Fotofestival Dortmund an acht verschiedenen Orten

[fruitful_alert type=“alert-success“]Katrin Koenning zeigt Freizeitaktivitäten im Künstlerhaus Dortmund im Rahmen der Ausstellung „Everyday Is Like Sunday“.[/fruitful_alert]

Das neue Fotofestival „f²“ in Dortmund unter dem Oberthema „Grenzen“ unter Beteiligung von von mehr als 80 bekannten Fotografen findet vom 22. Juni bis zum 16. Juli 2017 an acht verschiedenen Ausstellungsorten statt. Dort wird jeweils ein unterschiedlicher Zugang und Blickwinkel auf diese Thematik präsentiert. Das große Spektrum reicht von „Grenzen des Wachstums“ bis zu den „Grenzen des Mediums Fotografie“

Drei Kunstorte machen den Anfang: Das Depot Dortmund eröffnet als erster Ort das Fotofestival am Donnerstag, den 22.06.2017 um 19:00 Uhr mit der Ausstellung „Grenzen des Wachstums“. Sie bezieht sich auf eine 1972 erschienen Studie des „Club of Rome“, der schon damals mahnend auf die Folgen einer zügellosen Weltwirtschaft hinwies. Internationale Fotografen zeigen eindrucksvoll in ihren künstlerischen, dokumentarischen und fotojournalistischen Arbeiten in Farbe und Schwarz-Weiß, die Folgen von Überfischung, Klimawandel, Armut, Ausbeutung und Perspektivlosigkeit. Sie führen uns auch deutlich vor Augen, warum Menschen es auf sich nehmen, unter schwierigsten Bedingungen aus ihren Heimatländern zu fliehen.

Am Freitag, den 23.06.2017 um 20:00 Uhr wird im Künstlerhaus Dortmund die Ausstellung von sieben verschiedenen Fotokünstlerinnen und Künstlern unter dem Titel „Everyday is like Sunday“. Hier wird der Song von Morrissey aufgegriffen, um die Bedrohung durch den als langweilig und still empfundenen „freien Sonntag“ zu beschreiben. Die Grenzen zwischen Feiertag und Alltag sind fließend. Wie empfindet ein arbeitsloser Mensch den Sonntag? Die Ausstellungsmotive drücken diese Ambivalenz zwischen Alltag und Feiertag, Normalität und Experiment, Fest und Langeweile oder Heimat und Fremde aus. Dabei spielt der auf die Freizeit gerichtete Aspekte der Konsumgesellschaft ebenso eine Rolle wie Feiertag als Flucht aus dem Alltag, Alltag als Flucht vor der Einöde des Sonntags. Einen besonderen Blick auf das Ruhrgebiet und seiner Bewohner zeigt die hier geborene Künstlerin Katrin Koenning (lebt seit sieben Jahren in Australien) in ihren Fotografien von einfachen Freizeitvergnügen im Grünen oder solchen, die auch Zeichen des Verfalls beinhalten. Zu sehen sind auch Arbeiten, die sich mit dem Erleben von Sexualität zwischen Prostitution und Lebensgemeinschaft respektvoll beschäftigen.

Am Samstag, den 24.06.2017 wird in der 44309 Street/Art Gallery eine besondere Fotoausstellung eröffnet. Der deutsche Fotograf Felix Kleymann hat 2015 Menschen auf ihrer Fluchtroute vom Irak über die Türkei, Griechenland, die Balkanroute über Österreich nach Deutschland. Er dokumentiert das während der acht Wochen den Camps erlebte oder die gefährlichen Überfahrt im Schlauchboot in Bildern und Texten. Er wird am Samstag anwesend sein und auch davon berichten. „Ich wollte einmal dokumentieren, was es eigentlich bedeutet, unter Strapazen und Gefahren so eine Flucht auf sich zu nehmen,“ so Kleymann.

Die anderen fünf Orte des des Fotofestivals haben später ihrer Eröffnungstermine. Wir werden davor berichten.

 




Klassik meets Hiphop im Konzerthaus

Das 3. Konzert für junge und jung gebliebene Leute am 19.06.2017 im Dortmunder Konzerthaus brachte zwei nur scheinbar unvereinbare Musikrichtungen zusammen. Klassik und Hiphop. In den letzten Jahren haben sich die beiden musikalischen Welten aber auch gegenseitig inspiriert.

Der Künstler und exzellente Violinist Miki Kekenj liebt neben klassischer Musik auch soul-lastige Hiphop-Tracks als Ausdrucksmittel. So lag es nah, diese beiden Welten zu verbinden. Schon vor zehn Jahren entwickelte er sein „Opus 1“. Zusammen mit der Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Philipp Armbruster führte er nun auf der hiesigen Konzertbühne sein Violinkonzert in e-Moll „Opus 2“ (Hiphop meets Klassik“) auf. Es ist ein Konzert in drei Sätzen für Violine, Rap-Gesang, sinfonisches Orchester und Hiphop-Band und eine interessante Symbiose aus diesen unterschiedlichen Musikrichtungen. Jeder Satz ist durchzogen von einem Hiphop-Song. Zu Beginn zeigte aber die Dortmunder Philharmoniker ihr Können bei der rasanten und emotionalen „Ouverture méditerranéenne, op. 330“ von Darius Milhaud.

Im ersten Satz „Mein Utopia“ des Violinkonzerts beschreibt Kekenj seinen Traum von einer besseren Welt. Die Harfe führt danach als eine Art drittes Thema ein, dass auf einer Sample-Bearbeitung von John Coltranes „In a sentimental mood“ beruht. Am Ende wird der Traum mit einer musikalischen Steigerung aufgelöst. Der zweite Satz „Schlaflied“ beruht auf der der traurigen Realität der Verfolgung der Juden in der Zeit des Nationalsozialismus. Ein jüdische Mutter vergiftet ihr Kind, um es vor dem Leid durch die nahenden Soldaten zu bewahren. Während diese mit Gepolter anrücken, singt sie dem Kind ein Schlaflied (Schlaf mein Vögelchen) und erzählt ihm eine Geschichte von lauten Trollen und krachenden Bäumen.  Diese bewegende Geschichte wird von der Violine auch einfühlsam begleitet. Am Ende wirkt die Musik jedoch und fast trotzig auf brausend. Im dritten Satz „Requiem für die Liebe“ heißt es „Ich trag die Liebe zu Grabe, bevor die Liebe mich zu Grabe trägt.“ Die Virtuosität der Violine kommt voll zur Geltung. Sie steigert sich immer mehr. Aber keine Sorge, am Ende siegt die Liebe, ohne die wir nicht leben können.

Das Zusammenwirken von Orchester, einem starken Solo-Violinisten und Hiphop-Sprechgesang ist gut gelungen.




Achtsamkeit gegen Angst und Hass

Das Städte übergreifende Jugendtheaterprojekt der Kulturmetropole Ruhr „Pottfiction“ hatte am 17.05.2017 im Dortmunder Kinder-und Jugendtheater Premiere mit ihrer neuen Produktion „Achtung.Liebe!“. Wie wir Achtsamkeit und Liebe in Zeiten von Terror und Gewalt entwickeln können, war hier das Thema.

Die zehn Jugendlichen und jungen Erwachsenen (16-23 Jahre) hatten diese Performance unter der Leitung von Lisa Maria Heigl und der Unterstützung von drei Profis aus verschiedenen künstlerischen Sparten zusammen entwickelt.

Andreas Gruhn (Direktor KJT und Regie) für den Bereich Schauspiel, Oliver Sproll für die Masken, und Felix Bürkle für den Bereich Tanz und Choreografie gaben Inputs und Impulse für dieses sparten-übergreifende spannende Experiment.

Auf der fast leeren Bühne standen nur vier graue Bänke und mehrere Scheinwerfer im Hintergrund sorgten für unterschiedliche Lichtstimmungen.

Die jungen Akteuere schufen beeindruckende Bilder und spielten gekonnt mit den ausdrucksstarken Masken. Mit den künstlerischen Ausdrucksformen wie Pantomime, Tanz und Schauspiel setzten sie sich mit Ängsten vor dem „Fremden“, Menschenmassen und der Sehnsucht nach Geborgenheit, Liebe und als „Ich“ angenommene Persönlichkeit auseinander. Die Masken vor den Gesichtern waren nicht nur Symbol für Bedrohung, sondern auch für die Tatsache, dass wir alle im Alltag oft „Masken“ im übertragenem Sinn zu unserem Schutz tragen, hinter denen wir uns „verstecken“ können. Es geht auch darum, hinter diese Masken zu blicken und so eventuell Ängste und Vorurteile abzubauen und Vertrauen zu entwickeln. Vertrauen entwickeln wurde von den Akteuren plastisch mit der Übung „sich fallen lassen und aufgefangen werden dargestellt.

Die Ängste und Bedrohungen wurden von bedrohlichen Geräuschen und Musik im Hintergrund dramaturgisch verstärkt. Der Wunsch nach Geborgenheit fand besonders seinen Ausdruck, als sich alle Akteure wie ein Embryo im Mutterleib auf den Boden legte. Ein besonderer Moment war, als alle Akteure auf der Bühne langsam nach vorne gehend unter zunehmend bedrohlicher Geräuschkulisse die Daten und Fakten der in immer kürzeren Abständen zunehmenden Terrorakte vorlasen.

Drei der Akteure spielten auch live auf der Bühne mit Gitarre und Streichinstrumenten.

Ein gelungenes Zusammenwirken verschiedener künstlerischer Ausdrucksformen. Ein großes Kompliment auch für die „lebendigen“ wunderbaren Masken.

Informationen über weitere Vorstellungstermine erhalten Sie unter www.theaterdo.de




Hits von Berlin bis Hollywood

[fruitful_alert type=“alert-success“]Nicht nur Simone Kermes und Roland Kaiser hatten ihren Spaß, sondern auch die vielen Besucher des Konzerthauses. (Foto: © Bülent Kirschbaum)[/fruitful_alert]

Eine große musikalische Spannbreite für das Publikum bot „Berlin-Mailand-Hollywood“ mit der Sopranistin Simone Kermes und dem Special Guest Roland Kaiser am Sonntag Nachmittag im Rahmen des Klangvokal Musikfestivals in Dortmund. Der passende Ort dafür war das Dortmunder Konzerthaus.

Musikalisch begleitet wurde das Konzert von der in den verschiedenen Musikrichtungen bewanderte Neue Philharmonie Westfalen unter der souveränen Leitung von Eckhart Wycik.

Sie zeigten ihr Können egal ob bei der Opernmusik von Georg Friedrich Händel (1685-1759) oder später Schlager von Roland Kaiser und Udo Jürgens, Filmmusik von John Williams (Indiana Jones), John Barry (1898-2011) „Jenseits von Afrika“ oder am Ende die Musical-Hits von George Gershwin (1898-1937) und Leonard Bernstein (1918-1990).

Das Konzert war in verschiedene musikalische Abschnitte aufgeteilt. Zunächst konnte Simone Kermes mit ihrer klaren Sopranstimme ihr Können bei den italienischen Opernarien von Nicola Antonio Porpora (1686-1768), Gaetano Donizetti (1797-1848) bis zu Giuseppe Verdi (1813-1901) beweisen. Sie meisterte die schweren Koloraturen mit einer ihr eigenen Leichtigkeit. Zudem fand sie auch Zeit, das Publikum zu animieren und mit ihm zu kommunizieren, sowie ihre festliche Kleidung mehrfach zu wechseln.

Der zweite Abschnitt nach der Pause war dem Schlager gewidmet. Kermes sang im Duett mit Roland Kaiser den auch aus dem Fernsehen bekannten Song „Alles was du willst“ (Roland Kaiser). Ihre Koloraturen lockerten den Song auf erfrischende Weise auf.

Als Hommage an Udo Jürgens sang Roland Kaiser begleitet von einem dreiköpfigen Background-Chor dann ein Arrangement bekannter Hits wie etwa „Aber bitte mit Sahne“, „Ehrenwertes Haus“, „Griechischer Wein“ oder „Ich war noch niemals in New York“.

Dann folgte die Hollywood-Filmmusik. Von „Herr der Ringe“, eine besondere Interpretation von Simone Kermes des Hits „Over the Rainbow“ (Harold Arlen, Wizard of Oz) bis hin zu „Jenseits von Africa“. Gefühlvoll wurde es mit „Summertime“ aus „Porgy and Bess“ von George Gershwin (1898-1937) und bei „Glitter and Be Gay“ aus „Candile“ von Leonard Bernstein.

Am Ende begeisterten Kermes und Kaiser das Publikum mit der im Duett gesungenen Version des Hits „Warum hast du nicht Nein gesagt“.




Vor dem Verfallsdatum?

Unter der Regie des südafrikanischen Choreografen Mark Hoskins und der Leitung von Barbara Huber hat das Seniorentanztheater des Balletts Dortmund die neue Produktion „Knockin‘ on heavens door“ (nach dem Song von Bob Dylan) entwickelt. Die begeisterten und rüstigen 22 Tänzerinnen und Tänzer im Alter zwischen 63 und 81 Jahren habe dafür seit Oktober 2016 geprobt.
In einem Abend voll Witz und Hintersinn hat sich die Gruppe mit einer im gesetzteren Alter naheliegenden Frage tänzerisch auseinander gesetzt. Was erwartet uns im „Wartesaal des menschlichen Verfallsdatum“ an der Schwelle zum Tod? Ist da die Stille des Nichts oder oder lockt ein befreiendes Willkommen? Da hat so jeder seine eigenen Vorstellungen.
Choreograf Hoskins verriet die dahinter steckenden Fragen: „Gibt es ein Ablaufdatum wie bei Lebensmitteln auch für Menschen? Die Tür geht nur in eine Richtung: vorwärts. Was ist hinter der Tür? Gibt es ein noch anderes Ablaufdatum?“ Es klopfen ja nicht nur die Toten an die „Himmelstür“, sondern jeder Schlag an die Pforte kann auch ein Zeichen des Lebens sein.
„Eine herausgestellte Figur übernimmt Lothar Porschen (67 Jahre) als eine Art „Gott“ oder „Übersinnliches Wesen“ in einem weißen Anzug. Er kann auch als Sinnbild für das Leben gesehen werden,“ so Hoskins.
Ein Herzinfarkt vor nicht allzu langer Zeit hat ihm das Thema näher gebracht als ihm lieb war. Seiner guten Kondition durch das Tanzen hat ihn unter anderem am Leben erhalten.
Die Musikauswahl ist von melancholisch bis heiter gemischt. Sie geht von AC/DC , Dinah Washington & Max Richter, Glenn Miller, Queen , Bob Dylan bis hin zu Eric Idle.

Die Premiere am Freitag, den 30.06.2017 im Ballettzentrum Dortmund und am 02.07.2017 sind schon ausverkauft.
Karten gibt es aber noch für die Vorstellung am Samstag, den 01.07.2017 um 20:00 Uhr und am 07. sowie den 08.07.2017 jeweils um 20:00 Uhr.
Informationen erhalten Sie wie immer unter www.theaterdo.de




In das Licht des Südens getaucht

Am 13. und 14. Juni 2017 tauchte das Dortmunder Konzerthaus musikalisch in das Licht des Südens ein. Beim 09. Philharmonischen Konzerts war „sonnen_strahl“ das Motto. Viele Komponisten wurden durch ihre vielen Auslandsreisen, speziell vom sonnigen Italien, musikalisch sehr inspiriert. Die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Otto Tausk (Chefdirigent des Sinfonieorchesters und Theaters St. Gallen) brachte den Flair Italiens sensibel in den Konzertsaal.

Drei Komponisten standen im Mittelpunkt der Abende. Den Anfang machte „Fontana di Roma“ von Ottorino Respighi (1879-1936). In den vier Sätzen wurden die schönsten römischen Brunnen mit ihren verschiedenen Stimmungen zu unterschiedlichen Tageszeiten lebendig vor Augen geführt. Es sollen Gefühle und Visionen transportiert werden.

Zu Beginn wurde die Stimmung am „La fontana die Valle Giulia all‘alba“ im Morgengrauen durch schimmernd vibrierend von den Streichern und mit orientalischen Klängen der Holzbläser musikalisch untermalt. Heiter ist die Stimmung im Morgenglanz wenig später beim Tritonen-Brunnen im zweiten Satz, um sich dann wie zum Tanz in sprudelnden Wasserspielen zu vergnüglich zu steigern. Der bekannteste und größte Trevi-Brunnen wurde in seiner prachtvollen Stimmung am Mittag mit Fanfarenklängen gebührend musikalisch untermalt. Der Brunnen der Villa Medici in der glitzernden Abendstimmung wurde mit melancholisch-sanften Klängen der Harfen und Celesta sowie dem Glockenspiel bildhaft dargestellt.

Danach folgte das 1. Klavierkonzert C-Dur op. 15 von Ludwig van Beethoven (1770-1827). Die heitere und beschwingte Stimmung des ersten Satzes erinnert zunächst an Mozart. Das frühe Klavierkonzert des noch jungen Beethoven zeigt aber auch schon viel von dessen leidenschaftlichen, ungezügelten und in die Tiefe gehende Musik.

Der chinesische Pianist Chen Guang am Klavier brachte diese zusammen mit dem Orchester einfühlsam und technisch hervorragend zu Gehör. Es gab als Zugabe ein chinesisches Klavierstück.

Nach der Pause folgte Felix Mendelssohn Bartholdys 4. Sinfonie A-Dur op. 90, genannt die „Italienische“ voll klassizistischer Lebensfreude, aber nicht immer heiter.

Der erste Satz mit seinem bekannten Hauptthema hat einen tänzerischen Charakter und erinnert an die Vertonung der Ballade „Der König in Thule“ von Carl Friedrich Zelter, dem kurz zuvor verstorbenen Lehrer von Mendelssohn Bartholdy.

Das einem Messgesang ähnlichen Andante ist wohl auch unter diesem Eindruck entstanden. Mit der Einführung eines dritten Satzes durchbricht der Komponist das Formschema der klassischen Sinfonie. Italienische Stimmung kommt vor allem durch die zu erkennenden Volkstänze „Tarantella“ und „Saltarello“ auf. Zum furiosen Ende hin treibt die Musik stetig nach vorwärts.




Mediterrane Chansons im Domicil

[fruitful_alert type=“alert-success“]Weltmusik einer Kosmopolitin: Vakai Stavrou. (Foto: © Bülent Kirschbaum)[/fruitful_alert]

Im Rahmen des Klangvokal Musikfestivals brachte die griechisch-zypriotische Sängerin Vakia Stavrou am 11.06.2017 mediterranes Flair in das Dortmunder domicil. Die Sängerin mit der klaren, kraftvollen und dabei weichen Stimme hatte zumeist melancholische Chansons in verschiedenen Sprachen im Programm.

Das ist auch ein Spiegel ihres wechselvollen Lebenslaufs. Geboren auf Zypern, hat sie im Laufe der Zeit in vielen verschieden Orten in Europa gelebt. Ob London oder Paris, Griechenland, Italien, Spanien oder Portugal, von überall ist ihre „Weltmusik“ beeinflusst worden. Anklänge an südamerikanische Musik aus Brasilien oder Argentinien (Tango) sind ebenfalls heraus zu hören.

Der portugiesische melancholische Fado spielt dabei eine große Rolle. Die wenigen von ihr an diesem Abend dargebotenen englischsprachigen Songs haben dagegen einen anderen Rhythmus. Da konnten das Publikum bei einem Song deutlich einen Dreiviertel-Takt heraus hören.

Zweimal griff die Sängerin für ihre Begleitung auch selbst zur Gitarre. Ansonsten wurde sie musikalisch sensibel von ihren vier männlichen Kollegen Carlos Bernado (Gitarre), Octavio Angarita (Violoncello), Guillaume Robert (Kontrabass) und Inor Sotolongo (Percussion) instrumental unterstützt.




Das 9. Fest der Chöre

[fruitful_alert type=“alert-success“]Am 17. Juni 2017 wird wieder in der gesamten Innenstadt gesungen. (Foto: © Bülent Kirschbaum)[/fruitful_alert]

Singen tut nicht nur der Seele (oder Lunge) gut, sondern macht gemeinsam auch noch viel Spaß. Das „Rudelsingen“ erfreut sich hierzulande immer größerer Beliebtheit. Im Rahmen des Klangvokal Musikfestivals findet am Samstag, den 17. Juni 2017 das 9. Fest der Chöre in Dortmund statt. Beteiligt sind rund 130 Chöre und 80 Helfer. Gesungen wird auf elf Bühnen. Dortmund wird für einen Tag zur „singenden Stadt“.

Der Direktor des Festivals Torsten Mosgraber freut sich, dass in diesem Jahr 15 neue Chöre beim größten städtischen Chorfest dabei sind. Den Anfang machen fünf Kita-Chöre mit einem gemeinsamen Singen um 10:00 Uhr im Rathaus unter dem Motto „Singen ist ‘ne coole Sache“. Es gibt für die Kinder dann auch die Möglichkeit, sich kostenlos schminken zu lassen.

Traditionelle findet der Auftakt auf dem Alten Markt um 12:00 Uhr mit einem gemeinsamen Singen statt. Alle anwesenden Besucher können dann den Eröffnungschor VoiceUnit und Voice‘R‘Us gesanglich kraftvoll unterstützen.

Bürgermeisterin Birgit Jörder wird das Chorfest offiziell eröffnen. Ab 12:30 Uhr geht es dann an allen 16 Standorten mit dem Programm los. DSWW21-Singhaltestellen stehen für spontane Kurzkonzerte offen. Es wird aber nicht nur gesungen, sonder der Sprechchor des Dortmunder Schauspiels wird Ausschnitte aus der aktuellen Inszenierung „das Bildnis des Dorian Gray“ nach Oscar Wilde vortragen.

Ein besonderes Chorprojekt können die Besucher ab 14:00 Uhr in der Reinoldikirche mit „The Peacemakers“ erleben. Ein Projektchor aus mehren Kirchenchören sowie einem Jugendprojektchor singen Ausschnitte aus Katrl Jenkins‘ Oratorium für den Frieden.

Bekannte und beliebte Lieder mitsingen ist um 17:00 Uhr im Rathaus möglich. Dort lädt Chorleiter Winfried Meyer gemeinsam mit seinen Chören zum Offenen Singen ein. Es wurde vorab verraten, dass in diesem Jahr der Flügel in der Mitte platziert werden wird.

Als abendliches Highlight bietet das Abschlusskonzert um 20:00 Uhr auf dem Alten Markt die A-Cappella-Band Mostly Five aus Lünen, HeartChor aus Wetter (Soul.Pop. Gospel) sowie die Dortmunder Sounding People und ihre ausgefeilten Arrangements mit Beatbox-Untermalung.

Achtung: Kurzfristig im Programm ist ab 13:30 Uhr im Orchesterzentrum-Foyer der Deutsch-Türkische Projektchor vom ChorVerband NRW. Die Besucher können ihn bei einer Probe erleben.

Die Flyer zum Chorfest liegen bei den üblichen Vorverkaufsstellen aus oder sind natürlich am Samstag am Infostand auf dem Alten Markt erhältlich.




Unsere kleinen Spleens im Theater-Fokus

[fruitful_alert type=“alert-success“]Spleens entdecken im Theater im Depot. (Foto: © Mathias Schubert) [/fruitful_alert]

Den Spruch von Joachim Ringelnatz „Jeder spinnt auf seine Weise. Der eine laut, der andere leise“ kennen sicher viele Menschen. In ihrer neuen Produktion „Spleens“ nimmt sich die Theaterwerkstatt am Theater im Depot unter der Leitung von Barbara Müller diesem Thema. Humorvoll und mit Selbstironie setzt sich eine Gruppe von acht Amateur-SchauspielerInnen mit unseren harmlosen kleinen „Spleens“, Marotten und Ticks auseinander. Die Gruppe setzt sich aus Personen aller Altersgruppen zusammen. Die Thematik betrifft uns alle, denn jeder ist irgendwie betroffen und kann mit reden.

„In einem über zehn Monate gehenden längeren Prozess haben wir uns gemeinsam mit dem Thema befasst und Texte und Improvisationen entwickelt. Jeder der Amateurschauspieler bringt sich nach seinen Fähigkeiten ein,“ erklärte die Regisseurin vorab beim Pressegespräch. Sie ist die Impulsgeberin und begleitet mit drei Profi-Kollegen (Regieassistenz, Bühnenbild, Licht und Choreografie) zusammen das ganze Projekt.

Bei den Theaterwerkstatt-Projekten werden die Karten jedes Jahr neu gemischt. Da gibt es diejenigen, die schon viele Jahre dabei sind, und andere, die ganz neu hinzu kommen. Sie alle bewerben sich, bei einem zu zahlenden Monatsbeitrag um die 50 Euro, um bei der Theaterwerkstatt mit machen zu können. Das Ganze wird aber auch noch durch die Dortmunder Kulturbetriebe finanziell unterstützt.

Die Rahmenhandlung für „Spleens“ bildet eine Varieté-Show, und es kommt zu einigen absurden Situationen. Jeder der acht Akteure spielt einen anderen Charakter. Das Bühnenbild wird sicher entsprechend bunt ausfallen.

Die Premiere ist am Samstag, 17. Juni 2017 um 20:00 Uhr im Dortmunder Theater im Depot. Der nächste Aufführungstermin ist am Sonntag, den18. Juni 2017 um 18:00 Uhr.

Weiter Informationen erhalten Sie unter http://www.depotdortmund.de/




Zauberhaftes „Acis and Galatea“

[fruitful_alert type=“alert-success“]Jede Sekunde fühlte man sich in die Barockzeit zurückversetzt. (Foto: © Bülent Kirschbaum) [/fruitful_alert]

Als szenische Oper wurde die Masque in zwei Akten „Acis and Galatea“ nach dem mythologischen Stoff von Ovid in der musikalischen Neubearbeitung von Georg Friedrich Händel (1685-1759) am 10. Juni 2017 im Orchesterzentrum als ein besonderes Klangvokalerlebnis aufgeführt. Es wurde ein Klang und Augenschmaus für das Publikum. Nicht nur das in der Barockmusik erfahrene Collegium Marianum (Prag) unter der musikalischen Leitung von Jana Semerádová (auch an der Flöte), fünf hervorragend harmonierende SängerInnen mit klaren Stimmen, sondern auch das Marionettentheater Buchty a loutky (Prag) spielte mit ihren fein geschnitzten Puppen eine wichtige und mystische Rolle. Das Publikum wurden mit wunderbaren barocken Kostümen und Masken für die Sänger, und fantasievollen und liebevoll entwickelten Marionetten in ein barocke Zeit vor etwa dreihundert Jahren versetzt.

Die Bühne für das Puppentheater und auch die SängerInnen war dreigeteilt. Neben dem üblichen Mittelteil für die Handelnden gab es noch zwei seitliche runde fenster mit goldenen Vorhängen und dahinter durchsichtigen Gardinen. Das ermöglichte einen fantasievollen Perspektive-Wechsel für Sänger und Puppen. Die Sänger waren mal vor der Puppenbühne, mal agierten sie darin.

Die Geschichte ist kurz erzählt: Der Hirte Acis (Tenor Benedikt Kristjánsson), liebt die Nymphe Galatea (Sopran Sophie Junker). Beide sind glücklich doch der Riese Polyphemus (Bariton Tomáš Král) will sie unbedingt für sich gewinnen. Am Ende erschlägt er Acis mit einem Stein, doch Galatea kann ihn durch einen Zauber in eine türkisfarbenen Fluss (ewige Liebe) verwandeln. Zur Seite standen immer die Freunde Damon (Tenor Patrick Grahl) und Tityrus (Tomáš Lajkep). Es ist eine Ode für die Natur und die Liebe.