Frankreich – mein Sehnsuchtsort

FJH Schneider war ein Dortmunder Künstler mit teilweise französischen Wurzeln, der Zeit seines Lebens malte und Kunst lehrte. Selbst im Krieg führte er stets ein Skizzenbuch mit sich und fertigte berührende und erschreckende Zeichnungen dessen an, was er um sich herum wahrnahm. Nach dem Krieg studierte er zunächst 1946/47 in Hamburg an der Hochschule für bildende Künste und von 1947 bis 1952 an der Kunstakademie Karlsruhe. Trotz vieler traumatischer Erlebnisse fand Schneider in seiner späteren Kunst zu einer bemerkenswert lebendigen Farbigkeit. Viele seiner Werke entstanden in seinen französischen Ateliers und wurden unter anderem in renommierten Pariser Galerien ausgestellt.



Im letzten Jahr wurden im Kunstbonbon bereits die farbenprächtigen Menschenbilder und wunderschönen Stillleben des Künstlers gezeigt. In diesem Jahr wird ein kleiner Einblick in seine Landschafts- und Architekturmalerei gewährt. Schauspieler Raphael Schneider, der jüngste Sohn des Künstlers, reiste mehrmals aus Berlin an, um die Ausstellung vorzubereiten.

Das Kunstbonbon zeigt unter dem Titel "Frankreich - mein Sehnsuchtsort" Arbeiten von FJH Schneider.
Das Kunstbonbon zeigt unter dem Titel „Frankreich – mein Sehnsuchtsort“ Arbeiten von FJH Schneider.

FJH Schneider verbrachte jedes Jahr viel Zeit in Frankreich und malte dort unzählige Bilder. Er hielt sich entweder in Lescoff in der Bretagne oder in St. Germain-en-Laye in der Nähe von Paris auf, wo er bei Freunden Unterkunft und eine Art Atelier fand. Dies ermöglichte ihm, die Skizzen, die er bei seinen Ausflügen anfertigte, zumindest teilweise vor Ort in Ölgemälde umzusetzen.

Auch in diesem Jahr wird nur ein kleiner Teil der entstandenen Werke zu diesen Themen gezeigt, da die Sammlung mehrere hundert Arbeiten umfasst. Bei der Auswahl wurde darauf geachtet, dass zu jedem Thema und aus jeder Gegend einige Bilder mit den schönsten Stimmungen präsentiert werden.

Schneider malte zwar aufgrund von Platzmangel nie großformatige Werke, sondern meist nur bis zu einer Größe von 50 x 70 cm, dennoch sind die Präsentationsmöglichkeiten im Kunstbonbon begrenzt.

Einige Motive sind auch als Postkarten in unterschiedlichen Formaten erhältlich, und es wird wieder eine Mappe mit eindrucksvollen Skizzen geben. Im letzten Jahr entdeckten viele Besucher:innen überrascht und erfreut, dass Schneider einst ihr Kunstlehrer war. Vielleicht erinnert sich nun noch mehr Menschen daran.

Bei der Vernissage und der Finissage werden sowohl Raphael Schneider als auch weitere Familienmitglieder des Künstlers anwesend sein und gerne Fragen zu den Werken und zu FJH Schneider beantworten.




Kreative-experimentelle Verbindung von Fotografien und Smartphone

Im lichtdurchfluteten Raum der städtischen Galerie Torhaus Rombergpark präsentiert der Maler und Fotograf Klaus Pfeiffer vom 12. Mai 2024 bis zum 2. Juni 2024 siebzehn seiner neuen Werke, die in den letzten drei Jahren entstanden sind. Die Ausstellung trägt den Titel „Aus der Bilderflut – Kunst mit dem iPhone“. Pfeiffer, Mitglied im Westfälischen Künstlerbund Dortmund, hat Germanistik, Philosophie, visuelle Kommunikation und Ästhetik studiert.



Bereits seit etwa zehn Jahren beschäftigt sich Pfeiffer mit den Möglichkeiten digitaler Kunst, die mithilfe von Smartphones und Tablets entsteht, wie beispielsweise 2013 bei der „Mobile Art Europe“.

Der Künstler kombiniert mehrere Fotos, nutzt diverse Apps und bearbeitet seine Bilder intuitiv-kreativ. Dieser Schaffensprozess dauert so lange, bis die von ihm gewünschte Wirklichkeit oder auch Traumwelten ausdrucksstark abgebildet werden. Oft entstehen dabei romantisch-geheimnisvolle Ansichten aus der Natur. Pfeiffer nutzt die Vielfalt an Bearbeitungsfeatures, Foto-Apps und Künstlicher Intelligenz und deren scheinbar unbegrenzte kreative Freiheit für seine Arbeiten. Sein Ziel ist es, aus der überwältigenden Bilderflut unserer Zeit herauszutreten und kleine Momente der Ruhe zu kreieren.

Der Künstler Klaus Pfeiffer zeigt Kunst aus dem Handy im Torhaus Rombergpark. (Foto: (c) Stadt Dortmund)
Der Künstler Klaus Pfeiffer zeigt Kunst aus dem Handy im Torhaus Rombergpark. (Foto: (c) Stadt Dortmund)

Seine Motive findet Pfeiffer sowohl in Dortmund als auch an der Nordsee (Borkum) und anderen Orten.

Die sehenswerte Ausstellung läuft bis Sonntag, den 2. Juni 2024. Das Torhaus hat dienstags bis samstags von 14:00 bis 18:00 Uhr sowie sonn- und feiertags von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.




Die Spielzeit 2024/25 im Theater Dortmund

Einen spannenden Ausblick auf die neue Spielzeit 2024/25 „made in DO“ bot das Opernhaus Dortmund am 5. Mai 2024. Hier einige Highlights aus dem umfangreichen Programm für 2024/2025:



Im Bereich Oper bleibt ein Schwerpunkt auf Richard Wagner. Auf dem Programm stehen die „Götterdämmerung“ sowie zwei zyklische Aufführungen von Wagners Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ in der Regie von Peter Konwitschny.

Das Publikum darf sich auf eine neue Inszenierung von Verdis „La Traviata“ (Regie: Vincent Boussard) sowie Mozarts „Don Giovanni“ unter der Regie von Ilaria Lanzino (Gewinnerin des International Opera Awards 2023) freuen. Eine Kostprobe aus diesen Inszenierungen bot Kammersänger Morgan Moody, begleitet am Klavier von Solorepetitor Karsten Scholz.

Die Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss, wird kurz vor Silvester unter der Regie von Hinrich Horstkotte Premiere feiern. Dies geschieht anlässlich des 200. Geburtstags von Strauss und dem 150. Jubiläum dieser Operette. Die gesamte Strauss-Dynastie steht zudem im Mittelpunkt einer Opern- und Operettengala.

Regisseur Gil Mehmert setzt den Musical-Thriller „Sweeney Todd“ in Szene.

Das Schauspielhaus bietet mit „Der Dämon in dir muss Heimat finden“ (13.09.24) wieder eine Komödie von Lola Fuchs, sowie „Dantons Tod und Kants Beitrag“ (ein Stück über Aufklärung und Freiheit) und „Jeeps“ unter der Regie von Babett Grube gleich drei interessante Komödien. Eine ernsthafte und berührende Auseinandersetzung eines Sohnes mit seinem Vater thematisiert „Vatermal“ unter der Regie von Intendantin Julia Wissert. Einen Ausschnitt aus der Produktion „Das Kapital“ wurde ebenfalls dem Publikum präsentiert.

Das Kinder- und Jugendtheater beginnt die neue Spielzeit humorvoll-gruselig mit „Monsta“ (Regie: Antje Siebers) sowie einer besonderen Version von „Der Zauberer von Oz“ (Regie: Johanna Weißert). Als Weihnachtsmärchen für die ganze Familie steht diesmal „Dornröschen“ auf dem Programm (Regie: Andreas Gruhn, Intendant des KJT). Ein kleiner Ausschnitt aus dem aktuellen Stück „Angst oder Hase“ machte Lust auf mehr.

Ein besonderes Highlight ist der 8. Mai 2025. Das aus dem Hebräischen von Natalie Fainstein übersetzte Stück „Ohne Titel (194418)“ von Elinor Milchan und Sharon Burstein Bichachi, wird unter der Regie von Andreas Gruhn die Geschichte einer möglichen jüdischen Existenz, die hätte sein können, beleuchten.

In seiner letzten Spielzeit als Ballettintendant schenkt Xin Peng Wang der Stadt, neben zwei Ballett-Gala-Abenden, das Handlungsballett „La Bayadère“ (nach der Choreografie von Marius Petipa), das als Filmset in die 1920er Jahre Hollywoods verlegt wird.

Die Bedeutung der Förderung junger Balletttalente zeigt sich nicht nur in der Qualität des NRW-Juniorballetts. Mit „Dips“ (Choreografie: Nadav Zeiner) beweisen sie ihren Variationsreichtum und verbinden ihre Tanzkunst zu einem „kulinarischen Gesamtgenuss“.

Auch für GMD Gabriel Feltz ist es die letzte Spielzeit mit den Dortmunder Philharmonikern. Er gab eine kleine musikalische Kostprobe am Klavier zum 2. Philharmonischen Konzert am 15. Oktober 2024. Auf dem Programm steht dann „Roma Aeterna“ von Ottorino Respighi, das die musikalische Stimmung der Stadt an verschiedenen bekannten Sehenswürdigkeiten einfängt.

Hier ist leider nicht der Platz, um das umfangreiche Gesamtprogramm mit Wiederaufnahmen, den beliebten Cityring-Konzerten und sämtlichen Sonderaufführungen in verschiedenen Bereichen darzustellen. Informationen hierzu finden Sie im Theater Dortmund, im in Samtrot eingefassten Programm-Katalog oder wie gewohnt im Internet unter www.theaterdo.de.




Romeo und Julia – was wäre, wenn?

In Kooperation des Kollektivs „I can be your translator (icbyt) mit dem Schauspiel Dortmund hat sich Linda Fisahn (icbyt, 1984*, Dortmund), künstlerisch begleitet von Christoph Rogatz (icbyt), mit „Hurra, Romeo und Julia – Die Szene mit der Leiche, die habe ich gelöscht“ an ihre erste Regiearbeit gewagt. Seit April 2023 ist sie im Rahmen eines Außenarbeitsplatzes am Schauspiel Dortmund beschäftigt.



Die als Tragödie endende Liebesgeschichte von Romeo und Julia, sowie der andauernde unsägliche Streit zwischen den Familien Montague und Capulet liegen ihr am Herzen. Dabei spielt die intensive Beschäftigung mit der DVD zum Film „Romeo und Julia“ mit Claire Danes und Leonardo DiCaprio aus dem Jahr 1996 eine wesentliche Rolle. Da sie Gewalt verabscheut und die Liebesgeschichte ein gutes Ende haben soll, werden bei ihrer Inszenierung einige Änderungen vorgenommen…


Ein bunter Abend mit "Romeo und Julia" und dem Kollektiv „i can be your translator“: Christian Fleck, Marlena Keil, Lis Marie Diehl, Julia Hülsken, Anna Reizbikh, Ekkehard Freye und Laurens Wältken. Foto: (c) Birgit Hupfeld
Ein bunter Abend mit „Romeo und Julia“ und dem Kollektiv „i can be your translator“: Christian Fleck, Marlena Keil, Lis Marie Diehl, Julia Hülsken, Anna Reizbikh, Ekkehard Freye und Laurens Wältken. Foto: (c) Birgit Hupfeld

Am 05.05.2024 fand im Studio des Schauspiel Dortmund die Uraufführung des Stücks statt.

Bei diesem inklusiven Projekt stehen neben Menschen mit verschiedenen Behinderungen und nicht behinderten Personen (icbyt) gemeinsam mit Marlena Keil und Ekkehard Freye vom Schauspiel-Ensemble Dortmund auf der Bühne.

Für romantische Stimmung sorgte nicht nur das Bühnenbild oder Kostüme, sondern auch die roten Anti-Stress Herzen vom Schauspielhaus. Kleine Leinwände als Projektionsfläche waren geschickt and Wand angebracht. Hier bestand neben der Möglichkeit, das Geschehen mit der Kameraführung festzuhalten, zusätzlich die Gelegenheit, Szenen aus dem Film passend einzublenden. Musik (von Christian Fleck entwickelt) spielte eine große stimmungsgebende Rolle. Für jeden der Akteure auf der Bühne gab es ein spezielles Instrument, die vor einer dramatischen Situation effektvoll eingesetzt wurden.

Die Regisseurin nahm sich die Freiheit, selbst energisch in die Handlung einzugreifen. Sieben Mal ließ sie die Hochzeitsszene von Romeo und Julia in den verschiedensten Konstellationen wiederholen, oder regte sich extrem über den Vater (Ekkehard Freye) auf, als dieser seine Tochter Julia (Marlena Keil) mit einem reichen Mann verheiraten möchte. Das hatte für ihn unangenehme Konsequenzen[LL1] [LL2] .

Neben den romantisch-humorvollen Szenen wurde auch ein ernsterer Impro-Anteil mit Gesprächen über den Umgang mit Tod, Verlust oder wie man beerdigt werden möchte eingebaut. Außerdem gab es witzig-entlarvende Dialoge zwischen Vätern und Töchtern zu hören.

Neben der gemeinsamen Spielfreude überzeugte der Zusammenhalt aller auf der Bühne. Jeder hatte seine wichtige Rolle und alle haben sich gegenseitig unterstützt. Es zeigt sich. Menschen mit Handikap sind nicht behindert, sondern werden behindert.

Die tolle Leistung wurde mit sehr viel Applaus belohnt.

Informationen zu weiteren Aufführungsterminen erhalten Sie wie immer unter www.theaterdo.de oder Tel.: 0231/ 50 27 222




Amüsantes Schlager-Theater um „Haui“ Carpendale

Im Dortmunder Theater Fletch Bizzel konnte das Publikum am 04.05.2024 bei „Spuren im Sand“ mit dem Schauspieler, Sprecher und Musiker Heinz-Peter Lengkeit als Haui Carpendale einen witzigen musikalischen Theaterabend mit liebevoller Ironie erleben.



Regisseurin Gerburg Jahnke und HP Lengkeit haben ein wunderbares Programm um den Musiker, Mensch und das Phänomen Howard Carpendale entwickelt. Zur Seite stand Lengkeit kongenial der Gitarrist Peter Engelhardt (bis 2011 bei der Kultband Birth Control). Musikalische Qualität war da schon mal gesichert.

Schon von Beginn an ging der Schauspieler als Haui mit seiner perfekten Carpendale-Perücke direkt auf Paar Frauen im Publikum und rühmte ihre Schönheit. Ein kleiner Hinweis auf Hauis Vorliebe für schöne Frauen.

Es wurde ein Abend mit vielen Geschichten (einige davon wahr), Selbst-Ironie und einer großen Palette von Carpendale-Songs. Dabei konnte HP Lengkeit seine Qualität als Sänger unter Beweis stellen. Das gelang ihm auch, als er den Elvis Presley Hit „Suspicious minds“ auf die Bühne brachte.

Ob nun Howard Carpendale-Fan oder nicht, jeder wurde von den Ohrwurm-Refrains der Songs zum mitsingen oder summen animiert.

Die perfekten „Carpendale-Gesten“ oder Attitüden brachten viele zum Tränen lachen. Als „Running Gag“ zog sich die Eitelkeit des Künstlers im Bezug auf seine und andere „fantastische Frisuren“ durch den gesamten Abend. Die Obsession für das Golfen wurde natürlich auch selbstironisch eingebracht.

Ab und zu wurden einzelne Personen im Raum humorvoll angesprochen und einbezogen. Die Akteure hatten ihr Publikum im Griff und bescherten ihm fast zwei Stunden Unterhaltung und Ablenkung von den Problemen unserer Zeit.

Wer sich dieses Schlager-Theater-Programm erleben will, hat zudem die Gelegenheit an verschiedenen Terminen im Stratmanns Theater Europahaus (Essen). Es lohnt sich.




Wie umgehen mit den Ängsten?

Im Dortmunder Kinder und Jugendtheater (KJT) hatte am 19.04.2024 „Angst oder Hase“ (ab 12 Jahren) von Julia Haenni unter der Regie von Johanna Weißert seine Premiere.



Auf einer ganz in blau gehaltenen Bühnenkonstruktion mit zwei kleinen Leinwänden an den Seiten versuchen die vier Schauspieler*innen (Annika Hauffe, Bianka Lammert, Sar Adina Scheer, Jan Westphal) eine fetzige Mut-Mach-Show auf die Bühne zu bringen. Alle im knalligen Pink gekleidet und mit Perücken versehen. Ein unheimliches Geräusch stört sie und eine Angstspirale wird in Gang gesetzt…

Annika Hauffe, Jan Westphal, Bianka Lammert, Sar Adina Scheer in „Angst oder Hase“. Foto: (c) Florian Dürkopp

Unter den vier Personen entspinnt eine Diskussion darum, wer Angst hat und ein „Schisser“ ist. Nach und nach wird klar. Jeder von ihnen (auch jedes Lebewesen) hat seine Ängste. Viele versuchen sie zu verdrängen und möglichst zu verbergen, da Angst als „Schwäche und Uncool“ vor allem unter jungen Menschen gilt. Die Anzeichen einer Angstattacke, Herzrasen, Zittern Schweißausbrüche und mehr lassen sich jedoch nicht verbergen.

Das ausgestoßene Adrenalin und die Energie sind evolutionär als Überlebens-Alarmsignal vor Gefahren tief verankert. Es bietet die Möglichkeit, diese Situationen schnell einzuschätzen und sich ihnen bei Risikoabwägung entweder mutig zu stellen oder als Rettung zu fliehen. Die Ängste können sich bis zu Neurosen steigern und dazu verleiten, sich den auslösenden Objekten oder Situationen gänzlich zu entziehen. Das führt oft zur Isolation. Die Chance, schwierigen und bedrohlichen Erlebnissen mit Mut zu begegnen und gestärkt daraus heraus zu kommen, wird dann nicht gesehen. Um so wichtiger sind, wie das Stück zeigt – gute Freunde -, mit denen man offen und ehrlich über das Thema sprechen kann. So „outen“ sich auch die vier Protagonisten zu ihren ganz persönlichen „Angstproblemen“.

Mit einer interessanten Technik wird nebenbei die Hasenphobie von dem jungen Mann (Jan Westphal) erzählt. Zwei kleine Pappmodelle (Bad, Küche) wurden auf die Leinwand projiziert und von Sar Adina Scheer bedient.  

Ein links davon angebrachter Bildschirm sowie eine Kamera ermöglichte es dem Schauspieler, sich von der blauen Bühne aus in die Leinwandprojektion handelt und erzählend einzubringen. Da war Präzisionsarbeit nötig.

 Ein besonderer Einfall war der Auftritt eines knuffigen blauen Hasen (wunderbares Kostüm) im Hintergrund.

Das Geschehen wurde musikalisch und mit passender Geräuschkulisse von Peter Kirschke zielgenau begleitet.

Ein wichtiges Theaterstück gerade in diesen unruhigen, bedrohlich wirkenden und schnelllebigen digitalen Zeiten.

Informationen über weitere Aufführungstermine finden Sie wie immer unter www.theaterdo.de oder Tel.: 0231/ 50 27 222




Maschineller Einfluss auf musikalische Kompositionen

Am 16. Und 17.04.2024 stand beim 8. Philharmonischen Konzert in Dortmund das Thema „Mensch und Maschine“ auf dem Programm. Maschinen verschiedenster Art haben in der Geschichte des Ruhrgebiets ja eine wesentliche Rolle gespielt. Auch viele Komponisten konnten sich der unheimlichen Faszination und Präzision von Maschinen und Technik nicht entziehen.



Am Beispiel von fünf Kompositionen konnte sich das Publikum im Dortmunder Konzerthaus davon überzeugen.

Die Dortmunder Philharmoniker unter der temperamentvollen Leitung von Gabriel Feltz (GMD) meisterte die technisch und temporär höchst anspruchsvolle Aufgabe wie so oft mit scheinbarer Leichtigkeit.

Das rasante Orchesterwerk „Short Ride in a Fast Maschine“ von John Adams (*1947, USA) war nach kurzer „Höllenfahrt“ des Komponisten in einem schnellen Sportwagen entstanden. Für die Zuhörenden ein großer Spaß, für das Orchester eine nervenaufreibende Herausforderung.

Das folgende „Perpetuum mobile“ von Johann Strauß Sohn (1825-1899) erinnert eher an eine gemütliche Droschkenfahrt durch den Wiener Prater. Die „ewigen Bewegungen“ des Perpetuum mobile besteht aus einer elementaren Kadenz Folge, die unabhängig wiederholt und dabei in immer wieder abgewandelten melodischen sowie orchestralen Einkleidungen erscheint. Es ließ sich nur Humorvoll durch eine Megaphon-Ansage stoppen.

Auf eine spannende musikalische Reise ging es dann mit „Ein Amerikaner in Paris“ von George Gershwin (1898-1937). Das Publikum wird mit unterschiedlichen Musikstilen und Rhythmen (Jazz, Blues, und mehr) in die Erlebnis- und Gefühlswelt eines Amerikaners in dieser pulsierenden Stadt Paris emotional hineingezogen.

Ein besonderes Erlebnis war „Mysteries oft the Macabre“ von György Ligeti (1923-2006). Aus der einzigen Oper des ungarischen Komponisten „Le Grand Macabre“ wurde mit Hilfe eines Freundes drei Sopranarien hieraus zu einem durchgehenden Stück für Solotrompete und Koloratursopran und Kammerorchester entwickelt.

Hintergrund der Handlung bildet die drohende Ankündigung einer Katastrophe (Kometeneinschlag) des „Großen Macabren“. Mit humorvoller Ironie entsteht ein Spektakel zwischen „Halb-Nonsens-Text“, Ausdruck tragenden Lauten und starken expressiven Gesten und Bewegungen der Koloratursopranistin. Das Ganze wurde zu einer imaginär- absurde Szene verbunden. Die Koloratursopranistin Gloria Rehm verknüpfte die szenische Komponente sinnfällig mit dem Thema Maschinenwelt und begeisterte mit ihrer starken stimme und Ausdruckskraft.

Nach der Pause kam mit der „Sinfonie Nr. 8 F-Dur op. 93“ von Ludwig van Beethoven (1770-1827) die wichtigste Maschine des Musikerlebens zur Geltung. Im zweiten Satz der Sinfonie scheint man das Ticken des Metronoms zu hören. Ein würdiger Abschluss des Konzertes.




„Fell & Fashion“ – ?Delight? Your Darling

Die diesjährige Gemeinschaftsausstellung im Kunstbonbon beschäftigt sich mit dem Thema „Hundeboutique/Hundesalon“ und als weitere Auflage kam hinzu, dass die teilnehmenden Künstler:innen sich ein Pseudonym zulegen sollten. Damit erhielten sie sozusagen die Freiheit, auch einmal etwas ganz Untypisches zu schaffen, das sie vielleicht unter ihrem „richtigen“ Namen nicht ausstellen würden. Es wird also doppelt spannend: was werden wir zu sehen kriegen und wie werden die Künstler:innen heißen?



Ob und wer sein Pseudonym preisgibt, das wird offen bleiben. Zur Inspiration erhielten alle einen Link zu der Seite einer Hundeboutique aus Österreich, die die abgefahrensten und seltsamsten Dinge im Angebot hat. So zum Beispiel Abendgarderobe, Pyjamas, Schmuck und erschütternd teure Pflegeprodukte für Hunde.

In der Einladung wurde zwar gesagt, dass nichts albern oder verrückt genug sein kann und die Teilnehmer:innen sich einfach austoben sollten, aber es ist anzunehmen, dass unter den eingehenden Exponaten auch bitterböse und ironische Auslegungen des Themas sein werden, denn beim Nachdenken darüber kann man nicht übersehen, dass hier eigentlich mal wieder der Mensch im Fokus steht, den angebliche Tierliebe gelegentlich in die gefährliche Nähe von Tierquälerei treibt. Da es weder bei der Größe, noch beim künstlerischen Genre irgendwelche
Einschränkungen gab, können wir uns sicherlich auf eine abwechslungsreiche Ausstellung freuen, die vielleicht Malerei, Zeichnungen oder Illustrationen, Fotokunst, Collagen, Objekte und/oder Skulpturen zeigen wird.

Einige Pseudonyme versprechen internationale Kunst, denn es haben sich u.A. „Cognolina Rossi“, „Pompue de Pompiere“, „Hettie Bones“, „Dr. Knipoog“, „Herr u/o Frau Chen“ und Josy Aruko von „gassi robot“ aus Japan angemeldet.
Die Betreiberin der Hundeboutique – Wilma Whimper – kündigt auch erfreut an, dass es bei der Vernissage Gitarrenmusik von Udo Herbst (kein Pseudonym!) geben wird. Wer also bei musikalischer Begleitung die Werke der geheimnisvollen Künstler:innen sehen möchte und vielleicht erraten, wer hinter dem jeweiligen Pseudonym steckt, der
kann das ab dem 20.04.2024 um 15 Uhr tun. Spätere Besuche ohne Musik sind bis zum 18.05.2024 zu den üblichen Öffnungszeiten möglich.




Ausdrucksstarke Verbindung von Musik und Ballett

Am 13.04.2024 feierte der Ballettabend „Dawson“ in der Oper Dortmund seine Premiere. Das Ballett Dortmund – mit Unterstützung des NRW Juniorballetts – hatte die große Ehre und Gelegenheit, dem anwesenden Publikum ihr Können bei gleich zwei Choreografien des renommierten britischen Choreografen David Dawson (*1972) zu präsentieren.



Dawsons Kreationen bestechen mit seinem technisch höchst anspruchsvollen Niveau, Präzision, ausladenden Bewegungen und vor allem durch eine fast symbiotische Verbindung von inniger Musik und Tanz. Die Musik ist hier der Rahmen und Bühne für den Tanz. Was nicht aussprechbar ist, wird hier von den Tanzenden ausdrucksvoll vermittelt. Dabei sorgen die gleichen hellen Kostüme für einen einheitlichen Eindruck. Bunte Kleidung steht hier nicht im Vordergrund oder lenkt von der Dynamik ab.

Daria Suzi, Javier Cacheiro Alemán (Affairs of the Heart)
Foto: (c) Leszek Januszewski
Daria Suzi, Javier Cacheiro Alemán (Affairs of the Heart)
Foto: (c) Leszek Januszewski 

Sowohl „Metamorphosis“ wie auch „Affairs of the Heart“ waren beide in unterschiedlicher Weise von der Corona-Pandemie betroffen.

Metamorphosis konnte bei seiner damaligen Premiere nach verschiedenen Entwicklungsphasen zunächst nur digital stattfinden. Spürbar waren der wachsende Wunsch und die Hoffnung, als Metamorphose wieder vom Dunkeln in das Helle zu gelangen.

Die innig-starke Musik von Philip Glass wurde sensibel von der Pianistin Ana-Maria Dafova auf dem Klavier passend zum Geschehen auf der Bühne transportiert.

Nach der Pause verbreitete „Affairs of the Heart“ viel positive Energie und Vitalität, pure Lebensfreude über das Ende der Pandemie. Liebe und Nähe in verschiedenen Formen und Konstellationen sin in dem Werk zu spüren.

Wunderbar begleitet wurde die Choreografie musikalisch von der Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Koji Ishizaka. Shinkyung Kim sorgte an der Solovioline für eine ganz eigenen Zauber bei der Interpretation der Musik von Marjan Mozetich (*1948 Kanada).

Beide Werke zeugen von einer Version, wie wir an Herausforderungen wachsen können. Die starke Leistung aller Beteiligten wurde vom Publikum mit viel Applaus belohnt.

Informationen zu weitere Aufführungsterminen erhalten Sie wie immer unter www.theaterdo.de oder Tel.: 0231/ 50 27 222




Über das Leben, Werden und Vergehen

Im Dortmunder Kinder und Jugendtheater (KJT) hatte am 12.04.2024 „Unterm Kindergarten“ (Eirik Fauske, deutsche Übersetzung : Geesche Wartemann) unter der Regie von Annette Müller seine Premiere.



Die Inszenierung für Menschen ab 4 Jahren beschäftigt sich sensibel mit dem Thema Tod, Vergehen aber auch dem Werden sowie dem Kreislauf des Lebens.

Unterm Kindergarten: Rainer Kleinespel als Giraffe und Thomas Ehrlichmann als Wal. (Foto: (c) Birgit Hupfeld)
Unterm Kindergarten: Rainer Kleinespel als Giraffe und Thomas Ehrlichmann als Wal. (Foto: (c) Birgit Hupfeld)

Die beiden Schauspieler Thomas Ehrlichmann und Rainer Kleinespel vom KJT-Ensemble führten zunächst behutsam und still pantomimisch in die Geschichte ein. Musik und Sound wurde passend von Michael Lohmann eingebaut.

In der Mitte des hell gestalteten Raums (Skelly) stand eine Holzkonstruktion mit Vorhang, die sowohl als Verortung für einen Kindergarten wie auch zur Projektionsfläche für verschiedene Bilder diente. Über einen Projektor wurden diese mit Hilfe diverser Folien als Mittel zur Geschichtserzählung auf die Leinwand projiziert.

Die traurige Ausgangssituation: Ein kleiner Vogel prallt bei seinem ersten Flug frontal an die Fensterscheibe des Kindergartens, stürzt ab und verstirbt. Ein Kind findet es und begräbt ihn. Es fragt sich, was passiert mit dem Tier? Was ist da los in der Erde? Ist da alles tot?

Daraus entwickelt sich eine wunderbar absurde, anarchisch-witzige große Geschichte. Um das Leben, Werden und Vergehen, sowie der Gleichwertigkeit aller Lebewesen. Letztendlich ist alles miteinander verbunden.

Die Schauspieler schlüpften mit viel Humor, wechselnden Mienenspiel in verschiedene fantasievoll gestaltete Kostüme. Ein Vogel oder Hahnkostüm dienten ihnen als humorvoll-lebendige Darstellung der Story. Zudem benutzten sie die großen Wale und Giraffen. Wie im Spiel erzählen sie mit Witz und Poesie von dem Vogelkind, der Giraffe, dem Wal, dem unermüdlichen Baggerfahrer, oder von Fossilien und einem in der Tiefe versunkenen Baum.

Ein Gebläse wird als Windsimulator benutzt, eine Bobby-Car als Laut-Instrument eingesetzt. Ehrlichman und Kleinespel bewiesen ihr Talent als Imitatoren unterschiedlichster Geräusche. Sprachlich wurden öfter kurze Sätze mit Wiederholungseffekt (Loop) genutzt. Das sorgte beim (jungen) Publikum für viele Lacher. Musik spielte bei der Aufführung eine wichtige Rolle.

Es wurde sogar ein Song über die Verbundenheit in Liebe und Tod live auf der Gitarre von Thomas Ehrlichmann gespielt.

Infos zu weiteren Aufführungsterminen erhalten Sie unter www.theaterdo.de oder Tel: 0231/ 50 22 416