Materialität der Architektur

Sebastian Freytag stellt im Dortmunder Kunstverein aus. (Foto: © Anja Cord).
Sebastian Freytag stellt im Dortmunder Kunstverein aus. (Foto: © Anja Cord).

Vom 22. November bis zum 25. Januar zeigt der Dortmunder Kunstverein die Ausstellung „Werkstein“ von Sebastian Freytag. Der Künstler benutzt die klassischen Werkstoffe der Architektur und formt sie neu um. Seine Arbeit umfassen nicht nur den Ausstellungsraum, sondern ragen auch in den innerstädtischen Raum hinein.

Eine moderne Stadt besteht aus Steinen unterschiedlicher Art. Im Laufe ihrer Geschichte ist ein Mix an unterschiedlichen Architekturen entstanden, die ihr Gesamtbild prägen. Das ist mit Dortmund nicht anders. Der mittelalterliche Sandstein, der Naturstein waren die Grundlage für Häuser, Kirchen und andere Gebäude.

Früher kamen die Materialien aus der Umgebung, nämlich aus den Dortmunder Steinbrüchen. Daher hat Freytag die Wände des Kunstvereins mit seiner Arbeit in einen Steinbruch verwandelt. Der Steinbruch an sich hat schon Maler früherer Zeiten inspiriert wie beispielsweise im

Werk von Paul Cezanne oder Max Slevogt. Obwohl noch gegenständlich, ist bereits der Beginn der Abstraktion in die Fläche deutlich zu erkennen.

Die Ausstellung wird flankiert von einem Parcours durch das Stadtgebiet sowie einer Arbeit im Steinbruch Oberste in Dortmund.




Einer Figur Lebensatem einhauchen

Mit „Odem“ präsentiert die Galerie „der Kunstbetrieb“ an der Gneisenaustraße 30 die erste Ausstellung von Vanessa von Wendt in Dortmund. Ihre Bilder sind figurativ, besitzen einen reduzierten Farbraum und haben eine gewisse Leichtigkeit. Die Ausstellung geht vom 22. November bis zum 20.Dezember 2014.

„Der Künstler schöpft aus einem Gegenstand“, so die Berliner Künstlerin auf die Frage nach der Bedeutung des Wortes „Odem“ für ihre Kunstausstellung. „Ich hauche den Figuren Lebensatem ein.“ In den beiden Bildern mit dem passenden Titel „Ruach II und III“ scheint der Lebensatem von Tiertorsos wie eine Art von Schlagen auf den Menschen überzugehen, eine Form von Transformationsprozess. Ruach ist das hebräische Wort für Atem oder Wind.

„Odem“ ist ein Begriff, der vor allem aus der Bibel bekannt ist, auch der Bildtitel „Babylon“ stammt daraus. Hier präsentiert von Wendt eine Szenerie der Fülle, des Überflusses. Eine Gemengelage aus Schweinen und Menschen, daneben zwei Tellerstapel.

Manchmal malt von Wendt auch nur aus Freude an Form und Farbe und präsentiert beispielsweise kleine Stillleben. Keine Symbolik oder Überfrachtung des Bildes mit irgendwelchen versteckten Botschaften. Beispielsweise einfach Tische malen. Ja, Tische. Von Wendt findet Tische sinnlich. „Der Tisch ist ein Ort der Diskussion, der Kommunikation“, findet sie.

Beim Betrachten der Bilder fällt auf, dass die Künstlerin bei jedem ihren Bildern eine bestimmte Farbpalette wählt. „Die Farben kommen aus mir, es ist keine bestimmte Entscheidung“, so von Wendt.




Hommage an den Gentleman-Krimi

Verbrechen ohne High-Tech. Polizisten, die Fälle aufklären mussten, ohne dass die Pathologie anhand einer Larve einer Fliege den Todeszeitpunkt bestimmen kann. Ganz wichtig: Natürlich geht der Täter auch freiwillig zu einer „Party“, bei der er garantiert enttarnt und überführt wird. Das ist die Welt der 40er und 50er Jahre Krimis, die Zeit der Gentleman Killer, die in London und anderswo in England ihr Unwesen treiben und deren Autoren Edgar Wallace oder Francis Durbridge heißen. Ersterem hat Bastian Pastewka durch seine Rolle als Inspektor Very Long in den „Wixxer“ Filmen bereits die Ehre erwiesen. Doch bei der Live-Hörspiel Produktion „Paul Temple und der Fall Gregory“ betätigt sich Pastewka als Krimi-Archäologe und führt das verschollene Stück mit seinen „Komplizen“ in einer fulminanten Show am 15. November im ausverkauften Schauspielhaus Dortmund auf. Ay, ay, ay , Maria!

Bastian Pastewka kam nicht alleine. Seine Komplizen waren: Janina Sachau, Alexis Kara, Inga Busch und Kai Magnus Sting. Pastewka sprach selbstverständlich Paul Temple und Janina Sachau Pauls Frau Steve, während alle anderen mehrere Rollen übernahmen. Exquisit war Stings norwegischer Fischer, der mit einem deutlich niederländischen Akzent sprach. Neben ihren Sprechrollen hatten die fünf weitere Aufgaben: Sie mussten nämlich den „Sound“ des Hörspiels übernehmen wie anstoßende Gläser, sich öffnende und schließende Türen. Das taten sich auch mit großer Freude.

Doch das wirklich große an der Show war, dass alle Beteiligten auch mal aus ihrer Rolle fielen und sich auf einer Art Metaebene über das Stück unterhielten. Urplötzlich wurde ein Stück auf Norwegisch erzählt, weil das Hörspiel auch im norwegischen Rundfunk ausgestrahlt wurde. Bastian Pastewka erzählte aus seinem profunden Wissen über die Krimi-Kultur aus dieser Zeit und es gab auch noch musikalische Einlagen wie beispielsweise das schöne Lied von „Maria von Bahia“.

Alles in allem war es ein gelungener Abend, an dem die knisternde Atmosphäre eines Hörspiels mit Musik, Humor und gelungenem Bühnenprogramm kombiniert wurde.

Wer wissen möchte, wer denn nun der Mr. Gregory ist, der findet auf dieser Seite weitere Hinweise: http://bastianpastewka.de/2014-05-21-bastian-pastewka-und-komplizen-in-paul-temple-und-der-fall-gregory-von-francis-durbridge.html




Kino im U mit neuen Kooperationspartnern

Sidn gespannt auf die neuen Kooperationen (v.l.n.r.) Fosco Dubini (Studiengangleiter MA Film, FH Dortmund), Silke Johanna Räbinger (Vorstandsvorsitzende Kino im U e.V.), Barbara Fischer-Rittmeyer (Programmgestaltung Kino im U) und Fabian Saavedra-Lara (Geschäftsführer medienwerk.nrw).
Sidn gespannt auf die neuen Kooperationen (v.l.n.r.) Fosco Dubini (Studiengangleiter MA Film, FH Dortmund), Silke Johanna Räbinger (Vorstandsvorsitzende Kino im U e.V.), Barbara Fischer-Rittmeyer (Programmgestaltung Kino im U) und Fabian Saavedra-Lara (Geschäftsführer medienwerk.nrw).

Das Kino im U ist eines der modernsten Kinos, denn es kann digitale wie analoge Filme abspielen. Es werden dort natürlich keine Blockbuster abgespielt, um nicht mit den kommerziellen Kinos zu konkurrieren, sondern es werden thematisch ausgerichtete Filme gezeigt, die älteren Datums sind oder die gar nicht darauf aus sind, in kommerziellen Kinos zu laufen. Zu den Kooperationen , die das Kino im U pflegt, sind jetzt zwei hinzugekommen.

Das Kino im U kooperiert zum ersten Mal mit dem medienforum.nrw, dass sich zum Ziel gesetzt hat, Diskussionen über die ästhetischen wie gesellschaftlichen Konsequenzen von Digitalisierung und Vernetzung zu fördern. So wird der Film „CITIZENFOUR – DIE EDWARD SNOWDEN DOKUMENTATION“ exklusiv in Dortmund gezeigt. Termine sind am 20. November um 20 Uhr, sowie am 21.November um 20 Uhr und am 22. November um 17.30 Uhr. Am 20. November wird es zu dem Snowden-Film eine Podiumsdiskussion geben.

Mit der FH Dortmund wurde ein neues Format entwickelt, das „Forum MA Film“. Es ist eine Zwischenform zwischen öffentlicher Veranstaltung und Seminar mit Studenten.

Daneben existieren weitere Kooperationen mit Organisationen wie dem Italienverein, der tabu e.V. oder African Tide e.V.

Zu den Ausstellungen, die der HMKV oder das Museum Ostwall veranstalten, präsentiert das Kino im U die filmische Ergänzung. So werden Filme zu den „Bösen Clowns“ als auch zur Ausstellung „Arche Noah“ gezeigt.

Der Eintritt beträgt 7 Euro regulär und 6 Euro ermäßigt. Werbung wird nicht gezeigt. Mehr Informationen über das aktuelle Kinoprogramm finden Sie unter www.kino-im-u.de




Tier und Mensch in der zeitgenössischen Kunst

Pablo Picasso Le crapaud, 1949 Lithografie auf Büttenpapier 49,5 x 65,5 cm Museum Ostwall © VG Bild-Kunst, Bonn 2014,  Foto: Jürgen Spiler
Pablo Picasso, Le crapaud, 1949, Lithografie auf Büttenpapier, 49,5 x 65,5 cm,Museum Ostwall,© VG Bild-Kunst, Bonn 2014, Foto: Jürgen Spiler

Das Genre Tiermalerei ist nicht jung. Wenn wir die Höhlenmalereien dazu zählen, kommen wir auf eine Geschichte von 30.000 Jahren. Doch in der Ausstellung „Arche Noah – Über Tier und Mensch in der Kunst“ im Museum Ostwall im Dortmunder U geht es trotz des biblischen Titels um die Auseinandersetzung mit dem Tier von der Moderne wie Macke bis zur zeitgenössischen Kunst. Die Ausstellung ist bereits eröffnet und geht bis zum 12. April 2015.

„Die Ausstellung ist etwas für Kunst- und Tierfreunde“, erklärte Museumsdirektor Kurt Wettengl. Die Spannbreite der Themen reicht von idyllischen Betrachtungen bis hin zu ethischen Fragen wie: Was tun wir dem Tier an? Wie gehen wir mit Tieren um? Naturzerstörung, wissenschaftliche Forschung und das Ausstellen von Tieren wurde von Künstlerinnen und Künstlern thematisiert und in dieser Ausstellung gezeigt. Natürlich spielt auch die Rolle des Tieres als Nutztier oder konkret als Schlachttier eine Rolle in der Ausstellung. Besonders eindrucksvoll hat dies Jörg Knoefel in seiner Installation „Schlachthaus Berlin“ (1986/88) gemacht. In diesem Labyrinth gibt es nur einen Weg. An den Wänden hängen Fotos aus dem Berliner Schlachthaus, das zeigt, welches Schicksal den Tieren am Ende des Weges erwartet.

Das gleiche Thema bearbeitet Deborah Sengl in ihrer „Vita Dolorosa“ (2012). Der Leidensweg des Tieres wird mit dem Leidensweg Christi auf den Kreuzwegstationen gleichgesetzt. Statt Jesus Christus erscheint auf den Bildern ein Huhn. Der Abschluss bildet ein gekreuzigtes Huhn mit der Aufschrift KFC statt INRI.

Für die Ausstellung „Arche Noah“ wurden viele Kunstwerke von außerhalb ausgeliehen. „Rund ein Drittel stammt aus unserer Sammlung, der Rest kommt aus Museen in Deutschland“, so Wettengl. Ebenfalls entstanden für die Ausstellung ortsbezogene Projekten. Während Mark Dion die abenteuerliche Installation The Dark Museum mit Objekten des Museums für Naturkunde Dortmund schuf, beschäftigte sich die Dortmunder Künstlerin Anett Frontzek mit der Tierwelt am Dortmunder Phoenix-See. Die Künstlergruppe finger konzipierte das Frankfurter Bienenhaus und ermöglichte so die Einbeziehung lebender Tiere in das Ausstellungsprojekt. Im Zoo Dortmund sind neben den dort lebenden Tieren, Tierplastiken von Bernhard Hoetger aus der Sammlung des Museums Ostwall zu sehen.

Die bunte künstlerische Sicht auf das Verhältnis von Mensch und Tier findet sich auch in der vorliegenden Publikation und ihrer Anmutung zwischen Kunst- und Tiermagazin wieder. Der Katalog enthält Beiträge von Dr. Frank Brandstätter, Direktor des Zoos Dortmund; Dr. Dr. Elke Möllmann und dem Biowissenschaftler Dr. Oliver Adrian, beide Museum für Naturkunde Dortmund; der freien Journalistin und Buchautorin Hilal Sezgin und dem Biologen, Stadtökologen und Buchautor Bernhard Kegel. Während Bernhard Kegel über das Verhältnis von Mensch und Tier in Städten nachdenkt, wirft Hilal Sezgin tierethische Fragen auf. Beide Themen ziehen sich wie ein roter Faden auch durch die Ausstellung.

Die Beiträge der Kuratoren Katja Knicker und Kurt Wettengl stellen die Themen der Ausstellung und einzelne Werke vor.

Arche Noah Spezial und die Kleine Arche bieten Unterhaltung für Erwachsene (Kreuzworträtsel, Rezepte, Literaturtipps) und Kinder (Tiermaske zum Ausschneiden etc.).
Katalog: 144 Seiten, Farbe. Preis: 12 Euro an der Museumskasse.




Peters Reise durchs All

Auf der Raumstation von Commander Allister (  Rainer Kleinespel), (v.l.n.r.) Peter (Steffen Happel), der Sumsemann (Andreas Ksienzyk) und Anna (Désirée von Delft).
Auf der Raumstation von Commander Allister ( Rainer Kleinespel) ganz rechts im Bild, (v.l.n.r.) Peter (Steffen Happel), der Sumsemann (Andreas Ksienzyk) und Anna (Désirée von Delft). (Foto: © Birgit Hupfeld)

Da hat Andreas Gruhn, der Intendant des Kinder- und Jugendtheaters aber seine ganze Erinnerungen an Science-Fiction-Filme seiner Jugend in die aktuelle Weihnachtsmärchenproduktion „Peters Reise zum Mond“.gesteckt. Das Märchen von Gerdt von Bassewitz (Peterchens Mondfahrt) wurde durch fast alle Klischees der Space Operas gezogen, so dass Jung und Alt ihre Freude an den Abenteuern von Peter und seiner großen Schwester Anna hatten. Ein Premierenbericht aus den unendlichen Weiten des Schauspielhauses Dortmund.

Die Geschichte von Peters Reise zum Mond in Kürze: Der Sumsemann (ein riesiger Maikäfer) überredet die beiden Kinder Peter und Anna ihm zu helfen, sein sechstes Bein wiederzubekommen, dass ihm der Mondmann abgenommen hat. Nachdem sie kurz lernen, wie man fliegt, machen sie sich auf ins All, um mit Hilfe der Nachtfee den Mondmann zu besiegen.

Die Inszenierung von Andreas Gruhn „Peters Reise zum Mond“ ist sicherlich kein betuliches Weihnachtsmärchen. Genau an dem Tag, an dem zum ersten Mal eine Sonde auf einem Kometen landet, entstaubt Gruhn ein ehrwürdiges Märchen aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Lichtschwertkämpfe, fremdartige Kostüme und seltsame Begrüßungsrituale, selbst das Klischee des einsamen Astronauten auf einem stark reparaturbedürftigen Außenposten hat Gruhn integriert. Kein Sandmännchen und keine Morgenröte treten auf, sondern Figuren wie Lady Merkuria oder Captain Donner.

Besonders viel ist von Star Wars integriert: Götz Vogel von Vogelstein spielt den Mondmann als Darth Vader-Version. Während Bianka Lammert als Nachtfee Prinzessin Amidala optisch nachempfunden wurde. Und wenn man schon Star Wars zitiert dürfen natürlich die Lichtschwertkämpfe nicht fehlen. Und so bekämpfen sich der Mondmann und Captain Donner (Jubril Sulaimon) in einer besonders eindrucksvollen Choreografie.

Aber auch die Raumpatrouille Orion hat Eingang gefunden. Denn der Name des Commanders Allister ist sicherlich inspiriert von Cliff Allister McLane. Damals gespielt von Dietmar Schönherr.

Auch das Bühnenbild versprühte Lust auf eine Reise ins All. Planeten und Kometen sind zu sehen, der Sumsemann, Peter und Anna fliegen einige Meter über den Bühnenboden, das Shuttle von Commander Allister ächzt und quietscht durch den Raum und schafft es gerade noch so ans Ziel. Passend dazu gab es auch noch drei Lieder, für die Michael Kessler verantwortlich war.

Steffen Happel spielt einen Peter, der zunächst nur mit dem Mundwerk mutig ist, sich ein wenig hinter der großen Schwester Anna (Désirée von Delft) versteckt, gegen Ende doch den Mut aufbringt gegen den Mondmann zu kämpfen. Von Delft, mit einem Nudelsieb aus Porzellan auf dem Kopf, spielt eine überzeugende große Schwester. Andreas Ksienzyk als Sumsemann, dem am Ende doch der Mut verliert, verdient großes Lob.

Nach Ausflügen nach Italien, den USA oder nach Russland, ist Gruhn jetzt ins All aufgebrochen. Das Ergebnis ist ein rasanter Ausflug ins Welt mit vielen Effekten für Groß und Klein.

Mehr Infos, Termine und Karten unter www.theaterdo.de oder telefonisch unter 0231 50 27222.




Schilder statt Bilder

Am Montag, dem 17. November um 19 Uhr steht das erste Konzert für Junge Leute in dieser Spielzeit steht auf dem Programm. Die Dortmunder Philharmoniker haben sich diesmal das Elektro Duo Super Flu aus Halle an der Saale als Partner mit ins Boot geholt. Sie haben Mussorgskis Bilder einer Ausstellung komplett remixt. Herausgekommen ist etwas ganz neues, die „Schilder einer Baustelle“. Ich war bei einer der ersten Proben dabei (noch ohne Orchester) und sprach kurz mit Feliks Thielemann von Super Flu über die Zusammenarbeit mit den Philharmonikern.




Am Ende bleibt die Currywurst

Ob sie sich über die Schärfe der Currywurst unterhalten? Der Präsident (Roman Henri Marczewski) und der Steiger (Martin Kaysh).
Ob sie sich über die Schärfe der Currywurst unterhalten? Der Präsident (Roman Henri Marczewski) und der Steiger (Martin Kaysh). Foto: © standout)

Ein bisschen fatalistisch klingt das Motto der folgenden Session des Geierabends schon: „Nach uns die Currywurst“. Wenn also nach Strukturwandel und verschuldeten Städten nichts mehr bliebt, dann heißt singt das Ruhrgebiet: Aber eins, aber eins, das bleibt bestehen, die Currywurst wird nie untergeh’n.“ Aber dafür soll die Currywurst schärfer ausfallen. Premiere der neuen Session ist am 02. Januar 2015 um 19:30 Uhr im Industriemuseum Zeche Zollern II.

Übergriffe in Flüchtlingsheimen, Salafisten, DFB-Museum und Nazi-Randale: An aktuellen politischen Themen wird es dem Geierabend laut Regisseur Günter Rückert nicht mangeln. „Trotzdem bleiben wir eine Karnevalsveranstaltung“, erklärt Rückert den Spagat. Denn natürlich dürfen die AWO-Oppas, die Zwei vonne Südtribüne oder Joachim Schlendersack aus dem Sauerland nicht fehlen. Und wer den Präsidenten alias Roman Henri Marczewski mal als Conchita Wurst erleben möchte, sollte sich Karten für eine der 37 Abende besorgen.

Mit Liona Albus kehrt eine Mitbegründerin des Geierabends zurück, die zusammen mit Kabarettist und Filmemacher Matthias Kutschmann die Co-Regie übernimmt.

Doof: der WDR schmiss den Geierabend aus dem Fernseh-Programm. Prima: Der WDR sendet die Höhepunkte des Programms im Radio. Online wird das komplette Programm via Videostream unter der Adresse comedy.wdr.de ab Weiberfastnacht zu sehen.

Geierabend-Zuschauer können mit ihrem Ticket vor der Show ab 17 Uhr auch das Museum besuchen. Sonntags werden zudem 20-minütige Kurzführungen angeboten.

Allgemeine Informationen zum Geierabend 2015

Daten: vom 02.01.2015 – 17.02.2015 / insgesamt 37 Vorstellungen im LWL Industriemuseum Zeche Zollern II/IV, Dortmund

Zeiten: Einlass ins LWL Industriemuseum: 17 Uhr, Einlass: 18.30 Uhr / Beginn: 19.30 Uhr (Sonntags: 17.30 Uhr / 18.30 Uhr)

Ort: LWL Industriemuseum, Zeche Zollern II/IV, Grubenweg 5, Dortmund-Bövinghausen

Preise: 35,00 Euro,ermäßigt 20,90 Euro,inklusive VVK-Gebühr
Tickets: Theater Fletch Bizzel

Humboldtstraße 45, 44137 Dortmund

Telefon 0231 – 142525

Mo-Fr: 10.00 – 18.00 Uhr
Leserladen der Westfälischen Rundschau

Ostenhellweg 42-48, 44135 Dortmund

Telefon 0800 – 60 60 -710 | -730,

Mo-Fr 10.00 Uhr – 18.00 Uhr, Sa 10.00 Uhr -14.00 Uhr
Tante Amanda

Mosselde 149, Dortmund-Westerfilde,

Telefon 0231 – 37 22 30,

täglich 12.00 Uhr – 24.00 Uhr

Vorverkaufsstellen außerhalb Dortmunds:
Leserläden der WAZ und LeserServices mit Ticketverkauf.

Online Verkauf : www.geierabend.de

Infos: Theater Fletch Bizzel – 0231 – 14 25 25,

www.fletch-bizzel.de | www.geierabend.de




Photographie im Raum

Noch bis zum 06. Dezember zeigt der Projektraum Fotografie in der Huckarder Straße die Ausstellung „Building Pictures“ mit Arbeiten von Oliver Boberg, Christine Erhard, Tamara Lorenz und Christian Rätsch.

Fotografie ist im Allgemeinen zwei dimensional. Durch geschickte Wahl der Perspektive oder durch bildhauerische Ideen kann ein räumlicher Effekt erzeugt werden. Die vier Künstlerinnen und Künstler spielen mit diesen Möglichkeiten und erlauben uns einen einen Einblick in räumliche Dimension.

Bei den Bildern von Tamara Lorenz kann der Betrachter durchaus auf die Idee kommen, dass Kandinsky, der Maler des russischen Konstruktivismus Pate gestanden haben muss, denn die geometrischen Formen, die Holzstäbe und die Schatten bilden eine eigene Komposition.

Christine Erhard arbeitet mit dem Kamerastandpunkt, um den Raum in Szene zu setzen. in ihrem Fall die Fakultät für Architektur und Urbanistik. ihre Bilder bearbeitet Erhard durch Falzen und Knicken, bis eine eigene Komposition entstanden ist.

Christian Rätsch konstruiert schwerelose Installationen, die er dann fotografiert. Durch die Möglichkeit bei der Fotografie eine bestimmte Perspektive zu wählen, kann Rätsch störende Elemente aus seinem Bild fernhalte . so bleibt dem Betrachter nur das Staunen über seine Installationen.

Oliver Boberg baut in seinem Atelier Miniaturmodelle für die Fotografie. Der Raum als Modell. So spielt der Fotograf mit uns, denn auf den ersten Blick scheint der fotografierte Raum real zu sein, erst mit dem genauen Hinsehen erkennt der Betrachter, dass es sich um ein Modell handeln muss.

Öffnungszeiten donnerstags , 16 bis 20 Uhr.

Projektraum Fotografie
Huckarder Straße 8-12
44147 Dortmund




Ein Teufelspakt geht schief

Nein, mit Goethes „Faust“ ist „Die Geschichte vom Soldaten“ nicht zu vergleichen, auch wenn in beiden der Teufel eine Rolle spielt. Das 1. Kammerkonzert präsentierte am 27. Oktober 2014 im Orchesterzentrum NRW das Stück „Die Geschichte vom Soldaten“ von Igor Strawinsky mit sieben Solisten der Dortmunder Philharmoniker sowie dem Schauspieler Andreas Beck als Sprecher.

Igor Strawinsky vertonte das Märchen 1917 und es ist nicht klar, ob er auf die Oktoberrevorlution und die generelle politische Lage Bezug nahm. Denn in dem Märchen verkauft ein Soldat seine Geige, als Symbol für seine Seele, um gesellschaftlich aufzusteigen. Er erhält ein Zauberbuch und wird dadurch zum reichen Mann. Er kann aber keine Gefühle entwickeln. Daher überlistet er zunächst den Teufel und bekommt seine Geige wieder, darf aber sein Heimatland nicht mehr betreten. Mit ihr betört er eine Prinzessin und heiratet sie, als er aber dennoch die Grenze überschreitet, wird er vom Teufel geholt.

Jetzt könnte man viel über die Moral des Märchens diskutieren, im Mittelpunkt am 27. Oktober stand aber die Musik. Und Strawinskys Musik war sehr stark rhythmisch geprägt, an manchen Stellen wurde sogar der frühe Jazz aufgenommen und vom Komponisten bearbeitet. Diese Rhythmik wurde auch in manchen Sprecherstellen verarbeitet. Beck rundete als Sprecher den guten Gesamteindruck ab.

Ein gelungener Abend, der hoffentlich eine Wiederholung erfährt.