Am Freitag, dem 22. Mai 2015 stand Robert Leaver noch als Musiker auf der Bühne im Rahmen der Musikreihe „small beast“ (wir berichteten), einen Tag später, am Samstag, war er als Performancekünstler in Dortmund unterwegs. Genauer gesagt in der Galerie 143 an der Rheinischen Straße bzw. im Union Gewerbehof.
Nachdem Robert Leaver seine Performance „I crawl home“ beendet hatte, bei dem er auf Händen und Knien durch Manhattan gekrochen ist, hat er ein neues Projekt: Hole Earth. Hier buddelt er ein Loch und legt sich für einige Minuten hinein. So auch am Samstag im Union Gewerbehof.
Die Arbeit war nicht leicht für Leaver, er musste richtig ackern, um in den harten Boden ein Loch zu graben. Bis auf ein paar rote Backsteine wurde nichts von Bedeutung gefunden. Leaver machte seine Arbeit ernsthaft, die Aktion war nicht in irgendeiner Art ironisch gemeint. Für die etwa 20 bis 30 Zuschauer der Performance hatte es etwas Meditatives.
Zufall oder nicht? Als Leaver gegen 17 Uhr in das Loch stieg, läuteten von der benachbarten Kirche die Glocken. Dort lag er dann fünf bis zehn Minuten in einer embryonalen Haltung und kroch danach wieder langsam heraus. Danach wurde das Loch wieder zugeschüttet.
Es hatte etwas von Geburt und Beerdigung. Es gab Kulturen, die ihre Toten in embryonaler Haltung bestatteten. Eine Art Rückkehr in den Mutterleib.
Die Performance hatte etwas von der Kunst des Fluxus, die ihren Höhepunkt in den 60er Jahren hatte.
Die Konzertreihe „Small Beast“ hat sich in den Jahren ihres Bestehens zu einer Institution in Dortmund gemausert. Der musikalische Leiter des Schauspielhauses, Paul Wallfisch, hat das Institut oder das Studio des Schauspielhauses zu einem Treffpunkt musikalischer Entdeckungen geformt, die man sonst nur aus Städten wie Hamburg oder Berlin kannte. Ein Hauch von New York wehte durch Dortmund, wenn Wallfisch sein Adressbuch öffnete und seine weitverzweigten Beziehungen spielen ließ. Ab der kommenden Spielzeit verlässt Paul Wallfisch Dortmund und kehrt nach New York zurück. Zwar gibt es noch das zweitägige „Big Beast“ am 25. und 26. Juni, aber ob und wann Wallfisch Dortmund einen Besuch abstattet, steht noch in den Sternen.
Zu dem vorerst letzten regulären Small Beast am 22. Mai 2015 hatte der Gastgeber seinen New Yorker Bekannten Robert Leaver und den schwedischen Musiker und Schauspieler Stephen Rappaport eingeladen.
Leaver war den meisten Zuhörern durch Pauls Erzählungen bekannt, denn Leaver war derjenige, der eine Zeit lang auf Händen und Knien durch Manhattan gekrochen ist. Der Performancekünstler und Musiker war unter dem Künstlernamen „Birdthrower“ unterwegs und sang zur Akustikgitarre lakonisch-witzige Lieder über Nordkorea, Jesus oder seine Liebe zu einer Polizistin. Daneben machte er seinem Bühnennamen alle Ehre und warf ein paar von seinen mitgebrachten kleinen Plastik-Vögel, die er vorher in Whisky getaucht hatte, ins Publikum. Leaver trat einen Tag später erneut in Dortmund in Erscheinung. Diesmal aber als Performancekünstler (hier der Bericht).
Rockig und skurril: So könnte man den Auftritt der Stephen Rappaport Band aus Schweden beschrieben. Rappaport, der ein wenig aussah wie eine Mischung zwischen Nosferatu und Michael Stipe von R.EM., sang und spielte (manchmal mit Akkordeon) seine humorvollen Lieder (eines ging beispielsweise über Muffins) als eine Art schwedischer Tom Waits.
Wiener Klassik bot bekannte Melodien
Die dritte (und letzte) Ausgabe der Reihe Wiener Klassik in dieser Spielzeit am 18.05.2015 lockte wieder eine große Zahl Besucher in das Konzerthaus. Die Dortmunder Philharmoniker spielten die Oevertüre zur Oper „Guillaume Tell“ von Rossini, das Klavierkonzert Nr. 20 von Mozart und Beethovens fünfte Sinfonie. Am Dirigentenpult stand Generalmusikdirektor Gabriel Feltz.
Ein Italiener komponiert eine französischsprachige Oper über einen Schweizer Nationalhelden: Willkommen bei „Guillaume Tell“. Rossinis Ouvertüre zu seiner Oper ist in vier Teile aufgespalten, die sich an der Handlung orientieren. Spürt man zu beginn die Stille und Erhabenheit der Bergwelt, endet die Ouvertüre mit dem bekannten „Freiheitsmarsch“ oder besser „Freiheitsgalopp“, denn dieser Abschnitt erklang in Filmen gerne in Reiterszenen.
Danach spielte Pianistin Anny Hwang das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 20 von Mozart. Für manche wohl Mozarts schönstes Klavierkonzert, im ersten Satz geheimnisvoll und düster, ist der zweite Satz dagegen ein „typischer Mozart“ voller Galanterie. Im dritten Satz kehrt der Komponist wieder zu seiner Tiefgründigkeit zurück. Hwang präsentierte einen anderen Mozart, düsterer, weniger galant, mehr schicksalsbewusst. Zusammen mit den Dortmunder Philharmonikern bot sie virtuos dem Publikum eine andere Seite Mozarts.
Nach der Pause erklang Beethovens Fünfte. Ta-ta-ta-taa. Oder für Musikkenner: Eine große Terz von G nach Es. Dieser Beginn der „Schicksalssinfonie“ ist weltberühmt und auch Menschen, die nichts mit Klassik zu tun haben, kennen ihn. Gabriel Feltz und seine Dortmunder Philharmoniker präsentieren an diesem Abend die Sinfonie in seiner ganzen Kraft und Wucht.
Dans macabre in der Artothek
Jan van Nahuijs behandelt in seinen Arbeiten in der Artothek oft einen Totentanz.
In seinen Holzschnitten und bildhauerischen Arbeiten beschäftigt sich der Schwerter Künstler Jan van Nahuijs mit den Themen „Tanz – Liebe – Tod“. Die Artothek der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund zeigt seine Werke vom 22. Mai bis zum 03. Juli.
Die Kombination von Tanz und Tod ist in der bildenden Kunst ein beliebtes Thema. Der sogenannte „Dans macabre“ wurde seit dem 14. Jahrhundert immer wieder von Künstlern aufgegriffen. „Ich sehe den Tod nicht als Bedrohung“, erklärt van Nahuijs zu Beginn des Gespräches. „Ich habe ein sehr positives Verhältnis zum Tod. Er ist die einzige Gerechtigkeit.“ So wirken seine Arbeiten keinesfalls düster und depressiv, sondern der Totentanz kommt dem Betrachter in bunten Farben entgegen. Fast könnte man die Drucke für eine bunte Variante von Piratenflaggen halten. Der Tod gehört halt dazu. Er ist ein wesentlicher Bestandteil des Lebens.
Zwei Holzschnitte in Blau scheinen auf den ersten Blick nicht mit der Thematik zu tun haben. Inspiriert hat sich van Nahuijs dabei von einem Gedicht der Schwerter Lyrikerin Annette Hövelmann über den Selbstmord einer argentinischen Lyrikerin, die zur „blauen Stunde“ ins Wasser ging.
Auch in seinen vier ausgestellten Skulpturen/Plastiken bleibt er seiner Thematik treu. Dabei lässt van Nahuijs in seinen Arbeiten dem Betrachter noch genügend Raum, um eigene Gedanken zu entwickeln.
Van Nahuijs sieht sich als einen Künstler, der thematisch und politisch arbeitet. „Schöne Kunst mache ich eigentlich nie“, sagt er. Daher ist es kaum verwunderlich dass van Nahuijs den österreichischen Bildhauer Alfred Hrdlicka als Vorbild nimmt, der ebenfalls ein sehr politischer Künstler war.
Van Nahuijs, der im niederländischen Winterswijk geboren wurde, ist Autodidakt. Neben der bildenden Kunst ist er vom Ballett fasziniert. Kein Wunder, dass der Tanz in seinen Arbeiten daher eine große Rolle spielt.
Öffnungszeiten der Artothek: Dienstag und Freitag von 10 bis 19 Uhr.
Jugend macht Theater
Es macht „BÄM!“ beim diesjährigen Treffen der Theaterjugendclubs, dem „Festival Unruhr“
Seit 2002 treffen sich die Jugendclubs aus den Theatern Bochum, Castrop-Rauxel, Dortmund, Duisburg, Essen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen. In diesem Jahr ist Dortmund der Gastgeber und hat mit dem Theater Kohlenpott in Herne zum ersten Mal auch ein freies Theater eingeladen. Das Festival Unruhr 2015 findet vom 03. bis zum 06. Juni am Schauspiel und im KJT statt.
Mittlerweile ist es das 14. Treffen der Ruhrgebietsjugendclubs. Neben der Möglichkeit, sich auf der Bühne zu präsentieren, steht das gegenseitige Kennenlernen im Mittelpunkt. Der Mix, der beim Festival präsentiert wird, reicht von Stückentwicklungen bis hin zu fertigen Stücken.
Doch nicht nur anschauen ist angesagt, sondern auch selber machen. Daher findet am 04. Juni ein „Performing Workshop“ statt. Leandro Kees, Daniel Matheus, Julia Mota Carvalho und Martin Rascher werden die 120 Jugendlichen und jungen Erwachsenen (die meisten sind zwischen 16 und 25 Jahre alt) in sechs Gruppen aufteilen und am selben Tag noch eine Mikro-Inszenierung gestalten.
Am Freitag können die Teilnehmer des Festivals auf dem Theatervorplatz weiße T-Shirts (selber mitbringen) mit fluoreszierenden Farben bemalen und besprühen. Die Shirts können dann auf der Abschlussparty am Samstag um 21:30 Uhr getragen werden.
Die Veranstaltungen im kleinen KJT sind bereits ausverkauft, für die Stücke im Schauspielhaus im Donnerstag („Zwischen uns“ vom WLT Castrop-Rauxel) und Samstag („Der kaukasische Kreidekreis“ vom Theater Duisburg) gibt es noch Karten, die 5 € kosten.
Das detaillierte Festivalprogramm und weitere Infos gibt es unter www.festival-unruhr.de.
Mit „Mit mir im Reimen“ präsentiert der Verlag Antje Kunstmann die gesammelten Gedichte von Fritz Eckenga. Eckenga, mit Fug und Recht eine Dortmunder Institution, zeigt hier seine Bandbreite von meist humorigen Gedichten, die ihn in eine Reihe von Autoren wie Christian Morgenstern stellen.
Eckengas Wirken in Dortmund und darüber hinaus begann mit dem Rocktheater N8schicht. Einem breiteren Publikum bekannt wurde der Autor und Kabarettist vor allem durch seine Figuren wie dem „Bademeister“ oder dem Fußball-Manager, ansonsten tourt er mit seinem Programm über die Bühnen.
Das Buch „Mit mir im Reimen“ verbindet neue bzw unveröffentlichte Gedichte, mit jenen, die schon vorher in Anthologien bei Antje Kunstmann oder in der Edition Tiamat erschienen sind.
Eckengas Themenspektrum ist breit, hat aber zwei Schwerpunkte: Essen und Trinken sowie Sport (oder besser Fußball). Kein Wunder, ist Eckenga bekennder BVB-Fan und hat für die kulinarische Zeitschrift „Häuptling eigener Herd“ geschrieben. So dreht sich beim Kapitel „Mit mir an Tisch und Tresen“ nicht alles um die im Ruhrpott so geliebte Currywurst, sondern Eckenga bedichtet die Weihnachtsgans ebenso wie die Kartoffel („Schöne der Nacht“) oder abwesende Ober.
Dass manche Gedichte schon etwas älteren Ursprungs sind, sieht man am deutlichsten im Kapitel „Mit mir vor öffentlichen Erscheinungen“. Denn manche der politischen Köpfe sind im Laufe der Jahre ausgetauscht worden und die politischen Hochzeiten von Franz Müntefering, Joschka Fischer oder Rudolf Scharping („Wasserträger und Untertan, Soldat der Partei SPD“) sind vermutlich vorbei. Dennoch erinnert man sich an die Personen, entweder mit Schaudern oder angenehmeren Gefühlen, je nach politischer Ansicht.
Wer sich für den Lyriker Eckenga, dem „Dichter mit Heimat“, wie ihn die WELT genannt hat, interessiert und bisher vergeblich versucht hat, sein Gesamtwerk komplett zu bekommen, der kann bedenkenlos zugreifen. Darüber hinaus es ist auch genug unveröffentlichter Stoff in den 448-seitigen Buch enthalten.
„Ich bin wie ein Teenager. Ich habe ein eigenes System. Und fast niemand außer mir kann es verstehen“ (Locas in Love, Teenager)
Das Dortmunder Kinder- und Jugendtheater präsentierte für das Projekt „Industriegebietskinder“ gleich zwei Projekte. Nach „Ach je die Welt“ von Anne Lepper (wir berichteten) präsentierten Jugendliche der Marie Reinders Realschule das theaterpädagogische Projekt „Asche unter meinen Docs“. Die Themen waren dieselben: Was mache ich nach der Schule und werde ich geliebt? Die Premiere am 15. Mai 2015 besuchte Ars tremonia.
Da die beiden Stücke ähnliche Themen behandeln, wurde das Bühnenbild von „Ach je die Welt“ behalten. So befinden sich die fünf Jugendlichen im „Bambus“, wo früher auf Phoenix-West Stahl gekocht wurde. Hier arbeiteten früher tausende Menschen und heute? So stellten sich die Fünf erst einmal per Video kurz vor und präsentierten ihre beruflichen Träume. Ob sie tatsächlich einen gesicherten Arbeitsplatz finden? Denn schnell ist ihnen klar „Berufsorientierung ist Kacke“, ruft einer.
Was also tun in einer Welt, in der nichts mehr sicher ist? Revolte. Doch der Verstoß gegen die Regeln ist schnell vorbei. Statt dem uralten Sponti-Motto „Macht kaputt, was euch kaputt macht“, heißt es „Gewalt ist auch keine Lösung“. Statt dessen stehen die Smartphones im Mittelpunkt des Lebens. Auch wenn sie „wie Seile an meinem Körper ziehen“, scheinen sie unentbehrlich. Zumal die Geräte ja auch nützlich sind, vor allem, wenn der Freund um 1 Uhr morgens eine SMS schickt, ob man noch raus kommt.
Doch gegen Ende kommt heraus, was den Jugendlichen letztendlich wirklich wichtig ist : Freundschaft, Vertrauen und Freiheit.
„Asche unter meinen Docs“ ist ein frisches kleines Stück, das die Problematiken der Jugendlichen auf angenehme authentische Art angeht. Es ist nicht verkopft wie „Ach je die Welt“ und bietet einen einfacheren Zugang. Lustiges Beiwerk waren die Allegorien auf den Phoenix-See mit schicken Hut, der eines der typischen Häuser dort präsentierte und auch der Bambus erschien auf der Bühne. Ein kleiner Seitenhieb auf den Film „Ted“ brachte auch einige Lacher.
Ein großes Lob an die fünf Schülerinnen und Schüler: Finn Ole Jaworek, Laura Jacqueline Färber, Lea Haubner, Michelle Burmester. Philip Effenberger. Judith Bruzies spielte den See und Michael Kieser den Bambus.
Begleitet haben das Stück die beiden Theaterpädagogen Melanie Nagler und Manuel Schmitt.
Ganz anders an Kunst herangehen
Barbara Wolf (HMKV), Jasmin Vogel (Marketingf Dortmunder U) und Regina Selter (Museum Ostwall) freuen sich auf viele Besucher beim Internationalen Museumstag.
In einem Museum muss man ganz leise sein und sich höchstens flüsternd unterhalten, oder? Beim 38. Internationalen Museumstag am 17. Mai 2015 dreht sich im Dortmunder U alles um die MuseumsSounds. Die Besucher können sich an diesem Tag an einem Spiel beteiligen, um herauszufinden, wie ein Museum klingt.
Von 13 bis 16 Uhr können die Besucher des Dortmunder U durch das Gebäude laufen und Dinge einsammeln, die den Klang des Museums entsprechen. Denn es geht um die Frage, wie können Geräusche Geschichten erzählen? Vorgemacht hat es Florian Hüttner, der für seine „Reviere rund ums U“ auf der 4. Etage neben Gemälde auch Sounds gesammelt hat.
Organisiert wird das Spiel von den „Herbergsmüttern“ und unter dem Hashtag #MuseumSound werden die Ergebnisse auch auf Twitter und anderen Kanälen sichtbar.
Wer die gesamte Tour nicht mitmachen will, kann sich auf den einzelnen Etagen vergnügen: Auf der UZWEI entsteht im Rahmen der Ausstellung „buchlabor – Dialoge über Bücher“ eine Buchwerkstatt. Mit verschiedenen Farben und Materialien, von gepressten Pflanzen über Altpapier, mit Tinte und Buntstiften, können sich die Teilnehmer jeden Alters ihr ganz persönliches Notizbuch gestalten.
Der HMKV auf der dritten Etage plant eine Filmaktion. Wie ist es, mit einer Rakete auf den Mond zu reisen, mit einem Heißluftballon die Welt zu umrunden oder mit einem U-Boot abzutauchen? Zwischen 12.00 und 17.00 Uhr können die Clips in der Stop-Motion-Filmwerkstatt produziert werden.
Zum Internationalen Museumstag bietet das Museum Ostwall spezielle kostenlose Führungen und Workshops an:
– 11.30 Uhr – 15.30 Uhr: Workshop für Familien
Interaktives Bildarchiv – ein Museum der Zukunft
– 11.30 Uhr + 12.30 Uhr: Führung für Familien
Der Biene hinterher
– 15 Uhr + 16 Uhr: Kurzführungen zur Sammlung
Doch nicht nur im Dortmunder U finden spezielle Veranstaltungen zum Museumstag statt:
Im Kindermuseum Adlerturm steht an diesem Tag einmal mehr das Mittelalter und die Dortmunder Stadtgeschichte im Mittelpunkt.
„Was trug die reiche/ arme Frau? Was trug ein Ritter oder Edelmann? Welche Unterschiede gibt es zur heutigen Kleidung und warum?“ Das sind nur einige Fragen, die Kinder anhand bekannter Persönlichkeiten der Dortmunder Stadtgeschichte in der Zeit von 13 bis 15 Uhr vorstellen.
Von 15 bis 16 Uhr wird die beliebte Kinderführung angeboten. Kinder gehen gemeinsam mit Kindern ab sechs Jahren auf Tour und stellen die Schätze des Adlerturms vor und erzählen spannende Geschichten vom Leben im mittelalterlichen Dortmund und über die Ausbildung zum Ritter.
Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte bietet kostenlose Führungen an:
Von 14 bis 15.15 Uhr begleiten die Besucher Frieda Vorlaut und Franziska vom Fach auf den Spuren der „Sprichwörter“.
Wer kennt sie nicht, die Sprichwörter: „Vom Zahn, den man zulegt, und dem Faden, den man verliert, vom Fettnäpfchen, in das man tritt, von der Haube, unter die man (besser: frau) kommt?“ Redensarten und Sprichwörter haben oft eine kuriose Herkunft. Bei dieser interessanten Führung wird so manches Geheimnis gelüftet.
Mit Taschenlampen gerüstet geht es um 14 Uhr für Familien zurück in die Steinzeit. Wie haben die Menschen in dieser Zeit gelebt, welche Tiere wurden gejagt und was haben sie gegessen? Gemeinsam geht es auf Spurensuche. Zum Abschluss kann jede/r eine Mammut-Schneekugel zur Erinnerung basteln. Es wird darum gebeten, eine Taschenlampe mitzubringen
Von 15 bis 16.30 Uhr führt sie Dagmar Winkler durch die aktuelle Wechselausstellung: Going West. Der Blick des Comic Richtung Westen.
Die Führung geht der Frage nach, wie der Comic vom Wilden Westen beeinflusst wurde. Weit mehr als 100 Originalzeichnungen, viele Erstausgaben und Filme sind zu sehen, natürlich auch die Klassiker wie »Lucky Luke« von Morris, »Tim in Amerika« von Hergé oder »Leutnant Blueberry« von Jean Giraud.
Aus Stücken zusammengefügt
Ein „Loop“ ist ein Klangelement, das durch technische Mittel wiederholt wird. Normalerweise werden Loops eher in der elektronischen Musik benutzt, doch in den aufgeführten Werken des 9. Philharmonischen Konzertes konnte man solche Loops oder „bruch_stücke“ wie der Titel lautete, hören. Ars tremonia war beim Konzert am 13. Mai dabei.
Heute würde man vermutlich „Re-Mix“ zu Alfred Schnittkes „Moz-Art á la Haydn“ aus dem Jahre 1977 sagen. Unter der Leitung der Generalmusikdirektorin des Staatstheaters Hannover, Karen Kamensek, wurde das Stück zur einer Choreografie aus Musik und Licht. Die beiden Solisten Alexander Prushinsky und Shinkyung Kim sowie elf Musiker der Dortmunder Philharmoniker boten nicht nur hohe musikalische Kunst, sondern zeigten auch eine kleine Choreografie. Atmosphärisch wurde es im Konzerthaus durch kleine Lichteffekte während des Stückes.
Ob man sie jetzt „Loop oder „Motiv“ nennt, der Beginn der 4. Sinfonie von Brahms, die nach der Pause erklang, besteht aus absteigenden Terzen. Dass man aus dieser musikalischen Ideen seine Sinfonie aufbauen kann, zeigt der Komponist wahrhaft meisterlich. Beim vierten Satz seiner 4. Sinfonie „mixt“ Brahms einiges Material aus Bachs Kantate „Nach dir, Herr, verlanget mich“ (BWV 150). Doch auch Brahms wird remixt. Auf dem 1972 erschienen Album „Fragile“ der Progressive Rock Band „Yes“ erklingt beim Song „Cans and Brahms“ der dritte Satz. Durchaus als „bruch_stück“ erkennbar.
Bliebe noch Haydn übrig. Denn seine 48. Sinfonie „Maria Theresia“ machte den Anfang des 9. Philharmonischen Konzertes. Gibt es hier auch Bruchstücke? Musikalisch ist sie durchaus fordernd, doch ihre Entstehungszeit 1769 ist eine Zeit, die voller Brüche ist. „Sturm und Drang“ nennt man sie in der Literatur und die Ahnungen der kommenden Französischen Revolution werfen ihre Schatten voraus.
Musikalisch waren die Musiker der Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Karen Kamensek in allen drei Epochen der Werke auf der Höhe. Ob es Klassik (Haydn), Moderne (Schnittker) oder Romantik (Brahms). Ein gelungener Abend.
„Keine Meisterwerke mehr“, sangen Tocotronic auf ihrem Album „Schall und Wahn“. Doch das Dortmunder U weiß es besser. Es präsentiert Meisterwerke des 19. und frühen 20. Jahrhunderts aus den städtischen Sammlungen. Die Ausstellung ist in der 6. Etage bis zum 9. August zu sehen.
Die Ausstellung „Meisterwerke im Dortmunder U – Caspar David Friedrich bis Max Beckmann“ zeigt mehr als 140 Gemälde, 40 Graphiken und 15 Skulpturen aus zwei Jahrhunderten. Die Dortmunder Gemäldesammlung überrascht mit populären Namen: Caspar David Friedrich, Carl Spitzweg, Anselm Feuerbach, Hans Makart, Hans Thoma, Franz von Lenbach, Arnold Böcklin und Franz von Stuck stehen für die Malerei des 19. Jahrhunderts. Max Slevogt, Lovis Corinth, Max Liebermann, Christian Rohlfs, August Macke, Franz Marc, Erich Heckel, Otto Mueller, Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde, Alexej von Jawlensky, Oskar Kokoschka und Max Beckmann gelten als Künstler der Klassischen Moderne. Zum ersten Mal wird die Sammlung der Stadt, ergänzt durch Leihgaben aus Privatbesitz, dem Osthaus-Museum in Hagen, sowie der Nationalgalerie Berlin gezeigt.
Der Kurator der Ausstellung ist kein Unbekannter. Dr. Gerhard Langemeyer, Kunsthistoriker, Kulturdezernent und Kämmerer, war Oberbürgermeister von 1999 bis 2009. Als ehemaliger Leiter des Museums für Kunst- und Kulturgeschichte hofft er, „dass die Dortmunder stolz sind auf die im Laufe der Jahre zusammengetragene Sammlung. Ich habe das Thema, die Qualität der Sammlung der Stadt sichtbar zu machen, in den letzten Jahrzehnten immer im Auge behalten.“ Werke dieser Künstler sollten den Grundstein legen für eine Dortmunder Gemäldegalerie, für die man in den 1930er-Jahren einen Neubau plante, der jedoch wegen des Zweiten Weltkrieges nicht ausgeführt werden konnte.
In der Ausstellung wird der Bogen von der Romantik zum Expressionismus geschlagen.
Beispielhaft zeigt ein Raum einen Querschnitt durch Christian Rohlfs Werke. Von der klassischen Malerei über den Pointilissmus bis zu expressionistischen Bildern ist die Vielfalt der klasssichen Moderne erlebbar. Um diese und auch folgende Ausstellungen auf der Sonderfläche in der 6. Etage adäquat zu hängen wurde die Etage umgebaut. Der Umbau durch Gerber Architekten verleiht dem Ausstellungsraum eine größere Offenheit und erhöht die Gestaltungsmöglichkeiten bei der Hängung.
Nicht nur Bilder sind zu sehen: Etliche Skulpturen des Hörder Bildhauers Bernhard Hoetger werden gezeigt und eine Skulptur des Dortmunders Benno Elkan zeigt den Kunsthändler und Förderer avantgardistischer Kunst Alfred Flechtheim
Besonders stolz sind die Macher der Ausstellung auf die Mappenarbeiten der Brücke, dieses sind als Jahresmappen konzipierte Zusammenstellungen zum Dank für passive Mitglieder der „Brücke“. Die Ausstellung macht großen Spaß, das weiche Licht der Oberlichter lässt die Bilder strahlen. Auch in den wenigen abgedunkelten Räumen herrscht eine entspannte, nicht zu „elitäre“ Stimmung.
Öffnungszeiten:
Dienstag und Mittwoch 11 bis 18 Uhr
Donnerstag und Freitag 11 bis 20 Uhr
Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr