2. Kammerkonzert mit virtuosen „saiten_spielen“

Im Dortmunder Orchesterzentrum standen beim 2. Kammerkonzert der Dortmunder Philharmoniker am 27.11.2017 die Streicher im professionellem Zusammenspiel mit dem ausgezeichneten Gitarristen Juan Carlos Arancibia Navarro im Mittelpunkt. Gesa Renzenbrink und Iris Plettner an der Violine, Juan Ureña Hevia (Viola), Florian Sebald (Violoncello) sowie Michael Naebert am Kontrabass (Teil zwei) bildeten waren eindrucksvolle Vertreter für die hiesige „Streicherfraktion“.

Ausgewählt wurden Werke von vier Komponisten, von denen nur Luigi Boccherini einen gewissen Bekanntheitsgrad erreichte. Zu Anfang wurde das Gitarrenquintett D-Dur Nr. 4 G 448 „Fandango“ des italienischen Komponisten und Cellisten Luigi Boccherini (1743-1805) gespielt. Seine virtuosen Instrumentalkonzerte waren Vorreiter für die Wiener Klassik.

Der Komponist hatte einen Großteil seines Lebens in Spanien verbracht und dort gearbeitet. In seinem G-Dur-Quintett für Gitarre und Streicher zeigen sich iberische Einflüsse vor allem beim Finale. Hier wird der populäre spanische Fandango-Tanz virtuos aufgegriffen. Ein sensibles Wechselspiel sich gegenseitig vorantreibender Streicher mit der akustischen Gitarre.

Beim 2. Kammerkonzert stand neben den Streichern auch die Gitarre (gespielt von Juan Carlos Arancibia Navarro) im Mittelpunkt. (Foto: © Axel Hoffmann / pixelio.de)
Beim 2. Kammerkonzert stand neben den Streichern auch die Gitarre (gespielt von Juan Carlos Arancibia Navarro) im Mittelpunkt. (Foto: © Axel Hoffmann / pixelio.de)

Das folgende Quintett für Gitarre und Streichquartett op. 143 von dem italienischen neoklassischen Komponisten und Pianisten Mario Castelnuovo-Tedesco (1895-1968) bot dem Publikum eine andere weitere musikalische Facette.

Man merkt dem viersätzigem Werke deutlich an, dass der Castelnuovo-Tedesco vor allem in seinen späten Lebensjahren auch Filmmusik komponiert hat. Spanische Einflüsse sorgten für spanische Untertöne und Stimmungen.

Nach der Pause standen dann die Werke zweier großartiger Kontrabassisten auf dem Programm. Die Romanze für Kontrabass und Streichquartett cis-Moll des in Wien ausgebildeten Johann Matthias Sperger (1750-1812) verdeutlicht mit seiner romantisch-schwelgerischen Kantilene die Sensibilität und Ausdrucksstärke dieses größten Streichinstruments.

Den Abschluss bildete das Gran Quintetto für Streichquintett c-Moll von Giovanni Bottesini (1831-1889). Dieser hatte sich damals in Italien als Kontrabassist, Dirigent und Komponist einen Namen gemacht.

Das Gran Quintetto ist bei aller Klarheit durchdrungen von der Weichheit und Schönheit der Belcanto-Oper. Das zeigt sich besonders im dritten lyrischen Satz, bis hin zum furiosem Finale Allegro con brio.

Ein anspruchsvolles Konzert, dass dem anwesendem Publikum die unterschiedlichen musikalischen Facetten der „Saiten-Instrumente“ (hörbar) näher brachte.




Innovative Citizen – Festival für eine demokratische Technik

In der Zeit vom 30. November bis zum 3. Dezember 2017 führt das Dortmunder U zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) zum vierten Mal das Festival „Innovative Citizen“ für demokratische Technik durch. Geboten werden viele Vorträgen, Gesprächen sowie 30 Workshops zu den Themensträngen Food & Farming, Digitale Fertigung, Circular City und Textiles.

Bei „Food & Farming“ geht es unter anderem um die Problematik: Monokulturen und Pflanzenschutzmittel, Verhungernde Menschen auf der einen Seite, Ernährungskonzepte als sinnstiftende „Lebensinhalte“ bei den Industriestaaten auf der anderen Seite. In Workshops werden dann beispielsweise Lebensmittel fermentiert und mit Hilfe von Mikroorganismen nährstoffreich haltbar gemacht.

Beim Thema „Digitale Fertigung“ geht es darum, wie etwa einfache Roboter im urbanen Umfeld eingesetzt werden können oder um Workshops zum 3D-Druck.

Das Themenfeld „Circular City“ befasst sich mit sinnvollen Wiederverwertung von Rohstoffen und lädt zum mitmachen ein und bietet Perspektiven für eine lokale, kreative und lebendige Stadtgesellschaft.

„Es geht uns um mehr Transparenz, Autonomie und Kontrolle der Menschen in ihrem Umfeld. Dafür wollen wir soziale Räume schaffen. Für uns sind die Menschen nicht nur passive Konsumente, sondern sind Individuen mit Kompetenzen,“ so Jürgen Bertling vom Fraunhofer-Institut (UMSICHT).

Beim letzten Themenkreis „Textiles“ geht es um alternative Wege zur Be- und Verarbeitung von Stoffen. Upcycling (scheinbar „nutzlose Abfallprodukte werden in neuwertige Produkte umgewandelt), oder die Wiedererweckung alter Techniken wie Pflanzenfärbung. Auch aktuelle Technologien wie Lasercutter und leitende Garne spielen eine Rolle.

Erwarten spannende Veranstaltungen zum "innovative citizen" (v.l.n.r.) Benedikt van Kampen (Fraunhofer-Institut), Jasmin Vogel (Dortmunder U), Patrick Jaruschowitz und Jürgen Bertling (beide vom Fraunhofer-Institut)
Erwarten spannende Veranstaltungen zum „innovative citizen“ (v.l.n.r.) Benedikt van Kampen (Fraunhofer-Institut), Jasmin Vogel (Dortmunder U), Patrick Jaruschowitz und Jürgen Bertling (beide vom Fraunhofer-Institut)

Das Wichtigste, so betonen alle Initiatoren, ist dabei eine wechselseitige Kommunikation zwischen Produzenten und Konsumenten. Die Grenzen zwischen Laien und Experten sollen überwunden werden.

Dem wird auch bei dem Festival Rechnung getragen. Am Samstag dem 2.12.2017 gibt es die „Innovative-Night“ mit viel Möglichkeiten zum Feiern und zur Kommunikation. Am Sonntag dann ein „Maker-Frühstück“.

Das Festival ist in diesem Jahr erstmals auch überregional vernetzt. So fand zum Beispiel vom 13.11. bis zum 22.11.2017 in Saragossa (Spanien) einen internationaler Ableger statt.

Die Preise für die unterschiedlichen Workshops reichen von 5,- bis 40,- Euro.

Eröffnet wird „Innovative Citizen“ am Donnerstag, den 30. November 2017 um 19:30 Uhr im Kino im U mit einem Vortrag von Timo Bäcker und Christopher Zeppenfeld zum Thema „Insekten als Proteinquelle“. Im Anschluss wird es eine Zaubershow des Team Paranormal (Philloso/Grobilyn) geben.

Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen zu dem umfangreichen Programm und den Preisen erhalten Sie unter www.innovative-citizen.de




Pieter Hugo – künstlerische Spuren einer postkolonialen Gesellschaft

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) in Dortmund und ihr Direktor Dr. Jens Stöcker freuen sich sehr, als zweite Stadt nach Wolfsburg in Deutschland die Ausstellung Pieter Hugo „Between the devil and the deep blue sea“ in ihren Räumlichkeiten vom 25.11.2017 bis 13.05.2018 zeigen zu können.

Rund 200 Stillleben, Porträts und Landschaftsbilder besitzen eine starke Bildsprache. Sie macht die Spuren und Narben sichtbar, die durch durch Kolonialzeit und Apartheid im Kontinent Afrika hinterlassen wurden. Andererseits zeugt sie vom einen mutigen und selbstbewussten Blick nach vorne.

Es sind keine dokumentarischen Fotos, sondern gestellte Fotografien, die sensibel Geschichten erzählen. Die Arbeiten zeigen die Menschen respektvoll in ihrem Zwiespalt von Ideal und Realität, Tradition und Moderne. Die Menschlichkeit steht oft im Kontrast zur sozialen Härte. Wie Hugo selbst sagt, versucht er in langen Gesprächen mit den beteiligten Personen, den „Augenblick der Zulassung der freiwilligen Verletzlichkeit“ einzufangen. Seine Stillleben Porträts gleichen Metaphern oder aufklärerischen gesellschaftlichen Kommentaren.

Der 1976 in Südafrika geborene südafrikanische Künstler erlebte am Ende seiner Schulzeit 1994, das Ende des Apartheid-Regimes in seinem Land. Zur selben Zeit fand ein brutaler Genozid in Ruanda statt. Die Ausstellung ist in mehrere Serien aufgeteilt. Die Erste hat den Namen „1994“ und zeigt Porträts von Kindern, die in diesem Jahr geboren wurden.

Pieter Hugo mit einem Foto aus der Serie "1994".
Pieter Hugo mit einem Foto aus der Serie „1994“.

Die Bandbreite der weiteren Serien geht von der „Familiensippe“, humorvoll über „Nollywood“ (afrikanische kleine Filmproduktionen) bis hin zu politisch brisanten Fotografien aus einer Elektroschrott-Müllhalde in Ghana („Permanent Error“). Dort sammeln Menschen den Elektroschrott oder verbrennen ihn, um ein wenig Geld zu verdienen. Das ganze unter gesundheitsgefährdenden Umständen.

Eindrucksvoll sind auch zwei Aufnahmen aus der Vogelperspektive. Sie zeigen ein gut bewachtes Viertel der „Reichen“ neben einem nur fünf Kilometer entfernt liegenden ärmlichen „Township“ in Südafrika. Dabei sind die Grenzen durchlässiger geworden. Es gibt nicht nur die „reichen Weißen“ und „armen Schwarzen“, so die Wolfsburger Kuratorin Dr. Uta Ruhkamp.

Fotografiert hat der Künstler nicht nur in Südafrika oder Ruanda, sondern auch in Nigeria und Ghana. Eine Abteilung zeigt auch respektvolle Bilder von obdachlosen in San Francisco oder auch Fotografien aus der chinesischen Kultur zwischen Tradition und Moderne.

Die Ausstellung endet mit dem ironischen „There‘s a Place in Hell for me and my Friends“. Hier zeigt Pieter Hugo Porträts von all seinen Freunden. Den ehemals farbigen Porträts wurde nachträglich die Farbe entzogen. So sind alle Personen nicht nur in ihrem „Schwarz-Weiß“ gleich, sondern auch jede Pore und Unebenheit im Gesicht ist erkennbar.

Informationen über das umfangreiche Begleitprogramm und den Katalog zur Ausstellung erhalten Sie unter info.mkk@stadtdo.de oder www.mkk.dortmund.de oder telefonisch unter 0231/ 50 26028




Juliana Borinski – Experimentelle Fotografie im Kunstbetrieb

Der Dortmunder Kunstbetrieb in der Gneisenaustraße zeigt in ihren Räumlichkeiten vom 25. November bis 23. Dezember 2017 unter dem Titel „Visual Agnosia“ (Visuelle Blindheit) insgesamt 50 arbeitsintensiv entstandene experimentelle Fotografien der brasilianisch-deutschen Künstlerin Juliana Borinski. Sie ist 1979 in Rio de Janeiro (Brasilien) geboren, lebt heute in Paris. Als Kosmopolitin ist sie aber nicht nur dort zu Hause.

Bei ihrer Arbeit setzt sie nicht auf analoge oder digitale Fotoapparate, sondern es interessieren sie mehr die spannenden Prozesse der Photochemie. Es entstehen dabei Arbeiten auf lichtempfindlichen Photopapier sowie Bilder auf Papier. Wie sie betonte, möchte sie den perfektionistischen digitalen Fotografien etwas entgegensetzen, was die Fantasie der Betrachter anregt.

Die Fotoarbeiten entstanden ohne Kamera: Fotokünstlerin Juliana Borinski.
Die Fotoarbeiten entstanden ohne Kamera: Fotokünstlerin Juliana Borinski.

Obwohl sie ein modernes Handy besitzt, nutzt sie dieses nur als Ideenstütze und für Schnappschüsse. Die Dunkelkammer mit ihren vielfältigen Möglichkeiten ist da eher ihre Welt. Da „kribbelt es mehr“ bei ihr, wie sie beim Pressegespräch erklärte. Es gibt aber noch ein weiteres Argument für sie: „Filme halten 100 Jahre, Festplatten vielleicht fünf Jahre oder etwas mehr“.

Sie nutzt für ihre Arbeiten zumeist lichtempfindliches Photopapier und die Chemie. Der Herstellungsprozess ist kompliziert und im Ergebnis überraschend. Eine Reihe der Bilder entstanden beispielsweise durch Langzeitbelichtung auf Metallplatten, die später, nach ihrer photochemischen Aufbereitung, auf Papier gedruckt wurden. Ihre „Fotoobjekte“ sind unter anderem einfacher Staub, Seifenblasen oder zerknülltes Papier, welche als solche für das Auge des Betrachters dann nicht mehr zu erkennen sind. Froh ist die Künstlerin darüber, dass es auch im digitalen Zeitalter Unternehmen gibt, die noch Filme, Fotopapiere und die notwendige Chemie herstellen. Die Nachfrage dafür wächst.

Borinski ist mit ihren Arbeiten im In-und Ausland auf vielen Ausstellungen vertreten und hat einen in der Fachwelt beachteten Vortrag vor der Stiftung Henri Cartier-Bresson in Paris zum Thema „Die lichtempfindliche Geschichte der Fotografie ohne Kamera“ gehalten

Die Vernissage ist am Samstag, den 25. November 2017 um 18:00 Uhr im Kunstbetrieb, Gneisenaustraße 30, 44147 Dortmund.

Zur Eröffnung spricht der Künstler und Philosoph Klaus Pfeiffer

Mehr Information erhalten sie unter info@derkunstbetrieb.de




Sturm auf den Winterpalast – Forensik eines Bildes im HMKV

Unter dem Titel „Sturm auf den Winterpalast- Forensik eines Bildes“ zeigt der Hardware MedienKunstVerein im (HMKV) im Dortmunder U auf der Ebene 6 vom 25.11.2017 bis zum 08.04.2018 Teil Eins einer Doppelausstellung, die inhaltlich nichts miteinander zu tun haben, aber gut zusammen passen, so Inke Arns, die Direktorin des HMKV und Kuratorin der Ausstellung. Gemeint ist damit die Ausstellung „Die Grenze“.

Im Jahr 2017 jährt sich zum die Oktoberrevolution und Geburtsstunde der ehemaligen Sowjetunion zum hundertsten Mal. Im Blickpunkt dieser Ausstellung steht deren Gründungsmythos, der sich in der bekannten Fotografie „Sturm auf den Winterpalast“ manifestiert. Das Foto stammt allerdings nicht vom historischen Ereignis selbst, sondern von einem mit vielen Statisten nachgestellten theatralen Reenactment aus dem Jahr 1920 unter der Regie von Regisseur Nikolaj Evreinov. Die Ausstellung präsentiert Filmaufnahmen und Fotografien der „scheinbaren Realität“ und stellt sie dem eigentlichen realen Foto gegenüber. Es gab keine Revolution der Massen, sondern es war nur eine Handvoll Rotgardisten, die eine Gruppe Minister gefangen nahm, die längst aufgegeben hatten.

Die beiden Kuratorinnen der Ausstellung: Inke Arns (links) und Sylvia Sasse.
Die beiden Kuratorinnen der Ausstellung: Inke Arns (links) und Sylvia Sasse.

Aus einer retuschierten Fotografie wurden ein „historisches Dokument“ zur kulturellen Identitätsstiftung in der Sowjetunion. Dokumentiert wird das auch in den damaligen Schulbüchern.

Es ist aber keine historische Ausstellung zum „Sturm auf den Winterpalast“, wie Arns betonte. Es geht vielmehr darum zu verdeutlichen, wie fragil die Entstehung von Geschichte ist und um den Kontrast von Schein und Sein. Im digitalen Zeitalter durchaus von aktueller Brisanz.

Untermauert wird das durch neue Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die das Reenactment kommentieren und in einen politischen Zusammenhang bringen. Eindrucksvoll ist da als Beispiel ein höchst aktuelles Video von Regisseur und Autor Milo Rau. Es in Ausschnitten die in der Berliner Schauburg vom 03. bis 05. November 2017 durchgeführte „Generalversammlung“ mit sechzig Abgeordneten aus der ganzen Welt. Diese widmeten sich mit ihrem Entwurf eines Weltparlaments den globalen Problemen Menschenrechtsverletzungen, Steuerung ökologischen Entwicklungen oder sozialer Ungerechtigkeit. Stellvertretend für alle betroffenen Menschen, die kein politisches Mitspracherecht haben,wollten sie das neu gewählte deutsche Parlament herausfordern.

Zusammen mit der Wanderausstellung „Die Grenze“ wird die Ausstellung am Freitag, den25. November 2017 um 19:00 Uhr im Dortmunder U (HMKV) auf der Ebene 6 eröffnet.

Begrüßung: Edwin Jacobs, Direktor Dortmunder U

Einführung der Kuratorinnen: Dr, Inke Arns, Direktorin HMKV und Prof. Dr. Sylvia Sasse (Slavisches Seminar, Universität Zürich).




Die Grenze – Ausstellung von Künstlern aus der ehemaligen UdSSR

Parallel zur Ausstellung „Sturm auf den Winterpalast“ wird auf der Ebene 6 des Dortmunder U die Wanderausstellung „Die Grenze“, ein Projekt des Goethe-Instituts Moskau, gemeinsam mit 23 Künstlerinnen und Künstler aus den ehemaligen Sowjet-Republiken. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist für die alle eine neue Zeit des Umbruchs und Neuorientierung gekommen. Unterstützt wird das Projekt vom Auswärtigen Amt.

Es geht darum, neue Perspektiven auszuloten. Deshalb sind bei diesem Projekt auch vorwiegend junge Künstler beteiligt. Es fand nach und nach ein Prozess von Vernetzungen statt.

Sie beschäftigen sich in unterschiedlichen Arbeiten, Videos und Installationen mit den facettenreichen Thema „Grenzen“ im weiteren Sinne.

Die Problematik des Grenzkonflikts um die Ost-Ukraine sind da nur ein kleiner Teilbereich. Es stellen sich die Fragen um das Grenzland Europa. Wo verlaufen die Grenzen genau zwischen Europa und Asien? Gibt es nicht vielmehr kulturelle Grenzen? Der Kurator der Ausstellung Thibaut de Ruyter (Belgien) erklärte: „Wenn wir zum Beispiel an Karaoke denken, verbinden wir es mit asiatischen Ländern.“

Wenn die Grenze hell leuchtet, treten die Akteure ins Dunkle. (v.l.n.r.) Astrid Wege, Thibaut de Ruyter und Inke Arns.
Wenn die Grenze hell leuchtet, treten die Akteure ins Dunkle. (v.l.n.r.) Astrid Wege, Thibaut de Ruyter und Inke Arns.

Astrid Wege, Leiterin der Kulturprogramme Goethe-Institut Moskau und Initiatorin der Ausstellung, berichtete beim Pressegespräch von der weiten Reise der Wanderausstellung von Beginn am 31. Januar 2017 in Moskau über die verschiedenen russischen Städte. Dabei wurden die Schwerpunkte je nach Standort verändert. So lag dieser in St. Petersburg beispielsweise auf dem Thema „Arbeitsmigration“.

Am Samstag, den 25.11.2017 um 15:00 Uhr ist vor Ort ein Vortrag von Karl Schlögel zum Thema „Grenzland Europa“ als Kontinent der wandernden Grenzen mit Phantomgrenzen im Kopf und brutalen Grenzverletzungen und Grenzverschiebungen.

Am gleichen Tag findet zudem um 15:30 Uhr eine Podiumsdiskussion mit KünstlerInnen des Ausstellungsprojektes „Die Grenze“ statt.

Führungen durch die Ausstellung werden einmal die Woche am Sonntag (ab 26.11.2017) jeweils um 15:00 Uhr angeboten.

Sonderführungen sind buchbar bis fünfundzwanzig Personen (60 € zzgl. Eintritts bez. Gruppenpreis. Ermäßigt: 40 € zzgl. Eintritts bez. Gruppenpreis.

Weitere Informationen unter info@hmkv.de




Plastik – das neue Gold der Zukunft

Der in England und Kenia aufgewachsene Künstler Sam Hopkins kommt mit seiner Installation „Ministry of Plastic“ vor das Dortmund U. Zwei Wochen stand die begehbare Installation während der Weltklimakonferenz vor dem Kunstmuseum in Bonn.
Sie besteht aus einem Schiffscontainer, den der Künstler in eine Außenstelle eines imaginären Ministeriums aus der Zukunft verwandelt hat. Er ist in schwarz gehalten und ist mit einem Recycling-Zeichen versehen. Im Inneren beherbergt er eine hintersinnige Installation. Lassen sie sich überraschen.
Hopkins verändert die Perspektive mit einem Blick in die Zukunft. Der überall präsente Kunststoff ist in seiner voraus blickenden Version ein seltenes und begehrtes Gut, man könnte sagen, das Gold der Zukunft,
Er regt damit zum sorgfältigen Umgang mit diesem Stoff und zum Nachdenken über unsere Wegwerfkultur und Recycling an.
Die Ausstellung ist vom 23.11. bis 03.12.2017 zu den Öffnungszeiten des U zugänglich.. Das gilt auch während des Festivals „Innovation Citizen“. Mit dem Themenstrang „Circular City“, die sich unter anderem mit Strategien gegen gerade diese „Wegwerfgesellschaft“ beschäftigt.

Sam Hopkins zeigt mit seiner Arbeit die Problematik des Plastikmülls.
Sam Hopkins zeigt mit seiner Arbeit die Problematik des Plastikmülls.




Bunter Teller 2017- Inspiration für Weihnachtsgeschenke im Kunstbonbon

Alle Jahre wieder findet im Kunstbonbon in der Chemnitzer Straße (Dortmund) unter dem Motto „Bunter Teller 2017“ eine Art Weihnachtsmarkt der Kunst im kleinen Rahmen statt.

Wer noch Weihnachtsgeschenke sucht, kann sich im Kunstbonbon inspirieren lassen.
Wer noch Weihnachtsgeschenke sucht, kann sich im Kunstbonbon inspirieren lassen.

Es gibt hier vom 25.11.2017 bis zum 29.11.2017 die Gelegenheit, sich ohne Gedränge und in Ruhe für ein Weihnachtsgeschenk für die Lieben inspirieren zu lassen. Sie können dort ausgefallene Geschenke finden und kaufen.

In diese Jahr beteiligen sich sogar zwölf hiesige Künstler an dieser Ausstellung.

Die Bandbreite reicht von seltenen Gedichtbänden und Miniaturbilder von Marlies Blauth, skurrilen Objekten von Frollein Fritz, ausgefallenen Schmuck, Leuchtpudding und Taschenbilder von Katja Struck oder Krempelkunst) (Engel, Karten , Objekte , Zeichnungen) von Karin Schmidt. Das ist natürlich noch lange nicht alles. Im Angebot sind auch Skulpturen, Kalender, Windlichter, Panoramafotos und vieles mehr. Es lohnt sich, viel Zeit zum stöbern (und kaufen) zu nehmen.

Die Vernissage ist am Samstag, den 25.November 2017 um 15::00 Uhr im Kunstbonbon.

Die Ausstellung ist bis zum 29. November 2017, dienstags von 13:00 bis !8:00 Uhr, freitags von 15:00 bis 20:00 Uhr und samstags von 12:00 bis 15:00 Uhr zu sehen.

Der Eintritt ist wie immer frei.

 




Martin Kesper und Rolf Sablotny in der Galerie Dieter Fischer

In der Galerie Dieter Fischer im Depot Dortmund ist vom 24.11.2017 bis zum 17.12.2017 unter dem Motto „…mal sehen!“ (Fotografien, Video, Skulptur) eine besondere Ausstellung zu sehen.

Martin Kesper präsentiert Naturfotografien in der Galerie Dieter Fischer.
Martin Kesper präsentiert Naturfotografien in der Galerie Dieter Fischer.

Zwei Künstler, ein Fotograf und ein Bildhauer (Holzskulpturen), stellen gemeinsam ihre Werke aus. Die Besucherinnen und Besucher können dann „mal sehen“, wie die unterschiedlichen Kunstwerke in einem Gesamtkonstrukt zusammen wirken.

Da sind zum einen die zweiundzwanzig kleinen und zehn großformatigen Fotografien von Martin Kesper (Unna). Am besten passt zu seinen Wald und Naturfotografien der Ausdruck „Waldeinsamkeit“. Eine Wortschöpfung aus der Romantik, die aus dem Jahr 1796 stammt und von dem Autor Ludwig Tieck geprägt wurde.

Die großformatigen Natur und Waldfotografien, zumeist in Schwarz-Weiß, als auch die farbigen Fotografien im Kleinformat entstanden in den noch ursprünglichen Waldgebieten im bayrischen Wald, Thüringen, Hiddensee oder sogar Neuseeland. In der näheren Umgebung von Nordrhein-Westfalen waren solch urige, naturbelassenen Gebiete, die Kesper für sein Vorhaben suchte, nicht zu finden. Entstanden sind atmosphärisch geheimnisvolle Fotografien, die die Fantasie des Betrachters anregen.

Nicht nur Fotografien, sondern auch das einminütiges Video „Ansichtssache“ vom Künstler ist während der Ausstellung (mit einminütigen Pausen) in Dauerschleife zu sehen. Es ist ein ausdrucksstarkes Video, das nachhaltig wirkt und zum Nachdenken anregt. Martin Kesper wurde unter anderem mit diesem Video beim „zeitimpuls shortfilm festival“ 2017 in Wien nominiert und erreichte Platz Drei unter vielen Einreichungen.

Rolf Slabotny mit seinem "Wegweiser" und anderen Arbeiten.
Rolf Slabotny mit seinem „Wegweiser“ und anderen Arbeiten.

In diese Waldlandschaften fügen sich die farbenfrohen und lebendigen Holzskulpturen des Dortmunder Bildhauers Rolf Sablotny in klein und groß wunderbar ein. Die Figuren, entstanden in den letzten Jahren, sind in ihrer Form oft als Torso reduziert. Gerne stellt der Künstler seine menschliche Figuren als Wegweiser dar. Farbe und Bewegung sind für ihn wichtige Elemente seiner Arbeit. Seine Darstellungen sollen Spaß machen und sind nicht so ernst zu nehmen. Die Figuren sind durch eine prägnante Mimik und Gestik gekennzeichnet. Sablotny benutzt unterschiedlichste Materialien von Sandstein bis zum modernen wetterfesten Kunststoff.

Die Vernissage der Ausstellung findet am Freitag, den 24.11.2017 um 19:00 Uhr in der Galerie Dieter Fischer im Dortmunder Depot statt.

Öffnungszeiten: donnerstags 17:00 bis 20:00 Uhr und gerne nach Vereinbarung.

Näheres erfahren sie unter info@gloger-kunst.de




GUT – Kooperation zwischen Gymnasien und Theater

Nach den erfolgreichen Kooperationen des Theater Dortmund mit Realschulen und Gesamtschulen im Umfeld unserer Stadt, ist am 17.11.2017 der Startschuss für „GUT“ (Zusammenarbeit von Gymnasien und Theater) gegeben worden.

Dieses Projekt möchte Schülerinnen und Schüler Einblicke und einen Überblick in die unterschiedlichsten Berufe und Sparten des Theaters geben sowie ihr Interesse für Kultur wecken. Interessant ist da natürlich die Altersgruppe um die neunte Klasse, bei der die berufliche Orientierungsphase konkreter beginnt.

Freuen sich über die Kooperation: (v.l.n.r.) Svenja Richmann (Theaterpädagogin und Koordinatorin), Sonja Leukefeld (Schulleiterin Theodor-Heuss Gymnasium Waltrop), Sven Krey (Lehrer Theodor-Heuss Gymnasium Waltrop) und Alexandra Reiners (Lehrerin Theodor-Heuss Gymnasium Waltrop).
Freuen sich über die Kooperation: (v.l.n.r.) Svenja Richmann (Theaterpädagogin und Koordinatorin), Sonja Leukefeld (Schulleiterin Theodor-Heuss Gymnasium Waltrop), Sven Krey (Lehrer Theodor-Heuss Gymnasium Waltrop) und Alexandra Reiners (Lehrerin Theodor-Heuss Gymnasium Waltrop).

Anwesend bei der Eröffnungsveranstaltung in gemütlicher Runde im Opernfoyer waren neben Schulleitern und Lehrern einiger der beteiligten Gymnasien für das Theater: Tobias Ehinger (Geschäftsführer Theater Dortmund), Andreas Gruhn (Leiter KJT), Georg Holzer (Chefdramaturg Oper) sowie Svenja Riechmann (Koordinatorin Theaterpädagogik), Sarah Jasinszczak (Theaterpädagogin Schauspiel) und Erika Schmidt-Sulaimon (Theaterpädagogin KJT).

Tobias Ehinger betonte zunächst die Bedeutung von Kultur und Bildung als wichtige Basis und Säulen der Gesellschaft. Er sieht in der Kooperation mit den Gymnasien ein großes Entwicklungspotenzial. Andreas Gruhn fügte hinzu, dass es für die SchülerInnen durch das Theater die Möglichkeit gibt, tiefer in ein Thema einzutauchen. Er möchte sie zu mehr Experimentierfreude ermutigen. Es gebe viel zu entdecken. Kooperation sei aber keine Einbahnschiene und benötige eine wechselseitige Kommunikation.

Die Schulleiter und Lehrer erhoffen sich durch die Wiedereinführung von G9 mehr Luft für die SchülerInnen, um sich in ihrer Zeit am kulturellen Leben beteiligen zu können.

Die Theaterpädagoginnen stellten dann die bisherigen Angebote wie Workshops, Schnuppertage und Kurse, Praktika und sonstige spezielle Angebote vor.

Anschließend folgte die feierliche Unterzeichnung der Kooperationsverträge durch die anwesenden Vertreter des Käthe-Kollwitz-Gymnasium (Dortmund), Helmholtz-Gymnasium (Dortmund) und Theodor-Heuss-Gymnasium (Waltrop).

Solche Projekte sind nicht nur „gut“, sondern haben auch viel kreatives Potenzial. Alle Seiten sind bereit.