Die Kunst der Unbeschwertheit und Leichtigkeit

Auf der uzwei (Kulturelle Bildung) im Dortmunder U sind vom 3. Februar bis 28. Mai 2023 die verschieden interaktive Rauminstallationen zum Thema „Unbeschwert“ zu sehen und erleben. Der Eintritt ist frei.



Seit April 2022 haben sich insgesamt elf junge Menschen im alter von 16 und 21 Jahren in unterschiedlichster Weise in einem Projekt mit „Unbeschwertheit und Leichtigkeit“ auseinandergesetzt. Gerade auch Kinder -und Jugendliche sowie junge Erwachsene (Auszubildende, Studierende) hatte in der akuten Zeit der Corona-Pandemie viele Einschränkungen in einer wichtigen Lebensphase hinnehmen müssen. Ängste vor der Klimakatastrophe und Krieg kommen noch hinzu.

Ein Besuch in die Welt der Pilze. Die Arbeit "Faszination mit Hut" von Svenja Malchers in der uzwei. (Foto: (c) Katrin Pinetzki)
Ein Besuch in die Welt der Pilze. Die Arbeit „Faszination mit Hut“ von Svenja Malchers in der uzwei. (Foto: (c) Katrin Pinetzki)

Am Eingang zur Ausstellung wird man von einem bunten Strauß unterschiedlichster Schleimpilze aus Stoffen on Svenja Malcher empfangen. Diese „Faszination mit Hut“ wird eindrucksvoll unterschiedlich beleuchtet und zieht die Besuchende in die Ausstellung hinein.

Unterstützt wurde nicht nur diese Arbeit tatkräftig von speziellen Licht -oder auch Soundtechnikern.

Interessant ist, dass unter den elf Personen auch eine Ukrainerin mitgemacht hat.  Karina Krylova, (die inzwischen wieder in der Ukraine lebt) lädt die Besuchenden mit ihrer Videoinstallation „RIVER DNIPRO“ mit einem besonderen Blick auf die Stadt Kiew sich treiben zu lassen.

Drei Hängematten laden dabei zum Verweilen ein.

Die Besucher*innen zur partizipatorischen Teilhabe animiert. Ob in plüschigen Rückzugsräumen, kreativen Sound und Tanzangebote, einem „Nonsens Raum“, in einem nostalgischen gemütlichen Wohnzimmer an verschiedenen Retro-Telefonen verschieden Geschichten von Menschen unterschiedlichen Alters zur Thematik lauschen, oder sich im „Positiven Blau“ der Schwere kurz entledigen.

Anna Daschkewitz in Röhren, die sich durch die gesamte Ausstellung schlängeln „Rückenwind“ mit Unterstützung von Bewegungssensoren rauschen und spürbar werden. Beim Presserundgang am 1. Februar machte sie auf die Ambivalenz der Arbeit aufmerksam. „Kein Rückenwind ohne Gegenwind“.

Mit seiner Arbeit „Still“ bietet Till Bellinghausen einen Raum für Momente der Vergessenheit und Unbeschwertheit. Dieser ist mit weißem akustischen Pyramidenschaum ausgekleidet. Die Stille wird jedoch (Mikrofon im Raum) für kurz unterbrochen.




Alexander Estis wird vierter Stadtbeschreiber für Dortmund

Der Essayist, Abtrünniger der Lyrik, vagabundierender Prosaist und vor allem im Zuge des Krieges Russlands in der Ukraine auch literarische Journalist Alexander Estis wird der nächste Stadtbeschreiber für Dortmund. Geboren ist er im September 1986 in Moskau als Kind einer jüdischen Künstlerfamilie. Über längere Zeit hat Estis später nach einer Ausbildung an Kunstschulen in Hamburg gelebt und studiert. Nach Abschluss des Studiums in deutscher und lateinischer Philologie arbeitete er als Dozent für deutsche Sprache und Literatur an verschiedenen Universitäten. Seit 2016 wohnt er als freier Autor in der Schweiz.



Der 36-Jährige hat das Dortmunder Literaturstipendium 2023 erhalten und ist der nächste „Stadtbeschreiber für Dortmund“.

Bevor er im Mai für einige Zeit nach Dortmund zieht, verbringt er ab dem 01.02.2023 schon mal einige Tage in unserer Stadt, um wichtige Kooperationspartner wie das Literaturhaus (in deren Nähe er wohnt), das Kulturbüro, die Stadt und Landesbibliothek, das Theater oder das Künstlerhaus zu besuchen. Er möchte zudem auf eigene Faust Dortmund erkunden.

Alexander Estis bei seiner Vorstellung im literaturhaus.dortmund mit (v.li.) Hartmut Salmen (literaturhaus.dortmund), Alexander Estis, Isabel Pfarre (Kulturbüro) und Kulturdezernent Jörg Stüdemann (© Katrin Pinetzki, Stadt Dortmund).
Alexander Estis bei seiner Vorstellung im literaturhaus.dortmund mit (v.li.) Hartmut Salmen (literaturhaus.dortmund), Alexander Estis, Isabel Pfarre (Kulturbüro) und Kulturdezernent Jörg Stüdemann (© Katrin Pinetzki, Stadt Dortmund).

Am 1. Februar 2023 hatte ars tremonia die Gelegenheit, den Stipendiaten im Literaturhaus unter Anwesenheit von Jörg Stüdemann (Kulturdezernent), Isabel Pfarre (Kulturbüro) und Hartmut Salmen (Literaturhaus Dortmund) kennenzulernen.

Estis gab einen kleinen Einblick in sein geplantes Projekt.

Im Gegensatz zu einem früheren Projekt in Köln-Kalk („Urban Legend“, da ging es um erlebte Geschichten und Legenden aus der Vergangenheit), steht in Dortmund bei „Urban Visions“ (Urbane Visionen) der Wandel und die Zukunft im Blickpunkt.

Es geht um Zukunftsvisionen, Ängste, aber auch Hoffnungen und Träume der Menschen in unserer Stadt.

Der Bevölkerung soll eine literarische Stimme verliehen werden und ihnen die Möglichkeit geben, die Stadtentwicklung zu kommentieren und sie zu begleiten.




Kammerkonzert mit Einblick in einen musikalischen Epochenwandel

Im Zentrum des 3. Kammerkonzerts der Dortmunder Philharmoniker unter dem Titel „Sag niemals nie!“ am 30.01.2023 im hiesigen Orchesterzentrum stand mit dem Klarinettenquintett h-Moll op.115 von Johannes Brahms (1833 – 1897) nicht nur sein spätes Lebenswerk auf dem Programm.



Es stellt gleichzeitig auch das Ende einer Musikepoche (Romantik) dar. Die beiden Streichquartett-Kompositionen von Erwin Schulhoff (1894 – 1942) und Anton Webern (1883 – 1945, Österreich) verdeutlichen, was danach kam. In   chronologisch umgekehrter zeitlicher Reihenfolge wurden Werke der drei Komponisten von den fünf Musikern*innen der Dortmunder Philharmoniker dargeboten. Zwischen ihnen liegt eine Zeitspanne von gut 30 Jahren.

Es spielten Bianca Adamek (Violine), Sanjar Sapaev (Violine), Dahee Kwon (Viola), Andrei Simion (Violoncello) sowie beim Klarinettenquintett von Brahms Alina Heinl (Klarinette).

Der Abend begann mit „5 Stücke für Streichquartett“ von Erwin Schulhoff. Schulhoff, ein Angehöriger der deutschsprachigen jüdischen Minderheit in Prag und Kommunist, hatte das Werk im Jahr 1923 beendet. (Er wurde kurz vor seiner Flucht vor den Nationalsozialisten 1941 von ihnen gefasst und starb 1942 an Tuberkulose).

Die aufregenden 20-iger Jahre des letzten Jahrhunderts verlangten nach neuen musikalischen Formen und Gehalten. Die fünf witzig-ironischen Tanzminiaturen (etwa Walzer, Tango und eine aufgeregte Tarantella) entsprachen der distanzierten, spielerischen Grundhaltung und von der Faszination für Mechanik und Technik in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg. Der Neoklassizismus löste die Ernsthaftigkeit der Romantik ab. Die Individualität der Instrumentensprache und das gute gemeinsam Zusammenspiel kamen zur Geltung.

Es folgte Anton Weberns „Langsame Satz für Streichquartett“ (1905).

Diese erste Studienarbeit des jungen Schülers von Arnold Schönberg war noch von der Spätromantik beeinflusst und von einer speziellen musikalischen Wärme erfüllt. Gleichzeitig weist es mit seiner konzentrierten, verästelten, differenzenziert-sparsamen Schreibweise schon auf sein späteres Schaffen des Komponisten hin.

Wie bei Mozart spielte bei Johannes Brahms auch die Klarinette eine besondere Rolle.

Das großzügig angelegte Klarinettenquintett h-Mol op. 115 war quasi sein letztes Wort im Bereich der Kammermusik. Die vier Sätze beinhalten noch einmal zahlreiche Gestaltungsvorlieben (Volksliedton im dritten Satz, ebenso wie die Integration von schnellen Scherzo-Abschnitten in einem langsamen Umfeld, Variationsform). Am Ende schließt sich der Kreis und das Werk nimmt Bezug zu einem Anfang.

Das Kammerkonzert bot nicht nur hervorragende Musiker*innen an ihren Instrumenten, sondern zudem noch ein informativ-interessantes Programm.




Die Not steht ihr gut – Trashkomödie um Kapitalismus und Patriarchat

Das als „gewinnorientierte Trashkomödie“ bezeichnete Stück „Die Not steht ihr gut“ von Ensemblemitglied Lola Fuchs hatte am 26.01.2023 seine Uraufführung im Studio des Schauspiel Dortmund.



Lola Fuchs ist nicht nur Autorin und Regisseurin des Stücks, sondern übernahm auch die Rolle der emotional missbrauchten Seminarteilnehmerin Gisela.  Diese werden von der angesagten Coaching-Agentur der Gründerinnen Sharon (Linda Elsner) und Dana (Nika Mišković) angeboten. Mit List und Ausnutzung aktueller emanzipatorischer Strömungen schlagen sie Kapital. Die Aushöhlung ihrer Ideale und Abhängigkeit vom charmant-skrupellosen Investors Charlie (Christopher Heisler) nehmen sie dabei in Kauf. Der unterbezahlte Dauerpraktikant Dominic (Linus Ebner), der es nicht einmal Wert ist, sich seinen Namen zu merken, steht ihnen dienend zur Seite.

Nika Mišković ,und Linda Elsner als Gründerinnen einer Coaching-Agentur. (Foto:  Florian Dürkopp)
Nika Mišković ,und Linda Elsner als Gründerinnen einer Coaching-Agentur. (Foto: Florian Dürkopp)

Heimlich träumt er von einer gerechten sozialistischen Welt, in der die Menschen gleichberechtigt, unabhängig von Geschlecht oder Herkunft leben und nach ihren Fähigkeiten entwickeln können. Er tritt auch als Erzähler der Geschichte auf.

Nach dem verhängnisvollen Tweet einer ehemaligen Seminar-Teilnehmerinnen ändert sich die sich die Situation der beiden Businessfrauen schlagartig. Gemeinsam mit ihrem Gehilfen müssen sie den Weg ins gefährliche und angstauslösende Dickicht hinter den Mauern ihres Büros antreten…

Die Bühnenausstattung und Kostüme sind in auffallenden, knalligen Farben gehalten und entsprechen der ironisch-humorvoll überzeichneten Charaktere auf der Bühne. Das gleiche gilt für die wunderbare Arbeit der Maske.

Den Schauspieler*innen gelang es überzeugend, sich in die Persönlichkeiten hinein zu versetzen. Das Ganze mit vollem Körpereinsatz. Eindrucksvoll auch, wie die Persönlichkeitsveränderungen von Dana (von eher naiv lebensfroh zu kämpferisch) oder Sharon (von selbstbewusst zu angepasst) dargestellt wurden.

Die Rolle der dem Investor Charlie ergebenen „Brüderhorde“ übernahmen witziger Weise mit viel Freude am Spiel sechs junge Damen des Jugendclubs (Theater Dortmund).

Das Geschehen wurde von einer Live-Kamera (Ismael Khudida) effektvoll begleitet. Auch die Souffleuse (Klara Brandi) durfte ab und zu auf der Bühne mitmischen. Tanz und kleine Gesangseinlagen zwischendurch sorgten für etwas Auflockerung.

Die Mechanismen des Kapitalismus wurden durch die Trashkomödie offen und klar mit einer guten Portion schwarzen Humor dargelegt.

Starken Beifall gab es für die Leistung der Beteiligten.

Infos zu weiteren Aufführungsterminen erhalten Sie wie immer unter www.theaterdo.de oder Tel.: 0231/ 50 27 222




Peterchens Mondfahrt im digitalen Zeitalter

Die ältere Generation erinnert sich sicher noch an die Verfilmung von „Peterchens Mondfahrt“ (Märchen von Gerdt von Bassewitz) aus dem Jahr 1959 (Gerhard F. Hering).



Es ist die Geschichte vom Maikäfer Sumsemann, der auf einer großen Kastanie hinter dem Haus der Kinder Anneliese und Peterchen wohnt. Seinem Urgroßvater wurde vor langer Zeit von einem Holzdieb ein Bein abgeschlagen. Zur Strafe wurde dieser von der Nachtfee auf den Mond verbannt. Versehentlich ist das Maikäferbeinchen mit auf den Mond gelandet und nun fehlt den nachfolgenden Maikäfer-Generationen das sechste Bein. Sumsemann kann sein sechstes Beinchen nur mit Hilfe von zwei lieben Kindern, die noch nie ein Tier gequält haben, zurückholen. Anneliese und Peterchen wollen ihm helfen und eine abenteuerliche Reise zum Mondberg beginnt. Sie benötigen aber auch die Hilfe der Naturgeister, um dem Mondmann das Beinchen wieder zu entwenden…

Diese Geschichte wurde während des Lockdowns vom jungen Ensemble Kulturbrigaden unter der Regie von Rada Radojcić (auch Kostüme/Musik) mit den modernen digitalen Möglichkeiten (Video: Anna Marienfeld) technisch aufwendig verfilmt. Die musikalische Leitung lag bei Dixon Ra.

Im Dortmunder Theater Fletch Bizzel wurde der Film (ab 6 Jahren) bei freiem Eintritt am 15.01.2023 gezeigt.

Visuell aber auch akustisch ein besonderes Erlebnis für die kleine und große Zuschauer*innen.

Es war eine Veranstaltung der LAG Arbeit Bildung Kultur. Gefördert vom Kulturbüro Dortmund und unterstützt von der Akademie für Theater und Digitalität.




Stimmungsvolle Gala aus Oper und Operette mit Götz Alsmann

Nach der Operette „Gräfin Mariza“ und dem Musical „Cabaret“ stand in der Oper Dortmund am 14.01.2023 mit der Opern- und Operettengala „Roaring Oper(ett)a“ wieder die 1920-iger Jahre im Mittelpunkt.



Ein Glücksgriff war die Auswahl von Götz Alsmann für die Moderation des Abends. Mit Witz und Humor führte er nicht nur kurzweilig durch das Programm, sondern gab einige Anekdoten und wissenswertes zu Operette, Oper oder den Einfluss von Jazz und Blues zum Besten. Zweimal spielte er zudem zwei kleine humorvolle Stücke aus der Zeit auf einer Mandoline.

Götz Alsmann führte mit Witz und Humor durch das Programm. Foto: (c) Björn Hickmann)
Götz Alsmann führte mit Witz und Humor durch das Programm. Foto: (c) Björn Hickmann)

Ein passendes Bühnenbild (Putten sowie vielen Kronleuchtern) und direkt auf der Bühne im Hintergrund begleitete die Dortmunder Philharmoniker unter der souveränen Leitung von Motonori Kobayashi das Programm musikalisch.

Als Sänger*innen wurden mit Tanja Christine Kuhn (Sopran), Anna Sohn (Sopran), Sungho Kim (Tenor), Mirko Roschkowski (Tenor), Fritz Steinbacher (Tenor) und Morgan Moody (Bass-Bariton) für diese Gala aufgeboten.

Sie überzeugten nicht nur mit ihren starken Stimmen, sondern auch durch Humor, großer Emotionalität sowie Freude am Zusammenspiel. Unterstützt wurden sie zusätzlich vom Opernchor Theater Dortmund (Einstudierung: Fabio Mancini).

Auf dem Programm standen Werke von Franz Léhar, Emmerich Kálmán, Giacomo Puccini und Erich Wolfgang Korngold. Viel Raum für tiefe Emotionen wie Liebeslust und Leid, Wehmut aber auch Lebenslust in schwierigen Zeiten.

Ein stimmungs- und schwungvoller Galaabend, der vom Publikum mit viel Applaus belohnt wurde.




Malerische Feststellungen von Michaela Düllberg

Michaela Düllberg beschäftigt sich in diesen Bildern mit dem Leben, das wir führen. Sie hinterfragt, ob wir mit dem, was wir erreicht haben, zufrieden sind. Ob es (und wenn ja, welche) unerfüllte Sehnsüchte gibt, die wir in all den Jahrzehnten unseres Lebens mit uns tragen. Oder zeigt Schwachstellen auf, die wir viel zu lange hinnehmen mussten.



Es geht um Ideale, Träume, Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit, Verletzbarkeit und Verletzungen, aber auch um Mut zur Veränderung, um Risikobereitschaft, Empathie und Gemeinschaftssinn.

Das die Bilder überwiegend Mädchen und Frauen zeigen, resultiert daraus, dass Michaela Düllberg halt eine Frau ist und gut die weibliche Sicht dieser Situationen nachvollziehen kann. Und wenn wir die Ausstellung „feministisch“ oder „emanzipatorisch“ bezeichnen, dann können sich alle Menschen jeden Geschlechts, jeder Ethnie, jeder Religion mit angesprochen fühlen, denn die Definitionen beinhalten ja weit mehr, als im alltäglichen Denken und im herkömmlichen Sprachgebrauch vermuten lassen.

Sicherlich wäre es interessant, diesen Bildsituationen Exponate gegenüber zu stellen, die von Menschen mit anderem Geschlecht oder anderer Kulturkreise geschaffen wurden, aber dazu reicht der Platz im Kunstbonbon leider nicht aus.

Und so sind die Besucher eingeladen, sich beim Betrachten der – teilweise rätselhaften und traumartig anmutenden – Werke eigenen Deutungen hinzugeben, zu erforschen, ob da unwillkürlich eine Verbundenheit, Mitgefühl oder andere emotionale Effekte auftauchen.

Wir freuen uns über interessierte Gäste und weisen vorsorglich darauf hin, dass in den Innenräumen des Kunstbonbons das Tragen einer Maske nötig ist, weil die Räumlichkeiten sehr beengt sind. Nach der Vernissage ist die Ausstellung zu den üblichen Öffnungszeiten (di 13-18, fr 15-18, sa 12-15 Uhr) bis zum 04.02.2023 zu sehen.

„Wir sind gar nicht so“ – Malerische Feststellungen von Michaela Düllberg

Vernissage am 07.01.2023 um 15 Uhr

Ausstellung vom 07.01. bis 04.02.2023




Mädchen in Not – absurd-komisch und gesellschaftskritisch

Am 16.12.2022 konnte die Oper „Mädchen in Not“ (Michael Essl, Libretto v. Paula Fünfeck) unter der Regie von Sybrand van der Werf als Uraufführung der Jungen Oper in Dortmund endlich durchstarten. Die Oper entstand nach dem gleichnamigen Schauspielstück von Anne Lepper für Jugendliche ab 16 Jahre.



Musikalisch und mit passenden Geräuschen unterstützt wurde die Aufführung von einer kleinen Delegation der Dortmunder Philharmoniker unter der empathischen Leitung von Olivia Lee-Gundermann.

Die Bühne war romantisch gestaltet und die vier beteiligten Personen Mangatypisch gekleidet.

Natascha Valentin (Dolly), Wendy Krikken (Baby), Daegyun Jeong (Franz), Marcelo de Souza Felix (Jack)
(c) Björn Hickmann
Natascha Valentin (Dolly), Wendy Krikken (Baby), Daegyun Jeong (Franz), Marcelo de Souza Felix (Jack)
(c) Björn Hickmann

Nicht nur stimmlich, sondern auch spielerisch und mimisch forderte die Oper den beteiligten Sänger*innen einiges ab.

Das reiche und schöne junge Mädchen Baby, stark gespielt und gesungen von der Sopranistin der Dortmunder Oper Wendy Krikken, träumt von einem selbstbestimmten Leben in Italien mit einer Puppe als Mann. Mit Geld kann man sich ja viel kaufen. Das gefällt ihren beiden Geliebten Franz (der lyrische Bariton Daegyun Jeong) und Jack (Marcelo de Souza Felix, Junge Oper Dortmund) nicht. Sie sind in ihrer Macho-Ehre gekränkt und wollen in die Rolle von Puppen schlüpfen und ihr dann das Leben schwer machen. So wird sie schon zu ihnen zurückkommen.

Natascha Valentin (Mezzo-Sopran) füllte die Rolle der ärmeren und „hässlicheren“ Freundin Dolly großartig aus. Männer lassen sie im Gegensatz zu Baby links liegen Puppen als Ersatz hat sie auch keine. Dann gerät sie auch noch in die Fänge der Gesellschaft der Freunde des Verbrechens….

Die Rolle der aufhetzenden Gesellschaft übernimmt die Gruppe der Musiker*innen der Philharmoniker.

Mit viel schwarzen Humor und Kritik an gesellschaftlichen Strukturen werden Probleme wie überkommene Geschlechterbilder, Gewalt, Rassismus, Ausgrenzung, Körperkult und Bodyshaming, Homophobie sowie Frauenfeindlichkeit geschickt miteinander verwoben.

Musikalisch wird die dystopische Handlung mittels Musikzitaten etwa von Strawinskys „Sacre du printemps“ oder Wagners „Walkürenritt“ satirisch überzeichnet.

Die Aufführung bietet dem Publikum einen scheinbar überraschenden Schluss. Leider ist es auch aktuell für einige Menschen verlockend, einen Sündenbock für komplexe Probleme zu suchen, um sich besser zu fühlen.

Viel Stoff zum Nachdenken und diskutieren.

Infos zu weiteren Aufführungsterminen finden Sie unter www.theaterdo.de oder Tel: 0231/ 50 27 222




Schwungvolle und stimmungsvolle Musical Christmas Gala

Passend zur Vorweihnachtszeit fand im Dortmunder Opernhaus am 08.12.2022 mit „A Musical Christmas“ eine besondere weihnachtliche Musicalgala statt. In kalter Krisenzeit eine stimmungsvolle Ablenkung für das Publikum.



Schon das Bühnenbild bot visuell alles, was man mit einer romantischen Weihnacht verbindet. Zwei festlich geschmückte Bäume, Schaukelpferde, Lichter und einiges mehr.

Mit Anton Zetterholm (Schweden) stand einer der bekannteste Musicaldarsteller auf der Bühne und mit Harriet Jones (aufgewachsen in East Sussex) außerdem eine Frau, die ein großes klassisches Opern- und Konzertrepertoire verweisen kann. Beide sind zudem noch seit 2020 ein Ehepaar und Eltern zweier „Corona-Kinder“ wie sie scherzhaft erzählten.

Mit viel Schwung und Humor führten sie durch das Programm. Ihnen zur Seite standen Hannes Schauz (Klavier), Jochen Bens (Gitarre), Derek Marshall) sowie Phillip Albright (Drums).

Das umfangreiche Musicalrepertoire reichte von Tarzan, Phantom der Oper, West Side Story, Les Misérablés, Annie Get Your Gun, das aktuelle Berlin Skandalös und mehr.

Das die Beiden ein Paar sind und gut miteinander harmonieren, konnte man besonders bei den Duetten bei „Tonight“ (West Side Story) oder „Anything You Can Do“ (Annie Get Your Gun) sehen und hören.

Zetterholm überzeugte mit seiner kraftvollen, aber wenn nötig auch sensibel-sanften Stimme. Die klare helle Stimme von Harriet Jones kam besonders gut beim „Ave Maria“ von Franz Schubert zur Geltung.

Bei einem schwungvollen Weihnachtsmedley wurde vorweihnachtliche Stimmung verbreitet.

Mit „Jul Jul“ von Gustav Nordqvist wurde sogar einmal ein schwedisches Lied gesungen.

Bei einem Grease Megamix und Feliz navidad zum Abschluss hielt es das Publikum nicht mehr auf den Stühlen.

Ein schöner stimmungsvoller Abend mit Gesang, Tanz und vielen Kleiderwechseln. Nicht nur für absolute Musical-Fans.




Komische Kunst im Torhaus Rombergpark

Passend zur Erheiterung kalten Winter und Krisenzeit werden vom 11.12.2022 bis zum 01. 01.2023 unter dem Motto „Das wird man ja wohl noch zeichnen dürfen“ oder „Komisch ist Kunst“ von drei Dortmunder Humorschaffenden im Torhaus Rombergpark ausgestellt.



Es handelt sich um Arbeiten – darunter viele aktuelle – drei bekannter Künstler*innen. Der Cartoonisten und Illustrator Ari Plikat (z.B. Titanic, Eulenspiegel), Charlotte Wagner (Zeichnerin, Illustratorin und Dozentin) sowie der Maler und Regisseur Günter Rückert zeigen gemeinsam humorvolle „Kollektiv Kunst“.

Die Arbeiten zeigen eine Bandbreite von gesellschaftskritisch politisch, komisch-skurril und assoziativ- Ironisch. Tiere spielen dabei auch eine wichtige „Vermittlungsrolle“.

So etwa bei einem größer Acrylbild von Günter Rückert. Darauf geben acht Schweine vor leuchten gelben Hintergrund mit den unterschiedlichsten Gesichtsausdrücken (Zorn, Wut, Leid) einen Einblick in ihre Lage. Die schlimme Situation in der Massentierhaltung ist ja hinlänglich bekannt. Nach dem Motto: „Jeder hat sein Schwein zu tragen“.

Eindrucksvoll sind die witzig-ironischen bunten Comic-Zeichnungen auf vielen aneinandergereihten Bierdeckeln von Ari Plikat aus verschiedensten Alltagssituationen.

Charlotte Wagner lässt sich bei ihren Illustrationen und Zeichnungen von ihrer Eingebung zu bestimmten Stichworten leiten. Auch die Zeichnung von Cartoons mit Tieren scheinen ihr Spaß zu bereiten.

Besucher*innen können sich lange bei den einzelnen Werken der drei Künstler*innen aufhalten und immer wieder neue, auch zum Nachdenken anregende Details entdecken. Wie besonders die Kunst der Humorschaffenden eigentlich ist, wird dann klar.

Die Ausstellung wird am Sonntag, den 11.12.2022 im Torhaus rombergpark (Am Rombergpark 65) um 11.00 Uhr eröffnet. Dazu wird der Theatermacher und Autor Hans-Peter Krüger einleitende Worte sprechen.

Die drei Künstler*innen freuen sich, dann auch auf Wunsch Karikatur-Zeichnungen von den anwesenden Besuchern anfertigen zu können. (Auf besonderen Wunsch, so Lotte Wagner, eventuell auch Tier-Karikaturen.)

Ein Rundgang durch die Ausstellung ist auch virtuell unter www.torhaus-rombergpark.de möglich.

Der Einritt zur Galerie ist wie immer frei.

Öffnungszeiten: Dienstags bis Samstag von 14:00 bis 18:00 Uhr, sonntags und feiertags von 10:00 bis 18:00 Uhr.