Depot stellt vor – die Künstlerin Birgit Brinkmann-Grempel

Im Rahmen der Reihe „Depot stellt vor“ zeigt die Galerie Dieter Fischer im Dortmunder Depot vom 02.03.2018 bis 18.03.2018 über 30 Werke in verschiedenen Formaten der Künstlerin Birgit Brinkmann-Grempel.

Die 1966 in Gelsenkirchen geborene Künstlerin ist gelernte Fotografin und hat später ein Studium an der „Freien Akademie der bildenden Künste“ in Essen angeschlossen und beendet. Seit 2017 ist sie Mitglied im Kulturort Depot, Dortmund.

Ihr Vater war ein bekannter Industrie-Fotograf im Ruhrgebiet. Daher kommt unter anderem die Begeisterung für Fotografie. Das reichte ihr aber auf die Dauer nicht.

Sie arbeitet nicht nur mit einem ungewöhnlichen Mix aus verschiedenen Materialien, sondern verbindet auch die Fotografie und die Malerei. Es werden zumeist bearbeitete Acrylglasplatten mit Holzträgern kombiniert. Birgit Brinkmann-Grempel erklärte den Arbeitsablauf beim Pressegespräch. Zunächst ist da das Fotomotiv, zum Beispiel von Rombergpark oder Phönix-West. Dieses Foto wird von ihr bearbeitet und künstlerisch verfremdet. Mit einem Acrylstift wird das Motiv dann auf das Acrylglas übertragen.

Birgit Brinkmann-Grempel verbindet in ihren Arbeiten Malerei und Fotografie.
Birgit Brinkmann-Grempel verbindet in ihren Arbeiten Malerei und Fotografie.

Diese feinen Zeichnungen kontrastiert sie mit einen von ihr in intensiven Farbvariationen oder in realistischer Malerei gestalteten Holzträger. Orange-rot oder blau-türkis Tönen sind die bevorzugten Farben.

Wichtig ist der Künstlerin, aus der Zweidimensionalität eines Bildes heraus zu kommen und ihm eine neue Dimension und räumliche Tiefe hinzu zu fügen.

Zu diesem Zweck montiert sie die unterschiedlichen Träger mit Abstand hintereinander.

In neuester Zeit hat sie auch Objekte aus Plexiglas gestaltet. Dieses Objektkonstrukt ist so gestaltet, dass zwei bemalte oder bedruckte Acrylglasscheiben hinein geschoben werden können. Die Grenze der künstlerischen Entwicklung scheint bei ihr noch lange nicht erreicht zu sein. Die Vernissage findet am 02.03.2018 um 19:00 Uhr in der Galerie Dieter Fischer statt.

Die Finissage ist am Sonntag, den 18.03.2018 (15:00 bis 18:00 Uhr) am gleichen Ort.

Der Eintritt ist frei.

Öffnungszeiten: Donnerstag von 17:00 bis 20:00 Uhr und Samstag/Sonntag von 15:00 bis 18:00 Uhr.




Der Theatermacher – eine besondere Künstlerkomödie

Nach krankheitsbedingter Verschiebung findet am 03.03.2018 um 19:30 Uhr die Premiere von Thomas Bernhards Der Theatermacher unter der Regie von Kay Voges im Schauspiel Dortmund statt.

In mehrfacher Hinsicht bot sich dieser Stoff für das hiesige Theater an. Bernhard nimmt in seiner Komödie Bezug auf den sogenannten „Notlichtskandal“ anlässlich der Aufführung seines Stückes „Der Ignorant und der Wahnsinnige“ bei den Salzburger Festspielen (1972) unter der Regie von Claus Paymann.

Die zuvor gegebene Zusage zur Abstellung der Notbeleuchtung, um eine totale Finsternis zu erhalten, wurde damals wegen Sicherheitsbedenken (Brandschutz) zurück genommen. Ein großer Skandal entbrannte. Auch das Dortmunder Schauspiel (und andere Theater) waren in den letzten Jahren von Brandschutzverordnungen arg gebeutelt.

In diesem Theaterstück geht es um den Staatsschauspieler Bruscon, der zusammen mit der Familie hoch ambitioniert mit seiner Menschheitskomödie „Das Rad der Geschichte“ in einem schäbigen Tanzsaal im im kleinen Dorf Utzbach Station macht.

Er selbst spielt natürlich die tragende Rolle, während seine Frau, Tochter und Sohn zu seinem Leidwesen die Nebenrollen besetzen. In seiner maßlosen Selbstüberschätzung hält er sie nicht nur für untalentiert, sondern demütigt sie auch wo er nur kann. Am Ende der Vorstellung muss der Wirkung willen jegliches im Gasthof „Schwarzer Hirsch“ verlöschen, selbst die Notbeleuchtung. Ein Albtraum für die Feuerwehr! Das ist aber nicht das einzige Problem…

In den letzten fast zwei Jahren musste das Dortmunder Schauspiel notgedrungen unter schwierigen Bedingungen im Megastore spiele und das beste aus der Situation machen. Da gibt es also durchaus Parallelen. In diesem Stoff steckt aber noch viel mehr. Bruscon ist ein typischer „Machtmensch“ und tragische Figur. Das Thema Machtmissbrauch in der Film-und Theaterbranche durch bekannte Regisseure wurde ja in letzter Zeit heiß debattiert. Was folgte, war eine extreme „Empörungswelle“ in den sozialen Medien. „Die Empörungwelle wird durch die Sozialen Medien potenziert,“ so Voges.

Andreas Beck als Theatermacher Bruscon, der in der Provinz landet. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Andreas Beck als Theatermacher Bruscon, der in der Provinz landet. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Über allen schwebt eigentlich steigendes Sicherheitsbedürfnis in der Gesellschaft.

Es stellt sich die Frage, woher dies starke Bedürfnis eigentlich kommt“, so Dramaturg Michael Eickhoff.

Was erwartet das Publikum? Ein lustig-grotesker klassischer Theaterabend mit Rückblick auf Jahrzehnte Theatergeschichte. Auch die letzten zweieinhalb Jahre im Dortmunder Schauspiel werden mit einem Augenzwinkern „verarbeitet“.

Musikalisch bietet der Abend einen besonderen musikalischen Operettenteil, extra komponiert von T.D. Finck von Finkenstein (Tommy Finke).

Die Aufführung soll ungefähr 2 Stunden und 40 Minuten dauern.

Für die Premiere am 03.03.2018 gibt es noch Rest-Karten.

Informationen zu weiteren Terminen erhalten Sie wie immer unter www.theaterdo.de.




Der schwierige Weg der Selbstfindung

Am 23.02.2018 konnte das Publikum die Premiere der Stückentwicklung „Wertvoll – am besten bist du als du selbst“ unter der Regie von Johanna Weißert und Klaus Fehling im Dortmunder Kinder- und Jugendtheater (KJT) erleben.

Es wird dort die problematische Selbstfindung junger Menschen in einer Welt mit starken Druck zur „Selbstoptimierung“ und Beeinflussung durch moderne digitale Medien wie etwa „Youtube“. Um im Leben erfolgreich zu sein, wird von klein an alles „geplant“ und diesem Ziel untergeordnet. Genug „Unterstützung“ gibt es von „Helikopter-Eltern“ und wenn man es sich leisten kann, einem professionellem „Coach“. Was zählt ist Geld und die Wirkung nach außen, mehr Schein als Sein.

Als ein Ergebnis solcher Einflüsse steht der erwachsene Alexander auf der leeren Bühne. Er wollte doch nur wertgeschätzt und als er selbst akzeptiert werden und hat alle „Erwartungen“ erfüllt.

Rückblickend erfährt das Publikum die Lebensgeschichte eines jungen Menschen, der zu Beginn als gedankenloser Gaffer eines schweren Unfalls zusammen mit anderen Fotos vom Ort des Geschehens postet.

Schon als Kleinkind wird Alexander von seine Helikopter-Eltern seine Zukunft geplant. Natürlich wird dem „kleinen Prinz“ jeder Wunsch von den Augen abgelesen und alle Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt. Seine kleine Freundin von frühen Kindertagen Gretchen dagegen erkämpft sich ihren Weg und erkundet die Welt mit Neugierde. Sie hat eine große Sehnsucht nach dem weiten Meer und nach Freundschaft und sendet ihre Wünsche an eine imaginäre Macht im Weltall. Ihr zu Seite steht der im Leben abgestürzte Hubert.

Für Alexander geht alles scheinbar den gewünschten Gang. Der erste Schultag, Abitur und später ein profitabler Beruf als Versicherungsmakler und die Heirat mit dem „Youtube“-Star Miriam Miracle, obwohl er eigentlich Gretchen liebt.. Auf seinen seinen ehemaligen Schulkameraden Tom blickt er herab, der ja nur als Rettungs-Assistent arbeitet.

Erst spät wird er wach und und erkennt das Wesentliche…

Alexander (Thorsten Schmidt) wird von seinen Eltern (Bianka Lammert und Andreas Ksienzyk) gepampert bis sein Ego riesig wird. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Alexander (Thorsten Schmidt) wird von seinen Eltern (Bianka Lammert
und Andreas Ksienzyk) gepampert bis sein Ego riesig wird. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Eine geniale Idee für das assoziative Stück war der Einsatz einer riesigen weißen, aufblasbaren Figur auf der Bühne als Sinnbild des riesigen aufgeblasenen Egos für die Entwicklung von Alexander als einem jungen Menschen, der mehr aus Luft als aus einem Kern zu bestehen scheint. Eine passende musikalische Untermalung unterstützte das Geschehen auf der Bühne.

Ein großes Kompliment an die fünf SchauspielerInnen. Sie bewiesen große Wandlungsfähigkeit. Thorsten Schmidt als Alexander und Ann-Kathrin Hinz als Gretchen spielten ihre Charaktere in den verschiedenen Altersstufen humorvoll und glaubwürdig. Die komischen Moment kamen trotz aller Ernsthaftigkeit nicht zu kurz. Bianka Lammert überzeugte vor allem als Helikopter-Mutter und als „Youtube“-Star, Andreas Ksienzyk als Alexanders Vater, Hubert, Pfarrer und Schuldirektor und Philip Pelzer als Gretchens Vater und dem bodenständigen Tom.

Ein gleichermaßen unterhaltsamer wie nachdenklich machender Theaterabend im KJT.

Weitere Informationen und Aufführungstermine unter 0231/ 50 27 222 oder www.theaterdo.de




Integratives Projekt – Im Herzen Peter Pan

Es wird viel über die Notwendigkeit der Integration, insbesondere von jugendlichen Geflüchteten, geredet. Die wichtige Theaterarbeit mit ihnen geht im Kinder- und Jugendtheater (KJT) nun schon in die dritte Runde. Gemeinsam mit mit Dortmunder Jugendlichen entwickelten sie unter Regie und Konzept von Christina Keilmann und Marc Ossau seit November 2017 das neue Theaterstück Im Herzen Peter Pan. Die Uraufführung ist am Sonntag, den 04.03.2018 um 18:00 Uhr im KJT.

Gemeinschaftlich wurde entschieden, dass „Peter Pan“ eine passende Geschichte zur Bearbeitung als Theaterprojekt für die 13-köpfige Gruppe (11 bis 23 Jahre) ist.

Auch sie haben ihre Träume und Vorstellungen von einem hoffnungsvollen, angst freiem Leben in Deutschland (Europa), dass mit am Ende mit der Realität konfrontiert wird. Die geflüchteten stammen etwa aus Mazedonien, Syrien oder Afghanistan.

Im Herzen Peter Pan - ein integratives Projekt mit Jugendlichen. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Im Herzen Peter Pan – ein integratives Projekt mit Jugendlichen. (Foto: © Birgit Hupfeld)

In der Story symbolisiert die Fantasiewelt „Nimmerland“ das Land aller Träume. Es gibt dort keine Langeweile und Ängste, sondern nur grenzenlose Freiheit. So steht es zumindest in den Büchern der „Reality Boys“ über Peter Pan und sein Paradies. Plötzlich steht Peter Pan vor ihnen, um sie und Wendy aus ihrem Alltagstrott und ihrer Tristesse zu erlösen. Auf geht es nach Nimmerland. Die „Reality Boys“ treffen dort auf die „Lost Boys“ und Wendy auf die intrigante Tinker Bell. Es scheint alles vollkommen zu sein. Aber die Fassade bröckelt.…

Die Theaterarbeit hat für die Geflüchteten eine große Bedeutung. Sie haben nicht nur soziale Kontakte und Gemeinschaftserlebnisse, sonder auch Gelegenheit, für ihr Aufnahmestadt etwas von sich zu geben. Es verlangt ihnen Disziplin, gegenseitige Rücksichtnahme sowie Mut und Ausdauer ab. Da eine von ihnen während der Probezeiten mit ihrer Familie nach Mazedonien abgeschoben wurde, mussten sie sich flexibel mit der schwierigen neuen Situation auseinander setzen. Die Rolle der „Tinker Bell“ musste neu besetzt werden.

Uns erwartet ein gemeinschaftliches, vom Ensemble getragenes Theater-Erlebnis“, so Marc Ossau.

Für die Uraufführung am 04.03.2018 gibt es noch Restkarten. Eitere Termine am Freitag, den 09.03.2018 und Samstag, den 10.03.2018 jeweils um20:00 Uhr.

Karten und Infos: 0231/ 50 27 222 . Im Herzen Peter Pan ist mobil buchbar unter: awendelstigh@theaterdo.de




Im Klangrausch von Sergej Rachmaninow

Das 5. Philharmonische Konzert am 20./21.02.2018 unter dem Titel „klang_rausch“ stand ganz im Zeichen des russischen Komponisten Sergej Rachmaninow (1873-1943). Im hiesigen Konzerthaus spielte die Dortmunder Philharmoniker unter der professionellen Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz drei Werke aus verschiedenen Schaffensperioden des virtuosen russischen Pianisten und genialen Komponisten. Die drei ausgewählte Werke gehören zu seinen Eindrucksvollsten und entstanden alle im Ausland. Durch politische Zwänge sah sich Rachmaninow genötigt, viele Lebensjahre im Ausland zu verbringen. Russische Elegie und emotionale Tiefe wurden von neuen Eindrücken in Verbindungen mit dem schmerzlichen Heimatverlust beeinflusst.

Die „Toteninsel“ – eine Sinfonische Dichtung für großes Orchester op. 29 (1909), wurde durch das gleichnamige Bild (gesehen in Paris) des schweizer Symbolisten Arnold Böcklin inspiriert.

Das Bild zeigt eine schroffe Felsenlandschaft mit hohen Zypresse und Grabkammern in den Klippen. Auf dem dunklen Wasser fährt ein kleiner Kahn mit einem stilisierten Steuermann, einem Sarg sowie eine ominöse weiße Gestalt.

Dieses Sinnbild für „Sympathie mit dem Tod“ verwandelt Rachmaninow in ein tief emotionales musikalisches Klangerlebnis. Das Orchester vermittelte es dem Publikum sensibel und eindringlich. Als Ergänzung fügte der Komponist in seinem Mittelsatz mit idyllischen Flötentönen noch einen musikalischen starken Kontrast ein.

Ein leise Erinnerung an das „süße Leben“ und dann der folgende schmerzhafte Abschied.

Das folgende 4. Klavierkonzert g-Moll op. 40 (Uraufführung 1927) entstand in den USA. Der junge Pianist Alexander Krichel (ECHO Klassik als Nachwuchskünstler 2013 für sein Debüt-Album „Frühlingsnacht“) konnte bei dem Facetten- und abwechslungsreichen musikalischen Ausdrucksformen sein ganzes virtuoses Können und Feingefühl zeigen. Der Wechsel von düsteren und hellen Klängen, Einflüsse von von romantischen und temperamentvollen Passage waren sehr anspruchsvoll. Einflüsse von amerikanischer Stummfilmmusik oder Jazz-Elementen sind erkennbar.

Die unterschiedlichen Stimmungen des 4. Klavierkonzertes von Rachmaninow interpretierte Alexander Krichel sehr gekonnt. (Foto: © Anneliese Schürer)
Die unterschiedlichen Stimmungen des 4. Klavierkonzertes von Rachmaninow interpretierte Alexander Krichel sehr gekonnt. (Foto: © Anneliese Schürer)

Die Musik wechselt bis zum starken Finale ständig hin und her. Zum „Herunterkommen“ gab es (20.02.2018) noch eine gefühlvolle Zugabe des Pianisten aus eigener Feder für das begeisterte Publikum.

Wie schon die anderen Sinfonien von Rachmaninows wurde auch auch die „Sinfonischen Tänze op. 45“ mit dem hiesigen Orchester nach der Pause live (für eine CD) eingespielt.

Die 1941, zwei Jahre vor dem Tod des Komponisten in den USA, uraufgeführten Sinfonischen Tänze sind vor dem Hintergrund der dunklen Zeit (Zweiter Weltkrieg) entstanden. Die Untertitel der drei Sätze, Mittag , Abenddämmerung und Nacht deuten auf eine Art Lebensrückblick hin.

Im Verlauf der drei Sätze sind verschiedene gegensätzliche Stile zu hören. Rhythmische an Märsche erinnernde Klänge Wechsel mit heiteren Walzerklängen, Fragmenten aus der musikalischen Vergangenheit Rachmaninows. Nach einer Steigerung der Musik geht es über in einen traurig-melancholische liturgischen Kirchengesang verbunden gregorianische Dies irea-Motiv (typisch für Rachmaninow) als Hinweis auf den Tod. Alles läuft auf einen dramatischen Totentanz hinaus, der durch ein gewaltiges Finale mit Sehnsucht nach Erlösung befreiend endet.




Artothek zeigt starke Impressionen aus Afghanistan

Die Artothek der Stadt-und Landesbibliothek Dortmund stellt vom 20.02.2018 bis zum 03.04.2018 dreiundzwanzig Aquarell-und Ölbilder des afghanischen Künstlers Sultan Kairandish aus.

Der 47-jährige Künstler hat schon eine bewegte Geschichte hinter sich gebracht. Geboren in Ghazni (Afghanistan) studierte er nach der Schule und dem obligatorischen Militärdienst sechs Jahre Kunst in Kabul. Er arbeitete sowohl als Kunstlehrer und betrieb auch eine Werbeagentur, nachdem er wegen der politischen Situation für einige Jahre nach Pakistan floh. Nach Rückkehr in seine Heimat baute er in Kabul eine zweite Firma auf. Im Jahr 2015 musste er mit seiner Familie (Frau und drei Kinder) vor den Taliban flüchten und kam nach langer Reise nach Deutschland. Er hat die Hoffnung, hier in Dortmund-Nette bleiben zu können und eine Galerie und Malschule für Kinder zu eröffnen. Denkbar für ihn ist auch, wie er erklärte, in der Werbung Geld zu verdienen.

Die Aufenthaltsgenehmigung ist im Augenblick bis zum Jahr 2020 befristet. Seit 2017 wurde die ganze Familie durch Mechthild Rodegro ehrenamtlich betreut. Während der „Offenen Nordstadtateliers 2017“ stellte Kairandish mehrer Ölarbeiten und Aquarelle in der Galerie 103 der Machbarschaft Borsig e.V. aus.

Sultan kairandish zeigt farbenfrohe, positive Bilder mit Motiven aus seinem Heimatland.
Sultan kairandish zeigt farbenfrohe, positive Bilder mit Motiven aus seinem Heimatland.

Schon da zeigte sich, dass dieser Künstler offen auf Menschen zugeht um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Es war ihm wichtig, gemeinsam mit ihnen zu malen und gerade auch Kindern den Umgang mit Farben und Pinsel, Bildaufbau oder-Komposition näher zu bringen.

Er scheut sich auch dabei nicht, vor Publikum zu malen. So ließ er am 20.02.2018 die anwesende Presse live bei den Anfängen der Entstehung eines Porträts zusehen. Das Modell war ein afghanischer Mann (JanAgha Jalali) in ursprünglicher Kleidung des Landes.

Was macht die Kunst von Kairandish aus? Die Bilder zeugen alle von einer exakten Pinsel-Führung und leuchten in wunderbaren, Licht durchfluteten wkaiarmen Farben. Sie zeigen Landschaften, Alltagssituationen und Menschen. Der Künstler übersetzt seine Gefühle für Afghanistan in eine malerische Bildsprache. Besonders Eindrucksvoll sind seine ausdrucksstarken Porträts. Er zeigt die verschiedenen Seiten des Lebens in seiner alten Heimat. So sieht man einen alten und „weise und in sich ruhende“ Mann, aber auch ein kleines Mädchen mit traurigen , fragenden Augen.

Es sind sehr intensiven und farbstarken Zeugnisse aus der Vergangenheit mit einem durchaus optimistischen Blick in die Zukunft.

Die Ausstellung ist dienstags und freitags zwischen 10:00 und 19:00 Uhr in der Artothek zu sehen.




Hannes Brock und seine besondere Abschieds-Gala

Die Abschieds-Gala von und für Kammersänger Hannes Brock am 17.02.2018 im Dortmunder Opernhaus unter dem Motto „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut“ war in einiger Hinsicht besonders.

Wie er am Ende der Veranstaltung dem ihm lange Jahre treuen Publikum verriet, wird es nicht nur eine zusätzliche „Abschieds-Gala“ am 29.04.2018 im Opernhaus geben, sondern der Abschied wird wohl eher ein Abschied auf Raten sein. Wie heißt es so schön in einem Song von Trude Herr „Niemals geht man so ganz“. Die Gala war keine reine „Rückschau“ auf eine imponierende und erstaunliche Karriere.

Neben Teilen der Dortmunder Philharmoniker unter der schwungvollen Leitung von Philipp Armbruster sorgten „seine“ Band, von denen viele ihn bei seinen zahlreichen Auftritten begleitet hatten, für eine stimmungsvolle musikalische Begleitung.

Die zu Beginn gespielte Ouvertüre aus „La Cage aux Folles“ (Herman) die große Bedeutung dieses Musicals für die Beliebtheit und den Durchbruch für Hannes Brock in unserer Stadt. Eine Neuinszenierung gab es noch im Jahr 2005.

Der Kammersänger bot ein vielfältige Programm, das sowohl seine musikalische Bandbreite, starke Stimme und seine Fähigkeiten als Entertainer unterstrich.

Hannes Brock als "Prinz Sternschnuppe" in der Operette "Frau Luna". (Foto: © Oper Dortmund)
Hannes Brock als „Prinz Sternschnuppe“ in der Operette „Frau Luna“. (Foto: © Oper Dortmund)

Er erfreute sein Publikum nicht nur mit Songs aus verschiedenen Musicals, sondern wagte sich auch an berührende Balladen wie etwa „Der Weg“ von Herbert Grönemeyer, Bob Dylans „Forever young“ oder „Always on my mind“ (Christopher jr./James/Carson). Den Spaß daran konnte man ihm deutlich anhören und ansehen.

Hannes Brock steht seit 45 Jahren auf der Bühne, davon über 25 hier in unserer Stadt. Zu seiner Gala lud er mit Emily Newton und Morgan Moody zwei geschätzte Kollegen ein, beide haben ihm gerne diese Ehre erwiesen.

Emiliy Newton beeindruckte mit ihrer Version von „Goldfinger“(Barry/Bricusse) und im Duett mit Brock (Endless love, Lionel Richie) oder im Duett mit Morgan Moody „Wheels of a dream“ -Ragtime (Flaherty/McNally/Ahrens).

Moody konnte zuvor auch alleine sein Können und Charme bei „Where is the life that late I led?“ aus dem Musical „Kiss me Kate“ (Porter) zeigen.

Bewegte Worte von dem scheidenden Opernintendanten Jens-Daniel Herzog und viel Applaus gab es verdienter Maßen am Ende der Vorstellung.

Schön, dass uns Hannes Brock nicht ganz verloren geht.




Klangvokal – eine besondere musikalische Schatzsuche

In diesem Jahr feiert Klangvokal Musikfestival Dortmund (11.05. bis 10.06.2018) sein zehnjähriges Jubiläum. Grund genug für die Organisatoren unter der Ägide von Festivaldirektor Torsten Mosgraber, sich auf die Suche nach seltenen kulturellen „Schätzen“ der nationalen und internationalen Vokalmusik. Das Festival umfasst die Bereiche Oper, Oratorium, Chor, Jazz, Weltmusik und Pop.

Mit an die 600 KünstlerInnen (plus Chor-Sängern) aus 20 Ländern wird an 23 Aufführungen an zehn Schauplätzen wird wieder ein vielfältiges wie umfangreiches Programm für das Publikum geboten. „Es geht darum, die Vokalmusik zu bündeln und das Spektrum zu erweitern,“ so Mosgraber.

Für den Hauptsponsor Sparkasse Dortmund betonten Uwe Samulewicz und Stadtdirektor Jörg Stüdemann die kulturelle und ökonomische Bedeutung des Klangvokal Musikfestivals in Zeiten des Strukturwandels.

Kleine Einblicke in ein reichhaltiges Angebot

Gewaltig geht es schon mit der Eröffnung (Chor) am 11.03.2018 um 20:00 Uhr im Konzerthaus Dortmund mit „Gloria“ los. Neben Francis Poulenc „Gloria“ stehen noch Peteris Vasks „The fruit of silence“ und unter der Regie von Dirigent Wayne Marshall Werke von Leonhard Bernstein zu dessen 100. Geburtstag auf dem Programm. Rund 150 Mitwirkende aus Dortmund, Essen und Köln, bekannte Chöre und Solistinnen (Sopran und Mezzosopran).

Ein besonderen „Schatz“ zu hören bekommt das Publikum am der öffentlichen Weltpremiere von Claudio Monteverdis L‘ARIANNA in einer Rekonstruktion von Claudio Cavina am 01.06.2018 19:30 Uhr im Orchesterzentrum/NRW.

Tenor Daniel Behle und die Lauten Compagney machen uns mit Liedern und Arien von John Dowland bis Franz Schubert bekannt.

Christina Pluhar und ihr originelles Ensemble L“Arpeggiata locken musikalisch mit einem interessanten Crossover-Projekt „Händel Goes Wild“.

Ein Highlight sicherlich Jules Massenets romantisches Oratorium „Adam und Eva“ mit dem Philharmonischen Chor des Dortmunder Musikvereins und der aus der hiesigen Oper beliebten Eleonore Marguerre (Sopran) als eine der Solisten.

Klangvokal 2018: Fado-Sängerin Gisela João ist am 25. Mai 2018 im domicil zu hören. (Foto: © Estelle Valente)
Klangvokal 2018: Fado-Sängerin Gisela João ist am 25. Mai 2018 im domicil zu hören. (Foto: © Estelle Valente)

Mit Raritäten sind international bedeutende Volksensembles sind der Estnische Philharmonische Kammerchor, Vox Lumiere aus Belgien, das Ensemble Tiburtina aus Prag und die Tallis Scholars aus Großbritannien zu Gast.

Das Domicil bietet im Bereich Weltmusik und Jazz das albanische Ensemble Saz‘iso, die Sängerin Lily Dahab aus Argentinien und das Trio Yorkston/Thorne/Kahn (Großbritannien und Indien) ein spannendes Programm.

Ein Höhepunkt für die Stadt ist wieder das Fest der Chöre am 11.05.2018. Darin beteiligt sind wieder rund 150 Chöre .

Eine würdigen Abschluss am 12.06.2018 in der Reinoldikirche (19:30 Uhr) wird in diesem Jahr mit Antonio Caldaras „Maddalena ai piedi di Cristo“ eines der schönsten Oratorien des Barock bilden.

Das ist nur eine relativ kleine Auswahl aus dem gesamten Festival-Angebot.

Informationen und Vorverkauf:

Die Eintrittspreise sind auf einem relativ niedrigen Niveau im Vergleich zu den letzten Jahren geblieben.

Der Vorverkauf startet ab sofort bei Dortmund-Tourismus (Kampstr. 80), bei den Ruhr Nachrichten und an allen bekannten VVK-Stellen und im Internet unter www.klangvokal.de

Ein ausführliches Festivalmagazin und eine Festivalbeilage in den Ruhr Nachrichten erscheint im April.




Wertvoll – Eine Geschichte um die schwierige Selbstfindung

Die Stückentwicklung „Wertvoll – am besten bist du als du selbst“ von Regisseurin und Schauspielerin Johanna Weißert und Autor Klaus Fehling hat am Freitag, den 23.02.2018 um 19:30 Uhr im Dortmunder Kinder- und Jugendtheater seine Uraufführung. Es ist eine Auseinandersetzung mit unserer modernen „Optimierungsgesellschaft“ und deren Mechanismen.

Protagonist der Geschichte ist der junge Erwachsene Alexander. Ausgangspunkt ist ein Unfall, bei dem dieser wie andere als „Gaffer“ mit dem Smartphone Fotos von dem Geschehen schießt. Die tut er, so die Regisseurin, um überhaupt etwas fühlen zu können. Sein Leben, von seiner Geburt bis jetzt, wird rückblickend dargestellt.

Thorsten Schmidt als "Alexander" im KAmpf mit dem Über-Ichs in "Wertvoll – am besten bist du als du selbst". (Foto: © Birgit Hupfeld)
Thorsten Schmidt als „Alexander“ im KAmpf mit dem Über-Ichs in „Wertvoll – am besten bist du als du selbst“. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Er gehört zur sogenannten „Generation Youtube“ oder Generation C (Verbindung, Gemeinschaft, Kreation und Kuration). Grundstein seiner Entwicklung legen seine „Helikopter-Eltern“, die versuchen, in jeder Situation das Beste aus ihrem Kind herauszuholen. Das sei für ein erfolgreiches Leben doch so wichtig. Sie kontrollieren das Leben ihres Sohnes bis ins kleinste Detail. Es geht nicht darum, sich selbst zu fühlen und eine kritisch reflektierende Persönlichkeit zu werden. Wichtig ist, was in der neuen Social Media Plattformen als Werte für die „Community“ verbreitet wird. Es geht darum, was man nach außen darstellt. Bedeutend sind die „Klicks“, die man auf „Youtube“ und den anderen Plattformen bekommt. Das gewaltige „Über-Ich“ setzt unter Druck. Am Ende steht ein Mensch, der nur „leere Luft entwickelt.“ An seine Liebe aus frühesten Kindertagen kommt er letztendlich nicht heran, weil die „Lebensplanungen“ nicht zusammen passen. Denen wird alles untergeordnet.

Erzählt wird, wie die Regisseurin verriet, viel über Bild-Assoziationen und die Musik wird als Verstärker eingesetzt. Für Johanna Weißert fehlen den Jugendlichen heute Reibungspunkte mit den Eltern (Erwachsenen). Es darf laute Musik gehört werden, und die Eltern kennen sich zumeist mit „Youtube“ aus. Zuhause ist es bequem, und Schwierigkeiten wurden von Kindesbeinen aus den Weg geräumt. Aufführungsdauer ist ungefähr 75 Minuten.

Informationen über weitere Vorstellungsterminen und zu Kartenwünschen erhalten Sie unter www.theaterdo.de.




Ende der Geierabend-Session 2018 mit einem weinendem Auge

Der Ruhrpott-Karneval Geierabend 2018 beendet seine Session mit einem lachenden und einem weinendem Auge.

Wie die Organisatoren beim Pressetermin einem Tag vor Aschermittwoch erklärten, waren die 36 Vorstellungen unter dem Motto „Bye Bye Bottrop“ ausverkauft, mehr als insgesamt 15.000 Zuschauer ließen sich den alternativen Karneval aus Dortmund mit seinen Vorstellungen auf Zeche Zollern nicht entgehen. Der Geierabend ist für viele Menschen im „Pott“ Kult.

Wer nicht dabei sein konnte, kann sich den Drei-Stunden-Mix aus Comedy, Satire und Kabarett zur Zeit im Comedy-Portal des WDR als Videostream in voller Länge anschauen.

„Bye Bye“- heißt es nicht nur für die schöne Session oder für die Steinkohle, sondern auch für zwei langjährige tragenden Säulen des Geierabends. Der kreative Musiker, Autor und Komponist Hans Martin Eickmann (von „Die Zwei vonne Südtribüne“) und Autor, Regisseur Günter Rückert gehen am Ende der Spielzeit nach 21 Jahren in den (Un)-Ruhestand.

Da kam schon bei der Abschluss-Pressekonferenz  ein wenig Wehmut auf. Die Beiden bekamen nicht nur einen großen Blumenstrauß, sondern bedankten sich mit einem auf ihre Geierabend-Zeit umgeschriebene Version von „Schön war, schön war die Zeit“…

Hans Martin Eickmann (links) und Günther Rückert beim Abschiedsständchen. Wehmütig beobachtet vom Präsidenten Roman Henri Marczewski.
Hans Martin Eickmann (links) und Günther Rückert beim Abschiedsständchen. Wehmütig beobachtet vom Präsidenten Roman Henri Marczewski.

Bei der letzten Vorstellung auf Zeche Zollern am Dienstagabend werden sicherlich ein paar Tränen fließen.

Dort erwartet das Publikum aber auch ein besonderer Höhepunkt. Die Verleihung des Pannekopp-Orden aus harten Stahl für „besondere“ Verdienste um das Ruhrgebiet. Während der 36 Geierabenden hatten die Zuschauer Gelegenheit, per Applaus über zwei Kandidaten abzustimmen.

Zum einen war da NRW-Ministerpräsident Armin Laschet als „Herr der Ringe“ für seine Idee, die Olympischen Spiele ins Ruhrgebiet zu holen. Ambitioniert – angesichts eines gewaltigen Sanierungsstaus im Bereich der Sportstätten.

Ebenfalls zur Wahl stand lit.COLOGNE mit ihrem ambitionierten Vorschlag für eine „Alphabetisierung vom Ruhrgebiet“ durch das Literaturfestival.

Das Ergebnis: Bei 34 der 35 Shows und ebenfalls bei der Online-Abstimmung auf der Geierabend-Website lag Laschet deutlich vorn. Ob er den „schweren“ Orden annehmen wird?

Übrigens: Es gibt auch in diesem Jahr ab dem 20. Juli wieder „Geierabend Open Air“ (Tante Amanda, Mosselde 149, Dortmund 44357).