Humorvolle Illustrationen von Mathias Schubert im Kunstbonbon

Das kleine, aber
feine Kunstbonbon in der Chemnitzer Strasse 11 zeigt vom 11.05.2019
bis zum 15.06.2019 unter dem Titel „Gin +Tonic+andere
Zusammenhänge“ weniger bekannte Papierarbeiten wie Zeichnungen und
Illustrationen mit Chinatusche oder Aquarell des hiesigen Künstlers
Mathias Schubert. Er ist unter anderem auch durch seine Bühnenbilder
und seine mitarbeite bei der Revue „Der Trainer muss weg“
bekannt.

Bei dem Künstler denken die meisten Menschen eher an großformatige Bilder mit aus Pigment und Bindemitteln entstandenen Landschaften, schrundige Berge, waldreiche Inseln und mehr.

Er lässt immer viel
Platz für Assoziationen und in seinen Werken ist so gut wie nie
etwas Figürliches zu entdecken und seine Malerei vermittelt das
Gefühl von viel Abstand zu dem, was man zu sehen glaubt.

Das Kunstbonbon zeigt humorvolle und liebevoll-ironische Illustrationen von Mathias Schubert. (Grafik: © Mathias Schubert)
Das Kunstbonbon zeigt humorvolle und liebevoll-ironische Illustrationen von Mathias Schubert. (Grafik: © Mathias Schubert)

In dieser
Ausstellung liegt der Schwerpunkt aber auf weniger bekannte,
humorvoll und liebevoll-ironischen Illustrationen, mit denen sich
Schubert den Erdbewohnern in verschiedenen Zusammenhängen auf
dieser.

Luftig und zart
bringt der Künstler kleinformatig mit Chinatusche oder Aquarell zum
Beispiel ältere Herren auf das Rennrad, sinniert über
unausweichliche Zusammenhänge wie „Gin und Tonic“, „Pferd und
Reiter“, „Mann und Maus“, oder zeichnet aus Acryl und Bleistift
mehr oder weniger unglückliche Vögel. Seine mit der Pipette
„gemalten“ Tänzer wirken fast archaisch und sprühen nicht
gerade vor Lebensfreude, sondern versuchen eher nachdenklich und
angestrengt, ihre Aufgabe zu erfüllen.

Die Werke von
Schubert erzeugen jedoch beim Betrachter nie ein hämisches Grinsen,
sondern vor allem ein liebevolles und mitfühlendes Lächeln.

Es steckt viel
selbstironisches Wiedererkennen der eigenen Schachstellen dahinter.

Darüber hinaus gibt
es nicht nur Bilder in dieser Ausstellung, sondern Schubert hat auch
ein paar wunderbare kleine Bücher mitgebracht. Außerdem gibt es
etwas musikalisch für die Ohren. Der Künstler macht nämlich auch
Musik mit „Salon 4b“ und ist Mitglied im „Sergej Gorlukowitsch
Sextett“.

(Die Tonträger sind
ebenfalls käuflich zu erwerben).

Die Vernissage
findet am 11.05.2019 um 15:00 Uhr im Kunstbonbon mit einleitenden
humorvollen Worten vom Mathias Schubert statt.

Der Eintritt ist wie
immer frei!




Ausstellung zu Perspektiven und Zukunft analoger und digitaler Bücherkunst

Das Dortmunder
Künstlerhaus zeigt vom 04.05. bis zum 02.06.2019 in der Ausstellung
„Vom Blättern und Wischen“ 90 analoge und 5 digitale
(Buch)-Exponate in zwei getrennten Bereichen.

Das Buchlabor der
Dortmunder Fachhochschule beschäftigt sich schon seit einiger Zeit
mit den kreativ-interaktiven Möglichkeiten im Bereich des digitalen
Buches. Für Ausstellungsgestaltung und Konzept ist Bianca Reimann
verantwortlich.

Bekannt sind vielen
die im Urlaub praktischen E-Books, die zum Beispiel das lästige
Mitschleppen von schweren Büchern im Urlaub unnötig machen. Wie
sind die Entwicklungen im digitalen Bereich des Buchgeschäftes? Ist
die Zukunft des Buches digital und wie steht es mit der
Daseinsberechtigung der „begreifbaren“ und die Fantasie
anregenden analogen Bücher? Kommt es eventuell nur darauf an, beides
je nach praktischem Zweck intelligent einzusetzen? Das sind nur
einige der Fragen, die die gezeigten analogen und digitalen Bücher
von Studierenden und Ehemaligen des Fachbereichs Design aufwerfen.

Lea Schütze nähe rote Fäden (Threads) in das analoge Buch „Das Ich und die Abwehrmechanismen“ von Anna Freud.
Lea Schütze nähe rote Fäden (Threads) in das analoge Buch „Das Ich und die Abwehrmechanismen“ von Anna Freud.

Die Ausstellung
beinhaltet 95 Exponate, die eine spielerische Auseinandersetzung mit
dem Medium herbeiführen möchten. Dabei werden die BesucherInnen
permanent mit Entscheidungssituationen konfrontiert.

Im großen
Eingangsbereich mit seinen zahlreichen Wänden befindet sich der
digitale Bereich. Er lädt dazu ein, die interaktiven und intuitiv
bedienbaren Oberflächen der ausgestellten E-Books und speziellen
Buch-Apps zu erforschen und zu erleben. Dazu sollten die
Besucherinnen und Besucher sich Zeit nehmen. Den praktischen Einsatz
etwa im Bereich Fotobuch verdeutlicht das Mode-Fotobuch von Martin
Kretzschmann eindrucksvoll. Auch bei Kinderbüchern oder großen
Datenmengen wie zum Beispiel „50 Jahre Gleichstellung“ bieten
sich eine digitale Buchpräsentation an. Es gibt unzählige Weg,
seinen individuellen Interessen zu folgen und dich in das „digitale
Buch“ zu vertiefen.

Lena Bluhm verbindet am Ende analoges und digitales Buch.
Lena Bluhm verbindet am Ende analoges und digitales Buch.

Im analogen Bereich
laden zahlreiche Sitzmöglichkeiten zum Verweilen und schmökern bei
einer Tasse Kaffee ein. Unter großen Überschriften wie „linear
oder non-linear“, „aktiv oder passiv“, „Bild oder Text“,
oder „blätttern oder wischen“ liegen auf verschieden Tischen
selbst entwickelte analoge Bücher der Studierenden. So wurde zum
Beispiel von Lea Schütze (Kommunikationsdesign / Bachelor 5.
Semester) auf Grundlage des Buches „Das Ich und die
Abwehrmechanismen“ von Anna Freud (Tochter von Psychoanalytiker
Sigmund Freud) aus den 1930-iger Jahren ein spezielles Buch
entwickelt. Um elf Abwehrmechanismen des Menschen begreifbar zu
machen, nähte sie rote Fäden zu jedem Abschnitt in verschieden
enger Vernetzung ein, um so den jeweiligen unterschiedliche Grad des
Abwehrmechanismus sinnlich fassbar darzustellen.

Jedes der vielen
Bücher behandelt einen speziellen Aspekt und hat etwas
Überraschendes.

Lena Bluhm verbindet
am Ende analoges und digitales Buch in einem Zusammenhang in ihrer
Arbeit „Intertwined.“ Sie verarbeitet 6 Songs der bekannten
englischen Sängerin Dodie Clark in 6 Kapiteln zunächst in einem
kleinen Büchlein. Darunter befindet sich das analoge Buch als
digitale Version mit Sound zum Eintauchen.

Die Vernissage diese
spannende Ausstellung ist am Freitag, den 03.05.2019 ab 20:00 Uhr im
Künstlerhaus Dortmund. Dort gibt es eine Vorstellung ausgewählter
Bücher in Form einer Pecha – Kucha – Präsentation.

Abschluss
ist am
Sonntag, den 02.06.2019 ab
17:00 Uhr.

Geöffnet
von do – so, 16:00 – 19.00 Uhr.

Künstlerhaus,
Sunderweg 1, 44147 Dortmund




Jeder Mensch braucht eine „Omma“

Mit seiner neuesten
Produktion „Choose your Granny!“ widmet sich Regisseur Rolf
Dennemann mit seinem Label artscenico in gewohnt skurril-humorvollen
Weise mit einem aktuellem gesellschaftlichen Phänomen. Die
Großfamilien aus der Vergangenheit sind zum großen Teil auseinander
gebrochen. In Zeiten der starken Flexibilisierung der Arbeitswelt und
den damit verbundenen instabilen Strukturen existiert die wichtige
Person der Oma oft für die Enkel überhaupt nicht mehr oder sie
wohnen weit entfernt von ihnen in anderen Städten.

Mit einer Mischung
aus Laien-Darstellern und einer Schauspieler-Familie (Cynthia Scholz,
Chino Monagas sowie Salma und Rodolfo Parra aus Venezuela) wurde die
Problematik in Form der im TV so beliebten „Casting-Shows“
angegangen. Premiere für die Produktion war am 30.04.2019 im
Dortmunder Theater im Depot.

Wie es sich gehört,
sorgte Guido Schlösser als Alleinunterhalter an der Lametta-golden
glänzenden Muckenorgel für den atmosphärisch passenden
Hintergrund.

In stoischer Ruhe
wartete schon eine der Omas mit Krückstock auf einem der vielen
Stühle auf die übrigen skurrilen Bewerber für den
„Leihoma-Posten“.

Der etwas an Daniel
Kübelböck erinnernde junge Moderator Rodolfo Parra führte flippig
und ab und zu mit seiner Mutter Cynthia Scholz temperamentvoll
tanzend durch die seltsame Casting-Show.

Nach und nach treten
die verschiedenen BewerberInnen auf. Die verschiedensten Typen von
der hippen modernen Oma bis zur schüchternen Bewerberin stellten
sich zur Wahl und präsentieren sich mit ihren jeweiligen Stärken
und Vorzügen. Besonders witzig und verwirrend wird es, als sich auch
als Frauen verkleidete Männer für die Position der „Leihoma“
bewerben.

Wer wird die perfekte "Omma"? artscenico präsentierte die Casting-Show "Choose Your Granny" im Theater im Depot. (Foto: © Guntram Walter)
Wer wird die perfekte „Omma“? artscenico präsentierte die Casting-Show „Choose Your Granny“ im Theater im Depot. (Foto: © Guntram Walter)

Als potenzielles
Enkelkind wird aus der ersten Reihe die junge Salma Parra auf die
Bühne geholt. Um sie buhlen nun die „Omas“, wie bei den realen
Casting-Shows, mit allen Mitteln. Gesprochen wurde ganz nicht so
viel, aber um so mehr gebellt und geknurrt. Der Spaß am Spiel und
der Darstellung unterschiedlichen Senioren-Typen sowie an den
Kostümen war allen Beteiligten anzumerken.

Bekannte Songs wie
„Oma so lieb“ (Heintje) oder etwa „Die Zuckerpuppe aus der
Bauchtanzgruppe“ und kleinere Tanzeinlage lockerten das Geschehen
auf.

In der für alle
Dennemann-Produktionen typischen ironischen Betrachtungsweise wurde
humorvoll-nachdenklich auf das Thema hingewiesen. Dabei ging es unter
anderem um die Fragen: Braucht man Leihomas so sehr, das man
auswählen muss oder gibt es so viele, die einen Leihenkel betüdeln
wollen, dass eine Selektion unumgänglich ist? Ist dies ein Mittel,
sie aus dem Schatten des Altseins zu befreien?

In Dorstfeld
jedenfalls gibt es unter der Leitung von Rosemarie Sauer
(Mütterzentrum) das Projekt „Dortmunder Wunschgroßeltern“.
Hände ringend suchen sie dort Leih-Großeltern für viele Kinder,
die keine Oma und Opa vor Ort haben. Nicht immer können die eigenen
Eltern diese wichtige Rolle übernehmen. Großeltern vermitteln nicht
nur ihre speziellen Erfahrungswerte, sondern bieten den „Enkeln“
ein offenes Ohr für ihre Probleme.

Einen weiteren
Vorstellungstermin gibt es am 30.06.2019 um 18:00 Uhr im Theater im
Depot.

Vorverkauf und
Bestellungen unter : 0231/ 982 2336 (AB) oder E-mail:
ticket@theaterimdepot.de




Kindgerechtes Theaterstück um Leben, Abschied und Tod

Das Theater Fletch
Bizzel präsentiert als Koproduktion mit den Kulturbrigaden am
Sonntag, den 05.05.2019 um 11.00 Uhr als Premiere das Stück „Ente,
Tod und Tulpe“ (ab 5 Jahre) nach dem Buch (2007) von Wolf Erlbruch
(Bearbeitung von Nora Dirishamer).

Regie führt wie
immer bei den Kulturbrigaden die durch ihre fantasievollen Kostüme
und Inszenierungen vor allem auch aus dem Theater im Depot bekannte
Rada Radojcic.

Sie verriet beim Pressegespräch: „Nachdem wir im letzten Jahr der Schwerpunkt Horror (zum Beispiel ‚Freaks‘) hatten, steht in diesem Jahr das Tabuthema „Tod“ auf dem Programm.“ Irgendwann kommen bei den Kindern Fragen zu diesem schwierigen Thema. Das poetische Stück
setzt sich sensibel und kindgerecht damit auseinander.

Die lebensfrohe Ente
(gespielt von Anna Marienfeld, Presse & PR Theater im Depot)
spürt schön länger, dass sie jemand beobachtet und in ihrer Nähe
ist. Als der Tod (gespielt von Christiane Wilke, Kulturbrigaden)
leibhaftig vor ihr steht, erschrickt sie zunächst. Die Ente ist noch
nicht bereit für den Tod und will ihm noch so viel zeigen. Mit ihrer
Lebensfreude reißt sie den Tod mit und fasziniert ihn. So bringt sie
ihn zum Beispiel zum Essen und Schwimmen. Die große Gefühlspalette
aus Freundschaft, Spaß, Angst, und Wut durchleben sie gemeinsam bis
es Zeit ist, Abschied zu nehmen. Der Kreislauf des Lebens wird
verdeutlicht.

Ente (Anne Marienfeld) und Tod (Christiane Wilke) erleben eine schöne gemeinsame Zeit. (Foto: © Rada Radojcic)
Ente (Anne Marienfeld) und Tod (Christiane Wilke) erleben eine schöne gemeinsame Zeit. (Foto: © Rada Radojcic)

Am Ende steht die
poetische Erklärung: „Alles was lebt, verändert sich, und der Tod
ist die letzte Veränderung.“

Musik wird
atmosphärisch passend etwa aus den 1940-iger Jahre („Singing in
the Rain“) eingespielt und die Bühne ist liebe- und fantasievoll
mit Tulpen, grünem (Kunst) Rasen, aufblasbarem Schwimmbassin (mit
Bällebad) und mehr gestaltet.

Die beiden
Schauspielerinnen hatten nach eigenen Angaben viel Spaß, in ihre
Kostüme zu schlüpfen und in ihre Rollen einzutauchen.

Außer der Premiere
am 5. Mai 2019 um 11.00 Uhr wird auch noch eine weitere Vorstellung
am 26. Mai 2019 um 11:00 Uhr im Fletch Bizzel angeboten.

Karten und
Informationen unter Tel.: 0231/142525 oder www.fletch-bizzel.de
und E-Mail: karten@fletch-bizzel.de




Der rechte Auserwählte – rassistische Klischees satirisch seziert

Im Dortmunder
Theater Fletch Bizzel hatte am13.04.2019 das Stück „Der rechte
Auserwählte“ vom französischen Drehbuchautor Eric Assous unter
der Regie von Thomas Holländer seine Premiere.

Das Ensemble Fletch
Bizzel bot mit Bianka Lammert (bekannt vom Kinder- und
Jugendtheater), Sandra Schmitz (bekannt vom Geierabend), Heinz-Peter
Lengkeit (seit 2017 im Fletch Bizzel aktiv), Hans-Peter Krüger
(Geierabend, Fletch Bizzel) sowie Thomas Kemper (Theater im Depot,
Artsenico, Fletch Bizzel) eine engagierte und spielfreudige
Schauspieler-Gruppe.

Ort der Handlung ist
ein gutbürgerliches Viertel in Paris, wo Melanie (Bianka Lammert)
und ihr Mann Greg (Hans-Peter Krüger), ein Sportjournalist mit ihren
zwei Kindern wohnen.

Sie sind natürlich humanistisch eingestellt, genießen aber auch ihren Luxus. Gegen das schlechte soziale Gewissen engagiert man sich im Wohltätigkeitsbereich.

Die Bühne ist mit
einer langen türkisfarbenen Couch und Wänden passend gestaltet.

Noel (rechts, Thomas Kemper) bringt die heile bürgerliche Fassade durch seinen Rassismus ins Bröckeln. Irritiert sind Jeff (Heinz-Peter Lengkeit), Melanie (Bianka Lammert) und Greg (Hans-Peter Krüger). Foto: Fletch Bizzel
Noel (rechts, Thomas Kemper) bringt die heile bürgerliche Fassade durch seinen Rassismus ins Bröckeln. Irritiert sind Jeff (Heinz-Peter Lengkeit), Melanie (Bianka Lammert) und Greg (Hans-Peter Krüger). Foto: Fletch Bizzel

Eingeladen von ihnen
ist der alte Freund von Greg, der arbeitslose Jeff, der aber durch
eine große Erbschaft ebenfalls gut betucht ist. Heinz-Peter Lengkeit
spielt den einsamen, sich selbst bemitleidenden gutherzigen Jeff mit
viel Humor. Pikant wird die Situation, als sich auch noch seine Ex
Charline (Sandra Schmitz) und ihr Verlobter Noel (Thomas Kemper)
auftauchen, den sie in New York unter besonderen Umständen
kennengelernt hat. Melanie ist nach Paris gekommen, um dort zu
heiraten. Freundin Melanie soll ihre Trauzeugin werden.

Jeff ist immer noch
unheilbar in Charline verliebt. Nicht genug, es stellt sich auch noch
heraus, das Noel ein Antisemit und Rassist ist. Er stellt nur bei
„Seinesgleichen“ den beschützenden Retter dar, ansonsten pflegt
er seine verallgemeinernden Vorurteile gegen Juden und ausländische
Migranten.

Da Noel sie aus
einer gefährlichen Situation gerettet hat, fühlt sich Charline ihm
trotz seiner Ansichten irgendwie verbunden und befindet sich dadurch
in einem Konflikt. Wegen der Bedenken ihrer Freunde verlässt sie die
Runde und verschwindet. Sie ist nicht zu Hause oder bei den Eltern
aufzufinden. Im Streit darüber, was zu tun ist, kommt Gregs früheres
Verhältnis zu Charline ans Licht, aber auch andere Enthüllungen.
Man ist gezwungen, sich damit auseinanderzusetzen und miteinander
offen zu reden. Die Frage, was mit Charlene geschehen ist, löst sich
am Ende ebenfalls auf.

Eine Stärke der
Inszenierung war sicherlich, dass die Schauspielerinnen und
Schauspieler das Publikum zwischendurch immer direkt ansprachen, um
ihnen ihre Gedanken auf amüsante Weise zu vermitteln.

Eric Assous
behandelt in dieser scharfzüngigen Komödie ein höchst aktuelles
Thema. Ist rechtsradikales Gedankengut längst wieder salonfähig?
Der Kuschelkurs der Bildungsbürger mit dem neuen Faschismus wird
nicht nur vorgeführt, auch der schwierige Umgang damit wird
deutlich. Freundschaften können da vor eine harte Probe gestellt
werden.

Ein Theaterabend mit
vielen humorvoll-witzigen Momenten und zum Nachdenken anregend.

Informationen über
weiteren Aufführungen erhalten Sie unter Telefon: 0231/ 142525 oder
www.theaterfletchbizzel.de.




Tag 2 – Internationales Frauenfilmfestival Dortmund / Köln

Im Rahmen des
internationalen Spielfilmwettbewerbs für Regisseurinnen während des
IFFF Dortmund / Köln wurde in am 2. Tag des Filmfestivals im Kino
Schauburg in Dortmund der Film „The Miseducation of Cameron Post“
(USA) der Amerikanerin mit iranischen Wurzel Desiree Akhavan dem
Publikum präsentiert sowie „God Exists, Her Name Is Petrunya“
(MK,BE,SI, HR, FR) aus dem Jahre 2019 von Teona Strugar Mitevska.

Mit Gebeten gegen
Homosexualität

Der Film basiert auf
dem 2012 erschienenen gleichnamigen Roman, der auf den erschütternden
und aufsehen erregenden Berichten des Teenagers Zach Stark (2005 in
den USA) über die Zustände in einem Camp für „gefährdete“
Jugendliche, die von ihren „homosexuellen Neigungen“ weg und zum
„rechten Weg“ zurückgebracht werden sollten.

Die Geschichte
spielt 1993 in Montana (USA). Nach dem frühen Tod ihrer Eltern lebt
der Teenager Cameron Post bei erzkonservativen Verwandten. Sie steht
auf Frauen und als sie beim Sexspiel mit ihrer Freundin Coley
erwischt wird, schicken die Familie sie in das Umerziehungslager mit
dem Namen „God‘s Promise“ (Gottes Versprechen). Dort versuchen
Reverend Rick und seine Schwester Dr. Lydia Marsh, die Jugendlichen
mit emotionaler Erpressung und Misshandlung, dem Schüren von
Schuldgefühlen sowie Berieselung mit Jesus-Musik vom falschen Weg
„der Sünde“ mit „Gottes Hilfe“ zu „heilen“. Sie werden
mit bewusst pathologisierender Absicht werden sie mit SSA (Same Sex
Attraktion) genötigt, anhand eines Eisbergs all das zu
identifizieren, was sie auf ihren „Abweg“ gebracht hat. Zum Glück
findet Cameron zwei „Rebellen“ als verständnisvolle Freunde an
dem Ort des Grauens und schafft sich kleine Freiräume.

Dem Horror entkommen. The Miseducation of Cameron Post (R: Desiree Akhavan, USA 2017)
Dem Horror entkommen. The Miseducation of Cameron Post (R: Desiree Akhavan, USA 2017)

Zusammen mit ihnen findet sie nach einem schrecklichen Erlebnis in Folge der dubiosen Therapiemethoden die Kraft, aus dieser Situation auszubrechen. Eindrucksvolle
Schauspielerinnen und Schauspieler und eine starke Bildführung
machen den Film zu einem eindringlichen Erlebnis.

Homosexuelle zu stigmatisieren und sie als krank anzusehen, ist leider in unserer Zeit kein seltenes Phänomen. Eine große Rolle spielen dabei ultra- religiöse sich christlich nennende Gruppen. Auch bei der Wahl
von Donald Trump zum Präsidenten der USA waren sie mit ihren Stimmen
nicht unwesentlich beteiligt.

Petrunya sucht das
Glück

Von Glück verfolgt
ist unsere Protagonistin Petrunya auf keinen Fall. Sie ist 32 Jahre,
lebt bei ihrer Mutter in nordmazedonischen Štip,
hat Geschichte studiert und ist arbeitslos. Zudem passt sie
optisch nicht in das
gängige Frauenbild. Als
bei der traditionellen
orthodoxen Zeremonie der Priester ein Kreuz in die Fluten des Flusses
wirft, Werfen sich alle Männer des Ortes in die Fluten, auch
Petrunya, die sogar das Kreuz fängt. Bedeutet dies doch, dass der
Fänger ein Jahr lang Glück hat. Doch es gibt einen großen Haken:
Es dürfen nur Männer nach dem Kreuz tauchen.

Danach
ist in Štip nichts mehr, wie es ist. Die
Kirche versucht mithilfe der Polizei Petrunya das Kreuz wegzunehmen
und ein Mob wütender Männer macht vor der Polizeistation mobil.
Dazu wittert eine Reporterin die Story des Jahres.

Petrunya nutzt die Chance, etwas Glück abzubekommen. God Exists, her Name is Petrunya (R: Teona Strugar Mitevska, MK/BE/SI/HR/FR 2019)
Petrunya nutzt die Chance, etwas Glück abzubekommen. God Exists, her Name is Petrunya (R: Teona Strugar Mitevska, MK/BE/SI/HR/FR 2019)

Das
Spannende an dem Film ist nicht so sehr die Kritik an den alten
Ritualen der Kirche, sondern der Blick die patriarchale Gesellschaft
in der nordmazedonische Provinz. Niemand hinterfragt, warum es Frauen
nicht erlaubt ist, hinter dem Kreuz zu schwimmen. Haben sie kein
Anrecht darauf, Glück zu haben? Egal, ob man gläubig ist oder
nicht.

Auch
die Beziehung zwischen Kirche und Staat (Polizei) wird beleuchtet.
Petrunya wird auf der Polizeistation festgehalten, obwohl sie nichts
verbrochen hat, denn sie hat das geworfene Kreuz „ordnungsgemäß“
gefangen. Modernen Zeiten sei Dank – es gibt sogar Handyvideos
davon. Dennoch arbeiten Kirche und Polizei eng zusammen und
überschreiten mehrmals die Linie der Legalität.

Hinzu
kommt das schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter. Ihre Mutter
versucht Petrunya bei jeder Gelegenheit schlecht zu machen und ihr
jedes Selbstbewusstsein zu nehmen. Nur
scheinbar steht sie an der Seite ihrer Tochter.

Doch keine Angst, der Film ist auf keinen Fall deprimierend, denn Schwarz und Weiß gibt es nicht. Der Film ist an vielen Stellen sogar recht lustig, hat ordentlich Balkanflair und am Ende knüpft Petrunya zarte Bande zu einem der netteren Polizisten. Da hat das Kreuz vielleicht schon Glück gebracht.

Eine beeindruckende Leistung von Zorica Nusheva, die die Figur der Petrunya spielt,




Tag 1 – Internationales Frauenfilmfestival Dortmund / Köln 2019

Der erste Tag des
Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund / Köln 2019 bot in der
Kategorie des Spielfilmwettbewerbs für Regisseurinnen am 10.04.2019
im Dortmunder Kino Schauburg um 20:00 Uhr mit „Wajib“
(Verpflichtung) einen Film der Regisseurin Annemarie Jacir ein
familiäres Kaleidoskop der palästinensisch-israelischen
Problematik. Die Regisseurin lebt wieder in Palästina, hat aber
einen US-Pass. Das erlaubt ihr, ohne Probleme nach Israel ein- und
ausreisen zu können.

Die Stadt Nazareth
ist die größte palästinensische Stadt auf dem Staatsgebiet
Israels. Die jüngere Stadt Nazrat-Illit wird hauptsächlich von
Juden, während Nazareth in erster Linie von Muslimen und Christen
bewohnt ist. In „Wajib“ geht es um die Tradition, die Einladungen
zur Hochzeit der Tochter persönlich zu überbringen. Der in Rom
lebende Architekt Shadi kommt ohne Begeisterung wegen der
Hochzeitsvorbereitungen für seine Schwester Amal für kurze Zeit in
seine Heimatstadt Nazareth zurück. Diese hatte er wegen der
Schwierigkeiten mit den Israelis und seinem Vater verlassen und lebt
zusammen mit seiner der PLO nahestehenden Freundin in Rom. Sein Vater
Abu Shadi arangiert sich dagegen mit den Israelis , da er gerne
Rektor werden möchte. Nun begleitet er ihn in einem humorvollem
urbanen Roadmovie bei der Abgabe der Einladungen.

Interessant ist,
dass die beiden von Saleh und Mohammad Bakri gespielt werden, die
auch im wahren Leben Sohn und Vater sind. Während der Fahrt brechen
zwischen ihnen Konflikt auf politischen, gesellschaftlichen aber auch
persönlichen Ebene auf.

Szene aus "Wajib": Vater und Sohn bringen persönlich Einladungen vorbei. Bei den kleinen Geschichten lernt man sehr viel über das tägliche Leben in Nazareth. (Foto: Wajib (R: Annemarie Jacir, PS/FR/DE/CO/NO/QA/AE 2017) © Pyramide Films)
Szene aus „Wajib“: Vater und Sohn bringen persönlich Einladungen vorbei. Bei den kleinen Geschichten lernt man sehr viel über das tägliche Leben in Nazareth. (Foto: Wajib (R: Annemarie Jacir, PS/FR/DE/CO/NO/QA/AE 2017) © Pyramide Films)

Die Mutter, die nur
über Telefonate mit ihrem Sohn Shadi im Film vorkommt, spielt eine
wichtige Rolle. Sie hatte die Familie früh, vor allem wegen der
politischen Verhältnisse, verlassen. Das hat der Vater nicht
vergessen und nimmt es ihr immer noch sehr übel. Der Sohn wiederum
ist sauer auf seinen Vater, der sich nach seiner Meinung zu sehr
anpasst und verbiegt. Das er sehr viel Wert auf die Meinung von
Familie und Freunden in seinem Heimatort legt, zeigt sich vor allem,
als er seinen Sohn auch einmal als „Arzt“ ausgegeben hat. Aber
auch andere Figuren, die nicht im Film zu sehen sind, haben eine
wichtige Rolle. Shadis Freundin Nada wird von seinem Vater mehr oder
weniger ignoriert, vermutlich weil er Angst vor politischen
Repressalien hat. Auch der israelische Freund des Vaters ist nicht im
Bild zu sehen. Es bleibt unklar, ob er eine Einladung bekommt oder ob
sich Shadi durchgesetzt hat.

Bespitzelung, die
fehlende Müllentsorgung und oft Benachteiligung der Palästinenser
durch die Israelis wird von Shadi in Nebensätzen oder Seitenblicken
angesprochen und gestreift. Das Verhältnis von Israel und Palästina
wird mit viel Empathie beschrieben, sowie gleichzeitig das
Vater-Sohn-Verhältnis ausgelotet.

Auf der Reise werden
kleine Geschichten erzählt. Cousinen wollen den Architekten aus Rom
zur Heimkehr „verführen“. Man bekommt kleine humorvolle
Einblicke in die verschiedenen Welten der zur Hochzeit eingeladenen
Muslime, Christen und Atheisten.

Kleine Schummeleien,
doppeldeutige Bemerkungen oder Sticheleien beleben und befeuern
dieses bemerkenswerte Roadmovie. Am Ende sitzen Vater und Sohn
einträchtig zusammen auf dem Balkon.




Eine Sommernacht – Veränderung möglich

Viele Menschen
stellen sich im Alter um die 40 Jahre die Frage, was wurde verpasst?
Welche Träume hat man noch? Ist das schon alles gewesen? Dieser
Thematik widmete sich die freie Theaterformation DispoDispo! unter
der Regie von Eva Zitta mit den beiden Schauspielern Tanja Brügger
und Dominik Hertrich. Ihr Stück „Eine Sommernacht“ (von David
Greig und Gordon McIntyre) hatte am 06.04.2019 im Dortmunder Theater
im Depot seine Premiere. Ars tremonia war bei der Vorstellung am
07.04.2019 dabei.

Auf der Bühne boten
einige weiße multifunktional verwendbare (offene) kleine Regale und
Sitzgelegenheiten mit abnehmbarem Deckel den Protagonisten Helena
(Tanja Brügger ) und Bob (Dominik Hertrich) viel Möglichkeiten für
Spiel, Bewegung und die verschiedenen Requisiten. So wandelte sich
die Bühne ohne große Umbauten in eine Bar, in die Wohnung von
Helena oder den Club mit japanischer Bondagetechnik.

Für den
stimmungsvollen Klanghintergrund und Musik war Marcus Krieger
verantwortlich.

Das Stück spielt in
Edinburgh und so bleibt auch in einer Sommernacht zunächst
schlechtes Wetter mit viel Regen nicht aus. Die Scheidungsanwältin
Helena und der Kleinganove Bob, beide 39 Jahre alt, treffen in einer
Bar aufeinander. Nach einem eher enttäuschend verlaufende
One-Night-Stand scheint für die beiden Protagonisten erst einmal
alles vorbei zu sein. Doch dann gibt es ein Wiedersehen: Bob mit
15.000 Pfund und Helena im vollgekotzten Hochzeitskleid.

Atemlos durch die Sommernacht. helena (Tanja Brügger) und Bob (Dominik Hertrich) erleben eine unvergessliche Nacht. (Foto: © Uwe Faltermeier)
Atemlos durch die Sommernacht. helena (Tanja Brügger) und Bob (Dominik Hertrich) erleben eine unvergessliche Nacht. (Foto: © Uwe Faltermeier)

Das Stück spielt
mit Rückblicken und den Versionen der beiden Hauptfiguren über die
sagenhafte Mittsommernacht. Was ist wahr und was ist erfunden? Wie
war das erste Zusammentreffen? Was haben beide gesagt? Bob und Helena
haben durchaus unterschiedliche Sichtweisen und wie bei einer
Zwiebelhäutung kommt erst bei der zweiten Version die Wahrheit ans
Licht. So gesteht der gefesselte Bob, dass er ein Sohn hat, den seine
damalige Freundin bekommen hat, als er 18 Jahre alt war. Dadurch hat
sich sein Traum, als Straßenmusiker durch Europa zu ziehen,
zerstört.

„Eine Sommernacht“ hat eine klare Botschaft. Als Helena ihr Parkticket bezahlen möchte, erscheint auf dem Display „change possible“. Der Automat kann also Geld wechseln. Doch „change possible“ kann auch „Veränderung möglich“ bedeuten. Das Schöne dabei, das gilt auch für Menschen weit jenseits der 30.

Die Schauspieler
bewiesen ihre große Wandlungsfähigkeit und schlüpften auch in
unterschiedliche Rollen, ohne sich einmal umzuziehen. Bei einigen
thematisch passende live von ihnen gesungenen Songs zeigten sie auch
musikalisches Talent. Leider waren die Stimmen etwas zu leise
abgemischt.

Informationen über
weitere Aufführungstermine erhalten Sie unter




KJT Dortmund – viel Fantasie bei „Agent im Spiel“

Das Dortmunder
Kinder- und Jugendtheater (KJT) hat sich mit der Premiere von „Agent
im Spiel“ (ab 9 Jahren) des kanadischen Autors David S. Craig unter
der Regie von Johanna Weißert am 05.04.2019 einem sensiblen und
brisanten Themenkomplex gewidmet.

Es geht um
Arbeitslosigkeit und ihre Folgen für gerade die betroffenen Kinder.
Aber auch um die Zerrissenheit von Scheidungskindern. Wie können die
Kinder damit umgehen? Da spielen Scham und Verdrängung eine große
Rolle.

Der Protagonist des
Stücks ist (der 10-11-jährige) Dani, der mit seiner allein
erziehende Mutter Luise (Web-Designerin) immer wieder umziehen muss.
Diese verliert immer wieder ihren Job und Partner und Geld kommen ihr
schnell abhanden. Dani findet seinen eigenen Umgang mit der prekären
Situation, indem er sich mit viel Fantasie und Widerstandskraft in
eine „Agenten-Welt“ als eine Art James Bond flüchtet. Da er ohne
den vermeintlich in Bayern bei der Bergwacht arbeitenden Vater
auskommen muss, fühlt er sich für seine liebevolle Mutter
verantwortlich. Er verwaltet sogar das wenige Geld. Jan Westphal
spielt den Dani mit all seiner Fantasie und Kreativität, aber auch
mit seiner Sehnsucht nach dem Vater stark und eindringlich.

Seine Mutter wird
mit viel Herzblut von Bianka Lammert dargestellt. Sie will das Beste
für ihr Kind und kümmert sich um einen neuen Job in einem Imbiss.

Melanie (Ann-Kathrin Hinz), Mehmet (Denis Wiencke) und Dani (Jan Westphal) entwickeln langsam eine Freundschaft. (Foto: ©Birgit Hupfeld)
Melanie (Ann-Kathrin Hinz), Mehmet (Denis Wiencke) und Dani (Jan Westphal) entwickeln langsam eine Freundschaft. (Foto: ©Birgit Hupfeld)

Dani ist
kommunikativ und findet schnell neue Freunde, so auch im neuen
„Zielort“ Rotbuchenstraße 92 K (K für Keller). Er trifft in der
Nachbarschaft auf Mehmet, der dem Erwartungsdruck seines arbeitslosen
Vaters nicht gerecht werden kann, und Melanie, die zwischen ihren
getrennten Eltern hin- und hergerissen ist. Diese kommunizieren
ausschließlich über die Tochter miteinander. Die hat sogar ein
„Mama-Handy“ und ein „Papa-Handy“.

Gastschauspieler
Denis Wiencke spielt den verunsicherten Mehmet mit viel Sinn für
Humor. Außerdem sorgte für Live-Musik und Loops, die passend zu den
unterschiedlichsten Situationen von allen Beteiligten eingesetzt
werden konnten.

Ann-Kathrin Hinz
ging in ihrer Rolle als Melanie, die „Jungs eigentlich blöd
findet“ und „zwischen den Stühlen“ der Eltern leidet auf.

Zwischen den drei
Kinder entwickel sich nach anfänglichen Schwierigkeiten eine
Freundschaft und Dani bezieht die beiden anderen Kinder geschickt und
erfolgreich in sein fantasievolles Rollenspiel ein. Nach und nach
bröckeln die Fassaden und die traurigen Realitäten der Kinder
werden untereinander offenbart. Mit viel Kreativität gehen sie ihre
Probleme an. Da wird zum Beispiel bei Mehmet mit verschiedenen
Gegenständen so getan, als würde man ihm einen „Gehirnknoten“
herausoperieren. Dieser steht symbolisch für den Druck des Vaters,
der Mehmet blockiert.

Auch bei der
Bühnengestaltung spielte Fantasie eine riesige Rolle. Schon beim
Einlass konnte das Publikum die gestalteten beiden weißen
durchscheinenden Leinwände (Folie) bestaunen. Sie waren schon
liebevoll mit Straßenlaternen und am Boden mit einem „Hundehaufen“
und Ratten bemalt. Alle anderen Dinge, wie etwa Klingel, Türnummern,
und anderes wurden live vor dem Publikum aufgemalt oder
ausgeschnitten.

Als auffallende
Gegenstände auf der Bühne nur eine Mülltonne und eine Schubkarre
in das Geschehen eingebunden.

Gearbeitet wurde
zudem mit Licht und Schattenspielen als fantasievolle Metaebene.

Interessant, das
Mehmets Vater nur wie ein grunzender „Drache“ zu hören war.

Trotz der
nachdenklich-traurigen Momente gibt es bei der Aufführung viel zu
Lachen. Besonders lustig war ein „Fußballspiel ohne Ball“ und
Toren der Kinder.

Eine Inszenierung
zwischen Spielfreude, Einfallsreichtum und ernsthaften Momenten der
Realität.

So bewundernswert
der Umgang der Kinder mit ihren schwierigen Verhältnissen ist:

Kinder sollten nicht
für die Probleme der Erwachsenen verantwortlich sein.

Sie haben es alle
(ob arm oder reich) verdient, geschützt aufzuwachsen und in ihrer
Persönlichkeit gefördert zu werden.

Informationen über
weitere Aufführungen erhalten Sie wie immer unter www.theaterdo.de
oder Tel.: 0231/ 50 27 222




Schauraum Comic & Cartoon für Dortmund

Bang! Dortmund
bekommt einen „Schauraum: Comic + Cartoon“ im Zentrum der City
nahe Bahnhof und der Stadt- und Landesbibliothek am
Max-von-der-Grün-Platz 7 (ehemaliges Ladenlokal von
DORTMUNDtourismus). Die Kulturbetriebe unserer Stadt eröffnen am
Sonntag, den 07. 04.2019 im Studio B der Stadt- und Landesbibliothek
die erste Ausstellung „Ente süß sauer“. Damit wird er zum
Bestandteil der Kulturmeile unserer Stadt.

Angedockt ist der
Schauraum an das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK), das in
Sachen Bespielung mit der Stadt- und Landesbibliothek, dem Kulturbüro
und der Bildungsetage UZWEI im Dortmunder U zusammenarbeitet.

Sie widmet sich dem
genialen Disney-Zeichner Carl Barks (1901-2000) und seine
„Nachfolgern“ aus den Niederlanden (Daan Jippes), William van
Horn (USA), Don Rosa (Italien) oder Vicar (Chile).

Der Kurator
Alexander Braun erklärte beim Pressegespräch, das man mit dieser
Ausstellung ausloten will, wie man mit Comics, Cartoons und
Karikaturen Inhalte vermitteln kann.

Auf den Ausstellungsraum zu den themen Comics, cartoons und Karikaturen freuen sich (v.l.n.r.) Dr. jens Stöcker (Direktor MKK), Dr. Nassrin Sadeghi (wissenschaftliche Mitarbeiterin  am MKK), Dr. Stefan Mühlhofer (Leiter Kulturbetriebe), Sophia Paplowski (Mitarbeiterin Stadt- und Landesbibliothek) und Kurator Dr. Alexander Braun.
Auf den Ausstellungsraum zu den Themen Comics, Cartoons und Karikaturen freuen sich (v.l.n.r.) Dr. jens Stöcker (Direktor MKK), Dr. Nassrin Sadeghi (wissenschaftliche Mitarbeiterin am MKK), Dr. Stefan Mühlhofer (Leiter Kulturbetriebe), Sophia Paplowski (Mitarbeiterin Stadt- und Landesbibliothek) und Kurator Dr. Alexander Braun.

In unserer digitalen
Zeit gilt das ja Bild als ein bedeutendes Massenmedium. Das Publikum
soll seinen Blick und die Chance bekommen, sich mit der Bildästhetik
von Comics als Schlüsselmedium auseinanderzusetzen.

Der als „guter
Zeichner“ bekannte Barks (durfte nicht mit seinem Namen signieren)
schuf nicht nur die bekannte Donald Duck Hefte der Anfänge in den
50-iger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts mit den drei Neffen,
sondern entwickelte auch mit einer ausgefeilten Dramaturgie viele
andere Geschichten und Charaktere.

Dass seine Arbeiten
eigentlich wenig geachtet wurden, zeigt der Umstand: Von den ca. 6700
Seiten, die er zeichnete, überlebten am Ende nur knapp 200 als
Originale. Der Rest wurde einfach vernichtet.

Die Ausstellung gibt
den Besuchern vor allem auch einen kleinen Überblick der
historischen Entwicklung im Bereich Comic und ihre unterschiedliche
Ausprägung in den USA und Europa.

Dabei spielte der
politische Hintergrund natürlich eine wesentliche Rolle.

Die Exemplare und
Zeugnisse sind nicht nur in der Vitrine zu erkunden, sondern es darf
auch nach Herzenslust in einer gemütlichen Sitzecke in den
ausliegenden Comic-Taschenbüchern und Heften geschmökert werden.

Gezeigt werden im
Raum 35 Originalzeichnungen (Bleistift und Tusche auf Papier). In
sechs Vitrinen sind ca. 30 Erstausgaben seltener
Original-Publikationen, darunter Veröffentlichungen aus den 1930er –
bis 1950er-Jahren und seltene Exponate aus den 1950er Jahren zu
sehen. Links im hinteren Bereich kann man sich einen
Disney-Zeichentrickfilm anschauen.

Ansprechpartnerin
ist Dr. Nassrin Sadeghi, wissenschaftliche Mitarbeiterin (MKK) und
Sophia Paplowski (Mitarbeiterin der Stadt- und Landesbibliothek).

Der Eintritt ist
frei und für 15,- Euro kann ein spezieller Katalog zur Ausstellung
käuflich erworben werden.

Das Projekt ist
zunächst auf drei Jahre angelegt. Man darf neugierig sein, was nach
dieser Ausstellung in einem Jahr an Spannendem folgt.