Klangvokal 2018 – Verdi-Oper mit Gala-Besetzung

Als ein Highlight des Klangvokal Musikfestivals wurde am Sonntag, den 27.05.2018 im Dortmunder Konzerthaus Guiseppe Verdis Befreiungsoper „Giovanna d‘Arco“ (1845) als grandioses Spektakel aufgeführt.

Da wurde vom Feinsten aufgefahren: Als musikalische Begleitung konnte das WDR Funkorchester Köln unter der Leitung des renommierten italienischen Dirigenten Daniele Callegari gewonnen werden. Der Landesjugendchor Nordrhein-Westfalen (Einstudierung: Christiane Zywietz-Godland, Hermann Godland) überzeugte sowohl als Stimme des Volkes, als Engel oder „gute und böse

Geisterstimmen“.

Die Handlung dieser konzertanten Aufführung um 1429 im Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich. Die Rolle der „heiligen Johanna von Orléans“ (Jeanne d‘Arc) oder auf italienisch Giovanna d‘Arco als französische Nationalheldin, katholische Heilige und Kämpferin für die Freiheit Frankreichs wurde literarisch schon von Friedrich Schiller dichterisch verarbeitet.

Verdis Oper zu diesem Thema (Libretto von Temistocle Solera) war damals (1845) von gewisser Brisanz. Italien kämpfte um seine nationale Identität und Unabhängigkeit von Österreich-Ungarn.

Auf der einen Ebene ist da die aufkeimende Liebe von von dem französischen Königs Carlo II. zu der Kämpferin Giovanna, die sich als Retterin Frankreichs vor englischer Herrschaft auserwählt fühlt. Diese wiederum steht im Konflikt zwischen „irdischer Leidenschaft“ (als Versuchung) und „Reinheit“ sowie alleinige Konzentration auf die für sie vorgesehene Aufgabe. Die Rettung der Nation.

Der Vater Giacomo fürchtet, dass seine Tochter sich den „Dämonen“ verschrieben hat und denunziert sie zunächst als „Verräterin“ bei den Engländern. Erst kurz vor dem drohenden Schafott lässt er sich von ihrer „Redlichkeit und Reinheit“ überzeugen, und hilft ihr zu fliehen. Sie kämpft erfolgreich für Frankreich wird dabei aber tödlich verwundet.

Die Oper wechselte musikalisch zwischen emotionalen, ins Ohr und Herz gehenden schönen Belcanto-Arien und dramatischen Steigerungen, bis hin zum Finale voller Pathos.

Ein großes Historiendrama von Verdi im Rahmen von Klangvokal im Dortmunder Konzerthaus: Giovanna d‘Arco. (Foto: Bülent Kirschbaum)
Ein großes Historiendrama von Verdi im Rahmen von Klangvokal im Dortmunder Konzerthaus: Giovanna d‘Arco. (Foto: Bülent Kirschbaum)

Fünf internationale Stars der Opernszene ließen die dramatische Geschichte mit ihren Konflikten für das Publikum mit ihren starken Stimmen lebendig werden. Gesungen wurde natürlich in italienischer Sprache mit mit deutschem Übertitel für das Publikum.

Die Lettin Marina Rebeka führte den Zwiespalt von Giovanna mit ihrem hohen, klaren Sopran deutlich vor Augen.

Der französische Tenor Jean-François Borras beeindruckte als Carlo II. Von Frankreich mit seinem einfühlsamen und starken Tenor.

Der italienische Bariton Vittorio Vitelli überzeugte mit seinem warmen Bariton als verzweifelter Vater Giacomo.

Neben diesen drei Hauptpersonen hatten Bauzhan Anderzhanov (Bassbariton), geboren in Kasachstan, als englischer Kommandeur Talbot und der kubanische Tenor Bryan López González als französischer Offizier Delil weniger Gelegenheit, ihr Können zu zeigen. Das tat ihrer musikalischen Qualität ihrer gesanglichen Darbietung keinen Abbruch.

Die Aufführung und die Leistung der beteiligten Akteure wurden mit viel Beifall belohnt.




Klangvokal 2018 – Moderner Fado im domicil

Am 25. Mai 2018 war im Rahmen des diesjährigen Klangvokalfestivals in unserer Stadt im Dortmunder domicil wieder einmal Zeit für Weltmusik.

Das Fado nicht unbedingt nur Melancholie und traurig klingen muss, bewies an diesem Abend die portugiesische Fado-Sängerin Gisela João. Seit ihrem Debütalbum im Jahr 2014 hat sie sich als Meisterin des modernen Fado einen Namen gemacht.

Mit einer Verbindung von klassischem Fado und urbanen zeitgenössischen Element verschafft sie diesem Genre eine neue Aktualität und Impulse. Begleitet wurde sie von drei Musikern an verschiedenen Gitarren-Typen , die zusammen für einen ganz speziellen Zauber sorgten.

Bernado Romão erzeugte mit seiner birnenförmigen „Guitarra Portuguesa“ auf den zwölf Saiten flirrende, manchmal an eine Zitter oder Mandoline erinnernde Klänge. Nelson Aleixo war der Mann an der eher klassischen „Viola de Fado“ und Francisco Gaspar sorgte mit der Bassgitarre (Viola Baixo) für den nötigen „Groove“. Nach der Pause konnten die Drei ihr virtuoses Können an ihren Instrumenten mit einer längeren Solo-Sequenz zeigen.

Fado muss nicht nur melancholisch sein, Gisela João sang auch einige lustig-skurrile Lieder. (Foto: © Bülent Kirschbaum)
Fado muss nicht nur melancholisch sein, Gisela João sang auch einige lustig-skurrile Lieder. (Foto: © Bülent Kirschbaum)

Mit ihrer starken und warmen Stimme gelang es João während des Konzertes, sowohl die eher melancholisch-nachdenklichen wie auch die lustig-skurrilen Songs eindrucksvoll auf der Bühne zu präsentieren. Manchmal steigert sie sich dabei intensiv in laute Klanghöhen hinein.

Vor jedem Lied erklärte sie mit verständlichem Englisch etwas zum Inhalt und Hintergrund der Texte. So erfuhr das Publikum, wie wichtig ihr Poesie, Liebe und Intensität bei ihren Texten und Ausdrucksformen sind. Großen Einfluss hatten auf sie auch ihr verstorbener Großvater mit seinem Humor und ihre lebenskluge Großmutter.

Einen skurrilen Humor beweist die Künstlerin mit einem Song über den Besuch eines Außerirdischen, der in ihrem Garten landet.

Bei den temperamentvollen Songs gab es auch Momente zum Mitklatschen für das Publikum.

Die Sängerin bewies wiederum, dass sie beim Tanzen den Rhythmus im Blut hat und auch eine Meisterin der starken Gesten ist. Besonders viel getanzt wurde beim Song „St. Johns Day“ (Johannistag), dem Fest einen Tag nach der Sommersonnenwende am 24. Juni.

Fado kann nicht nur traurig und melancholisch sein, sondern auch leidenschaftlich und temperamentvoll.




Fantasievolle Kunst von Alexandra Wagner

In der Artothek auf der 1. Etage der Dortmunder Stadt- und Landesbibliothek sind in einer Einzelausstellung vom 25. Mai bis zum 3. Juli 2018 unter dem Titel „Willkommen im Wunderland“ insgesamt 19 Werke der Künstlerin Alexandra Wagner zu bewundern und eventuell zu kaufen.

Die 1968 in unserer Stadt geborene Künstlerin ist sehr umtriebig und offen für neue Herausforderungen. Nach ihrem Abitur machte sie zunächst eine Steinmetzausbildung, studierte zwischen 2003 – 2007 an der Freien Akademie der bildenden Künste in Essen Malerei, zog nebenbei noch drei Kinder auf, und schloss als Ausgleich jetzt noch nach vier Jahren ihr Studium an der Hochschule für Gesundheit (Bochum) mit dem Bachelor of Science „Ergotherapie“ ab.

In der Artothek sind jetzt neue Werke von ihr aus der Zeit Herbst 2017 bis Frühjahr 2018 zu sehen.

Inspirieren lässt sie sich unter anderem durch Songtexte oder Weltliteratur.

Ihre Arbeiten vereinen gemischte Techniken und Materialien (Mixed Media). Zu sehen sind sowohl Acrylmalerei, Objekt- und Stempeldruck, Collage und Nähmalerei in verschiedenen Variationen und Formaten.

Wagner zeigt von ihren neue Arbeiten eine Auswahl aus zwei Zyklen. Die Besucherinnen und Besucher werden durch ihre Werke in eine fantasievolle, bunte und farbenfrohe Bilderwelt eingeladen, in die man wunderbar eintauchen kann.

Ein wieder gefundenes, von ihr früher irgendwo ausgeschnittenem Kaninchen mit Blume am Ohr inspirierte sie für den ersten Zyklus aus dem bekannten Buch „Alice im Wunderland“ (Lewis Carroll).

Alexandra Wagner zeigt unter anderem Arbeiten die von "Alice im Wunderland" inspiriert wurden.
Alexandra Wagner zeigt unter anderem Arbeiten die von „Alice im Wunderland“ inspiriert wurden.

Die verschiedenen Stationen von Alice wie etwa „im Garten der Königin“, Beim Hutmacher“, bis zum „Tee beim Märzhasen“ wurden von ihr in kreativer Weise durch Kombination verschiedener Materialien und geschickter Collagen in Mixed-Media in elf Bildern lebendig und die Fantasie anregend dargestellt.

Eine alte Ausgabe von William Shakespeares „Romeo und Julia“ war die Grundlage für den zweiten Zyklus. Auch hier arbeitete die Künstlerin mit Collage-Technik und diversen Materialien. Interessant bei diesen fünf Arbeiten ist, dass ihnen dezent im Hintergrund passend die vergilbten Texte von „Romeo und Julia“ aus dem Buch unterlegt wurden. Beim näheren Hinsehen kann der Betrachter sie erkennen.

Bilder, die durch ihre vielen versteckten Details zu einer längeren Entdeckungsreise einladen.

Die Ausstellung ist dienstags und freitags zwischen 10 und 19 Uhr in der Artothek zu sehen.




Skulpturen von Elaine Cameron-Weir im Dortmunder Kunstverein

Eine futuristische Alchemistin: Elaine Cameron-Weir zu Gast im Dortmunder Kunstverein.
Eine futuristische Alchemistin: Elaine Cameron-Weir zu Gast im Dortmunder Kunstverein.

Im Dortmunder Kunstverein sind vom 26. Mai bis zum 22. Juli 2018 acht besondere Skulpturen der in Kanada geborenen jungen Künstlerin Elaine Cameron-Weir unter dem Titel „exhibit from a dripping personal collection“ zu sehen.

Die acht ähnlich gestalteten Skulpturen wurden von der Künstlerin bewusst mit unterschiedlichen natürlichen Materialien wie Mineralien oder Kuh-Leder und handgemachten Elementen und Utensilien aus der Medizin und der Wissenschaftsbranche kombiniert.

Die Metallstrukturen aus Edelstahl spannen einen Fallschirm mit vier horizontalen und vertikalen Stangen ein. Der cremefarbene Stoff wird auf der Rückseite und an den Seiten von schwarz-braunem Leder festgehalten und mit silbernen Nieten befestigt.

Die Metallstangen bilden ein kreuzförmiges Gitter, über die sich der weiche Stoff überlappt und gleich einem Korsett eingezwängt wirkt. Die in der Luft hängenden Skulpturen werden durch Seilrollen, Stahlseile und stabilisiert durch Sandsäcke in ihrer Stellung gehalten.

Sie sehen nur auf dem ersten Blick sehr ähnlich aus. Beim genauen Hinsehen erkennt man, wie bei uns Menschen, die individuellen Unterschiede.

Die Schwerkraft ist überall präsent und der Kontrast vom weichen Stoff und hartem Stahl wecken Assoziationen zur Ambivalenz zwischen Leben und Tod oder Ekstase und Schmerz.

Es wird zudem noch eine weitere Verbindung, von Vergangenheit und Zukunft geschaffen. Der Fallschirmstoff, erkennbar durch einem „Army“ – Aufdruck, stammt aus den Beständen der US-Army (Zweiter Weltkrieg) und ein wichtiges historisches Zeugnis. Die „neuen Technologien“ repräsentieren dagegen die Zukunft.

Die Mischung von neu gefertigten industriellen Materialien und Gegenständen, die eine Vorgeschichte und assoziative Formen (wie hier der Fallschirm) erkennen lassen, deuten auf evolutionäre Momente der Menschheit hin. Sie eröffnen den Betrachtern die Möglichkeit zu einer innere Reise in ein kollektives Gedächtnis, und eventuell zum kreativen Nachdenken über die bisherigen technologischen Entwicklungen und die weitere Zukunft der Menschheit anregen.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation, die durch die Alfred Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung im Rahmen des Förderpreises „Kataloge für junge Künstler“ sowie durch die Innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft gefördert wird.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Freitag, den 25. Mai 2018 um 19.00 Uhr im Dortmunder Kunstverein (am U) statt.

Am Samstag, den 26. Mai 2018 wird dem Publikum zudem um 14:00 Uhr die Gelegenheit zu einem Künstlergespräch mit Elaine Cameron-Weir geboten.

Weitere Informationen unter: info@dortmunder-kunstverein.de




Ausstellung des Künstlerduos Korpys / Löffler im Dortmunder U

Unter dem Titel „Korpys/Löffler – Personen, Institutionen, Objekte, Sachen“ zeigt der Hartware Medien Kunst Verein (HMKV) in seinen Räumlichkeiten auf der 3. Etage des Dortmunder U vom 26. Mai 2018 bis zum 23. September 2018 elf Installationen und Werkserien der beiden Medienkünstler aus den letzten zwei Jahrzehnten, darunter auch eine als Premiere.

Die gelernten Fotografen mit derzeitiger Professur an der Hochschule für Künste Bremen setzen sich auf ihre ganz eigene Art mit dem aktuellem Thema „Überwachungsstaat“, im verborgenen agierende Exekutivorgane wie das Bundeskriminalamt oder Bundesnachrichtendienst, ebenso wie der Polizei oder aber mit dem US-Präsidenten als personifizierte Obrigkeiten künstlerisch auseinander. Als Ausdrucksmittel benutzen sie dabei die Fotografie, Videos, Objekte und Sound-Untermalung als wichtigen Bestandteil. Andree Korpys (*1966) und Markus Löffler (*1963) beobachten die Machtstrukturen und nehmen vor allem die nicht so im Fokus stehende Nebenschauplätze genau ins Visier.

Sie wenden die Methoden des modernen Überwachungsstaats auf die für Organe dieses Staates selbst an und geben mit ihren Kunstwerk-Kompositionen Einblicke in den Mechanismus ihres Funktionierens.

Elf Installationen und Werkserien von Andree Korpys (links) und Markus Löffler sind im Hartware Medienkunstverein (HMKV) zu sehen.
Elf Installationen und Werkserien von Andree Korpys (links) und Markus Löffler sind im Hartware Medienkunstverein (HMKV) zu sehen.

Personen, Institutionen, Objekte, Sachen ist zugleich der Titel einer jüngeren Videoinstallation. Das Künstlerduo beobachtete den Neubau des Bundesnachrichtendienstes in Berlin (seit 2017 bietet dieser mit 1,1 Milliarden Euro Kosten teuerste vom Bund realisierte Gebäude Platz für 4.000 Agenten) mit „nachrichtendienstlichen Methoden“. Sie hatten das Geschehen von einem abbruchreifen Nachbarhaus aus im Blick, vorzugsweise wurde mit Super 8 gefilmt. Das zentrale Organ der Auslandsaufklärung selbst ein Objekt der Beobachtung. Eingeblendete Objekte als „sichergestellte Indizien“ ergänzen die präzise Arbeit Über drei parallel abgespielte Bildebenen der Installation legten sie eine Vier-Kanal-Tonspur. Darüber werden immer wieder aufgezeichnete Anrufe eingestreut. Angerufen wurden wurden dabei zahlreiche Unterabteilungen des Nachrichtendienstes.

Eine andere Installation beschäftigt sich mit der Eröffnung des Hauptsitzes der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt im Jahr 2015.

Besonders beeindruckend beim Presserundgang war der die Videoinstallation „Gesang der Jünglinge“ von 2009. Dort sind Polizisten bei einer sogenannten „TASER-Schulung“ zu sehen. Es handelt sich dabei um eine Trainingseinheit zum Einsatz von Elektroimpulswaffen in einer Kaserne in Kaiserslautern. Die jungen Polizisten wurden genötigt, sich „mutig“ als Versuchskaninchen zur Verfügung zu stellen. Die Folgen der Lähmung und den Zusammenbruch konnte man hautnah miterleben. In Zeitlupe und Nahaufnahmen der Gesichter war eine Mischung aus Angst und Faszination zu erkennen.

Ein Highlight der Ausstellung ist sicherlich das Video „Echokammer“ (2018), das in einer Premiere zu sehen ist. Es entstand beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 sowie auch beim Staatsbesuch Barrack Obamas 2013. Hier wird sehr deutlich, wie wenig sich die Gipfelabläufe von den Protesten beeinflussen ließen.

In weiteren Arbeiten widmen sich die Künstler den Aldi-Gründer (DISCOUNT, 2015), besuchen in der amerikanischen Abteilung Ground-Zero in New York (Reflecting Absense, 2016). Die unsichtbare „Macht am nuklearen Zerstörungsknopf“ des US-Präsidenten wird in (Nuclear Football) thematisiert.

Humorvoll ironisch behandelt die Sience-Fiction-Story „The last American“ (1889) von John Ames Mitchell eine in der Zukunft angesiedelte Geschichte aus der Sicht eines Persers, der in Amerika den „letzten Amerikaner“ erschießt und dann „Requisiten“ als Hinweis auf die dortige „Kultur“ sammelt.

Man sollte sich viel Zeit nehmen für diese Ausstellung. Allein die Video-Sequenzen dauern 20 bis 40 Minuten.

Der Eintritt ist frei, und so können die Besucherinnen und Besucher auch spontan mal öfter vorbei schauen. (Spenden werden natürlich gerne angenommen).

Die Eröffnung mit Begrüßung und Einführung durch Dr. Inke Arns (Direktorin HMKV) findet am Freitag, den 25. Mai 2018 ab 19:00 Uhr (bis 22:00 Uhr) auf der Ebene 3 im Dortmunder U statt.

Vor Ort: Andree Korpys und Markus Löffler (Künstler der Ausstellung)

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Kunsthalle Tübingen und dem Kunstverein Braunschweig.




Galerie Dieter Fischer – Künstlerische Einladung zum Standortwechsel

In der Zeit vom 25. Mai bis zum 17. Juni 2018 stellt die Galerie Dieter Fischer unter dem Titel „Parallel im Quadrat…“ im Dortmunder Depot 21 neue Werke des 67-ig jährigen Künstlers Wolfgang Sternkopf aus Gelsenkirchen. Seine Reliefarbeiten mit zugeordneten Texten (Katalog) sind der konkrete Kunst zuzuordnen. In seinen neuen Arbeiten 50 x 50 cm und 80 x 80 cm setzt er sich vor allem mit geraden Linien auseinander. Durch unterschiedliche rhythmischen Anordnungen und kräftiger, in rot oder blau, aber auch in schwarz , weiß und Naturtönen gehaltenen Farbgebung entwickelt sich für den Betrachter beim Vorbeigehen ein ganz eigene Dynamik.

Vom 25. Mai bis zum 17. Juni 2018 zeigt Wolfgang Sternkopf seine Arbeiten in der Galerie Dieter Fischer.
Vom 25. Mai bis zum 17. Juni 2018 zeigt Wolfgang Sternkopf seine Arbeiten in der Galerie Dieter Fischer.

Geht man an den Werken vorbei, findet eine Veränderung der Effekte des Quadratischen Inhalts statt. Schattenwirkung, Farbkontraste und hervorgehobenen oder herausgeschnittenen Formen wirken ineinander und ermöglichen den Betrachtern mit jedem Schritt einen Wechsel der Perspektive und damit seiner Wahrnehmung.

Der Künstler verwendet für seine Arbeiten sowohl natürliche Stoffe wie Holz (für die quadratischen Platten), Plexiglas oder andere Materialien. In die feinen Rillen versenkt Sternkopf Streifen aus Buchbinder-Kartonstreifen zu Bildobjekten. Je nach Standortbetrachtung verändert sich die Optik des Werkes, das sich wie durch eine optische Täuschung auch zu bewegen scheint.

Die den Reliefarbeiten zur Seite gestellten Texten dienen laut Steinkopf dazu, um auf diesem Wege das menschliche an und in den Werken „freizulegen“.

Ein Rahmen für die Wahrnehmung der Besucher, die sich auf eine spannende Reise begeben wollen. Bestenfalls regt sie zu einem bewussteren Umgang mit vorschnellen „Urteilen“ und „Festlegungen“ an.

Die Vernissage für die Ausstellung „Parallel im Quadrat…“ von Wolfgang Sternkopf in der Galerie Dieter Fischer findet am Freitag, den 25. Mai 2018 um 19:00 Uhr statt.

Einführung: Wolfgang Sternkopf

Musik: Maik Hester (Konzertakkordeon)

Finissage:

Sonntag, den 17. Juni 2018 um 17:00 Uhr

Öffnungszeiten: donnerstags 17:00 – 20:00 Uhr

und gern nach Vereinbarung

Kurator Hartmut Gloger : 0171 2647972




Komödiantischer Ritt durch die Untiefen der Schauspielkunst im Studio

Auch wenn es der Titel „Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm“ nicht vermuten lässt. Das letzte Studio-Stück vor der Sommerpause in dieser Spielzeit im Schauspiel Dortmund von Theresia Walser unter der Regie von Thorsten Bihegue ist eine turbulente, rasante Komödie mit einem selbstironischen Blick auf das Theater und um dessen Berufsethos .

Worum geht es? Beim Pressegespräch vorab erfuhren wir: Franz Prächtel (Uwe Rohbeck) und Peter Soest (Ekkehard Freye) sind erfahrene und gestandene der „alten Schauspielschule“. Beide haben schon Hitler gespielt. Sie haben aber unterschiedliche Auffassung, wie man Hitler und die Nazi-Zeit darstellen sollte. Währen Prächtel (in Anlehnung an Bruno Ganz als Hitler in „Der Untergang“) eine naturalistische Auffassung vertritt und die alten Schauspieltugenden wie „die Sprache ist die Musik“ hochhält, hat Soest eine distanzierte Einstellung. Man sollte, wie er in seiner Darstellung Hitlers, dessen „nicht Darstellbarkeit“ auf die Bühne bringen. Ihnen entgegengestellt wird die junge Nachwuchs-Schauspielerin Ulli Lerch (Alexandra Sinelnikova). Sie ist begeistert von ihrem „neuen Theater“, wo die Grenzen durch Musik, Videosequenzen, Loops und anderen Mitteln gesprengt werden. Sie hat es aber bisher „nur“ zum Goebbels gebracht. Diese drei warten zusammen auf den Auftritt in einer Gesprächsrunde.

Wie kann/darf man Hitler darstellen? Darüber streiten sich Ulli Lerch (Alexandra Sinelnikova), Franz Prächtel (Uwe Rohbeck) und Peter Soest (Ekkehard Freye). Foto: © Birgit Hupfeld.
Wie kann/darf man Hitler darstellen? Darüber streiten sich Ulli Lerch (Alexandra Sinelnikova), Franz Prächtel (Uwe Rohbeck) und Peter Soest (Ekkehard Freye). Foto: © Birgit Hupfeld.

Genug komödiantischer „Sprengstoff“ und Gelegenheit für die Schauspieler, ihr komödiantisches Talent mit gutem Timing zu zeigen. Es geht vor allem um Machtspiele und Eitelkeiten und es bricht die Totalkomödie aus. Wer war der beste Hitler? Wie spielt man ihn eigentlich? Menschlich oder unmenschlich? Und dürfen wie hier in der Inszenierung Frauen Hitler spielen? Was ist, wenn einer der Darsteller dann eventuell noch schwul ist?

„Es wird eine rasante Klipp-Klapp Komödie auch mit etwas Musik und kurz eingeworfener Video-Frequenz werden“, so der Dramaturg Matthias Seier.

Wir dürfen gespannt sein, auch auf die Kostüme!

Die Aufführung wird ungefähr 80 Minuten dauern.

Die Premiere am Freitag, den 25.06.2018 ist schon ausverkauft. Karten für die weiteren Vorstellungen am : 01. Juni 2018 um 20:00 Uhr, 09. Juni 2018 um 20:00 Uhr, 14. Juni 2018 um 20:00 Uhr und am 07.Juli 2018 um 20:00 Uhr.

Weitere Informationen und Karten wie immer unter www.theaterdo.de oder Tel.: 0231/ 50 27 222




Jugendprojekt Pottfiction zum Thema „Utopie // Dystopie“

pottfiction ist ein Städte übergreifendes Kunst- und Theaterprojekt von zur Zeit fünf Kinder- und Jugendtheatern des Ruhrgebiets. Beteiligt ist auch das Dortmunder Kinder- und Jugendtheater (KJT). Die teilnehmenden jungen Leute sind im Alter zwischen 16 und 23 Jahren. Die Werkschau des neuen Jugendclubprojekts im Rahmen von pottfiction steht unter dem Titel „Marmeladenglasmomente – Eine utopische Reise ins Innere“. Der Begriff „Marmeladenglasmomente“ wurde übrigens aus dem bekannten Kinofilm „Die wilden Hühner“ entnommen. Es steht symbolisch für das Festhalten und Schaffen von schönen Momenten.

Das gewählte Thema in dieser sechste Runde von pottfiction lautet „Utopie // Dystopie“. Die 15 TeilnehmerInnen dieses Projekts am KJT stellten sich zusammen mit dem diesjährigen Leitungsteam, bestehend aus Regisseurin/Künstlerin Miriam Michel,Theaterpädagogin Lisa Heigl, Dramaturgin Lioba Sombetzki und Regieassistent Robin Frank in einem langen Prozess verschiedene Fragen.

Sind Utopie und Dystopie nicht zwei Seiten einer Medaille? Je nachdem, von welcher Seite man die Dinge betrachtet?. Wie sehen eigentlich unsere Utopien heute aus und wie gestalten wir einen guten Ort? Kann aus Chaos nicht auch etwas Neues erwachsen? Wie viel Angst vor den Bedrohungen vor Krieg, Rassismus oder Umweltzerstörung verträgt ein Menschenleben?

Was bringt die Zukunft? Dystopie oder Utopie? Die jugendlichen pottfiction-Teilnehmer stellen ihre Sicht der Dinge dar. (Foto: ©Johanna Besseling)
Was bringt die Zukunft? Dystopie oder Utopie? Die jugendlichen pottfiction-Teilnehmer stellen ihre Sicht der Dinge dar. (Foto: ©Johanna Besseling)

Diesen und andere Fragen wird mit verschiedenen performativen Mitteln rund um das Dortmunder KJT nachgegangen. Mit selbst entwickelten oder fremden Texten, tänzerischen und musikalischen Ausdrucksformen soll für das Publikum ein Gedankenraum geschaffen und Wahrnehmungsräume eröffnet werden.

Mit Theaterexperimenten, Choreografien, Texten aus Zeitungen und Bühnenstücken möchten sie unsere Fantasie anregen und unsere Gefühle ansprechen. Unterstützt wird das Ganze musikalisch sowohl mit eingespielter Pop-Musik wie auch live auf dem Platz mit Cello und Bratsche.

Zum Ablauf der Werkschau am 02. Juni 2018 um 20:00 Uhr und am 03. Juni 2018 um 18:00 Uhr am KJT in der Sckellstraße 5-7, verriet das Team: „Wir spielen vor dem KJT als einen spektakulären Ort in seiner Unspielbarkeit“.

Sowohl das Kinder- und Jugendtheater, dass seine Zelte ja in absehbarer Zeit dort abbrechen wird, wie auch dass nun leer stehende Robert-Schumann-Berufskolleg, als „Europaschule“ einst als „Utopie“ gestartet, bilden einen interessanten Rahmen für die Performance.

Am Anfang wird es einen gemeinsamen besonderen Moment mit dem Publikum geben.

Dann wird das Publikum in vier Zuschauer-Gruppen aufgeteilt und zu verschiedenen Szenen geführt. Dort wird zum Beispiel der engagierte Umweltaktivist mit dem Umwelt-Pessimisten konfrontiert.

Die Szenen dauern bis zu zehn Minuten. Alle Gruppen bekommen alles im Wechsel mit.

Anschließend wird es einen Moment der lockeren Gruppenauflösung geben und das Publikum schließlich mit einer kollektiven Tanzperformance und einer „Hipster-Choreografie“ (wie in bekannten Videos) zusammen geführt.

Das große pottfiction-Sommercamp findet in diesem Jahr vom 18. bis 26. August 2018 in Herne statt. Die Ergebnisse aller Gruppen werden dort dann abschließend vorgestellt.




Klangvokal 2018 – Adam und Eva

Die Dortmunder Reinoldikirche mit ihrer hervorragenden Akustik bot im Rahmen des Musikfestivals Klangvokal einen würdigen Ort für Jules Massenets (1842-1912) „Ève“ (Adam und Eva). Mit seinen schönen Arien und eleganten großen Chorpartien könnte man es als eine Mischung aus Oper und Oratorium bezeichnen. Als eindrucksvoller Hintergrund für das opulente Spektakel fungierte einfühlsam der Philharmonische Chor des Musikvereins Dortmund unter der erfahrenen Leitung von Granville Walker (Dirigent). Mit der Dortmunder Philharmoniker stand ihm ein Orchester von großer Qualität zur Verfügung.

Dem Sündenfall-Mysterium wurden aber zunächst zwei Kompositionen von Franz Liszt und Johannes Brahms vorangestellt, die sich ebenfalls mit dem antiken Mythos vom Menschengeschlecht und seinem verlorenen Paradies auseinandergesetzt haben.

Der berühmte Sänger-Dichter und Lyra-Virtuose Orpheus aus der griechischen Mythologie steht hier Symbolhaft für die befreiende und kreative Macht der schönen Künste. Der verliert seine Lebensliebe Eurydike, Sinnbild für das Ideale, durch einen „Schlangenbiss“ (nach einem Fehltritt?). Trauernd folgt er ihr in die Hölle, um sie ins Leben zurück zu holen. Dank seiner Kunst erhält er die Chance, sie ins Leben zurück zu führen. Er versagt letztendlich durch Eurydikes Einfluss.

Starkes Stück mit tollen Musikern und Sängern. (v.l.n.r.) Granville Walker (Dirigent), Thomas Laske (Adam), Thomas Blondelle (Erzähler) und Eleonore Marguerre (Ève). Foto: © Bülent Kirschbaum
Starkes Stück mit tollen Musikern und Sängern. (v.l.n.r.) Granville Walker (Dirigent), Thomas Laske (Adam), Thomas Blondelle (Erzähler) und Eleonore Marguerre (Ève). Foto: © Bülent Kirschbaum

Liszts „Orphée“ ist mit seinem musikalisch weichen und runden Klängen eher meditativ und ohne romantische Klangexzesse gehalten. In der Komposition kontrastieren zwei Themen miteinander. Zwischen Dur und Moll wechseln sich ein energischer-dynamisches und ein verhalten-statisches Thema als Leitmotiv in allen Instrumentalgruppen ab. Eindrucksvoll neben der starken Orchester-Gesamtleistung waren die beiden sphärischen Harfen (eine Art Echo des Elysiums) und ein emotional packenden Geigensolo.

Beim folgenden „Schicksalslied“ von Johannes Brahms (1833-1897) nach einem Gedichtband von Friedrich Hölderlin treffen zwei Welten aufeinander. Die „schicksalslose“, friedvolle Welt der Götter und die Leidvolle des Menschen. Beide Welten werden musikalisch gegeneinander über gestellt.

Als der Chor den Textgesang von Hölderlins Schicksalslied anstimmte, bekam zum ersten Mal die Gelegenheit, sein Können und Einfühlungsvermögen zu zeigen. Das Werk, als stufenweise Crescendo angelegt, schloss mit einem ruhigen Ende. Es führt wieder zur Anfangsstimmung mit einem offenen und „ungewissen“ mystischen Finale.

Nach der Pause ging es dann mit „Adam und Eva“ weiter. Eine instrumentale Eröffnung stimmt das Publikum schon einmal musikalisch auf das Thema ein. Es begann ein großes Mysterienspiel in Mittelalterlicher Tradition. Der Chor übernahm die „Stimmen des Himmels“, „Stimmen der Natur“, „Stimmen der Nacht“ sowie die „Geister der Hölle“. Massenet erzählt hier mit seinem Librettisten Louis Gallet den Sündenfall der Genesis in vier Etappen von der Erschaffung der Menschen bis zur Vertreibung aus dem Paradies auf eine fantastische Weise. Ohne Schlange und statt dem Apfel der Versuchung als Frucht eine zur Musik gewordene Erotik bis zur Ekstase. Am Ende werden Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben, weil sie ihrem Verlangen nachgegeben haben. Liebe ist Leben.

Für die Rolle der Protagonistin Eva, der „Sünderin mit dem guten Herzen“, konnten die Organisatoren des Festivals die in Dortmund als „Manon“ und einigen anderen Rollen gut bekannte Sopranistin Eleonore Maguerre gewinnen. Sie überstrahlt mit ihrer starken Stimme, Ausdruckskraft und sinnlicher Ausstrahlung als „lebende Versuchung“ die Veranstaltung. Ihr zur Seite standen der mit seinem warmen Bariton überzeugende Thomas Laske als Adam.

Als Sprecher (Erzähler) für den verhinderten Tenor Uwe Stickert war Thomas Blondelle eingesprungen und beeindruckte mit seinem kraftvollen und klaren Tenor zu gefallen.

Ein atmosphärisch stimmiges und anspruchsvolles Konzert, bei dem alle Beteiligten verdientermaßen mit viel Beifall belohnt wurden.




Ein Kammerkonzert mit „viel_harmonie“

Das letzte Kammerkonzert der Dortmunder Philharmoniker in dieser Spielzeit war etwas ganz besonderes. Es fand nicht wie sonst im Orchesterzentrum (Renovierungsarbeiten) statt, sondern im „feierlichen Rahmen“ der Oper.

Im Mittelpunkt stand diesmal die als etwas langsam, behäbig angesehene und etwas im Schatten stehende Bratsche (Viola). Sie hat aber durchaus eine wichtige Funktion im Gesamtgefüge.

Gleich zwölf junge und erfahrene „Bratscher“ der Philharmoniker rückten ihr Instrument in einem vielseitigen Programm zwischen Musik von Barock, Romantik bis zum Tango ins richtige Licht. Eine interessante Entdeckungsreise die zeigte, was so alles in diesem Instrument steckt.

Durch das Programm führte humorvoll und informativ Mechthild Berief von der Bratschergruppe.

Abwechselnd in verschiedenen Formationen, spielten die Musiker mal zu viert, zu acht (zwei mal vier) oder gar als komplette Gruppe.

Erste Kostproben bekam das Publikum mit der „Fantasia for Four Violas“ von dem britischen Komponisten York Bowen (1884 – 1961). und danach mit dem Auszug aus der Sonate für Arpeggione (und Klavier) a-Moll D 821 von Franz Schubert (1797 – 1828). Die warme Harmonie der Bratsche kam hier gut zur Geltung. Beim zweiten Stück zeigten die Musiker auch die rasante Ausdruckskraft der Bratsche, die ihnen eine große Virtuosität ab verlangte.

Das man die Bratsche auch als Zupfinstrument oder als Schlagzeug benutzen kann, erlebten die Zuhörer bei „Missing Bow“ von Ivo Bláha (*1936).

Harmonisch melodiös ging es mit „Nocturno“ von Alois Schmitt (1827 – 1902) weiter.

Abwechslungsreiche Musik aus verschiedenen Jahrhunderten präsentierte das Bratschen-Ensemble. (Foto: © Dortmunder Philharmoniker)
Abwechslungsreiche Musik aus verschiedenen Jahrhunderten präsentierte das Bratschen-Ensemble. (Foto: © Dortmunder Philharmoniker)

Eindrucksvoll war das „Adagio aus der 8. Streichersinfonie D-Dur“ des damals erst 13 Jahre alten Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847). Die Solo-Kontrabassistin Tomoko Tadokoro von der Dortmunder Philharmoniker, sorgte bei der Streichersinfonie für die ganz tiefen Töne.

Vor der Pause stand die „Ciaccona für Violine solo d-Moll BWV 1004“ von Johann Sebastian Bach in einer ganz besonderen Version auf dem Programm. Die ganze Bratschengruppe war beteiligt. Bach hatte erst kurz vor der Komposition dieses Werkes seine erste Ehefrau Maria Barbara verloren. Wie in der Barockzeit üblich, arbeitete der Komponist mit Verschlüsselungsverfahren und versteckter Zahlensymbolik in seinem Notentext für die Chaconne. Durch die acht „Bratscher“ im Hintergrund wurden die Verschränkung der Viola-Stimmen mit den von Bach in den Text eingeflochtenen Choralzitaten hörbar gemacht. So zum Beispiel Martin Luthers Osterchoral „Christ lag in Todesbanden“. Es ist wie eine Grabinschrift in Gedenken an seine verstorbene Frau.

Mit melodischen und harmonischen Auszügen aus der Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) ging es nach der Pause weiter.

Drei kurze Stücke rundeten das Programm ab. Ein Tango „La Cumparsita“ von Gerado Matos Rodrígez (1897 – 1948), Georgi Bezrukows (*1928) „Tema“ und Michael Kimbers (*1945)

„I really love to play the Viola“.

Viel Humor und Spielfreude bewiesen die Bratscher/innen vor allem bei ihrer zweiten Zugabe mit Walzer-Improvisationen.

Beteiligte Künstler an der Viola waren: Roman Nowicki, Marjan Hesse, MinGwan Kim, Mechthild Berief, Armin Behr, Juan Ureňa Hevia, Hindenburg Leka, Johannes Hobbing, Klaus König, Miriam Barth, Maria Fernández Casado und Saskia Simion.