Bewegung als Bindeglied zwischen Kunst und Gesundheit

Seit fünf Jahren stellt die BundesInnungskrankenkasse BIG direkt gesund den vier Dortmunder Künstlerverbänden (BBK Ruhrgebiet, BBK Westfalen, Dortmunder Gruppe, Westfälischer Künstlerbund Dortmund) ihre große Ausstellungshalle im Eingangsbereich (BIG gallery) für Ausstellungen zur Verfügung. Höchste Zeit, jetzt einmal ein gemeinsames Projekt unter dem Titel „Bewegung“ (12.11.2017 bis zum 17.12.2017) auf die Beine zu stellen. Für die Krankenkasse ist Bewegung als Faktor für die Gesundheit von immenser Bedeutung.

Aus der Sicht der Kunst ist Bewegung Voraussetzung für kreative Arbeit, kritische Auseinandersetzung und stetige Weiterentwicklung.

Fotodesignerin Petra Böttcher Reiff vor ihrem Beitrag Zeitraffer 1/2017
Fotodesignerin Petra Böttcher Reiff vor ihrem Beitrag Zeitraffer 1/2017

Die vierundvierzig ausstellenden KünstlerInnen setzen sich in ihren diversen Werken mit dem Thema „Bewegung“ und seinen vielfältigen Aspekten auseinander.

Zu sehen sind Öl-oder Acryl-Bilder auf Leinwand in unterschiedlichen Formaten, Fotografien und eine größere Installation.

Die Krankenkasse freut sich darüber, in die Ausstellung mit einbezogen zu werden.

Erstmals honoriert sie die Kunst durch die Auslobung eines BIG-Kunstpreises, der mit 2.000 Euro dotiert ist. Die Künstler haben den Wunsch geäußert, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BIG über den Preisträger entscheiden. Sie können im Internet der BIG ab Montag (13.11.2017) ihr Votum abgeben. Am 17.12.2017 wird die Gewinnerin oder der Gewinner vor Ort bekannt gegeben.

Darüber hinaus bietet die BIG ein Videoprojekt als Beitrag für die Ausstellung. Ein 360 Grad-Video zeigt auf vier Bildschirmen interessante Impressionen vom Urban-Trail (22.10.2017) in Dortmund. Zur Eröffnung kann das Video mit einer sogenannten Virtual-Reality-Brille betrachtet werden. Das Equipment und Know-how stammt von der Dortmunder Firma viality.

Die Ausstellung wird am Sonntag, dem12.11.2017 um 11:00 Uhr in der BIG gallery (BIG direkt gesund) Rheinische Straße 1, 44137 Dortmund eröffnet.

Grußwort: Jörg Stüdemann

Stadtdirektor und Kulturdezernent

Einführung: Dr. Günter Rückert

Westfälischer Künstlerbund Dortmund




Weihnachtsausstellung im Zeichen der fliegenden Pyramiden

Schon zum siebzehnten Mal bietet das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) dem Publikum vom 11.11.2017 bis zum 07.01.2018 eine spezielle Weihnachtsausstellung mit einem umfangreichem Begleitprogramm.

Das Motto in diesem Jahr ist „Wenn die Pyramiden fliegen lernen“. Wie der Titel verrät, geht es um das Herzstück der deutschen Weihnachtsdekoration. Es handelt sich um die allem aus dem Erzgebirge bekannten und beliebten Weihnachtspyramiden in allen Größen, von dem ältesten aus dem Jahr 1880 (Lausitz) bis zu den modernen Pyramiden unserer Zeit.

Die Kuratorin Cathleen Tasler stammt selber aus Cottbus und hat einen ganz besonderen Bezug zu den sich im mit Flügelrädern drehenden Lichtgestellen. Auf rund 100 Quadratmeter werden in diesem Jahr mehr als 30 Pyramiden nicht im Studio , sondern im Eingangsbereich des Erdgeschosses ausgestellt. So ist die Ausstellung auch von den vorbei schlendernden Menschen auf der Straße einsehbar und soll, so der Leiter des MKK, Dr.Jens Stöcker, das Interesse noch mehr auf sich lenken. Die Außenwirkung auf die Stadtgesellschaft soll somit verstärkt werden. Die BesucherInnen erfahren durch die Ausstellung auch viel über die kulturgeschichtlichen Hintergründe und Entwicklungen. So wird zum Beispiel deutlich, das im zweiten Weltkrieg den Soldaten in extra angefertigten passenden Kartons „Weihnachtspyramiden“ an die Front geschickt wurden.

Die Bergleute im Osten des Erzgebirge bastelten ihre Lichtgestelle oft, um sich etwas Geld dazu zu verdienen. Im Westen der Region wurden sie eher als Hobby in der dunklen Jahreszeit hergestellt. Die Gestelle aus Holz, Reifen und anderen Materialien wurden ab 1900 in industrieller Serienproduktion durch den Fabrikanten Carl Ludwig Flemming geschaffen und verbreitet. Sie gibt es in kleinster Größe einer Nussschale, nachhaltige Nante Pyramiden, als Pyramidenleuchter, aufhängbare Pyramiden oder Stufen-und Turmpyramiden.

Beigetragen haben auch Schüler der Gesamtschule Scharnhorst: Sie haben sich von den Weihnachtspyramiden inspirieren lassen und eigene Kunstwerke geschaffen.

Kuratorin Cathleen Tasler vor einer großen Turmpyramide ihrer Ausstellung.
Kuratorin Cathleen Tasler vor einer großen Turmpyramide ihrer Ausstellung.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Freitag, den 10.11.2017 um 19:00 Uhr mit einer Begrüßung durch Dr. Jens Stöcker (Museumsdirektor) und einer Einführung durch die Kuratorin Cathleen Tasler statt. Danach wird noch gebastelt und Waffel gegessen.

Das umfangreiche Begleitprogramm mit den Führungen und Weihnachtslesungen entnehmen sie bitte dem Faltblatt zur Weihnachtsausstellung im MKK.

Führungen und museumspädagogischen Programme für Kindergärten und Schulen sind buchbar unter Tel. (0231) 50-2 60 28 oder info.mkk@stadtdo.de




Starke Tonbilder aus der Wiener Klassik

Wie wir wissen, kann Musik zuweilen Bilder beim zuhörenden Publikum erzeugen.

Mit dem 1. Konzert Wiener Klassik am 06.11.2017 im hiesigen Konzerthaus schufen die Dortmunder Philharmoniker unter der engagierten Leitung des 1. Kapellmeisters Motonori Kobayashi mit Werken dreier Meister der Wiener Klassik assoziative „ton_bilder“.

Als erstes stand die Ouvertüre zu „Der Wasserträger“ (Uraufführung: 1800) von Luigi Maria Cherubini (1760 – 1842).

Beeinflusst wurde die Oper durch die Eindrücken der französischen Revolution. Der Name steht als Sinnbild für den einfachen Wasserträger. Dieser rettet dem Parlamentspräsidenten Graf Armand und seiner Frau bei einem Überfall reaktionärer klerikaler Kräfte das Leben. Der „Rettungscharakter“ spiegelt sich auch in der Ouvertüre wieder.

Es beginnt mit einem mit einem aufrüttelnden Fortissimo-Akkord, dem ein verhalten Piamissimo-Linie der Streicher folgt. Streicher und Blechbläser treiben sich zunehmend bis zu einem an. Eine freudige und vorwärts strebende Stimmung entfaltet sich und steigert sich hin zu einem furiosen Presto-Finale.

Auch bei dem folgenden eher lyrischen als heroischen 4. Klavierkonzert G-Dur von Ludwig van Beethoven (1770-1827) nur wenige Jahre später entstanden, lassen assoziative Bilder, etwa zum Mythos von Orpheus und Eurydice. Musikal gehalten Spannungsfeld zwischen den Mächten der Finsternis (Orchester) und dem Sänger der Liebe ( Piano).

Am Klavier glänzte der renommierte Pianist Volodymyr Lavrynenko (Ukraine). Schon von Beginn an tastet er sich alleine und vorsichtig mit einer Solo-Kadenz in die Musik hinein. Noch antworten die Streicher ruhig und unaufgeregt Es entwickelt sich im folgenden Satz ein wechselseitiges Antwortspiel mit dem Streichern mit Steigerungen. Für Robert Schumann ist es da „große-geheimnisvolle Adagio“.

Beethivens 4. Klavierkonzert stand im Mittelpunktes des 1. Wiener Klassik Konzertes. (Foto: U. Herbert / pixelio.de)
Beethovens 4. Klavierkonzert stand im Mittelpunktes des Programms. (Foto: U. Herbert / pixelio.de)

Beim dritten Satz, der als Rondo klassisch traditionell gestaltet ist, konnte der Pianist noch einmal so richtig seine Virtuosität am Klavier unter Beweis zu stellen. Die hinzu kommenden Pauken und Trompeten sorgten mit für einen triumphale und beschwingte Stimmung. Am Ende steht ein grandioses finales Tutti.

Nach der Pause endete der Abend mit der 4. Sinfonie c-Moll D 417, „Tragische“ von Franz Schubert (1797-1828).

Tragisch klingt allerdings vor allem nur der Anfang mit Tutti-Akkorden im fortissimo und einer Musik, die sich schleppend und pochend vor. In das Allegro vivace Satz führen die ersten Violinen und spielen lyrisch-cantable Linien. Im Folgenden entfachen Violinen und Oboe melodischen Wechselspiel und unterschiedlichen Instrumentengruppen. Mit der Verschiebung der rhythmischen Akzente und Änderung der Tonarten kreierte Schubert eine Sinfonie in seinem eigenen Stil.

Durch Modulation von c-Moll nach c-Dur wird die Musik voran getrieben und das strahlende C-Dur kündigt das Finale an. Mit drei Tutti-Akkorden endet die Vierte eindrucksvoll.




Deutschland Shorts – 10 Kurzdramen in zwei Theatern

In Kooperation mit dem Rottstr5Theater (Bochum) führt das Dortmunder Theater im Depot ein neues Festival-Format unter dem Titel „Deutschland Shorts“ (10 Kurzdramen zu unserem Land) durch.

Entwickelt wurde das Konzept zum Festival von Rolf Dennemann (Festivalleitung & artsenico), Hans Dreher (Festivalleitung & Leiter des Rottstr5Theaters) und weiteren Mitwirkenden.

Die Idee zu dem ungewöhnlichen Festival entwickelte sich, so Dennemann, in den letzten Jahren. So viele Ereignisse mit unvorhersehbarem Ausgang überschlagen sich, und die Verunsicherung ist groß. Was geht hier vor sich, wo steht unser Land? Unter dem Motto „Nachdenken über unser Land“, bringen zehn Künstler (alleine oder im kleinen Ensemble) ihre Haltung zu diesem Thema mit individuell unterschiedlichen Ausdrucksmitteln auf die Bühne. Die Bandbreite reicht vom klassischen Sprechtheater, oder kombiniert mit Tanz,Musik oder Video. Die Vielfalt an Performances entspricht dem diversen Hintergrund der beteiligten Personen. Sie bringen neben ihrem unterschiedlichen kulturellen und künstlerischen Background natürlich auch einen ganz persönlichen Blickwinkel auf Deutschland mit.

Die entstandenen Inszenierungen werden im Rahmen einer zweitägigen Veranstaltung sowohl im Rottstr5Theater in Bochum (9. und 10.11.2017) wie auch im Theater im Depot (11.11. und 12.112017) hier vor Ort gezeigt.

Mangels ausreichender Fördermitteln mussten sich die Organisatoren auf zehn Künstler, Künstlergruppen und Ensembles beschränken. Ihre Beiträge dürfen fünfzehn Minuten nicht überschreiten und die Performance muss sich auf Deutschland beziehen.

Am ersten Aufführungsabend kann das Publikum die ersten in Eigenregie von fünf Künstlern entwickelten Beiträge, am folgenden Tag dann die restlichen Fünf erleben.

Die Produzenten konnten ihr umfangreiches Netzwerk nutzen und Beiträge direkt aus den Reihen ihnen bekannter Künstler schaffen.

Am Samstag, den 11.11.2017 um 19:30 Uhr kann das Publikum im Dortmunder Theater im Depot die Statements zu unserem Land vom Pianisten, Theater-und Bühnenmusiker Christoph Iacono (Eröffnung), der deutsch-russische Tänzerin, Choreografin und Performerin Elena Leniger (Gelenkigkeit), des Schauspielers Matthias Hecht (Regie-Debüt: Zuhause), der freischaffenden Regisseurin Mizgin Bilmen mit einer Video-Performance) und Rolf Dennemann mit romantischem Leitmotiv (Mondnacht) erleben.

Freuen sich auf "Deutschland Shorts". (v.l.n.r. Hans Dreher (Leiter Rottstr5Theater), Beate Künzel (Mitarbeiterin Produktion), Rolf Dennemann (artscenico), Berthold Meyer (Theater im Depot).
Freuen sich auf „Deutschland Shorts“. (v.l.n.r. Hans Dreher (Leiter Rottstr5Theater), Bianca Künzel (Mitarbeiterin Produktion), Rolf Dennemann (artscenico), Berthold Meyer (Theater im Depot).

Am Sonntag, den 12.11.2017 um 19:00 Uhr lässt die Choreografin und Tänzerin Photini Meletiadis aus Köln „Hände sprechen“, weitere Statements gibt es von der Tänzerin und Regisseurin Adriane Kareev (und jetzt will ich nach Hause) und der bekannten Performerin Elisabeth Pleß (Um den Schlaf gebracht – Hetzerträume werden wahr). Einen historischen Blick auf unser Land wirft der freie Regisseur und Autor Carl-Herbert Braun und ein Sprechtheater-Beitrag als Regie-Debüt gibt es von Simon Krämer (Rottstr5Theater).

Weitere Informationen und Kartenreservierungen unter:

Theater im Depot: 0231/ 98 22 336 (AB) oder ticket@theaterimdepot.de




Der gestiefelte Kater – das neue Weihnachtsmärchen im KJT

Das Dortmunder Kinder-und Jugendtheater (KJT) bietet auch in diesem Jahr für jung und alt wieder ein bekanntes Weihnachtsmärchen. „Der gestiefelte Kater“ ist ein europäisches Märchen nach Charles Perrault aus der Zeit der Romantik. Andreas Gruhn, der Direktor des KJT, inszeniert das Märchen im bewährten Team mit Oliver Kostecka (Ausstattung) und Michael Kessler (Musik). Die Geschichte dürften vielen Menschen kennen.

Hans, der dritte Sohn eines Müllers erbt von seinem Vater nur einen jagdfaulen Kater. Der scheint für ihn nur unnützer zusätzlicher Esser zu sein. Eventuell kann man aus seinem Fell ja noch einen wärmende Muff herstellen. Als der Kater das erfährt, bekommt er Angst. Er ersinnt schnell einen Plan und beginnt zu sprechen. Hans staunt nicht schlecht, als der Kater ihn um ein Paar schicke Stiefel bittet. Es soll sein Schaden nicht sein. So beginnt ein Abenteuer…

Teile des Ensembles vor romantischer Schlosskulisse. Foto: ©Birgit Hupfeld
Teile des Ensembles vor romantischer Schlosskulisse. Foto: ©Birgit Hupfeld

„Es geht um Verwandlung, und das man immer jemand anderes sein kann. Dabei finden starke Transformationen statt,“ so Gruhn. Wie verändern sich Dinge, und wie können sie sich umwandeln? In seine Inszenierung führt er eine weitere Ebene ein. Zwei Figuren (Schauspieler) greifen hier spielerisch in das Geschehen der Hofgesellschaft ein. Das Publikum kann dabei jede „Verwandlung und Rollentausch“ live beobachten. „Es wird dabei auch viele komische Momente geben,“ verriet der Regisseur.

Atmosphärisch begleitet wird Der gestiefelte Kater sowohl mit Live-Musik in der Märchenhandlung sowie Musik aus der Konserve. Viel Sorgfalt wurde wieder für die Ausstattung der Bühne verwandt. In diesem Jahr wird das Publikum in eine romantische Burglandschaft mit Schlossruine und viel Grün hinein versetzt. Es wird wieder etwas für Augen und Ohren geboten.

Das circa 75minütige Weihnachtsmärchen (ab 6 Jahren) hat im KJT am Freitag, dem 10. November 2017 um 19:00 Uhr Premiere.

Bis Mitte Januar 2018 sind insgesamt 83 Aufführungen vorgesehen!

Informationen dazu gibt es wie immer unter www.theaterdo.de oder direkt im KJT.




Aimé Mpane – Kraftvolle Kunst aus dem Kongo

Im Augenblick steht der Kontinent Afrika mit seiner innovativen und jungen Bevölkerung im künstlerischen Blickpunkt verschiedener Ausstellungen in Dortmund. So ist im Augenblick zum Beispiel die Schau „Afro-Tech and the Future of Re-Invention“ im Dortmunder U (HMKV) zu sehen.

Eine weitere Facette eröffnet sich nun mit der Ausstellung „Ich habe vergessen zu träumen“ des im Kongo geborenen und in Brüssel lebenden Künstlers Aimé Mpane im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK). Diese ist vom 31. Oktober 2017 bis zum 04. März 2018 mit seinen vielschichtigen Bildern, Objekten und Installationen im dortigen Studio zu bestaunen.

Schon im Jahr 2012 wurden Arbeiten des Künstlers aus der Reihe „Kinshasa“ im MKK gezeigt. Seine farbenfrohen und ausdrucksstarken Arbeiten befassen sich mit dem Erbe des Kolonialismus in Afrika (speziell Kongo) und dessen Spuren. Den Titel „Ich habe vergessen zu träumen“ kann man, so der Leiter des MKK Dr. Jens Stöcker, auch zweideutig sehen. Es kann neben „vergessen“ die Bedeutung „verlernen zu träumen“ haben.

Das Erbe des Kolonialismus im Kongo ist Gegenstand der Arbeiten von Aimé Mpane.
Das Erbe des Kolonialismus im Kongo ist Gegenstand der Arbeiten von Aimé Mpane.

Thematisch geht es Aimé Mpane zudem um die Darstellung des komplexen Begriffs „Frieden“. Das „Problem“ des Kongos ist sein Reichtum an Bodenschätzen wie etwa Gold oder Kohle. Der Hinweis auf eine der vielen verschwiegenen Goldminen schon am Eingang der Ausstellung ist da deutlich. Daneben sind verschiedene in goldener Farbe auf einem Holzrelief zu sehende Zahlenflut. Sie verdeutlicht einerseits, wie viel Geld die Minenbesitzer im Laufe der Jahre gescheffelt haben, und wie viele Menschen durch die harte Arbeit in den Minen sterben mussten.

Im Zentrum des Raumes ist eine imposante Installation platziert, die Reichtum und Schönheit der afrikanischen Tierwelt, der Bedrohung durch Ausbeutung, Waffen oder fundamentalistischer Religion gegenüber stellt. Alles ist mit bunten Fäden miteinander verwoben. Die Wandbilder und diversen Objekt sind vorwiegend aus natürlichen Stoffen wie Holz angefertigt und von mehrdeutiger Symbolkraft.

Gesuchte Synonyme für den Begriff „Frieden“ werden in ihrer Fragilität und Realität plastisch vor Augen geführt. So sieht man beispielsweise über dem Synonym „Sicherheit“ einen Holzkopf, der eine löchrige, fragile Holzkonstruktion eines Ballons aufbläst. Mpane gelingt es, auch Brüche und Leid im Leben der verschiedenen Menschen im Kongo lebendig werden zu lassen.

Neben den negativen Folgen von Kolonisation, wie Ausbeutung oder Korruption und Terror, drücken die Werke auch viel Hoffnung, Mut, Stolz und Selbstbewusstsein der schwarz afrikanischen jungen Bevölkerung aus.




Frank Ifang und Thomas Meinecke präsentieren Kozmic Blues

Die Galerie Dieter Fischer im Dortmunder Depot zeigt vom 26. Oktober bis 19. November 2017 in ihren Räumlichkeiten die Ausstellung „Kozmic Blues – Fotografie“, eine Gemeinschaftsausstellung von Frank Ifang und Thomas Meinecke. Das Motto der Ausstellung ist von dem gleichnamigen Song der Rocksängerin Janis Joplin (1943 – 1970) inspiriert. Diese Ausstellung steht im Zeichen der künstlerischen Arbeiten zweier Fotografen. Es geht dabei nicht Bearbeitung oder Verfremdung von Fotografien, sondern um das Sehen in einem besonderen und speziellen Augenblick.

Thomas Meinecke und seine bewegten Blätter.
Thomas Meinecke und seine bewegten Blätter.

Die zwanzig Fotografien des in Wetter lebenden Thomas Meinecke auf der linken Seite der Galerie nehmen den größten Platz ein. Meinecke versucht, die Bewegung von verschiedenen Blättern in seinem besonderen Moment mit der Kamera ohne Hilfe von Belichtung aufzufangen. Die Zeitspanne für die Arbeiten nahm über fünfzehn Jahre in Anspruch. Fotografieren konnte er natürlich immer nur im Herbst.

Außerdem war der Zeitpunkt mit vergleichbaren Lichtverhältnissen von immenser Bedeutung. Auf die jeweiligen Windverhältnisse und unterschiedlichen Flugbahnen hatte er keinen Einfuß. Entstanden sind kosmisch anmutende Fotografien mit interessanten Färbungen. Ob Buchenblatt oder das Blatt eines Gingko-Baumes, sie sind für den Betrachter nicht mehr genau als solche zu erkennen. Die faszinierend leuchtend sphärisch wirkenden Objekte bieten viel Raum für die Fantasie.

Der Wuppertaler Fotograf, Kunstberater und Kulturmanager Frank Ifang beschäftigt sich schon seit den1980er-Jahren mit der Experimentalfotografie und der Fotomalerei. „Es geht mir um Motiv und Struktur, und ich weiß, wo ich hin will,“ erklärte Ifang.

Frank Ifang und seine Bildermalereien.
Frank Ifang und seine Bildermalereien.

In seinen experimental-fotografischen Arbeiten entstehen Formen und Farben, die mit Hilfe von Licht und Schatten vor der Kamera erzeugt werden. Es sind interessante schwarz-weiße Strukturen zu erkennen, die viele Interpretationsmöglichkeiten eröffnen.

Beim erneuten Betrachten fallen immer wieder neue Details auf. So ist auf einer Fotografie oben beim genauen Hinsehen ein Kirchturm zu sehen. Ein kleiner Hinweis, dass es sich um eine Stadtfotografie handeln könnte. Es bietet sich viel Raum für individuelle Deutung an.

Bei seine in den Farben kräftigen und intensiven Fotomalereien mit stürmischen Wolkenkonstellationen ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen, dass es sich nicht um gemalte Bilder auf Leinwand handelt.

Das verbindende der beiden Künstler: Es kommt auf den besonderen Augenblick an.

Achtung! Die Vernissage ist abweichend vom üblichen Freitag dieses Mal am Donnerstag, den 26. Oktober 2017 um 19:00 Uhr in der Galerie Dieter Fischer im Depot.

Musik: Mail Hester, Akkordeon, Worte: Hartmut Gloger (Kurator)

Finissage: Sonntag: 19. November 2017 von 17:00 bis 19:00 Uhr.

Öffnungszeiten: Donnerstags 17.00 bis 20:00 Uhr und nach Vereinbarung.




Zombification – Zombies zwischen Fiktion und Realität

Das freie Künstlerkollektiv Komplott Legal hat ihre neueste Produktion „Zombification“ eine Lecture-Performance mit Hirn, in Zusammenarbeit mit dem Dortmunder Sprechchor und in Kooperation mit dem Theater im Depot entwickelt. Die Uraufführung findet am Freitag, den 27.10.2017 um 20:00 Uhr im Depot statt. Regie und Produktion liegen in den Händen von Isabel Stahl (Komplott Legal).

Das Publikum wird direkt in eine Studio-Produktion hineingeführt. Die Moderatorin Helene Tomatschek (Regine Anacker, Dortmunder Sprechchor) hat den Schauspieler und Zombitologen Wolfram Kowalewski (Thorsten Bihegue , Komplott Legal) als Studiogast in ihre Sendung eingeladen. Wolframs Job ist es nicht nur, wertvolle Survival-Tips im Falle eines „Zombie-Apokalypse“ zu geben, sondern er setzt sich auch mit den filmischen, geschichtlichen, philosophischen sowie den Kapitalismus-kritischen Komponenten der Zombie-Thematik auseinander.

Drei Zombies ohne Glockenseil. (Foto: © Theresa Mielich)
Drei Zombies ohne Glockenseil. (Foto: © Theresa Mielich)

Da gibt es genug ja Material aus diversen Filmen und Fernsehserien. Wichtige Grundlage sind zum Beispiel neben Texten zur Thematik auch Filme wie etwa die bissige Parabel „Land of the Dead“ von George A. Romero (2005).

Zombies rekrutieren sich aus dem Dortmunder Sprechchor

Es geht um die Fragen wie: Was ist real, was ist Fiktion? Was macht die Zombies so attraktiv? Was macht sie zu Zombies und wie viel Zombie steckt in uns? Da spielen unter anderem die Angst vor „dem Fremden“, Untergang und Tod sowie die Sehnsucht nach Überleben eine bedeutende Rolle.

Auf der Bühne befinden sich rekrutierte „Zombies“ vom Dortmunder Sprechchor, die als reale Zombies angesprochen werden. Per Video kommen noch eine ganze

Menge weiter hinzu. Eine weitere Frage ist: Was können Zombies eigentlich wirklich? Die auf der Bühne können sich jedenfalls künstlerisch ausdrücken und tanzen. Ja, sie können sogar ein wenig sprechen.

Das Publikum erwartet viele sinnliche Bilder, viel Nebel, und ein guter Soundtrack von Musik aus der Konserve und live auf der Bühne.

„Wir arbeiten mit Fakten und Behauptungen, die übertrieben dargestellt werden,“ erklärte Bihegue. Das Ganze findet im Spannungsfeld zwischen Fiktion und Realität statt. Ironie wird dabei eine bedeutende Rolle spielen.

Wir dürfen auf die ungefähr siebzig minütige Performance gespannt sein.

Weiter Vorstellungen: Samstag, den 28.10.2017 und Samstag, den 04.11.2017, jeweils um 20:00 Uhr.

Infos und Kartenreservierungen unter 0231 – 9822336 oder ticket@theaterimdepot.de




Wunderland – Alice im zauberhaften Operntreff

Wer kennt nicht die Geschichte von Lewis Carolls „Alice im Wunderland“. Bei der Premiere der Familienoper „Wunderland“ verwandelte sich der Operntreff im Dortmunder Opernhaus zu einem zauberhaftes Wunderland.
Unter der Regie von Ilaria Lanzino wurde die märchenhafte Story für die Junge Oper mit einem speziellen Songzyklus (Anna Schreier) und Text von Alexander Jansen bearbeitet.
Anna Schreier konzipierte der Handlung entsprechende eine abwechslungsreiche Klangmusik für Klarinette, Schlagzeug, Akkordeon und Kontrabass. Ein kleine Abteilung der Dortmunder Philharmoniker begleitete die Handlung tatkräftig und effektiv.
Als Sänger und Sängerinnen dabei waren die schon aus „Piraten fluchen nicht“ 2015/2016 in guter Erinnerung Boshana Milkov und Marvin Zobel, sowie die hier durch viele Aufführungen bekannte Sopranistin Julia Amos als Alice.
Der Innenraum war neben den Stühlen im hinteren Bereich mit vielen Kissen ausgestattet, so das die kleinen und großen Zuhörer auch teilweise mitten drin in der Handlung befanden. Diese erstreckte sich über den ganzen Raum.
Beim Spielen mit zwei Freunden bekommt Alice einen Ball an den, fällt hin und der „goldene Nachmittag“ nimmt seinen Lauf. Ihr Stoffhase wird lebendig und läuft weg. Auf der Suche nach ihm beginnt für Alice ein fabelhaftes, fantasievolles Abenteuer. Großes wird klein, und Kleines wird groß. Alles ist plötzlich anders. Antworten, auf die es keine Fragen gibt. Im Wunderland ganz normal.

Das Wunderland verzaubert: Alice beim Hutmacher. (v.l.n.r.) Boshana Milkov, Julia Amos und Marvin Zobel. (Foto: © Theater Dortmund)
Alice beim Hutmacher. (v.l.n.r.) Boshana Milkov, Julia Amos und Marvin Zobel. (Foto: © Theater Dortmund)

Auf ihrer Abenteuerreise begegnen ihr unter anderem ein sprechendes Kaninchen, eine rauchenden Raupe, eine Grinsekatze und ein verrückter Hutmacher. Er verrät ihr:„Unmögliche gelingt nur, wenn man es für möglich befindet“. Kleiner Wermutstropfen: Die Herzkönigin und der Herzkönig fehlten leider.
Mit einfachen Mitteln und verschiedensten Accessoires wurde eine zauberhafte Atmosphäre erzeugt. Die drei SängerInnen überzeugten nicht nur mit ihren Stimmen, sondern legten auch eine enorme Spielfreude an den Tag. Ein Motto von „Wunderland“ lautete: „Bei Gefahr wird gesungen.“
Eine Parabel um Macht und Bedeutung der Fantasie, mit Spaß auf die junge Opernbühne gebracht.

Informationen über weiter Aufführungen erhalten Sie unter www.theaterdo.de




Hairspray – Ein Musical um Toleranz und Träume

Wenn einem die Musik noch Tage später im Kopf herumspukt, wenn das Publikum das Stück feiert wie sonst nur einen Sieg des lokalen Fußballvereins, dann war man auf einer besonderen Premiere. „Hairspray“ bot alles, was der Musical-Enthusiast erwartet: Musik, Gesang und Tanz kombiniert mit stimmigen Kostümen und Bühnenbild.

Das Broadway-Musical „HAIRSPRAY“ von Marc Shaiman und den Songtexten Scott Wittmans, hatte am 21.10.2017 seine fulminante Premiere im Dortmunder Opernhaus. Melissa King, die nicht nur als Tänzerin, Choreografin und Regisseurin arbeitet, sondern auch noch ein Politikwissenschaften an der renommierten Yale Universität in den USA studiert hatte, wurde mit der Inszenierung beauftragt.

Mit ihrem Hintergrund und profunden historischem Wissen war sie ein Glücksfall für diese Mammut-Aufgabe.

Das Musical spielt 1962 an Ostküste der USA in Baltimore. Eine Zeit, geprägt von Rassismus und biederer amerikanischer Bürgerlichkeit, aber auch der Träume und des Aufbegehrens. Die Inspiration für das Musical war der gleichnamige Film von John Waters aus dem Jahre 1988.

Teenager Tracy Turnblad träumt Übergewicht von einer Tanzkarriere und der Aufnahme im Komitee der angesagten „Corny Collins Show“, um die neuesten Tanzschritte präsentieren zu können. Ihre Mutter Edna möchte eigentlich lieber selber Kleider entwerfen als für andere Menschen Wäsche zu bügeln. Vater Wilbur betreibt einen kleinen Scherzartikelladen und wäre gerne ein Erfinder. Tracys Freundin Penny Pingleton ist zunächst ein schüchternes Mädchen, die sie unterstützt.

Beim Vortanzen wird sie von der selbstverliebten ehemaligen „Krabbenkönigin“ und Produzentin der Show, Velma von Tussle, herablassend wegen ihres Äußeren abgelehnt. Es ist ihr Ziel, ihre eigene Tochter Amber groß heraus zu bringen. Tracy verliebt sich sofort in den Mädchenschwarm Link Larkin, der sich erst langsam von ihren Qualitäten gegenüber seiner Freundin Aber überzeugen lässt. Einmal im Monat ist der sogenannte „Negroday“, wo es den farbigen Jugendlichen erlaubt ist, bei der Show aufzutreten. Tracy freundet sich beim Nachsitzen mit den dunkelhäutigen Seaweed sowie dessen Schwester an und lernt deren modernen lockeren Schritte kennen. Sie wird immer mutiger und hat endlich Erfolg beim Vortanzen. Nun kämpft sie auch unermüdlich dafür, dass Weiße und Schwarze zusammen Auftreten dürfen. Auch als Tracy ins Gefängnis muss, halten ihre Eltern zu ihr. Nach anfänglichem Zögern rettet Link das junge mutige Mädchen, erklärt ihr seine Liebe, und es kommt zum Showdown der Kontrahentinnen bei der Wahl zu „Miss Teenager Hairspray 1962“. Es gehen viele Träume in Erfüllung.

Stimmige Kostüme und Bühnenbild

Die Inszenierung zeichnet sich nicht nur durch wunderschöne Kostüme und Accessoires aus der damaligen Zeit, bunter flexibler Bühnenausstattung, schwungvoller Musik, starken Stimmen und Choreografien aus. Sie besticht durch ihren sensiblen Umgang mit dem Thema Rassismus oder allgemein der Akzeptanz des „Anderssein“ in diesem Musical.. Es ist ein klares Statement für Toleranz. Das ist vor allem auch dem Teil des Musical-Ensembles zu verdanken, die einen afroamerikanischen Hintergrund haben. Besonders hervorzuheben ist dabei Deborah Wood in der Rolle der Motormouth Maybelle (Mutter von Seaweed) die nicht nur durch ihre Power-Stimme berührte.

Corny Collins (Morgan Moody) und sein Komitee mit Tracy Turnblad (Marja Hennicke). Foto: © Björn Hickmann, Stage Picture
©Corny Collins (Morgan Moody) und sein Komitee mit Tracy Turnblad (Marja Hennicke). Foto: © Björn Hickmann, Stage Picture

Die drei „Dynamites“ ( Taryn Anne Nelson, Denise Lucia Aquino, Anneka Dacres) brachten Glitzer und Glamour auf die Bühne. Marja Hennicke als Tracy Turnblad überzeugte durch eine starke volle Stimme, tänzerisches Vermögen und Sensibilität in der Rolle des etwas naiven und mutigen jungen Mädchens.

Eine wichtige Funktion hatte Michael B. Sattler als Seawood. Er „küsste“ sie Sinnbildlich wie „Dornröschen“ aus ihrem Schlaf wach und so wurde aus Penny Pingleton eine selbstbewusste junge Frau, die sich von ihrer „Über-Mutter“ Prudy Pingleton (Johanna Schoppa) emanzipiert. Die zweite Person, die eine Veränderung vollzieht, ist Link Larkin (Jörn-Felix Alt). Er wird im Laufe der Handlung immer mutiger und sieht ein, dass Amber ihn nur für ihre  Karriere benutzt hat.

Musical mit einer Botschaft

Den Charakter der egozentrischen Produzentin Velma von Tussle hat Sarah Schütz ebenso gut dargestellt wie Marie-Anjes Lumpp ihren der hochnäsigen Tochter Amber. Wie für sie geschneiderte Rollen gab es für Morgan Moody als Showmaster Corny Collins und selbstredend Kammersänger Hannes Brock als Edna Turnblad. Es war ihm anzumerken, was für einen Spaß er dabei hatte. Berührend war der Umgang mit dem Ehemann Wilbur, dem kongenialen Kollegen Fritz Steinbacher. Die Beiden brachten die gegenseitige Akzeptanz des Ehepaares herrlich auf die Bühne.

Es war erstaunlich, wie professionell und locker das gesamte Ensemble auch die schwierigen Choreografien meisterten. Ein paar kleinere Gags gab es auch: Achten Sie mal auf die Stimme des Nachrichtensprechers im Radio. Sicherlich wird Ihnen die Person, die in Dortmund ein wichtiges Amt bekleidet, bekannt vorkommen.

Die Aufführung wurde musikalisch grandios von der Dortmunder Philharmoniker unter der temperamentvollen Leitung vom 2. Kapellmeister Philipp Armbruster begleitet.

Am Ende gab es Standing Ovations vom „bewegten“ Publikum.

Wenn auch klar ist, das die Realität anders aus sieht und „Hairspray“ insofern als naiv betrachtet werden kann, ist eines doch sicher. Ohne positive Träume und Mut kann es keine Veränderungen zu mehr Humanität und Toleranz geben.

Informationen über weitere Aufführungen erhalten Sie unter www.theaterdo.de