Dortmunder Ballett bei den Gluck-Festspielen

Am 18. und 19. Juli präsentiert das Stadttheater Fürth das Ballett „Orpheus“ von Xin Peng Wang, getanzt von der der Dortmunder Compagnie. Die beiden Aufführungen laufen im Rahmen der Gluck Opern Festspiele. Wie kam es zu der Ehre?

 

Sicherlich wird dabei Christian Baier ein wichtiger Faktor gewesen sein. Denn der Dramaturg des Dortmunder Balletts ist auch gleichzeitig künstlerischer Leiter des Gluck Festivals. Für Baier war Gluck jemand „der den Mensch in den Mittelpunkt stellt“. Christoph Willibald Gluck gilt als einer der wichtigsten Opernmodernisierer, der den Inhalt über die Form stellte. So gesehen war er auch ein Visionär, der aber immer versuchte ausgleichend zu sein. Ähnlich sieht Baier auch Xin Peng Wang. „Xin Peng Wang ist kein Polarisierer, sondern ein Zusammenführer“, so Baier. Daher sei die Wahl auf ihn als Choreografen gefallen.

 

Musikalisch schöpft das Ballett aus zwei Quellen. Zum einen aus der Musik von Igor Strawinsky, der die Musik zu George Balachines Ballett „Orpheus“ 1948 komponiert hatte und Musik aus der Ming-Zeit (Ende des 16. Jahrhunderts). Während Strawinskys Musik live vom Orchester „Prague Philharmonia“ gespielt wird, kommt die Ming-Musik vom Band.

 

Xin Peng Wang verknüpft in seinem „Orpheus“ zwei Geschichten. Einerseits die klassische griechische Sage, andererseits die Geschichte von Tang Xianzu (1550-1616) „Mudan Ting“, eines der wichtigsten Werke der Kunqu-Oper, der Vorläuferin der bekannteren Peking-Oper. Im Gegensatz zur griechischen Sage, wo Orpheus seine Geliebte aus dem Totenreich holen möchte, geht die Initiative in der chinesischen Geschichte von der Frau aus, die auch wie Eurydike im Totenreich weilt.




Musikalische Abschlussgala im Schauspiel Dortmund

Siebzehn Songs präsentierte das Ensemble des Dortmunder Schauspielhauses auf der Abschlussgala der Spielzeit 14/15 am 04. Juli. Direkt nach dem Halbfinaleinzug der deutschen Mannschaft ging es los. Die meisten Lieder hatten ein ganz bestimmtes Thema: „Spies“ von Coldplay, „The Spy“ von The Doors oder „Computerstaat“ von Abwärts gaben die Richtung vor. Es ging um Überwachung und Leben in einer Welt, wo manche zu viel Daten über einen haben. Passend dazu wird der „Minority Report“ nächste Spielzeit aufgeführt und selbst Shakespeares „Hamlet“ fragt sich, was ist der Mensch im Spiegelbild von Daten, Bits und Bytes?

 

Wie es sich für eine ordentliche Abschlussgala gehört, gab es auch Preise: Als bester Schauspieler wurde wie im vergangenen Jahr Andreas Beck gekürt, der in zahlreichen Produktionen in Dortmund zu sehen ist und ein Preisgeld von 1000,- Euro erhielt, gestiftet vom Förderverein „Dortmunder für ihr Schauspiel“. Als beste Inszenierung hat das Publikum „Republik der Wölfe“ gewählt. Die Inszenierung von Claudia Bauer mit Musik von Paul Wallfisch, Mick Harvey, Alexander Hacke und Danielle de Picciotto feierte im Februar 2014 Premiere. Das Preisgeld von 500,- Euro wurde ebenfalls von den „Dortmundern für ihr Schauspiel“ gestiftet. Weitere Preise gab es von der Kritikerjury, die in diesem Jahr zwei Schauspieler auszeichnete: Bettina Lieder, unter anderem für ihre großartige Solo-Leistung in „Kassandra“ sowie Uwe Rohbeck für sein eindringliches Spiel in „Der Elefantenmensch“. Beide erhielten als Preisgeld 250,- Euro, gespendet von den Theater- und Konzertfreunden Dortmund e.V.




Das neue Bildungsfernsehen?

Einen kleinen Einblick in den Ausstellungsraum.
Einen kleinen Einblick in den Ausstellungsraum.

Früher, ja früher gab es Bücher, wie man sein Auto repariert oder auf den Dritten Programmen erzählten Menschen wie man auf Italienisch zählt oder wie man Bier braut. Einer der bekanntesten dürfte sicher Jean Pütz mit seiner Hobbythek sein. In unserer neuen Internetwelt hat dies Youtube übernommen. Auf der Video-Plattform zeigen unzählige Menschen sogenannte Tutorials, in denen der Zuschauer lernen kann, wie man Wasser kocht, Regenwürmer züchtet oder sich richtig schminkt. 100 ausgewählte Videos zeigt der Hartware Medienkunstverein im Dortmunder U vom 05. Juli bis zum 31. August unter dem Titel „Jetzt helfe ich mir selbst“ auf der dritten Etage.

 

Wer die Ausstellung betritt, hat zunächst das Gefühl er ist in eine Verkaufsabteilung für Fernseher gelandet. Unterschiedliche Bildschirme, mit Röhre oder flach, spulen ununterbrochen die Lehr-Videos der ausgewählten Youtube-Beiträge. Wer etwas hören möchte, nimmt sich einen Kopfhörer und schließt ihn an eine Buchse an und schon kann er erfahren, ob man einen „Kotflügel bördeln kann ohne Bördelgerät“ (Video Nr. 69) oder wie man Papst wird (Video Nr. 40).

 

Auch die Künstlerische Leiterin des HMKV, Inke Arns, hat sich schon einmal privat ein Tutorial auf Youtube angesehen. „Ich hatte ein Hardwareproblem und konnte es nach Betrachtung des Videos lösen. Demnächst schaue ich mir an, wie ich einen Fahrradschlauch wechseln kann.“

 

Die Ausstellung ist entstanden in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Kulturreflexion der Universität Witten/Herdecke. Es geht auch um die Frage: Warum machen die Leute das?

 

Die Antwort fällt sicher unterschiedlich aus. Zum einen der Spaß am reinen Wissensvermitteln, aber bei anderen Videos steht die Selbstinszenierung sicherlich im Mittelpunkt. Hier wird versucht, sich selbst als „Youtube-Star“ zu inszenieren. Bei manchen hat dies auch funktioniert. Es sind beispielsweise Videos dabei, die über 20 Millionen Aufrufe generiert haben. Videos mit so einer großen Besucherzahl sind natürlich ein gefundenes Fressen für Produkthersteller.

 

Sind jetzt Personen wie Tori Locklear oder Howcast die legitimen Nachfolger von Jean Pütz oder dem Fernsehmaler Bob Ross? Prof. Dr. Christian Grüny von der Uni Witten/Herdecke sieht dies nicht so. „Pütz und Ross sendeten aus der Position der Autorität“; so Grüny, denn sie agierten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Heute kann jeder ein Tutorial-Video ins Netz stellen, aber wer überprüft, ob das richtig ist, was mir erzählt wird.

 

Eine Besonderheit von Youtube-Filmen im Gegensatz zum Fernsehen ist die direkte Kommunikation mit dem Betrachter. Musste man, um Pütz zu kontaktieren, einen Brief an den WDR schreiben, geht das mit der Kommentarfunktion auf Youtube direkter. Das hat natürlich den Nachteil, dass auch negative Kritik bis hin zu Hass-Mails ungefiltert auf den Ersteller des Videos einprasseln können.

 

Insgesamt hatte sich das Team rund 1.400 Tutorial-Videos angesehen, um daraus 100 auszuwählen. Den Untertitel „Die 100 besten Video-Tutorials aus dem Netz“ sollte mit ein wenig Augenzwinkern aufgenommen werden.

 

Die Ausstellung macht neugierig auf das neuentstandene Netzphänomen der Tutorials. Wer weiß, wenn sie wissen wollen, wie man Zwiebeln schneidet, ohne zu weinen, schauen sie sich einfach mal auf Youtube um (oder in der Austtellung Video Nr. 83). Der Eintritt ist frei.

 

„Jetzt helfe ich mir selbst“

HMKV im Dortmunder U, Ebene 3

5. Juli bis 31. August 2014




Wohliger Schauer im Opernhaus

Eine schwarze Spinne sorgt für Tote bei einer Graböffnung im heutigen Krakau. Woher kommt sie und wie kann man sie stoppen? „Das Geheimnis der schwarzen Spinne“nach der Kinderoper von Judith Weir lüfteten auf der großen Opernbühne Sängerinnen und Sänger des Märkischen Gymnasiums Iserlohn und Mitgliedern des Opernclubs „Tortugas“gemeinsam mit den im Orchestergraben spielenden Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Gartenstadt. Die musikalische Leitung der Produktion lag in den erfahrenen Händen von Michael Hönes.

 

Um die gruselige Geschichte zu erzählen, bot Regisseur Alexander Becker alles an Bühnentechnik auf, was zur Verfügung stand. Da die Geschichte in zwei Zeitebenen spielte, wurde auch das Bühnenbild entsprechend gestaltet. Einerseits spielt das Stück in einem mittelalterlichen Dorf in Transsylvanien, andererseits in der heutigen zeit in Krakau. Bühnenteile fuhren hoch oder runter, die Lichttechnik sorgte für eine gruselige Stimmung und lies zu Beginn und zum Ende eine riesige Spinne erscheinen. Sehr zur Freude (oder zum Schrecken?) des jüngeren Publikums.

 

Natürlich wäre es völlig verkehrt, die Aufführung nach professionellen Maßstäben zu beurteilen, zumal alle Akteure auf der Bühne oder im Orchestergraben einen engagierten und sehr spielfreudigen Auftritt hinlegten. Ein diabolischer grüner Jäger und ein arroganter Graf mit seinen ängstlichen Rittern waren der Höhepunkt. Ein klein wenig mehr Emotionen hätte ich von der Darstellerin der „Christine“ erwartet. Wenn mir eine Spinne aus dem Handrücken kröche, wäre ich bestimmt nicht so cool geblieben. Doch das ist Jammern auf einem hohen Niveau.

 

In der Musik von Judith Weir hat sich die Komponistin anscheinend bei den Klassikern der Horrorfilmmusik inspirieren lassen. Ihre Musik ist leicht modernistisch, ohne in Extreme zu verfallen. Es gibt sowohl folkloristische Lieder und zwei an Bach erinnernde Choräle zu hören.

 

Insgesamt war es ein bezaubernder, gruseliger Abend mit sehr engagierten Akteuren, für die es sicherlich ein Höhepunkt war, im Opernhaus aufgetreten zu sein. Ein guter Weg, jungen Menschen mit dem Genre Oper vertraut zu machen, von daher gehört den Organisatoren dieses Projektes ein großer Dank.




In den Parks geht’s wieder rund

Im Juli und August machen DJs wieder Picknick in den Dortmunder Parks und Grünflächen.
Im Juli und August machen DJs wieder Picknick in den Dortmunder Parks und Grünflächen.

Am Samstag (05. Juli 2014) starten wieder die Summersounds DJ-Picksnicks in ihre aktuelle Spielzeit. Acht Wochen lang geht es in den Dortmunder Grün-Anlagen rund mit Musik, Funsport und weiteren Aktivitäten. Halt machen die Picknicks auf der Tremonia-Wiese, im Revierpark Wischlingen, auf der Wiese an den Westfalenhallen, am Phoenix See, am Hoeschpark und gleich zweimal im Westpark, der auch am 05.07. den Startschuss abgibt.

 

Bei den Künstlern wurde darauf geachtet,dass regionale Größen dabei sind. Namen wie Larse, Ante Perry oder Hip-Hopper Der Wolf sorgen für ein abwechslungsreiches Musikprogramm von Elektro über Hip Hop bis hin zu Funk & Soul. Wer nicht gerade tanzen möchte, kann sich auf Picknickdecken oder den bereitgestellten Liegestühlen entspannen.

 

Das Rahmenprogramm hat einige sportliche Highlights zu bieten: So gibt es einen Slackline-Workshop, eine Skateboard-Rampe auf der Tremonia Wiese, einen Disc-Golf-Workshop und ein Modellboot-Parcours. Neu bei den Summersounds ist die Trendsportart Headis. Eine Art Kopfballtischtennis, das mit dem Kopf gespielt wird.

 

Am 23. August findet das große Finale der diesjährigen Summersounds wiederum im Westpark statt. Hier gibt es ein Speeddating Event sowie eine abschließende feuershow.

 

Für das kulinarische Geschehen sorgt die Crew von Benbergs Benys. Sie bietet neben Bio-Bratwurst, doppelt frittierter Pommes und hausgemachten Spezialsoßen diesmal auch vegane Tofu-Bratwurst und wechselnde Specials an.

 

Der Eintritt ist frei. Mehr Infos unter www.djpicknick.de

 

Sa. 05.07. | 14:00-22:00 Uhr | Eintritt frei | Westpark| Dortmund

SUMMERSOUNDS

DJ Picknick mit HANS NIESWANDT (1LIVE) + INGO SÄNGER & CARSTEN HELMICH

FUNSPORT-SPECIAL: KRONEN SLACKLINE WORKSHOP

 

Sa. 12.07. | 14:00-22:00 Uhr | Eintritt frei | Tremoniawiese | Dortmund

SUMMERSOUNDS

DJ Picknick mit DER WOLF + FUNKY CHRIS + SOULTRIPPIN’ CREW

FUNSPORT-SPECIAL: SKATEBOARD RAMPE + LIVE GRAFFITI

 

Sa. 19.07. | 14:00-22:00 Uhr | Eintritt frei | Revierpark Wischlingen| Dortmund

SUMMERSOUNDS

DJ Picknick mit KLAUS FIEHE (1LIVE) + DJ DASH + MAD GREEN (DUB’L TROUBLE)

FUNSPORT-SPECIAL: HEADIS (KOPFBALLTISCHTENNIS) + LIVE GRAFFITI

 

Sa. 02.08. | 14:00-22:00 Uhr | Eintritt frei | Phoenix See | Dortmund

SUMMERSOUNDS

DJ Picknick mit TWIT ONE (MELTING POT) + MAX GYVER (HERBE) + SUPAKOOL

FUNSPORT-SPECIAL: MODELBOOT-PARCOURS, CARRERA BAHN

 

Sa. 09.08. | 14:00-22:00 Uhr | Eintritt frei | Wiese an den Westfalenhallen| Dortmund

SUMMERSOUNDS

DJ Picknick mit LARSE (1LIVE) + GRATISFILM SOUNDSYSTEM

FUNSPORT-SPECIAL: DISC-GOLF FRISBEE WORKSHOP

 

Sa. 16.08. | 14:00-22:00 Uhr | Eintritt frei | Hoeschpark | Dortmund

SUMMERSOUNDS

DJ Picknick mit MANUEL TUR (MILD PITCH) + DPLAY (MILD PITCH) + ALEX RICHTER

(KALAI)

FUNSPORT-SPECIAL: HEADIS (KOPFBALLTISCHTENNIS)

 

Sa. 23.08. || 14:00-22:00 Uhr | Eintritt frei | Westpark | Dortmund

SUMMERSOUNDS

DJ Picknick mit ANTE PERRY (APE OFFICE) + JULIET SIKORA (KITTBALL) + MAHAN

(APE OFFICE)

FINALE-SPECIAL: KRONEN SPEEDDATING + FEMFIRE (FEUER-SHOW)

 




Was steckt hinter dem Geheimnis der schwarzen Spinne?

Am 02.Juli feiert die Kinderoper „Das Geheimnis der schwarzen Spinne“ von Judith Weir in der Neufassung von Benjamin Gordon Premiere im großen Opernhaus. Die Darsteller und Musiker sind allesamt Schüler. Singen, tanzen und spielen werden Jugendliche des Märkischen Gymnasium aus Iserlohn, das Orchester besteht aus Schülern der Gesamtschule Gartenstadt.

Die „schwarze Spinne“ ist ein klassisches Schauermärchen. „Es richtet sich nicht ausschließlich an Kinder, sondern auch an Jugendliche“, erzählte Theaterpädagogin Heike Buderus. „Um die Magie der Geschichte aufleben zu lassen,werden wir die volle Magie der Bühne benutzen. Das heißt, die Bühne ist die ganze Zeit in Bewegung und es gibt verschiedene Ebenen.“

Zur Musik von Weir äußerte sich der musikalische Leiter Michael Hönes: „Es ist eine gemäßigt moderne Musik. es gibt Anklänge an Britten oder Hindemith, aber auf der anderen Seite auch eingängige Choräle, die an Bach erinnern.“

Das Schulorchester der Gartenstadt probt schon seit dem Herbst einmal die Woche,aber auch die Darsteller haben sehr viel ihrer Freizeit für das Projekt geopfert.

Eine wichtige Gruppe darf man aber nicht vergessen. „Ein großes Lob an die Lehrer“, so Buderus. „Die Lehrer haben den Chor einstudiert, das Grundkostüm des Chores genäht und Sponsoren für die Busse zur Premiere organisiert.“

Die Premiere am Mittwoch um 11 Uhr ist bereits ausverkauft, aber für die Aufführung am Mittwochabend sowie am Donnerstag gibt es noch Karten. Die Kartenpreise betragen 11 € bzw. 6 €. Also können die Besucher das große Opernhaus zu Preisen der Jungen Oper erleben.




Ein Camp für eine bessere Welt

Hoffen auf rege Teilnahme beim Pottfiction-Camp: Oberbürgermeister Ullrich Sierau mit Teilnehmern aus verschiedenen Jugendtheatern aus dem Ruhrgebiet.
Hoffen auf rege Teilnahme beim Pottfiction-Camp: Oberbürgermeister Ullrich Sierau mit Teilnehmern aus verschiedenen Jugendtheatern aus dem Ruhrgebiet.

Im Genre „Science-fiction“ erschaffen Autorinnen und Autoren Visionen einer zukünftigen Welt. Beim Camp „Pottfiction“ vom 11. bis 17. August am Big Tipi in Dortmund versuchen junge Menschen im Alter zwischen 15 und 23 Jahren mit Hilfe von Kunst und Kultur Visionen für eine bessere Welt zu erarbeiten.
Kurz gesagt: pottfiction ist ein städteübergreifendes Jugendtheaterprojekt, das im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2010 entstanden ist. Freie und städtische Theater haben sich zusammengeschlossen: Consol Theater Gelsenkirchen, HELIOS Theater Hamm, das kjt Dortmund, das Junge Schauspiel Bochum, das Schauspiel Essen und das Theater Kohlenpott in Herne. Im Mittelpunkt steht der Netzwerkgedanke.
Das Abschluss-Camp im August wird zeigen, wie sich die kommende Generation eine bessere Welt vorstellt. Dazu bieten verschiedene Workshops die Gelegenheit,sich künstlerisch auszutoben.
Leandro Kees leitet den Tanz-Workshop. Hier können die Teilnehmer eine richtige Choreografie erarbeiten. Die Ägypterin Sondos Shabayek zeigt im Theater-Workshop wie man sich durch Schauspieltraining bereichert. Shabayek hat den arabischen Frühling auf dem Tahir-Platz selbst erlebt.
Aus Holland kommt Krista Burger. Sie zeigt in ihrem Workshop „Szenografie“ wie man neue Welten konstruiert. Eigene Plakate oder Wimpel entwerfen? Beim Street Art Workshop lernen die Teilnehmer unter anderem wie man stylische Barrikaden baut. Deine eigene Mode kreieren? Beim Kostüm Workshop entwerfen die Teilnehmer ihr eigenes Kostüm. Sei der neue Punk. Guaia Guaia und Pastor Leumund leiten das Camping Orchestra. Schreibe deinen eigenen Text und mache deine eigene Musik. Wo kann man besser kommunizieren als bei der gemeinsamen Küchenarbeit? In der Küche von Wam Kat ist das möglich.

Ein Highlight von Pottfiction ist sicherlich das Open Stage vom 12. bis 14. August. Im Big Tipi zeigen die verschiedenen Jugendtheater, was sie sich in einer besseren Zukunft erhoffen. Am Samstag, dem 16. August wird der Nordmarkt zur großen Spielfläche. 80 Jugendliche präsentieren auf dem geschichtsträchtigem Platz, was sie in den Workshops gelernt haben.




Pina verzweifelt gesucht

Wer ist denn jetzt Pina? Alle kennen sie oder auch nicht. In dem Stück „Identität: Pina“, das am 26. Juni im Kinder- und Jugendtheater im Rahmen des Kinder- und Jugendtheaterfestivals „Wechselspiel“ aufgeführt wurde. Premiere hatte das Stück bereits am 13. Juni im Theater im Depot. Aufgrund des gleichzeitig stattfindenden NRW-Theatertreffens war es eine gute Gelegenheit, das Stück doch noch zu sehen.

Acht junge Darstellerinnen der Theaterwerkstatt im Depot zeigten ein intensives Stück über Identität und die Frage: Wer bin ich in den Augen der Anderen?

Das Thema betrifft besonders Jugendliche, die noch unsicher auf der Suche nach sich selbst sind. Dabei sind sie den Einflüssen von Freunden, Eltern oder einfach den Einstellungen ihres Umfeldes ausgesetzt und müssen sich damit auseinandersetzen. Es geht darum, seinen persönlichen Weg zu finden.

Identität:Pina“ ist ein Stück im Stück. Das Bühnenbild ist zweigeteilt. Auf der echten Seite ist eine Garderobe, in der sich die Schauspielerinnen nicht nur für ihren Auftritt zurechtmachen, sondern auch über Pina diskutieren. Denn obwohl Pina die Hauptfigur ist, taucht sie als reale Person in dem Stück nicht auf. Auf der linken Seite der Bühne findet das eigentliche Stück statt. Hier wird in kurzen Szenen (beim Friseur, auf einer Party, im Hausflur) über die ominöse Pina gesprochen. Schnell wird klar, dass alle Menschen ein völlig unterschiedliches Bild von der Hauptperson haben. Die Mutter ist das verhalten ihrer Tochter suspekt, die Ex-Freundin will lieber nicht von ihr sprechen, die Nachbarin unter ihr redet schlecht über sie, vermutlich weil ihre Neugier nicht befriedigt wird. Einmal heißt es, Pina redet viel, andere wiederum behaupten Pina redet wenig.

Auch bei den Diskussionen in der Garderobe geht es um die gleiche Frage: Was kann man über mich erzählen? Denn viele Menschen haben völlig unterschiedliche Meinungen über einen. Doch ist das wichtig? Was interessiert mich die Meinung anderer Menschen, heißt es einmal. Wie wichtig ist dieses Fremdbild, das andere von uns haben?

Die acht Darstellerinnen haben eine tolle Arbeit abgeliefert, sehr komisch war vor allem die Figur der „russischen Putzfrau“, auch Pinas neugierige Nachbarin beim Kaffeekränzchen war klasse.

Am Ende wurden alle Schauspielrinnen zu Pina (sind wir nicht alle etwas Pina) und tanzten gemeinsam zu Sailors „Girls, Girls, Girls“. Ein gelungener Abend mit wirklich gut aufgelegtem Ensemble.




Spiel mit den vier Elementen

Dorsa A. G neben einem Bild, dass die Manifestierung des Elementes Feuer zeigt.
Dorsa A. G neben einem Bild, dass die Manifestierung des Elementes Feuer zeigt.

Die Theorie, dass unsere Welt aus genau vier Elementen bestehen würde, ist sehr alt und geht auf antike griechische Philosophen zurück. Unter dem Titel „Elementar“ zeigt die im Iran geborene Künstlerin Dora A.G vom 29. Juni bis zum 20. Juli ihre Werke in der Galerie Torhaus Rombergpark.

Feuer, Wasser, Luft und Erde. Diese mythologischen Stoffe stehen im Zentrum von Dorsas Kunst. „Für mich sind die vier Elemente ein Symbol für Existenz“, so die Künstlerin. „Ich wollte das zum Thema meiner ersten Einzelausstellung machen.“

Dorsas Elemente sind farblich deutlich zu unterscheiden. Rot steht für Feuer, Blau für das Wasser, silber-grau für die Luft und braun-schwarz für die Erde. Doch es gibt noch eine weitere Besonderheit in ihren Bildern. Es ist mindestens eine Frau zu sehen. „Die Frau ist die Seele des Elements“, erklärte die Künstlerin.

Dorsa ist fasziniert von Farbe, der Leichtigkeit und den Bewegungen in der Form. Ihre Bilder sind soweit abstrahiert, dass dem Betrachter noch genügend Raum für eigene Gedanken bleibt.

Ein Kunstwerk sticht aus den Acryl-, Tusche- und Kreidebildern heraus: Ein Relief. Die Liebe zu Reliefs hat sich die Künstlerin aus ihrer iranischen Heimat bewahrt. Das gezeigte Fliesenrelief „Gewandt“ besticht aus Erhebungen und Vertiefungen und zeigt ein galoppierendes Pferd. „Das Pferd ist für mich ein Symbol für Mut und Freiheit“, erklärte Dorsa ihre Motivwahl.




Das Dortmunder U legt eine Extraschicht ein

Am 28. Juni macht das Ruhrgebiet wieder eine Extraschicht, denn es steht wieder die Nacht der Industriekultur auf dem Programm. Mit dabei ist auch das Dortmunder U. An der Fußball-WM kommt man nicht vorbei: Eines der Programmpunkte ist beispielsweise das Erstellen des eigenen Panini-Sammelbildes.

 

Das Dortmunder U bietet auf vielen Etagen zur Extraschicht besondere Aktivitäten. So bietet die Etage U2_kulturelle Bildung ein altes Teletennis-Spiel zum Mitmachen an und von 18 – 22 Uhr heißt es: Fliegenlernen im U. Im Greenbox-Studio können sich die Besucher der Extraschicht ins All, übers Ruhrgebiet oder die Dächer der Stadt beamen. Auf der Etage des Hartware Medienkunstvereins können Besucher eigene Tutorial-Clips produzieren, auf der ersten Etage zeigt die TU Dortmund ihre Ausstellung über Mode und Kleidung und auf der sechsten Etage können zur Ausstellung „Unter Spielern“ eigene Panini-Sammelbilder hergestellt werden. Daneben gibt es Führungen durchs Haus.

 

Im Kino im U wird ab 18 Uhr die Dokumentation „Im Westen ging die Sonne auf“, die die Geschichte des Revierfußballs nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Niedergang des Bergbaus zeigt.

 

Auch auf dem Vorplatz des Dortmunder U ist was los: Ab 18 Uhr: Zusammen mit den beiden Gestalterinnen von PRINZTRÄGER aus Bochum wurde eine temporäre Aufenthaltsoase mit Bühne und Bar und Schrebergartenatmosphäre geschaffen. Dazu gibt es Musik von DJ Eike.

 

Höhepunkt der Extraschicht am Dortmunder U: Der Lichtkünstler Peter Schildwächter wird das Dortmunder U und die Baustelle des zukünftigen Kreativzentrums illuminieren