Rosinenblues: Die Fortsetzung folgt

[fruitful_alert type=“alert-success“]Rolf Dennemann (links) und seine Mitstreiter Gregor Hengesbach und Thomas Erkelenz. (Foto: © Theater im Depot)[/fruitful_alert]

Die erfolgreiche Text und Musik-Performance „Rosinenblues I“ von Rolf Dennemann aus dem Jahr 2014 mit Unterstützung der beiden Blues-Musikern Thomas Erkelenz und Gregor Hengesbach findet mit „Rosinenblues II“ am Samstag, den 08.07.2017 um 20 Uhr im Dortmunder Depot seine Fortsetzung.

Aus der umfangreichen Textsammlung, die sich aus seiner guten Beobachtungsgabe, Selbsterfahrung und Alltagserlebnissen speist, liest Dennemann nicht nur vor. Er „bearbeitet“ sie für die Bühne mit seiner Stimme und mit dem Mittel der Mimik und Gestik. „Meine Stimme ist der Hauptakteur“, sagt Dennemann. Je nachdem, wie er sie benutzt, ob laut oder leise, wie Pausen eingesetzt werden, spielt eine wesentliche Rolle.

Durch inspirierenden Humor und Übertreibung zum Ende hin macht er seine Lese-Performance zu einem besonderen Erlebnis. Das Publikum kann sich in den erzählten Situationen, wie beispielsweise alleine Essen gehen in einem Restaurant oder ein Erlebnisse bei einem Zahnarztbesuch, hinein versetzen und oft wiederfinden.

Die beiden Blues-Musiker sind wieder in das Gesamtkonzept eingebunden und ein wesentlicher Bestandteil mit wichtigen Funktionen.

„Wir haben mit unseren verschiedenen Instrumenten zum einen eine atmosphärisch aus-gestaltende Funktion für den Text, aber auch als Intermezzo zwischen den Textpassagen“, erklärte der neben Akustik- und Elektrogitarre auch auf den Bongos aktive Gregor Hengesbach.

Als neuer Posten kommt die Kategorie „Pop-Song“ hinzu. Es wird einen Mischung aus Blues, Balkan-Pop und Sprechgesang zu hören sein. Beteiligt ist hierbei Rolf Dennemann mit einem Sprechgesang. (Titel „Kann sein“). Er versucht sich außerdem als „Rohr-Musiker“. Lassen Sie sich überraschen!

Neben dem Termin der Dortmunder Premiere am 08.07.2017 um 20:00 findet im Juni auch noch eine Aufführung am 09.7.2017 um 18:00 Uhr im Depot statt.

Karten hierfür erhalten Sie unter der Telefonnummer: 0231/ 9822336.




Künstlerischer Blick hinter die Fassade

[fruitful_alert type=“alert-success“]Susanne Beringer ist fasziniert von der Weitsicht. [/fruitful_alert]

In der Artothek der Dortmunder Zentralbibliothek stellt die Künstlerin und Diplom-Sozialarbeiterin Susanne Beringer (Jahrgang 1965) vom 30.06.2017 bis zum 11.08.2017 sechzehn größere und ein paar kleinere Arbeiten. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Acryl- und Ölbilder aber auch Drucke und Radierungen. Was ihr wichtig ist, sind die „Weitsichten“, die in unseren Großstädten schwer zu finden sind. Ihre Werke sind in Landschaftsbilder und sensible Potraits von Menschen in Großformat aufgeteilt. Bei den Naturaufnahmen ist ihr wichtig, wie sie sagt, Kontraste herauszuarbeiten und hinter die Fassaden der zu zeichnenden Motive zu blicken.

Das Atmosphärische herauszuarbeiten und nicht das Sichtbare ist dabei wesentlicher Bedeutung. Inspiration bekommt sie durch ihre vielen Reisen, die sie bis nach Spanien oder sogar Vietnam geführt haben. Die spezielle Atmosphäre und Stimmung dieser Landschaften versucht sie, durch Überschichtungen und Reduktion einzufangen. Das gelingt ihr sowohl mit unterschiedlichen Grautönen und hellen Lichtblicken bei einer weiten Meersicht an einem trüben Tag, wie auch bei den in blau-grün und Rottönen gehaltenen bunteren spanischen Ansichten.

Bei den menschlichen Portraits blickt sie mit ihren Bildern hinter die Fassade der jeweiligen Person. Es geht um Emotionen wie Freude , Schmerz, Nachdenklichkeit oder Traurigkeit, die in einen Bildern eingefangen werden.

Die Künstlerin kratzt mit ihren Werken sprichwörtlich an der sonst so glatten Fassade gestellter Fotografien, wie wir sie kennen. Das Wesentliche hinter der Oberfläche will sie erkennbar machen.

Ein ganz wesentlicher Bestandteil ihrer zeichnerischen und malerischen Arbeiten die Linie als Informations-, Erkundungs- oder Bewegungsspur.

Mehr zur Künstlerin erfahren Sie unter www.susanneberinger.de

Die Ausstellung ist dienstags und freitags zwischen 10 und 19 Uhr in der Artothek zu sehen.




Zwischen Lebenslust und Melancholie

[fruitful_alert type=“alert-success“]Jeder fragt sich, was erwartet einen am Ende des Lebens? Geht man mit erwartungsvoller Freude oder mit Angst? (Foto: © Seniorentanztheater)[/fruitful_alert]

Bei der Premiere von „KNOCKIN‘ ON HEAVEN‘S DOOR“ am 30.06.2017 im Ballettzentrum unter der Leitung von Barbara Huber und der Choreografie von Mark Hoskins zeigten die zweiundzwanzig Akteure (63 bis 81 Jahre alt) des Dortmunder Seniorentanztheaters nicht nur ihre körperliche Fitness, sondern bewiesen neben Humor vor allem Spaß an Tanz und Bewegung.
In einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft setzen sie sich mit einem brisanten Thema auseinander, was uns alle betrifft. Was kommt nach dem irdischen Leben und wie geht man seinen Ängsten und Hoffnungen um? „Das kann doch nicht alles gewesen sein“, frei nach Wolf Biermann.
Auf der Bühne steht eine blaue „Himmelspforte“ und zweiundzwanzig nummerierte Stühle. Sie symbolisieren die Plätze, die Menschen in ihrem Leben einnehmen. An der Seite prangt ein Schild „No Exit“ (Kein Ausgang). Lothar Porschen, einer der Beteiligten, hat eine besondere Rolle. In einem weißen Anzug, ähnlich dem von Morgan Freeman in dem Kinofilm „Bruce allmächtig“ (2003), stellt er eine Art höheres Wesen oder „Gott“ dar. Dieser holt die Personen auf der Bühne nach und nach hinter die Himmelstür. Diese gehen mehr oder weniger freiwillig mit ihm mit. Sie schwanken alle zwischen verhohlener Neugierde auf das, was sie dahinter erwarten könnte und ihrer Lebenslust. Sie haben zumeist noch offene Lebensträume und verrückte Ideen, die sie verwirklichen möchten. Musikalisch drückt sich das besonders gut in dem „Highway to Hell“ (AC/DC) aus, den sie mit einer wunderbaren Choreografie zelebrieren.
Die gelungene Musikauswahl reicht von AC/DC (mit Hells Bells ein weiterer Klassiker) über Bob Dylan, Glenn Miller, Eddy Arnold, Queen, Sting bis hin zum Ende mit klassisch-sakralen Klängen der britischen Gesangsgruppe All Angels.
Die leisen melancholisch-nachdenklichen Momente wechselten sich mit starken Ausdrucksformen von Lebenslust und Freude ab. Stühle wurde dabei gehörig durch die Gegend bewegt und verrückt. Beim furiosem Ende singen alle zusammen den aus dem „Leben des Brian“ (Monty Python) bekannten Song von Eric Idle „Always look on the bright side of life“ (Karaoke).
Das zeigt, worum es geht: nämlich das Leben im hier und jetzt bewusst und bestmöglich zu gestalten.




Anziehende Kunst im Torhaus Rombergpark

[fruitful_alert type=“alert-success“]Alexander Pohl hat „Blackboxen“ mitgebracht.[/fruitful_alert]

Siebzehn Künstlerinnen und Künstler der „Dortmunder Gruppe“ zeigen vom 2. bis 23. Juli 2017 im Torhaus Rombergpark ihre Werke und Positionen zum Thema „Anziehung“. Die Beschäftigung mit Dingen zum Anziehen haben sie zu einer Vielfalt an Objekten, Installationen, Bildern, Fotos und Drucken inspiriert. Dabei wurden zumeist Dinge des alltäglichen Gebrauchs wie zum Beispiel Papier von Werbematerialien oder alten Zeitungen sowie andere Stoffe wie Holz oder Wolle verwendet. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.

Monika Pfeiffer erstellte beispielsweise mit „second life“ eine aus Stoff und alten Zeitungsausschnitten anonymisierte folkloristische weibliche Person. „Ich wollte hiermit die Absurdität von Mode verdeutlichen“, so Pfeiffer.

Etwas besonderes hat sich Alexander Pohl einfallen lassen. Im Laufe seiner langjährigen Künstlergeschichte sind auch viele Fotografien angefallen. Diese platziert er in von ihm erstellten fünfzehn „Black-Boxen“, wie wir sie im Zusammenhang von Flugzeugabstürzen und deren Rekonstruktion her kennen. Durch ein Guckloch können die Besucher diese Fotografie ansehen. Eine interessante Retrospektive einer langen Künstlergeschichte.

Michael Odenenwaller erschuf dagegen aus verschieden farbigen Leinwandsträngen eine „STRIP TEASE“ Lady.

Ein interessanten Beitrag zur Thematik liefert Marianna Conzález Alberti. Sie zeigt den Besuchern, was von unserer Kleidung übrig bleibt, wenn man sie verbrennt. Das unterschiedliche Ergebnis stellt sie in Gläsern, stilvoll drapiert in einem alten Koffer auf einem antiken Tisch zum Anschauungsmaterial. Das Endergebnis je nach Verbrennung von Baumwolle oder synthetischer Kleidung wird erschreckend deutlich vor Augen geführt. Die Objekte und Bilder sind in ihrer Vielfalt gut in den Raum des Torhauses zusammen gestellt und arrangiert worden..

Die Ausstellungseröffnung ist am Sonntag, den 2. Juli 2017 um 11:00 Uhr im Torhaus Rombergpark. Die Einführung hält die Künstlerin Gudrun Kattke nach einer Begrüßung durch Alexander Pohl, Vorsitzender der Dortmunder Gruppe.




Grenzen der Fotografie ausgelotet

[fruitful_alert type=“alert-success“]Marvin Eil (Student TU Dortmund) führte durch die Ausstellung auf der Hochschuletage (1. Etage) des Dortmunder U.[/fruitful_alert]

Im Rahmen des f2 Fotofestival Dortmund widmen sich zur Zeit an verschiedenen Orten Studierende (Fotografie und Design), Fotografen und Fotojournalisten dem Thema „Grenzen“ unter verschiedenen Blickwinkeln.

In einer Kooperation zwischen dem Arbeitsbereich für Fotografie am Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft der TU Dortmund und dem Master-Studiengang Photographic Studies am Fachbereich Design der FH Dortmund entstanden spezielle Arbeiten, mit denen die „Grenzen der Fotografie“ auf unterschiedliche Weise ausgelotet wurden. Dies versuchten sie mit verschiedenen Mitteln.

Wie Marvin Eil (TU Dortmund) Ars tremonia vorab erzählte, ist die TU-Ausstellung der auf der ersten Etage des Dortmunder U in drei Sparten aufgeteilt. 1. Störungen und Irritationen 2. Zeitlichkeit und Kontrast und 3. Fotografische Realität.

Die Künstlerinnen und Künstler arbeiten dabei mit verschieden Mittel der Irritation durch Spiegelungen mit Plexiglas (auch buntes), dem fotografieren von Fotografien, experimentieren mit Belichtungen, irritierende Bewegungsaufnahmen und Foto-Negativen. Sie lassen unter anderem auch den Eindruck einer Fotografie durch Haare, Draht oder anderem vor der Kamera entstehen. Was ist Realität?

Bei seiner eigenen Arbeit mit alten schwarz-weiß Fotografien aus den 50iger bis 70iger Jahren des letzten Jahrhunderts „What‘s left?“ (Was ist Links? Stellen sich den Betrachtern unter anderem Fragen wie: „Was links und was ist rechts?“Auf den Fotos ist einiges an den Seite weiß gebleicht. Oder: „Was ist übrig geblieben und vom damaligem Kontext noch erkennbar ?“ Diese Fotografien sind alte Erbstücke und Eil hat sie auf 80 cm mal 60 cm Format gebracht. Formate und Ränder lösen sich auf.

Interessant ist die Installation „Tisch“ von Verena Wolf, die mit der Gleichzeitigkeit verschiedener Perspektiven und Dimensionen spielt und die Grenzen der zweidimensionalen Fotografie durchbricht. Bei Anja Migge werden Fotos von Verletzungen der Haut werden zur Haut selber, beziehungsweise zur Verletzung des Fotos. Das ist nur ein kleiner Einblick in die große Ausstellung.

Am Freitag, den 30.06.2017 um 17:00 Uhr ist die Eröffnung (TU) auf der ersten Etage des Dortmunder U.

Am gleichen Tag wird dann um 19:00 Uhr Werkshalle (Union Gewerbehof), Rheinische Straße 143 die Ausstellung der FH Dortmund zum Thema „Design“ eröffnet werden.




Klangkunst, Technik und Poesie

[fruitful_alert type=“alert-success“]Tina Tonagel zeigt im Dortmunder U, dass auch Maschinenästhetik ihre Reize hat.[/fruitful_alert]

Die Kölner Medienkünstlerin Tina Tonagel gestaltet vom 30.06. bis voraussichtlich 29.10.2017 das Schaufenster # 19 im Dortmunder U mit ihren motorisierten Installationen aus alltäglichen Materialien. Sie arbeitet mit verschiedenen Projektionstechniken und nutzt elektromechanische Apparaturen für ihre Installationen voll poetische Anziehungskraft. Dabei steht die Technik und Elektronik, die ihre Installationen in Gang halten, nicht im Hintergrund. Sie wird offen gezeigt und sichtbar eingebaut. So wird dem Besucher das „Ursache-Wirkungsprinzip“ anschaulich gemacht.

Das zeigt sich gleich eindrucksvoll bei der humorvoll-spielerischen Wandarbeit „Sisyphos, zum Glück“. Auf einer Hartfaserplatte gleitet unermüdlich langsam wie von Geisterhand eines von vier Kästchen auf und ab. Wie die mythologische Figur, die als Strafe immer wieder einen Felsblock einen Berg hinauf wälzen muss, der kurz vor dem Erreichen des Gipfels wieder nach unten stürzt. Die technische Funktionsweise ist für den Betrachter offen zu sehen.

Bei ihrer zweiteiligen Arbeit „Andere Monde, andere Rubriken“ zeigen eine poetische Leichtigkeit, wobei die liebevoll gestalteten zugrunde liegenden elektronischen Leitungen offen zu sehen sind. Auf weißen lackierten Spanplatten sind verschieden große, weiße Muffinförmchen aus Papier angebracht, die auf kleinen Motoren sitzen sich dauernd im Kreis drehen. Die Kabel, auf der Rückseite verbaut, sind aber nicht zu sehen. Nur ein paar LEDs lassen durch ihr Blinken ahnen, dass die feine Kupferbahnzeichnung tatsächlich für Strom sorgt und im Hintergrund der Ästhetik ein konkreter Schaltplan steht.

Ein besonderes Klangerlebnis bietet die „Komposition für selbstspielende Triangeln“. Neunzehn Triangeln in sechs verschiedenen Größen und Tonarten werden über elektronische Impulse von kleinen sogenannten Hubmagneten angespielt.

Die Künstlerin zeigt hier auch ihre Fähigkeiten als Programmiererin. Sie hat die polyphone Komposition für diese spezielle Klanginstallation auch selbst komponiert.

Es ist ihr Anliegen, die scheinbar raue Maschinenästhetik und ihre Funktionsweise sichtbar für das Publikum zu machen und gleichzeitig ihre Klarheit und Schönheit zu verdeutlichen.

Weitere Informationen zum Begleitprogramm zur Ausstellung erhalten Sie unter www.tinatonagel.de




Jazz trifft Klassik

Im Orchesterzentrum Dortmund trafen beim 5. Kammerkonzert unter dem Motto „sax und co.“ am 26.06.2017 die beiden Musikrichtungen Klassik und Jazz aufeinander. Diese beiden Welten haben sich seit dem Beginn des 20 Jahrhunderts gegenseitig beeinflusst. Die Komponisten dieser Zeit bauten in die eher klassisch-romantische Kunstmusik Elemente von dem aus Amerika herüber schwappenden freien Jazz und Improvisationen ein.

Der polnisch-venezolanische Pianist Piotr Oczkowski, die Violinistin Vera Plum und Matthias Grimminger am Altsaxophon, an der Klarinette oder Bassklarinette gaben einige Kostproben aus diesem musikalischen Repertoire.

Bei Karol Szymanowskis (1882-1937) „Fantasie C-Dur op. 14 für Klavier solo“ sind neben Dissonanzen und freie Jazz-Element auch Einflüsse von Liszt und Chopin zu erkennen.

Temperamentvoll jazzig ging es bei der „Hot Sonate op. 70 für Altsaxophon und Klavier“ von Erwin Schulhoff (1894-1942) zu.

Musikalische Einflüsse des französischen Komponisten Maurice Ravel und Jazz-Element spielen bei Bernd Hänschkes (geb. 1948) „Traumgesichte“, Trio für Violine, Altsaxophon und Klavier eine Rolle. Den aufwühlend düsteren musikalischen Traumbildern von Klavier und Altsaxophon standen die „leiseren“ Traumsequenzen, der Violine entgegen.

Nach der Pause wurde dem Publikum mit „Rrrrrr – Fünf Jazzstücke“ von Mauricio Kagel (1931-2008) eine Bandbreite von verschiedenen Elementen und Stilen des Jazz dargeboten.

In seiner „Sonate für Violine und Klavier Nr. 2“ verbindet der Komponist Maurice Ravel (1875-1937) lyrische und tänzerische Elemente mit denen von Jazz und Blues. Das Ganze wird zu einem furiosem Ende hin gesteigert.

Mit Claude Debussys (1862-1918) „Rhapsodie für Altsaxophon und Klavier“ und Paul Bonneaus (1918-1995) „Piece concertante dans l‘esprit du „Jazz“ für Altsaxophon und Klavier endete der Einblick in diese besondere und manchmal auch gewöhnungsbedürftig Musikwelt. Eindrucksvoll war dabei auch die gelungene Interaktion der verschiedenen Instrumente.




Spanische Nacht als Abschlusskonzert

[fruitful_alert type=“alert-success“]Nach der glänzenden spanischen Nacht gab es das traditionelle Feuerwerk im Westfalenpark. (Foto: © Bülent Kirschbaum)[/fruitful_alert]

Ein stimmungsvolles Abschlusskonzert und eine musikalische spanische Nacht bot das Klangvokal Musikfestival Dortmund am Sonntag, den 25.06.2017 seinem Publikum am Sonnensegel im Westfalenpark. Wer wollte, konnte sich schon mal mit Wein und Tapas versorgen. Zum Glück hatte sich das Wetter so einigermaßen gefangen und das Konzert konnte nur wenigen Regentropfen kurz vor Ende der Pause durchgeführt werden.

Das renommierte WDR Funkhausorchester Köln unter der Leitung von Enrico Delamboye begleitete die lyrische Sopranistin María Rey-Joly und den spanischen Tenor Ismael Jordi temperamentvoll und engagiert. Der spanische Gitarrist und Komponist Santiago Lara begeisterte später mit wunderbarer Flamenco-Musik.

Die traditionelle Musik Zarzuela ist hierzulande nicht so populär und bekannt wie in seiner Heimat Spanien. Diese ganz und gar spanische Musikgattung zwischen großer Oper, Operette, Singspiel und Varieté in der Landessprache hate seine „Geburtsstunde“ schon anno 1658 am Hof des Herrschers Philipp IV. Später entwickelte die Zarzuela weg von einer Hofgattung hin zu einer musikalischen Ausdrucksform für das Bürgertum, Bauern und Arbeiter. Sie hat ihren volks-nahen Charakter bei ihrer Wiedergeburt 1850 weiter behalten. Die zumeist äußerst romantischen und temperamentvollen Zarzuelas handeln zumeist von Liebe ( auch zu Städten) und Leidenschaft, sind aber auch von Melancholie und Traurigkeit durchzogen.

Einige der zahlreichen Romanzen, Arien, Duette und Preluden (1830 -1930) wurden von den beiden hervorragenden Interpreten und dem Orchester kraftvoll und leidenschaftlich zu Gehör gebracht. Als Einstieg wurde vom Orchester das „Preludo aus „El bateo“ (Federico Chueca) gespielt. Als Beispiel für eine gefühlvolle Romanze sei nur das Duett „Cállate corazón“ (Federico Moreno Torroba (1891-1982) aus „Luisa Fernanda“ genannt. Das auch der Walzer mit dreiviertel Takt seinen Platz hat , zeigte sich beim „Vals de Angelita“ aus „Château Margaux“ von Manuel Fernández Caballero (1835-1906). Als Zugabe für das begeisterte Publikum durfte später natürlich das berühmte „Granada“ (Agustin Lara) nicht fehlen. Mit einem grandiosen Feuerwerk begleitet von den Klängen des Orchesters endete die „Spanische Nacht“.

Ein gelungener Abschluss für das Klangvokal Musikfestival, das die musikalische Vielfalt der „Heimat Europa“ von Norden bis Süden eindrucksvoll vor Augen und Ohren führte.




Top-Stars bei Jubiläums-Ballettgala

[fruitful_alert type=“alert-success“]Das Dortmunder Ballett zeigte Ausschnitte aus „Krieg und Frieden“. (Foto: © Bettina Stoess) (Foto: © Bettina Stoess)[/fruitful_alert]

Nationale und internationale Top-Stars der Ballettszene gaben sich zur „Internationalen Ballettgala XXV“ am 24. und 25. Juni 2017 in Dortmund die Ehre. Ballett-Direktor Xin Peng Wang und seine Crew um Manager Tobias Ehinger und Dr. Christian Baier hatten zur Jubiläums-Gala geladen. Die Moderation übernahm wie gewohnt humorvoll Kammersänger Hannes Brock, und die Dortmunder Philharmoniker unter der professionellen Leitung von Motonori Kobayashi begleiteten den Abend musikalisch.

Die Gala bot eine Mischung aus dem klassischen Ballett-Repertoire und starken Beispielen des zeitgenössischen modernen Ausdruckstanzes.

Am Anfang zeigte die Dortmunder Compagnie ihr Können bei einem Ausschnitt aus der aktuellen Produktion „Faust II“ von Xin Peng Wang. Tänzer des Dortmunder NRW Junior Ballett begeisterte unter anderem mit einem Auszug von „Krieg und Frieden“ (Xin Peng Wang).

Die Tänzer Katja Kahniukova und Osiel Gouneo (English National Ballet/Bayerisches Staatsbalet) gaben dann schon einen meisterhafte Vorstellung des klassischen Balletts mit „Le Corsaire Bedroom Pas de deux“ (Marius Petipa). Das Ganze fand später noch eine Steigerung in „Le Corsaire Pas de Trois“ (Osiel Gouneo +Joseph Gatti+ Bianca Teixeira (Bayerisches Staatsballett , Orlando Ballet). Eindruck machte Joseph Gatti auch zusammen mit dem erst dreizehn Jahre alten Jungtalent Gavin Morales (Orlando Ballet) mit einer flotten Vorführung von „LiL MJ Within“ (Marcelo Gomez) mit der Musik von Michael Jackson. Zum klassischen Repertoire gehörte daneben noch „Schwanensee“ (verschiedene Varianten) und „Dornröschen“.

Das diese Ballettgala in großen Teilen romantisch ausgerichtet war, zeigten dann zum Beispiel ausdrucksstark Maria Daniela Conzales Muňoz + Osiel Gouneo (Bayerisches Staatsballett) mit „Broken heart“ (Maria Conzales Muňoz).

Als ein besonderes Beispiel der vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten des modernen Balletts zeigte sich „Wunderland“ (Edwaard Liang), getanzt von Adiarys Almeida & Taras Domitro (San Francisco Ballet) mit der minimalistischen Musik von Philip Glass.

Einen bewegenden Auftritt hatte Publikumsliebling Mark Radjapov zusmmen mit seinem Kollegen Riccardo De Nigris (Ballett Augsburg) mit „Ultimate Sep“ (Ricciardo De Negris). Mit starken Effekte wurde es ein berührender Abschied mit einem lachenden und einem weinendem Auge vom Ballett-Star Radjapov




Musik als Weltsprache

[fruitful_alert type=“alert-success“]Ihre Musik kennt keine Grenzen: Anna Maria Jopek. (Foto: © Bülent Kirschbaum)[/fruitful_alert]

Das letzte Konzert im Jazzclub Domicil am 22. 06.2017 während des Klangvokal Musikfestivals 2017 in Dortmund gehörte dem Anna Maria Jopek Quartett aus Polen. Die als „Queen of Jazz“ Polens bekannte Künstlerin ist aber viel mehr als das.

Sie verbindet fast übergangslos Jazzelement und sanfte Vokalakrobatik, temperamentvolle südamerikanische Rhythmen und amerikanische Pop-Elemente. Auch klassische Element wie zum Beispiel von Chopin finden in ihrem musikalischen Kosmos Eingang. Für sie ist Musik die weltumspannende Sprache der Verständigung. Charakteristisch für ihren besonderen Stil sind musikalische Wortdehnungen und Steigerung der starken und kraftvollen Stimme bis hin zum fast Schreien. Mit dabei oft eine Spur von Mystik und Erotik. Voll Melancholie oder von unbändigem Temperament geprägt.

Die vielfältigen musikalischen Einflüsse aus verschiedenen Ländern hatten einen großen Einfluss auf ihre Entwicklung, ohne das dabei ihre polnischen Wurzeln verleugnet werden. In ihren Gesang baute sie passender Weise auch die direkte Kommunikation mit dem Publikum ein, was für Belustigung sorgte.

Ihr zur Seite standen drei Kollegen, die auf ihren Instrumenten ohne Schwierigkeit mit der großen Herausforderung verschiedener Musikrichtungen zurecht kamen. Sie konnten ihre vielseitiges Können in zahlreichen Solo-Partien beweisen.

Am Piano, Keyboard, Akkordeon, Flöten, Kalimba, und Vocals überzeugte Krzysztof Herdzin. Für Bass, Percussion, Backing Vocals und Live Looping war Robert Kubiszyn zuständig. An den Drums konnte sich Pawel Dobrowolski ausleben.

Es war ein besonderer, ungewöhnlicher und unterhaltsamer Abend.