Eine Italienische Operngala voller Leidenschaft

Nach der coronabedingten Terminverschiebung war es am 20.02.2022 endlich so weit. Im Dortmunder Konzerthaus konnte die Italienische Operngala im Rahmen des hiesigen Klangvokal Musikfestival stattfinden. Es war alles vom feinsten angerichtet.

Die versierte Neue Philharmonie Westfalen unter der temperamentvollen Leitung des Dirigenten Lorenzo Passerini begleitete mit Schwung und Feingefühl die hochklassige Sopranistin Nadine Sierra und den erst 26-jährigen gefragten spanischen Belcanto-Tenor Xabier Anduaga. Auf dem Programm standen Auszüge aus Werken von Gaetano Donizetti (1797 – 1848) und Giuseppe Verdi ((1813 – 1901).

Nadine Sierra, Lorenzo Passerini und Xabier Anduaga mit der Neuen Philharmonie Westfalen begeisterte das Publikum. (Foto: © Bülent Kirschbaum).
Nadine Sierra, Lorenzo Passerini und Xabier Anduaga mit der Neuen Philharmonie Westfalen begeisterte das Publikum. (Foto: © Bülent Kirschbaum).

Schon in der „Don Pasquale Sinfonia“ zu Beginn steckt alles an Leidenschaft und Dramatik und Stereotype der großen Commedia dell‘arte.

Liebesleid, Freiheitssehnsucht und Hoffen, sowie die Abgründe der Charaktere zeigen sich in den Arien aus „Don Pasquale, „Lucia di Lammermoor“ oder etwa „La fille du régiment“ in dessen Paradenummer „Ah! Mes amis“ in der Xabier Anduaga mit seinem kraftvollen und gleichzeitig warmen Tenor schon glänzen konnte. Die neun hohen Cs“ der Arie meisterte er mit Leichtigkeit ohne sichtbare Mühe.

Auch Nadiene Sierra glänzte nicht nur mit ihrem golden schimmernden Festkleid. Mit Natürlichkeit und starker Stimme faszinierte auch sie das Publikum, besonders mit ihren Partien aus „Lucia di Lammermoor“. Keine Schwierigkeiten bei den hohen Koloraturen.

Feinen Humor zeigten die beiden Interpreten bei ihrem Duett aus Donizettis „L‘elisir d‘amore: „La la rà la la -Esulti pur la barbara“. Als schüchterner und naiver Nemorino versucht Anduaga mit einer Sektflasche als „Zaubertrank“ mutig aber vergeblich das Herz von Sierra als Adina zu erobern.

Nach der Pause interpretierten die beiden Sänger*innen mit Schwung und viel Emotionen die bekannten Arien wie „Gualtier Maldé – Caronome“ oder „La donna è mobile“.

Als Zugabe für das begeisterte Publikum boten die beiden Künstler*innen einige Songs aus der „West Side Story“ wie „I Feel Pretty“, „One Hand,One Heart“, „Tonight“ oder „Maria“, die sie wunderschön und sensibel interpretierten.

Zum Schluss gab es noch ein musikalisches „Adieu“.

Eine bewegende Operngala mit Gänsehautmomenten, der mit Standing Ovations vom Publikum belohnt wurde.




Neuer Verbund freier Theater- und Performance-Festivals vorgestellt

Mit Hilfe des Bundesprogramms „Verbindungen fördern“ entwickelt FESTIVALFRIENDS seit dem letzten Jahr den strukturellen Aus – sowie Ausbau eines überregionalen Festival-Verbunds. Unter diesem Namen haben sich insgesamt sieben Festivals der Freien Darstellenden Künste in Deutschland als Verbund zu einem solidarischen Wissenstransfer zusammengeschlossen. Bei einer hybriden Pressekonferenz mit analoger Teilnahme vor Ort im Dottwerk in Dortmund wurde das Pilotprojekt (ca. 3 Jahre) vorgestellt.

Die sieben Verbundpartner sind:

Baden-Württemberg – Stuttgart: 6 tage frei (25.04. – 30.04.2922),

Berlin: Performing Arts Festival (24.05. – 29.05.2022),

Sachsen – Chemnitz: Der Rahmen ist Programm (01.06. – 05.06.2022)

Hamburg: Hauptsache Frei (22.06 – 02.07.2022)

Nordrhein-Westfalen – Dortmund: 15.09. – 25.09.2022)

Hessen – Frankfurt: Implantieren (10.09.2022 – 26.02.2023)

Bayern – München: Rodeo meets Freischwimmen Doppelfestival (07.10. -15.10.2022

Ein Wissens- und Erfahrungsaustausch unterschiedlicher künstlerischen Positionen sollen zu einer strukturellen Entwicklung, kultureller Bandbreite sowie größerer Sichtbarmachung der Szene führen.

Präsentieren den Verbund FESTIVALFRIENDS (v.l.n.r.) Silvia Werner (Netzwerkdirektorin), Julian Kamphausen (Netzwerk-Berater), Ulrike Seybold ( NRW Landesbüro Frei darstellende Künste) und Martin Bien (Öffentlichkeitsarbeit).
Präsentieren den Verbund FESTIVALFRIENDS (v.l.n.r.) Silvia Werner (Netzwerkdirektorin), Julian Kamphausen (Netzwerk-Berater), Ulrike Seybold ( NRW Landesbüro Frei darstellende Künste) und Martin Bien (Öffentlichkeitsarbeit).

Ukrike Seybold ( NRW Landesbüro Frei darstellende Künste) betonte, das der politische Nährwert des Verbundes überzeugte und zur Förderung durch das Bundesprogramm führte. Das wird ein längerer Entwicklungsprozess werden.

Um die künstlerische Produktion und ihr Touring zu stärken und spezifischen Arbeits- und Organisationsstrukturen von freien Theater- und Performance-Festivals einem näheren Blick zu unterziehen, bietet FESTIVALFRIENDS vier festival-bezogene Formate an:

FRIENDS BESUCH: Künstler*innen bekommen hier die Gelegenheit, Festivals und ihre Programme als Besucher*innen zu erleben und Kontakte zu neuen Komplizen und Komplizinnen zu knüpfen. Neue Erfahrungen und Eindrücke werden gesammelt.

FRIENDS GASTSPIEL: Die Vernetzung von bestehenden Produktionen mit den sieben Verbundpartnern mit zunehmender überregionaler Sichtbarmachung von Künstler*innen und neuen Positionen wird durch Gastspiele vergrößert. Das ist dann eventuell entwicklungsfähig. Ein nachhaltiger Austausch ist das Ziel.

FRIENDS LABOR: Hier sollen zwei künstlerische Positionen und Praktiken zusammengebracht werden. Es bringt Raum und Zeit für künstlerische Experimente mit ergebnisoffenen Formaten nach den eigenen Bedürfnissen.

FRIENDS FESTIVAL schließlich möchte künstlerische Produktionen (Kunst) mit kulturpolitischem Diskurs (Außendiskurs) im Kontext von Festival-Strukturen verbinden.

Ein gemeinsames Festival erarbeitet, dass die Spezifika dieser Arbeitsform (Festival-Arbeit) im Blick hat.

Nähere und weitere Informationen erhalten Sie unter www.festivalfriends.de




Eindrucksvolle Foto-Ausstellung im Hoesch-Museum Dortmund

Die ehemalige Kokerei Kaiserstuhl (III) in Dortmund (Westfalenhütte) drückte im Dezember 2000 den letzten Koks. Im darauf folgenden Frühjahr stellten dann Warmbreitbandstraße, Sinteranlage sowie der Hochofen 7 der hiesigen Westfalenhütte ihren Betrieb ein.

Februar 2002 begann der Abbau der Produktionsanlagen für China. Im letzten halben Jahr der Produktion und während der nachfolgenden Demontage entstanden beeindruckende Fotografien von Ralf Neuhaus (Jahrgang 1963), Maschinenbau-Ingenieur thyssenkrupp Steel Europe) mit einem besonderen Blick und Bezug für diesen Prozess.

In der Sonderausstellung „20 Jahre danach – Zum Ende der Flüssigphase der Westfalenhütte, Fotografien von Ralf Neuhaus“ sind vom 06. Februar bis 27. März 2022 im Hoesch-Museum (Eberhardstr. 12, 44145 Dortmund) insgesamt 43 einzelne Fotografien zu bewundern, die passend über KAPA Platten auf Stahlplatten befestigt sind. Es sind wichtige Dokumentationen der langen prägenden Vergangenheit des Ruhrgebiets.

 Isolde Parussel (Leiterin Hoesch-Museum), Fotograf Ralf Neuhaus (Mitte) und Dr. Karl Lauschke, Vorsitzender der Freunde des Hoesch-Museums. Foto: Gaye Suse Kromer, Dortmund Agentur
Isolde Parussel (Leiterin Hoesch-Museum), Fotograf Ralf Neuhaus (Mitte) und Dr. Karl Lauschke, Vorsitzender der Freunde des Hoesch-Museums. Foto: Gaye Suse Kromer, Dortmund Agentur

Neben den Fotografien sind zudem noch Requisiten, wie seltene Fundstücke aus der Zeit der Demontage, getragene Helme oder benutzte Kameras zu sehen.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Sonntag, dem 06.02.2022 ab 10:00 Uhr im Hoesch-Museum ohne die angekündigten Redebeiträge (wegen der Begrenzung von max. 35 Personen gleichzeitig) statt.

Dafür werden der Musiker und Geräuschesammler Richard Ortmann und Autor Thorsten Trelenberg kurze Ton-und Textbeiträge präsentieren.

Vor dem Museum soll die Wartezeit, so es das Wetter zulässt, mit Heißgetränken und einem Streikfeuer verkürzt werden. Sonst werden sich in den Innenräumen Alternativen finden. Der Fotograf wird ebenfalls anwesend sein. Es gelten die 2G-Regeln und die Pflicht eine FFP2-Maske zu tragen.

Infos unter : www.dortmund.de/hoeschmuseum

Öffnungszeiten: Dienstag/Mittwoch 13:00 -17.00 Uhr

Donnerstag 9:00 – 17:00 Uhr, Sonntag 10:00 – 17:00 Uhr

Eintritt frei




Musikalische „Grenzgänge“ beim 6. Philharmonischen Konzert

Die Umbruchzeit in Folge der Französischen Revolution gegen Ende des 18. Jahrhunderts sorgte in der gesamten Gesellschaft, so auch in der Musik, für Veränderungen. Waren die Komponisten und Musikgenies wie etwa Mozart zuvor noch dem adeligen Dienstherrn verpflichtet, wandelte sich das Selbstverständnis.

Künstlerische Freiheit, individuelle Empfindungen und neue Ideen gewannen an Bedeutung. Die Achtung des Künstlers in der Gesellschaft wuchs.

Ein wichtiger innovativer Vertreter an der Schnittstelle zur Romantik war Ludwig van Beethoven (1770 – 1827). Er stand neben Robert Schumann (1810 – 1856) im Mittelpunkt des 6. Philharmonischen Konzerts „Grenzgänge“ am 01. und 02.02.2022 im Dortmunder Konzerthaus. ars tremonia war am 02.02.2022 dabei.

Anna Tifu überzeugte mit ihrem Spiel an der Violine. (Foto: © Kim Mariani)
Anna Tifu überzeugte mit ihrem Spiel an der Violine. (Foto: © Kim Mariani)

Die engagierte Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung des erfahrenen Gast-Dirigenten Thomas Sanderling spielten zunächst das Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61 von Beethoven. Mit Solo-Violinistin Anna Tifu war eine exzellente Musikerin an ihrem Instrument eingeladen worden.

Nicht nur überraschte Beethoven damals das Publikum damit, dass allein der erste Satz ganze 30 Minuten dauerte, sondern dass er auch seinem Solisten (Violine) wenig Raum zur Selbstdarstellung gab. Erst nach etwa drei Minuten setzt die Solovioline ein. Neben technischen Können war hier das Verständnis kompositorischer Strukturen und musikalischer Ideen gefragt. Diesem Anspruch genügte Anna Tifu im vollen Umfang.

Mit fünf pochenden Paukenschläge begann die lange Einleitung, die sich wie auch das schon melodische Hauptmotiv, durch das gesamte Konzert zogen.

Mehrere durchgehende Steigerungen und spannende wechselnde Themen waren für das Werk charakteristisch. Das begeisterte Publikum entließ die Solo-Violinistin nicht ohne eine Zugabe.

Neue Ideen wurden auch von Robert Schumanns dramatischer Sinfonie Nr. 4 d-Moll op. 120 transportiert. Das als „Sinfonische Fantasie“ konzipierte und nur aus einem Satz bestehende Werk aus dem Jahre 1841 war als Geburtstagsgeschenk für Clara Schumann gedacht. Er überarbeitete das Stück und es wurde 1851 erstmals veröffentlicht, dabei erhielt es den Namen und die Struktur einer üblichen viersätzigen Sinfonie. Diese fließen jedoch ineinander und ihre Grenzen sind verschwommen. Das Werk ist durch den Wechsel von lyrischen Abschnitten im Wechsel mit dramatischen Steigerungen gekennzeichnet. Auch hier gibt es Motiv-Wiederholungen sowie divers Variationen.

Höchst anspruchsvoll für alle beteiligten Musiker. Die Dortmunder Philharmoniker konnte hier ihre Qualität unter Beweis stellen und wurden mit viel Applaus belohnt.




Satres „Das Spiel ist aus“ in Gender-Zeiten

Jean Paul Sartres „Das Spiel ist aus“ (geschrieben 1943, Drehbuch 1947), in Deutsch von Alfred Dürr /Uli Aumüller, hatte am 20.01,2022 unter der Regie von Azeret Koua im Studio des Schauspiels Dortmund seine mit Spannung erwartete Premiere.

Die zwei Hauptfiguren, Eve, eine feine Dame der Gesellschaft (Ehefrau des Milizsekretärs André) und der Revolutionär Pierre, kommen aus total unterschiedlichen Welten. Sie werden zur selben Zeit umgebracht und treffen sich im Totenreich. Es stellt sich heraus, dass der „Direktion“ des Totenreichs ein Fehler passiert ist. Beide waren eigentlich füreinander bestimmt und hätten sich bereits vor langer Zeit ineinander verlieben sollen. Innerhalb von 24 Stunden müssen sie es schaffen, sich zu verlieben und jeglichen Zweifel an der gemeinsamen Zukunft hinter sich zu lassen. Nur dann dürfen sie weiterleben. Reichen ihre erwachenden Gefühle? Pierre war Chef der „Liga für Freiheit“ und fühlt sich verpflichtet, seine Mitstreiter (sie wurden von einem Spitzel des Regenten verraten) zu warnen. Eve wiederum möchte ihre Schwester Lucette vor ihrem Mann, der es nur auf das Erbe abgehen hat, schützen.

In der Inszenierung geht es um die Sehnsucht nach der romantischen „rettenden Liebe“, Geschlechterrollen und inwieweit wir durch unseren sozialen, gesellschaftspolitischen Hintergrund determiniert sind.

Raphael Westermeier und Antje Prust in "Das Spiel ist aus" (Foto: © Birgit Hupfeld)
Raphael Westermeier und Antje Prust in „Das Spiel ist aus“ (Foto: © Birgit Hupfeld)

Auf der Bühne stand nur ein multifunktional verwendbarer schwarzer Kasten mit dunklen Vorhängen sowie zwei Mini „Auto-Skooter“. Sarah Yawa Quarshie als Eve und Adi Hrustemović als Pierre gingen voll in ihren Rollen auf.

Die Romantik wurde durch die Farben ihrer Kleidung, sie im pinken Mädchentraum, er im türkisfarbenen Cordanzug mit Feinripp-Unterhemd ironisierend betont.

Es wurden auch viele passende bekannte Schlagertextzeilen, etwa Helene Fischers „Atemlos“, eingeworfen. So kam es zu einigen komischen Momenten.

Hervorragend aufgelegt und mit viel Humor zeigten sich Antje Prust und Raphael Westermeier. Sie mussten in verschiedene Rollen schlüpfen, was sie mit einer gehörigen Portion Spielwitz taten. Es war ihnen anzumerken, mit welcher Freude und Lust sie in verschiedene Geschlechterrollen schlüpften. Antje Prust überzeugte etwa in der Rolle des dominanten Regenten genauso wie als Schwester von Eve. Raphael Westermeier, ebenso als Marktschreier, devoter Spitzel Lucien oder Lucette.

Atmosphärisch begleitet wurde das Geschehen musikalisch von Lutz Spira. Leuchtröhren unterstützten das Ganze mit Lichteffekten.

Eine humorvoll mit ironischem Inszenierung mit Augenzwinkern, die auch als Grundlage zum Nachdenken über für die Frage, wofür es sich zu Leben lohnt genommen werden kann.

Informationen über weitere Vorstellungstermine erhalten Sie wie immer über www.theaterdo.de oder Tel.: 02321/50 27 222




Musikschule startet Jahreskampagne „Instrument des Monats“

Die Dortmunder Musikschule startet in das Jahr 2022 mit einem besonderen Projekt. In jedem Monat steht ein anderes Musikinstrument oder eine Stilrichtung im Mittelpunkt.

Wie Stefan Prophet (Direktor der Musikschule) und Christine Hartman-Hilter (Stellvertretende Leiterin der Musikschule) bei einem Pressegespräch erklärten, ist ihnen gerade in dieser Zeit wichtig, den Menschen die Freude an Musik und am Erlernen von Musikinstrumenten zu vermitteln.

Dabei stehen eher nicht so populäre Instrumente im Vordergrund wie Akkordeon, Schlagzeug, Mandoline, Oboe oder im Dezember die Blockflöte. Die Stilrichtungen gehen von Klassik, Pop über Jazz. Die Projektleiterin ist Barbara Grarbsch.

Der Leiter der Musikschule, Stephan Prophet, in der Mitte mit dem auch „Schifferklavier“ genannten Akkordeon. LInks neben ihm Barbara Graebsch (Projektleiterin) und recht Christine Hartmann-Hilter (stellvertretende Leiterin)
Der Leiter der Musikschule, Stephan Prophet, in der Mitte mit dem auch „Schifferklavier“ genannten Akkordeon. LInks neben ihm Barbara Graebsch (Projektleiterin) und recht Christine Hartmann-Hilter (stellvertretende Leiterin)

In Konzerten, Schnupperkursen (Workshops), und einem Flashmob, analog mit Postkarten oder virtuell in den sozialen Medien möchte die Musikschule Jung und Alt Lust darauf machen, dass „Instrument des Monats“ zu erlernen oder die Klänge einfach nur zu genießen.

Die Kampagne beginnt im Januar mit dem in unterschiedlichen Ländern (Bergarbeit im Ruhrgebiet, Frankreich, Argentinien u. a.) bekannten Akkordeon. Verbirgt sich bei Ihnen eventuell ein altes Akkordeon und Sie haben bis jetzt nicht daran gedacht, auf diesem geselligen Instrument spielen zu lernen? Vielleicht haben Sie aber auch nur Lust, etwas über das Instrument zu erfahren und ihm zu lauschen.

Stöbern Sie nach „Dachbodenfunden“ und kommen Sie am 15.01.2022 mit ihrem Akkordeon oder einfach so aus Interesse in die Musikschule Dortmund in der Steinstraße 35 (hinter dem Hauptbahnhof).

Der erfahrene Dozent Roman Yusipey nimmt es in Augenschein und erklärt im Gespräch, wie man damit Musik machen kann. Auch ohne eigenes Akkordeon gibt es die Gelegenheit, es kennenzulernen und auszuprobieren.

Auf dem Youtube-Kanal der Musikschule Dortmund ist es in den nächsten Tagen möglich, einen kleinen Eindruck von dem Instrument zu bekommen.

Der Eintritt ist frei, es wird aber Corona-bedingt um eine Anmeldung unter dem Stichwort „Dachbodenfund“ anmeldung@musikschule-dortmund.net gebeten.

Ein Eröffnungskonzert findet am Dienstag, dem 18.01.2022 um 19:00 Uhr im Orchesterzentrum NRW (Dortmund) mit der Gruppe „Uwaga“ statt. „Uwaga“ sind Christoph König (Violine, Viola), Maurice Maurer (Violine), Miroslav Nisic(Akkordeon) und Matthias Hacker (Kontrabass).

Eintritt frei / Anmeldung unter: anmeldung@musikschule-dortmund.net , Stichwort „Uwaga“.

Im Februar ist übrigens das Schlagzeug (im weiterem Sinn) das „Instrument des Monats“. Ein Workshop-Projekt am Samstag, dem 05.02.2022 ist geplant.

Zu jedem neuen „Instrument des Monats“ wird von der Musikschule jeweils eine Postkarte herausgebracht.




Musikalische Funken beim Wiener Klassik Konzert

Das 1. Konzert Wiener Klassik „Olympie“ am 13.12.2021 der Dortmunder Philharmoniker unter der dynamischen Leitung von Johannes Klumpp (künstlerischer Leiter der Heidelberger Sinfoniker) versprühte den Konventionen brechenden musikalischen Wind der Aufklärung. Historische Stoffe mit oft exotischen Sujets waren damals sehr beliebt.

Zu Beginn standen im Dortmunder Konzerthaus zunächst die Ouvertüre aus der Schauspielmusik zu „Olympie“ ( eine Tochter von Alexander des Großen) vom „schwedischen Mozart“ Joseph Martin Kraus (1756 – 1792) auf dem Programm. Bei dem Stoff (Vorlage Voltaire) geht um eine Frau zwischen zwei Männern mit tragischem Ende. Dramatisch ist auch die Musik.

Von Hadyn bis Richard Strauß – das 1. Konzert Wiener Klassik besaß eine große Bandbreite.
Von Hadyn bis Richard Strauß – das 1. Konzert Wiener Klassik besaß eine große Bandbreite.

Die Ouvertüre gibt sich zunächst düster und feierlich, beim folgenden Allegro stark emotional, ehe es zum Ende wieder feierlich wird und leise verklingt.

Es folgte das Konzert für Waldhorn und Orchester Nr. 1 Es-Dur op. 11 von Richard Strauss (1864 – 1949).

Hier konnte der renommierte Hornist Christoph Eß sein Können und Feingefühl an diesem Instrument beweisen. Das Konzert für Waldhorn ist nicht nur kompliziert und anspruchsvoll, es besticht auch durch seine Vielseitigkeit. Mal kommt es romantisch daher, dann wieder kraftvoll mit starken Klängen. Beim Andante (2. Satz) überzeugend mit einem schönen Zusammenspiel von Horn und Streichern. Das Finale mit einem virtuosen Rondo „Jagdstück“ setzten die beiden das Horn begleitenden Flöten glanzvolle Akzente.

Nach der Pause folgte die Schauspielmusik zu „Thamos, König von Ägypten“ KV 345 (366a) von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 -1791). Die Musik von Mozart diente als Spiegel der Handlung des „Heroischen Dramas“ Thamos. Zu Anfang ist der Klang noch feierlich (Krönung von Thamos). Schnell wechselt das Ganze vom gediegenen Maestoso zum lebendigen Allegro und hält die Spannung aufrecht. Dann sprengt der Komponist später die Grenzen seiner üblich bekannt gefälligen Musik. Es wird dramatisch und er changiert wunderbar zwischen Dur und Moll.

Unerwartetes und unkonventionelles bietet die Sinfonie Nr. 94 G-Dur „mit dem Paukenschlag“. Der Beiname „mit dem Paukenschlag“ aus dem 2. Satz ist nicht ganz präzise. Das ganze Orchester schreckt das Publikum mit einem überraschenden Fortissimo-Akkord auf. Die langsame Einleitung des 1. Satzes folgt schon ein bewegendes tänzerisches „Viivace assai“ im Funken schlagenden Sechsachteltakt.

Das bewusst „einfältig-langweilig“ gehaltene Andante versetzt vor dem „Paukenschlag“ in eine trügerische Ruhe. Es folgt eine variationsreich auftrumpfende Phase durch Dur und Moll, wird von den Streichern musikalisch umflutet.

Das Menuett erinnert an volkstümliche Tanzmusik und beschleunigt zum Allegro molto. Das Finale überrascht mit dem ständig wiederkehrenden Rondo-Thema im Piano. Es steigert sich dynamisch und das gesamte Orchester setzt schließlich im Forte ein.

Der Übermut ist durch den Paukenwirbel am Ende nicht zu stoppen, das Publikum auch nicht und belohnt die Leistung der Beteiligten mit viel Applaus.




Virtuelle Ausstellung: Cartoons gegen Rassismus

Unter dem Titel „Caught in Hate: Get out!“ ist vom 13.12.2021 bis 30.04.2022 eine neue virtuelle Ausstellung im am Dortmunder schauraum: comic + cartoon (im Schaufenster, Max-von-der-Grün-Platz 7) zu sehen. Nonstop zu sehen sind rund um die Uhr auf einem Monitor nationale und internationale Cartoons gegen Rassismus.

Alle Bilderstammen von Comiczeichner*innen und Cartoonist*innen aus aller Welt, die ihren Arbeiten im größten Social Network für Cartoons „toonpool.com“ hochgeladen haben. Aus über 300.000 Bildern zum Thema „Cartoons und Rassismus“ hat der Toonpool-Gründer Bernd Pohlenz von allen Kontinenten zum großen Teil auch aktuelle Zeichnungen ausgewählt.

Bei der Eröffnung des digitalen Schaufensters (v.li.) Roman Kurth (Projektleiter Comic-Schauraum), Sophia Paplowski (Stadt- und Landesbibliothek) und Dr. Stefan Mühlhofer (Geschäftsführender Direktor der Kulturbetriebe Dortmund). Foto: Katrin Pinetzki, Stadt Dortmund
Bei der Eröffnung des digitalen Schaufensters (v.li.) Roman Kurth (Projektleiter Comic-Schauraum), Sophia Paplowski (Stadt- und Landesbibliothek) und Dr. Stefan Mühlhofer (Geschäftsführender Direktor der Kulturbetriebe Dortmund). Foto: Katrin Pinetzki, Stadt Dortmund

Durch die Ausstellung soll das immer virulente Thema Rassismus gerade in polarisierenden Zeiten der Pandemie in Erinnerung gerufen werden. Wird etwa durch die Corona-Verunsicherung „Fremdenhass“ noch gefördert?

50 internationale Künstler*innen dokumentieren hier ihre ganz persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Die Bandbreite geht von provozierend schrill oder ironisch-bissig bis nachdenklich anklagend.

Vorangestellt ist dieser Bildschau eine plakative Grafik des niederländischen Zeichners Ronald Slabbers. Sie wollen das Gefangensein des Einzelnen in seinen Vorurteilen visualisieren. Das weiße Individuum ist in einem „Gedankenkäfig“ eingesperrt und „Sklave“ seiner düsteren Gedanken. Eine offene Tür („Get out!“) weist ihm einen Weg, sich aus seinem Käfig zu befreien.

Es gibt hierzu auch eine kostenlose Postkarten-Edition, die auch von City-Card bis Mitte Januar verteilt wird.

Rassismus wird zumeist über die Erziehung erworben und erlernt. Das machen zum Beispiel die Arbeiten von Orhan Ates (Türkei), von der italienischen Künstlergruppe Alagooon oder die des deutschen Zeichners Hans Koppelredder deutlich.

Andere Cartoons zeigen wiederum, wie der hilflose Umgang mit fremden Bräuchen, Kulturen, Religionen und Sprachen zu einer Verunsicherung führen können. Diese endet im schlimmsten Fall in Hass und Gewalt.

Die Vielfältigkeit der Cartoons ist erstaunlich und es lohnt sich, mal vorbeizuschauen.

Auch die diversen wechselnden Ausstellung im schauraum comic + cartoon sind interessant.

Das virtuelle Ausstellungsprojekt ist ungekürzt auch abrufbar unter www.dortmund.de/comic und topticker.de .




Musikalische Orientfantasien beim 4. Philharmonischen Konzert

Das 4. Philharmonische Konzert im Dortmunder Konzerthaus widmete sich am 07. und 08.12.2021 unter dem Titel „Orient und Okzident“ musikalischen Orientfantasien.

Auf dem Programm stand zunächst das Konzert für Violine und Orchester Nr. 5 A-Dur KV 219 „Türkisches“ von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) und die Sinfonische Suite op. 35 „Sheherazade“ von Nikolai Rimski-Korsakow (1844 -1908).

Als dynamischer Dirigent für die bestens aufgelegte Dortmunder Philharmoniker agierte Francesco Angelico (GMD des Hessischen Staatstheater Kassel).

Im 18./19. Jahrhundert kam das, was damals als „türkische Musik“ galt und durch kriegerische Auseinandersetzungen mit dem Osmanischen Reich bekannt wurde gerade groß in Mode. Diese waren gekennzeichnet durch schrille Blasmusik der Militärkapellen, lauten Schlagzeugen und rhythmischen Märschen. Es war aber auch der fremdartige Reiz der orientalischen geheimnisvollen Geschichten, die das europäische Interesse weckte. Ars tremonia war beim Konzert am 07.12.2021 anwesend.

Begeisterte als Solistin beim „Türkischen“ Konzert von Mozart: Arabella Steinbacher. (Foto: © Sammy Hart)
Begeisterte als Solistin beim „Türkischen“ Konzert von Mozart: Arabella Steinbacher. (Foto: © Sammy Hart)

Als Solistin für Mozarts Konzert für Violine und Orchester zeigte die renommierte Arabella Steinbacher ihr vielseitiges Können und Feingefühl an ihrem Instrument.

Gleich nach der Orchestereinleitung kommt dies nach einem überraschenden Allegro aperto („offenen“ Allegro) schon zu Geltung. Auf dem ersten heiteren Satz folgt der ausgreifende melancholische zweite Satz (Adagio) in der seltenen e-Moll Tonart.

Der dritte „türkische“ Rondosatz beginnt mit galantem Menuett-Tempo, wechselt dann aber schnell in romantische Moll. Dann ändert sich der Satz vollständig mit einem derben türkischen Marsch mit starken Akzenten und exotisch anmutender Harmonie. Nach diesen orientalischen Einsprengseln folgt nach einem ausgedehnten Violinsolo das musikalische Geschehen wieder beim Menuetto.

Das Publikum ließ die Gast-Solistin nicht ohne eine Zugabe (Sergej Prokofjew) von der Bühne gehen.

Nach der Pause folgte die Sinfonische Suite op.35 von Rimski-Korsakow. Sheherazade liegen Erzählungen aus der Sammlung „Tausendundeine Nacht“ zugrunde. Dabei geht es um die kluge persische Königin Scheherazade, die mit unterbrochenen spannenden Erzählungen ihren von Frauen enttäuschte Mann am ende besänftigt und sein Vertrauen gewinnt.

Das spiegelt sich auch in den vier Sätzen wider. Das volle Orchester konnte hier von Beginn an sein großes Können zeigen. Es führte das Publikum im ersten Satz „Allegro non troppo – (Das Meer und Sinbads Schiff) in ein wellenartig ansteigenden musikalischen Rausch. Die folgende Sätze sind mal tänzerisch festlich, dann wieder aufbrausend anschwellend. Die Solovioline (Alexander Prushinsky) übernahm (oft in Zusammenarbeit mit der Harfe (Renske Tjoelker) oder den anderen Streichern die „Rolle“ der Sheherazade, während die Bläser, Kontrabässeo der Pauken den „noch nicht besänftigten“ persischen Sultans symbolisierten. Auch die Querflöte, Oboe, Klarinette oder dem Fagott verzauberten das Publikum mit wunderschönen Soli.

Nach dem grandiosen Finale mit Schiffbruch (Sindbads Schiff zerschellt am Magnetberg) und dem am Ende „besänftigten Sultan“ wurden die beteiligten Akteure mit viel Applaus belohnt.




Wieder ein „Bunter Teller“ im Kunstbonbon

Auch in diesem Jahr findet im Kunstbonbon (Chemnitzerstr. 11) in Dortmund wieder der vorweihnachtliche „Bunter Teller“ vom 04.12.2021 bis 21.12.2021 statt. Wenn Menschen noch eine kreative Idee für den Weihnachtsgeschenke-Einkauf brauchen, ist dort für jeden Geschmack etwas Passendes dabei.

Kunstvolle Kleinigkeiten, wie Postkarten, Zeichnungen, Illustrationen, Bücher, Kalender, bemaltes Porzellan, Bilder, Objekte, Skulpturen, Fotografien, Schmuck und mehr. Die Objekte sind für 1,50 Euro aufwärts erhältlich. Wer sich nicht in die volle Innenstadt begeben will oder online einkaufen möchte, ist im Kunstbonbon richtig. Er findet hier sicherlich ein ausgefallenes oder einzigartiges Geschenk für seine Lieben.

Finden Sie passende Weihnachtsgeschenke im Kunstbonbon.
Finden Sie passende Weihnachtsgeschenke im Kunstbonbon.

Beteiligte Künstler sind: Michaela Düllberg, Markus Jöhring, Claudia König, Ingrid Lacher, Hendrik Müller, Viginia Novarin, Ari Plikat, Almut Rybarsch-Tarry, Karin Schmidt, Lotte Wagner sowie Michael Wienand.

Die Eröffnung findet ab 15:00 Uhr am 04.12.2021 statt.

Öffnungszeiten: dienstags von 13 bis 18, freitags 15–18 und samstags von 12 bis 15 Uhr. Am 12.12.2021 ist vom 15 bis 18 Uhr ebenfalls geöffnet.

Es gibt außerdem wieder die „Grabbelkiste“ mit Überraschungspaketen (ein wenig wie „Schrottwichteln“ – man weiß nie was drin ist) für 2,50 Euro.

Das Geld geht dann als Spende an den Kinderhospizdienst „Löwenzahn“.

Im Kunstbonbon gilt die 2G-Regelung und Maskenpflicht. Bitte die entsprechenden Nachweise vor Eintritt bereithalten.