Neuigkeiten vom Dortmunder Schauspiel

Der MEGASTORE in Hörde war eigentlich nur für kürzere Zeit als Ausweich-Spielstätte des hiesige Schauspielhauses gedacht. Die notwendigen Renovierungsarbeiten der Werkstätten machte den Standortwechsel unausweichlich. Wegen unter anderem der bekannten Asbestproblematik kam es jedoch zu Verzögerung im Zeitplan. Nach inzwischen anderthalb Jahren unter schwierigen Bedingungen (Betonboden,wenig Toiletten, mangelnde Lagerkapazitäten u.a.) sind die Grenzen der Belastungen für das gesamte Schauspielensemble und ihre Techniker erreicht.

Das Interesse der Presse war groß, als Kulturdezernent Jörg Stüdemann am 27.01.2017 im MEGASTORE über den Stand der aktuellen Planungen informierte.Nachdem er sich bei Schauspieldirektor Kay Voges und seinem Ensemble bedankt hatte für die innovativen Produktionen unter problematischen Bedingungen, klärte er über den aktuellen Stand der Dinge auf.

Ein weiterer längerer Spielbetrieb im MEGASTORE scheidet wegen der hohen Kosten nicht unter 1,6 Millionen Euro aus. So entschied man sich gemeinsam für eine Kompromiss-Lösung. Der Standort MEGASTORE wird bis zum 18. Februar 2018 als Standort erhalten. Die letzte Premiere wird dort am 22.10.2017 zu sehen sein. Dringende kleinere Renovierungen wie vier zusätzlich WCs und Duschen je für Damen und Herren werden vorgenommen. Währenddessen werden notwendige Instandsetzungen und Umbauten am alten Schauspielhaus beschleunigt fortgesetzt. Dazu ist ein Masterplan notwendig. Schrittweise werden mit Hilfe zusätzlicher Umzugsteams und Techniker die wichtigen Instandsetzungen in Angriff genommen. Die Umzug des Schauspiels in das „neue Schauspiel“ am alten Standort geht dann nach und nach ab dem 8. August 2017 vonstatten. Ab dem 16.12.2017 kann sich das Publikum dort auf die erste Premiere eines noch nicht bekannten Stückes freuen.

Kay Voges erklärte zu dem Kompromiss: „Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Endlich habe ich eine gewisse Planungssicherheit.“ Die Aussicht auf weitere Kompromisse unter Bedingungen, die einer Großstadt unwürdig sind, wäre ja auch keine Option. Längere Zeit benötigen die größeren Ausbauplanungen mit dem Frauenhofer-Institut. Ein Architektur-Wettbewerb wird bis zum Herbst 2017 für die Gestaltung der Räumlichkeiten für die „Junge Bühne“ ausgelobt. Das KJT muss sich wohl bis mindestens zum Jahr 2020 mit einem Umzug gedulden.




Feminismus zwischen Uni und Theater

Vorsicht! Die „Bitches“ sind im Kampfmodus. (Foto: © Christine Köck)

Am Freitag, den 27.01.2017 um 20:00 Uhr hat das Stück „B.A.-Bitches des professionellen freien Theaterkollektivs KomplottLegal unter der Regie von Isabel Stahl Premiere im Dortmunder Theater im Depot.

Den Rahmen der Handlung bildet das Leben der beiden Studentinnen Fatima (Fatima Talalini) und Lio (Lioba Sombetzki) auf dem Weg zum Bachelor of Arts (B.A.). Sie präsentieren ihre erste Performance und erzählen von ihrem schwierigen streng regulierten und strukturierten B.A.-Unileben zwischen Studium und Beruf. Zur Sprache kommt natürlich auch das schöne aber harte Leben im Off-Theater. Die freien Theater müssen immer um finanzielle Unterstützung (durch Sponsoren) für ihrer Projekte kämpfen und sind gleichzeitig um ihre Unabhängigkeit bemüht.

In Form von Collagen setzen sich die beiden Frauen mit existenziellen Fragen und der Bedeutung von Feminismus in unserer heutigen Zeit auseinander. Das sind Fragen wie: Wie soll mein Leben verlaufen? Was ist Erfolg? Wie bekommt man Erfolg? Gibt es ein Recht auf persönliche Erfüllung? Was ist eine „Bitch“ im feministischen Sinn? Wie kann eine sinnvolle politische Auseinandersetzung aussehen?

„Dabei spielen die Texte aus Nadja Tolokonnikowas „Anleitung für eine Revolution“ eine wichtige Rolle“, so Stahl. Tolokonnikowa ist Teil der durch ihre spektakulären politischen Aktionen weit über Russland bekannt gewordenen feministischen Punkrock-Band „Pussy Riots“. Daraus stammt unter anderem der Satz: „Ein Wort wie „Bitch“ oder „Miststück“ handeln von Macht“. Frauen müssen immer noch in vielen Bereichen gegen Diskriminierung kämpfen.

Es geht darum , das negativ besetzte Wort „Bitch“ (Schlampe, rücksichtsloses Miststück) neu feministisch zu erobern, positiv zu besetzen und die Rechte von Frauen auf Selbstverwirklichung zu stärken, betonten die Beteiligten an der Produktion. Es wird aber kein belehrendes Stück mit erhobenen Zeigefinger.

Video wird bei dieser Produktion keine Rolle spielen. Musik und eine Kampfchoreografie wird aber von Bedeutung sein.

Die weiteren Vorstellungen von „B.A.-Bitches“ sind am 28.01., 24.02. und 09.03. jeweils um 20 Uhr im Depot Dortmund. Kartenvorbestellung unter 0231 9822336 oder ticket@theaterimdepot.de




Programmausblicke im Kulturbüro

Traditionell mit einer Pizza-Pause gab das Dortmunder Kulturbüro am 19.01.2017 einen Ausblick auf das Jahresprogramm. Dabei stand das 1. Halbjahr im Mittelpunkt. Die Leiterin des Kulturbüros Claudia Kokoschka erklärte am Anfang, dass die 18 Programmpunkte auf 27 Förderprogrammpunkte gewachsen sind. Insgesamt sind es über 500 Kultur-Events.

Zu den geförderten Kreativ-Programmen gehören auch Schulkultur-Programme. Kulturagentin Barbara Müller informierte über gemeinsame Projekte zum Beispiel mit der Anne Frank Gesamtschule oder der Gesamtschule Scharnhorst.

Die stellvertretende Leiterin des Kulturbüros Martina Bracke wies auf den „Kulturrucksack NRW“ zur Förderung der kulturellen Bildung der 10 bis 14 – jährigen Kinder- und Jugendlichen hin. Die mit insgesamt 65.000 Euro unterstützten Projekte umfassen Schreibworkshops, etliche Flüchtlingsprojekte, Tanzprojekte, Theater und Fotoprojekte.

Ostern gibt es unter dem Motto „Wünsch dir was“ mit „Kinder arbeiten im U“ ein besonderes Projekt.

Das Musikprogramm stellte Michael Batt vor. So gibt es etwa ab dem 19.02.2017 acht Termine für „Gitarrenmusik im Torhaus“. Bis zum 21.05.2017 sind herausragende Musiker mit hauptsächlich klassischen Gitarrenmusik.

Interkulturelle Zusammenarbeit steht im Mittelpunkt am 11.03.2017 mit dem Brückenklang-Symposium des Landesmusikrates NRW.

Im März werden auch musikalische Brücken zwischen den Partnerstädten Amiens-Leeds-Dortmund im Internationalen Jazzsalon domicil geschlagen.

Einige Highlights:

4. bis 9. April: Das 30. Internationale Frauenfilmfestival Dortmund-Köln unter dem Motto „In CONTROL…of the situation/Alles unter Kontrolle“

Vom 27. bis 30. April findet die Jahrestagung der Schriftstellervereinigung PEN Deutschland in Dortmund statt. Es geht um Menschenrechte und Meinungsfreiheit.

Nach dem Erfolg im letzten Jahr zeigt Dortmund am 6. und 7. Mai wieder seine Viefalt beim Stadtfest „DortBunt“. Am Platz von Leeds präsentieren sich Bands aus dem Musikförderprogramm Rock/Pop und Jazz/Worldmusic auf der „Dortmund.Macht.Lauter.-Bühne“.

Vom 15. bis 18. Juni findet das Jugend-,Sport- und Kulturfestival des Regionalverbandes Ruhrgebiet (RVR) die „Ruhr Games“ in Dortmund, Hamm und Hagen mit einem attraktiven Programm statt. Anmeldung unter www.ruhrgames.de

Die Kultur Afrikas unter besonderer Berücksichtigung der afrikanischen Wurzeln in der Musik Kubas und Brasiliens stehen beim 8. AFRO Ruhr Festival im und um das Dietrich-Keuning-Haus vom 30. Juni bis 2. Juli im Mittelpunkt. Der Afrika-Markt lädt bei freiem Eintritt zum Besuch ein. Freitag und Samstag gibt es Live-Konzerte und Partynights. Sonntag ist Familientag.

Das OpenAir-Musikfestival „Juicy Beat lockt sein Publikum wieder vom 28. bis 29. Juli in den Westfalenpark. Am Freitagmit einer „Dortmund.Macht.Lauter-Bühne“ und vielen angesagten Bands. Am Samstag dann mit „Sounds & Poetry Stage“ und eine freien Auswahl heimischer Wortakrobaten.




Hommage an Paul Abraham

Die Operette spielt viel mit Exotik. Die „Blume von Hawaii“ wird erkoren. (Foto: © Björn Hickmann, Stage Picture)

Nach dem Erfolg mit „Roxy und ihr Wunderteam“ von Paul Abraham (1892 -1960) wagte sich Regisseur Thomas Enzinger nun an eine weitere Operette des jüdischen Komponisten. „Die Blume von Hawaii“ aus dem Jahr 1931 mit dem Text von Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda. Premiere war am 21.01.2017 im Opernhaus Dortmund.

Gleich zu Beginn überrascht uns Regisseur Enzinger mit einer berührenden Szene. Abraham (Mark Wiegel) dirigiert ein unsichtbares Orchester. Das tat der Komponist im echten Leben 1946 in New York mitten auf der Straße und wurde wegen dieser Wahnvorstellung in die Psychiatrie eingeliefert. Zusammen mit seinem Arzt (Gaines Hall), der sich im weiteren Verlauf in die Figur des „Jim Boy“ verwandelt, erleben beide das Stück. Quasi als Stück in Stück durchbrechen beide Personen die Handlung kurz, weil Abraham einige Dinge erklärt.

Die Verbindung von romantischen Operettenmelodien, Jazz und exotischen Hawaii-Klänge entsprach der Sehnsucht der Menschen nach exotischer Fremde.

Indem Enzinger die Figur des Komponisten Paul Abraham in die Inszenierung integriert, wird gleichzeitig die tragische Lebensgeschichte Abrahams lebendig vor Augen geführt. Als Jude musste der Komponist Deutschland 1933 verlassen und konnte in seiner neuen Heimat in den USA musikalisch nicht mehr richtig Fuß fassen. So ist dies am Ende mit Bildern aus seinem Leben an die Bühnenwand Persönlichkeit auch eine Hommage an den Komponisten und an all die vielen jüdischen Künstler, die der Terror des Nationalsozialismus zwang, ihr Land zu verlassen oder ermordet wurden.

„Die Blume von Hawaii“ ist ein Kind ihrer Zeit und sicherlich nicht politisch korrekt. Die Figur des „Jim Boy“, eines Weißen, der sein Gesicht schwarz anmalt („Blackfacing“) wäre heute sehr problematisch. Doch Enzinger verknüpft den Alltagsrassismus gegenüber Schwarzen in den USA in dem Lied „Bin nur ein Jonny, zieh durch die Welt“ mit der Situation der Juden in Deutschland nach 1933. Abraham berichtet, wie er von allen angestarrt und ausgegrenzt wurde, „nur weil ich beschnitten bin“. Ein Satz von ihm passt sehr gut zur heutigen Situation: „Niemand weiß, wie sich ein Flüchtling fühlt, der nicht selbst fliehen musste“

Zur Operetten-Story:

Die Einheimischen Hawaiis wollen die verhasste amerikanische Fremdherrschaft abschütteln. Da trifft es sich gut, das die rechtmäßigen Herrscher Prinzessin Laya und Prinz Lilo-Taro in Honolulu auftauchen. Es entspinnt sich eine wahnwitzige rasante Handlung um politische Interessen und Liebes-Verwirrungen. Wer mit wem anbändelt, liiert ist oder verkuppelt werden soll, ist ein herrlicher effektvoller Operettenwahnsinn. Nicht immer politisch korrekt und logisch in der Handlung.

Vor einer bunten und opulenten „hawaiianischen Kulisse“ und in wunderbaren Kostümen wird dem gesamten Ensemble alles abverlangt.

Wie bei einem Musical sind neben Gesang auch Spiel-und Tanzkunst auf hohem Niveau gefordert. Emily Newton musste gleich in eine Doppelrolle spielen. Als Prinzessin Laya und in der Rolle der Jazz-Sängerin Suzanne Provence. Das gelingt der vielseitigen Künstlerin mühelos. Jens Janke als Sekretär John Buffy und Karen Müller als Bessie Worthington waren hauptsächlich für das komödiantische Element in der Operette verantwortlich. Die übrigen Figuren waren gut besetzt und sorgten mit dem ausgezeichneten Tanzensemble für gute Stimmung. Da wurde gesteppt und getanzt, das es eine Freude war. Der Chor des Theaters Dortmund unter Leitung von Manuel Pujol überzeugte auch dieses Mal wieder.

Die Dortmunder Phiharmoniker unter der Leitung des erfahrenen Kapellmeister Philipp Armbruster sorgten mit dem passenden musikalischen Arrangement für den passende Background.

Informationen zu weiteren Terminen finden sie unter : www.theaterdo.de




Wichtige Seniorenarbeit in der Stadt- und Landesbibliothek

Karola Garling mit einem Erinnerungskoffer für Männer.

Der demografische Wandel stellt unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen. Die Dortmunder Stadt- und Landesbibliothek hat die besonderen Bedürfnisse der Senioren und Seniorinnen (Generation 60+) früh erkannt. Karola Garling, Bibliotheksmitarbeiterin im Bereich „Senioren und Bibliothek“ hat sich dem Thema schon ab 2008 angenommen und im Mai diesen Jahres mit der Veranstaltungsreihe „Literaturtreff für Senioren“ begonnen. Dabei gab es viel zu beachten. „Die Ansprüche an die Vorleser waren besondere. Sie müssen langsam, laut und mit Betonung lesen,“ so Garling.

Es stellte sich außerdem die Frage: Welche Lektüre eignet sich für dieses Publikum?  Wie umgehen mit Menschen, die in verschiedenen Stadien an Demenz erkrankt sind?

Der Bedarf an einem speziellen Literaturtreff für die Senioren scheint groß zu sein und stetig zu wachsen. Kamen bei der Premiere 17 Besucherinnen, sind es inzwischen regelmäßig zwischen 40 und 50 Teilnehmer. Sie lauschen nicht nur den ehrenamtlichen Vorlesern, sondern diskutieren auch mit ihnen.

Eine andere erfolgreiche Reihe heißt „Am Samstag vorgelesen“. Junge Unternehmer und Führungskräfte lesen Seniorinnen und Senioren in einem gemütlichen Rahmen Geschichten und Texte vor. Es gibt auch Angebote für Senioren, die sich mit dem „E-Reader“ vertraut machen wollen.

„Der Erinnerungskoffer“ ist ein spezielles Angebote für an Demenz erkrankte Menschen. Den gibt es extra für Männer und Frauen. Männer haben andere Erinnerungen als Frauen. Da spielen zum Beispiel Fußball oder Autos eine größere Rolle.

Für die Senioren in den Heim, oder diejenigen, die nicht mehr aus ihrer Wohnung kommen, gibt es einen „mobilen Bibliotheksdienst“. Die Mitarbeiter wählen Bücher, Spiele und CDs aus und fahren damit zu den Kunden. Übrigens: Die Spiele sind, wie zum Beispiel „Mensch ärgere dich nicht“ mit besonders großen Feldern, Würfeln und Spielfiguren versehen. Das Angebot ist den Bedürfnissen der älteren Kunden angepasst.

„Senioren sind eine wichtige Zielgruppe, die besondere Angebote brauchen. Noch wichtiger ist dabei aber der soziale Ansatz. Die Verbindung von inhaltlichem Angebot und sozialer Kontaktmöglichkeit ist wesentlich,“ erklärte Dr. Johannes Borbach-Jaene, Direktor der Stadt- und Landesbibliothek.

Karola Garling geht nun ab Februar in den verdienten Ruhestand, oder sollte man lieber „Un-Ruhestand“ sagen? Aber keine Sorge. Die Seniorenarbeit geht kontinuierlich weiter. Ihr Nachfolger wird diese wichtige Aufgabe sicherlich mit viel Engagement fortsetzen. Denn das ist es , was die Senioren brauchen. Kontinuität und Verlässlichkeit.




Gastspiel im Megastore: „Letzte Lockerung“

Die Dadainen fragen: Was ist DADA? (Foto:©Stephan Schulz)

Die Dadainen“ sind wieder da! Nach ihrer Gründung vor einem Jahr zum 100jährigen Jubiläum der Dada-Bewegung und einer Lesereise durch das Ruhrgebiet ist die vierköpfige Gruppe zum ersten Mal im Megastore zu erleben und präsentiert am Sonntag, 26. Februar, um 18 Uhr ihr 75-minütiges Programm mit Textschnipseln, Tagebucheinträgen, Manifesten, Lautgedichten, Dialogen und Liedern. In der szenischen Lesung geht es um Leben und Sterben, Liebe, Politik, Religion, Geld und Macht, um Zahlen und Zufall, das Nichts und die Wurst. 100 Jahre nach Dada versuchen „Die Dadainen“, eine verrückte Welt mit nichts zu verändern. Die vier Mitglieder der Gruppe, Regine Anacker, Katrin Osbelt, Anette Struck und Birgit Rumpel, sind seit 2010 Mitglieder des Sprechchors am Schauspiel Dortmund. Mit „Letzte Lockerung“ begeben sie sich auf Spurensuche: Was ist Dada? Und wie dada ist unsere Gegenwart. Karten für 5,- Euro gibt es ab sofort an der Vorverkaufskasse im Opernhaus, unter www.theaterdo.de oder 0231/50-27222.




Reviergänge im Hoesch-Museum

Der Künstler vor seiner Zeichnung von der Kokerei Hansa in Dortmund-Huckarde.

Unter dem Titel „Reviergänge“ zeigt das Hoesch-Museum in einer Sonderausstellung vom 22.01.2017 bis zum 12.03.2017 um die 59 Zeichnungen des Künstlers Mathes Schweinberger (Jahrgang 1963).

Mit seinen Zeichnungen mit schwarzer Kreide und Tuschfeder, teilweise auch Acryl, macht er sich auf Spurensuche der Stahl-und Kohlevergangenheit. Seine Motive stammen vorwiegend aus Dortmund und der Umgebung. Er zeichnet Stahlwerke, Zechen Stahlbrücken, Hinterhöfe, Gebäudefassaden oder etwa das „Flüchtlings-Schiff“ am Dortmunder Hafen. Dabei sind alle Arbeiten vor Ort entstanden. Stipendien (1992 und 1995) ermöglichten ihm genauere Einblicke auch unter Tage.

Im Laufe der Zeit ist beim ihm durchaus ein Wechsel der Formsprache zu erkennen. Während die älteren Werke kleinformatiger und sachlicher gestaltet sind, zeigen seine neuen Arbeiten eine freiere Formsprache und sind großformatiger. „Die Freude am Vergänglichen leitet mich. Das ist sozusagen eine angenehme Form von Melancholie und Heimat. Ich liebe die funktionale Schönheit der Dinge“, so der Künstler.

Eröffnet wird die Sonderausstellung am Sonntag, den 22. Januar 2017 um 11 Uhr im Hoesch-Museum an der Eberhardstraße 12. Der Kurator und Kulturamtsleiter im Kreis Unna, Thomas Hengstenberg, wird eine Einführung geben. Dazu wird der Dortmunder Sänger Boris Gott Nordstadt-Chansons singen. Der Künstler ist selbstverständlich auch anwesend.

Die Zeichnungen können auch für einen dreistelligen Betrag käuflich erworben werden. Mehr zum Künstler unter www.mathesdermaler.de




Kunstankauf und Kunstförderung

Eine kleine Auswahl aus der Ausstellung. Zu sehen sind (v.l.n.r.) die Werke: Claudia Karweick, „Augen zu – Augen auf“, Monoprint; Georg Meissner, „Xatrax 1“, Objektkasten und Karla Christoph, „unterwegs 2“

In der Städtischen Galerie Dortmund „Torhaus Rombergpark“ gibt es vom 15. Januar bis 5. Februar 2017 besondere „einblicke“in den Städtischen Kunsteinkauf 2016 durch das Kulturbüro Dortmund.

Das Kulturbüro kauft schon seit über 60 Jahren Werke heimischer Künstlerinnen und Künstler an, sorgt für deren Archivierung und verleiht sie an Dienstellen und städtische Institutionen. Der Hauptzweck ist jedoch die Förderung der heimischen Künstler und gleichzeitig ein Zeichen der Wertschätzung für ihre Kunst zu setzen.

Interessante Fakten hierzu: An dem Projekt hatten 86 KünstlerInnen teilgenommen

Es wurden von insgesamt 30 KünstlerInnen Werke angekauft. Dabei wurden 21 Werke von Frauen und 9 Werke berücksichtigt.

„Die Kunst muss wohl weiblich sein“, erklärte dazu Claudia Kokoschka (Kulturbüro) mit einem leichten Schmunzeln bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag.

Erstmals angekauft wurden die Werke von fünf Künstlern: Werner Block, Brigitte Mühlenkamp, Josef M. Neumann, Marc Podawczyk und Rolf Sablotny.

Ob Öl oder Acrylgemälde, Siebdruck, Skulpturen oder andere Ausdrucksformen zeigen eine große künstlerische Vielfalt. Eine gemeinsame Strömung ist dabei jedoch durchaus zu erkennen. Vorbei schauen lohnt sich.




Zauberhaft sinnliches Wintermärchen

Kay im Banne der Schneekönigin (Foto: © Kulturbrigaden)

Nach langer Vorbereitungszeit unter der Regie von Rada Radojcic war es für das junge Ensemble Kulturbrigaden endlich so weit. Sie hatten am Samstag, den 14.01.2017 im Theater im Depot mit ihrem neuen Stück „Die Schneekönigin“ nach Motiven des gleichnamigen Märchens von Hans Christian Andersen.

Die Geschichte handelt von Gerda und Kay, deren große Freundschaft von der „eiskalten“ Schneekönigin gehörig auf die Probe gestellt wird. Mit Hilfe ihres teuflischen Hofzauberers versucht sie, den Jungen an sich zu binden und in ihre Welt zu locken. Durch einen Splitter eines Zauberspiegels wird ins Auge getroffen und er kann so Gutes nur Böse sehen. Seine Seele wird kalt. Verzweifelt verspricht Gerda ihrer Großmutter, ihn zurück zu holen und seine Seele zu retten. Dabei begibt sie sich auf einen gefährlichen Weg voller Gefahren. Gelingt es ihr, ihren Freund zu retten?

In diesem Märchen geht es um den Wert von Liebe, Freundschaft und Vertrauen gerade in harten, eisigen Zeiten. Wie groß ist deren Bedeutung für die Menschen in unserer schnelllebigen Zeit?

Wie immer in ihren Produktionen gingen die jungen Kulturbrigaden auch dieses Stück mit ihrer besonderen Ästhetik, musikalischem Hintergrund und rasanten Choreografien an. Die elf erst 9 bis 14-jährigen Kinder und Jugendlichen zeigten dabei nicht nur eine Menge Spielfreude sondern auch auch noch sprachliche Professionalität.

Was zeichnet den besonderen Stil aus? Wunderbare Kostüme und Masken sowie der gezielter Einsatz von Licht, Geräuschen und Musik. Die Bühnenausstattung ist dabei minimalistisch. Das Schloss der Schneekönigin erstrahlt erst durch die entsprechende Lichtbeleuchtung und Stofffäden als solches.

Ob Wind, Sturm oder Bedrohung, für alles findet sich jeweils ein passender Geräuschhintergrund. Neben sphärischen musikalischen Klängen wird dem jungen Publikum aber zum Beispiel auch eine moderner Rap des „mutigen und furchtlosen“ Kay geboten. Modern ist auch der Einsatz von Requisiten wie Rollerskates.

Ein wunderschönes Stück dieses jungen Ensembles und ihrer engagierten Regisseurin. Weitere Termine und Informationen finden sie unter: inf@theaterimdepot.de oder aber unter Tel: 0231/982 120

 

Gerda in den Fängen der Räuberbande (Foto: © Kulturbrigaden)




Schauspielhaus trump(f)t auf

Aus aktuellem politischen Anlass erweitert das Schauspiel Dortmund seinen Spielplan um ein neues Stück: „Trump“ von Mike Daisey, das am Freitag, 3. März, im Megastore (Felicitasstr. 2, Dortmund-Hörde) Premiere haben wird. Mike Daisey, von dem in Dortmund bereits „Die Agonie und die Ekstase des Steve Jobs“ zu sehen war, erforscht in seinem neusten Theaterstück den Aufstieg Donald Trumps und die politische Selbstvergiftung des wichtigsten europäischen Bündnispartners. In Amerika feierte Daiseys neues Stück im vergangenen Jahr große Erfolge. Am Schauspiel Dortmund ist nun die Deutschsprachige Erstaufführung zu sehen. Regie führt Marcus Lobbes, auf der Bühne stehen Andreas Beck und Bettina Lieder. Karten gibt es ab sofort an der Vorverkaufskasse im Opernhaus, unter www.theaterdo.de oder 0231/50-27222.