Akustisch-visuelle Reise in das unendliche Universum

Im Dortmunder Konzerthaus fand im Rahmen des 1. Konzert für junge Leute „Poetry Slam Concert: Endlich Unendlich“ ein akustisch sowie visuelles Fest der Sinne statt. Beteiligt waren mehrere Akteure. Zunächst einmal die starke Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung vom 1. Kapellmeister Motonori Kobayashi, die den musikalischen Hintergrund boten.

Die Sopranistin Angela Davis sorgte mit ihrer klaren Stimme einfühlsam bei Antonin Dvořáks „Russalka- Das Lied an den Mond“ zusätzlich für Unterstützung.

Moderiert wurde das Konzert wieder einmal von Sebastian23 (Poetry Slam). Ein hochkarätige Poetry Slam Gruppe mit Bas Böttcher, David Friedrich und Jule Weber bereicherten die eindrucksvolle Musik mit witzigen, nachdenklichen, kritischen und gereimten Texten, passend zur jeweiligen Musik.

Als besonderer visueller Genuss verband Live Painter Artur Fast (wie schon beim Peer Gynt Konzert für junge Leute) die Inhalte mit feinen Variationen computerunterstützte Live-Zeichnungen, die auf eine Leinwand im Hintergrund projiziert wurden. Diese wurden den je nach Musik oder Text sensibel verändert.

Motonori Kobayashi führte mit den Dortmunder Philharmonikern durch das musikalische Programm. (Foto: © Anke Sundermeier)
Motonori Kobayashi führte mit den Dortmunder Philharmonikern durch das musikalische Programm. (Foto: © Anke Sundermeier)

Los ging es mit Richard Strauss hymnischen „Also sprach Zarathustra Op.30“. Nun wurde das Publikum musikalisch in das Weltall katapultiert. Als erste begegnete man natürlich dem Mond mit „Das Lied an den Mond“ (Antonin Dvořák) und einem feinsinnigen Poetry-Slam Text.

Nach „Spiegel im Spiegel“ (Arvo Pärt) ging die Reise mit Gustav Holst ( Die Planeten – Jupiter) zum größten Planeten des Sonnensystems (fünfter Planet von der Sonne aus gesehen), der im vorgetragenen Text wie auch optisch auf der Leinwand eine eindringliche Wirkung entfaltete.

Als Höhepunkt wurde das zumeist junge Publikum in die unendliche Welten von Star Wars geführt. Live wirkt die Musik von John Williams noch imposanter.

In vier Abschnitten wurde der Bogen vom berühmten Hauptthema (Main Title), über „Princess Leia‘s Theme“, über „The Imperial March (Darth Vader‘s Theme)“ bis zum „Throne Room & End Title“ gespannt.

Während der erfahrene Bas Böttcher sich der ambivalenten Person des Darth Vader in seinem Text zuwandte, berührte David Friedrich zuvor mit seinem Text über seine kleine Nichte Leia (nach der Star Wars-Prinzessin benannt), die er als Hoffnungsträgerin in unserer Zeit mit all seinen Brandherden bezeichnet.

Es trifft sich gut, dass gerade jetzt der neu „Star Wars“-Film anläuft und sich schon eine große Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.

Auf alle Fälle hatten das junge (oder auch nicht mehr so junge) Publikum ein großes Crossover Konzerterlebnis. Hoffentlich wirkt es für das spätere Leben gerade der jüngeren Menschen nach.




Konfrontative Kunstinstallation von Idan Hayosh im Museum Ostwall

Schon zum sechsten Mal vergeben die Freunden des Museums Ostwall in diesem Jahr den MO-Kunstpreis „Dada, Fluxus und die Folgen“. In diesem Jahr fiel die Wahl auf den 1979 in Israel (Tel-Aviv) geborenen und heute in Essen lebenden und arbeitenden Künstler Idan Hayosh. Der jährlich an Künstler*innen vergebene, mit 10:000 Euro dotierte, Preis würdigt die- oder denjenigen, deren Werk vom Geist der Fluxus-Bewegung inspiriert ist.

Aus Anlass der am 15. Dezember 2019 um 11 Uhr stattfindenden Preisverleihung installiert Hayosh im Oberlichtsaal auf der Ebene 6 des Dortmunder U die Licht-und Sound-Installation „the RUNWAY (lamps #29).

Sie ist bis zum 15.03.2020 zu sehen und jeweils zur vollen Stunde 15 Minuten lang begehbar.

Die Installation "the RUNWAY" (lamps #29) von Idan Hayosh in Aktion im Museum Ostwall.
Die Installation „the RUNWAY“ (lamps #29) von Idan Hayosh in Aktion im Museum Ostwall.

Der Künstler kommt aus der Fotografie und ist vor allem mit der Faszination im Umgang mit Licht beschäftigt, wie Dr. Nicole Grothe (Kuratorin und Leiterin der Sammlung des Museums) erklärte.

Was sind Berührungspunkte des Künstlers zu Fluxus? Zum eine gibt er Dingen des Alltags (Lampenscheinwerfer, Gaskartuschen, Winkelschleifer) durch die Verbindung von durch Strom (und Verstärker) erzeugtem Sound und Licht eine besondere Bedeutung und eigener Ästhetik.

Man muss außerdem die Kunst (Sound-Installation) physisch erleben, und wird gleichzeitig vom Licht und der strengen formalen Anordnung und dem lauten Sound abgestoßen und gleichzeitig magisch angezogen.

Die Installation „The Runway (lamps #29)“ besteht aus unzähligen Scheinwerferlampen, deren elektronischen Ströme in Sound umgesetzt werden. Beim Einschalten der Installation wird aus der scheinbar harmlos wirkenden Präsentation der vielen unterschiedlichen Lampen ein Angriff auf all unsere Sinne. Das gleißende Licht blendet die Betrachterin und den Betrachter, während der laut Sound wie eine Lärmwand wirkt, die uns zurück weichen lässt.

Es empfiehlt sich, beim Eingang zur Installation die angebotenen Ohrstöpsel zu tragen. Länger als fünf Minuten sollte man sich nicht dort aufhalten. Der Kontrast zwischen der beängstigenden Alarmsituation und der anziehenden Schönheit zieht einen in den Bann. Diese Installationskunst ist laut, grell und aggressiv. Hayosh will kein spezifisches politisches Statement abgeben, sondern seine Arbeiten für sich sprechen lassen.

Freuen sich über die Installation des Preisträgers Idan Hayosh. Dr. Nicole Grothe (Leiterin der Sammlung des Museum ostwalls) und Benjamin Sieber (Vorsitzender der Freunde des Museums Ostwall)
Freuen sich über die Installation des Preisträgers Idan Hayosh. Dr. Nicole Grothe (Leiterin der Sammlung des Museum ostwalls) und Benjamin Sieber (Vorsitzender der Freunde des Museums Ostwall)

Die Freunde des Museums Ostwall haben für das Haus drei Winkelschleifer erworben, die zusammen an Strom angeschlossen „ihren“ ganz eigenen Sound verbreiten.

Studenten der Technischen Universität Dortmund haben zur Installation von Hayosh ein Begleitprogramm entwickelt. Zu erleben ist es am 24.01.2020 und dem 31.01.2020 jeweils von 11:00 bis 14:00 Uhr.




Dortmund in einer Tüte

Seit März 2019 startete die besondere Mitmach-Ausstellung „Mein Dortmund. Eingetütet, ausgepackt und ausgestellt“ des Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK). Das Projekt stellte der Dortmunder Bevölkerung an 30 kulturellen Standorten eigens produzierte Tüten, mit mehrsprachigen Aufdrucken zur Verfügung. Es war als Angebot an die hiesige Stadtgesellschaft gedacht, diese mit Objekten und Geschichten mit einem ganz persönlichen Bezug zu Dortmund zu füllen. Das Format war nach außen gerichtet, sowohl auf analoge wie digitaler Ebene.

Die Menschen in unsere Stadt sollten zu Akteuren werden, nicht zu „passiven Konsumenten“ von Kunst in ihrem Museum (MKK). Sie finden Gehör mit ihren Geschichten und persönlichen Objekten, und treten so in einen lebendigen Dialog mit unserer Stadt ein. Eine erste Auswahl der bis jetzt um die 115 eingereichten Dortmund-Dinge ist nun ab dem 11.12.2019 im MKK zu sehen.

Teil 1 der Ausstellung „Mein Dortmund. Eingetütet, ausgepackt und ausgestellt“ wird am 11.12.2019 um 18:00 Uhr im Foyer des Museums eröffnet. Der Eintritt ist frei.

Astrid Wegner (Projektleiterin "Stadtlabor" am MKK) und Jens Stöcker (Direktor MKK) stellen die ersten Exponate von "Mein Dortmund" aus.
Astrid Wegner (Projektleiterin „Stadtlabor“ am MKK) und Jens Stöcker (Direktor MKK) stellen die ersten Exponate von „Mein Dortmund“ aus.

Zu sehen sind an über 30 Stationen unter und in Glasvitrinen Schenkungen und Leihgaben aus sieben Jahrzehnten. Zusätzlich zu lesen sind die Antworten und Statements der Dortmunderinnen und Dortmunder, die sich etwa zu ihren Lieblingsorten und weniger beliebten Plätzen äußern. Außerdem geben sie auch preis, was sie an Dortmund schätzen oder eben weniger schätzen.

Die Projektleiterin Astrid Wegner konnte sich schon jetzt über eine Vielzahl von Objekten, Gedichten, Fotografien, Filmen, Bildern oder einfallsreiche Äußerungen freuen.

Diese erste Präsentation zeigt u.a. Objekte aus den Bereichen Kunst, Kultur, Klima, vergangene und heutige Kindheit, Zukunft, Strukturwandel, Freizeit, Fußball und Mobilität.

Die aktuellsten Objekte sind Schenkungen der Fridays-for-Future-Bewegung aus diesem Sommer.

Es handelt sich um ein original Banner mit dem Aufdruck „Wir sind wütend!“. Daneben ist eindrucksvolles buntes Kleid mit dem Aufdruck „Eco statt Ego“ einer niederländischen Aktivistin vom 08.08.2019 zu sehen.

„Mit ‚Mein Dortmund‘ liefern wir eine Art Update unseres Museums“, erklärte Dr. Jens Stöcker (Direktor des MKK) beim Pressegespräch. Die Dortmunderinnen und Dortmunder bereichern mit ihren Geschichten und Erinnerungen die Dortmund-Erzählungen des Museums und bilden gleichzeitig die Vielfältigkeit der Stadtgesellschaft wieder.

Das Spannende ist aber, dass die ausgestellten Lieblingsobjekte der Menschen unserer Stadt später in Korrespondenz zu den vorhandenen Kunst im Museum gestellt werden.

So könnte etwa das eingetütete, von Relief-Aufnahmen aus der Nordstadt inspirierte Kleid (Schwarz-gelb) Kleid gut in die Jugendstil-Abteilung des MKK passen.

Eventuell entdecken die Leihgeber vielleicht aber auch selbst neue Lieblingsstücke in der Museums-Sammlung und werden wieder einmal dorthin gelockt.

Mit der Eröffnung der Preview ist die Aktion aber noch nicht abgeschlossen.

Das MKK sammelt fortlaufend weiter. Die Dortmund-Tüten(oder größere Gegenstände) können auch weiterhin zu den Öffnungszeiten des Museums abgegeben werden: Dienstag, Mittwoch, Samstag, Sonntag zwischen 11:00 und 18:00 Uhr, Donnerstag und Freitag 11:00 bis 20:00 Uhr.

Teil 2 der Ausstellung „Mein Dortmund“ eröffnet voraussichtlich am 26.02.2020.

Die ausgestellten Leihgaben der Dortmunder*innen sind dann übers ganze Museum verteilt zu sehen und werden temporär ein teil der Sammlung.




Showdown bei Lucie Flebbes Jenseits-Trilogie

Nach „Jenseits von Wut“ und „Jenseits von Schwarz“ ist nun unter dem Titel „Jenseits von tot“ der mit Spannung erwartetet dritte und letzte Teil der Kriminalroman-Trilogie von Lucie Flebbe erschienen.

Die Protagonisten sind wieder die Teilzeitpolizistin Edith „Eddie“ Beelitz und ihr Freund Jo, genannt „Zombie“. Beide leben inzwischen mit ihrer kleinen Tochter Lottti und den beiden Töchtern des selbständigen Security-Unternehmers (Zombie) zusammen. Während Eddie nach ihrer Scheidung von (noch) Ehemann Philipp in ihrem Beruf ständig neu durchsetzen muss, kämpft Zombie immer noch mit dem Umgang mit seiner Aggression. Tiefsitzende Wunden aus der Vergangenheit belasten ihn. Als eine Frau, die in der Immobilienbranche arbeitete, tot aufgefunden wird, wird sie ausdrücklich ins Ermittlerteam berufen. Das Opfer hatte zahlreiche Feinde und wollte ihre Mutter in einer Intensivpflege-Wohngemeinschaft unterbringen. Eddie ruft ihren Freund Zombie, der den Einrichtungsleiter kennt, um Hilfe. Die Ereignisse spitzen sich zu, als Zombie während der Ermittlungen einen alten Bekannten wieder trifft und ihn sein dunkelstes Geheimnis einholt…

Mit "Jenseits von tot" präsentiert Lucie Flebbe den dritten Teil der Trilogie um Kommissarin Edith "Eddie" Beelitz. (Foto: © grafit Verlag)
Mit „Jenseits von tot“ präsentiert Lucie Flebbe den dritten Teil der Trilogie um Kommissarin Edith „Eddie“ Beelitz. (Foto: © grafit Verlag)

Lucie Flebbe gelingt es wieder hervorragend, nicht nur Spannung aufzubauen, sondern mit viel Empathie in die tiefen der Seele der Protagonisten mit ihren Ängsten, Unsicherheiten aber auch mit ihren Hoffnungen und Mut zu blicken. Die Sprache ist deutlich und umgangssprachlich oft ziemlich deftig. Ihre Kriminalromane sind immer auch gesellschaftliche Milieu-Studien,

So wird die schwierige Situation in der Intensiv-Pflege, Korruption und Vetternwirtschaft, sowie soziale Probleme in Eddies Umfeld sensibel dargestellt. Auch diesmal wird der Plot abwechselnd aus der Sicht von Eddie und Zombie erzählt.

Die Charaktere kommen so vielschichtig und authentisch rüber. Gerade mit ihren Schwächen, Ängsten vor dem Scheitern bieten sie den Leserinnen und Lesern ein hohes Identifikationspotential.

Das Ganze immer mit einen liebevoll verständnisvollen Blick und trotz aller Probleme.

Empathie, Achtsamkeit sowie ein möglichst liebevolles familiäres Umfeld als stärkenden Rückhalt und Hoffnung.

Lucie Flebbe
Jenseits von tot
Kriminalroman Grafit in der Emons Verlag GmbH 2019
ISBN 978-3-89425-591-6
288 Seiten € (D) 12,00 € (A) 12,40




Vielschichtig-spannender zweiter Teil der „Jenseits-Trilogie“ von Lucie Flebbe

Spannend und fern von schwarz-weiß Klischees – dabei vielschichtig und aktuell – geht es nach „Jenseits von Wut“ im zweiten Teil der Trilogie von Autorin Lucie Flebbe im frisch erschienenen Kriminalroman „Jenseits von Schwarz“ weiter.

Edith „Eddie“ Beelitz, alleinerziehende Bochumer Kommissarin in Teilzeit und Protagonistin des Krimis, erwartet schon zu Anfang eine Überraschung. Ausgerechnet Joseph Rheinhard alias „Zombie“, gegen den sie schon einmal ermittelt hat, ist der Vater der besten Freundin ihrer kleinen Tochter Lotti aus der Nachbarschaft. Als der Security-Mann verdächtigt wird, für den Tod von zwei Patienten einer Suchtklinik verantwortlich zu sein, gerät ihr Leben erneut außer Fugen. Eddie glaubt an seine Unschuld und hilft ihm sogar unterzutauchen. Damit riskiert sie nicht nur ihren Job…

Die Geschichte wird wieder abwechselnd aus der Perspektive von Eddie und Zombie erzählt. Den Leserinnen und Leser gelingt es dadurch , sich in die beiden Charaktere mit ihren Schwächen und Stärken sowie in ihrer Verletzlichkeit hinein zu versetzen.

Der zweite Band der Trilogie um die Kommissarin Edith "Eddie" Beelitz. (Foto: © grafit verlag)
Der zweite Band der Trilogie von Lucie Flebbe um die Kommissarin Edith „Eddie“ Beelitz. (Foto: © grafit verlag)

Der lange und muskelbepackte „Zombie“ mit dunklerer Hautfarbe hat sich einen Schutzpanzer angeschafft. Der Umgang mit seinen Aggressionen fällt ihm schwer.

Eddie wird von ihrem Vorgesetzten aus gekränkter Eitelkeit trotz ihrer Fähigkeiten hauptsächlich am liebsten als „Sekretärin“ eingesetzt. Nicht gerade gut für das Selbstbewusstsein der Kommissarin.

Flebbe gelingt es mit viel Sensibilität, die langsame Annäherung von Eddie und Zombie in entsprechende Worte zu fassen. Beide sind sich zunächst in ihrer Liebe unsicher.

Trotz aller Probleme und einem etwas „chaotischen“ Umfeld, zieht sich die Bedeutung von Solidarität und Freundschaften im Leben nicht nur von Eddie wie roter Faden durch den Kriminalroman.

Gesellschaftliche soziale Probleme werden mit einer gewissen positiven Grundhaltung vermittelt, und der Themenkomplex Sucht auf unterhaltsame Art facettenreich beleuchtet.

Mit lockeren Dialogen und Erzählstil sowie einem oft etwas schnoddrigem Ton gelingt es Flebbe, ihrer unkonventionellen Protagonistin unterhaltsam für die LeserInnen zum Leben zu erwecken.

Man darf gespannt sein, wie es mit Eddie, Zombie sowie den anderen Personen im dritten und letzten Teil weiter geht.

„Jenseits von Schwarz“ ist selbstverständlich auch als E-Book erhältlich.

Lucie Flebbe
Jenseits von Schwarz
Kriminalroman
Köln: Grafit Verlag 2019
ISBN 978-3-89425-590-9
317 Seiten € (D) 12,00 € (A) 12,40




Kunstvoll mit „Grafik aus Dortmund“-Kalender in das Jahr 2020

Zum 44. Mal wird in diesem Jahr der neue, mit 500 Exemplaren limitierte und exklusive Kunstkalender „Grafik aus Dortmund“ heraus gebracht. Am Ende wurden für den Kalender von einer sachkundigen Jury die Arbeiten von sechs Künstlern (Bärbel Thier-Jaspert, Dieter Ziegenfeuter, Walter Hellenthal, Adriane Wachholz, Ida Andrae und Axel M. Moser) für den Grafik-Kalender ausgewählt. Jeder von ihnen hat zwei Grafiken für den Kalender beigetragen. Alle Grafiken sind von den jeweiligen Künstler*innen einzeln handsigniert worden.

Traditionell erhielt der Dortmunder OB Ullrich Sierau die Nr. 1 des begehrten Kalenders von dem Vorsitzenden der Sparkasse Dortmund Dirk Schaufelberger überreicht. Die Sparkasse fungiert schon seit langen Jahren als finanzieller Förderer dieses besonderen Kalenders. Als Herausgeber treten das Kulturbüro der Stadt und die Sparkasse Dortmund in enger Zusammenarbeit mit dem Dortmunder Kunstverein e.V. auf.

Marion Edelhoff (Vorsitzende des hiesigen Kunstvereins) wies darauf hin, wie wichtig die kulturelle Förderung durch die Wirtschaft ist. Damit die Menschen (und Unternehmen) sich in unserer auch Stadt wohl fühlen und angelockt werden, sei eine vielfältige und innovative Kunst-und Kulturszene in Dortmund gerade in Zeiten des Strukturwandels von großer Bedeutung.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau (5.v.l.), Künstlerinnen und Künstlern sowie die Organisatoren präsentieren den neuen Kunstkalender.
Oberbürgermeister Ullrich Sierau (5.v.l.), Künstlerinnen und Künstlern sowie die Organisatoren präsentieren den neuen Kunstkalender.

Die Grafiken für den neuen einzigartigen Kalender lassen sich von ihrem Ausdruck thematisch grob zwischen „Hoffnung und Bedrohungen“ einordnen. Auch das Spiel mit Licht und Schatten sowie mit Formen spielt eine Rolle.

Die Druckerei Klenke GmbH ist wie immer für den qualitativ hochwertigen Druck des Kalenders verantwortlich. Durch ein neues verstärkendes Verfahren wird in diesem Jahr dafür Sorge getragen, dass sich kein Monatsblatt nach innen rollt, wie es in den vorherigen Jahren schon beobachtet wurde.

Ein ganz spezieller Kalender, der seine Liebhaber auch über Dortmund hinaus hat, wie die Angebote dafür im Netz bezeugen. Denn er ist käuflich nicht zu erwerben.




Der Widersacher – wenn Lügengerüste in sich zusammenfallen

Im Studio des Dortmunder Schauspiel hatte am Sonntag, den 01.12.2019 „Der Widersacher“ nach dem gleichnamigen, auf einer wahren Begebenheit beruhenden, Roman von Emmanuel Carrère seine Premiere. Regisseur Ed. Hauswirth und Dramaturg Matthias Seier versuchten mit ihrer Inszenierung in die Hintergründe und psychologische Tiefen der realen menschlichen Tragödie eines spektakulären Mordfalls im Jahr 1993 in Frankreich zu blicken.

Manchmal, ganz selten, kann Hochstapelei zum Erfolg führen. Wer kennt nicht die Geschichte des aus dem Gefängnis entlassenen Schuster Voigt, der als „Hauptmann von Köpenick“ zum Held wurde. Doch die meisten Geschichten gehen schlecht aus. Meist enden sie im Gefängnis, aber keine endete so katastrophal wie die von Jean-Claude Romand.

Wie konnte der angeblich als Mitarbeiter in gehobener Position bei der WHO in Genf arbeitende, gutbürgerliche Familienvater Romand zu einem exzessiven Mörder seiner gesamten Familie samt Eltern und Hund werden? Wie konnte er sich über fast zwei Jahrzehnte ein Lügengerüst und Doppelleben aufbauen? Warum hatte keiner in der Familie oder Bekanntenkreis etwas bemerkt? Wieso musste es, von der ersten harmlosen kleinen Lüge angefangen, wie bei einem Kugelstoßpendel zur gewalttätigen Eruption kommen? Wie lange kann man Fassaden und Masken aufrecht erhalten? Die Grenzen zwischen „Real“ und „Fake“ verschwimmen.

Der Stoff ist gerade auch heute höchst aktuell und macht nachdenklich. Wie in der Inszenierung wörtlich ausgesprochen, wird Erfolg für viele Menschen zu einer neuen „Religion“ und gibt ihnen eine Art Daseins-Sinn.

Wie konnte Romand so lange lügen und warum ist keiner vorher misstrauisch geworden? (v.l.n.r.) Marlena Keil, Björn Gabriel, Caroline Hanke, Uwe Rohbeck. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Wie konnte Romand so lange lügen und warum ist keiner vorher misstrauisch geworden? (v.l.n.r.) Marlena Keil, Björn Gabriel, Caroline Hanke, Uwe Rohbeck. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Das Bühnenbild bot einen kleinen Einblick in die zerstörten, durch das nach seinen Taten von Romand in Brand gesetzten Wohnraum. Drei Trennwende im Hintergrund zeigten die verkohlten Überbleibsel des Wohnhauses, und in der Mitte des Raumes war auf schwarzen Sockeln Requisiten (Familenfoto, Geschirr, ein leicht verkohlter Teddybär u.s.w.) Die rechte Wandseite wurde für Videoprojektionen, wie etwa für das Gebäude der WHO oder den Jura-Wald u.a.) oder kurze Hinweise genutzt.

Die sieben Schauspieler*innen auf der Bühne versetzten sich stellvertretend für das Publikum in die beteiligten Personen, und versuchten das scheinbar Unerklärliche fassbar zu machen. Sie ließen die Entwicklungsgeschichte von der Kindheit Romands (und der anderen beteiligten Personen) bis zu der grausamen Tat mit eigenen Bemerkungen dazu Revue passieren, sowie deren möglichen Beweggründe und Persönlichkeitsstruktur zu analysieren.

Uwe Rohbeck spielte dabei sowohl den Part des recherchierenden Schriftsteller Emmanuel Carrère und am Ende den des Mörders Jean-Claude Romand (als in seiner Angst der Aufdeckung gefangenen Bär).

Alida Bohnen, Berna Celebi und Maximilian Ranft (Schauspiel studierende aus Graz) übernahmen den Part, der sich auf die Studentenjahre bezog oder den der Kinder von Romand.

Björn Gabriel, Caroline Hanke, Marlena Keil und Uwe Rohbeck übernahmen die Rollen von Freund Luc und Ehefrau in den Jahren vor und bis zu den Morden. Durch ihre stark gespielte Stellvertreterfunktion wurde es dem Publikum schwer gemacht, sich selbst unbeteiligt ruhig zurückzulehnen.

Unsicherheit, eigene „Widersacher“ (Teufel?) und Lügen, Scham, Ängste wurden ihm vor Augen geführt.

Eindrucksvoll war unter anderem der wütende Ausbruch von Marlena Keil als Florence Romand, die unbedingt eine „guten Auflauf“ aufbacken will, um wenigstens „etwas zu schaffen“. Bezeichnend für die problematische Sicht auf die Frauenrolle. Florene hat schließlich ein Studium der Medizin /Pharmazie abgeschlossen, arbeitet halbtags, hat zwei Kinder erzogen.

Es darf nicht vergessen werden, das vor allem Frauen von häuslicher Gewalt betroffen sind. Wie das Stück auch zeigt, ist das Schweigen und verdrängen ein großes Problem. Ein nachdenklich machendes Stück, das seine lustigen Momente hatte. Besonders, wenn es um die kleinen menschlichen Schwächen ging.

Informationen zu weiteren Aufführungsterminen erhalten Sie wie immer unter www.theaterdo.de oder Tel.: 0231/50-27222.




Die Dämonen – Eindringliche „Böse Geister“ auf der Theaterbühne

Am 29.11.2019 hatten „Die Dämonen“ nach dem gleichnamigen Roman von Fjodor M. Dostojewski (Übersetzung „Böse Geister“ von Swetlana Geier) in einer Bühnenfassung von Sascha Hawemann und Dirk Baumann seine Premiere im Schauspiel Dortmund.

Dass es ein langer Abend (viereinhalb Stunden inklusive Pause) war schon beim Vorgespräch von Ars tremonia mit dem Dramaturgen Dirk Baumann klar. Denn es handelt sich um einen komplexen Stoff und einen vielseitigen Roman.

Neben den zehn Schauspieler*innen (unter ihnen der Gast-Schauspieler Jakob Benkhöfer als Ivan P. Schatow und Annou Reiners (Schauspielstudentin aus Graz) auf der Bühne wurde für die Handlung auch atmosphärisch live am Piano von Alexander Xell Dafo begleitet.

Neben einer zum größten Teil weißen Hintergrundwand, die für „Theaterblut“ und andere Aktionen genutzt wurde, wurde mit relativ wenig Mobiliar (Stühle, Schrank) oder ein flexibel drehbares leuchtendes Gerüst in Form eines „russischen R“ (Ich) und später auch ein offenes, begehbares Kreuz auf der Bühne gearbeitet.

Im Zentrum dieses Klassikers steht die Situation am Ende des 19. Jahrhunderts in einer russischen Provinz in der Nähe von Sankt Petersburg. Die beiden Protagonisten Nikolaj (Frank Genser) und Pjotr (Ekkehard Freye) sind Teil eines Universums zwischen Tradition und Revolution.

Die eine Seite , zum Beispiel der alternde Schöngeist Stepan T. Werchowwenskij (Andreas Beck) Vater von Pjotr, ist vom westlichen humanistischen Zeitgeist durch Schriftsteller wie Albert Camus, Emil Zola und andere geprägt, während Ivan P. Schatow die „westliche Aufklärung „und Freiheit etwa ablehnt. Sie führe zu haltlosen Ausschweifungen und zu „Ganzkörpertattoos“ (kleiner Bezug zu unserer heutigen Zeit). Er wünscht sich einen starken, nationalen und religiös fundierten russischen Staat.

Die revolutionäre Gruppe "Die Unsrigen" in ausgelassener Stimmung. (v.l.n.r.) Frank Genser, Annou Reiners, Ekkehard Freye, Jakob Benkhofer (im Hintergrund), Christian Freund, Uwe Schmieder
(Foto: ©Birgit Hupfeld)
Die revolutionäre Gruppe „Die Unsrigen“ in ausgelassener Stimmung. (v.l.n.r.) Frank Genser, Annou Reiners, Ekkehard Freye, Jakob Benkhofer (im Hintergrund), Christian Freund, Uwe Schmieder
(Foto: ©Birgit Hupfeld)

Pjotr ist ein Strippenzieher, der die Menschen um sich, ob Frau oder Mann. In seinem Sinn manipuliert. Er möchte das alte System und Religion zerstören. Intrigen, Denunziation und geschicktes gegeneinander Ausspielen sind seine Vorgehensweise. Er beeinflusst den zwischen allen Seiten hin und her gerissenen Nikolaj, Sohn Warwaras (Friederike Tiefenbacher) und gleichzeitig Mäzenin von Stepan für seine Zwecke. Dieser trägt mehrere dunkle Geheimnisse mit sich, die sich auch auf seine aufkeimende Liebe zu Lisa (Alexandra Sinelnikova) auswirken. Am Ende überlebt fast keiner der männlichen Hauptpersonen, bis auf Pjotr.

Den Beteiligten auf der Bühne, wurde schauspielerisch und auch physisch einiges abverlangt. Frank Genser simulierte eindrucksvoll mehrfach den von bösen Geistern (epileptischer Anfall) befallenen Nikolaj. Annou Reiners meisterte die schwierige Aufgabe, die humpelnde und geistesgestörte Marja (von Nikolaj nebenbei mal geheiratet) glaubhaft darzustellen. Unter anderem musste Uwe Schmieder gleich in mehrere Rollen schlüpfen.

„Die Dämonen“ beschriebt das Russland ab den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts sehr gut. Aufkeimende Ideen aus dem Westen wurden durch verschiedenste Gruppen immer weiter radikalisiert. Ein gutes Beispiel aus heutiger Zeit wäre die RAF, aber auch die NSU oder radikale Salafistengruppen zeigen auf, wie Gruppendynamik zu Verbrechen führt. Es geht um Fragen von Moral: welche Mittel zur Durchsetzung der eigenen Interessen sind legitim?

Auf der anderen Seite wirken die Hauptfiguren wie Schablonen, wie Schaufensterpuppen, auf deren Stirn „Nihilst“, „Sozialist“ oder „Freigeist“ steht. Dostojewski nannte „Die Dämonen“ selbst ein Pamphlet-Roman und so darf man sich nicht wundern, dass bestimmte Protagonisten wie Nihilist Pjotr extrem schlecht wegkommen. Darüber hinaus gibt es kaum Selbstreflexion der Figuren. Einzig Atheist und Freigeist Stepan lässt sich auf dem Sterbebett Bibelstellen von Warwara vorstellen. Logisch, denn Dostojewski scheint sich eine humanitäre Gesellschaft nur in Verbindung mit religiösem Unterbau vorstellen zu können.

Daran krankt auch die Inszenierung ein wenig, denn die Protagonisten treffen in den einzelnen Szenen wie Schachfiguren aufeinander, die unbeirrt ihrer Linie folgen. Das macht es schwer, irgendeine Sympathie für die Hauptfiguren zu entwickeln. Das ist auch der größte Gegensatz zum wunderbaren „Kirschgarten“, der den Zerfall der alten russischen Gesellschaft eindrucksvoll darstellt.

Trotz der starken schauspielerischen Leistungen und Anstrengungen auf der Bühne ließen sich gewisse Längen nicht vermeiden. Zudem war der Beginn der Aufführung mit 19:30 Uhr schon spät gewählt.

Die Pause um ca. 22.30 Uhr nutzen einige Personen aus dem Publikum, um sich zu verabschieden und nach hause zu fahren. Eigentlich schade, aber auch irgendwie verständlich.

Das Schauspiel Dortmund hat reagiert, und setzt den Beginn für alle folgenden Aufführungen um 18:00 Uhr an!

Informationen über die weiteren Termine erhalten Sie wie immer unter www.theaterdo.de oder Tel.:0231/ 50-27222.




Zwei starke Tanzarchitekturen zu 100 Jahre Bauhaus

Mit der Premiere von „Bauhaus 100“ am 24.11.2019 wurde den
Besuchern der Oper Dortmund ein besonderer, zweigeteilter
Ballett-Abend geboten. Hundert Jahre Bauhaus waren ein guter Anlass,
um zunächst Oskar Schlemmers berühmtes „Triadisches Ballett“
von dreizehn Mitglieder der Compagnie des Bayerischen Junior Balletts
München in Neuproduktion von 2014, einstudiert von Ivan Liška,
in unserer Stadt aufzuführen.

Zur Zeit der Bauhaus-Bewegung gab es eine Aufbruchstimmung in ganz Europa. Oskar Schlemmer wollte Kunst und Handwerk wieder zusammenführen und sie für den Lebensalltag nützlich zu machen…Möbel und Design wurden praktisch, funktional und dabei schön für den Alltag der Menschen gestaltet.

In dem Wort
„Triadisch“ steckt das griechische Wort für „Dreiklang“.
Dieser Dreiklang begleitet den Zuschauer auf allen Ebenen. Ob in
Bezug auf Raum-Form-Farbe Kreis-Quadrat-Dreieck,
Kostüm-Bewegung-Musik, Höhe-Breite-Tiefe
oder etwa die drei maßgeblichen Grundfarben .

In verschiedenen Szenen schlüpften die insgesamt dreizehn
Tänzer*innen des München Juniorballetts in die fantasievollen
Figuren des „Triadischen Balletts“ von Oskar Schlemmer“.

Allein, als Paar oder zu Dritt ertanzten sie sich in bunten Kostümen den Raum. In fantasievollen bunten Kostümen, in den Grundfarben lackierten Reifröcken, verschiedenfarbige Kugeln an Händen oder Kopf, Kostümen aus Wollbommeln sowie Drähten (auch mal mit Gegenständen in der Hand) wurden die Bauhaus) Figuren und Charaktere auf der Bühne lebendig.

Die
Musik, oder sollte man besser Geräusche sagen,
war exakt
auf jede einzelne kleine Bewegung und
Geste abgestellt waren.
Annäherungen,
Zusammenspiel und Abwehr spielten im Raum eine Rolle und es gab
grotesk-komische Momente.

Eine großartige Leistung aller Beteiligten, wenn die etwas schrillen
Geräusche manchmal auch etwas gewöhnungsbedürftig waren, und
gewisse Längen in der Aufführung zu spüren waren.

Oskar Schlemmers Ballett war schon einmal zu Gast in Dortmund: Das Theater im Depot präsentierte bereits 2015 eine Neuinterpretation des triadischen Balletts mit den Tänzerinnen und Tänzern des „Theaters der Klänge“.

Nach der Pause folgte die Uraufführung der Auftragsarbeit „Fluid
Housing“ („flexibler Wohnungsbau“) für das Ballett Dortmund.
Die von der Choreografin Wubkje Kuindersma (Niederlande) und der
Animatorin Nicole Aebersold (Schweiz) geschaffenen digitalen
architektonischen Welten, können als eine Erweiterung des
Bauhaus-Geistes gesehen werden. Kunst wird nicht nur als beiläufige
Selbstverwirklichung gesehen, sondern auch als Verpflichtung,
gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

Atemberaubende Bilder von der Beziehung zwischen Wohnraum und Mensch zeigte das Stück "Fluid Housing". (Foto: © Ballett Dortmund)
Atemberaubende Bilder von der Beziehung zwischen Wohnraum und Mensch zeigte das Stück „Fluid Housing“. (Foto: © Ballett Dortmund)

Die Aufführung geht von der Utopie aus, den in unserer Zeit immer
knapper werdenden Wohnraum digital als analoge Realität und
virtuelle animierter Wirklichkeit zu postulieren. Mensch und Raum
bedingen sich Wechselseitig und hängen voneinander ab. Als
atmosphärische Verstärkung wurde die passende Musik (Valgeir
Sigurðsson) und dem Lichtdesign
(Ralph Jürgens) geschickt eingesetzt.

Die nahtlose Verschränkung der
verschiedenen Ausdrucksebenen und Interaktionen erfüllen aber nicht
nur den Zweck, das Publikum optisch zu überwältigen.Es geht viel
mehr um das existenzielle Verhältnis von Mensch
und Raum.

Diese halbe Stunde mit einer
ganz eigenen Dynamik verflog viel zu schnell.

Eine innovative Uraufführung
und schönes Beispiel für ein gelungenes Zusammenwirken von analoger
Ballettkunst und moderner digitalen Technik.




Mord am Hellweg X – Dortmund, Fußball und Olympia 1936

Ein wichtiger Bestandteil des alle zwei Jahre stattfindenden größten
europäischen Krimifestival (Mord am Hellweg) vom 19.September bis
14.11.2020 ist die traditionelle Anthologie „Mord am Hellweg“. Es
ist ein Projekt der Kulturregion Hellweg und hat 25
Kooperationspartner. Diesmal steht das zehnjährige Jubiläum bevor!

Für die Anthologie
wurden über vierundzwanzig nationale und internationale
Krimi-Autorinnen und Autoren berufen, um an unterschiedlichste Orten
des Hellwegs angesiedelte Mord-Geschichten (höchstens 12 Seiten!)
beizutragen. Der Abgabetermin ist (spätestens) Mitte März 2020.
Dabei wird auf eine gute Mischung aus Newcomern, deutschen und
international bekannteren Krimi-Autoren Wert gelegt. Alle bringen
ihren ganz eigenen Stil und Blickwinkel ein.

Das Festival und die
Anthologie „Mord am Hellweg“ soll eine Plattform für Newcomer
und gleichzeitig die Bandbreite der aktuellen Kriminalroman-Szene
zeigen, so Sigrun Krauß (Festivalleitung).

Volker Kutscher (3.v.l.) recherchiert in Dortmund über die Zeit von 1936. Beim Pressetermin dabei waren (v.l.n.r.) Claudia Vennes (Stadt- und Landesbibliothek), Herbert Knorr (Westfälisches Literaturbüro Unna) und Sigrun Krauß (Festivalleitung Mord am Hellweg).
Volker Kutscher (3.v.l.) recherchiert in Dortmund über die Zeit von 1936. Beim Pressetermin dabei waren (v.l.n.r.) Claudia Vennes (Stadt- und Landesbibliothek), Herbert Knorr (Westfälisches Literaturbüro Unna) und Sigrun Krauß (Festivalleitung Mord am Hellweg).

Volker Kutscher, der
bekannte Bestseller-Autor der Serie „Berlin Babylon“ (Der nasse
Fisch) um Kommissar Gereon Rath, hat sich für seinen Beitrag zu
„Mord am Hellweg“ die Stadt Dortmund ausgewählt. In seinem neuen
Roman das Olympia-Jahr 1936 eine wesentliche Rolle. Auch in Dortmund
wird es um das Jahr 1936, Fußball, der erste Sportplatz von Borussia
Dortmund, und vor allem um den ersten Nationalspieler unserer Stadt
August Lenz (1910 -1988) gehen. Das verriet Kutscher vorab beim
Pressegespräch.

Zwischen dem 18.11.2019 und dem 20.11.2019 besuchte und recherchierte der Autor in Dortmund. Wichtig, um den „Spirit“ der Stadt zu fühlen. Das ist für alle beteiligten Krimi-Autoren Pflicht, so Krauß.

Kutscher besuchte
nicht nur das Fußballmuseum, sondern hatte auch interessante und
erhellende Gespräche mit Gerd Kolbe (Archivar BVB) und dem
Sachbuchautor Dietrich Schulze-Marmeling (diverse Fußballbücher).

Was er und die
anderen Beteiligten Autorinnen und Autoren aus den Vorgaben gemacht
haben, erfahren die Leser erst in einem knappen Jahr. Traditionell
wird die Anthologie in Anwesenheit der Herausgeberinnen und einiger
Beteiligter mit einer Veranstaltung am Montag nach dem
Festival-Auftakt am 21.09.2020 vorgestellt. Außerdem wird jeder der
Autor*innen im Festivalzeitraum zu einer Lesung in die Stadt
eingeladen, wo auch ihre/seine Geschichte spielt.

Volker Kutscher wird
dann höchstwahrscheinlich im November 2020 in das
Fußballmuseum-Museum zu einer Lesung eingeladen. Er wird sicherlich
auch aus seinem neuen historisch-politischen Kriminalroman um
Kommissar Gereon Rath und das Olympiajahr 1936 vorlesen.

Wir dürfen gespannt
sein.

Genaueres darüber
und den diversen sonstigen Veranstaltungen und Lesungen im Rahmen des
Krimifestivals erfahrener Sie zeitnah im nächsten Jahr.