Humorvoll-deftiges Kabarett von Lioba Albus

Mit ihrem Abschlussprogramm „Ende offen“ gastierte die Kabarettistin, Schauspielerin und Buchautorin Lioba Albus am 04.10.2024 (sowie am 05.10.2024) im Dortmunder Theater Fletch Bizzel. Sie blickt inzwischen auf eine lange Karriere von 35 Jahren zurück. Die in Attendorn (Sauerland) aufgewachsene Albus bot eine gelungene Mixtur aus Neuem sowie dem Besten des Altbewährten.

In ihrem Programm ging es um die Schwierigkeit, aber auch Notwendigkeit, loszulassen – Schluss zu machen, um neu anfangen zu können. Dies betrifft verschiedene Bereiche des Lebens: das Berufsleben, manchmal auch Partnerschaften, Freundschaften oder die Befreiung von Jugend und „Optimierungswahn“.

Natürlich durfte ihre bekannteste Figur „Mia Mittelkötter“ aus dem Sauerland, mit ihren spitzzüngigen Erzählungen (zum Beispiel über Ehemann Gustav), nicht fehlen.

Loslassen und Neuanfänge im Fokus

Es ist erstaunlich, wie gut sie sich allein durch Wechsel von Kleidung, Frisuren (mit oder ohne Perücke) und Stimme in unterschiedlichste Personen verwandeln kann. Mit einem kritischen Augenzwinkern (oft leicht anzüglich) setzt sie sich besonders gerne mit den Unzulänglichkeiten des männlichen Geschlechts auseinander, ohne dabei die Frauen zu vergessen. Glaubhaft verkörpert sie die Pommes-Fachverkäuferin Witta und den Promillephilosophen Detlev, der auf einer Feier mit zunehmendem Alkoholeinfluss mit seinem „alten Freund Günther“ abrechnet.

Lioba Albus mit ihrem Alter Ego Mia Mittelkötter. (Foto: (c) Olli Haas)
Lioba Albus mit ihrem Alter Ego Mia Mittelkötter. (Foto: (c) Olli Haas)

 

Ihre kritische Haltung zu Politikern wie Donald Trump, Friedrich Merz oder Christian Lindner bringt sie geschickt in ihr Programm ein.

 

Wie der Titel „Ende offen“ verspricht, bleibt die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit der Vollblutkabarettistin erhalten. Übrigens bringt sie bald ihr viertes Buch heraus.




Mord am Hellweg – die elfte Runde!

Passend zur dunklen Jahreszeit versammelt „Mord am Hellweg“, Europas größtes Krimifestival, in seiner neuen Krimi-Anthologie erneut die Créme de la Crime der deutschen Krimiliteratur. Bekannte Krimistars von Ahlen bis Waltrop sind dem „Verbrechen nebenan“ mit ihren Beiträgen auf der Spur. Mal lustig, mal hintergründig, blutig oder grotesk – sie setzen sich individuell mit dem Thema auseinander und beziehen sich dabei stets auf die spezifische Situation ihrer Stadt. Besonders interessant ist für die Leser*innen, dass sie „ihre“ Stadt in den präzisen Beschreibungen der Autor*innen wiedererkennen können.

Gesellschaftspolitische Brisanz in Krimistorys

Aus der Vielzahl der Beiträge stechen für mich zwei Storys mit (erschreckend) aktuellem gesellschaftspolitischen Bezug besonders hervor. In „Willkommen im Kreis Unna“ von Christiane Franke und Cornelia Kuhnert geht es subtil um verallgemeinernde Vorurteile und Ausländerfeindlichkeit. Sie nehmen uns mit in die Gedankenwelt eines „Wutbürgers“, des Reisebusfahrers Edwin, was makabre Folgen hat.

Die Geschichte „Heimathafen Dortmund“ von Anna Schneider führt uns in die trostlos-isolierende und gefährliche Welt der Obdachlosigkeit. Schonungslos und ohne Selbstmitleid erzählt die ältere Obdachlose Lilo von ihrem Leben und der oft verdrängten oder verachteten Personengruppe, zu der sie gehört. Hinter der Verachtung steckt wohl oft die Angst, selbst ins soziale Abseits zu geraten. Nach und nach erfahren wir ihre bedrückende Lebensgeschichte und das Abgleiten ihres Sohnes in die gewalttätige rechtsradikale Szene.

Das Cover des neuen "Mord am Hellweg" Bandes. (C) grafit Verlag
Das Cover des neuen „Mord am Hellweg“ Bandes. (C) grafit Verlag

Eine spannende, manchmal auch nachdenklich stimmende und vielschichtige Unterhaltungsliteratur – perfekt für lange Herbst- und Wintertage.

Rezension:
Verbrechen nebenan. Mord am Hellweg
Kriminalstorys. Köln: Grafit (Emons Verlag GmbH), 2024
Nadine Buranaseda, Sigrun Krauß, Heiner Remmert (Hg.)
ISBN: 978-3-98659-023-9 – Preis: 14,00 Euro (D)




Junge Oper Dortmund begeistert mit humorvoll-ironischer Musiktheaterkomödie

Die Oper „Marie-Antoinette oder Kuchen für alle!“ von Marc L. Vogler (Libretto: Daniel C. Schindler), basierend auf dem gleichnamigen Schauspiel von Peter Jordan, feierte am 01.10.2024 im Operntreff Dortmund ihre Uraufführung. Es handelt sich nicht um eine historische Erzählung über Frankreichs Königin Marie-Antoinette (1755–1793), die durch die Guillotine starb. Stattdessen präsentiert das Stück eine frische und freche Operngeschichte, die nie stattgefunden hat. Marie-Antoinette wird als Pop-Ikone dargestellt.

Zahlreiche Bezüge zur Gegenwart werden geschickt eingearbeitet. Die Hauptfigur wird von Wendy Krikken mit starker Stimme und viel Humor verkörpert. An ihrer Seite stehen Franz Schilling als König Ludwig XVI. sowie Cosima Büsing als Cécile, die einzige Dienerin im Schloss Versailles. Büsing meistert außerdem mehrere Rollen wie Kardinal de Rohan, Guillaume und Napoleon. Dabei überzeugt sie mit passender Mimik und Gestik.

Ironie, Anspielungen und beeindruckende Bühnenbilder

Die Bühnenausstattung des barocken Schlosses zeigt virtuelle Ausblicke auf die Gärten von Versailles. Die Requisiten sind sorgfältig gewählt und unterstreichen die Wirkung des Stücks. Das unzufriedene Volk wird eindrucksvoll von Mitgliedern der We DO Opera und der Bürger*innenOper dargestellt.

Wendy Krikken als "Marie Antoinette". Foto: (c) Björn Hickmann
Wendy Krikken als „Marie Antoinette“. Foto: (c) Björn Hickmann

Ein kleines „Zelt“ an der Bühne dient den Dortmunder Philharmonikern unter der Leitung von Marc L. Vogler als Spielstätte. Hier wird die Musik vielseitig eingebracht – von Barock-Pop und Rock über Jazz bis hin zu Weltmusik.

Der Plot: Seit über zwanzig Jahren sind Marie-Antoinette und König Ludwig im Schloss Versailles gefangen – mit nur einer Dienerin und ohne Kuchen. Ihre Hinrichtung wird immer wieder hinausgezögert. Müssen sie es selbst in die Hand nehmen? Während Marie-Antoinette die große Dame spielt, versinkt Ludwig im Selbstmitleid. Die Dekadenz und Ignoranz gegenüber der neuen Zeit sind überall spürbar. Warum protestiert das Volk? Und warum erscheinen ständig ungebetene Gäste?

Am Ende überschlagen sich die Ereignisse: Ludwigs selbstgebaute Guillotine funktioniert. Die beiden Herrscher müssen erkennen, dass sie in der neuen Welt keinen Platz mehr haben. Der im Keller gefundene Kuchen ist längst verdorben.

Die Aufführung lebt von ironischen Brechungen, gezielten Anspielungen und starken Leistungen aller Beteiligten.

Infos zu weiteren Aufführungsterminen finden Sie unter www.theaterdo.de oder Tel.: 0231/50 27 222.




Ein musikalisch-klassischer Rundgang der besonderen Art

Das Wiener Klassik Konzert der Dortmunder Philharmoniker entführte das Publikum auf einen musikalisch-klassischen Rundgang durch die Welt bekannter Kompositionen dieser Epoche. Wie damals üblich, übernahm die 1984 in Frankreich geborene Geigerin Chouchane Siranossian gleichzeitig das Dirigat.

In einer kleineren Besetzung des Orchesters, bestehend aus Streichern, begann das Konzert mit Wolfgang Amadeus Mozarts (1756–1791) „Eine kleine Nachtmusik“ (G-Dur KV 525). Dieses viersätzige, wohl berühmteste Werk des Komponisten, besticht durch seine unbeschwerte, variationsreiche und ausdrucksstarke Musik.

Beim Violinkonzert in C-Dur  in C-Dur von Johann Christian Bach zeigte Chouchane Siranossian ihr Können. (Foto: Timo Klostermeierr/pixelio.de)
Beim Violinkonzert in C-Dur in C-Dur von Johann Christian Bach zeigte Chouchane Siranossian ihr Können. (Foto: Timo Klostermeier/pixelio.de)

Beim folgenden Violinkonzert in C-Dur von Johann Christian Bach (1735–1782) wurden die Streicher durch Blasinstrumente unterstützt. In dieser Sinfonie bewegt sich Bach-Junior in den drei Sätzen auf der Grenze zwischen den Epochen und wechselt dabei ständig die musikalische Richtung. Die Komposition weist mal voraus auf den frühen Mozart, dann wieder zurück auf Antonio Vivaldi. Ein interessantes Hörerlebnis und technisch herausfordernd für die Philharmoniker und die Gast-Violinistin. Johann Christian Bach, der jüngste Sohn von Johann Sebastian Bach, lebte übrigens einige Zeit in London, wo er auch den damals achtjährigen Mozart kennenlernte und in dessen musikalischer Entwicklung förderte.

Virtuosität und Melancholie

Wie virtuos Siranossian ihr Instrument beherrscht, zeigte sie auch in ihrer rasanten und anspruchsvollen „italienisch-barocken“ Zugabe vor der Pause.

Die Sinfonie Nr. 45 in fis-Moll, die sogenannte „Abschiedssinfonie“ (Hob. I:45) von Joseph Haydn (1732–1809), unterscheidet sich nicht nur durch die Grundtonart von den beiden vorherigen Kompositionen. Die finstere, melancholische und vom Sturm und Drang beeinflusste Stimmung zieht sich durch alle vier Sätze. Ein leidenschaftlicher und erregter Grundton prägt insbesondere den ersten und den vierten Satz. Der zweite Satz, der düster und langsam vorantreibt, mündet in einen kontrastreichen dritten Satz (Menuett).

Im vierten Satz, der der Sinfonie ihren Namen verleiht, verabschieden sich die Musiker*innen nach einer spannungsgeladenen Choreografie nacheinander von der Bühne, bis am Ende nur noch zwei einsame Geigen übrigbleiben.




Der Zauber von Oz als modern-fantasievolles Abenteuer

Wer kennt nicht die Geschichte vom „Zauberer von Oz“ (Lyman Frank Baum) aus dem Jahr 1900 und die berühmte Filmversion (1939) mit Judy Garland?
Die Inszenierung des Stücks „Der Zauber von Oz“ (Regie: Johanna Weißert) basiert auf der frisch-modernen Fassung des Autors Sergej Gössner.
Die Premiere fand am 02.09.2024 im Kinder- und Jugendtheater (KJT) Dortmund statt.

Doro, wunderbar gespielt von Anna Reizbikh (im Rollstuhl), lebt hier mit ihrer alleinerziehenden, berufstätigen Mutter (Bianka Lammert) in der sechsten Etage eines schäbigen alten Wohnblocks Nr. 39. Um dem Alleinsein zu entfliehen, taucht Doro in die (Traum-)Welt des neuen Handyspiels SMARAGDCITY ein oder singt. Plötzlich stürmt es draußen, und ein Heißluftballon schlägt an ihr Fenster. Unvermittelt landet sie im Land Oz.

Annika Hauffe, Anna Reizbikh, Sar Adina Scheer, Andreas Ksienzyk, Thomas Ehrlichmann, Bianka Lammert. Foto: (c) Birgit Hupfeld
Annika Hauffe, Anna Reizbikh, Sar Adina Scheer, Andreas Ksienzyk, Thomas Ehrlichmann, Bianka Lammert. Foto: (c) Birgit Hupfeld

Ein fantasievolles Abenteuer im Land Oz

Zurück kommt sie nur mit der Hilfe des Zauberers. Dafür muss sie sechs Smaragde gewinnen und begegnet dabei der Hexe (Bianka Lammert), dem zerstreuten Strohmann (Thomas Ehrlichmann), der Blechfrau (Sar Adina Scheer) mit Liebeskummer, dem mutlosen Löwen (Andreas Ksienzyk) sowie der Porzellanprinzessin (Annika Hauffe). Gemeinsam stürzen sie sich in das Abenteuer.

Fantasievoll gestaltet waren nicht nur das Bühnenbild (Julia Schiller), sondern auch die Kostüme. Für die sensible musikalische Begleitung sorgte Michael Kessler.
Wie so oft gelang es dem engagierten KJT-Ensemble, sich mit viel Spielfreude und Empathie in ihre verschiedenen Rollen hineinzuversetzen.

Klischees und Vorurteile werden mit Humor begegnet. Gemeinsam kann man viel schaffen. Trotz persönlicher Schwächen setzen die Figuren ihre individuellen Stärken ein, um ein gemeinsames Ziel (zum Wohl aller) zu erreichen.

Weitere Aufführungstermine erfahren Sie wie immer unter www.theaterde.de oder Tel.: 02321/ 50 27 222.




Eintauchen in die Wunderwelt Ozean bei Phoenix des Lumières

Neben der Dali-Dauerausstellung können Interessierte ab dem 28.09.2024 bis Anfang 2025 in zwei immersiven Tauchgängen bei einer Sonderausstellung tiefer in die „Wunderwelt Ozean“ – Phoenix des Lumières (am Dortmunder Phoenix-West Park) eintauchen. Die Presse hatte bereits am 26.09.2024 die Gelegenheit, diesen „immersiven Tauchgang“ (ca. 45 Minuten) zu erleben.

Die Produktion lag in den Händen des Culturespaces Studios, die aufwendigen Sounds stammen von START REC, und das Design sowie die Animation von SPECTRE LAB. Über zehn Monate wurde an der Ausstellung gearbeitet. Es wurden unter anderem 100 Projektoren eingesetzt.

Seepferdchen in ihrer Pracht sind auch zu bewundern in der Sonderausstellung von Phoenix des Lumières. (Foto: culturspaces Falko Wübbecke)
Seepferdchen in ihrer Pracht sind auch zu bewundern in der Sonderausstellung „Wunderwelt Ozean“  von Phoenix des Lumières. (Foto: culturspaces Falko Wübbecke)

An allen Wänden, im runden „Spiegelsaal“ (mit vielen effektvollen Spiegelungen) in der Mitte und durch Bodenprojektionen werden die Besucherinnen und Besucher auf eine besondere Weise in die faszinierende Ozeanwelt hineingezogen. Neben den Klängen sind auch das Rauschen des Meeres und die „Stimmen“ der dort lebenden Tiere zu hören. Je nach Standort der Besucher verändert sich die akustische Wahrnehmung.

Eine faszinierende Reise in die Tiefen des Ozeans

Beim ersten Tauchgang beginnt die Reise in tropischen Gewässern. Zu sphärischen Klängen schweben galante Riesenschildkröten und Korallenfische durch die Projektionen. Am Meeresgrund suchen kleine tropische Fische mit bunten Schuppen in der Tiefe nach ihrer Nahrung (Schwämme, Algen, Kleinkrebse), die dabei helfen, das Ökosystem zu regulieren.

Die Reise führt weiter an Bord eines gesunkenen U-Boots und zu eindrucksvollen Kreaturen wie Riesenkrebsen, Hammerhaien, Schwarzspitzenriffhaien und majestätischen Mantarochen. Der Einblick in die verborgenen Geheimnisse der Dunkelheit endet mit einem leuchtenden Tanz der Quallen.

An der Wasseroberfläche wird der störende Einfluss von Motorengeräuschen sichtbar, ebenso wie die Problematik der Überfischung. Außerdem wird auf die Gefahren durch Müll (wie Mikroplastik) und alte Netze hingewiesen.

Der zweite Tauchgang führt in 300 Meter Tiefe, in eine fast absolute Dunkelheit. Dort offenbart sich eine außergewöhnliche, teils furchteinflößende Tierwelt. Besonders faszinierend sind die biolumineszierenden Mikroorganismen.

Weiter geht es in die „gefrorenen polaren Welten“, wo Orcas, Robben und Pinguine in einem immer kleiner werdenden Lebensraum um ihr Überleben kämpfen.

Der letzte Tauchgang zeigt uns die majestätischen Wale, darunter Blau- und Buckelwale, die mit kraftvollen Spritzern über große Entfernungen hinweg mit ihren Gruppen kommunizieren.

Diese Sonderausstellung macht eindrucksvoll deutlich, wie schön, schützenswert und als Lebensgrundlage bedeutsam die „Wunderwelt Ozean“ ist.

Die Öffnungszeiten des Kunstzentrums

Dienstag bis Donnerstag, von 10 bis 17 Uhr
Freitag und Samstag, von 10 bis 21 Uhr
Sonn- und Feiertage, von 10 bis 18 Uhr
Stille Feiertage am 01.11., 17.11. und 24.11.: geschlossen

Wunderwelt Ozean – Infos im Überblick
Laufzeit: 28. September 2024 bis 5. Januar 2025

Spielzeiten:
28.09. bis 31.10. und 21.12. bis 05.01.
Mi-So: 14.30 Uhr bis 19:00 Uhr
Di: 10.00 Uhr bis 19:00 Uhr

02.11. bis zum 20.12.
Di: 10.00 Uhr bis 17:00 Uhr
Sa: 14.30 Uhr bis 21:00 Uhr

Zusätzlich zeigt Phoenix des Lumières die Sonderausstellung in den NRW-Herbstferien (14.10. bis 26.10.) und Winterferien (23.12. bis 05.01.) montags 14:30 Uhr bis 19:00 Uhr.

Innerhalb der übrigen Öffnungszeiten laufen weiterhin die Ausstellungen Dalí, Gaudí und 3 Movements.

Preise

Regulärer Tarif 16 €
Seniorentarif (ab 65 Jahre) 15 €
Ermäßigter Tarif (Schüler:innen, Studierende,
Auszubildende, Personen mit
Schwerbehindertenausweis (Schwerbehinderte
Menschen mit Merkzeichen B sind zur
Mitnahme einer Begleitperson berechtigt).
Bei Vorlage eines Belegs, der – 6
Monate alt ist.) 14 €
Kinder & Jugendliche (5-17 Jahre) 10 €
Familientarif (2 Erwachsene + 2 Kinder) 42 €
Geschenk-/Flextickets 25 €
Gruppe (ab 15 Personen) 13 € pro Person
Schulklassen 8 € pro Person
Freier Eintritt für Kinder unter 5 Jahren

Der Besuch der Ausstellung ist für Kinder unter 2 Jahren nicht empfohlen.
An Familientagen (dienstags) gibt es vergünstigte Preise beim Eintritt für Erwachsene, Kinder & Jugendliche und Familien.

Eintrittskarten
Die Eintrittskarten sind erhältlich unter: https://www.phoenix-lumieres.com/de/online-tickets

 




Pop trifft Philharmonie: Stefanie Heinzmann begeistert mit musikalischer Vielfalt

Die Dortmunder Philharmoniker luden am 23.09.2024 unter dem Titel „Pop Symphonie“ zum 1. Konzert für junge Leute der neuen Spielzeit ein.
Im Konzerthaus kam es zu einem spannenden Zusammentreffen von Pop-Songs der stimmgewaltigen Schweizer Sängerin Stefanie Heinzmann und der musikalisch starken Live-Begleitung durch die Philharmoniker.
Für den Abend mussten die insgesamt vierzehn Songs speziell neu arrangiert werden. Diese Arrangements wurden einfühlsam von Miki Kekenj erstellt, der gleichzeitig auch als Dirigent mit seinem „Zauberstab“ auf der Bühne agierte. Übrigens absolvierte Kekenj vor einigen Jahren ein Praktikum bei den Dortmunder Philharmonikern.

R_K_B_by_knipseline_pixelio.de
R_K_B_by_knipseline_pixelio.de

Stefanie Heinzmann war nicht alleine auf der Bühne. Eva Schäfer und Leslie Jost unterstützten sie tatkräftig mit ihren kraftvollen Stimmen.

Emotionale Einblicke und kraftvolle Stimmen

Es ist erstaunlich, welche positive Power und Präsenz die zierliche, fragil wirkende Sängerin in ihrem luftigen Kleid auf die Bühne brachte.
Das Publikum erfuhr während der zahlreichen kurzen Gespräche zwischen Stefanie Heinzmann und Kekenj auch einiges über den persönlichen Hintergrund der Songs und das Leben der Künstlerin.
So erzählte sie unter anderem von ihrer selbstzerstörerischen Teenagerzeit und ihren Problemen mit der Selbstliebe. Besonders im Song „Little Universe“ geht es darum, das „kleine Universum“ in sich selbst und bei geliebten Menschen zu finden. Denn nur, wer sich selbst liebt, kann auch andere lieben.
Das Thema, über sich selbst hinauswachsen zu müssen, behandelt der Song „Bigger“.
Musikalisch überzeugte das Programm durch seine Vielfalt – mal nachdenklich ruhig, dann wieder eruptiv und aufbrausend, wechselnd zwischen Pop, Funk und Soul.
Das Publikum wurde immer mehr in den Bann gezogen, und am Ende gab es verdientermaßen Standing Ovations.




Fulminante Internationale Ballettgala XXXIX in Dortmund

Der Dortmunder Ballettintendant Xin Peng Wang zog auch in diesem Jahr zahlreiche Ballettstars aus Europa (Amsterdam, Berlin, Dresden, München, Lissabon, London, Paris) in unsere Stadt.

Die 39. Internationale Ballettgala am 21. und 22. September 2024 bot die gesamte Bandbreite des Genres. Moderiert wurde der Abend wie gewohnt humorvoll und charmant von Kammersänger Hannes Brock.

Bolero (Jiří Bubeníček): Jenny Laudadio, Jon Vallejo (Semperoper Ballett). Foto: (c) Leszek Januszewski
Bolero (Jiří Bubeníček): Jenny Laudadio, Jon Vallejo (Semperoper Ballett). Foto: (c) Leszek Januszewski

Den Auftakt bildete eine Reminiszenz an die erfolgreiche Choreografie von Xin Peng Wangs „Schwanensee“ (Musik: Peter Tschaikowsky) mit Tänzer*innen des Dortmunder Balletts sowie des NRW Juniorballetts.

Klassisch-romantisch ging es weiter mit „Renaissance“ (Choreografie: Sébastien Bertaud, Musik: Félix Mendelssohn; Besetzung: Bleuenn Bettistoni, Ballet de L’Opéra Paris) und „Le Parc“ (Choreografie: Angelin Preljocaj, Musik: W.A. Mozart; Besetzung: Yasmine Naghadi, Julian MacKay).

Ein vielfältiges Ballett-Erlebnis

Die Ausdrucksmöglichkeiten des modernen zeitgenössischen Balletts demonstrierten eindrucksvoll die beiden Choreografien „O“ und nach der Pause „I“ von Philippe Kratz, der vor 18 Jahren selbst zur Dortmunder Company gehörte. Beide Stücke wurden wunderbar von Casia Vengoecha und Toon Lobach interpretiert.

Mit „Giselle“ (Musik: Adolphe Adam; Choreografie: Marius Petipa; Besetzung: Anna Tsygankova und David Motta Soares, Het Nationale Ballet Amsterdam, Staatsballett Berlin) zeigten die Tänzer*innen ihr Können auch in „Penumbra“ (Choreografie: Remi Wörtmeyer).

Eine empathisch-rasante Choreografie von Jiri Bubeníček zu Ravels „Boléro“, meisterhaft dargeboten von Jenny Laudation und ihren vier männlichen Partnern (Semperoper Ballett, Dresden), leitete die Pause ein.

Nach der Pause folgte „Love, Fear, Loss“, sensibel auf dem Flügel von Marcos Madrigal begleitet. Dieses klassische, romantisch-melancholische Ballettstück, inspiriert von der Musik von Piaf, Brel und Dumont, präsentierte Ballettgrößen der Companhia Nacional de Bailado, Lissabon.

Zum französisch geprägten Abend passte die an die Französische Revolution angelehnte Choreografie „Flammes de Paris“ von Wassili Valonen (Besetzung aus dem Royal Ballet, London, und dem Bayerischen Staatstheater, München).

Eine virtuose Kostprobe aus „Ein Mittsommernachtstraum“ (2020; Choreografie: Alexander Ekman, Musik: Mikael Karlsson) mit Akteur*innen des Balletts Dortmund und des NRW Juniorballetts rundete den Abend für das begeisterte Publikum ab.




„Türmer-Produktion Ballett“ auf dem Dortmunder U-Turm

Am Abend des 19.09.2024 konnte eine geladene Gruppe von Ballett-Freunden und Pressevertretern an einer besonderen Weltpremiere in Dortmund teilnehmen. Die „Türmer-Produktion Ballett“ – eine faszinierende Kombination aus Tanz, Choreografie und Film – wurde auf dem Dortmunder U-Turm präsentiert. Diese Aufführung stellt eine zukunftsweisende Zusammenarbeit zwischen Adolf Winkelmann,  dem Filmproduzenten und Professor für Film-Design an der FH Dortmund und Xin Peng Wang, dem Ballettintendanten Dortmunds, dar.

Die Tanzenden sind eine neue Attraktion der fliegenden Bilder, eine Kollaboration zwischen Xin Peng Wang (Ballettdirektor) und Adolf Winkelmann (Fliegende Bilder)
Die Tanzenden sind eine neue Attraktion der fliegenden Bilder, eine Kollaboration zwischen Xin Peng Wang (Ballettdirektor) und Adolf Winkelmann (Fliegende Bilder)

Die U-Turm-Bilderuhr, eine bekannte Kunstinstallation auf der Dachkrone des Dortmunder U, zeigt seit dem 28. Mai 2010 auf neun Projektionsflächen Filmbilder, die weithin sichtbar in den Himmel über der Stadt gesendet werden. Damals wurden „fliegende Tauben“ als Hommage an die Tradition der Brieftaubenzucht im Ruhrgebiet gezeigt. Nun greift die „Türmer-Produktion Ballett“ dieses visuelle Konzept auf und verbindet es mit einer modernen Interpretation von Tanz und digitaler Kunst.

Tanz trifft auf digitale Kunst im öffentlichen Raum

Der Begriff „Türmer“ bezieht sich auf die historischen Turmwächter, die über die Städte wachten. Im Rahmen dieser neuen Produktion tanzen jeweils acht Frauen und Männer aus der Dortmunder Ballett-Company von 6 bis 22 Uhr für wenige Minuten mit Handylichtern auf den Projektionsflächen – besonders eindrucksvoll in den Abendstunden, wenn die Lichter die Dunkelheit durchbrechen. Die visuelle Wirkung wird durch die Unterstützung von erfahrenen Ton- und Lichtexperten verstärkt, was die Premiere zu einem beeindruckenden Erlebnis machte.

Vor der Aufführung hatten die geladenen Gäste die Möglichkeit, hinter die Kulissen der Digital-Werkstatt auf der ersten Etage zu blicken. Dort erhielten sie humorvolle Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Projekts und spannende Informationen über die technische Umsetzung. Diese exklusive Führung ermöglichte es, die kreative Arbeit und die Herausforderungen, die hinter der „Türmer-Produktion Ballett“ stecken, besser zu verstehen.

Mit Einbruch der Dämmerung begann die eigentliche Premiere, die von einem beeindruckenden Ausblick vom Außengelände in der Nähe des Residence Inn by Marriott auf die LED-Wände des U-Turms begleitet wurde. Das Projekt verleiht der Stadt Dortmund ein neues kulturelles Alleinstellungsmerkmal und unterstreicht ihre Strahlkraft in der Kunst- und Tanzszene.




Junge Kunstschaffende auf der Suche nach „Lost Places“

Auf der zweiten Etage der uzwei (Zentrum für kulturelle Bildung) im Dortmunder U findet vom 20.09.2024 bis 02.02.2025 ein besonderes interaktives Ausstellungsprojekt statt. Es trägt den Titel „Lost and Found“. Die Ausstellung setzt sich intensiv mit dem Konzept der „Lost Places“ auseinander. Sie zeigt, wie junge Kunstschaffende diese geheimnisvollen Orte künstlerisch interpretieren.

Über ein Jahr hinweg haben neun junge Menschen im Alter von 16 bis 22 Jahren das Thema „Lost Places“ erforscht. Unterstützt wurden sie von den Kuratoren Norman Grotegut und Hans Peters. Dabei haben sie einen kreativen Transformationsprozess durchlaufen. Zahlreiche Expert*innen aus den Bereichen Video-Installationen, VR-Animationen und Szenografie begleiteten sie bei ihrer Auseinandersetzung mit Lost Places.

Ausstellung über "verlassene Orte" in der uzwei
Ausstellung über „verlassene Orte“ in der uzwei

Es entstanden faszinierende und interaktive Werke. Diese laden oft dazu ein, tiefer in die Welt der Lost Places einzutauchen – auch mit VR-Brille. Von einer Lichtinstallation mit einem Bauzaun über VR-Animationen verwunschener Orte bis hin zu einem Klavier, das vergessene Melodien spielt, wird das Konzept der Lost Places vielfältig dargestellt.

Ein „Lost Place“ ist nicht nur ein verlassener Ort, sondern auch ein Gefühl, eine Erinnerung oder ein altes Foto. Schon beim Betreten der Ausstellung werden die Besuchenden von einem riesigen, künstlichen Brombeerstrauch empfangen. Dieser steht symbolisch für die gemeinschaftliche Arbeit an diesem Projekt, das Lost Places kreativ aufarbeitet.

 

Künstlerische Interpretationen von Lost Places

Aldelina Lavreentiyev lässt uns in ihrer Ghost Peppers-Projektion am Leben von „Hildemaus“ teilhaben. Diese basiert auf einem vergessenen Poesiealbum. Chantal Hedtkamp interpretiert Lost Places in „Message Behind“. Hier sind hinter verschlossenen Türen Botschaften verborgen, die zu einem vergessenen Kommunikationsort werden.

Sehr berührend ist die Arbeit „Kraft des Andenkens“ von Hayati aus dem Libanon. Auf einem Teppich liegt ein Schutthaufen, aus dem eine weiße Gips-Hand herausragt. Diese Hand steht als Symbol für Hoffnung inmitten der Zerstörung eines Lost Place. An den Wänden hängen Fotografien von Menschen, die einst an diesem verlorenen Ort lebten.

Juri Muzychenko zeigt in seinen Kohlezeichnungen die Folgen des industriellen Strukturwandels für Lost Places. Diese Orte wurden verlassen, und das Leben der Menschen, die dort lebten, hat sich verändert.

Leonie Galbarsch erweckt in „Vergessene Harmonie“ ein altes, vergessenes Klavier zu neuem Leben. Immer wieder spielt es Melodien, die an die verlorenen Klänge eines vergessenen Ortes erinnern.

Interaktive Erlebnisse in verlorenen Welten

In der Videoarbeit „Floating“ von Maryam Kannouj geht es um das Gefühl des Verlorenseins im Alltag. Die Installation lädt dazu ein, in die Welt der Lost Places einzutauchen und für einen Moment innezuhalten.

Die Installation „Ist da was?“ spielt mit der Magie verlassener Orte. Sie fordert die Besuchenden auf, einen Bauzaun zu betreten, der einen Lost Place umgibt. Durch die Absperrung entsteht eine besondere Anziehungskraft, die Neugier weckt.

Metin Bingöl verbindet in „You know me“ Horrorelemente mit der Idee der Lost Places. Mit einer VR-Brille können die Besuchenden in einer verlassenen Badeanstalt umhergehen. Sie müssen nach einem Ausgang suchen. Dieses Erlebnis macht die Faszination von Lost Places intensiv spürbar.

Mika Finn Klöpper lädt mit seiner „Interactive Landscape“ zum Verweilen ein. Auf einer plüschigen Kissenlandschaft können die Besuchenden durch sanften Druck selbst Architektinnen oder Bildhauerinnen ihrer eigenen Lost Places werden.

Eröffnung der Ausstellung: 19.09.2024 um 17:00 Uhr auf der uzwei.

Weitere Informationen erhalten Sie unter uzwei@stadtdo.de oder telefonisch unter 0231/50-23843.