Sehnsucht nach Liebe und Achtsamkeit

[fruitful_alert type=“alert-success“]Den Ängsten ausgeliefert. Assoziative Bilder bei „Achtung, Liebe!“ (Foto: © Carmen Körner)[/fruitful_alert]

Pottfiction wurde als städteübergreifendes Jugendtheaterprojekt der Kulturmetropole Ruhr 2009 ins Leben gerufen. Beteiligt waren die Kinder-und Jugendtheater der Städte Dortmund, Gelsenkirchen, Hamm, Bochum, Herne und Hagen. Es sollte neben der Vernetzung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus den Ruhrgebietsstädten vor allem Raum zum Ausprobieren und für die Entwicklung von Zukunftsvisionen geben. Es werden viele Workshops und ein jährliches Sommercamp angeboten. Dieses Jahr werden zum Sommercamp 90-100 junge Menschen in Hamm erwartet. Seit 2013 findet dieses Jugendtheaterprojekt kontinuierlich statt.

Als Ergebnis aus dem letzten Sommer wird jetzt am 17. Juni 2017 um 20:00Uhr im Dortmunder KJT „Achtung Liebe“ im Rahmen von Pottfiction vorgestellt. Es beschreibt ein Thema, was diesen Jugendlichen und jungen Erwachsenen am Herzen liegt. Wie können wir Achtsamkeit und Liebe entwickeln in einer Umwelt, die geprägt ist von Hass, Gewaltbereitschaft und Terrorangst und Mangel an Empathie.

Eine Theaterpädagogin (Lisa Maria Heigl) sowie drei Künstler aus unterschiedlichen Kunstsparten haben zusammen mit zehn jungen Leuten im Alter von 17 bis 23 Jahren ein Jahr an dem ausgesuchten Projekt gearbeitet.

Sie entwickelten gemeinsam Textarbeit, Pantomime und Körperarbeit, sowie Tanz und Performance. Die jungen Menschen bekamen von den drei Künstlern viele wichtige Inputs und Impulse. Andreas Gruhn (Direktor KJT und Regie) für den Bereich Schauspiel, Oliver Sproll für die Masken, und Felix Bürkle für den Bereich Tanz und Choreografie.

„Es ist kein Theaterstück im herkömmlichen Sinn, sondern eine Theaterperformance. Schauspiel, Masken und Tanz werden von den jungen Akteuren benutzt, um assoziative Bilder auf der leeren Bühne entstehen zu lassen,“ so Gruhn.

Inhaltlich werden vier Kapitel bearbeitet. Fremd sein, Angst, Wut sowie Achtsamkeit und Liebe.

Es ist eine Auseinandersetzung auf persönlichen Ebene mit einem politisch brisanten und aktuellem Thema. Eingespielte und Live-Musik dient dabei als atmosphärischer Hintergrund.

Für die Uraufführung am Samstag, den 17. Juni 2017 um 20:00 Uhr und am Sonntag, den 18. Juni 2017 um 18:00 Uhr gibt es noch Karten.

Weitere Informationen gibt es wie immer unter www.theaterdo.de




Wer kommt in den Kunst-Kalender?

Aus rund 80 eingereichten Werken von heimischen Künstlerinnen und Künstlern als Bewerbungen für den beliebten und mit einer Produktionszahl von 500 limitierten und Hand signierten Kalender „Grafik aus Dortmund“ wurden 48 für eine Ausstellung im Foyer des Dortmunder U ausgewählt. Diese werden nun vom 9. Juni bis zum 2. Juli 2017 dort ausgestellt und können von den Besuchern begutachtet werden. Dann fällt die Jury ihr schweres Auswahlurteil für die zwölf Kalenderblätter für das Jahr 2018.

Die Ausstellung hatte in den letzten Jahren in der Berswordt-Halle statt gefunden.

Der Direktor des Dortmunder U, Edwin Jacobs, freut sich nun, diese örtliche kreative und vielfältigen Kunstwerke in das Haus zu holen und zeigen zu können. Das ist eines seiner Anliegen.

Bei der feierlichen Eröffnung am 08.06.2017 waren neben Jacobs Bürgermeisterin Birgit Jörder und Dirk Schaufelberger (Vorstandsmitglied des Sponsors Sparkasse Dortmund) anwesend. Gestärkt mit Laugenstangen und Getränken konnte sich das Publikum von der Qualität und Vielfalt der Bilder überzeugen. Ob figürlich oder abstrakt, hatten einige auch eine mehr oder weniger politische Symbolik. Das Thema „Freiheit“ spielte dabei zum Beispiel eine Rolle.

Für musikalische Untermalung sorgte das Jazz- und Swing-Duo CHOO CHOO Panini.

Zum Jahreswechsel wird dann der limitierte und nicht zum Verkauf stehende Kunstkalender traditionsgemäß von Dortmunds Oberbürgermeister Sierau als exklusives Präsent an Partner und Freunde im In-und Ausland überreicht.




Endspurt für das Juicy Beats Festival 2017

[fruitful_alert type=“alert-success“]Wie in den vergangenen Jahren: Die Stimmung ist beim Festival Juicy Beats sehr gut. (Foto. © Arne Müseler)[/fruitful_alert]

Es ist alles für das größte Festival für elektronische und alternative Popmusik in NRW, das „Juicy Beats“ am 28. und 29. Juli 2017 im Dortmunder Westfalenpark vorbereitet. Die erwartenden 50.000 BesucherInnen an den Festivaltagen können sich auf ein pralles und musikalisch vielseitiges Programm mit 200 Bands und Djs freuen.

Hiesigen Newcomern wird auf einer extra Bühne eine Plattform geboten. Große Acts wie etwa Cro (Freitags), europäischen Musiker und Top DJs für die vielen Floors, Poetry Slam, Silent Night zum Abdancen mit Kopfhörer werden unter anderem das Publikum einheizen. Für europäische Musik gibt es eine eigene Bühne und auch auch das Konzerthaus stellt am Samstag ab 15:00 Uhr ein eigenes Bühnenprogramm. Ein Nachtprogramm und viele Aftershow-Partys , ein Hip-Hop-Camp sowie eine VideoGames & Kreativ.Meile bieten viel Abwechslung.

Daneben gibt es natürlich auch Raum zum „chillen“ und Versorgungsmöglichkeiten mit Getränken und Essen.

Für die Sicherheit sorgen ausreichend Security und zivile Polizisten, so der Veranstaltungsleiter Carsten Helmich. Damit ein zügiger und reibungsloser Einlass möglich ist, wird gebeten, nur das Nötigste beim Eingang bei sich zu tragen. Gäste, die trotzdem ihre Rücksäcke mitbringen, können sie in eigens von der Sparkasse Dortmund aufgestellten Schließeinrichtungen deponieren.

Das Festival beginnt in diesem Jahr am Freitag, den 28.07.2017 schon um 13:00 Uhr!

Nachtpartykarten sind erstmals auch ab dem 10.07.2017 für 17 Euro im Vorverkauf erhältlich. Die Kostenlose An-und Abreise mit Bus und bahn aus dem gesamten VRR-Gebiet ist bei allen VVK-Karten enthalten. Das Campingareal zwischen Westfalenpark und Westfalenstadion bietet 1.400 zelten platz für Übernachtungen.

Informationen zu Ticketkarten, Campingpreisen und anderen Fragen erhalten Sie unter kontakt@juicybeats.net

Programmhefte und Ticket gibt es an bei den üblichen Vorverkaufsstellen.




Besonderer Trip durch die Realitäten

[fruitful_alert type=“alert-success“]Mit dabei: Friederike Tiefenbacher, Carlos Lobo, T.D. Finck von Finckenstein, Marlena Keil, Uwe Schmieder. (Foto: © Birgit Hupfeld)[/fruitful_alert]

Nach ihrem ersten Live-Animationsfilm „Die Möglichkeit einer Insel“ (2015) im Schauspielhaus Dortmund hat die Medien-Künstlergruppe „sputnic“ mit Designer Malte Jehmlich, Nicolai Skopalik und Nils Voges mit „Der Futurologische Kongress. Aus Ijon Tichys Erinnerungen“ von Stanislaw Lem (1971) nun ein neues Live Animations Cinema-Abenteuer entwickelt. Die Premiere ist am 11.06.2017 um 19:30 Uhr im Megastore.

Der russische Wissenschaftler und philosophische Essayist Stanislaw Lem (1921 – 2006) hat schon in den siebziger Jahren des letzten Jahrhundert moderne Entwicklungen in unserer Zeit vorweg genommen, ohne das sie so beim Namen genannt werden.

Seine Lieblingsfigur ist der SF-Sternenfahrer Ijon Tichy. Im Rahmen eines „Futurologischen Weltkongresses“ und den während der gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Hauptstadt Costricanas kommen ihm und seinem Freund Trottelreiner ein schlimmer Verdacht. Setzt das Militär glücksbringende psychtrope Gase ein als Kampfmittel ein? Es beginnt eine Reise durch verschiedene Zeiten und Realitätsebenen. Was ist Wirklichkeit, was ist Täuschung? Die Künstlergruppe unter der Regie von Nils Voges haben sich der Herausforderung der vielen Realitäten durch eine Weiterentwicklung der Animations-Platten sowie den Einsatz verschiedener Darstellungsformen Rechnung getragen. So werden dieses mal neben Live-Animationen, Live Musik von Tommy Finke, Live Comics, Puppenspiel und Schauspiel je nach Realität eingesetzt. In einer Runde werden neben einem Tisch für den Soundtrack von T. Finke drei Tische für die vier SchauspielerInnen für ihre Cut-Arbeit, Animations-Platten (keine Plexiglasplatten, sondern jetzt Holzplatten) bereit stehen. Das bedeutet, das an einem Tisch zwei Schauspieler zusammen sitzen.

Das sorgt für mehr Dynamik.

Die Bewegungsabläufe werden durch Vordergrund-und Hintergrundstrukturen der Animatios-Platten noch genauer erkennbar. Es werden verschieden verschiedene Charaktere von den Schauspielern dargestellt und die einzelnen Figuren werden entwickelt. Äußerliche Ähnlichkeiten zwischen den lebenden Schauspielern und den Figuren auf den Platten sind von der Charakter Designerin Julia Zejn bewusst gewollt. „Im Unterschied zur „Die Möglichkeit einer Insel“ arbeiten wir jetzt mit mehr Farbe“, verriet der Regisseur Nils Voges.

Die Premiere ist schon ausverkauft.

Weitere Termine und Informationen erhalten Sie unter www.theaterdo.de




Opulentes britisches Oratorium

[fruitful_alert type=“alert-success“]Die Chöre boten unter der Leitung von Granville Walker eine außergewöhnliche Leistung. (Foto: © Bülent Kirschbaum). [/fruitful_alert]

Auf dem Programm des Klangvokal Musikfestivals 2017 stand am Pfingstmontag das bei den Briten sehr beliebte Oratorium „The Dream of Gerontius“ (1900) von Edward Elgar (1857-1934) nach einem Text von John Henry Newman in der Dortmunder Reinoldikirche aufgeführt.

Der Komponist Elgar war in der kleinen Stadt Worcester (Westengland) als Katholik unter einer evangelischen Mehrheit aufgewachsen. Die geistliche Dichtung um Tod und Auferstehung des als Beispiel für „Jedermann“ zu verstehenden Gerontius (alter Mann) weckte seine künstlerisches Interesse. Die Vertonung eines solchen Textes konnte damals durchaus als mutig bezeichnet werden. In einem gewaltigen, von der Musik Richard Wagners beeinflussten opulenten und sehr emotionalen Oratorium, geht es um die Hoffnung auf die Unsterblichkeit der Seele, für den gläubige Elgar ein vertontes persönliches Vermächtnis. Er bezeichnete es selbst als „das Beste von mir“.

Das Oratorium ist musikalisch nicht nur sehr feierlich und in Teilen mystisch, sondern auch von einem starken religiösen Pathos geprägt. Ob eine Person das mag oder nicht, ist sicher auch eine Sache des Geschmacks oder der Mentalität.

Musikalisch ist „The Dream of Gerontius“ anspruchsvoll und beeindruckend. Die Dortmunder Philharmoniker wurde unter seinem britischen Dirigenten Granville Walker einfühlsam geführt und bot wie so oft eine großartige Leistung. Die Mitglieder des Philharmonischen Chor des Dortmunder Musikvereins und des Kammerchors Cantamus (Kirchengemeinde Sankt Josef Münster (Leitung Winfried Müller)) boten einen imposanten Rahmen im Hintergrund und glänzten durch ihren harmonischen Zusammenklang. Ob als Unterstützer im Hintergrund, Dämonen- oder als Engelschöre.

Außerdem waren mit dem australischen Tenor Brenden Gunnell (Gerontius), der schwedischen Mezzosopranistin Ann Hallenberg (The Angel) und den in Dortmund Opernkreisen bestens bekannten Karl-Heinz Lehner (Bass) als The Priest oder The Angel of Agony Sänger von großer Klasse aufgeboten worden.

Sie konnten der eher düsteren Stimmung im ersten Teil, wo es um das Sterben des Gerontius ging, und später die erhabene hoffnungsvoll-gewaltige Atmosphäre mit ihren starken Stmmen gut Ausdruck verleihen.




Digitale Drecksarbeit für Cleanliness

[fruitful_alert type=“alert-success“]So sehr sich Maggy (Marle Wasmuth) auch vor dem digitalen Schmutz schützen möchte, die Facebook-Gärtner (Dortmunder Sprechchor) sind unerbittlich. (Foto: © Birgit Hupfeld)[/fruitful_alert]

Im Megastore hatte am Samstag, den 03.06.2017 „Nach Manila“ von der Gruppe Laokoon unter der Regie von Moritz Riesewieck seine Uraufführung. Die Gruppe hat sich in den letzten Jahren intensiv mit den sogenannten „Clickarbeitern“ in der 20 Millionen Metropole Manila (Philippinen) beschäftigt und sie auch besuchte.

Sie arbeiten Stunden von Manilas Zentrum entfernt in sauberen, abgeschirmten Großraumbüros in Computerarbeits-Boxen für Outsourcingfirmen im Auftrag eines großen Konzern im Bereich soziale Medien (Facebook). Manila heißt übrigens „Hier gibt es Nilad. Nilad ist eine weißblütige Mangrovenpflanze. Durch die Urbanisierung von Manila ist sie aber im Stadtgebiet verschwunden.

Ähnlich wie die Mangrovenpflanze muss auch der Schmutz aus den sozialen Medien verschwinden. Dafür sind die „Clickarbeiter“ da. Ihr Auftrag ist es, die sozialen Netzwerke wie Instagram, YouTube und andere von brutalen Fotos oder Videos nach einem Kriterienkatalog Inhalten wie Terror, ,Kinderpornografie, Snuff-Videos und anderes als „Content Moderators“ zu reinigen (cleanen). Das streng katholisch ausgerichtete Land bieten scheinbar gute Voraussetzungen für diese Tätigkeit. Präsident Duterte geht gerade in letzter Zeit mit äußerster Härte auch gegen kleine Dealer und ihre Klientel vor. Er schreckt auch nicht davor zurück, sie lynchen zu lassen. Das Motto in den Philippinen lautet: „Cleanliness is next to Godliness“. Die zumeist sehr jungen Menschen müssen nach kurzem Training in wenigen Sekunden entscheiden, „Delete“ oder „Ignore“ für die gezeigten Videos und Fotos.

Riesewieck stellt eine fiktive Autorin , gespielt von Caroline Hanke, mitten in einen auf der Bühne platzierten, recht opulenten Pflanzenwelt. Der „wilde Garten“ symbolisiert Facebook, dass wirkt, als wäre er sich selbst überlassen. Man sieht die Mauer darum nicht und wer im Hintergrund der Bestimmende ist. Der Sprechchor des Dortmunder Schauspiels durchquerten den „Garten“ als gleich gekleidete ordnende Gärtner. Die jungen weiblichen Theaterpartisanen verkörperten mit ihren weißen Kleidern Unschuld und Reinheit.

An den Wänden waren vier große Projektionsleinwände aufgestellt. Das Publikum nimmt mitten auf der Bühne auf Palettenkisten oder Seitenbänken platz. Mitten drin statt nur dabei. Auf der Bühne sind unter anderem auch die blauen Computerarbeits-Boxen mit den Bildschirmen zu sehen. Drei Schauspieler schlüpfen als Erzähler in eine Rolle von unterschiedlichen Typen von „Clickarbeitern“. Sie wurden beim erzählen mit der Kamera begleitet.

Da ist Maggy, deren Geschichte erzählt und extensiv dargestellt von Merle Wasmuth wird. Ihr starker religiöser Hintergrund dient ihr als Hilfe oder Krücke im Umgang mit ihrer traumatisierenden Arbeit. Die dramatischen Folgen dieser Arbeit wird ohne das Publikum mit schlimmsten Gewaltbildern zu schocken, durch die Erzählungen und Darstellungen der Schauspieler eindringlich auf die Bühne gebracht. Maggy zum Beispiel leidet unter schlimmsten Waschzwang und verbraucht Unmengen an Parfüm, um den ekeligen Gestank ihrer Arbeit los zu werden. Sie nimmt nach ihrer Auffassung die „Sünden der Welt“ für alle anderen auf sich, ohne das das gesehen wird. Ein acht bis zwölfstündiger Arbeitstag, wenig Pause, knorpeliges Fleisch in Schaumstoff-Take-Away-Verpackung und Plastikbesteck. Trotz aller Bemühungen hat sie letztendlich keine Chance gegen die Schnecken, die

Nasrim, erzählt und gespielt von Björn Gabriel, ein ein Syrien stammender Clickarbeiter, hoffte auf gut Arbeitschancen und bessere Aussichten als in Europa. Wegen seiner arabischen Sprachkenntnisse hatte er gute Chancen auf den Job. In einer Mischung aus Entsetzten und schützenden Zynismus erzählt er davon, wie ihn die Bilder der Folgen explodierender Bomben eines Selbstmord-Attentätern ihn sexuell erregen und was diese kranke Lust für Folgen für seine Beziehung zu seiner Freundin hat. Er flüchtet sich in Zynismus.

Der dritte Clickarbeiter Dodong (Raafat Daboul), versucht verbissen und hartnäckig, den australischen Pornoring-Chef „Scully“ ausfindig zu machen. „Scully“ steht dabei einerseits für die reale Person Peter Scully, ein Australier, der seit 2015 auf den Philippinen verhaftet wurde, weil er mehrere Kinder missbraucht und die Taten gefilmt hat. Auch ein Mord wird ihm vorgeworfen. Mittlerweile droht im die Todesstrafe.

Aber „Scully“ kann auch für die anderen Personen stehen, die irgendwo auf der Welt Vergewaltigung und Mord filmen und ins Netz stellen. „Irgendwo ist irgendwann immer Nacht“, sagt die Autorin verzweifelt.

Facebook ist in der Diskussion. Beispielsweise soll „Hate Speech“ (Hassreden) stärker bekämpft werden. Doch das sind immer zwei Seiten der Medaillen. Ist es wirklich gut, alles „Schlechte“ fern zu halten anstatt sich mit den (wahren) Ursachen dieses „Bösen“ in und außerhalb von uns auseinander zu setzten. Und wer setzt welche Kriterien?

Im Herbst 2017 erscheint übrigens im dtv Verlag das Buch „Digitale Drecksarbeit. Wie uns Facebook und Co. Von dem Bösen erlösen“. Verfasser: Moritz Riesewieck.

Informationen zu weiteren Aufführungsterminen erhalten Sie unter www.theaterdo.de




Virtuose Gesangskunst im Orchesterzentrum

[fruitful_alert type=“alert-success“]Musiker und Solisten präsentierten Vivalidis „Best of italienische Komponisten“ im Orchesterzentrum. (Foto: © Bülent Kirschbaum)[/fruitful_alert]

Für die Fans von Barock-Opern wurde am 02.06.2017 im Rahmen des Musikfestivals Klangvokal im Orchesterzentrum ein besonderer Leckerbissen geboten. Das 1735 entstandene Oper-Pasticcio „Tamerlano“ aus der Feder von Antonio Vivaldi (1678-1741) als konzertante Aufführung. Kompositionen von zur damaligen Zeit modernen Komponisten aus der sogenannten Neapolitanischen Schule wie Riccardo Brosch, Geminiano Ciacommelli oder Johann Adolf Hasse wurden von Vivaldi mit eingebaut. Das Libretto stammt von D‘Agostino Piovene. Bekannter ist die Oper von Vivaldi unter dem Namen„Bajazet“, denn die Oper von Georg Friedrich Händel (1685-1759) ist unter dem Namen „Tamerlano“ bekannter.

Die Geschichte der Oper basiert auf der historischen vernichtenden Niederlage des osmanischen Herrschers Sultan Bajazet (1402). Der gerät danach in die Gefangenschaft des tatarischen Herrschers Tamerlano. Dieser verliebt sich in die Tochter des Kontrahenten Asteria. Da ist er nicht der Einzige. Viel Stoff für für große Gefühle wie Liebe und Leidenschaft sowie Intrigen und Machtspiele. Platz für die ganze Bandbreite der Emotionen.

Die stilistisch hervorragenden Musiker des „Ensembles Les Accents“ aus Frankreich unter der Leitung von Thibault Noally, der auch Violine spielte, brachte die exzentrisch-schöne Musiksprache Vivaldis sowie die schwungvolle, wie auch gefühlvolle Musik des italienischen Südens wunderbar zur Geltung.

Trotz dreier männlicher Akteure in der Oper, war nur ein Mann als Solist auf der Bühne. Denn der Part des Tamerlano wurde von Delphin Galou (Alt) und der des Andronico von Sophie Rennert (Mezzosopran) stimmlich stark ausgefüllt. Der einzige Mann unter den SängerInnen, Florian Sempey (Bariton) drehte vor allem im dritten Akt noch einmal richtig auf.

Dilyara Idrisova als Vertraute des Andronico Idaspe überzeugte mit einem strahlend klaren Sopran. Auch Anthéa Pichanick (Alt) als Asteria und Blandine Staskiewicz (Mezzosopran) als Tamerlanos Braut gefielen mit ihren starken und sensiblen Gesang.




Jazz-Power im Domicil

Das Jazz-Programm im Rahmen des Klangvokal Musikfestivals Dortmund 2017 ist zwar im Vergleich zu den Vorjahren etwas ausgedünnt worden, aber mit der Queen of R&B und Soul China Moses (USA/Frankreich) und ihren Kollegen wurde wieder hohe Qualität für den Bereich Jazz gewonnen.

Moses brachte am 01.06.2017 auch gleich Song-Erzählungen von ihrer neuesten Werk „Nightingales“ (Nachtgeschichten.

Sie führte mit viel Humor und Selbstironie durch das Programm und verband die Songs mit ihren speziellen Nachtgeschichten um Liebesrausch und Liebesende, Leidenschaften oder Mut und Aufbruchstimmung. Sprühend vor Energie und Beweglichkeit begeisterte sie das Publikum mit ihrer warmen und ausdrucksstarken Altstimme. Stimmungsbilder wurden geformt und das Publikum auch mal zum Mitklatschen und Mitsingen eines Vokalrefrains animiert.

Die Musiker an ihrer Seite boten Jazz-Einschübe von hoher Qualität. Luigi Grasso am Saxophon, Joe Armon Jones am Piano sorgten für Begeisterung bei den anwesenden Jazz-Kennern. Marijus Aleska legte ein starkes Solo an den Drums hin und Luke Wynter war für die Tiefe Untermalung mit seinem Bass zuständig.

Es war schon beeindruckend, was für eine Power und Energie von der Bühne ausging.

Die harmonische Mischung von Jazz, R&B, Soul oder Pop und Hintergrund-Erzählungen sorgte für einen, ganz besonders bei den Jazz-Fans, für einen unterhaltsamen Abend.




Klangwelten aus Nord- und Südeuropa

[fruitful_alert type=“alert-success“]Das Ensemble Hirundo Maris verzauberte die Besucher der Marienkirche. (Foto: ©  Bülent Kirschbaum)[/fruitful_alert]

Im Rahmen des Musikfestivals Klangvokal trat am Mittwoch, den 31.05.2017 die Folk-Gruppe Hirundo Maris in der Dortmunder Marienkirche auf. Das spanisch-norwegische Quintett präsentierte alte Lieder und Balladen von Katalonien bis Norwegen. Den gesangliche Mittelpunkt bilden Arianna Savall und Petter Udland Johansen, die mit ihrem klaren Sopran und Tenor beeindruckten. Sie spielten zudem auf alten Instrumenten wie der gotischen Harfe oder Tripelharfe, der Hardangerfiedel (eine norwegischen Kastenhalslaute), oder der Mandoline.

Instrumental sensibel begleitet wurden die beiden Sänger und Musiker von ihren Kollegen Sveinung Lilleheier an der Gitarre und der Dobro (Resonator Guitar), Miquel Àngel Cordero am Contabass und Aleix Tobias (Percussion).

Die alten Weisen handelten von Sehnsucht, Liebe, Wehmut, Verlust und Hoffnung. Sowohl die Norwegischen wie die aus Katalanien und den jüdisch-saphardischen Lieder und Balladen waren oft getragen von einem schwermütigen Klang und ähnlichen fließenden Rhythmus von Nord- und Südeuropa. Das schottische Lied „The water is wide“ oder etwa die „Tarantela“ von Lucas Ruiz de Ribayaz (1626-nach 1777) zeigen aber auch temperamentvolle Seiten.

Starke instrumental Stücke wechselten sich mit gesungenen Beiträgen ab.

Mit einem skandinavischem Troll-Wiegenlied als Zugabe schickte Hirundo Maris das Publikum nach Hause.

Nord- und Südeuropa passten auf alle Fälle musikalisch gut zusammen.




Musterlösungen für das Torhaus Rombergpark

[fruitful_alert type=“alert-success“]Welche „Musterlösungen“ zeigen wohl Leonie Herrmann (links) und Refika Düx im Torhaus Rombergpark?[/fruitful_alert]

In einer Gemeinschaftsausstellung versuchen die jungen Künstlerinnen Leonie Herrmann und Refika Düx mit 14 Werken in verschiedenen Formaten ihre „Musterlösungen“ für die Städtische Galerie Dortmund Torhaus Rombergpark zu präsentieren. Beide haben schon zusammen in Enschede studiert.

In jedem einzelnen ihrer Werke prallen verschiedene Strukturen, tastbare Haptiken, unterschiedliche Materialien und Farben aufeinander. Verwendet werden neben Öl, Tusche, Papier oder Transparentpapier auf Leinwand oder auch Hartfaserplatte. Herrmann arbeitet beispielsweise mit zusätzlichen anheften von Papierfetzen oder Auskratzen an bestimmten Stellen. So gelingt es ihr, die Betrachter zu irritieren.

Auch Düx hat in ihren Werken überraschende Elemente. So verwendet sie alte Zeitungsausschnitte, die zum Beispiel als Notenausschnitten aus einem Bild hervor luken. Im Gegensatz zu Düx arbeitet Hermann nicht abstrakt, sondern figurativ. Trotz ähnlicher Vorgehensweise ist die Wirkung unterschiedlich. Während die neun abstrakten Exponaten von Düx mit ihren gelben, blauen oder hellgrünen Pastellfarben eine freundliche Atmosphäre und positive Spannung verbreiten, erscheinen die fünf figürlichen Werke von Herrmann irritierend und fragend.

Fast alle Exponate sind in den letzten Jahren entstanden und haben zumeist keinen Titel. Düx verwendet eine spezielle Nummerierung nach dem Ort der Herstellung.

Die Ausstellung ist vom 4. bis 25. Juni 2017 zu sehen.

Die Eröffnung der Gemeinschaftsausstellung ist am Pfingstsonntag, den 4. Juni 2017 um 11.00 Uhr im Torhaus Rombergpark (Städtische Galerie Dortmund).

Öffnungszeiten:

dienstags bis samstags: 14.00 – 18.00 Uhr

sonntags und feiertags: 10.00 – 18.00 Uhr

Eintritt frei