Ausstellung zum DEW21 Kunstpreis 2020 im Dortmunder U

Auf der 6.Etage des Dortmunder U ist vom 14. Juli bis 04. Oktober 2020 die Ausstellung zum DEW21 Kunstpreis 2020 zu sehen.Schon zum fünfzehnten Mal wird dieser Preis für bildende Künstler*innen aus Deutschland mit Ruhrgebiet Bezug und professionellem Hintergrund von einer Fachjury und Vertreter*innen des Unternehmens unter einer Vielzahl von Bewerber*innen für den Wettbewerb ausgewählt.

In diesem Jahr wurden aus 200 Bewerbungen 14 Kunstschaffende für den DEW21 Kunstpreis 2020 nominiert. Die glücklichen Nominierten waren diesmal: Mohamed Altoum, Christoph Knecht, Malte Frey, Andreas Drewer, Denise Ritter, Helena Biermann, Nicola Gördes, Stella Rossié, Kai Richters, Beate Gördes, Christian Gode, Katrin Esser, Nina Nowak, Jens Kothe sowie Jana Kerima und Lex Rütten. Eine Altersbegrenzung gab für die Teilnahme nicht.

Die Kandidat*innen des DEW21 Kunstpreis 2020 präsentieren sich bis zum 04. Oktober im Dortmunder U. Für die optimale Präsentation sorgen u.a. (v.l.n.r.) Antje Hassinger (Kuratorin), Sybille Hassinger (Kuratorin), Xenia von Poser (Leiterin Marketing und Kommunikation DEW21), Jannis Kötting (Projektleitung) und Jürgen Spiler (Kurator).
Die Kandidat*innen des DEW21 Kunstpreis 2020 präsentieren sich bis zum 04. Oktober im Dortmunder U. Für die optimale Präsentation sorgen u.a. (v.l.n.r.) Antje Hassinger (Kuratorin), Sybille Hassinger (Kuratorin), Xenia von Poser (Leiterin Marketing und Kommunikation DEW21), Jannis Kötting (Projektleitung) und Jürgen Spiler (Kurator).

Die eingereichten Beiträge überzeugten wieder durch ihre Vielfalt. Das Spektrum reichte über Fotografie, Installationen, Videobeiträge, Klangskulpturen, Malerei bis hin zur Bildhauerei.

Die Werke setzten sich sowohl mit aktuellen Problematiken kreativ auseinander wie etwa das ambivalente Verhältnis von digitaler Welt und realem Leben, Umwelt und Flüchtlinge, Europa und anderem.

Der Kunstpreis wird im September vergeben und ist mit insgesamt 10.000 Euro (einschließlich Einzelausstellung und Katalog) dotiert. Außerdem wird auch ein Förderpreis (Altersbegrenzung) mit 2.500 Euro vergeben.

Joel Roters, der DEW21 Kunstpreisträger aus dem Jahr 2019, hat in den Räumlichkeiten rechts auf der sechsten Etage Platz für seine Einzelausstellung erhalten. Er zeigt 130 neue kleinformatige Arbeiten. Thematisch geht es um Oberfläche und Material, Form und Textur sowie Figur und Grund. Aus verschiedenen, einfachen Baumaterialien erarbeitet der Künstler divers labyrinthartige Geflechte, Kippfiguren und rhythmische Zeichenformen.

Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.




Bierlieferung und Schanktechnik vom 19. Jahrhundert bis heute

Das Dortmunder Brauerei-Museum (Steigerstraße 16) zeigt in ihrer neuen Sonderausstellung „Wirte, Brauer, Bierkutscher“ vom 27. Juni bis 31. Dezember 2020 mit zum Teil seltenen Aufnahmen und Objekten die interessante Entwicklung in der Brauereigeschichte ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute. Zu sehen ist auch Leihgut unter anderem vom Westfälischen Wirtschaftsarchiv.

Dr. Heinrich Tappe, der Leiter des Brauerei-Museums wies zu Beginn des Presserundgangs auf die große Krise in der Branche wegen der Corona-Pandemie hin. Wirtschaften und Kneipen ordern wegen der schwierigen Bedingungen keine größeren Mengen der Bierfässer. Davon zeugt ein aktuelles Foto mit Bierfässern, die sich stapeln.

Zur Geschichte: Ursprünglich waren Brauer häufig zugleich auch Wirte und schenkten ihr Bier vor Ort selbst. Mit der Industrialisierung trennten sich die Gewerbe. Gasthäuser bezogen ihr Bier von aufstrebenden Großbrauereien.

 (v.li.): Theo Sobkowiak (ehemaliger Elektriker und Schanktechniker der Bergmann-Brauerei), Dr. Heinrich Tappe (Leiter des Brauerei-Museums), Horst Duffe (ehemaliger Lkw-Fahrer der Dortmunder Actien-Brauerei) und Kalli Dickhut (ehemaliger Bierfahrer und Betriebsrat der Stifts- und der Kronen-Brauerei) (Foto: Katrin Pinetzki, Stadt Dortmund)
(v.li.): Theo Sobkowiak (ehemaliger Elektriker und Schanktechniker der Bergmann-Brauerei), Dr. Heinrich Tappe (Leiter des Brauerei-Museums), Horst Duffe (ehemaliger Lkw-Fahrer der Dortmunder Actien-Brauerei) und Kalli Dickhut (hemaliger Bierfahrer und Betriebsrat der Stifts- und der Kronen-Brauerei) (Foto: Katrin Pinetzki, Stadt Dortmund)

Neue Kühl- und Schanktechnik-Systeme wurden entwickelt und seit Mitte des 19. Jahrhunderts entfaltete sich eine moderne Infrastruktur der Bierlieferung.

Zunächst bezogen die Wirte ihr Bier zum Großteil selbst von den Brauereien. Später übernahmen Bierverlage mehr und mehr die Lieferung.

Diese erfolgte erst mal in der näheren Umgebung durch zahlreiche Pferde und Wagen. Die Bierkutscher gehörten zum Stadtbild von Dortmund. Man erwarb auch in wachsender Zahl Bahnwaggons, die sich bei Bedarf kühlen oder heizen ließen. Es gab sogar einen eigenen Bahnhof. Später dienten Biertanklastwagen als Transportmittel. Brauereien bauten riesige Fuhrparks mit einer Vielzahl von Lastkraftwagen und Mitarbeitenden.

Spannend ist die durch Fotos oder Objekte dokumentierte technische Entwicklung von der Bierkanne bis hin zur Zapfsäule. Die zunehmende Technisierung ist für die BesucherInnen zum Beispiel in Fotografie nach zu vollziehen.

In den letzten Jahren gab es einen zunehmen Konzentrationsprozess (Radeberger-Gruppe). Die heimische Bergmann-Brauerei und „familiäre Bierbrauer“ versuchen eigene Wege zu gehen.

Die augenblickliche Krise trifft die kleinere Anbieter natürlich besonders hart.

Ab dem zweiten Sonntag im Juli können auch wieder Führungen im Brauerei-Museum angeboten werde. Natürlich nur in kleinen Gruppen (höchstens zehn Personen) oder einzeln mit Maske, Registrierung und Einhaltung der Hygienevorschriften!

Anmeldung unter www.brauereimuseum.dortmund.de

Geöffnet: Di, Mi, Fr, So 10-17 Uhr, Do 10-20 Uhr und Sa 12-17 Uhr.

Eintritt frei




Fantastische Kunst-Welten von Mary-Audrey Ramirez

Im Dortmunder Kunstverein (neben dem U) lädt die besondere Installation der jungen in Berlin lebenden Künstlerin Mary-Audrey Ramirez (*1990 in Luxemburg) unter dem Titel „INTO A GRAVEYARD FROM ANYWHERE“ vom 20.06.2020 bis zum 23.08.2020 zu einer Entdeckungsreise ein. Kuratiert wurde diese Ausstellung von Linda Schröer.

Extra für den offen einsehbaren Kunstort hat Mary-Audrey Ramirez ihre Installation entwickelt. Der Titel dieser Ausstellung ist, so die Künstlerin, bezogen auf das Kartenspiel „Magic- The Gathering“ (Autor Richard Garfield).

Mit überlebensgroßen, aus Lackstoff aufwendig hergestellten (genähten) Kreaturen, einem Stoffbild (genäht) und Video hat die Künstlerin eine fantastische Welt, inspiriert von Filmen wie etwa Alfred Hitchcocks „Die Vögel“, „Star Wars“ (seit 1977), Serien wie „Stranger Things“ (seit 2016), Videospiele wie „Tomb Raider“geschaffen.

Diese beeinflussen mehr oder weniger subtil unser kollektives Bildgedächtnis sowie unsere Sichtweise auf unsere Vergangenheit bis hinein in die Zukunft. Sie zeigen die Auswirkungen der technischen Revolution auf unsere menschliche Gesellschaft. Sie sind aber auch Ausdruck unserer Ängste, Hoffnungen und Sehnsüchte und dienen als spannende Projektionsfläche.

Die übergroße Waffe aus Lackstoff von Mary-Audrey Ramirez könnte auch haus einem Fantasy- Computerspiel entsprungen sein.
Die übergroße Waffe aus Lackstoff von Mary-Audrey Ramirez könnte auch haus einem Fantasy- Computerspiel entsprungen sein.

Realität und Fiktion sowie der physische und digitale Raum sind längst miteinander verbunden. Die fiktive „perfekte“ digitale Welt wird durch die Inszenierung auf eine immer fehlerhafte und nie ganz perfekte realen Ebene gebracht.

Die Entdeckungsreise beginnt mit einer übergroßen Waffe aus Lackstoff an der Wand als imaginäre Ausrüstung. Der Weg führt zu einer Gruppe extraterrestrischer Wesen aus Lackstoff mit leuchtenden Farben wie zum Beispiel Rosa.

Die Gruppe starrt wie hypnotisiert auf einen Monitor, und werden von einem computergenerierten Bild ( Künstlerin:Pirate Sheep) durch die Sogkraft eines Strudels angezogen. Pirate Sheep ist auch für die Kreation eines Instagram Face Filters verantwortlich.

Eines der Kreaturen entkommt und wird von einer andersartigen Kreatur aufgehalten. Eine schwarze schwarze Spur aus Lackstoff führt zu einem an einer Stahlkettenkonstruktion hängenden, einer schwarzen Krake erinnernden Organismus. Auf ihm tummeln sich verschiedene zyklopische rosa Wesen. Diese Krake fungiert wie ein in die reale Welt transformierte Strudel. Das Geschehen wird von weiteren Kreaturen neugierig beobachtet.

Die Termine mit den angebotenen Ausstellungsführungen erfahren sie durch einen im Kunstverein ausliegenden Flyer oder auf der Seite des Kunstvereins unter https://www.dortmunder-kunstverein.de/de/Ausstellungen/Aktuell-Vorschau/VORSCHAU/Mary-Audrey-Ramirez.htm.




Anime-Ausstellung von Biene Maya bis Sailor Moon

Der Dortmunder Schauraum (comic + cartoon) in der Nähe der Stadt- und Landesbibliothek erzählt bis zum 25. Oktober 2020 die Geschichte des japanischen Zeichentrickfilms und seiner Rezeption in Deutschland unter dem Titel „ANIME fantastisch“. Zu sehen sind rund 100 Originalzeichnungen und viele weitere Objekte.

So erfahren die Besucher*innen auch über die anfängliche Ablehnung der hiesigen Kulturpolitik im Jahr 1971. Eltern, aber auch Pädagogen fürchteten eine „Verrohung“ der Jugend. Erste Blüte erlebte Anime, der japanische Zeichentrickfilm, mit „Kimba, der weiße Löwe“, „Heidi“ oder eben die beliebte „Biene Maja. Bedeutend für den Erfolg wurde der Faktor Niedlichkeit (zum Beispiel große Kulleraugen und diverse Tiere) vor allem der amerikanische Einfluss (Disney).

Mit dem Privatfernsehen kam der Durchbruch der Anime-Ästhetik und brachte die Jugendkultur Japans Ende des letzten Jahrhunderts in die westliche Welt. Da gab es schließlich Animes für jeden Geschmack: Schule, Sport, Romantik, Fantasy, Action, Science Fiction, Roboter oder Erotik.

Die Herstellung war sehr aufwendig und erforderte diszipliniertes handwerkliches Können. Bis zur Digitalisierung in den frühen 2000er-Jahren bestand eine etwa 25- minütige Heidi-Folge aus ca. 8.000 Bleistiftzeichnungen, weitere 8.000 von Hand farbig bemalten Folien und Hunderten von gemalten Hintergründen.

Kurator Dr. Alexander Braun vor einer Zeichnung aus der Serie "Biene Maja". (Foto: © Torsten Tullius)
Kurator Dr. Alexander Braun vor einer Zeichnung aus der Serie „Biene Maja“. (Foto: © Torsten Tullius)

Eine große große künstlerische kollektive Leistung, so der Kurator Dr. Alexander Braun.

Die Ausstellung gibt zudem einen Einblick in die japanische Kultur.

Dort stand zum Beispiel nie die reale Abbildung von Wirklichkeit im Mittelpunkt sonder fantasievolle interessante Abbildungen.

Dr. Braun verriet, dass für die Japaner die Charakterentwicklung der Protagonisten und überraschende Veränderungen beliebt waren, während etwa in den USA abgeschlossene Episoden mit nicht älter werdenden Hauptpersonen oder Tiere bevorzugt wurden.

Die Japaner sind in ihrer nicht christlich geprägten Sexualmoral offen, jedoch ist es verpönt, Geschlechtsorgane darzustellen.

Dank des neuen Schauraum-Sponsors 21 (www.einundzwanzig.de) gibt es erstmals eine Erweiterung ins Digitale. „Beacoms“ ergänzen die Ausstellung digital. Mit Hilfe kleiner Ultraschallsender an einzelnen Werken und an einer App auf dem Handy (Comic.DO) können sich die Besucherinnen und Besucher leichten Zugang für zusätzliche Texte und Videos veschaffen.

Außerdem erscheint ein 200-seitiger Katalog zum Preis von 25 Euro zur Ausstellung. Es besteht die Möglichkeit den Katalog auch über die Münchener Verlagsgruppe GmbH zum Preis von 29,99 Euro zu bestellen.




Jubiläumsausstellung „Zuhause bei Freunden“ im Museum Ostwall

Freunde sind gerade in der jetzigen Zeit wichtig. Im neuen Schaufenster auf der Ebene 6 des Museum Ostwall im Dortmunder U ist die Jubiläumsausstellung „60 Jahre Freunde des Museums Ostwall“ bis zum 30. August 2020 zu sehen.

Seit dieser langen Zeit begleiten die Freunde des Museums das MO sowohl finanziell mit Ankäufen oder Schenkungen, aber wie Dr. Stefan Mühlhofer auf einer Pressekonferenz betont, vor allem auch ideell.

Der Verein ging 2001 aus der Stiftergesellschaft der Förderung des Museums am Ostwall (gegründet 1960) in Dortmund hervor.

Bis jetzt unterstützte der Verein „Freunde des Museums Ostwall“ das MO allein mit knapp 500 Objekten und Dokumenten aus der Fluxus-Sammlung von Wolfgang Feelisch sowie Gemälde sowie Skulpturen (z.B. Hans Arp) aus dem Bereich der klassischen, der informellen bis hin zur Fluxus-Kunst.

Sie sind sozusagen Begleiter und Zeitzeugen der Geschichte des Museums Ostwall.

Die Kuratorin Natalie Calkozan stellte die Ausstellung zusammen.
Die Kuratorin Natalie Calkozan stellte die Ausstellung zusammen.

Viele interessante Ankäufe gelangen ihnen im Laufe der Jahre. Um nur ein Beispiel zu nennen: Im Jahr 2015 schafften sie es, ein Gemälde von Heinrich Nauen zurückzukaufen, das 1937 von den Nationalsozialisten als „entartet“ beschlagnahmt wurde und später wieder auf dem Kunstmarkt auftauchte.

Eine Auswahl der Werke wurde von der Kuratorin Natalie Calkozan aus einer freundschaftlichen „Fenstersicht“ zusammen gestellt.

Über ein besonderes „Geburtstagsgeschenk“ darf sich das Museum Ostwall freuen. Als Neuerwerbung zum 60. Geburtstag wurde von den Freunden des MO zusammen mit den Kulturbetrieben (für 50.000 Euro) drei Fotografien (Foto-Abzüge Großformat. gerahmt) der US-amerikanischen Künstlerin Nan Goldin (*1953) erworben, die in die Sammlung des Museums übergehen.

Die teilweise in Berlin lebende New Yorker Künstlerin gibt in ihren ausdrucksvollen Fotografien Einblicke in ihr Leben und das Leben ihrer Freunde aus der New Yorker Subkultur (Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle).

Zu der Ausstellung wurde auch ein Katalog erstellt.




Fotoausstellung mit transzendentaler Bildwirkung im Studio des MKK

Nach der achtwöchigen Corona-Zwangspause freut sich das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) in seinem auch von außen gut einsehbaren Studio bis zum 25. Oktober 2020 die Fotoausstellung „The Elements of Transcendence“ der innovativen, in Bamberg 1969 geborenen, Fotokünstlerin Astrid Lowack zeigen zu können.

Wie Dr. Jens Stöcker (Direktor des MKK) verriet, ist diese Fotoausstellung als Gesamtkunstwerk gestaltet. Zu sehen sind farbintensive großformatige und experimentelle Fotografien zwischen abstrakter Momentaufnahme und Realität. Die insgesamt acht, wie gemalt wirkenden Fotografien mit ihren Wirbeln und Strudeln in starken Farben Rot, Gelb, Blau und Grün, ist in die Bodeninstallation eines Flusses eingebettet, an deren Ende als Highlight die Arbeit „Tatendrang“ (2019, 200 x 200 cm) wartet. Die Betrachter werden in die Werke regelrecht hineingezogen. Immer neue Assoziationen entstehen, je länger man die Werke betrachtet. Figuren oder andere Einzelheiten werden nach und nach aus dem Unbewussten hervor gerufen.

Natürlich mit Mundschutz: Dr. Jens Stöcker (Direktor des Musuems für Kunst und Kulturgeschichte) und die Künstlerin Astrid Lowack vor ihrem Bild "Tatendrang".
Natürlich mit Mundschutz: Dr. Jens Stöcker (Direktor des Musuems für Kunst und Kulturgeschichte) und die Künstlerin Astrid Lowack vor ihrem Bild „Tatendrang“.

Die Künstlerin sagt: „Ich fotografiere das, was es nicht gibt“. Sie experimentiert mit Licht, Wasser und Bewegung und erschafft so Welten, die sie mit dem Medium Fotografie spontan einfängt. Die Foto-Arbeiten entstehen meist in der Natur und beschäftigen sich mit dem Spiel der Elemente.

Wichtig ist dabei der Moment. Die jeweiligen Gefühl und Stimmungen müssen aus ihr dann heraus, so Lowack. Eine Kommunikation mit den betrachteten Dingen und Einflüssen von außen und eine Art Selbstreflexion. Für die Künstlerin ist es das Festhalten von Vergänglichem als Momentaufnahme. Der Entstehungsprozess ist dabei am wichtigsten.

Obwohl die Arbeiten als Orientierung Titel wie etwa „Firebird“ (Feuervogel, 2017) haben, können und sollen die Besucherinnen und Besucher sie individuell auf sich wirken lassen. Es lohnt sich, in diese vieldeutigen Werke jenseits vertrauter Sinneserfahrungen einzutauchen.

Die Fotos sind nicht bearbeitet, in einem Fall aber künstlerisch zusammen geschnitten.

Im Juni ist ein kurativer Vortrag geplant und ebenfalls noch ein Workshop. Zu der Ausstellung ist übrigens ein Katalog für 19,90 Euro im MKK erhältlich. Genaueres erfahren Sie in diesen unsicheren Zeit über die (sozialen) Medien.

Es gilt wie überall: Nur mit Gesichtsmaske ins Museum!




Neue Ausstellung im Kunstbonbon nach Corona-Zwangspause

Endlich ist es wieder so weit. Das kleine, aber feine Kunstbonbon in der Chemnitzer Str. 11 lädt nach einer Coronabedingten Zwangspause vom 16.05.2020 bis 20.06.2020 zu einer neuen Ausstellung unter dem Titel „Die macht mit Draht und so“ – Drahtcollagen, Drahtobjekte und Malerei von Claudia Dröge ein.

Schon beim „Bunten Teller“ im Kunstbonbon konnte das Publikum die interessanten und ausgefallenen Drahtzeichnungen bewundern. Einige gerahmte und ungerahmte Malereien und Drahtobjekte der Künstlerin sind ab dem 16. Mai 2020 zu sehen. Je nach Lichteinfall verändern sich deren ungewöhnlichen Schattenspiele.

Die Leinwandbilder von Dröge beinhalten zumeist alte Abrisspapiere von Werbetafeln, die bei der Einarbeitung verschiedener malerischer und typographischer Element schöne Schichtungen bilden. So wird ein tiefen-räumliches Empfinden geschaffen.

Beispielarbeiten von Claudia Dröge. (Foto: © Claudia Dröge/kunstbonbon)
Beispielarbeiten von Claudia Dröge. (Foto: © Claudia Dröge/kunstbonbon)

Die vielschichtigen Materialien und farbigen Elemente in neuer Kombination der einzelnen Abrisse wecken die Neugier des Betrachters.Trotz der teilweise farbintensiven Element und Vielschichtigkeit sind die Bilder harmonisch für das Auge.

Da die Räumlichkeiten recht klein sind, sollten sich Besucherinnen und Besucher auf Wartezeiten einrichten.

Wegen der Corona-Pandemie dürfen nur maximal zwei Personen gleichzeitig die Galerie betreten, natürlich mit Gesichtsmaske.

Die Ausstellungseröffnung findet am Samstag, den 16.05.2020 um 15:00 Uhr im Kunstbonbon statt. Die beliebten Schaumküsse und „offenen Getränke“ werden dieses mal fehlen.

Vorläufige Öffnungszeiten ab dem 19.05.2020 dienstags von 13.00 bis 18.00 Uhr, freitags (NEU) von 15:00 bis 18.00 Uhr und samstags von12:00 bis 15:00 Uhr.




Premiere von Blutmond unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Am Freitag, den 20.03.2020 um 20:00 Uhr sollte die Premiere „Blutmond“ (About fear and fun, love and loss) von artscenico e.V. im Dortmunder Theater im Depot unter der Regie von Rolf Dennemann „normal“ mit Publikum stattfinden. Der Coronavirus macht einen Strich durch die Rechnung.

Beim Pressegespräch verkündeten die Organisatoren nun, dass die Premiere wie geplant zum Termin unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt werden soll.

Vorgesehen sind eine Videoaufzeichnung und eventuell ein Streaming in den sozialen Medien.

Blutmond (Blue Moon) ist im englischen Sprachgebrauch die Bezeichnung für einen zweiten Vollmond innerhalb eines Monats im gregorianischen Kalender und ein seltenes Ereignis. Eine Metapher für Sehnsüchte. Die Performance spielt assoziativ mit den Themen Angst, Verlust, Unsicherheit aber auch mit Liebe und Spaß. Es geht um Transformationen, Träume und das Leben. Es sollen kleine Bilder im Kopf der Zuschauenden entstehen.

Mit "Blutmond" probiert artscenico andere Wege: Die Premiere wird gestreamt. gespannt sind (v.l.n.r.) Elisabeth Pleß (Performerin), Rolf Dennemann (arscenico), Regieassistentin Maya Porat und Joanna Stanecka (Performerin).
Mit „Blutmond“ probiert artscenico andere Wege: Die Premiere wird gestreamt. gespannt sind (v.l.n.r.) Elisabeth Pleß (Performerin), Rolf Dennemann (arscenico), Regieassistentin Maya Porat und Joanna Stanecka (Performerin).

Die „organisch surreal“ anmutenden Inszenierungen von artscenico passen gut in diese Zeit. Unsere Realität wirkt gerade jetzt surreal unwirklich. Die Inszenierung enthält Elemente aus Tanz, Performance, Video und Musik und fügt sie zu einem Gesamtkonzept zusammen.

Beteiligt sind drei Performerinnen (Elsa Marschall, Elisabeth Pleß, Joanna Scanecka) eine Live-Band (2 Gitarren, Kontrabass, Sängerin) mit Swing und Gypsy-Sol Musik (zum Beispiel „Fly me to the moon). Dazwischen wird es als Kontrast auch brachiale Musik und kurze Texte (etwa von Stanislaw Lem) eingebaut.

Zu spüren ist die Unsicherheit der Situation für alle Beteiligten. Genaue Planungen sind nicht möglich. Positiv ist das Gefühl des Zusammenhalts der Künstler*innen, sowie der Wille von allen, die Widrigkeiten zu meistern und ihre Arbeit zu einem guten Ende zu führen.

Achten Sie auf aktuelle Informationen in den (sozialen) Medien!




Die Stumme von Portici in den Fängen des Coronavirus

Die Premiere von Daniel-Franҫois-Esprit Aubers (1782 – 1871) „Die Stumme von Portici“ (Libretto: Augustin Eugène Scribe und Germain Delavigne) in deutscher und französischer Sprache mit deutschen Untertiteln (Bettina Bartz) in der Inszenierung von Peter Konwitschny sollte am 13.03.2020 im Opernhaus Dortmund stattfinden. Doch der Coronavirus machte einen Strich durch die Rechnung.

An diesem Termin wurde aber eine Generalprobe II mit 26 Journalistinnen und Journalisten als Zuschauer durchgeführt. Es war eine „Premiere“ unter besonderen Umständen und besonderer Atmosphäre. Ars tremonia war auch mit dabei.

Sara Wilken hatte die schwere Aufgabe, die Rolle der stummen Fischertochter Fenella (aus Portici bei Neapel) übernommen. Der Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Motonori Kobayashi verliehen ihren „nicht gesungenen Worten“ sensibel musikalisch Ausdruck. Wilken spielte ihre Rolle eindrucksvoll mit Gesten oder den Einsatz von Requisiten (etwa einen Schal).

Die Grand opéra ist strukturiert und wie ein Baukastensystem mit „Schaufenstern“ in fünf kleinen Akten systematisch aufgebaut. Regie, Orchester, Chor, Statisterie und Kinderstatisterie, Bühne, Kostüme. Sänger*innen bilden ein ganzheitliches Gefüge. Die Musik ist mal anrührend, dann wieder aufrührerisch aufregend.

Es geht hoch her bei der "Stummen von Portici". Mirko Roschkowski (Masaniello), Mandla Mndebele (Pietro), Sarah Willken (Fenella), Anna Sohn (Elvire), Sunnyboy Dladla (Alphonse). Foto: ©Thomas Jauk, Stage Picture
Es geht hoch her bei der „Stummen von Portici“. Mirko Roschkowski (Masaniello), Mandla Mndebele (Pietro), Sarah Willken (Fenella), Anna Sohn (Elvire), Sunnyboy Dladla (Alphonse). Foto: ©Thomas Jauk, Stage Picture

Die Geschichte spielt zur Zeit der Besatzung durch die Spanier. Der Sohn des Vizekönigs Alphonse (Sunnyboy Dladla) hatte die arme stumme Fischertochter (Fenella) verführt und dann verlassen. Während die Hochzeit mit der „standesgemäßen“ Elvire (Anna Sohn) ansteht, platzt die aus ihrer Gefangenschaft durch den Vizekönig geflohene Fenella hinein und sucht Schutz. Das Verhältnis von Alphonse mit ihr wird öffentlich. Die enttäuschte Elvire zeigt Empathie und Frauensolidarität gegenüber der Stummen und verzeiht ihrem Bräutigam. Als Fenellas Bruder Masaniello (Mirko Roschkowski) von deren Situation erfährt, wird aus der schon politisch aufgeheizten Atmosphäre unter den armen Fischern Neapels durch den Wunsch nach persönlicher Rache der Anfang eines revolutionären Aufstands gegen die Besatzer. Die Gewalt ist nicht mehr unter Kontrolle und Masaniello versucht verzweifelt, dem Morden Einhalt zu gebieten. Er bietet Alphonse und Elvire seinen Schutz, wird dann aber selbst als „Verräter“ von den eigenen Leuten verfolgt. Als auch noch der Vesuv ausbricht, gibt es kein „Happy End“ …

Der Graben zwischen spanischen Besatzern und armer Bevölkerung wird nicht nur durch die Kleidung, auch durch die Sprache demonstriert. Die gesungene Sprache der Herrscher ist Französisch, die des Volkes deutsch. Der berechtigte Unmut der Bevölkerung wird ebenso gezeigt, wie der nicht zu kontrollierende Spirale der Gewalt. Auch die Gefahr der Instrumentalisierung der Unzufriedenheit und eines übersteigerten Nationalismus werden deutlich. Eine Oper mit zeitloser Brisanz. Nicht umsonst hat die Oper tatkräftig zur Entstehungsgeschichte Belgiens beigetragen. Das überwiegend katholische Land befand sich seit 1815 unter der Herrschaft der meist protestantischen Niederlande. 1830 kam es in Brüssel bei der Aufführung der Oper zu Tumulten, die sich in einem Aufstand entluden und am Ende Belgien als unabhängigen Staat schufen.

Die Sängerinnen und Sänger überzeugten mit ihren Stimmen und der Darstellung der Personen. Auch der Opernchor Theater Dortmund sowie die Statisterie und Kinderstatisterie (Theater Dortmund) oder natürlich die Dortmunder Philharmoniker trugen zu einem gelungenen Gesamtbild bei.

Die ausgefallene Premiere ist nun für den 08.05.2020 angesetzt.

Informationen erhalten Sie wie immer unter 0231/5027222 oder https://www.theaterdo.de/detail/event/20694/




Emanzipatorische Kunst und weiblicher Blickwinkel

Unter dem Titel „Formen, Muster, Erinnerungen“ sind vom 08.03.2020 bis zum 29.03.2020 im Torhaus Rombergpark Zeichnungen, Illustrationen, Skulpturen oder Fotografien von der freischaffenden Künstlerin Anna Hauke zu sehen.

Für das Verständnis ihrer Arbeiten zwischen Realität und Phantasie (Surrealität) ist ihr Lebensweg von zentraler Bedeutung.

Die Künstlerin wurde 1986 in Polen (ehemals Oberschlesien) in ein streng katholisches Elternhaus hinein geboren. Die negative Einstellung zur Gleichstellung von Mann und Frau, Sexualität, insbesondere Homosexualität sowie der religiöse Macht in Polen erlebte sie von Kindheit an. Auch die Konflikte und Feindseligkeiten zwischen Polen und Deutschen war spürbar. Mit der Pubertät wuchs ihre Konflikt mit dem religiösen Dogmen. 2005 wanderte sie nach Deutschland aus aus, schloss ihr Studium der Pädagogik (Schwerpunkt Kunst- und Theaterpädagogik) ab und lebt seit 2014 als freischaffende Künstlerin in der Dortmunder Nordstadt.

Das Cover der Einladungskarte zeigt eine Arbeit der Künstlerin Anna Hauke.
Das Cover der Einladungskarte zeigt eine Arbeit der Künstlerin Anna Hauke.

Sie verarbeitet in ihren Illustrationen Elemente aus ihrer alten Heimat. So sind deutlich Frauen in polnischer Tracht auch in Kontrast zur urbanen aktuellen Wirklichkeit zu erkennen. Wie Anna Hauke beim Pressegespräch erklärte, ist sie inzwischen aus der Kirche ausgetreten. Das dies ein befreiender Akt war, zeigt sich in ihrer Arbeit „Warum ich aus der Kirche austrat“ mit einer glücklich aussehenden Frau (in Tracht) auf einer Blumenwiese.

Interessant ist auch ihr partizipatorisches „Mind-Stempel-Mappin“Projekt (Acryllack, Tusche), wo an die zwanzig Personen „Koseworte“ für das weibliche Geschlecht (zum Beispiel „Pflaume“, „Maultasche“ u.s.w.) mit Stempel aufdrücken durften.

Ein besonderes Statement mit ihren duftenden Skulpturen aus handgemachter Seife. Dort wurden Abdrucke von verschiedenen weiblichen Geschlechtsorganen verewigt. Die „saubere Seife“ wurde in in die oft in die Schmuddelecke verbannten weiblichen Geschlechtsorgane gebracht.

Aus der Serie Kindheitserinnerungen „Kinder und Fische haben keine Stimme“ ist eine künstlerisch gelungene Anspielung auf ein altes polnisches Sprichwort.

Anna Hauke ist aber auch begeistert von der Farbe Indigo. Da sie gerne mit verschiedenen Techniken experimentiert, benutze sie sowohl Webtechnik, japanische Shibori-Technik, Origami- Falttechnik auf Stoff und echter Indigo-Farbe.

Die Ausstellungseröffnung findet am Sonntag, dem 08.03.2020 um 11:00 Uhr in der Galerie Torhaus Rombergpark statt.

Die Künstlerin ist selbstverständlich anwesend.

Einführung: Angelika von Ammon (M.A. Kulturanalyse und Kulturvermittlung).

Soundperformance: Trio Randale