Ausstellung für Tiere

Die Kunstwerke der Kinder hängen hoch genug für Hunde und Katzen.
Die Kunstwerke der Kinder hängen hoch genug für Hunde und Katzen.

Was würden Tiere wohl für eine Ausstellung entwickeln, wenn sie denn könnten (oder wollten)? Bei der Musik sind die Forscher schon einen Schritt weiter und haben eigene Musik für Katzen komponiert, die gut angekommen ist und darauf basiert, dass sie unter anderem eine Oktave höher ist, als für uns Menschen. Aber was ist mit bildender Kunst?

In drei Kunstkursen mit Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 4 und 14 Jahren greift das Museum Ostwall im Rahmen seiner Wechselausstellung „Arche Noah. Über Tier und Mensch“ in der Kunst die grundlegende Idee einer Ausstellung für Tiere auf. Welche Erfahrungen unsere Kursteilnehmer bei der Wiederaufnahme der Idee der Künstler Roth und Hamilton machten und welche »Kunstwerke« sie sich für Hunde, Katzen, Vögel, Eichhörnchen, Füchse oder andere Tiere in der Stadt haben einfallen lassen, ist in der Ausstellung für Tiere auf dem
Vorplatz des Dortmunder U bis zum 19. April 2015 selbst entdecken.




Ehestreitkultur auf hohem Niveau

Das wird kein Spoilertext, versprochen. Wie es der genervte Paarberater (Richard Saringer) schafft, das Ehepaar Dorek (Harald Schwaiger und Katja Heinrich) wieder auf Kurs zu bekommen, sollten sie in einer der Vorstellungen von „Die Wunderübung“ im Theater im U erleben. Ars tremonia war bei der dritten Aufführung des Ensembles „Austropott“ am 15. März 2015 dabei.

„Die Wunderübung“ von Daniel Glattauer behandelt eines der beliebten Themen in Theater und Film: das zerstrittene Paar. Jeder im Publikum hat zunächst das Gefühl, das wird nichts mehr, doch von irgendwo kommt noch ein Kniff daher, der die Beziehung rettet. Dieses Mal ist es ein Kniff des Eheberaters, der im ersten Teil des Stückes schier verzweifelt.

„Sie haben eine außergewöhnlich lebendige Streitkultur auf hohem Niveau“, sagte der verzweifelte Paarberater fast schon ein wenig sarkastisch. Saringer spielt die Rolle mit stoischer Ruhe. Mit der Attitüde von jemanden, der schon fast alles gesehen hat, lässt er die Streitigkeiten und die fehlgeschlagenen Übungen über sich ergehen. Nur an seinem Spiel mit dem Stift sieht man, dass es mit der Zeit in ihm brodelt.

Katja Heinrich spielt die Joana Dorek. Sie verkörpert die Ehefrau, die mit ihren überschäumenden Emotionen alleingelassen wird. Ihre Sticheleien gegen den Panzer ihres Ehemannes setzt sie mit der Präzision einen Florettes. Doch der „Sieger“ dieses Ehestreites ist eindeutig Harald Schwaiger als Valentin Dorek. Erst sieht man ihm seine Langeweile deutlich an, sein Desinteresse an dieser Eheberatung ist zunächst gleich Null. Ein Running Gag des Stückes ist, dass Valentin nicht weiß, wie der Paarberater heißt. „Herr, äh, äh, äh“, mehr kommt nicht. Allein die genervten Blicke von Schwaiger, wenn Joana wieder ihre Sticheleien gegen Valentin loslässt, sind ihr Eintrittsgeld wert.

Auch wenn manches im Stück ein wenig klischeehaft wirkt, die rund 90 Minuten „Ehestreit live“ sind unterhaltsam, da sie eben „auf hohem Niveau“ dargeboten werden. Vielleicht ist „Die Wunderübung“ sogar für manche Ehepaare im Publikum ganz lehrreich, denn vieles wird man aus seiner eigenen Beziehung vielleicht wiedererkennen.

Kurzum, das Stück passt ideal zu „Austropott“, die sich auf kleine geistreiche Komödien spezialisiert haben, in denen es um zwischenmenschliche Dinge wie Freundschaft („Indien“, „Kunst“) oder Ehe („Die Wunderübung“) geht.

Weitere Termine:
Samstag, der 21.03.2015, 19.30 Uhr
Sonntag, der 22.03.2015, 18.30 Uhr

Samstag, der 25.04.2015, 19.30 Uhr
Sonntag, der 26.04.2015, 20.00 Uhr
Mittwoch, der 29.04.2015, 19.30 Uhr

Samstag, der 09.05.2015, 19.30 Uhr
Sonntag, der 10.05.2015, 18.30 Uhr
Samstag, der 30.05.2015, 19.30 Uhr
Sonntag, der 31.05.2015, 19.30 Uhr

Samstag, der 13.06.2015, 19.30 Uhr
Sonntag, der 14.06.2015, 18.30 Uhr

Eintritt 18 €, erm. 10 €

Vorverkauf:

Ohne zusätzliche Gebühren für alle Termine direkt zu erwerben im Dortmunder U, Leonie-Reygers-Terrasse, 44137 Dortmund
Di + Mi 11:00 – 18:00 Uhr | Do + Fr 11:00 – 20:00 Uhr | Sa + So 11:00 – 18:00 Uhr | Mo geschlossen

Reservierung:

Kartenreservierung telefonisch unter 0159 03158179 oder per Mail unter tickets@austropott.de .




Konkrete Kunst in zwölf Streifen

Drei Bilder von Werner Block: (v.l.n.r.) 85 -9.3, 2015; 83 - 3.3, 2015; 82 - 27.2, 2015, alle Harzölfarbe auf Papier, 32x24 cm
Drei Bilder von Werner Block: (v.l.n.r.) 85 -9.3, 2015; 83 – 3.3, 2015; 82 – 27.2, 2015, alle Harzölfarbe auf Papier, 32×24 cm

Die städtische Galerie „Torhaus Rombergpark“ zeigt mit der Ausstellung „12 Striche“ Werke von Werner Block. Seine Arbeiten sind überwiegend streng geometrisch aufgebaut und leben vom Kontrast zwischen Licht und Farbe. Die Ausstellung ist bis zum 05. April 2015 zu sehen.

Blocks Bilder wirken auf den ersten Blick irritierend, bestehen sie hauptsächlich aus 12 waagerechten Balken aus verschiedenen Materialien wie Holzölfarbe, Aquarellfarbe oder Graphit. Doch das besondere ist die Komposition. Helle und dunkle Balken wechseln sich ab, sie unterscheiden sich je nach Lichteinfluss und führen uns so an die Grenzen der Wahrnehmung.

Die ausgestellten Werke des Künstlers sind der konkreten Kunst zuzuordnen. Hier hatte der Künstler Theo van Doesburg 1924 postuliert, dass Bilder ausschließlich aus plastischen Elementen bestehen dürfen, d.h. aus Formen und Farben. Also nichts aus der Natur oder etwas, das die Sinne anspricht. Ein Bildelement hat keine andere Bedeutung als sich selbst.

Das spannende an den Werken Blocks sind die kleinen Farbverschiebungen, die er in seinen Werken, vor allem aber in seinen seriellen Werken benutzt. Block malt gerne Diptychons oder Triptychons. Die Farbe, die beim ersten Bild noch die helle Farbe war, wird im zweiten Bild zur dunklen Farbe und so weiter. Der Betrachter kann also für sich selbst die Reihe solange weiterführen, bis keine Farbe mehr sichtbar ist.

Bei den Arbeiten mit Graphit arbeitet Block mit dem Licht. Hier liegt der Unterschied zwischen den Streifen einzig und allein in der Schraffur. So wirken die Balken je nach Lichteinfall anders.

In einer weiteren Serie hat Block den zweiten Streifen, der ursprünglich in einer der Grundfarben Rot, Grün oder Gelb gemalt wurde mit der Farbe des ersten Streifens, Preußisch Blau, übermalt. Hier kommt der Kontrast nur dadurch zustande, weil die Grundfarbe ganz leicht durchschimmert.

Etwas Besonders in der Ausstellung sind die drei mit Wasser gefüllten Glasobjekte. Sie haben eine organische Form und sind, im Gegensatz zu den Bildern, völlig farblos. Dafür spiegeln sie, – je nach Licht – ihre Umgebung wider.

Öffnungszeiten:

Dienstag-Samstag, 14:00-18:00 Uhr
Sonntag, 10:00-18:00 Uhr




Wer spielt hier wen?

Verstecken hinter Identitäten? Esther Wegelin und Kathrin Remus von den Theaterpartisanen. (Foto: ©Birgit Hupfeld)
Verstecken hinter Identitäten? Esther Wegelin und Kathrin Remus von den Theaterpartisanen. (Foto: ©Birgit Hupfeld)

Wer bin ich und welche Rolle spiele ich? Spiele ich vielleicht sogar mehrere Rollen, was passiert, wenn ich mein Gesicht wechsle? Die Theaterpartisanen erarbeiteten mit Hilfe von Theaterpädagogin Sarah Jasinszczak und Dramaturg Thorsten Bihegue ein Stück namens „Identity“, das am 13. März 2015 im Studio des Schauspielhauses Premiere hatte.

Die insgesamt acht Theaterpartisanen beschäftigten sich in ihrem Stück mit der Frage, was ist eigentlich Identität. Spielt man sich selbst oder spielt man eine Rolle oder vielleicht sogar mehrere? Ist man ständig auf der Suche nach sich selbst und was passiert, wenn man „sich“ gefunden hat?

Nach einer kleinen Vorstellung und „Publikumsbeschimpfung“ – es ging schließlich auch darüber, wie man nicht sein möchte – begann das Stück. Es spielte auf einem Flughafen, die Bühne war in ein kleines Flugterminal umgewandelt worden. Die Theaterpartisanen schlüpften nun in bestimmte Rollen. Das Spektrum reichte von der Englischlehrerin über die Computerexpertin, das Model bis hin zur Studienabbrecherin.

Eine zentrale Rolle in dem Stück spielt der Clown (Jeremias Timoner), der eine Art metaphysische Figur spielte. Neben seinen absurden Seligsprechungen, konfrontierte er die Figuren mit ihrem „Tod“ und fragte sie in Form eines Moderators, ob sie denn im Leben zufrieden oder glücklich gewesen seien. Die Antworten waren unbestimmt, als ob die dargestellten Charaktere nicht so recht wüssten, ob sie denn ihre Ziele erreicht haben.

Die Quintessenz des Stückes ist vielleicht, dass Identität ein Prozess ist, der ständig in Bewegung ist. Oder wie es der Clown im Stück sagte: „Wir sind nichts, wir werden ständig ein Leben lang.“

Zu erleben ist das kleine Stück (Dauer etwa eine Stunde) mit viel Musik noch am 17. und 29. April 2015.

Neben Jeremias Timoner spielten mit: Finnja Loddenkemper, Maximilian Kurth, Mia Reiß, Helena Demantowski, Kathrin Remus, Esther Wegelin und Lara Mohl.




Simrock’n‘ roll in der Spielbar

Thorsten Bihegue (links) und Maximilian Steffan gestalteten im Instutut eine gemütliche Leseatmosphäre.
Thorsten Bihegue (links) und Maximilian Steffan gestalteten im Instutut eine gemütliche Leseatmosphäre.

Es war zwar nicht der Siebenschläfertag, denn der ist am 27. Juni, aber auch Freitag, der 13. März ist mystisch aufgeladen. Thorsten Bihegue und Maximilian Steffan lasen an diesem Tag im Institut des Schauspielhauses unter dem Motto „Irgendwann ist immer“ aus einem bunten literarischen Sammelsurium.

Und immer wieder grüßte das Murmeltier, nein der Siebenschläfer oder besser: die Siebenschläfer. Karl Simrocks Märchen aus dem Jahre 1864 war der Basistext, zu dem immer wieder zurückgekehrt wurde. Man lernte dazu: Neben den Siebenschläfern in der christlichen Legende, gibt es Siebenschläfer auch im Tierreich. Sie sind „possierliche“ (Grzimek) Tiere, genauer gesagt gehören sie zur Familie der Bilche. Das bekamen die Zuhörer ebenfalls erklärt.

Weitere Texte stammten von Charles Bukowski, Zahlengedichte und weiteres skurriles aus der literarischen Grabbelkiste wurde geboten.

Die Highlights waren auf jeden Fall die Übersetzungen von englischen Raptexten und Erotikliteratur durch Google Translate.

Garniert wurde die Lesung durch herrlich absurde Videos und die Zuschauer lernten Thorsten Bihegue als Fotokünstler kennen. Dass er Musik macht, dürfte den Kennern bereits bekannt sein, auch hier spielte er auf der Ukulele und ein Lied von Christian Anders („Das Schiff der großen Illusionen“).




Zweite Etage im U präsentiert junge Künstler

Ein Foto mit gruseligem Charakter: Timo Klos, "The living dead", 2015
Ein Foto mit gruseligem Charakter: Timo Klos, „The living dead“, 2015

Bis zum 06. April 2015 zeigt die UZWEI, die Etage für kulturelle Bildung, Arbeiten von elf Künstlerinnen und Künstlern, die Absolventen der TU oder FH Dortmund sind. Die „Emerging Artists“, so der Titel der Ausstellung, bekommen aber nicht nur die Chance gezeigt zu werden, sondern es gibt Weiterbildungsworkshops, einen Portfoliotag und Kinder- und Jugendworkshops.

Die elf Künstlerinnen und Künstler zeigen sehr unterschiedliche Dinge. Angefangen von skurril wirkenden Maschinen, über Malerei bis hin zu Fotografie. Zu zeigt Nemo Nonnenmacher Fotos von schlafenden Chinesen. Nonnenmacher war 2014 für ein Semester an der staatlichen Kunstakademie Xi’an. Seine Bilder setzen dem Klischee des Gleichförmigen im chinesischen Leben eine Individualität entgegen. Auch im hochtechnologischen modernen China ist Platz für eine Ruhepause.

Steffen Jopp zeigt Drucke. Er versucht die Materialgrenzen auszureizen, um spannende visuelle Effekte zu erzielen.

Ein Bild von Timo Klos wird den Besuchern sicherlich einen gruseligen Schauer über den Rücken jagen. Das Bild „The living dead“ zeigt eine Schulklasse von Grundschülern aus dem Jahre 1895, die aber alle die Augen geschlossen haben, als ob sie tot seien. Die Nachbearbeitung von Klos ist perfekt und so kommt einem das berühmte Filmzitat aus „The sixth sense“ in den Sinn: „Ich sehe tote Menschen.“

Mit dabei sind: Ida Andrae, Annette Bohn und Anneke Dunkhase, Lea Carla Diestelhorst, Jascha Fidorra, Rokas Jankus, Steffen Jopp, Eisenhart Keimeyer, Timo Klos, Nemo Nonnenmacher und Malte Schürmann.

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Dienstags und Mittwochs: 11.00 – 18.00 Uhr
Donnerstags und Freitags: 11.00 – 20.00 Uhr
Samstags, Sonntags und an Feiertagen: 11.00 – 18.00 Uhr

Für Kinder und jugendliche gibt es zwei Workshops:

Workshop
Was treibt Künstler an, was treibt mich selbst an? Dienstag, 17. März, 10.00 bis 13.00 Uhr, Freitag, 20. März 10.00 bis 13.00 Uhr, Dienstag, 24. März, 10.00 bis 13.00 Uhr, Donnerstag, 26. März, 10.00 bis 13.00 Uhr, UZWEI_Kulturelle Bildung im Dortmunder U

Alter: 1. Klasse bis 12 Jahre

Planspiel
Wir organisieren eine eigene Ausstellung, Donnerstag, 19. März 10.00 bis 14.00 Uhr, Freitag, 27. März 10.00 bis 14.00 Uhr, UZWEI_Kulturelle Bildung im Dortmunder U

Alter: ab 12 Jahren

Bei den Planspielen wird eine fiktive Projektumsetzung anhand einer Ausstellung durchgeplant und organisiert, sodass die TeilnehmerInnen eine realitätsnahe Vorstellung der Arbeit aller an einer Ausstellung Beteiligten bekommen.

Die Workshops finden in der U_ZWEI Kulturelle Bildung Ebene 2 statt. Weitere Informationen unter www.aufderuzwei.de. Anmeldung per E-Mail an U2@dortmund.de oder telefonisch unter 0231 50 23843.

[fruitful_dbox] Das schreiben die anderen:

Ruhr Nachrichten[/fruitful_dbox]




Monumentalwerk im Konzerthaus

Nach „Nosferatu“ in der vergangenen Spielzeit hieß am 11. März 2015 im Konzerthaus „Film ab“ für das zweite Stummfilmkonzert mit Gabriel Feltz und seinen Dortmunder Philharmonikern. Und wieder wurde ein Film gezeigt, der technische Maßstäbe setzte: „Metropolis“ von Fritz Lang aus dem Jahre 1927.

Bei seiner Premiere 1927 ist „Metropolis“ gnadenlos gefloppt. Nur 15.000 Zuschauer soll er damals gehabt haben. Die Kritik war vernichtend und meiner Meinung nach inhaltlich auch gerechtfertigt. Das schwache Drehbuch von Thea von Harbou präsentiert eindimensionale Charaktere, die entweder gut oder böse sind. Kombiniert mit einem für heutige Verhältnisse schwülstigen Pathos. Vielleicht versuchte von Harbou die herrschenden politischen Strömungen in der Weimarer Republik unter einen Hut zu bringen, was aber nicht funktionierte.

Dafür lädt die Ästhetik des Filmes immer noch zum Staunen ein. Die futuristische Großstadt, mit ihren riesigen Verkehrsströmen und vor allem die Roboter-Maria sind futuristische Ikonen geworden. Das Labor von Rottwang, dem Erfinder, ist wahrscheinlich Vorbild von Legionen von Laboren „verrückter Wissenschaftler“ geworden.

Was passt zu einem Technik-feindlichen und christlich-mystisch überhöhtem Film besser als eine spätromantische Musik? Der Sänger, Schauspieler und Dirigent Gottfried Huppertz komponierte die Filmmusik für „Metropolis“. Schon für den Film „Nibelungen“ aus dem Jahre 1924 arbeitete er mit Fritz Lang zusammen.

Huppertz Musik passt wunderbar zum Film. Dunkel und düster in der Unterstadt der Arbeiter, hell und froh in der Oberstadt der Bourgeoisie. Bedrohlich als die Unterstadt überflutet wird, romantisch in den Szenen zwischen Maria und Freder. Natürlich durfte die „Marseillaise“ nicht fehlen, als die Arbeiter, angestachelt vom Maschinen-Menschen, ihr Schicksal in die eigenen Hände nahmen und die verhassten Maschinen zerstörten und ihre Stadt zum Untergang verurteilten.

Trotzdem, ob einem der Film gefällt oder nicht: Es ist immer wieder ein Erlebnis einen Stummfilm mit Live-Musik zu schauen. Das war bei „Nosferatu“ so und das galt auch für „Metropolis“. Ein großes Lob an Gabriel Feltz und die Dortmunder Philharmoniker für zwei Stunden intensives Klangerlebnis.




Acht Filme bewerben sich um den RWE Filmpreis

"Frailer" dreht sich um die Freundschaft von vier Frauen, von denen eine unheilbar an Krebs erkrankt ist. (Foto: IFFF)
„Frailer“ dreht sich um die Freundschaft von vier Frauen, von denen eine unheilbar an Krebs erkrankt ist. (Foto: IFFF)

Zum 6. Mal wird beim Internationalen Frauenfilmfestival in Dortmund der RWE Filmpreis für eine Spielfilmregisseurin vergeben. Der Preis ist mit 15.000 € dotiert. Vom 15. bis zum 19. April werden die acht Filme im Kino „Schauburg“ zu sehen sein. Die Filme zeigen sehr unterschiedliche Filmgenres. Vier Filme haben Deutschlandpremiere.

Den Beginn macht der Film „Eden“ am 15. April 2015 um 20 Uhr. Der Beitrag von Mia Hansen-Løve führt den Zuschauer zurück in das Paris der 90er Jahre: Sex, Drogen und Beats sind der Lebensinhalt von DJ Paul. „Eden“ ist hochkarätig besetzt mit Greta Gerwig und Bradly Corby.

Mit „Futatsume no mado“ von Naomi Kawase geht es am 16. April um 18 Uhr weiter. Das poetische Opus um das Heranwachsen und das Erwachen der Sinnlichkeit bekam großes Lob in Cannes.

Der zweite Film am 16. April startet um 21 Uhr und präsentiert „Ella“ von Libia Stella Gomez. In diesem Film aus Kolumbien, versucht der Witwer Alcides seiner kürzlich verstorbenen Frau ein würdiges Begräbnis zu verschaffen, auch wenn er mittellos ist.

Eine skurrile Liebesgeschichte zeigt „Red Rose“, der iranischen Regisseurin Sepideh Farsi. Hier verliebt sich ein politisch resignierter Mitfünfziger in eine junge Aktivistin. Ein Kammerspiel über politische Haltungen, Geschlechter- und Generationenkonflikte. Farsi lebt seit ihrem Studium in Paris. Der Film wird am 17.04. um 18 Uhr gezeigt.

Die Preisträgerin des RWE Filmpreises 2013, Małgorzata Szumoska, präsentiert ihren Film „Body“. Der Film ist eine schwarze Komödie über Janusz, einem Untersuchungsrichter, dessen Tochter Olga an Magersucht leidet, zumal sie um ihre verstorbene Mutter trauert. Aber auch die Psychologin Anna, zu der er Olga schickt, ist auch über einen Verlust nicht hinweggekommen. Zu sehen am 17.04. um 21 Uhr.

Pelo Malo“ führt uns in die Stadthölle von Caracas. Die Regisseurin Mariana Rondón erzählt die Geschichte des 9-jährigen Juniors, der gerne glatte Haare haben möchte. Dieser Wunsch wiederum bringt seine Mutter Marta auf die Palme. Dieser Film läuft am 18.04. um 18 Uhr.

Eine schrille, bunter Balkankomödie erwartet die Besucher am 18.04. um 21 Uhr. Jasmila Žbanić präsentiert mit „Love Island“ eine klassische Screwball Komödie über eine junge Familie im emotionalen Gefühlschaos.

Der letzte Film des Wettbewerbes wird am Sonntag um 16 Uhr gezeigt. „Frailer“ heißt das Werk von Mijke de Jong und ist eine dokumentarische Fiktion über Freundschaft und Tod. Muis erfährt, dass sie Lungenkrebs im Endstadium hat und versammelt ihre Freundinnen um sich. Der reale Hintergrund: Die tödlich erkrankte Schauspielerin Leonoor Pauw verkörperte bis zu ihrem Tod die Muis.

Vor zwei Jahren liefen die Filme des Regie-Wettbewerbes noch im Kino im U, jetzt sind sie wieder in der Schauburg zu sehen. „Das hat technische Gründe“, so Silke Räbiger. „Das Kino im U ist das einzige, dass alte Filme zeigen kann.“ Denn beim Internationalen Frauenfilmfestival gibt es das Sonderprogramm „Ruhr Lokal“. Hier laufen vom 15. bis 17. April Filme von Elisabeth Wilms und weitere Filme aus den 50er Jahren sowie aus Firmenarchiven.




Auf einer Insel ohne Strom gestrandet

Was könnte ein größerer Alptraum für junge Erwachsene sein, als dort zu stranden, wo es kein Strom oder gar Handyempfang gibt? Alle sind quasi analog. Im Stück „Der Sturm“ der Theaterwerkstatt Westfalenkolleg geht es um dieses Thema. Auch wenn es keine Shakespeare Adaption ist, sein Stück lieferte den Akteuren Anregungen und Textfragmente. Die Premiere ist am 18.03. 2015 um 20 Uhr im Theater im Depot.

„Was macht man eigentlich ohne Empfang“, diese Frage stellt Regisseurin Mechtild Janssen in den Mittelpunkt des Stückes. „Es gibt keinen Strom, nicht zu essen. Fühlt man sich wohl, endlich offline zu sein oder führt dies zu Auseinandersetzungen?“

In dem Stück treffen acht Gestrandete auf einer Insel auf die Charaktere Prospera und Ariel. Prospera ist die böse Herrscherin der Insel, die die anderen Personen mit Hilfe ihres Luftgeistes Ariel auf die Insel gelockt hat. Im Laufe des Stückes wechselt Ariel die Seite und unterstützt die Gestrandeten.

Was die Arbeit für die Leitung der Theaterwerkstatt, Mechtild Janssen und Klaus Pfeiffer, schwierig macht, dass sie zu Beginn nicht wissen, wer überhaupt mitmacht. „Die Findungsphase dauert etwa zwei bis drei Monate“, erklärte Janssen. Dann werden erst die Stücke entwickelt. Eigentlich sollte kaum etwas von Shakespeare in die Texte einfließen, doch „es hat sich ergeben, dass im Laufe der Zeit immer mehr von ihm integriert wurde“, so Klaus Pfeiffer, der mit Mechtild Janssen die Gesamtleitung innehat. „Die Sprache ist ein Kaleidoskop aus Alltagssprache, Improvisation und Shakespeare“, ergänzte Janssen.

Bei der Produktion ist auch die Choreografin Birgit Götz dabei. Tanzen ist ein wichtiges Element in „Der Sturm“. Denn der Sturm fährt in die Glieder der gestrandeten und thematisiert das zerstörerische, aber auch bereinigende Element des Sturms. Alle Darsteller tanzen, das bezieht die Schauspielerin im Rollstuhl mit ein.

Ähnlich wie im Originaltext von Shakespeare gibt es auch in „Der Sturm“ Zauber und Magie. Prospera kann andere Personen in Träume versetzen und deren Träume dann beeinflussen. Daneben gibt es magische Wesen auf der Insel.

Das Besondere bei der Theaterwerkstatt Westfalenkolleg ist, dass neben aktuellen studierenden auch ehemalige bei der Produktion involviert sind. Die Theaterwerkstatt gewann jüngst den Förderpreis des Petra-Meurer-Theaterpreis 2015 mit ihrer Produktion „Peng!“.

„Der Sturm“ dauert etwa 60 Minuten und die Eintrittspreise sind 10 € und 5 € (ermäßigt). Neben der Premiere am 18.03. gibt es weitere Termine am 20.03. (20 Uhr), 23.04. (12 Uhr) und 30.04. (12 Uhr).




Schneewittchen-Stoff als Mutter-Tochter Konflikt

Noch sind sie ein Herz und eine Seele. Sneewitte (Hasti Molavian) und ihre Stiefmutter und Königin (Engjellushe Duka). Foto: ©Birgit Hupfeld)
Noch sind sie ein Herz und eine Seele. Sneewitte (Hasti Molavian) und ihre Stiefmutter und Königin (Engjellushe Duka). Foto: ©Birgit Hupfeld)

In der Version der niederländischen Librettistin Sophie Kassies hat Schneewittchen die Verkleinerungsform „-chen“ abgelegt. So heißt sie in der niederländischen Form jetzt „Sneewitte“. In dem Stück geht es um den ständig wachsenden Konflikt zwischen (Stief-)Mutter und pubertierender Tochter. Die Premiere des Kindermusiktheaterstückes ist am Donnerstag, den 19.03.2015 in der Jungen Oper.

„In unserer modernen Version, ist Sneewitte ein freches, selbstbewusstes Mädchen“, erklärte die Regisseurin Antje Siebers. „Je älter Sneewitte wird, desto stärker wird das Konkurrenzverhalten.“ Denn Sneewitte zieht mehr und mehr Aufmerksamkeit auf sich, bis sogar der berühmte sprechende Spiegel Sneewitte zur schönsten Frau deklariert. Das kann die Stiefmutter nicht auf sich sitzen lassen.

Anders als im Märchen ist die Stiefmutter nicht von Beginn an die Böse. Im Gegenteil. „Aber es wird ihr von der Stieftochter im Laufe des Stückes arg zugesetzt“, so Siebers. Aber auch die Stiefmutter kann austeilen, so wirft sie Sneewitte vor, dass sie große Füße habe.

Die weitere Handlung orientiert sich am Märchen. So begegnet Sneewitte den Zwergen, die in dem Stück einen Slapstick-Charakter haben.

Wie es sich zu einem Musiktheaterstück gehört, gibt es auch Musik. Die stammt von Jens Joneleit und wurde für „Sneewitte“ komponiert. Joneleit mischt neue Musik und Jazz. Seine Kompositionen passen nicht in gängige Hörmuster, laden aber zur akustischen Entdeckungsreise ein.

Die Musik wird von einer kleinen Band gespielt, die nicht in einem Orchestergraben verschwindet, sondern auf der Bühne zu sehen ist. Die musikalische Leitung hat in bewährter Weise Michael Hönes.

Sneewitte und ihre Stiefmutter werde von zwei Sängerinnen dargestellt und gesungen, zwei weitere Schauspieler (Stefan Happel und Kai Bettermann) komplettieren die Besetzung. Sneewitte wird von Hasti Molavian gesungen, die Stiefmutter von Engjellushe Duka. „Wenn gesungen wird, dann wird es auch verständlich sein“, betonte Siebers.

Das Stück hat eine Länge von etwa eine Stunde und 15 Minuten.

Die Premiere ist bereits ausverkauft. Weitere Termine: So, 22. März 2015, Mi, 25. März 2015, Di, 14. April 2015, Do, 16. April 2015, So, 19. April 2015, Di, 21. April 2015, Mi, 22. April 2015, Do, 23. April 2015, So, 26. April 2015, So, 10. Mai 2015, Di, 12. Mai 2015, Do, 21. Mai 2015 und Mi, 27. Mai 2015