Dortmund Passagen – Stadtführer erzählt unsere Stadtgeschichte neu

Rechtzeitig vor dem Evangelischen Kirchentag erscheint ein neuer und
ganz besonderer Stadtführer unter dem titel „Dortmunder Passagen“.

Als
Kooperationsprojekt mit der TU Dortmund, der Reinoldikirche, den
Kulturbetrieben Dortmund, der Stiftung Industriedenkmal sowie dem
LWL-Industriemuseum Zeche Zollern war das Projekt unter Initiative
von Prof. Barbara Welzel (TU Dortmund) und Dr. Stefan Mühlhofer
(Geschäftsführender Direktor der Dortmunder Kulturbetriebe) in
Angriff genommen worden und nun zu einem runden Gesamtwerk
zusammengefasst.

Einundzwanzig
fachkundige Autorinnen und Autoren unterschiedlicher Disziplinen und
zwei Fotografen beschreiben auf 287 Seiten fünf Themen-Routen, die
dem Sound der Stadt folgen.

„Es sollte kein
klassischer Reiseführer werden, sondern die Geschichte der Stadt
aktuell in Zusammenhängen erzählt werden“, so Dr. Mühlhofer.

So erschließt der
Führer das Stadtgebiet anhand von Drehscheiben und (ganz wichtig) an
Leitobjekten. Dadurch wird Geschichte, Gegenwart und geografische
Gegebenheiten an konkreten Orten sichtbar und verständlich gemacht.

Vor dem Modell des historischen Lunaparks im Museum für Kunst und Kulturgeschichte – eines der Leitobjekte im Stadtführer (v.li.): Prof. Barbara Welzel (TU Dortmund), Michael Küstermann (Stadtkirchenpfarrer St. Reinoldi), Dr. Stefan Mühlhofer (Geschäftsführender Direktor der Kulturbetriebe Dortmund) und Prof. Wolfgang Sonne (TU Dortmund). (Foto: Karin Pinetzki / Stadt Dortmund)
Vor dem Modell des historischen Lunaparks im Museum für Kunst und Kulturgeschichte – eines der Leitobjekte im Stadtführer (v.li.): Prof. Barbara Welzel (TU Dortmund), Michael Küstermann (Stadtkirchenpfarrer St. Reinoldi), Dr. Stefan Mühlhofer (Geschäftsführender Direktor der Kulturbetriebe Dortmund) und Prof. Wolfgang Sonne (TU Dortmund). (Foto: Karin Pinetzki / Stadt Dortmund)

Die einzelnen
Kapitel (Routen) sind in „Wege“, „Wasser“, „Materialien“,
„Stadt und Land“ sowie „Spielräume“ eingeteilt. So lädt zum
Beispiel mit der Route „Materialien“ dazu ein, verschiedene
Werkstoffe und Oberflächen zu erkunden.Mit der Route „Spielräume“
wiederum steuert man die repräsentativen und politischen,
kulturellen und wissenschaftlichen, sportlichen oder geistlich
bedeutsamen Orte an. Im Kapitel „Wege“ geht es um moderne und
mittelalterliche Strukturen wie etwa: Wall und Hellweg oder Brücken,
Kanal und Flughafen.

Als Drehscheiben für
die Stadterkundungen dienen dabei Museen, Industriedenkmäler, der
Botanische Garten Rombergpark oder die Stadtkirche St. Reinoldi. An
den Routen liegen so verschiedene Dinge wie Adelsschlösser,
Gasleitungen, mittelalterliche Dorfstrukturen und Kirchen sowie
Bauten der Nachkriegsmoderne, bis hin zu Räumen der
Industrialisierung und des modernen Strukturwandels.

Eine besondere Rolle
als Drehscheibe spielt das Museum für Kunst und Kulturgeschichte
(MKK).

Jede der fünf
Routen ist mit einem Objekt aus der Sammlung des Museums verankert,
(ersichtlich durch eine angebrachte spezielle Postkarte). Jeder
Rundgang kann also im MKK starten.

Zu den Leitobjekten
zählen u.a. ein Modell der Stadtkirche St. Reinoldi, ein Modell des
historischen Lunaparks im Fredenbaumpark, der Dortmunder Goldschatz,
glasierte Backsteine eines mittelalterlichen Patrizierhauses oder
eine früher einmal notwendiger Reisepass im Raum Dortmund…

Nicht nur den Gästen
des Evangelischen Kirchentags, auch den Dortmunderinnen und
Dortmundern wird mit diesem leicht und gut zu transportierenden
Stadtführer ein neuer Blick jenseits der alten gängigen Bildern
gewährt.

Der Stadtführer ist
im Reinoldiforum und während des Evangelischen Kirchentags (19. bis
23. Juni) im Pavillon „stadt paradies sanktreinoldi“ an der
Reinoldikirche sowie danach auch im Buchhandel für 15,- Euro
erhältlich.




Klangvokal 2019 – 11. Fest der Chöre mit Teilnehmerrekord

Für viele Menschen ist das große Fest der Chöre am 15. Juni 2019 ein Höhepunkt des Klangvokal Musikfestivals Dortmund. Den Stellenwert und den Zuspruch für die Chormusik und das selber singen erkennt man in diesem Jahr auch wieder an den steigenden Teilnehmerzahlen. Als neuer Rekord vermeldete beim Pressegespräch Festivaldirektor Torsten Mosgraber in diesem Jahr den Rekord von 160 Chören mit 4.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Dortmund, NRW und darüber hinaus Deutschland weit. Sie präsentieren sich auf verschiedenen Bühnen, in Kirchen und anderen Orten unserer Stadt.

„Das bringt uns schon an die Kapazitäts-Grenzen,“ so Mosgraber. Es soll wieder ein facettenreiches und vielfältiges Programm von Volksmusik. Schlager, Shantys, Musical, Jazz , Barbershop, Klassik oder auch Pop-Musik geboten werden.

Das Fest der Chöre
findet am Samstag, den 15.06.2019 von 10:00 bis 22:00 Uhr statt.

Inoffiziell geht es
wieder im Dortmunder Rathaus mit der Eröffnung durch Kita-Chöre wie
etwa „Eine Welt“, „Wilde Wiese“, Kinderchor Burgholzstraße
und die Kita Worderfeld & Die Berliner Kids.

Das gemeinsame „Wir“ steht im Mittelpunkt.

Offiziell wird das
Chorfest traditionell um 12.00 Uhr auf dem Alten Markt von
Oberbürgermeister Ullrich Sierau und in diesem Jahr als besonderes
„Bonbon“ mit dem Dortmunder Opernchor, auf der Bühne. Dieser
begeisterte ja erst vor kurzem wieder einmal bei der Aufführung von
„Echnaton“ (Philipp Glass).

Es wird wie immer
mit verteilten Textheften zusammen gesungen. Neben dem
Steigerlied-Anfang wird auch die bekannte Fußball-Hymne „You‘ll
never walk alone“ gesungen. Es wäre schön, so die Organisatoren,
wenn möglichst viele Menschen bunte Schals in allen Variationen als
Zeichen von „Vielfalt“ und dem „Wir“ mitbringen würden.
Natürlich sind auch BVB-Schals gerne gesehen.

Einen kleinen Vorgeschmack auf das Chorfest am 15. Juni 2019 gab der Chor "Trallafitti" beim Pressegespräch.
Einen kleinen Vorgeschmack auf das Chorfest am 15. Juni 2019 gab der Chor „Trallafitti“ beim Pressegespräch.

Es gibt wieder Mitmach-Aktionen für Kinder, sowie Mitsing-Möglichkeiten und verschiedene Singstationen für Groß und Klein. Viel zu hören sein wird auf den sieben Bühnen in unserer Stadt, den Kirchen oder vor dem Orchesterzentrum (Deutsch-türkische Chöre).

Anlässlich des
anstehenden evangelischen Kirchentages haben sich gleich zwei
Projektchöre des Dortmunder Kirchenkreises gegründet.

Der Kinder- und
Jugendchor Quer-Beat Holzen hat extra für das Chorfest ein
Kinder-Musical einstudiert und wird es um 14:30 Uhr auf der GUT-Bühne
(am Platz von Netanya) vorstellen.

Zur besten Kaffee-Zeit um 15:50 Uhr auf der Bühne am Alten Markt sorgen als ein Highlight der Chor „Trallafitti“ mit einer Ruhrpott-Musical-Revue für gute Stimmung. Sie gaben schon beim
Pressetermin eine kleine Kostprobe ihres Könnens mit „LA –
International Airport“ und einer „Ruhrpott-Version“ von
„Superjeilezick“ (Brings).

Als krönender Abschluss findet wie immer das Abendkonzert ab 20:00 Uhr auf dem Alten Markt statt. Geballte Barbershop-Frauenpower gibt es dann von den preisgekrönten Damen von „Ladies First“ zu hören. Danach sorgt der Chor „Hömma“ mit ihrem Gesang für einen humorvollen Blick auf das Ruhrgebiet. Zum Finale heizen
dann „Sounding People“ (einer der aktuell erfolgreichsten
Pop-Chöre im Westen) die Stimmung noch einmal an.

Genaueres über das
umfangreiche Programm entnehmen sie den in der Stadt verteilten
Programmheften und Flyern.




Grappa- Krimi im Dunstkreis der Me Too-Debatte

In ihrem 29. Krimi „Grappa und der Sonnenkönig“ um die
unerschrockene Protagonistin Maria Grappa (Polizeireporterin vom
Bierstädter Tageblatt) mit guter Spürnase nimmt sich die Dortmunder
Autorin Gabriella Wollenhaupt mal wieder ein aktuell brodelndes Thema
vor. Die Me Too-Debatte erreicht jetzt auch Bierstadt.

Kurz vor Beginn der
Festspiele „Summer-Pott“ erhebt die Schauspielerin Liane Licht
gegen den Intendanten Adalbert Engels schwere Vorwürfe. Er soll von
ihr regelmäßig sexuelle Dienstleitungen erpresst und sie
vergewaltigt haben. Der arrogante, selbstverliebte Fiesling lässt
sich mit Maestro ansprechen und nennt sich selbst „Sonnenkönig“.
Natürlich leugnet er alle Vorwürfe. Als sich Liane Licht das Leben
nimmt, ist für Polizeireporterin Maria Grappa das Maß voll. Sie
setzt alles daran, der Öffentlichkeit das wahre Gesicht von Engels
zu zeigen…

Der Krimi ist wie
gewohnt in einem humorvoll-ironischem Stil geschrieben und die alten
bekannten Figuren aus früheren Grappa-Romanen sind wieder an Bord.
Zeit-Mann Friedemann Kleist muss während eines Forschungssemesters
mit der hiesigen Clan-Kriminalität auseinandersetzen. Zusätzlich
bleibt auch das Team vom Bierstädter Tageblatt von der Me
Too-Problematik nicht unberührt und die Stimmung ist etwas
angespannt. Der Toleranzbegriff wird auf eine harte Probe gestellt,
und die Geschichte nimmt einige kleine überraschende Wendungen, die
die Spannung bis zum Ende hoch halten.

Wie immer greift Gabriella Wollenhaupt aktuelle Themen in ihren Krimis auf. (Cover: © Grafit Verlag)
Wie immer greift Gabriella Wollenhaupt aktuelle Themen in ihren Krimis auf. (Cover: © Grafit Verlag)

Wie die anderen
Grappa-Storys lässt sich dieser Krimi leicht und flüssig lesen,
zeichnet sich aber auch durch seine interessanten Charaktere und der
intelligent eingebrachten Gesellschaftskritik aus. Bei aller
Ernsthaftigkeit und Nachdenklichkeit kommt der Humor nicht zu kurz,
beispielsweise wenn Grappa träumt, dass ihr Verleger die Monarchie
ausruft. Der ist ja auch notwendig!

Es deutet sich an,
dass die beliebte Figur der Protagonistin Grappa nach vielen Jahren
und Kämpfen so langsam amtsmüde wird und gerne aussteigen würde.
Zwar verständlich, aber viele Leserinnen und Leser werden sie dann
wohl auch vermissen.

Eine schöne Lektüre
für die anstehenden Urlaubszeit.

Gabriella Wollenhaupt
Grappa und der Sonnenkönig
Köln: Grafit Verlag 2019
ISBN 978-3-89425-593-0 (D) 11,00 € (A) 11,30 € 249 Seiten




Klangvokal 2019 – Facettenreiche mediterrane Vokalmusik

Arabisch-französisch geprägte Musik des Trio NES (Valencia) erwartete das Publikum im Dortmunder domicil. Die Organisatoren des Klangvokal Musikfestivals bewiesen wieder einmal einen gutes Händchen für Vokalkünstler der besonderen Klasse.

Charismatische
Frontfrau der Gruppe ist die französisch-algerische Sängerin und
Cellistin Nesrine Belmokh. Sie ist in Frankreich geboren, und ihre
Eltern stammen aus Algerien. Daraus entwickelte sich eine ganz
besondere Melange aus arabischer Musik, Jazz, Chanson, Soul und Pop.

Die Sängerin hat
nicht nur eine gute und wandlungsfähige Stimme, sondern kann auch
einfühlsam auf ihrem schmalen E-Cello oder einer in Istanbul
erstandenen Mandoline spielen. Eindrucksvoll kam ihre Alt-Stimme vor
allem gerade bei den leisen Tönen zur Geltung.

Eine gelungene Fusion aus verschiedenen Musikstilen präsentierte die Band NES der Frontfrau Nesrine Belmokh. Mit ihr spielten David Gadeo (Percussion) und Cellist Matthieu Saglio. (Foto: © Anja Cord)
Eine gelungene Fusion aus verschiedenen Musikstilen präsentierte die Band NES der Frontfrau Nesrine Belmokh. Mit ihr spielten David Gadeo (Percussion) und Cellist Matthieu Saglio. (Foto: © Anja Cord)

Ihr zur Seite
standen kongenial der französische Cellist Matthieu Saglio (nicht
umsonst wird er „Cellist der 1000 Klangfarben“ genannt) und
spanischen Perkussionisten David Gadeo. Sie ergänzten sich alle
wunderbar und bewiesen auch Performance-Qualitäten.

In den vielseitigen
Liedern, die hauptsächlich von der Sängerin stammen, geht es vor
allen um Identität, Liebe und Schmerz oder vor allem um den Traum
und die Hoffnung auf Frieden. Ihr Debütalbum „Ahlam“, aus dem
die Frontfrau einige Songs sang, bedeutet im wörtlichen Sinn
passend „Traum“. So heißt es in dem auf arabisch gesungenen
Titelsong: „Ich träume von Frieden und Hoffnung in einem Garten
der Liebe.“

Neben arabisch
wurden die Lieder überwiegen in englischer Sprache oder auf
französisch gesungen.

In „Laisse-Moi
Entrer“ bittet die Franko-Algerierin beispielsweise um Einlass auf
Französisch, in „The World is Blue“ beklagt sie sich dagegen
temperamentvoll über einen Liebhaber.

NES ist ein
gelungenes Beispiel dafür, was für eine Bereicherung
multikulturelle Einflüsse auf die Musik haben können.

Zum Abschluss
begeisterte NES das Publikum noch mit zwei wunderbaren
Interpretationen von „Ain‘t No Sunshine“ (Bill Withers) und „La
vie en rose“ (Edith Piaf).




Juicy Beats 2019 – volles Programm steht

Das
24. Juicy Beats Festival im Dortmunder Westfalenpark am 16. & 17.
Juli 2019 steht mit einem vollgepackten Musik-Spiel und Spaß –
Programm vor der Tür.

Es
bietet insgesamt 200 Bands und DJs, sieben Live-Bühnen, 20 Floors,
etliche Aftershow-Partys und ein besonderes Rahmenprogramm.

Erstmals
können die Zelte auf dem Campingplatz schon am Donnerstag
(15.07.2019) aufgeschlagen und dann an einem zusätzlichen
Rahmenprogramm teilnehmen. Im Angebot sind unter anderem ein Ausflug
zum Deutschen Fußballmuseum, zum 2. Soccer Slam Cup mit
anschließendem Stößchen und Konzert in der Kultkneipe Schlips oder
Party im Toyka‘s.

Die Organisatoren hoffen auf gutes wetter beim diesjährigen Juicy Beats.
Die Organisatoren hoffen auf gutes wetter beim diesjährigen Juicy Beats.

Viele
Topacts, wie zum Beispiel AnnenMayKantereit, SDP, Bausa, Trettmann,
Dendemann, Claptone, Mousse T., Drunken Masters, Finch Asozial, Giant
Rooks, Lari Luke oder die Antilopen Gang erwarten das Publikum auch
nationale Newcomer, eine inklusive Band , Poetry-Slam und vieles mehr
auf den unterschiedlichen Stages und Bühnen.

Am
Freitag den 16.07.2019 geht es ab 14:00 Uhr mit Trettmann und dem
diesjährigen Headliner, die Kölner Band AnnenMayKantereit los.
Gleichzeitig starten die zum Teil liebevoll geschmückten Floors.

Am
sind am Samstag steht dann SDP auf dem Programm der großen Bühne.

Auch
an Kinder und Familie ist gedacht. In der Kidzone (Wiese Buschmühle)
präsentiert das Jugendamt Dortmund erstmals ein musikalisches
Programm für die kleinen Besucherinnen und Besucher. Bewegung und
Tanz werden im Zirkuszelt groß geschrieben.

Es
gibt auch wieder eine 9 Meter hohe Kletterwand und vieles mehr.

Silent
Disco ist ab 22:00 Uhr angesagt.

Sponsoren wie Brinkhoff‘s haben sich als besondere Aktion (TukTuk-Floor) ein Klebe-Tattoo (wahlweise Ruhrgebietsstädte) für interessierte Besucher ausgedacht.

Die
Sparkasse Dortmund hatte schon jetzt mit ihrer 25%Rabattaktion für
Festival-Tickets rege Nachfrage und Erfolg.

Das
Essensangebot ist ähnlich groß wie in den vergangenen Jahren und
die Ticketpreise sind moderat geblieben.

Ticket
sind auf der der Festival-Homepage sowie den bekannten
Vorverkaufsstellen und Systemen erhältlich. Kombitickets der Phase 4
kosten 80,- Euro zzgl. Gebühren. Für Teenager zwischen 11 und 13
Jahren gibt es die Teen-Tickets für 43,-Euro (Kombi) und 21,50 Euro
(Einzel) zzgl. gebühren als print@home Variante.

Die
kostenlose An- und Abreise mit Bus und Bahn aus dem gesamten
VRR-Gebiet ist bei allen VVK enthalten.

Zusatzkarten
für den Campingplatz, (geöffnet Donnerstag), sind ab 40,- Euro (Ein
Zelt/Zwei Personen, zzgl. Müllpfand) zu haben.




Dortmunder U zeigt Ausstellung zu „Grafik aus Dortmund“

Im Foyer des Dortmunder U ist vom 07. bis 30. Juni 2019 die
Ausstellung „Grafik aus Dortmund“ zu sehen. Dort stellen 48
heimische Künstlerinnen und Künstler jeweils zwei Grafikarbeit aus
und bewerben sich damit um die Aufnahme in den begehrten, auf 500
(handsignierten) Exemplaren limitierten, Dortmunder Kunstkalender
2020. Ein Fachjury (vom Kunstverein bis Kulturbetriebe) entscheidet
am 27.06.2019 abschließend, welche sechs KünstlerInnen am Ende mit
zwei ihrer Werke in dem heimischen Grafikkalender erscheinen dürfen.
Dieser geht schon in die 43. Runde!

Wie Kulturdezernent
Jörg Stüdemann bei der Eröffnung erklärte, ist es ein harter
Wettbewerb mit festen Bedingungen: Bewerben mussten sich die
Kandidaten per Internet mit ihren Werken. Der Künstlerische
Mittelpunkt und das Wohnumfeld muss in Dortmund liegen. Ein
abgeschlossenes Kunststudium oder langjährige Erfahrung im
künstlerischen Bereich sind Voraussetzung für die Teilnahme.
Ehemalige Gewinner sind ausgeschlossen. Es wird also spannend.

Ein Teil der ausstellenden Künstlerinnen und Künstler versammelte sich zu einem Foto.
Ein Teil der ausstellenden Künstlerinnen und Künstler versammelte sich zu einem Foto.

Die Ausstellung
zeigt eine große Spannbreite des vielfältigen künstlerischen
Potentials aus Dortmund. Das geht von Zeichnungen, Grafik, grafisch
bearbeiteten Fotografien, Holzschnitt, Druck, Handsiebdruck.
Linoldruck, Collage, mixed media, DigitalArt, Fotocollage oder
Fotoradierungen.

Grundlage für viele
Arbeiten waren in diesem Jahr offensichtlich Natur oder Tiermotive in
verschiedenen Zusammenhängen. Ohne jemand speziell hervorzuheben,
hier einige interessante und prägnante Beispiele.

Die Künstlerin
Irmtraud Büttnerverbindet etwa verbindet eindrucksvoll mit ihren
beiden Arbeiten so gegensätzliche Elemente wie Eis und Feuer in
ihrer Beziehung. Titel: „Gegensätzliche Elemente“ und „Kaltes
Element“. Anke Droste wiederum zeigt aus ihrer Reihe „Frei“ die
beiden Werke „keep on trippin 1 und „keep on trippin 2“ mit
Tusche und Feder auf Papier sinnbildhaft das Unterwegs und auf der
Suche sein.

Ein subtiles
kritische gesellschaftspolitisches Statement gibt Karin Jessen mit
ihren beiden Werken „Die Spur des Geldes- 1“ und „Spur des
Geldes- 2“, Handsiebdruck auf Börsenzeitung.

Daneben ist als
Kontrast von Michael Jaspert die Grafik, Fotoradierungen „Geigenbauer
I“ und „Geigenbauer II“ zu sehen, die diese wunderbaren
Instrument in einer besonderen Weise zur Geltung bringen.

Es gibt viel zu
sehen und entdecken, und die Originalgrafiken der Künstlerinnen und
Künstler können selbstverständlich während der Ausstellung
käuflich erworben werden. Preislisten liegen aus.




9. Philharmonisches Konzert – Konflikte musikalisch verarbeitet

Wen kann man in Krisen oder Kriegszeiten noch trauen? Wie stellt sich
das Individuum dann gegenüber der Gemeinschaft? Welche Wege geht es,
und wer sind seine verlässlichen Gefährten?

Bei den drei
Komponisten und deren ausgewählten Werken beim 9. Philharmonischen
Konzert am 4./5. Juni 2019 konnte das Publikum diese Konflikte
musikalisch spüren.

Die Dortmunder
Philharmoniker unter der schwungvollen Leitung des niederländischen
Dirigenten Antony Hermus nahm sich zunächst den Zyklus „Le Tombeau
de Couperin“ von Maurice Ravel (1875 – 1937) vor. Als Verbeugung
vor der französischen Barockmusik (Memoria-Komposition) und als
Erinnerung an die im 1. Weltkrieg gefallenen Freunde des Komponisten
und nach dem Tod seiner Mutter (1917) war es komponiert worden.

Die Komposition ist
zum einen vom barocken Geist (etwa beim Menuett) beeinflusst,
andererseits von harmonischen und rhythmisch-modernen Klangfarben
durchbrochen.

Die einzelnen Sätze
sind seinen gefallenen Freunden gewidmet. Nach einem fast pastoralen
leichten Beginn blitzt später auch immer wieder eine modernere
Harmonik durch. Melancholische und fröhliche Passagen wechseln sich
bis zum furiosen Finale ab. Unterschiedliche Instrumente, wie etwa
die Oboe, die Trompete oder das Englischhorn, stehen zwischendurch
abwechselnd im Mittelpunkt.

Obwohl das folgende
Violoncellokonzert des polnische Komponist Witold Lutosławski
(1913-1994) in
Konfliktreichen politischen Zeiten (Kalter Krieg) musikalisch auch
deutlich ein Konfliktverhältnis zwischen Violoncello und Orchester
beinhalten, wollte der Komponist es nicht als Allegorie zwischen dem
unter den Repressionen durch das sowjetische System leidende und sich
am Ende befreiende Individuum sehen.

Das
moderne Werk zeichnet sich durch eine klare melodische Komponente und
dissonante musikalische Narrative aus. Spektakulär zauberte der
Cellist Johannes Moser aus seinem Instrument beeindruckende Klänge.
Wie ein Herzklopfen fühlt es sich für das Publikum an, wenn schon
zum Auftakt das Solocello
mit einem großen Monolog fünfzehn bis zwanzig mal einen einzelnen
Ton wiederholt, bis sich eine mehrminütige Solofantasie anschloss.

Dem Interpreten werden auch im weiteren Verlauf Freiheiten eingeräumt, die dem Cellisten viel abverlangen. In die Fantasie fährt der erste harsche Gegenwind durch die Trompeten aufzieht. Es folgen eine Reihe von „Kampfscharmützel“ zwischen Violoncello, einzelne Instrumenten und dem Orchester. Es gibt aber auch immer mal Unterstützung für den Solocellisten. Schlussendlich
triumphiert am Ende das Violoncello.

Die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Antony Hermus und dem Solocellisten Johannes Moser. (Foto: © Anneliese Schürer)
Die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Antony Hermus und dem Solocellisten Johannes Moser. (Foto: © Anneliese Schürer)

Nach der Pause stand Felix Mendelssohn Bartholdys (1809 – 1847) 3. Sinfonie a-Moll op. 56, auch die „Schottische“ genannt, auf dem Programm. Sie
entstand unter dem Einfluss eine Schottlandreise 1829, die den
Komponisten auch nach Holyrood Palace, der ehemaligen Residenz von
Königin Maria Stuart (und deren Geschichte) führte. Erst zwölf
Jahre später wurde die Sinfonie 1841/1842 fertigt gestellt.

Passend
zu Schottland ist auch der dunkel-elegische Anfang mit den tiefen
Klängen der Holzbläser, Hörner und Bratschen. Die folgenden
bewegenden Themen und Motive
werden
später furios in einer
Art „Sturm“durch die Streicher gebrochen um am Ende wieder
düster-elegisch auszuklingen.

Die nächsten Sätze folgen wie aus einem Guss fast ohne Unterbrechung mal tänzerisch ausgelassen, mal kraftvoll elegant. Der vierte und letzte Satz hat teilweise den Charakter eines musikalischen „Schlachtfeldes“, das dann langsam ins Leere läuft. Das Finale ist stark und hymnisch.




Freies Theater glassboth präsentiert „Willems wilde Welt“

Nach ihrem Erfolg mit „Container Love“ (Gewinner des Petra
Sonderpreis 2015) zeigt das freie Theater glassbooth ihre neue
Stückentwicklung „Willems wilde Welt“ unter Leitung von Jens
Dornheim als Premiere am Samstag, den 08.06.2019 um 20:00 Uhr im
Dortmunder Theater im Depot.

Die Theatergruppe
arbeitet in unterschiedlichen Besetzungen und zeichnet sich oft durch
ihre ungewöhnlichen oder kontroversen Stücke aus.

Bei dieser
Produktion sind sechs SchauspielerInnen auf der Bühne, darunter auch
der Co-Autor Dominik Hertrich. Er ist auch maßgeblich an der
Entwicklung des Hauptcharakters Willem beteiligt gewesen. Zunächst
waren nur verschiedene Textfragmente vorhanden, die mit einem roten
Faden verbunden werden mussten.

Willem ( Dietmar Meinel ) hat scheinbar gute Laune. (Foto:© Oliver Mengedoht)
Willem ( Dietmar Meinel ) hat scheinbar gute Laune. (Foto:© Oliver Mengedoht)

„Nach unseren
bisherigen dramatischen Adaptationen sollte es diesmal eine Komödie
mit ein paar ernsten Tönen werden“, so der Regisseur. Es darf also
bei dieser Stückentwicklung über die (Un-) Möglichkeiten auch
gelacht werden.

Der Protagonist Willem gerät mit Mitte 30 in eine Sinnkrise und fragt sich zunächst bei einer Therapeutin, was in seinem Leben schiefläuft, welche Möglichkeiten er verpasst hat und was er jetzt braucht, um sein Glück zu finden. Daraufhin begibt er sich auf eine Reise, die ihn in allerlei skurrile Situation führt. Er trifft auf verschiedene Figuren, die seine Wahrnehmung auf die Probe stellen. Die Grenzen zwischen
Erinnerung, Wunsch und Wahrheit verschwimmen…

Die
musikalisch-atmosphärische Begleitung liegt in der Verantwortung von
Danny-Tristan Bombosch.

Ein 20-köpfige Gruppe semiprofessioneller Schauspielerinnen im Alter von 8 bis 80 Jahren hat sich außerdem an der Entwicklung von sechs Videofilmsequenzen (2 bis 5 Minuten) beteiligt.

Für die Bühnenausstattung war Sabine Bachem zuständig. Vier hohe und praktische Garderoben auf drehbaren Rollen sind, was ihr wichtig ist, auf kleinen Raum multifunktional einsetz- und dann später auch abbaubar.

Außer bei der Premiere kann das Publikum „Willems wilde Welt“ noch am Sonntag, den 09.06.2019 und am Sonntag, den 22.09.2019 jeweils um 18:00 Uhr erleben.

Tickets gibt es unter ticket@theaterimdepot.de oder 0231 / 9822336 (AB) oder an allen bekannten Vorverkaufsstellen. 




Klangvokal 2019 – Gefühlvolle Bizet-Oper mit starken Stimmen

Mit der konzertanten Oper „Die Perlenfischer“ (Les pêcheurs de perles) von Georges Bizet (1838 – 1875) am 31.05.2019 im Rahmen des Klangvokal Festivals in Dortmund, kamen die Liebhaber der dramatischen und gefühlvollen Oper des 19. Jahrhunderts auf ihre Kosten.

Es
war die erste Oper (1863,
Libretto von Michel Carré
und Eugène
Cormon) des französischen
Komponisten Bizet, der dann ja besonders durch „Carmen“ berühmt
wurde.

Im
19. Jahrhundert hatten
viele Menschen Fernweh und Sehnsucht auszuwandern. Je exotischer und
weiter, umso besser. Da passte es gut, dass Bizet die Handlung seiner
Oper nach Ceylon (heute Sri Lanka) verlegte und mit seiner
schwelgerischen Musik untermalte.
Exotisches Flair
und eine dramatische Dreiecksgeschichte zwischen der Tempelpriesterin
Leila, dem Führer der Perlentaucher, und dessen alten Freund
aus Jugendtagen Nadir. Beide Männer lieben Leila
und kennen sie aus vergangenen Tagen,
wo sie ihrer Freundschaft willen auf die Erfüllung verzichteten. Das
sind die Zutaten für diese Oper.

Das Publikum im Konzerthaus feierte alle Beteiligten der "Perlenfischer". (Foto: © Bülent Kirschbaum)
Das Publikum im Konzerthaus feierte alle Beteiligten der „Perlenfischer“. (Foto: © Bülent Kirschbaum)

Unter
dem Einfluss des Brahmanismus, muss
Leila, während die Perlentaucher ihrer gefährlichen Arbeit
nachgehen, verschleiert und keusch auf einem Felsen beten, um die
Götter zu besänftigen und der Aktion zu einem Erfolg zu verhelfen.
Sie erkennt aber ihre alte Liebe Nadir und bricht ihr Gelübde. Das
Drama um Liebe, Freundschaft, Eifersucht und verzicht nimmt seinen
Lauf.

Auf der vollen Bühne des Dortmunder Konzerthauses wurde die Handlung tatkräftig vom renommierten WDR Funkhausorchester unter der professionellen Leitung des Dirigenten Friedrich Haider sowie dem starken WDR Rundfunkchor unter Erobert Blank präsentiert.

Die russische Sopranistin Ekaterina Bakanova beherrschte als Leila mit ihrer klaren Stimme nicht nur die schwierigen Koloratur-Klippen, sondern brachte deren Verzweiflung, Liebe und Mut dem Publikum sensibel nah.

Als
Vertretung für den erkrankten Francesco Demuro beeindruckte der
russische Tenor Sergey Romanosky in der Rolle des Nadir das Publikum
mit einer Stimme, die gefühlvoll und kraftvoll zugleich war. Er
harmonierte mit seinem Gegenspieler Zurga, stark gesungen von dem in
Belgrad geborenen Bariton David Bizic. Der erfahrene französische
Bassist Luc Bertin-Hugault übernahm den Part des Ältesten Nourabad
als Vollstrecker im Hintergrund. Der Chor symbolisierte das „Volk“,
das schnell mit seinem Urteil als aufgebrachte Masse zur Stelle
war.

Ein
wunderbarer Konzertabend mit der betörenden Musik Bizets.




Klangvokal 2019 – starke Chorstimmen für Orlando di Lassos „Psalmen Davids“

In
der Dortmunder Marienkirche stand im Rahmen des Klangvokal
Musikfestivals alte Musik aus der Renaissance auf dem Programm. Das
Vocalconsort Berlin, einer der besten und mit ihrem breiten
Repertoire flexibelsten Kammerchöre Deutschlands, bot mit den
„Psalmen Davids“ von Orlando di Lasso (1532-1594) unter der Regie
des niederländischen Dirigenten Daniel Reuss eine Kostprobe ihres
Könnens. Gerade erst hat der Chor seinen 15. Geburtstag gefeiert.

Protegiert
vom kunstsinnigen und religiösen Herzog von Bayern in München,
Albrecht V., hatte

Orlando
die Lasso günstige Bedingungen für seine Musik. Über 2.000
Vokalwerke für weltliche und geistliche Anlässe sind Zeugnis für
sein umfangreiches Schaffen. Die „Bußpsalmen“ (Psalmi Davidis
Pœnitentialis)
haben vor allem einen besonderen Platz bei gläubigen Menschen in der
Fastenzeit und Karwoche. Es geht um Schuld, Buße und Hoffnung auf
Vergebung (Erlösung)
durch ein höheres Wesen.

Das Vocalconsort Berlin präsentierten die Bußpsalmen von Orlando di Lasso in der Marienkirche. (Foto: © Bülent Kirschbaum)
Das Vocalconsort Berlin präsentierten die Bußpsalmen von Orlando di Lasso in der Marienkirche. (Foto: © Bülent Kirschbaum)

Das
Vocalconsort (8 Männer und 5 Frauen) sang in unterschiedlicher
Konstellation (10 bis 13 Personen) aus den „Psalmen Davids“ vier
Motetten: Den erste Bußpsalm „Psalmus Primus Poenitentialis“
(Psalm 6) – „Ach Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn“, der
zweite Bußpsalm „(Psalm 32) bringt „Die Freude der Buße“ zum
Ausdruck. Der
dritte Bußpsalm (Psalm 38)
beginnt mit den Worten
des 1. Bußpsalms und hat das in der Luther-Bibel umschriebene Thema
„In schwerer Heimsuchung“.
Der siebte Bußpsalm
(Psalm 142/143) fleht um Erhörung und Gnade.

Am
Schluss folgte der von di Lasso zur Ausschöpfung des kompletten
Kreises der acht Modi angeschlossene Lobgesang in Form der Motette
„Laudate Dominum“.

Der
raffinierte Kammerchor überzeugte nicht
nur mit ihren klaren Stimmen,
sondern mit
auch mit einer
perfekten Interpretation
des Werkes.

In
einem wunderbaren
Zusammenklang der unterschiedlichsten Stimmlagen (vom hellem Sopran
bis zum tiefen Bass) mit
„verschobenen Einsätzen“ der
Sängerinnen und Sänger, gelang ein homogener Gesamtklang und am
Ende wurden die Stimmen
perfekt zusammengeführt.

Ein
über zwei Stunden gehendes Klangerlebnis mit fast meditativer
Sogkraft.