Thriller, Action, Komödie im Kurzformat

Am 13. September ist es wieder soweit: Das 14. XXS Kurzfilmfestival präsentiert zehn Kurzfilme, die vorher aus 300 eingereichten Filmen ausgewählt worden sind. Zu gewinnen gibt es für die Filmemacher auch etwas: neben den drei Hauptpreisen in Gold, Silber und Bronze wird auch der Publikumspreis verliehen. Außer der Reihe wird es einen Film geben, der von Amnesty International prämiert wird und zum ersten Mal wird der „DEW21 Kreative-Energie Preis“ verliehen. Gestartet wird mit einem Sektempfang um 19 Uhr, Beginn der Kurzfilmreihe ist um 20 Uhr.

Von 6:27 Minuten bis 20:34 Minuten – so groß sind die Unterschiede bei den Filmlängen. Doch die Organisatoren des XXS-Kurzfilmfestivals, die angehenden Kulturmanagern der WAM-Medienakademie, versprechen, einen unterhaltsamen Mix zusammengestellt zu haben. Nicht nur deutsche Filme haben den Sprung geschafft, auch Filme aus Italien, Frankreich und Mazedonien werden im Schauspielhaus gezeigt. Dass die Veranstaltung im Schauspielhaus stattfindet hat mittlerweile Tradition. Der „Hausherr“ schickt auch einen Vertreter in die Jury. Dieses Jahr ist es Dramaturg Michael Eickhoff, die anderen Jurymitglieder sind Markus Majowski,, Thomas M. Held und Milos Vukovic.

Die Karten für das Dortmunder Kurzfilmfestival gibt es für 9 € (ermäßigt 6 €) zu kaufen.




Ein Juwel aus den 50er Jahren

Gerd Kittel: Das Dortmunder Gesundheitshaus von Will Schwarz, Treppenhaus III, 2012
Gerd Kittel: Das Dortmunder Gesundheitshaus von Will Schwarz, Treppenhaus III, 2012

Das Gesundheitsamt kennen die meisten Dortmunder. Doch dass das Gebäude im Innern ein Juwel aus den 50er Jahren ist, wissen wohl die wenigsten. Der Architekt Will Schwarz baute es Ende der 50er Jahre im Auftrag der Stadt Dortmund. Im Gebäude untergebracht waren Mütterberatungsstelle, Hörsaal, Impfräume und andere medizinische Einrichtungen. Das Museum Ostwall zeigt in Zusammenarbeit mit dem Dortmunder Stadtarchiv Fotografien von Gerd Kittel, der 2012/13 das Gebäude besuchte. Zu sehen ist die Ausstellung vom 05. September 2014 bis zum 04. Januar 2015 auf der 4. Ebene.

 

Wer schon einmal im Gesundheitsamt war, wird sich an die vielen Elemente aus den 50er Jahren erinnern. Die Mosaiken, die gebrannten Ziegel, die Treppenhäuser oder die Uhren, die Zeit scheint stehengeblieben zu sein. Während in anderen Häusern vielleicht die Fassade stehen blieb, die Inneneinrichtung aber radikal modernisiert wurde, ist im Gesundheitsamt fast alles beim Alten geblieben.

 

Für den Fotografen Kittel war es „ein Projekt, was nur Freude gemacht hat“.Das parallel zur Ausstellung erschienene Buch („Das neue Dortmund. Das Dortmunder Gesundheitsamt von Will Schwarz“) präsentiert nicht nur Kittels Fotografien, sondern bringt das Gesundheitsamt durch Essays in einen historischen Kontext.




Wenn die Wirklichkeit im Drehbuch steht

Spät, aber sie kommt: Die Rezension von „Container Love“, dem dem neuen Stück vom Theater glassbooth. Ars tremonia besuchte die zweite Vorstellung am 30. August im Theater im Depot und erlebte eine gelungene Auseinandersetzung mit dem Phänomen „Big Brother“.

 

Was fasziniert Menschen, die sich „Big Brother“ im Fernsehen anschauen? Die nackte Haut, die unterschiedlichen Typen, die von vor hinein Konflikte provozieren (sollen)? Regisseur Jens Dornheim ging auf die Spurensuche und mit „Container Love“ präsentierte er mit seinem Ensemble das Ergebnis.

 

Gleich zu Beginn spielte das Stück mit der Frage nach Spiel und Wirklichkeit? Es wurden nämlich zwei Kandidaten aus dem Publikum gewählt. Wie immer in solchen Fällen, kann man dann eine Stecknadel fallen hören und Blicke sagen „Bloß nicht mich“. Endlich werden zwei Kandidaten gefunden. Spätestens nach der gemeinsamen Choreografie des „Jingles“ fällt jedem im Publikum auf, die beiden gehören auch zum Ensemble.

Das Stück spielt in einem „Theatercontainer“, der mit sechs unterschiedlichen Schauspielern gefüllt ist. So ist Marlon (Marlon Bösherz) ein Abgänger von der Ernst-Busch-Schauspielschule, voller Hoffnung hier ein gelungenes Debut zu feiern. Alex (Alexandra Schlösser) spielt die „Übermutter“, die alle liebhat, besonders gelungen spielt Dietmar Meinel seinen Charakter „Dietmar“ als einen schrägen Charakter, der deutliche Züge von Klaus Kinski trägt. Auch sehr gut kommt Dominik Hertrich als selbstgefälliger Schlagersänger „Der Böhmer“ rüber. Weitere Container-Insassen waren: Nora Bauckhorn als junge „Nora“, die auf ihren Durchbruch wartet, Tanja Brügger, die als „Tanja“ im Container mit Qualität überzeugen möchte sowie Timo Knop und Anabel Starosta als „zufällig“ gecastete Teilnehmer.

 

Die Aufgaben werden wie im Fernsehen von einer Stimme aus dem Off gestellt und haben mit Theater zu tun: Die Kandidaten sollen beispielsweise ein Stück über „Mord und Liebe“ zum besten geben. Dabei werden Themen wie Kindesmord oder Kindesmissbrauch szenisch dargestellt. Bei der letzten Aufgabe „Theater und Kunst“ werden noch einmal alle Register gezogen: Hier wird eine Szene dargestellt, wie sich der „normale“ Mensch auf der Straße das moderne Theater vorstellt. Menschen in merkwürdigen Klamotten rezitieren merkwürdige Texte und machen merkwürdige Dinge (z.B. wickeln sich in Frischhaltefolie ein) und ein kunstsinniger Regisseur bekommt ein Nervenzusammenbruch, weil ein Schauspieler an der falschen Stelle schreit.

 

Jens Dornheim hat sein Ensemble gut im Griff, alle spielen wunderbar ihre „gescripteten“ Rollen wie im Fernsehen, wunderbar war auch ihre kleine getanzte Choreografie. Doch was bleibt am Ende? Ist es so wie im Fernseh-Leben, dass man den Sieger der vierten Staffel von DSDS nach einem Tag sowieso wieder vergessen hat? Dornheim stellt die Unterhaltung in den Mittelpunkt, es gibt keinen erhobenen Zeigefinger, doch werden die Zuschauer danach die Formate wie „Big Brother“ mit anderen Augen sehen?

 

Nichtsdestotrotz ein Stück, das mit viel Lust am Spielen gemacht wurde und zu dem man Dornheim und Ensemble nur gratulieren kann.

 

Wer es verpasst hat, kann es in Dortmund im Theater im Depot am 25. September um 20 Uhr noch einmal erleben.




Visionen und Wunschträume für die Zukunft

Eines der Raumelemente aus Katinka Theis' Arbeit "Losgelöste Raumstruktur".
Eines der Raumelemente aus Katinka Theis‘ Arbeit „Losgelöste Raumstruktur“.

„Prognosen sind schwierig, vor allem ,wenn sie die Zukunft betreffen“, ein Satz, der unterschiedlichen Personen in den Mund gelegt wird. Aber er hat einen wahren Kern. Wie leben wir in naher oder ferner Zukunft, welche Gesellschaft wird es geben? Die Ausstellung „Utopisten & Weltenbauer“ im Künstlerhaus Dortmund präsentiert seit dem 29. August 2014die Visionen von zehn Künstlerinnen und Künstlern. Sie ist bis zum 05. Oktober zu sehen.

 

Verwirklicht Barack Obama den Traum von Martin Luther King? In der Arbeit „Yes, we dream“ führt die Videokünstlerin Lucie Biloshytskyy die berühmten zwei Aussagen „I have a dream“ (King) und „Yes, we can“ (Obama) gegeneinander. So entsteht ein fiktiver Dialog über zwei Bildschirme hinweg. Wir wissen aus heutiger Sicht, dass die Realität diese Utopien verändert hat. Einerseits ist es sicher ein Fortschritt, dass mit Obama ein Farbiger US-Präsident geworden ist, auf der anderen Seite zeigen die jüngsten Ereignisse von Ferguson, dass es dennoch ein weiter Weg ist.

 

Ein ungewöhnliches Projekt präsentiert Susanne Bosch mit „Die mobile Werkstatt“. Ausgehend von dem Gedanken an die Konsum- und Wegwerfgesellschaft, will Bosch den Sperrmüll mit Hilfe von Anwohnern in der Nordstadt in neue nutzbare Objekte umwandeln. Dafür entwarf sie eine mobile Werkstatt, die vor Ort in Funktion gehen kann.

 

Wie kann man das Sterben eines Dorfes aufhalten? Vielleicht mit Kunst. Die Künstlerin barbara caveng zog von April bis Oktober 2013 in ein Dorf an der polnischen Grenze. Mithilfe von partizipativen Kunstprojekten entstand ein neues Gemeinschaftsgefühl, das vorher unter der geografischen und wirtschaftlichen Lage sowie der Abwanderung der jungen Menschen stark gelitten hatte.

 

Der Film von Hörner/Antlfinger „La nouveau OMIZA“ beschäftigt sich mit der Mensch-Maschine-Kommunikation. Werden wir in Zukunft von Robotern gepflegt? Die Firma Honda arbeitet bereits seit den 80er Jahren eines humanoiden Roboters. In der Arbeit sehen wir den Versuch einer Kontaktaufnahme eines Menschen und eines Roboters, ebenso den Unterschied zwischen einem Klavierstück, dass von einem Menschen sowie von einer Software gespielt wird.

 

Eine narrative Arbeit ist die Visualisierung der dystopischen Geschichte „The Machine Stops“ von E.M. Forsters aus dem Jahre 1909. Christine Niehoff erzählt in dem Video die Geschichte einer künstlichen Welt unter der Erde, die von einer Maschine organisiert wird.

 

Ein sehr kontroverses Thema hat sich Felix Reichenbach ausgesucht. Der Grafiker entwickelte eine fiktive „FleischCard“, die in Zukunft den Fleischkonsum regeln soll. So etwas gab es bereits in Notzeiten und nannte sich „Fleischkarte“. Reichenbach entführt den Betrachter in eine Parallelwelt seiner Comicfiguren „die Niedlichen“, die in einer fiktiven Medienlandschaft das Pro und Contra der FleischCard durchdiskutieren.

 

Fliegen – ein ewiger Traum der Menschheit. Seit den Flugmaschinen ist er wahr geworden. Gaby Taplick setzt ihnen mit der Wandinstallation „gute reise“ eine Art Denkmal. Auf jeder der vergilbten Karteikarten an der Wand klebt eine Briefmarke mit einem „Flugzeugs“. Angefangen von Montgolfièren bis hin zu Propellermaschinen. Da die Briefmarken aus unterschiedlichsten Ländern stammen, ist es auch eine Form einer Reise um die Welt. Am Boden davor steht auf einem Stapel anderer Karten eine Art Propellergebilde, bereit abzuheben.

 

Die Arbeit „Losgelöste Raumstruktur“ von Katinka Theis erinnert an architektonische Gebilde: Angefangen von alten Kultstätten bis hin zu Strukturen von modernen Hochhäusern kann der Betrachter in den Elementen aus abgebrannten Feuerwerkskörpern erkennen.

 

Eine bemerkenswerte technische Apparatur hat Jan Vormann geschaffen. Sein „SLEM 4b“ hat die Aufgabe, eine Seifenblase haltbar zu machen. Die Seifenblase steht einerseits für ein fragiles Elemente, andererseits für ein perfektes Objekt. Die Seifenblase steht ebenfalls für Utopien und Visionen, die auf die Realität treffen und dadurch nicht mehr funktionieren, also zerplatzen.

 

Utopisten & Weltenbauer

Vom 30. Ausgust bis zum 05. Oktober 2014

 

Teilnehmende KünstlerInnen:

Lucy Biloshytskyy

Susanne Bosch

barbara caveng

Stefan Eichhorn

Hörner/Antlfinger

Christine Niehoff

Felix Reidenbach

Gaby Taplick

Katinka Theis

Jan Voormann

 

Künstlerhaus Dortmund

Sunderweg 1

44147 Dortmund

 

Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag 16 bis 19 Uhr

 




Landwirtschaftsgeschichte Dortmunds

Landwirtschaft in Dortmund? Manch einer wird ungläubig staunen bei der neuen Ausgabe von „Heimat Dortmund“, die im passenden Grün erschienen ist. „Höfe und Kotten“ – so lautet der Titel – zeigt, dass vor allem die Vororte bis weit in die Gegenwart landwirtschaftlich geprägt waren.

 

Die Kaufmannsstadt Dortmund musste natürlich mit Lebensmitteln versorgt werden. Dafür waren die unzähligen Höfe in der Umgebung zuständig. Dabei spielte „Regen, Frost und Dürre“ oft eine entscheidende Rolle bei der Menge und Qualität der Ernte, wie Christiane Althoff in ihrem Beitrag beschreibt.

 

In den Dortmunder Vororten spielte die Landwirtschaft eine große Rolle. Dabei gab es Höfe, die die Geschichte des Ortes prägten wie der Hohe-Hof in Bodelschwingh, der Schultenhof in Großholthausen und die Rentei des Hauses Romberg in Brünninghausen.

 

Die Autoren der Beiträge stammen aus den Geschichts- und Heimatvereinen Dortmunds sowie aus dem Vorstand des Historischen Vereins.

 

Das aktuelle Heft ist für 5 € bei der Mayerschen Buchhandlung und im Stadtarchiv erhältlich.




Geschichten vom Wandel in Hörde

Am 5.9.2014 um 18 Uhr gibt es im Wort-Café eine Buchvorstellung von und mit Autoren aus der Region. Es lesen Emmi Beck, Wulfhild Tank, Michael Genschorek und  Josef Damberg.

Aus: Treffpunkt Schlanke Mathilde

Inhalt:Vor nicht allzu langer Zeit wurde in Hörde noch Stahl gekocht, und dort, wo die Hochöfen standen, fahren jetzt Segelboote über den künstlichen Phoenix-See. Nichts ist mehr so wie früher. Nicht, dass die Alteingesessenen ihre „Hütte“ mit dem Schmutz und Lärm vermissen würden. Sie hadern mit den veränderten Gegebenheiten in ihrem Stadtteil. Der junge Alex blickt hoffnungsfroh in die Zukunft und versucht gemeinsam mit seiner Freundin, eine eigene Zukunft aufzubauen. Dann taucht auch noch dieser neugierige Amerikaner auf. Ist er ein Immobilienmakler, der eine günstige Gelegenheit sucht, eines der älteren Jugendstilhäuser aufzukaufen, um daraus teure Eigentumswohnungen zu machen? Warum sucht er den Kontakt zu den Bürgern? Gibt er sein Geheimnis frei? Die sieben AutorInnen schicken ihre Protagonisten auf Zeitreisen, lassen Erinnerungen an das „alte Hörde“ wach werden, beschreiben Erlebnisse, zwischenmenschliche Beziehungen, Begegnungen und Wunschbilder, die ihre Figuren lebendig werden lassen. Thema ihres gemeinsamen Schreibprojekts waren die sozialen und kulturellen Veränderungen des Dortmunder Stadtteils Hörde – mit seinem Wahrzeichen, der „Schlanken Mathilde“.

Eintritt: frei.

und am  am 6. September 2014 ist Kinder-Wort-Café in der Kinderbuchabteilung im Piratenschiff.

Uhrzeit: 15 Uhr

Eintritt: frei

Es liest die Kinderbuchautorin Nicole Müller.

Wo: beides Mayersche Buchhandlung, Westenhellweg, Dortmund




Zeit für Helden

Die Dortmunder Philharmoniker packen in der kommenden Spielzeit die Heldengeschichten aus. Ars tremonia sprach mit Generalmusikdirektor Gabriel Feltz unter anderem über das neue Programm, den „live vertonten“ Film „Metropolis“ und das erste Jahr in Dortmund.

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Schauspieler im Big-Brother-Container

Der erste "Theatercontainer" feiert seine Premiere in Dortmund im Theater im Depot. (Foto: © Theater im Depot)
Der erste „Theatercontainer“ feiert seine Premiere in Dortmund im Theater im Depot. (Foto: © Theater im Depot)

Die neunte Produktion von Theater glassbooth ist gleichzeitig das erste selbstverfasste Stück: „Container Love“. Container Love hat nichts mit dem gleichnamigen Song von Phillip Boa zu tun, sondern es geht um das Fernsehformat „Big Brother“, die mit dem aktuellen „Promi Big Brother“ einen erneuten Höhenflug in den Medien geschafft hat. Bei „Container Love“ sind es Schauspieler, die unter ständiger Beobachtung sind und Aufgaben lösen müssen. Am 29. September im Theater im Depot.

 

Acht Insassen im ersten „Theatercontainer“ der Welt. Darunter Figuren wie Tanja, die talentiert, aber erfolglos ist. Oder aber Marlon, der frisch von der Schauspielschule kommt und mit seiner Teilnahme Fuß fassen möchte. Aber es kann nur einen Sieger geben und natürlich müssen wie beim „richtigen“ Big Brother Aufgaben gelöst werden. Zu den Aufgaben verriet Regisseur Jens Dornheim: „Die Aufgaben, die die Schauspieler zu erfüllen haben, bilden die Genres ab. So fordert der unsichtbare Spielleiter mal ‚Schöpfe aus dem Vollen, bis die Leere dich erfüllt‘ oder handfester in einer Szene Liebe mit Mord zu verknüpfen.“

 

Sind die Zuschauer eigentlich Voyeure oder Entscheider, fragt das Stück, denn obwohl es Nominierungen und Votings gibt, bleibt unklar, was ist Wirklichkeit und was ist „scripted reality“, das heißt, steht der Ausgang vorher fest oder sind die angeblich spontanen Konflikte schon im Drehbuch enthalten?

 

Dornheim arbeitet nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. „Es geht uns auch um Unterhaltung“, betont er. „wir wollen kein zu verkopftes Theater machen.“ So können sich die Zuschauer auf skurrile Typen wie „Den Böhmer“ freuen, der Schlagersänger, Entertainer und Allroundkünstler ist, auf „Alex“, die Übermutter oder „Dietmar“, der leicht schräg ist und definitiv kein Menschenversteher ist.

 

Die Premiere ist am 29. August um 20 Uhr, weitere Vorstellungen sind am 30. August um 20 Uhr und 25. September um 20 Uhr. Für alle Vorstellungen sind noch Karten erhältlich.

 

Theather im Depot

Immermannstraße 29

44147 Dortmund




Organische Formen im Torhaus

Claudia Karweick vor einem ihrer Bilder.
Claudia Karweick vor einem ihrer Bilder.

Seit dem 24. August zeigt die Galerie Torhaus im Rombergpark die Ausstellung „Ohne Garantie“ von Claudia Karweick. Die Künstlerin präsentiert zwölf Bilder, vorwiegend Gouache auf handgeschöpften Bütten. Die Ausstellung ist bis zum 14. September zu sehen.

 

Die Bilder von Claudia Karweick haben etwas organisches an sich. Teilweise erinnern sie an Adern, Zellen oder sie wirken wie ein Objekt, dass unter einem Mikroskop liegt. „Organische Formen durchziehen meine gesamte Arbeit“, bestätigt die Künstlerin. Besonders wiederkehrende Motive in ihren abstrakten Werken sind Linien, Kreise und Spiralen.

 

Karweick malt nicht auf Leinwand, sie hat ein speziellen Untergrund: handgeschöpftes Büttenpapier aus dem Himalaya. „Ich trage die Farben in fünf bis acht, teilweise sogar zehn Durchgängen auf“, so die Künstlerin, die neben Gouache auch Öl-in-Wasser Emulsionen benutzt. „Den genauen Verlauf kann ich nur bis zum gewissen Grad steuern“, erzählt Karweick. Durch den Prozess von Farbauftragung und Trocknung kann die Entwicklung von der Idee bis zum fertigen Bild durchaus bis zu einem Monat dauern. Eine weitere Besonderheit kommt bei ihren Werken hinzu: Man kann die Arbeiten auch andersherum aufhängen.

 

Warum gibt es bei der Künstlerin „keine Garantie“? „Weil ich keine Sicherheit habe, ob der nächste Pinselstrich der richtige ist. Ich muss die Zweifel aushalten“, erklärt Karweick.




Irritierende Innenansichten

Küchenszene  mit Hummer und Pizzastücken von Dorothea Schüle (Ankunft im Schlaraffenland, 2011, 115x150, Öl auf Nessel).
Küchenszene mit Hummer und Pizzastücken von Dorothea Schüle (Ankunft im Schlaraffenland, 2011, 115×150, Öl auf Nessel).

Premiere in Dortmund: Die Galerie „ART isotope“ zeigt vom 24. August bis zum 19. September 2014 eine Einzelausstellung von Dorothea Schüle unter dem Titel „Intérieurs“. Die ausgewählten Werke zeigen überwiegend Innenansichten von Räumen und verblüffen durch Farbgestaltung und Perspektive.

 

Ein Blick auf das Bild „Sinn und Sinnlichkeit“ irritiert. Aus welcher Perspektive hat die Malerin denn das Bild gemalt? Antwort: aus verschiedenen. Während die Dinge auf dem Tisch von einer schrägen Position gemalt wurden, erscheinen die Stühle aus einer Perspektive von oben. Schüle benutzt also die Perspektiven, um damit zu spielen. Dann zu den Farben: Die Künstlerin benutzt einerseits eine reduzierte Farbpalette (bei „Sinn und Sinnlichkeit“ sind es überwiegend Blautöne), die sie aber mit expressionistischen Farben wie beispielsweise Rosa für das Licht mischt. „Dorotea Schüle hat bei Professor Kuhna studiert, der seinen Schülern ihre Freiheiten ließ, aber sehr auf den korrekten Umgang mit Farbe geachtet hat“, so Axel Schöber, Galerist von „ART isotope“.

 

Schüles Bilder sind gegenständlich, aber sie geht frei mit der Fegenständlichkeit um. Es sind keine fotorealistischen Abbildungen, Schüle reduziert behutsam und lässt die Linien in ihren Bildern stärker hervortreten. Ein weiteres Merkmal ihrer Bilder ist die Üppigkeit. Auf den Tischen stehen Sektflaschen, in der Küche gibt es Hummer und das Klavier steht vermutlich in einer Lounge eines exklusiven Hotels.

Macht Lust auf einen Besuch in einer Eisdiele (Tuttifrutti, 2014, 30x25, Öl auf Nessel von Dorothea Schüle)
Macht Lust auf einen Besuch in einer Eisdiele (Tuttifrutti, 2014, 30×25, Öl auf Nessel von Dorothea Schüle)

Eine weitere Besonderheit von Dorothea Schüle ist ihr Arbeitsmaterial. Sie malt ihre Ölbilder auf Nessel. Nessel ist ein grober Leinwandstoff, der ursprünglich aus Brennnesselfasern hergestellt wurde. Für die Künstlerin ist diese grobe Struktur aber kein Makel.

 

Dorothea Schüle „Intérieurs“

vom 24. August bis zum 19. September 2014

ART isotope

Wilhelmstraße 38

Öffnungszeiten: Sonntag, Montag und Freitag von 14.30 bis 19:30 Uhr

www.art-isotope.de