision“ projektplus der aidshilfe dortmund, einem offenen Begegnungszentrum. 




Wie ein Phönix aus der Asche

 

Mit „Phönix“ wurde nach dem Erfolg von „Mittendrin“ im letzten Jahr am 27. Mai 2014 in der Dortmunder Oper ein integratives, generations- und kulturübergreifendes Projekt des Ballett Dortmund und der Dortmunder Philharmoniker unter der Gesamtleitung von Ballettdirektor Xin Peng Wang fortgeführt. Beteiligt als Verbindungsglied der Begegnung der Generationen waren zwei Chöre und zwei Schulen beteiligt.

Der Abend war zweigeteilt. Mit „Mittendrin“ und der „Mass of the children“ setzen sich 150 Laien und Profis in unterschiedlicher Weise mit dem schwierigen Weg der Selbstfindung, mit seinen Zweifeln, Sehnsüchten und Hoffnungen auseinander.

 

Phönix, das sagenumwobene Tier, erhebt sich immer wieder aus seiner Asche und beginnt neu zu leben. Nach dem Zoologen und Historiker Josef H. Reichhoff hat der Phönix ein realen Hintergrund: Der Flamingo wurde von den alten Ägyptern zum Phönix umgedeutet. Im Allgemeinen gilt der mystische Vogel aber als Sinnbild für die Jugend, die immer wieder neu aus dem Alten entsteht. Zunächst unsicher und alles neu entdeckend, bis er die Kraft der Jugend für sich gestalterisch nutzen kann.

 

Die Selbsterfahrung der Jugend wurde besonders im ersten Teil mit dem Titel „Mittendrin“ sehr stark betont. Die Tänze der Schüler und Schülerinnen der Anne-Frank-Gesamtschule beeindruckten mit großer Tanzkunst. Themen wie Ängste (vor der Schule, vor dem Zahnarzt), aber auch die Neugier auf die Zukunft wurden mit dem Choreographen und Tanzpädagogen Justo Moret in poetische Bilder umgesetzt. Sehr gelungen war beispielsweise die „Annäherungsszene“ zwischen einem Junge und einem Mädchen, aus dem ein kleines, aber durchaus anspruchsvolles Pas de Deux wurde. Auch die Szene, in denen zwei Tänzerinnen ihre Einsamkeit und Ausbruchsversuche aus einem mit Licht gestalteten Käfig demonstrierten, war sehr berührend. Zum Schluss gab es noch ein kurzes Video mit Einblicken aus dem Proben für „Mittendrin“.

 

Nach der Pause ging es weiter mit dem zweiten Teil: „Mass for the children“ des englischen Komponisten John Rutter. Seine Musik ist modern, aber nicht atonal, sondern besitzt Anklänge an Musicals. Hier wurde das Projekt „Phönix2 zu einem generationsübergreifenden Projekt. Denn es tanzten Schülerinnen und Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, des Anne-Frank-Gymnasiums Halver und der Adolf-Reichwein-Gesamtschule Lüdenscheid. Als Chöre traten auf die Kreiskantorei Dortmund und der Mittelstufenchor des Dortmunder Bert Brecht-Gymnasiums. Dazu spielten die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Wolfgang Meier-Barth, dem Chorleiter der Kreiskantorei.

Das Projekt wurde gesanglich professionell von der Sopranistin Meike Albers und dem Bariton Christian Henneberg begleitet.

Naturgemäß stand bei „Mass of the children“ der Tanz eher im Hintergrund. Dennoch zauberten die Schülerinnen und Schüler schöne Bilder, als sie beispielsweise mit Kapuzenpullis und eine kleinen Flamme zum Gesang zum „miserere nobis“ des „Agnus dei“ trugen oder zum Schluss beim „dona nobis pacem“ die Farben der Flagge der internationalen Friedensbewegung auf die Bühne brachten.

 

Es bleibt zu hoffen, dass dies ein Sinnbild dafür ist, auch in Zukunft solche wichtigen Projekte weiter zu führen. Gegenseitiges Verständnis kann nur durch Begegnungen und gemeinsame Aktionen verschiedenen Generationen und Kulturen entstehen.