Dortmund in Öl

Claudia Hiddemann-Holthoff neben ihrem Bild "RWE Nachtimpressionen"
Claudia Hiddemann-Holthoff neben ihrem Bild „RWE Nachtimpressionen“

Die Artothek der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund zeigt vom 22. August bis zum 30. September Werke der Künstlerin Claudia Hiddemann-Holthoff. Sie zeigt Ansichten aus Dortmund in Öl, die aber einen besonderen Touch haben. Ein besonderer Blick auf Gebäude und Wahrzeichen.

 

Das alte Stadthaus ist deutlich zu erkennen, doch irgendetwas stimmt nicht. Das Bild wirkt so, als hätte es jemand mit einem Fischaugenobjektiv aufgenommen: Das Stadthaus ist in der Mitte stark gewölbt. Doch das Bild ist die Arbeit von Hiddemann-Holthoff, die ihren Malstil als modifizierten abstrakten Realismus bezeichnet. Mit diesem Bild möchte die Künstlerin auch ein klein wenig Kritik an der Stadtverwaltung verbinden.

 

Mit diesen und anderen Arten von Veränderungen der Realität arbeitet die Künstlerin. Besonders gerne malt sie in ihre Bilder einen „Drop“, verschiedene Kreise, die einen Verzerrungseffekt in der Bildmitte verursachen. So wird ein bekanntes Motiv deutlich sichtbar verändert, ohne dass der Wiedererkennungswert leidet.

 

Neben Gebäuden malt Hiddemann-Holthoff Bilder aus dem Themenbereich Sport. Auch wenn zwei Bilder deutliche Bezugspunkte zu Borussia Dortmund haben (Stadion, Spielertraube), andere Sportarten wie Radfahren wecken ebenfalls ihr Interesse. Darüber hinaus ist sie von Musik fasziniert und hat einige Künstler in einer reduzierten Farbpalette porträtiert. Momentan arbeitet sie an einer Reihe über Vivaldis „Vier Jahreszeiten“.

 

Für ihre Bilder braucht die Künstlerin einiges an Zeit: „Wenn es sehr viele Details gibt, dauert ein Bild mindestens ein halbes Jahr. Vor allen Dingen bei den ‚drops‘ brauche ich eine Pause“, so Hiddemann-Holthoff.

 

Die Liebe für Details merkt man der Künstlerin an. Sie malt seit den 90er Jahren in Öl, genauer gesagt mit Leinöl und produziert ihre Werkstoffe alle selber. „Ich möchte die Kontrolle über die Intensität der Farben behalten“, erzählte Hiddemann-Holthoff. Die Künstlerin ist Autodidaktin. Sie malt seit ihrer Kindheit. „Ich habe viel gelesen und mir Sachen angeschaut“, so Hiddemann-Holthoff.

 

Die Öffnungszeiten der Artothek: dienstags und freitags von 10 bis 19 Uhr.




Mit Rückenwind in die neue Spielzeit

Bettina Pesch (Direktorin des Dortmunder Theaters) und die fünf Intendanten (v.l.n.r.) Andreas Gruhn (KJT), Xin Peng Wang (Ballett), Jens-Daniel Herzog (Oper), Gabriel Feltz (Generalmusikdirektor) und Kay Voges (Schauspiel).
Bettina Pesch (Direktorin des Dortmunder Theaters) und die fünf Intendanten (v.l.n.r.) Andreas Gruhn (KJT), Xin Peng Wang (Ballett), Jens-Daniel Herzog (Oper), Gabriel Feltz (Generalmusikdirektor) und Kay Voges (Schauspiel).

Nach der Sommerpause wurde am 21. August 2014 auf der Bühne des Dortmunder Opernhauses die neue Spielzeit 2014/2015 mit viel Optimismus und neuer Energie eröffnet.

 

Die geschäftsführende Leiterin des Theaters Bettina Pesch sowie die Intendanten der 5 Sparten, Andreas Gruhn (Kinder und Jugendtheater), Xin Peng Wang (Ballett), Jens-Daniel Herzog (Oper), Generalmusikdirektor Gabriel Feltz (Philharmoniker) , Kay Voges (Schauspiel) stellten kurz ihr Programm vor und begrüßten die neuen Mitglieder des Dortmunder Theaters.

 

In ihrer Begrüßungsrede zeigte sich Bettina Pesch zunächst zufrieden mit der erfolgreichen Saison 2013/2014. Das betrifft sowohl die Auslastung des Hauses als auch die Außenwirkung des Dortmunder Theaters. Glücklich ist sie über die in der Pause rasch durchgeführte notwendige Renovierungsarbeiten im Theater. Danach wies sie mit Blick auf die neue Spielzeit auf wichtige Kooperationen zwischen den Sparten, moderne Kundenanbindung oder etwa die Förderung der Theaterpädagogik hin. „Ich gehe mit viel Optimismus und Zuversicht in die neue Spielzeit“, so Pesch.

 

Jens-Daniel Herzog fügte hinzu: „Wer gerne Fahrrad fährt, wie ich in meinem Urlaub, wird wissen. Mit Rückenwind fährt es sich leichter und besser. Das werden wir alle zusammen für eine noch erfolgreichere neue Spielzeit nutzen.“ Kay Voges bedankte sich vor allem für die rückhaltlose Unterstützung des Hauses auch für experimentelle, moderne Inszenierungen. Das Dortmunder Schauspielhaus ist inzwischen als „Experimentierlabor des Theater“und mutige Inszenierungen auch über die Landesgrenzen Nordrheinwestfalens hinaus bekannt. Was bedeutet Theater ?

Xin Peng Wang brachte es auf den Nenner: „Theater ist Leidenschaft“.

 

Wie bedeutend die Jugend als unsere Zukunft für das Theater ist, machte Andreas Gruhn als Leiter des KJT deutlich: „Sich wollen wir Theater für die Kinder-und Jugendlichen machen, aber ganz besonders auch gemeinsam mit ihnen. Deswegen sind eine starke Förderung der Theaterpädagogik oder gemeinsame Städteübergreifende Projekte und Kooperationen so wichtig.“

 

Eine erfolgreiche , spannende und gute Spielzeit ist das Ziel von allen beteiligten

 

Traditionell wurden danach alle neuen Mitarbeiter mit einem Lebkuchenherz herzlich im Theater Dortmund willkommen geheißen. Dabei wies Kay Voges scherzhaft auf eine besonders gelungene Kooperation zwischen dem Schauspiel und dem Ballett Dortmund hin. Schauspieler Peer Oscar Musinowski und seine Lebensgefährtin vom Ballett sind stolze Eltern eines Sohnes geworden.

 

Im Anschluss wurde das Buffet eröffnet und bei Finger-Food, Popcorn oder Zuckerwatte gab es für die Anwesenden Gelegenheit, nach der Sommerpause mit den anderen Ensemble-Mitgliedern zu klönen und auf eine erfolgreiche neue Spielzeit anzustoßen.




Zweite Mongolische Woche in Dortmund

Diese Jurte steht im Auslandsinstitut.
Diese Jurte steht im Auslandsinstitut.

Mongolei. Das Land von Dschingis-Khan. Und viel mehr an Informationen wird man über dieses asiatische Land wohl kaum haben, denn in den Medien spielt es nur eine sehr kleine Rolle. Doch jetzt kommt die Mongolei erneut nach Dortmund. Veranstaltet wird die Mongolische Woche in Dortmund vom Amadeus Kammerorchester Dortmund und der Auslandsgesellschaft NRW, mit Unterstützung der Stadt Dortmund, der Auslandsgesellschaft NRW, der Theater- und Konzertfreunden Dortmund sowie privaten Förderern. Vom 21. – 26. August 2014 gibt es unterschiedlichste Veranstaltungen zum Thema Mongolei. Zu Gast aus der Mongolei sind der mongolische Filmemacher Gerelsukh Otgon und der Lavaispieler Chinbat Orkhonbataar.

 

Programm der 2. Mongolischen Woche in Dortmund
Donnerstag, 21. August 2014, 19:00 Uhr
Auslandsgesellschaft NRW, Steinstraße 48, 44147 Dortmund
Eröffnung der der mongolischen Woche – “Die ferne Mongolei – ganz nah”
Präsentation der Jurte, Film-Vortrag-Lesung-Gesang mit der mongolischen Schriftstellerin Dr. Gangamaa Purevdorj
Eintritt 5 € (Karten an der Abendkasse, Mitglieder der Auslandsgesellschaft frei)

Samstag, 23. August 2014, 20:00 Uhr
Kino im Dortmunder U
Mongolischer Filmabend I – “Ich bin Mongole”
u.a. ein Film über den Musiklehrer Papizan
Mongolische Filme präsentiert von Gerelsukh Otgon
Eintritt frei

Sonntag, 24. August 2014, 17:00 Uhr
View Konzertsaal im Dortmunder U
WELTMUSIK “Konzert der Begegnungen”
Amadeus Kammerorchester Dortmund, Leitung: Felix Reimann
Solisten; Frauke Hansen ( Klarinette ) und Chinbat Orchonbaatar ( Lavai )
Traditionelle mongolische Musikgruppe Eghschiglen
Eintritt 16 € (ermäßigt 8 €)
Vorverkauf:

Der Lavai-Spieler
Der Lavai-Spieler Chinbat Orchonbaatar.

Ticketing/ Communications

DORTMUNDtourismus

Max-von-der-Grün-Platz 5-6 – D-44137 Dortmund

Tel. +49 (0) 231 / 18 999 – 130

Fax +49 (0) 231 / 18 999 – 330

eimer@dortmund-tourismus.de

www.dortmund-tourismus.de
sowie:
Dortmund U, Leonie-Reygers-Terrasse 2 44137 Dortmund
und Postergalerie Schröder, Kampstr. 4, 44137 Dortmund

Montag, 25. August 2014, 19:00 Uhr
Auslandsgesellschaft NRW, Steinstraße 48, 44147 Dortmund
“Mongolei im Wandel”
Vortrag von Dr.Alimaa Senderjav, Dr. Paula Haas, Toddava Damdinsuren
Institut für Orient- und Asienwissenschaften (IOA), Abteilung Mongolistik und Tibetstudien,Universität Bonn mit anschließender Diskussion
Eintritt 5 € (Karten an der Abendkasse, Mitglieder der Auslandsgesellschaft frei)

Dienstag, 26. August 2014, 20:00 Uhr
Kino im Dortmunder U
Mongolischer Filmabend II – u.a. „Der Pferdetrainer”
Mongolische Filme präsentiert von Gerelsukh Otgon
Eintritt frei

 

Doch damit nicht genug. Das Amadeus Kammerorchester Dortmund macht sich auf zu einem Gegenbesuch in die Mongolei. Zum bevorstehenden 40 jährigen Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Mongolei und Deutschland reisen 20 Musiker des Amadeus Kammerorchesters Dortmund für 10 Tage (27.09. – 08.10.2014) nach Ulanbator. Im Rahmen seines Besuchs spielt das Dortmunder Kammerorchester am 2. Oktober 2014 ein Mozartkonzert im Konzertsaal es College for Music an Dance of Mongolia in eigener Besetzung. Für das eigentliche Jubiläumskonzert 40 Jahre Deutsch-Mongolische diplomatische Beziehungen wird ein Deutsch-Mongolisches Projektorchester gebildet, in dem neben den 20 Musikern des Amadeus Kammerorchesters, entsprechend 20 mongolische Musiker (Musiker der beiden mongolischen Sinfonieorchester, Lehrkräfte und Studenten des Colleges) Seite an Seite unter der Leitung von Dirigent Felix Reimann ein klassisches Konzertprogramm (Mozart, Mendelssohn, Haydn oder Beethoven) erarbeiten. Neben der „Freiheitsouvertüre“ Fidelo, erklingen Mozarts große Es-Dur Sinfonie und als spektakuläre Besonderheit das Konzertstück f-moll von Felix Mendelssohn Bartholdy in einer Fassung für Klarinette und Mongolische Lavai. Die Proben werden im State College for Music and Dance stattfinden, um den Studenten die Gelegenheit zu geben, die Proben zu beobachten. Zwischen den Proben besteht die Möglichkeit für Unterrichtseinheiten und internationalen Begegnungen im College. Abschluss des Projektes ist dann am 4. Oktober 2014 das Festkonzert des Deutsch-Mongolischen Projektorchesters im Kulturpalast von Ulanbator.

 




Mischung von Licht und Leichtigkeit

Wer die Ausstellung „Légèreté inspirante“ der Dortmunder Künstlerin Sarah Jil Niklas im Ballettzentrum Dortmund verpasst hat, der kann noch bis zum 31. August im Ruhrtalmuseum in Schwerte ihre Arbeiten unter dem Titel „Licht trifft Leichtigkeit“ bewundern. Ihre großformatigen, auf halbtransparentem Stoff gearbeiteten Werke sind assoziativ durchdrungen von einer sich stetig wechselnden Lichtinstallation.

 

Niklas hat in ihren Arbeiten die faszinierende Leichtigkeit des Balletttanzes in Stoffbahnen eingefangen. Kenner des Dortmunder Balletts werden sicherlich die eine oder andere Tänzerin wiedererkennen, doch der Künstlerin ging es in erster Linie um das Spiel mit der Leichtigkeit.

 

Die Finissage findet am  31.08.2014 um 14 Uhr statt.

 

Ruhrtalmuseum
Brückstraße 14, 58239 Schwerte




Dortmunder Philharmoniker feiert Helden

 

Das Plakat soll die Dortmunder auf die neue Spielzeit mit den Philharmonikern aufmerksam machen. (v.l.n.r.) Gabriel Feltz (Generalmusikdirektor), Orchestermusiker, Gerhard Stranz (Publikumsinitiative PPP), Orchestermusikerin, Stephanie Schneider (Gestaltmaufaktur) und Michael Hoffmann (Theater- und Konzertfreunde)
Das Plakat soll die Dortmunder auf die neue Spielzeit mit den Philharmonikern aufmerksam machen. (v.l.n.r.) Gabriel Feltz (Generalmusikdirektor), Orchestermusiker, Gerhard Stranz (Publikumsinitiative PPP), Orchestermusikerin, Stephanie Schneider (Gestaltmaufaktur) und Michael Hoffmann (Theater- und Konzertfreunde)

„EinHeld ist eine Person mit besonders herausragenden Fähigkeiten oder Eigenschaften, die sie zu besonders hervorragenden Leistungen, sog. Heldentaten, treiben.“ So steht es zumindest in der Wikipedia unter dem Stichwort „Held“. Die Dortmunder Philharmoniker stellen ihre neue Spielzeit 14/15 ganz unter das Motto „held_innen_leben“.

 

Um die Menschen in Dortmund und Umgebung für das neue Programm zu begeistern, stehen einige große Plakate in Dortmund (unter anderem am Max-von-der-Grün-Platz). Demnächst auch an der B1. In großen Lettern steht „Wir alle können Helden sein“ auf den Plakaten. „Wir wollen damit zum einen Bezug zu unserem Jahresthema held_innen_leben herstellen“, so Feltz. „Unsere ganze Saison dreht sich um das Thema Helden – Kühnheit, Tapferkeit, Größe, Triumph und Tragik. Dazu gibt es so viel wunderbare Musik. Wir freuen uns sehr auf unsere Programme.“

Mit den 10 Philharmonischen Konzerten, den Wiener Klassik-Konzerten, den Kammermusik- und Kaffeehauskonzerten, der umfangreichen Reihe Expedition Klassik für Kinder, Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene und einigen Sonderveranstaltungen bieten die Dortmunder Philharmoniker ihrem Publikum auch in dieser Saison wieder ein spannendes, vielfältiges Programm an, das neben der großen Klassik noch weit mehr bietet. Alle Beteiligten freuen sich auf die zweite Spielzeit mit GMD Gabriel Feltz, die am 16./17.9. mit dem 1. Philharmonischen Konzert startet. Unter dem Abendmotto „helden_haft“ stehen Richard Strauss’ „Heldenleben“, Beethovens „Ouvertüre zu Leonore II“ und Viktor Ullmans Konzert für Orchester zu Klavier mit dem Solisten Moritz Ernst auf dem Programm.

 




Retrospektive einer Künstlerin und Galeristin

Gerda Türke gemalt von ihrem Sohn Franco Camue.
Gerda Türke gemalt von ihrem Sohn Franco Camue.

Mit dem Tod von Gerda Türke im Jahre 2012 verlor Dortmund nicht nur eine Galeristin, eine engagierte Friedensaktivistin, sondern auch eine sehr vielfältige Künstlerin. Die Galerie Dieter Fischer im Depot zeigt vom 01. August bis zum 07. September 2014 eine kleine Auswahl ihrer Werke. Franco Camue, Gerda Türkes Sohn und der Künstler Hanfried Brenner haben die Ausstellung kuratiert.

 

„Es ist nur ein Bruchteil der Werke meine Mutter zu sehen“, erklärte Camue und verwies auf den geringen Platz in der Galerie. „Es ist nicht einfach, aus den Konvoluten eine repräsentative Auswahl zu treffen.“ Zusammen mit Brenner hat er sich daran gemacht, die Arbeiten seiner Mutter in Themenblöcke aufzuteilen. „Begonnen hat sie schon in den 60er Jahren mit Zeichnungen, aber richtig los ging es in den 80ern“, so Camue.

 

Die rund 50 gezeigten Bilder lassen sich in verschiedene Themen aufteilen: Informelle Werke, freie Aquarelle, Thema Friedensmarsch, Rostbilder und naturalistische Zeichnungen, darunter auch Aktzeichnungen. „Aktzeichnungen hat sie sehr gemocht“, erzählte Camue.

 

Ein besonderes Werk hängt ebenfalls in der Ausstellung. Franco Camue hat seine Mutter ein kleines Denkmal gesetzt, indem er sie in typischer Weise gemalt hat. Lesend vor ihrer riesigen Wand aus Kunstbüchern. „Sie war eine leidenschaftliche Galeristin und eine leidenschaftliche Künstlerin“, so Brenner.

 

Die Vernissage ist am 01. August von 19 bis 21 Uhr.

Gerda Türke – Galeristin und Künstlerin

vom 01. August bis zum 07. September

 

Galerie Dieter Fischer

Depot Dortmund

Immermannstraße 29

44147 Dortmund

 

Öffnungszeiten Sonntag und Donnerstag von 15 bis 18 Uhr.




Juicy Beats mal anders

 

Wie im Westfalenstadion bei Spielen von Borussia: Die Juicy Beats waren ausverkauft.
Wie im Westfalenstadion bei Spielen von Borussia: Die Juicy Beats waren ausverkauft.

Fette Beats, DJs, HipHop, Techno – das Festival „Juicy Beats“ im Westfalenpark ist alljährlich der Treffpunkt für Freunde elektronischer Musik jeglicher Richtung. Liebhaber leiserer Töne sollten also einen großen Bogen um das Festival machen? Ganz und gar nicht. Die „Juicy Beats“ 2014 am 26. Juli boten auch denjenigen ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm, die mehr auf Singer/Songwriter oder Poetry-Slam stehen. Ars tremonia war auf eher abseitigen Pfaden unterwegs. 30.000 Besucher sorgten für einen ausverkauften Westfalenpark.

 

Zu Beginn erlebten wir um 13 Uhr das Konzert von „Egotronic“. Elektropunk mit 8-Bit Gefühl, so dass mir als Ex-C64-Besitzer beinahe die Tränen der Rührung in die Augen schossen. Ansonsten: Klare Texte, klare Kante. Es hat sich gelohnt, dass wir so früh gekommen sind.

 

Danach ging es zur „Sounds & Poetry Stage“. Für uns als Lokalpatrioten (Tremonia ist ja ein alter Name für Dortmund) quasi Pflichtprogramm, denn Tobi Katze, Rainer Holl und „die Unordnung der Dinge“ sind Dortmunder oder leben dort. Auch Torsten Sträter hat einen Bezug zu Dortmund, er ist hier geboren.

 

Tobi Katze moderierte nicht nur das Programm, sondern eröffnete auch den Poetry Slam. Katze, Holl und Julian Gauda sowie Roman Kurth präsentierten Texte und Gedichte zwischen Comedy und Ernsthaftigkeit. Die Bühne am Seerosenteich entwickelte sich so zu einer Oase für all diejenigen, die den hämmernden Beats zu entkommen versuchen. Pointierte Worte, Sätze und Gedanken standen hier im Mittelpunkt. Ob nun die Ex-Freundin (Katze) oder Hipsterbabys (Holl) thematisiert wurde, mein Eindruck ist, dass sich Poetry-Slam doch stark dem Kabarett bzw. der Comedy-Szene annähert, was auch durch Preisverleihungen eben dieser Preise an Poetry-Slammer niederschlägt.

 

Nach dem dreifach Slam wurde es Zeit für etwas Musik: Auf der Konzerthaus-Bühne spielte Kalle Mattson, der kein Skandinavier ist, sondern aus Kanada stammt. Seine meist zärtliche akustische Folk-Rock Musik musste gegen die Beats vom benachbarten Daddy Blatzheim ankämpfen, was der Kanadier nicht immer für sich entscheiden konnte. Eine Bitte an die Veranstalter: Wenn ihr schon Musiker einladet, die mit einer akustischen Gitarre bewaffnet sind, platziert sie bitte in einer Umgebung, in der die leisen Töne nicht ganz untergehen.

 

Danach ging es zurück zu Torsten Sträter auf die „Sounds & Poetry Stage“. Bekannt aus Funk und Fernsehen, erwies sich Sträter als Meister der skurrilen Begebenheiten. Ob als Beantworter von unbeantworteten WDR-Leserbriefen oder Erlebnisberichte aus Tuttlingen, Sträter seziert gnadenlos die typischen Befindlichkeiten.

 

Zurück zur Konzerthaus-Bühne: „Yes say dog“ aus Luxemburg zeigten eine sehr gute Mischung zwischen Pop und Elektro. Das Konzert von Alligatoah verfolgten wir auf dem Bildschirm im Pressebereich (sehr geile Bühnenshow!), dann wurde es Zeit die die texanischen Country-Folk-Rocker von Calexico.

 

Ich denke, allein das Konzert von Calexico hat den Altersdurchschnitt auf dem Festival in die Höhe getrieben.Das amerikanische Quintett, das seit 1996 musiziert, ist bekannt für ihren Mix aus Country, Folk und Desert Rock.Instrumente wie Mariachi, Trompeten, Mundharmonika und Marimbas sind jetzt nicht die Klänge, die die meisten Besucher zum Kauf einer Festivalkarte animiert haben. Claexico überschritt nicht nur musikalisch, sondern auch sprachlich die Grenze zwischen USA und Mexiko.

 

Juicy Beats entwickelt sich erfreulicherweise immer weiter. Freunde jeglicher elektronischer Musikrichtungen werden hier immer fündig. Wer genauer im Programm sucht, findet auch spannende und interessante Musik jenseits von Beats und Bytes. 2015 feiert die Juicy Beats ihr 20-jährgies Jubiläum mit einem zweitägigen Festival. Man kann auf das Programm gespannt sein.

 




Ein Universum der Dinge

 

Christian Psyk und Gudrun Kattke zeigen ihre gemeinsame Arbeit im Torhaus Rombergpark.
Christian Psyk und Gudrun Kattke zeigen ihre gemeinsame Arbeit im Torhaus Rombergpark.

Nicht nur der Titel „(die) Magic hazard Butter Trippings“ klingt verwirrend, auch die Ausstellung von Gudrun Kattke und Christian Psyk. Vom 27. Juli bis zum 17. August im Torhaus Rombergpark wirkt auf den ersten Blick etwas befremdlich, doch im Laufe der Zeit wird der Besucher von der Struktur und von der Fülle an unterschiedlichen Dingen fasziniert.

 

„Magic hazard Butter Trippings“. Was könnte das bloß bedeuten? „Tripping hazard“ ist übersetzt eine Stolperfalle. Also eine „Magische Butter Stolperfalle“? Der Begriff Stolperfalle bringt uns aber der Sache vielleicht etwas näher, denn der größte Teil des Bodens des Torhauses ist übersät mit kleinen Puzzleteilchen. Für den Besucher heißt es: Drauf treten oder drumherum tänzeln?

 

Jedenfalls wirkt der erste Eindruck der gemeinsamen Arbeit von Kattke und Psyk wie ein Besuch in einem Antiquitätenladen. Auf dem Boden liegen unzählige Dinge, teilweise verdichtet , teilweise in lockerer Zusammenstellung. In diesem Universum der Dinge bilden die „Bunkerbelüftungsschächte“ von Psyk eine Art Rastersystem, die wie Eckpunkte Ordnung in die Installation bringt.

 

Die unzähligen Sachen, die Kattke wie eine Malerin über die Rasterpunkte von Psyk komponiert hat, bilden teilweise Cluster wie die Kuchengitter und Murmeln, die wie Planetensysteme wirken. In einer anderen Ecke haben sich Teile von Spielen konzentriert. Doch jedes Ding hat seinen Platz und jedes Ding erzählt auch seine Geschichte, allein oder in Interaktion mit anderen Gegenständen.

 

Doch nicht nur der Boden ist bespielt, an der Wand hängt ein großes Bild von Psyk mit seinen „technologischen Putten“. In einer Nische sitzt eine fünfköpfige Gestalt, die außerirdische Züge besitzt.

 

Für den Besuch der Ausstellung empfehle ich Zeit und Fantasie. Dann könnten Ihnen die Gegenstände vielleicht auch eine Geschichte erzählen.

Gudrun Kattke & Christian Psyk

(die) Magic hazard Butter Trippings

Torhaus Rombergpark

27.07. bis zum 17.08. 2014

 




Honigernte am Dortmunder U

Monatelang schwirrten die Bienen rund ums U, um Nektar und Pollen zu sammeln. (Foto:  © Dortmunder U)
Monatelang schwirrten die Bienen rund ums U, um Nektar und Pollen zu sammeln. (Foto: © Dortmunder U)

Seit dem 05. Mai steht unter einem alten Baum am Dortmunder U das „Frankfurter Bienenhaus“ der Künstlergruppe finger (Florian Haas und Andreas Wolf). Seit diesem Tag fliegen Bienen ein und aus und sammeln Nektar und Pollen. Am 18. Juli war es dann soweit: Mit Hilfe von zwei Imkern wurde der erste „MO-Honig“ geerntet. Sie zeigten auch sehr anschaulich für alle Besucher, welche Schritte und Prozesse ablaufen müssen, damit der Honig ins Glas kommt.

 

Das „Frankfurter Bienenhaus“ kündigt die kommende Ausstellung „ARCHE NOAH. Über Tier und Mensch in der Kunst“ (15. November 2014 – 12. April 2015) des Museums Ostwall im Dortmunder U an. Die Ausstellung widmet sich der Darstellung des Tieres in der Kunst vom Expressionismus bis heute. Das Verhältnis von Mensch und Tier in den Städten bildet einen Schwerpunkt. Das »Frankfurter Bienenhaus« beherbergt vier Bienenvölker, die von dem Dortmunder Imker Carsten Krause betreut werden.

Auch wenn die Bienen ihre Nahrungssuche eingestellt haben und der Honig geerntet ist, wird das »Frankfurter Bienenhaus« bis Oktober vor dem Dortmunder U zu sehen sein. Danach wird es in der Ausstellung ARCHE NOAH des Museums Ostwall gezeigt.

 

Der frisch geerntete Honig wird vor Ort in Gläser abgefüllt, deren Etikett die Künstlergruppe finger gestaltete. Als MO-Honig ist er käuflich zu erwerben.

 

Hier eine kleine Fotodokumentation der Honigernte.




Was sind Schachspieler eigentlich für Menschen?

Fotografin Christiane Köhne (ganz rechts) und einige ihrer Fotomodelle.
Fotografin Christiane Köhne (ganz rechts) und einige ihrer Fotomodelle.

Wie sieht eigentlich ein Schachspieler aus? Kann man ihn sofort erkennen? Welche Accessoires haben Schachspieler? Gehört die Brille dazu? Muss man studiert haben? Und gibt es Frauen, die Schauspielen? Die Fotografin Christiane Köhne zeigt in ihrer Ausstellung, die parallel zum Sparkassen Chess-Meeting läuft, Schachspieler an ihren Arbeitsplätzen, Lieblingsorten oder in ihrer Freizeit besucht und fotografiert. Zu sehen sind ihre Arbeiten vom 12. bis 20. Juli im Orchesterzentrum NRW.

 

Für ihre 13 Bilder hat Köhne eine kleine Form von Marktforschung betrieben. Sie hat nämlich am Westenhellweg gefragt: Wie stellen Sie sich einen Schachspieler vor. Um die Antworten, die sie bekommen hat, zu konterkarieren, hat sich sich an ungewöhnliche Plätze begeben, an Stellen, wo Menschen gerne Schach spielen.

Ein ungewöhnlicher Ort kann schon mal ein Gefängnis sein, die Feuerwehr, der Flughafen oder eine Großküche. Für Köhne ist es wichtig, dass immer das gleiche Schachspiel benutzt wird. So schafft sie in den unterschiedlichen Orten eine Komponente von Kontinuität.

Manchmal tragen die Bilder auch einen sicherlich ungewollten Zungenschlag. Wenn beispielsweise in der Großküche alle anderen Köche mit Kochen beschäftigt sind und zwei Personen in aller Seelenruhe Schach spielen, könnte sich der Betrachter schon fragen: „Wieso arbeiten die beiden nicht mit?“

Dennoch schafft es Köhne mit ihren Bildern dem typischen Bild von Schachspielern entgegenzuwirken. Das Ergebnis ist: Alle spielen Schach. Von jung bis alt, Mann und Frau (sowie zwei Fantasy-Gestalten). Es gibt fast nichts was die jeweiligen Spieler gemeinsam haben, außer die Liebe zum Schachspiel.