Fußball als Spiegel der Gesellschaft

[fruitful_alert type=“alert-success“]Sorgen für Stimmung und für Ärger: Die Ultras. Hier dargestellt von: (v.l.n.r.) Thorsten Schmidt, Johanna Weißert, Philip Pelzer, Talisa Lara, Bianka Lammert. (Foto: © KJT)[/fruitful_alert]

Im Auftrag vom Kinder–und Jugendtheater Dortmund und dem Projekt „leuchte auf“ des BVB entwickelte der Autor Jörg Menke-Peitzmeyer das Stück „Strafraumszenen“. Schon lange beschäftigte sich Menke-Peitzmeyer mit den Aspekten und Entwicklungen im modernen Fußball sowie der Fankultur im gesellschaftlichen Kontext.
Am 16.03.2017 war die Premiere im KJT. Die Bühne wurde wurde zu einem umzäunten Fußballfeld (Affenkäfig), wo so viele Fußballgrößen wie zum Beispiel Mezut Özil oder Ilkey Gündoğan im Ruhrgebiet als Kinder ihre Karriere begonnen hatten. In der Mitte des Feldes lag ein (zusammengestellter) großer grüner Fuß, der von den Schauspielern als Sitzgelegenheit oder anderweitig genutzt werden konnte.
Die fünf SchauspielerInnen vom KJT und Gast-Schauspieler Jubril Sulaimon schlüpften unter der Regie von Andreas Gruhn in unterschiedliche Rollen. Es gab verschiedene Handlungsstränge, bei den aber die  verschiedenen dargestellten Persönlichkeiten immer wieder mal auftraten.
Wie bei jedem BVB-Heimspiel wurde zu Beginn der Aufführung das obligatorische „You‘ll never walk alone“ zum Anheizen der Stimmung gesungen. Das verdeutlicht die Intensität und Emotionalität, die mit einem guten Fußballspiel und dem „Erlebnis Westfalenstadion“ verbunden sind.
Jubril Sulaimon spielt in seiner Hauptrolle den Übersetzer „Kunta Kinte“ für die Fußballstars vor, der ein Bein bei einem Bombenangriff in seiner afrikanischen Heimat verloren hatte. Der Schauspieler mit dunkler Hautfarbe war für den schwarzen Humor im Stück zuständig und sorgte für viele Lacher. Das Lachen blieb dem Publikum aber oft im Hals stecken, wenn es um Themen wie gewaltbereite Ultras, Rassismus und Homophobie im Stadion oder Antisemitismus ging. Die Schauspieler machten eindrucksvoll deutlich, wie der Fußball, vor allem hier in Dortmund als eine Art Religionsersatz für Frustrierten und sich abgehängt fühlende Fußballfans fungiert. Er ist das Ventil für ihre Aggressionen.
Videos im Hintergrund von realen Ausschreitungen unterstützten die Handlung im Stück. Auch die Verbindung von gewaltbereiten Hooligans und der rechten Szene in unserer Stadt wurde kritisch beleuchtet. Der Mitbegründer der Borussenfront wurde beeindruckend von Johanna Weißert dargestellt.
Weitere Themen waren das Verhältnis von Fans und ihren reichen Fußball-Idolen, die  ausufernde Kommerzialisierung des Fußballs mit immer astronomischen Gehältern sowie die zunehmende Rolle und Macht der Berater. Trotz ihres vielen Geldes werden Fußballstars wie zum Beispiel ein bekannter ehemaliger italienische BVB-Spieler, in ihrer fernen Wirkungsstätte nicht immer heimisch. Nachdenklich wird es, wenn ein bekannter türkisch-stämmiger Fußballspieler zeigt, wo er im Schatten der Hochöfen von Mülheim an der Ruhr im „Fußball-Affenkäfig“ seine ersten Spielerfahrungen sammelte, oder wenn der „Evinger Junge“ Kevin von seinem Heimweh spricht. Zum Schluss spielen alle gemeinsam im „Affenkäfig“. Selber aktiv werden statt nur zusehen ist eine Anregung.
Klar, in knapp 90 Minuten wird jede Auseinandersetzung über Fußball zu einem Klischee. Die Ultraszene ist auch in Dortmund nicht homogen und es gibt nicht nur reiche Fußballer. Auch schafft nicht jeder Jugendliche den Sprung vom talentierten Spieler zum Bundesligaprofi. Hier verstecken sich also noch viele Möglichkeiten für weitere Stücke.

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Zauberhafte Filmmusik im Konzerthaus

Welch starke Emotionen und Bilder Musik transportieren kann, bewiesen am 13.03.2017 im Konzerthaus die Dortmunder Philharmoniker unter der gewohnt temperamentvollen und engagierten Leitung von GMD Gabriel Feltz.
Sie luden unter dem Motto „Hollywood Hits – Fairy Tales!“ zum 2. Konzert für Junge Leute ein. Moderiert wurde der Abend locker und flockig von Johannes Döbbelt. Gesanglich zeitweise unterstützt wurde das Geschehen durch die starke Stimme von Viviane Essig. Die ganze Palette von Gefühle wird im Film erst durch die wunderbare Musik der Film-Komponisten deutlich.
Eingeläutet wurde das Konzert passend mit dem 20th-Century-Fox Fanfare von Alfred Neumann. Wie das Motto schon andeutet, standen Fantasy-Filme und andere Traum- oder Märchenwelten im Mittelpunkt.
So ließ man das Publikum „Hedwig‘s Theme“ aus „Harry Potter“ (Musik: John Williams) eintauchen oder mit dem gefühlvoll von Viviane Essig gesungenen „Somewhere over the Rainbow“ aus „ der Zauberer von Oz“ (Musik: Harold Arlen) dem Alltag entfliehen. Stimmungsvoll und dramatisch ging es mit der Musik von Klaus Doldinger aus „Die unendliche Geschichte weiter. Da konnte auch die Querflöte oder das Saxophon als Solo-Instrumente ihr Können zeigen.
Es folgte der vom Ballett bekannte „Tanz der Zuckerfee“ aus „Der Nussknacker“ (Peter Tschaikowsky). Viel bejubelt wurde dann „Let it go“ aus „Frozen (Die Eiskönigin)“ mit der stimmungsvollen Musik von Robert Lopez. Danach waren musikalische Themen aus Piraten-und Karibikfilmen mit „Flight to Neverland“ aus „Hook“ (John Williams) und die „Fluch der Karibik“ Suite (Klaus Babelt) angesagt.
Einen besonderen Schatz bekam das Publikum auf besonderen Wunsch des  Generalmusikdirektors mit der „The Sea Hawk“ Suite von Erich Wolfgang Korngold zu hören. Der Komponist musste in den 1930iger Jahren als Jude aus Nazi-Deutschland fliehen.
Dramatisch-melancholisch weiter ging es mit „I see Fire“ aus „The Hobbit“ von Ed Sheeran (arr. Viktor Åslund), gesungen von Viviane Essig. Archaisch endete der Abend mit der „Avatar“ Suite von James Roy Horner, eindrucksvoll begleitet von einer Abordnung des Dortmunder Opernchors.
Starke Beifall nach einer Zugabe am Schluss war der verdiente Lohn für die beteiligten Akteure.




Zwischen Fatalismus und Rebellion

[fruitful_alert type=“alert-success“]Vom Kaufrausch überwältigt? (Foto: © Edi Szekely)[/fruitful_alert]

Die Jugend von heute ist unpolitisch und oberflächlich, so denken viele Menschen. Anders ist es bei dem Jugendclub des Theaters Dortmund, die Theaterpartisanen 16+. Unter der Leitung von Theaterpädagogin Sarah Jasinszczak haben die Theaterpartisanen im Alter zwischen 16 und 19 Jahren in Kooperation mit den Tänzerinnen der Theaterwerkstatt vier.D in Eigenproduktion das neue Stück „Surprise Meetings“ entwickelt. Das Stück widmet sich dem Überraschenden und das Unerwarteten. Für die Choreografie war Birgit Götz verantwortlich.

Die Akteure setzen sie sich mit ihnen am Herzen liegenden Themen wie etwa die rigiden Schulnormen und dem Stress durch G8, zunehmende Aggressionen, Druck durch Werbung und Schönheitswahn oder der Zerstörung der Umwelt auseinander. Schwer ist es da, zu sich selbst zu finden oder immer die richtige Wahl zu treffen. Sie leben, wie sie selbst sagen „auf Bäumen“, ein Symbol des Widerstands.

Weiße Kartons auf der Bühne wurden multifunktional genutzt. Die Tafel im Hintergrund wurde zur Verstärkung der Aussagen eifrig von kleineren Gruppen während der Aufführung beschrieben und bemalt. So wurde der pralle Stundenplan der Schüler auch visuell für das Publikum deutlich. Die gleiche Funktion hatten die auf eine Leinwand projizierten Videos zu den einzelnen Figuren. Die Tänzerinnen der Tanztheaterwerkstatt und die Theaterpartisanen ergänzten und kooperierten gut zusammen. Die Musik war abwechslungsreich, einmal wurden die Akteure selbst aktiv und intonierten auf Kazoos ein paar Takte von „We don‘t need no eductation“ von Pink Floyd

Die jungen SchauspielerInnen verwandeln sich kafkaesk in verschiedene Figuren und stellen sich vor, wie es wäre, wenn sie einen rücksichtslosen Tag oder perfekten Moment erleben würden. Es beginnt immer wie bei Kafkas „Die Verwandlung“ mit „Als ich eines morgens aus meinen Träumen erwachte…“. Da ist das junge Mädchen, das plötzlich in einer pinkfarbenen Welt aufwacht und selbstbewusst und stark ihre Interessen vertritt, oder die Unsichere, von der Werbung bedrängte. Dann gibt es den jungen Mann voller Aggression, der sich nur als Gruppenführer mit Gewaltausbrüchen und rassistischen Pöbeleien stark fühlen kann, der Grufti, der die Blumen schwarz anmalt, die Umweltaktivistin oder das junge Mädchen, dass sich von ihrem Lehrer in ihrer Persönlichkeit unverstanden fühlt und an einen Amoklauf denkt. Einer der Schauspieler fällt aus dem Rahmen. Er symbolisiert, unterstützt mit einer Handpuppe als Karikatur eines autoritären Lehrers oder später eines Verantwortlichen der RWE die Autoritäten der Gesellschaft.

Am Ende sind alle im Widerstand gegen die Waldrodungen im Hambacher Forst zum Zwecke des Braunkohleabbaus durch RWE vereint. Es bleibt die Frage, sollen die Jugendlichen dem Verstand oder dem Bauchgefühl folgen.

Es ist das Recht und die Aufgabe der Jugend, den Finger auf die Wunden zu legen, infrage zu stellen und zu rebellieren. Aber die Welt ist nicht nur schwarz oder weiß. Die Probleme sind komplex und es gibt keine einfachen Lösungen. Das merkt die Generation Smartphone spätestens, wenn sie zum Beispiel die erste Stromrechnung selber bezahlen muss.

Infos über weitere Termine und Karten unter www.theaterdo.de




30 Jahre Internationales Frauenfilmfestival

[fruitful_alert type=“alert-success“]Mehr als 50 Veranstaltungen präsentiert das Internationale Frauenfilmfestival 2017. Es hoffen auf viele Besucher (v.l.n.r.) Uwe Samulewicz (Sparkasse Dortmund) Bürgermeisterin Birgit Jörder und Festivalleiterin Silke J. Räbiger.[/fruitful_alert]

Kaum zu glauben! Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund/Köln findet nun schon zum dreißigsten Mal statt. In der Woche vom 4. bis zum 9. April 2017 werden an drei Spielorten, der Schauburg, dem „sweetSixteen“ und dem Kino im Dortmunder U rund 120 Filme quer durch die Filmgeschichte und verschiedenste Genres gezeigt. Im Programm sind nationale und internationale Spielfilme, Dokumentarfilme, Kurzfilme, Experimentalfilme, Stummfilme sowie Musikvideos.

Außerdem finden dazu zahlreiche Performances, Diskussionen, Workshops und zum erstmals auch eine Filmfahrradtour „Shorts on Wheels“ quer durch Dortmund statt.

Zahlreiche Kooperationspartner unterstützen das Festival organisatorisch und finanziell. Langjährige finanzielle Unterstützung gibt es von der Sparkasse Dortmund. „Uns liegt das Internationale Frauenfilmfestival sehr am Herzen, und wir freuen uns, es finanziell unterstützen zu können,“ so Uwe Samulewicz, der Leiter der Dortmunder Sparkasse.

Wie wichtig dieses IFFF in Zeiten mit wachsendem rechten Populismus, Rassismus, und Frauenfeindlichkeit sowie Gewalt und Flüchtlingsdrama ist, betonte die Silke J. Räbiger (Festivalleitung). „Sich für Frauenrechte einzusetzen ist bittere Notwendigkeit, gerade in der heutigen Zeit, wo frauenfeindliche , rassistische und nationalistische Töne vermehrt zu hören sind. Rechte Populisten wollen die Frauen wieder in ihre althergebrachten Schranken weisen. Es geht hier nicht nur um die Frauen, sondern um Demokratie,“ so Räbiger.

Das Motto in diesem Jahr ist „IN CONTROL…of the situation /Alles unter Kontrolle.

Es geht um Themen wie Migration, Flucht, Vertreibung, Gewalt, Beziehungen und Leben im Alter, sowie den übertriebenen Kontrollwahn in unserer Gesellschaft. Jeder unserer Schritte, was wir essen und vieles andere kann kontrolliert werden.

Auf eine besondere Kooperation mit dem Museum Ostwall im Dortmunder U wies Räbiger noch hin. Am 05.04.2017 findet im Kino im U um 10.00 Uhr ein Symposium im Rahmen der Ausstellung zu Niki de Saint Phalle unter dem Titel „Trauma, Subjekt- und Körperkonzepte“ statt.

Traditionell wird auch in diesem Jahr wieder ein mit 15.000 Euro dotierte Preis im Rahmen des Internationalen Spielfilmwettbewerbes für Regisseurinnen von einer international renommierten Jury ausgelobt.. „Zum ersten Mal ist auch ein Film aus Südafrika vertreten,“ verriet die für den Wettbewerb zuständige Stefanie Görtz (Leitung).

Das Festival wird mit der Gesellschaftskomödie von Sally Potter „The Party“am 04.04.2017 um 19.30 Uhr im CineStar eröffnet.

Das Publikum darf auch in diesem Jahr wieder über den „Preisträger Publikumspreis“ entscheiden.

Das IFFF endet wie schon vor zwei Jahren mit der Preisverleihung „Internationaler Spielfilmpreis“ und „Internationaler Spielfilmpreis, Publikumspreis“ feierlich ab 19.00 Uhr im Kino im U. Ab 21.00 Uhr wird dann der Preisträger Publikumspreis in dem Kino auch noch gezeigt.

Informationen über das umfangreiche Programm erhalten sie an den ab jetzt an den beteiligten Kinos aus liegenden Festival-Broschüren oder anderen bekanntenVorverkaufsstellen. Im Internet informiert die Seite www.frauenfilmfestival.eu über das Programm.




Fußball und Identität

[fruitful_alert type=“alert-success“]Jubril Sulaimon, Johanna Weißert und Talisa Lara. (Foto: © Birgit Hupfeld)[/fruitful_alert]

In Kooperation mit der BVB-Stiftung „leuchte auf“ bringt das Kinder-und Jugendtheater in Dortmund das Stück „Strafraumszenen“ (ab 14 Jahren) von Jörg Menke-Peitzmeyer am 16.03.2017 um 20:00 Uhr im KJT zur Uraufführung. Menke-Peitzmeyer hat sich viel mit dem Mysterium Fußball beschäftigt und ist mit den „Fangesängen“ im Opernhaus noch in guter Erinnerung.

„In diesem Stück geht es hauptsächlich um Fußball als Spiegel der Gesellschaft,“ erläuterte der Regisseur und Leiter des KJT Andreas Gruhn beim Pressegespräch.

Da geht es um aktuelle Fragen der Identitätssuche, Gewaltbereitschaft, Rassismus und Diskriminierung. Welche Aussichten habe ich in der Gesellschaft? Die Suche nach Gemeinschaft und heimischen Gefühl.

„Es gibt wohl keine Stadt, wo der Fußballverein so eine Bedeutung hat wie in Dortmund, als Wirtschaftsfaktor und Identitätsstiftend,“ so Gruhn. Inwieweit geht das? Fußball ist ein Mikrokosmos unserer gesellschaftlichen Verhältnisse. Im Blickpunkt des Stücks steht auch die starke Kommerzialisierung des Fußballs mit ihren Gefahren und ihren Grenzen.

Das Ganze ist eine Szenensammlung mit verschiedenen Handlungssträngen und durchleuchtet die verschiedensten Aspekte zum Thema Fußball. „Man durchläuft eine Reihe von Emotionen, sozusagen eine Achterbahn der Gefühle. Bei allem Spaß gibt es aber auch Szenen, wo einem das Lachen vergeht,“ verriet Gruhn. Die Protagonisten in diesem Stück befinden sich eher auf dem Platz und in den Führungsetagen als auf den Rängen.

Die Bühne wird zu einer Art „Fußball-Affenkäfig“ umgestaltet. Fünf Schauspieler des KJT (drei Frauen, zwei Männer) und Jubril Sulaimon als Gast-Schauspieler sind die Akteure. Für die passende Musik & Video ist Peter Kirschke verantwortlich.

Wie ein Fußballspiel dauert die Aufführung 90 Minuten (plus Nachspielzeit), aber ohne eine Pause.

Für die Uraufführung am 16.03.2017 gibt es noch Restkarten.

Weitere Termine am 17.03.2017 um 20.00 Uhr und am Sonntag, den 19.03.2017 um 18.00 Uhr im KJT.

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Zwischen Abbild und Abstraktion

[fruitful_alert type=“alert-success“]Thomas Autering möchte in Grenzschichten vordringen.[/fruitful_alert]

Das Torhaus Rombergpark zeigt vom 12. März bis 2. April 2017 mit der Ausstellung „Grenzschicht“ an die 33 ganz spezielle Naturzeichnungen von Thomas Autering (Jahrgang 1970). Der in Dortmund lebende Künstler zeichnet mit kraftvollem und klaren Strich Strukturen von in der Natur gefundenen toten Pflanzen und Tieren,wie zum Beispiel ein aufgeplatztes Getreidekorn, eine faulende Frucht oder etwa eine tote Fliege. Er bevorzugt schwarz-weiß Zeichnungen mit Grafit auf weißem Papier.
„Der Fokus liegt auf den Strukturen, nicht auf den Konturen,“ so Autering.
Zunächst zeichnet er von dem gefundenen Material in seinem Atelier eine flüchtige Skizze, die zunächst auf dem Tisch abgelegt wird. Dann verdichtet der Künstler sie durch schnelle Bewegungen zu tiefschwarzen Flächen, die sich gegen das Weiß des Papiers abhebt. Es ist ein Entwicklungsprozess aus Überlagerung von Zeichenlinien. und eine Reduktion auf den Strich als Mittel. Das Spannungsverhältnis und die Grenzen zwischen oberflächlicher Hülle und Innerem wird mit raumgreifender Gestik ausgelotet.
„Ich arbeite mit meiner ganzen Kraft gegen das Papier,“ erklärte Autering beim Presserundgang. Schnelligkeit und Konzentration sind dabei von Bedeutung. Als Ergebnis eines einzigen sehr kraftvollen Arbeitsganges bietet sich auch keine spätere Korrekturmöglichkeit.
Der Künstler gibt den Zeichnungen,die im Laufe der letzten zehn Jahre entstanden sind, bewusst keine Namen. Er lässt dem Betrachter den Raum, selbst darüber nachzudenken, was er da sieht. Es gibt auch immer etwas neues zu entdecken.
Nur der Ursprung aus der Pflanzen oder Tierwelt ist als Grundlage klar. Bei manchen Naturzeichnungen können wir schnell erkennen, was sie darstellen, aber oft lässt sich das nicht so leicht auf den ersten Blick erraten. Je nach dem , aus welcher Perspektive man die Zeichnungen betrachtet, erkennt man plötzlich, worum es sich handeln könnte. Die toten Pflanzen, Früchte oder Insekten erhalten durch die spezielle Art der Zeichnung eine gewisse Lebendigkeit.
Die Eröffnung der Ausstellung findet am 12. März 2017 um 11.00 Uhr im Torhaus Rombergpark (Städtische Galerie Dortmund) statt.




Surprise Meetings im Megastore

[fruitful_alert type=“alert-success“]Surprise! Wer sich wohl unter dem Laken verbirgt? (Foto: ©Sara Hartmann) [/fruitful_alert]

Die Eigenproduktion „Surprise Meetings“ des Jugendclub Theaterpartisanen 16+ in Kooperation mit der Tanztheaterwerkstadt vier.D hat am Samstag, den 11.03.2017 um 19:30 Uhr Premiere im Megastore. Seit dem Herbst letzten Jahres haben die jungen Leute zwischen 16 und 19 Jahren unter der Leitung von Theaterpädagogin Sarah Jasinszczak und der Choreografin und Tänzerin Birgit Götz selbständig Texte und Choreografien entwickelt.

Grundlage für die Textentwicklung und Tanzchoreografie war die Frage, wer sie sein könnten, wenn sie einmal einen rücksichtslosen Tag würden oder wie für sie der perfekte Moment aussieht. Es entstehen interessante Spiegelungen und Ergänzungen zwischen den sieben Theaterpartisanen und den sieben Tänzerinnen auf der Bühne.

Zu den Themen gehört zum Beispiel das marode und stressige Schulsystem mit dem G8, oder auch umweltpolitische Themen. Es geht um Stärkung des Selbstbewusstseins, Fragen zischen Verantwortung und Selbstbestimmung. In den 75 Minuten werden die jungen Leute ständig auf der Bühne präsent sein. „Die Jugendlichen haben etwas zu sagen und beziehen deutlich Stellung,“ erklärte Götz. „Die Jugendlichen konnten sich schon einmal bei einer Übernachtung im Megastore besser kennen lernen,“ verriet Jasinszczak.

Zu Produktion sei soviel verraten:

Es werden sechs verschiedene Figuren dargestellt und es beginnt immer mit: „Als ich eines morgens erwachte…. Repräsentanten der Gesellschaft wie zum Beispiel Lehrer fungieren als Gegenfiguren. Auch die Tänzerinnen wechseln von ihren Positionen von Jugendlichen zu Erwachsenen. Zum Schluss vereint alle eine gemeinsame Aktion im Hambacher Forst. Das Ende ist aber noch Surprise!

Lara Möhl war als eine der Theaterpartisanen bei der Pressekonferenz am 08.03.2017 anwesend und erzählte etwas über die von ihr dargestellte Figur Tiffany.

„Meine Figur verändert sich. Sie wird stark und nimmt sich sich das Recht heraus, anders zu sein.. Sie lässt sich nichts gefallen und ist selbstbewusst,“ so Möhl.

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Der Frosch als Erklärbär

[fruitful_alert type=“alert-success“]Fritz Eckenga (im Vordergrund) führte in seiner gewohnten Art durch die Operette. (Foto: © Oper Dortmund)[/fruitful_alert]

Für viele (jüngere) Menschen gelten Operetten als altbacken und angestaubt. Dass es auch anders sein kann, zeigte die Premiere der halb konzertanten Operettenaufführung der „Fledermaus“ von Johann Strauss (Sohn) in der Oper Dortmund am 05.03.2017. Die szenische Einrichtung kamen von Jens-Daniel Herzog und Alexander Becker.

Die Idee, Operette mit Kabarett zu verbinden war ein guter Schachzug. In der Geschichte wird betrogen und getrickst, gesoffen und gefeiert. Sie eignet sich also für die Kombination eines bekannten Ruhrgebiets-Kabarettisten wie Fritz Eckenga mit seinem lakonisch-trockenen Humor, der als lockerer Erzähler und Erklärer Frosch durch das Programm führt, mit den wunderbaren SängerInnen des Dortmunder Ensembles. Auf der Bühne im Hintergrund spielte die Dortmunder Philharmoniker unter der schwungvollen Leitung des stellvertretenden GMD Motonori Kobayashi. Sie mussten sich nicht nur auf die Musik Johann Strauss (Sohn) konzentrieren, sondern wurden von Eckenga als Hausmeister Frosch schon zu Anfang „angemacht“. Wie man es von Eckenga gewohnt ist, wurde das Publikum, einzelne Personen aus dem Publikum oder die SängerInnen die Performance humorvoll-ironisch einbezogen. Das trug zur Auflockerung der Atmosphäre bei. Er scheute sich auch nicht, im Laufe des Abends hintergründige politische Spitzen mit aktuellem Bezug auszusenden.

Zu Beginn der Aufführung schleppte er als Hausmeister einige Requisiten in den vorderen Bereich der Bühne, darunter auch einen alten staubigen Sessel. Dieser wurde sinnbildlich vor den Augen des Publikums entstaubt.

Kammersänger Hannes Brock hatte in der Person des amourösen Abenteuern und guten Feiern nicht abgeneigten Gabriel von Eisenstein wieder mal eine Paraderolle gefunden. Emily Newton als seine Frau Rosalinde, ebenfalls untreu, stand ihm stimmlich und mit ihrem komödiantischen Talent in nichts nach. Diese Qualitäten waren auch bei den anderen Beteiligten, dem Gefängnisdirektor Frank (Luke Stoker), Alfred ( Joshua Whitener), dem rachsüchtigen Notar Dr. Falke (Gerado Graciacano), dem Kammermädchen Adele (Ashley Thouret) mit ihren Künstlerträumen und die sie begleitende Schwester Ida (Enny Kim) gefordert. Ileana Mateescu konnte wieder einmal in einer „Hosenrolle“ als Prinz Orlofsky überzeugen.

Bekannten Ohrwürmer wie etwa „Mein Herr Marquis“, das bezeichnende „Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist“ oder die beliebte Ode an den Champagner „Im Feuerstrom der Reben“ und die festlichen Kostüme sorgten für den Glamour-Faktor der Operette, geerdet durch das Kabarett.

Wenn die Welt schon Richtung Abgrund taumelt, dann bitte nicht nüchtern. Der Alkohol spielte also auch eine große Rolle an diesem Abend. Nicht nur im Hintergrund auf der Leinwand perlte der Champagner, sondern auf der linken Seite der Bühne wartete eine Kiste Bier darauf, dass der Inhalt getrunken wird.

Der entstaubte Operettenspaß wurde mit viel Beifall vom Publikum belohnt.

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Trump – eine unfassbare Geschichte?

[fruitful_alert type=“alert-success“]Bildunterschrift: Die Party ist vorbei, wie geht’s mit Trump weiter? Andreas Beck und
Bettina Lieder erzählten einiges über die Geschichte des aktuellen US-Präsidenten. (Foto: © Birgit Hupfeld)[/fruitful_alert]

Am Freitag, den 03.03.2017 luden die Schauspieler Bettina Lieder und Andreas Beck unter der Regie von Marcus Lobbes im Megastore zu einer ganz besonderen Stehparty. Ganz im amerikanischen Style gehalten mit Fähnchen und passender Hintergrundmusik konnten die Premierengäste zunächst Hotdog und Popcorn zu sich nehmen. Der Stargast, über den der Abend ging, war zwar immer präsent, aber natürlich nicht anwesend: Donald Trump, seines Zeichens 45. Präsident der USA. Der amerikanische Performer und Autor Mike Daisey hat sich schon vor längerer Zeit mit dem Phänomen Donald Trump befasst. Für die Deutschsprachige Erstaufführung hier in Dortmund übersetzten die Dramaturgin Anne-Kathrin Schulz und ihr Mitarbeiter Matthias Seier den Originaltext „The Trump Card“ ins Deutsche.

Eigentlich ist „Trump“ oder „The Trump Card“ ähnlich wie „Die Ektase und Agonie des Steve Jobs“ (im Schauspielhaus 2012 mit Andreas Beck aufgeführt) als Monolog konzipiert. Mit der Bearbeitung des Stoffes für das hiesige Publikum und Aktualisierungen hat der amerikanische Autor keine Probleme. Daher konnte Regisseur Marcus Lobbes den Stoff nicht als Monolog, sondern mit zwei Schauspielern inszenieren. Bettina Lieder und Andreas Beck vom Dortmunder Schauspiel waren die Gastgeber für eine Art Dinner-Party.

Die beiden Schauspieler wurden von der für die Kostüme verantwortliche Mona Ulrich schick eingekleidet. Bettina Lieder im schönen, halb schulterfreiem Kleid in hellem Lila hatte aber mit ihren silbernen Pumps mit den sehr hohen Absätzen zu kämpfen.

Im Laufe des Abends erfahren wir viel über die Person Donald Trump. Vor allem aber auch über seiner prägenden Familiengeschichte mit seinem Vater, dem Rassismus und Skrupellosigkeit durchaus nicht fremd waren. Hinzu kommt seine überaus große Selbstinszenierung. Wussten Sie dass es beispielsweise Mineralwasser von Trump gibt oder ein Brettspiel namens „The Trump Game“? (Für Hardcore-Fans: auf Amazon erhältlich). Zudem arbeitet er mit Mechanismen, die auch für europäische populistische Parteien gelten: Provozieren, bei Bedarf zurückrudern, leugnen von Tatsachen und der Aufbau von Lügen um einen Kern Wahrheit.

Das Schöne an der Inszenierung ist auch, dass das Publikum mit einbezogen wird. Es ist beileibe kein Mitmachtheater, aber sowohl vom erhöhte Podest als auch mit Ausflügen in die Menschenmenge sprachen die beiden Gastgeber die Anwesenden direkt an. So zum Beispiel: „Sie haben sicher auch gedacht, dieser Mann wird doch nie Präsident…“

Die Schauspieler agierten mit viel Spielfreude und warfen sich humorvoll und mit Selbstironie die verbalen Bälle zu.

Ist Trump nun die Wurzel allen Übels? Müssen wir vielleicht einfach nur die Geduld aufbringen und warten, bis die vier Jahre Präsidentschaft von Trump vorbei sind? Die bittere Aussicht, die Mike Daisey uns am Ende mit auf dem Weg gibt, ist düster. So lässt er den verstorbenen Roy Cohn, einem jüdischen, aber zugleich antisemitischen Anwalt und engen Berater von Donald Trump, sagen: „Was ihr nicht versteht, ist, dass da draußen schon jemand ist, der ihn beobachtet, der alles, was er macht, beobachtet und sich Notizen macht. Alles, was er macht, aufschreibt. Und diese Person denkt sich: ‚Ich werde sein wie er, aber besser. Ich werde schärfer agieren und viel klüger.‘“

Am Ende ist die Party vorbei und es gibt einen langen verdienten Beifall für die beiden Schauspieler. Jeder, der sich auch nur einen Hauch für Politik und deren Mechanismen interessiert, sollte gehen in dieses Stück.

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Die Malerei als Vorgang der Abstraktionen

[fruitful_alert type=“alert-success“]Aufgemalte Jalousien schaffen einen lebendigen Kunstraum.[/fruitful_alert]

Darauf konzentriert sich die aus Venezuela stammende und in Berlin lebende junge Künstlerin Sol Calero mit ihrer ersten großen Einzelausstellung „Interiores“ in Deutschland hier in den Räumen des Dortmunder Kunstvereins neben dem U. Die Ausstellung wird vom 4. März bis zum 7. Mai 2017 dort zu sehen sein. Die Eröffnung dieser Ausstellung ist am Freitag,den 3. März 2017 um 19 Uhr.

Der Raum als Gesamtgemälde

Sol Calereo verwandelt die gesamten Räume in eine malerisches Kunstwerk. Darin können die Besucher in Ruhe eintauchen. Sie spielt dabei geschickt und einem westlichen Blick mit den gängigen Klischees über Venezuela (Südamerika). Mit unterschiedliche bunten Motiven und verschiedenen schönen Ornamenten bedient sie die Sehnsucht nach Sinnlichkeit und Ablenkung.Die schönen bunten Farben wirken dabei nicht aufregend grell, sondern eher beruhigend. Mit einer guten Portion Humor hat sie einen schwarz-weißen PVC-Bodenbelag als Kontrast für den Boden ausgewählt.

Die Ausstellung lädt zum Flanieren und Entdecken von immer neuen Einzelheiten ein. An diesem Ort ohne Funktionalität werden aber auch die Widersprüche und Konflikte unseres eigenen Wertesystem deutlich.

Zu den zahlreichen Veranstaltungen während der Ausstellungszeit erhalten sie Informationen unter info@dortmunder-kunstverein.de oder aber auch unter Telefon: +49 (0) 231 57 87 36