Großer Traum einer kleinen Milbe

Nicht nur ein Buch: Die kleine Milbe kommt mit CD und Lupe.
Nicht nur ein Buch: Die kleine Milbe kommt mit CD und Lupe.

Milben, Motten und Kellerasseln sind eigentlich nicht die beliebtesten Zeitgenossen. Sie werden in der Regel als Ungeziefer wahrgenommen. Es ist Désirée von Delft zu verdanken, dass sie in einem Kinderbuch diese Tiere in Mittelpunkt ihres Buches „Die kleine Milbe Mirabelle“ gestellt hat. Von Delft ist seit 2011 Mitglied des Ensembles des Kinder und Jugendtheater Dortmund. Zu dem Buch gehört eine CD. Musik und Liedtexte zu dem Kinderbuch stammen von Nicolas Krüger und die Illustrationen von Julia Reindell.

Worum geht es in dem Buch? Im Mittelpunkt steht die kleine Milbe Mirabelle und ihre Freunde. Die winzige Milbe wohnt in einem staubigen Zylinderhut und hat den großen Traum, einmal selbst auf der Bühne eines Theaters zu stehen und den Applaus des Publikums zu genießen. Bei der Verwirklichung ihres Traumes helfen ihr die Motte Fifou, die Kellerassel Konstantin, und die hungrige Made Mechthild.

Wer das Buch kauft, erlebt zunächst eine Überraschung: Denn es ist in einer Schachtel verpackt, auf der das Titelbild mit der“Theatermilbe“ prangt. Wer die Schachtel öffnet, findet neben dem eigentlich Buch, eine CD und eine Lupe. Die Lupe ermöglicht es den Lesern und jungen Zuhörern, auch die kleinste Feinheiten auf den fein illustrierten Bildern zu erkennen. Auf der CD sind neben Liedern auch um Text passenden Geräusche vorhanden. Die Lieder sind in der Regel einfach gehalten, mit der Ausnahme des Liedes „Teatro dei Parassiti“. Der Text ist etwas schwieriger, da neben Fantasiewörtern auch lateinische Begriffe wie beispielsweise „Arachnida“ vorkommen. Hier müssten vermutlich die Eltern etwas Hilfestellung leisten. Auch nach mehrmaligen hören und mit der Lupe betrachten der Illustrationen, werden die Kinder immer noch etwas neues zu Entdecken haben.

Die Geschichte zeigt den Kindern, dass es sich lohnt, für seine Träume zu kämpfen und sich dafür auch die nötige Hilfe und Unterstützung von Freunden zu suchen. Außerdem vermittelt die Schauspielerin Désirée von Delft etwas von der Magie des Theaters und der Bedeutung von Kultur im allgemeinen.

 

„Die kleine Milbe Mirabelle“,

Désirée von Delft,

Westkreuz-Verlag, 24,90 €, 44 Seiten

ISBN 978-3944836041




Im Dreivierteltakt ins neue Jahr

Standen beim Neujahrskonzert 2013 noch der nahe Abschied von Jac van Steen und Spanien im Mittelpunkt, wählte der neue Generalmusikdirektor Gabriel Feltz und die Dortmunder Philharmoniker Wien mit Walzern oder Polkas von Johann Strauß Jr., sowie die Operetten von Franz Lehár für 2014 als thematischen Hintergrund aus. Die festliche, in dunkelrot gehaltene Dekoration aus der Operettengala konnte in der Dortmunder Oper gleich wieder Verwendung finden.

 

Der Abend begann mit der Ouvertüre zur Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“ von Otto Nicolai (1810 -1849). Nicolai war der „Urvater“ des sinfonischen Orchesters, wie Feltz dem Publikum erklärte.

Die Sopranistin Mirella Hagen glänzte mit ihrer klaren Stimme bei der Arie der Adele „Mein Herr Marquis“aus „Die Fledermaus“ von Johann Strauß Jr. Danach zeigten die Dortmunder Philharmoniker, das Märsche Lebensfreude vermitteln können. „Das hat schon fast etwas anti-militaristisches, bemerkte Feltz.

Es folgte die temperamentvolle und spritzige Pizzicato-Polka op. 335 von Strauß Jr.. Bei dem folgenden „Kaiserwalzer“ und dem Walzer „An der schönen blauen Donau“ von Strauß Jr. machten der GMD und die die Philharmoniker die Faszination der Walzer und ihre verschiedenen Facetten deutlich. Mal schwungvoll spritzig, mal wienerisch melancholisch.

Julia Amos, die bald in der Operette „Der Graf von Luxemburg“ von Franz Lehár zu hören und bewundern sein wird, brachte gefühlvoll die Arie der Giuditta „Meine Lippen sie küssen so heiß“ aus Lehárs Operette „Giuditta“ auf die Bühne.

Danach folgte die rasante „Tritsch-Tratsch-Polka“ von Strauß Jr.. Ein musikalischer Glanzpunkt war sicherlich auch die von dem badischen Tenor Daniel Ohlmann gesungene Arie des Prinzen Sou-Chong „Dein ist mein ganzes Herz“ aus dem „Land des Lächelns“ von Franz Lehár.

Diese Arie wird vor allem mit dem legendären Richard Tauber in Verbindung gebracht, Da liegt die Messlatte schon hoch. Ohlmann stellte sich dieser Herausforderung.

 

Die Dortmunder Philharmoniker konnten ihr Können mit einigen Soloeinsätzen einzelner Instrumente beim „Perpetuum Mobile op. 257“ von Strauß Jr. Beweisen. Dass Gabriel Feltz nicht nur ein temperamentvoller Dirigent ist, sondern auch über eine gehörige Menge Humor verfügt, bewies er zum Ende dieser Nummer. Um das Ende herbeizuführen, versuchte er es zunächst mit Bestechung, dann sogar mit dem drohenden Einsatz einer Pistole. Selbst ein Zuschauer, der von Feltz den Dirigentenstab bekam, konnte die Musiker nicht zum Aufhören bewegen. Erst als Opernintendant Jens-Daniel Herzog sowie die Solisten auf die Bühne kamen und allen Besuchern ein „Frohes Neues Jahr“ wünschte, war die schnelle Polka beendet. Zum Schluss wurde zur Freude des Publikums der selten gespielte Strauß-Walzer „Rosen aus dem Süden“ op. 399 gespielt. Als krönende Zugabe gab es noch den „Radetzky-Marsch“ von Johann Strauß (Vater).

Ein gelungenes Neujahrskonzert und schwungvoller Beginn für ein hoffentlich gutes Jahr 2014!




Bizarre Morde im Künstlermilieu

Mit Ehemann Friedemann Grenz beschäftigt sich Gabriella Wollenhaupt mit Verbrechen im Künstlermillieu. (Foto: © Grafit-Verlag)
Mit Ehemann Friedemann Grenz beschäftigt sich Gabriella Wollenhaupt mit Verbrechen im Künstlermillieu. (Foto: © Grafit-Verlag)

Die Redakteurin und Kriminalschriftstellerin Gabriella Wollenhaupt, über viele Jahre mit ihren Romanen um die Dortmunder Journalistin mit kriminalistischen Gespür und viel Ironie Maria Grappa bekannt geworden. In den letzten Jahren hat sie zusammen mit ihrem Ehemann, den Literaturwissenschaftler Friedemann Grenz zwei spannende und informative historische Romane „Leichentuch und Lumpengeld“ sowie „Blutiger Sommer“ herausgegeben. Mit „Schöner Schlaf“hat das Duo nun ihren ersten zeitgenössischen Kriminalroman geschrieben.

 

Ohne es wissen vorher zu können, haben Wollenhaupt und Grenz mit diesem Krimi ein brandaktuelles Thema behandelt, denn das Künstlermilieu und Kunstraub spielen eine wichtige Rolle in dem Roman. Erst im November 2013 wurde in den Nachrichten von einem sensationellen Fund in der Münchener Wohnung von Cornelius Gurlitt berichtet. Der sogenannte „Schwabinger Kunstfund“ beinhaltete über 1200 Werke , die nach 1945 als verschollen galten. Bei fast der Hälfte der Werke wird vermutet, dass es sich um NS-Raubkunst handelt.

 

Der Krimi spielt in der fiktiven Stadt Rheinburg und hat mit dem geschiedenen Hauptkommissar Karlo Kant einem etwas bindungsängstlichen und dem Alkohol nicht abgeneigten Protagonisten. Wie ein barockes Gemälde mit entsprechender Kleidung wird eine junge Frau (Maja Schneider) ermordet aufgefunden. Die Spur führt Kant zu einer Freilichtbühne, wo diese Frau sich unter einem falschen Namen um eine weibliche Hauptrolle beworben hatte.

Zur gleichen verändert sich das Leben der schönen Anna Stern. Ihr verschollener Onkel meldet sich nach langer Zeit wieder bei ihr. Er ist im Besitz einer wertvollen Gemäldesammlung und sorgt nun dafür, dass seine Nichte eine Anstellung bei der städtischen Kunsthalle erhält.

Die Spannung in der Kunstwelt steigt, als die Vermutung aufkommt, ein Bild der Sammlung sei ein echter Vermeer. Maja ist nicht das einzige Opfer des „Kostümmörders“, und der Kommissar mit seinem Team sorgt sich bald auch um das Leben von Anna Stern….

 

Das Künstlermilieu wird von Wollenhaupt und Grenz kritisch und mit einem schonungslos offenen Blick in menschliche Abgründe und Schwächen dezidiert beschrieben. Dabei ist der Roman nüchterner und mit weniger Ironie als bei Grappa oder den beiden historischen Kriminalromanen. Mit überraschenden Wendungen gelingt es dem Duo, die Spannung bis zum Ende hin zu steigern.

Außerdem erfahrt der Leser auch noch einiges über neueste Technik, z.B. dem Einsatz von „Drohnen“ bei der Fotografie durch den Redakteur und Fotografen mit dem witzigen Namen Kay Schaumkuss. Da ist sie doch wieder, die feine Ironie. Wollenhaupt und Grenz haben eine Vorliebe für prägnante und (hinter) sinnige Namen.

 

Übrigens: In dem Krimi spielt das Anfang des 20. Jahrhunderts von der pharmazeutischen Firma Merck als erstes Barbiturat auf den Markt gebrachte Schlaf-und Beruhigungsmittel Veronal eine besondere Rolle. Das damals bei Selbstmördern beliebte Mittel wird heute nicht mehr hergestellt. Manche nannten Veronal auch Kalypnon. Das Wort kommt aus dem griechischen bedeutet „Schöner Schlaf“.„Kalos“ heißt auf griechisch schön und „hypnos“ Schlaf. Daher kommt der Titel.

 

„Schöner Schlaf“

Gabriella Wollenhaupt und Friedemann Grenz

grafit-Verlag, 313 Seiten, 10,99 €

ISBN 978-3-89425-428-5




Festlich-schwungvolle Operettengala

Die Operette ist tot? Davon konnte am 13. Dezember bei der festlichen Operettengala keine Rede sein oder wie Gastgeber Kammersänger Hannes Brock angesichts des fast ausverkauften Opernhauses zur Begrüßung sagte: „Es sind aber viele zur Trauerfeier gekommen.“ Die Operettengala „Die ganze Welt ist himmelblau“ zeigte, dass die Operette in seinen Facetten sowohl gefühlvoll, temperamentvoll, humorvoll und für die Interpreten äußerst anspruchsvoll ist.

 

Die Bühnendekoration war in einem festlichen rot gehalten. Neben zwei Kronleuchtern, rotem Vorhang waren auf der linken Seite eine riesige Rose aus Stoff zu sehen.

Das Programm gab Einblicke in die Operetten von Robert Stolz (z. B. Die ganze Welt ist Himmelblau), Johann Strauss ( z. B. Fledermaus), Franz Lehár (z.B. Lustige Witwe), Jacques Offenbach (La Grande Duchesse de Gérolstein), Carl Millöcker (Der Bettelstudent) oder Eduard Künneke ( Der Vetter aus Dingsda).

Gleich drei Dirigenten, nämlich der GMD Gabriel Feltz, Motonori Kobayashi und Philipp Armbruster führten die Dortmunder Philharmoniker musikalisch temperamentvoll und engagiert durch den Abend.

Tatkräftig unterstützt wurden die Interpreten ab und zu durch den elegant gekleideten Chor des Theater Dortmund unter der Leitung von Granville Walker.

Als wunderbarer und charmanter Moderator und Interpret zeigte sich einmal mehr Kammersänger Hannes Brock. Er führt mit viel Witz durch das Programm.

Das Programm selbst setzte sich aus verschiedenen Arten der Operette zusammen. Angefangen von den Offenbach-Operetten über die berühmten Wiener Operetten („Die Fledermaus“) oder den eher burschikosen Berliner Operetten („Der Vetter aus Dingsda“)

 

Ein Highlight des Abends war sicherlich das von Eleonore Marguerre wunderbar vorgetragene Vilja-Lied aus Franz Lehárs „LustigenWitwe“. Nicht nur Brock war schwer begeistert: „Das war schon Weltklasse“. Auch wie Marguerre die schwierigen Koloraturen bei „Conduisez-moi vers celui que j’adore“ („Robinson Crusoe“ von Jacques Offenbach) fast mühelos meisterte, war beeindruckend. Im Duett zusammen mit Hannes Brock konnte sie auch mit „Ich bin ein echtes Wiener Blut“ aus der Operette Wiener Blut von Johann Strauss begeistern.

Zu sehen und zu hören war auch das neue Paar aus Franz Lehárs „Der Graf von Luxemburg“ (Premiere ist am 11. Januar 2014): Julia Amos und Lucian Krasznec. Beide boten eine Kostprobe ihres gesanglichen Könnens mit „Wer hat die Liebe uns ins Herz gesenkt“ aus Franz Léhars „Das Land des Lächelns“.

Für einen gelungenen Abend trugen auch John Zuckerman, Morgan Moody, Anke Briegel und Ileana Mateescu bei. Mateescu verzauberte bei ihrem Lied „Ah, que j’aime les militaires“ aus „La Grande-Duchesse de Gerolstein“ von Jacques Offenbach, nicht nur mit ihrer Stimme, sondern auch mit einem Kleid mit tiefen Rückenausschnitt.

Ein großes Kompliment für die wunderbare Choreographie von Adriana Naldoni für den „Batavia-Fox aus dem „Vetter aus Dingsda“ von Eduard Künneke.

 

Geplant war eigentlich, dass Christian Sist das Lied „Ach , ich hab sie ja nur auf die Schulter geküsst“ aus dem Bettelstudent von Carl Millöcker Lied singen sollte. Sist kam aber erst zum Finale und zur Zugabe auf die Bühne. Als Ersatz beeindruckte Morgan Moody mit „Wenn auch die Jahre enteilen…es war einmal“ aus „Im Reich des Indra“ von Paul Lincke.

 

Die Besucher der Operettengala verlangten eine Zugabe und bekamen sie: Das gesamte Ensemble sang das Finale des zweiten Aktes der „Fledermaus“. Diese Zugabe wurde zur Freude des Publikums wiederholt.




„The Blog House“ geht in die nächste Runde

Die neue Late-Night im Institut des Dortmunder Schauspielhauses wird am 7. Dezember um 22:00 Uhr zum zweiten Mal vom Internetblog ruhrbarone.de präsentiert. Blogger aus dem Revier und dem World Wide Weblesen dort ihre Texte, Essays und aus ihren Romanfragmenten.Das Ganze wird zwischendurch mit Musik aufgelockert und es können sich interessante Diskussionen mit dem Publikum ergeben.

 

Dieses „Blog House“ beschäftigt mit dem gerade in letzter Zeit viel diskutiertem Thema „Freiheit und Verbote“. Denken wir nur an den von den Grünen vorgeschlagenen „Veggie Day“ oder die heißen Debatten zum Rauchverbot und Prostitution. Die Thematik wirft viele Fragen auf.

 

Einige überraschende Antworten haben die dazu geladenen Gäste des Abends. Mit dabei sind der Gründer des preisgekrönten Blogs „publikative.org“ Andrej Reisin. Er liest aus seinem Buch der „Präventivstaat“. Die beiden Ruhrpott-Punks Dennis Rebmann und Philip Stratman lesen aus ihrer neusten Veröffentlichung über diese widerständigste Subkultur „Mit Schmackes – Punk im Ruhrgebiet“. „Punk spielt eine große Rolle wenn es um Freiräume zu schaffen oder Grenzüberschreitungen geht“, erläuterte Thorsten Bihegue, Blogger und Dramaturg am Schauspielhaus. Außerdem mit von der Partie ist „Ruhrbaron“ Martin Kaysh. Er ist vor allem durch seine Rolle als „Steiger“ im Geierabend aber auch als Kolumnist für „Bodo – Das Straßenmagazin“ bekannt.

 

Gastgeber und Moderator des Abends ist der Mitbegründer des Internetblogs ruhrbarone.de Stefan Laurin. Die Redebeiträge dauern etwa 6 bis 10 Minuten. Dazwischen ist etwas Zeit um bei Musik und einem Getränk zu Gesprächen.

 

„Es wäre schön, wenn dadurch eventuell einige Menschen aus dem Publikum angeregt werden, selbst einmal zu schreiben und es zu einer möglichen Vernetzung kommt“, hofft Bihegue.

 

Karten für die „Late-Night“ gibt es für 5,- Euro unter: Tel: O0231/50-27 222 oder unter www.theaterdo.de.

 

Das nächste „BlogHouse“ mit neuem Programm gibt es übrigens im Februar 2014.




Kampf um Bewahrung der Menschlichkeit

Kurzer Moment der Glückseligkeit. Die junge Nawal (Friederike Tiefenbacher) und Wahab (Peer Oscar Musinowski). (Foto: © Birgit Hupfeld)
Kurzer Moment der Glückseligkeit. Die junge Nawal (Friederike Tiefenbacher) und Wahab (Peer Oscar Musinowski). (Foto: © Birgit Hupfeld)

Am 30. November 2013 war Premiere für „Verbrennungen“, nach dem Thriller des im Libanon aufgewachsenen kanadischen Autoren Wajdi Mouawad. Das Buch wurde 2010 unter dem Titel „Die Frau die singt“ verfilmt.Die niederländische Regisseurin Liesbeth Coltof unterstützt schon seit vielen Jahren junge Schauspieler/innen im Gaza-Gebiet und hat dort auch schon verschieden Inszenierungen aufgeführt.Diese besondere Beziehung zum Nahen Osten merkt man auch in ihrer sensiblen Inszenierung von „Verbrennungen“.

 

Zur Geschichte: Die im Nahen Osten aufgewachsene Nawal hinterlässt ihren in Kanada ohne Vater aufgewachsenen 22 Jahre alten Zwillingen Jeanne und Simon nach ihrem Tot durch die befreundete Notarin Hermile (im Film ein Notar) ein verstörendes Testament. Jeanne soll ihren tot geglaubten Vater suchen und Simon den ihm völlig unbekannten Bruder. Vorsichtig nähern sich zunächst Jeanne, dann auch ihrer Simon dem unfassbaren Geheimnis der Mutter, die zuvor fünf Jahre geschwiegen hatte. Langsam setzen sich die einzelnen Mosaiksteine zu einem erschütterndem Ganzen zusammen… Der Ort im Nahen Osten ist bewusst nicht genau lokalisiert. Der Libanon dient nur als ein Muster für Bürgerkriegskonflikte, die zu einem Teufelskreis der Gewalt führen.

 

Wie bewahrt man sich Menschlichkeit in einer Welt des Hasses? Wie durchbricht man den Teufelskreis von Hass und Rache und noch mehr Hass und noch mehr Rache? Diese Fragen tauchen häufiger im Stück auf. Auf den Rat der Großmutter hin lernt Nawal Lesen, Schreiben und selbstständig zu Denken. Das macht sie selbstbewusst und aktiv. Es macht zunächst Mut, Nawal mit all ihrer Hoffnung auf diesem Weg der Menschlichkeit zu begleiten. Trotz Rückschläge will sie sich ihre Menschlichkeit bewahren. Nawal steht für die Millionen von Frauen in den Kriegen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie werden vergewaltigt, getötet und ihrer Kinder beraubt. Die Schrecken, die sie miterlebt haben, machten manche stumm. Wie Nawal. Denn das Schweigen ist für sie besser als dem Hass freien Lauf zu lassen.

 

Die erste Überraschung präsentierte Coltof gleich zu Beginn: Die Bühnenbild ist als Symbol für die Unwissenheit der Kinder ganz in weiß gehalten. Weiße Holzplatten und Stühle und ein heller , flexibel benutzbarer ein und ausfahrbarer Vorhang prägen das Bild.

 

Im Stück werden die verschiedenen Zeitebenen öfter gewechselt. Ausgangspunkt ist das gegenwärtige Wissen der Kinder. Nach und nach erfährt das Publikum durch ihren Blickwinkel mehr von Nawals vom Bürgerkrieg geprägte Biographie. Der Wechsel der Zeitebenen wird hauptsächlich durch Änderung der Beleuchtung verdeutlicht. Die Geschichte von Nawal (Friederike Tiefenbacher), beginnt,als sie im Alter von 14 Jahren von ihrem Geliebten Wahab (Peer Oscar Musinowski) schwanger wird. Das Kind wird ihr weggenommen und verschwindet in einem Waisenhaus. Nach einem weisen Rat ihrer Großmutter „lerne lesen, schreiben, denken“schaffte die die verzweifelte Nawal es, das Land zu verlassen und schreiben zu lernen. Als sie nach drei Jahren in ihr Heimatdorf zurückkommt um nach ihrem Kind zu suchen, schreibt sie stolz den Namen ihrer Großmutter auf deren Grab. Sawda , eine Freundin, eindringlich gespielt von Caroline Hanke , hat den starken Wunsch, ihr zu folgen und ebenfalls lesen zu lernen. Bildung als Mittel zur Befreiung ist ein zentraler Punkt in dem Stück. Eine große Herausforderung stellt sich Friederike Tiefenbacher. Sie spielt die Nawal im Alter von 14 Jahren, dann 17-jährig, 40-jährig im Gefängnis und dann am Ende als über 60-jährige. Sie macht das mit Hilfe kleiner Veränderungen an ihren Haaren, aber vor allem durch ihre Verhalten.

 

Die beiden Zwillinge Jeanne und Simon sind völlig verschieden angelegt. Jeanne (gespielt von Julia Schubert), Mathematik-Dozentin versucht mit Rationalität an die Geschichte heranzugehen. Sie ist sofort bereit, ihren Vater zu suchen und bereist das Land ihrer Mutter. Simon (Sebastian Graf) ist sehr emotional und aggressiv. Er verzeiht ihr ihr langes Schweigen nicht. Simon kompensiert seine Aggressivität dadurch, dass er Amateur-Boxer ist. Erst spät fährt auch er ins Land seiner Mutter, um seinen Bruder zu suchen und erfährt die schreckliche Wahrheit.

 

Andreas Beck und Carlos Lobo spielen mehrere Rollen und haben in dem Stück die Funktion, die Geschichte weiter zu bringen. Sei es als Fremdenführer, Gefängniswärter oder Hausmeister. Oscar Musinowski spielt ebenfalls mehrere Rollen unter anderem Wahab, den Vater des ersten Kindes von Nawal. Die verschiedenen Persönlichkeiten glaubhaft darzustellen ist ihm gelungen.

 

Einen besonderen Kniff hatte sich Coltof noch ausgedacht: Sechs Frauen aus unterschiedlichen nicht-europäischen Ländern waren teilweise mit auf der Bühne (Jeannie Marianna Dressman, Sila Ekiztas, Emine Turhan, Yasemin Ucar, Fatma Ulutopcu und Jing Wu). Sie kamen auf Afrika, China, der Türkei und hatten keinerlei Bühnenerfahrung. Ihre Präsenz machte aber deutlich, dass Vertreibung, Mord und Vergewaltigung noch in weiten Teilen der Welt gang und gäbe sind. Der Teufelskreis Hass und Rache dreht sich immer noch und vor allem die Frauen müssen darunter leiden. Oftmals ohne Bildung müssen sie dem jeweiligen Sieger zu Willen sein. Bildung und selbstständiges Denken sind sind jedoch sicherlich wichtige Grundlagen zur Durchbrechung dieses Teufelskreises.

 

Musik und Bilder wurden bei der Inszenierung dezent aber wirkungsvoll eingesetzt.  Ein großes Kompliment an das gesamte Ensemble. Es ist ihnen gelungen, das Publikum tief zu berühren. Da flossen bei einigen auch ein paar Tränen.  „Verbrennungen“ berührt durch seine sparsame Inszenierung, durch das Spiel der Schauspieler und der sechs Frauen. Das Stück fängt an wie ein geschichtlicher Familienkrimi an, wo am Ende nur das Schweigen bleibt, um die Menschlichkeit zu bewahren.  So soll Theater sein!

 

Weitere Termine am 5., 14. und 27. Dezember sowie am 08. und 24. Januar 2014.

Karten und Infos unter www.theaterdo.de oder 0231 50 27222.

 




Doppelausstellung zum Thema Identität

Sabrina Richmann (links) und Conny Höflich präsentieren ihre Werke im Projektraum Fotografie.
Sabrina Richmann (links) und Conny Höflich präsentieren ihre Werke im Projektraum Fotografie.

Mit der Doppelausstellung von Sabrina Richmann „weil alles fortläuft, jeden Tag“ und Conny Höflich „Bye-bye, Belyn“ präsentiert der Projektraum Fotografie zwei unterschiedliche Künstlerinnen und unterschiedliche Herangehensweisen an die Frage der Identität.

Belyn. Der Ort klingt fast so wie Berlin, aber ist vermutlich das komplette Gegenteil der Hauptstadt. Denn er ist so klein, dass sich nicht einmal in der Wikipedia Spuren dieses kleines Dorfes finden, so dass wir Conny Höflich vertrauen müssen, dass es in Brandenburg ist. In ihrer Bildern dreht sich alles um die Frage, die sich die Jugendlichen stellen „Kann ich hier bleiben?“. Eigentlich haben sie ihre Identität als Dorfjugend gefunden. Belyn ist ihre Heimat, doch die Infrastruktur zerfällt. Kaum Läden und kaum Arbeitsplätze, wer etwas werden möchte, muss von hier weg. Die ausgestellten Schwarz-weiß Bilder von Höflich verstärken diese Melancholie noch. Der Betrachter stellt sich unwillkürlich die Frage, wie sieht’s dort wohl 2030 aus? Ist das Leben dort noch trister und mühevoller? Sind dann alle Jugendlichen weg? Ihre Bilder stammen aus dem Zeitraum 2004 bis 2007. Im Jahr 2011 ist in der Edition 365 des expose-Verlags das gleichnamige Buch erschienen „Bye-bye, Belyn: In einem Dorf in Brandenburg“.

 

Bei den Farbfotos von Sabrina Richmann handelt es sich um eine Diplomarbeit über die sogenannte „Generation Y“, die um die Jahrtausendwende Teenager waren. „Viele wissen nicht, wohin sie gehen“, erzählte Sabrina Richmann. „Sie wechseln das Studium, probieren neue Wege“. In ihrer Arbeit hat sich nicht nur auf die Bildebene gesetzt, sondern fügte auch noch eine Textebene ein. So benutzte sie das Buch „Fragebogen“ von Max Frisch, um mit den Porträtierten ein zweistündiges Interview zu führen. Einige der Zitate waren auch zwischen den Fotos zu sehen. Richmann reiste drei Monate durch Deutschland und nahm einige Stimmungsbilder auf, die die Porträts ergänzen. Richmann war es wichtig, nicht ihren Freundeskreis vor die Kamera zu bitten, sondern Freunde von Freunden. So reiste sie von Kiel über Würzburg bis hin nach Paulinenaue, einem kleinen Dorf in Brandenburg. Wenn man so will, schließt sich hier wieder der Kreis zur Ausstellung von Höflich.

 

Die Ausstellung ist noch bis zum 11. Januar 2014 zu sehen, der Projektraum Fotografie in der Huckarder Straße 8-12 ist geöffnet donnerstags von 16 bis 19 Uhr und samstags von 14 bis 18 Uhr.




Wenn Kleider Leute machen

Herline Koelbl vor der Schornsteinfegerin (links privat / rechts offiziell).
Herline Koelbl vor der Schornsteinfegerin (links privat / rechts offiziell).

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund zeigt vom 30. November 2013 bis zum 2. März 2014 die Ausstellung „Kleider machen Leute“ der konzeptionell arbeitende Fotokünstlerin Herlinde Koelbl. Diese Schau entstand in langjähriger Arbeit im In-und Ausland zwischen 2008 und 2012.

Gezeigt werden die Körper 70 verschiedener Menschen aus verschiedensten Berufsgruppen in Doppelporträts. Auf der rechten Seite sehen wir den General, Bischof, den Feuerwehrmann, die Krankenschwester, die Richterin in Karlsruhe, die japanische Geisha, der Kellner, den Koch, die Schornsteinfegerin, den Pagen und viele mehr in ihren Standesuniformen und Funktionen. Dagegen sind sie auf der linken Seite in der Kleidung abgelichtet, die sie sonst zuhause ganz privat tragen. Neben den großformatigen Fotografien sind kurze Interviews mit den Personen als Text zu lesen.

 

„Die Idee für diese Ausstellung kam mir bei einem Urlaub im ehemaligen Jugoslawien. Die Kellnerin, vorher in ihrer schwarzen Uniform mit weißer Schürze kam mir kurze Zeit spät in einer bunten Kittelschürze ohne Ärmel entgegen. Ich hätte sie fast nicht wiedererkannt und hatte eine ganz andere Wahrnehmung von ihr“, erklärte Koelbl. Sie fügte hinzu: „Ich wollte die Personen nicht in ihrem Umfeld fotografieren, denn der Mensch sollte im Mittelpunkt stehen. Deshalb habe ich einen grauen oder weißen Hintergrund gewählt. Es war mir wichtig, die Wandlung der unterschiedlichen Menschen in ihrer Funktion und als Privatpersonen zu zeigen. Außerdem sollten sie nicht in keiner Freizeitkleidung, sondern in ihrer ganz privaten Wohlfüllbekleidung fotografiert werden.“

 

Es zeigte sich, dass die fotografierten Personen tatsächlich eine andere Haltung in ihrer Standeskleidung einnahmen als in ihrer privaten Kleidung. Das gestiegene Selbstbewusstsein ist ihnen in ihrer Uniform anzusehen. „Es ist, als ob sie einen Schalter umlegen, wenn sie ihre private Kleidung anziehen“, so Koelbl.

 

So trägt zum Beispiel eine Person die einen Beruf ausübt, bei der sie eine beengende Uniform tragen muss gerne zu hause eine legere Kleidung. Uniformen repräsentieren aber weit mehr. So steckt zum Beispiel in der selbstbewussten Haltung und dem Auftreten des Piloten der Lufthansa das Wissen um die enorme Verantwortung.

 

„ In meiner Standes-Uniform werde ich ganz anders wahrgenommen und trete aus der Masse als Individuum heraus“, so sagt es zum Beispiel eine fotografierte Geisha aus Japan in ihrem Interview.

 

„Wir müssen die ganze Sache aber beidseitig betrachten. Der Betrachter der Fotografien kommt auch schon mit einer bestimmten Einstellung zu den verschiedenen Berufsgruppen in die Ausstellung.Wir verhalten uns ja auch unterschiedlich, wenn uns der Arzt in seinem weißen Kittel oder als Privatmensch begegnet“, erläuterte Koelbl.

 

So können „Berufsuniformen“ einerseits das Selbstbewusstsein stärken, lenken aber auch die Aufmerksamkeit auf die Person und erwecken einen ganz bestimmten, mit der Uniform verbundenen Erwartungsdruck.

 

Begleitend zur Ausstellung finden an jedem Sonntag von 11.30 bis 12.15 Uhr öffentliche Führungen statt. Die Teilnahme kostet zwei Euro. Gruppenführungen können unter (0231) 50-26028 gebucht werden.

 

Ein Tipp besonders für Kinder ab sechs Jahren ist der Workshop „Wer bin ich“, für Jugendliche ab zwölf Jahren der Workshop „Pimpen, Posen, Posten“. Die Teilnehmenden besuchen zunächst die Ausstellung und werden anschließend unter der Anleitung des Fotografen Hannes Woidich selbst aktiv. Die Workshops beginnen am 8. Januar 2014. Anmeldung und weitere Information unter Telefon (0231) 50-26028 und in Internet unter info.mkk@stadtdo.de.

 

Der 232 Seiten starke, mit 186 Farbabbildungen versehene Katalog „Kleider machen Leute“ erschien im Hatje Cantz Verlag, Ostfildern. Er ist im Museum für Kunst und Kulturgeschichte und im Buchhandel für 39,90 Euro erhältlich.

 

Der Eintritt in die Schau kostet sechs Euro, ermäßigt drei Euro. Das Kombiticket, das auch den Besuch der Dauerausstellung und der Weihnachtsausstellung im Studio ermöglicht, kostet acht Euro, ermäßigt vier Euro. Bis 18 Jahre ist der Eintritt frei.

Öffnungszeiten des Museums für Kunst und Kulturgeschichte, Hansastraße 3, Dortmund: Dienstag, Mittwoch, Freitag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr, Donnerstag von 10 bis 20 Uhr, Samstag von 12 bis 17 Uhr.




Rastlose Wölfe im Schauspielhaus

Das Ministerium der Wölfe: Mick Harvey, Paul Wallfisch, Alexander Hacke und Danielle de Picciotto. (Foto: ©Thomas Ecke)
Das Ministerium der Wölfe: Mick Harvey, Paul Wallfisch, Alexander Hacke und Danielle de Picciotto. (Foto: ©Thomas Ecke)

Die Uraufführung von „Republik der Wölfe“ wird ein Märchenmassaker mit Live-Musik nach den Gebrüdern Grimm und der amerikanischen Literatin Anne Sexton (1927 bis 1974). Die Premiere findet am 15. Februar 2014 im Schauspiel Dortmund statt. Dann rufen die Regisseurin Claudia Bauer (inszenierte zuletzt in Dortmund „Welt am Draht“) und der Musikalische Leiter des Schauspiel Dortmund Paul Wallfisch und und seine Freunde von der neuen Band „The Ministry of Wolves“ zusammen mit dem Schauspielensemble die „Republik der Wölfe“ aus.

 

Sie katapultieren die von ungeheuerlichen Verbrechen vollen Märchen der Brüder in die Gegenwart und umrahmen sie musikalisch. Dabei spielen die Verstrickungen der Glück suchenden Menschen mit dem Dunklen und Bösen eine wesentliche Rolle. „ Mit ihrer gesellschaftskritischen Metamorphose dieser Märchen (Transformations) von 1971 passt Anne Sexton da sehr gut mit rein“, so Dramaturg Alexander Kerlin.

 

Sexton unternahm mehrere Selbstmordversuche und war mehrfach in psychiatrischer Behandlung. Als eine Art Therapie und Befreiung begann sie, Gedichte zu schreiben und wurde neben Sylvia Plath zur bekanntesten Vertreterin der „Confessional Poetry“.

 

Für die große musikalische Produktion „Republik der Wölfe“ haben sich vier hochkarätige Musiker zusammengefunden und die Band „The Ministry of Wolves“ gegründet. Zu ihnen gehören neben Paul Wallfisch (Botanica), Alexander Hacke (Einstürzende Neubauten), Multi-Instrumentalist Mick Harvey (Mitbegründer von Nick Cave and the bad Seeds) sowie die Mitbegründerin der Loveparade

Danielle de Picciotto. Der Soundtrack für die große musikalische Produktion sind gerade abgeschlossen. Da passt es gut, dass Hacke und de Picciotto gerade für einen Auftritt beim „Small Beast“, dem monatliche Musikclub von Paul Wallfisch zur Zeit in Dortmund für ein erstes Pressegespräch zur Verfügung stehen.

 

Zunächst einmal, warum der der Bandname „The Ministry of Wolves“?

„Wenn es eine Republik der Wölfe gibt, dann sind wir eben das Ministerium der Wölfe“, erläuterte Wallfisch. .„Wölfe spielen in den Märchen eine wesentliche Rolle. Sie sind kraftvoll, klug und rastlos. Wir vier Musiker sind ebenfalls rastlose Reisende in der Welt“, fügte de Picciotto hinzu.

 

Sowohl Paul Wallfisch wie auch Danielle de Picciotto mögen die Gedichte von Anne Sexton.

„ Ich liebe vor allem ihre frechen und zumeist zynischen Texte. Sie hält nicht viel von einem verlogenen „Happy End“ und ist dabei nicht so depressiv wie Sylvia Plath. Beide waren unzufrieden mit ihrer Situation als Frau in der damaligen Zeit“, so de Picciotto.

 

Was erwartet das Publikum musikalisch? Einen Beschreibungsversuch macht Dramaturg Alexander Kerlin: „ Es ist eine Synergie von verschiedenen musikalischen Einflüsse wie beispielsweise Tom Waits, Botanica und Einstürzende Neubauten. Eine dynamische, dramatische, mal ruhigere Musik, die in kein Schema gepresst ist“.

 

Es werden viele Instrumente zum Einsatz kommen. So wird etwa Danielle de Picciotto zum Beispiel an der Autoharp, einem der Zither ähnlichem Instrument, einer Drehleier oder etwa mit der Geige zu hören sein. Hintergrundgeräusche werden mit Hilfe verschiedener Gegenständen erzeugt.

Ab jetzt gehen die Proben mit den Schauspielern los. Dann wird es weitere Infos geben.

 

Neben der Premiere am 15. Februar gibt es das Wolfsrudel auch am 16. Februar, 05., 06., 07., 08., 09. März, 11., 12. und 13. April und am 09., 10. und 11. Mai 2014.

 

Karten unter www.theaterdo.de oder 0231 50 27222.




Interkulturelle Tanzperformance im Dietrich-Keuning-Haus

Probenfoto zu Suburbian Ballad 2. (Foto: © Mina Hassanijani)
Probenfoto zu Suburbian Ballad 2. Monica Fotescu-Uta ist in der Mitte der letzten Reihe zu erkennen. (Foto: © Mina Hassanijani)

Nach dem Erfolg von „Suburbian Ballad“ im letzten Jahr feiert am 1. Dezember 2013 um 18 Uhr „Suburbian Ballad 2“ als Weiterentwicklung im Dietrich-Keuning-Haus (DKH) Premiere. Veranstalter ist der portugisische Folkloreverein R.F. St. Antonio in Kooperation mit dem DKH und den teilnehmenden Folkloretanzgruppen.

Programmleiter des DKH Gernot Rehberg erklärte beim Pressegespräch: „Das ist ein Herausragendes Paradebeispiel für interkulturelle Zusammenarbeit. „Die Idee zu diesem spannenden kultur- und generationsübergreifenden Tanzprojekt entstand im Rahmen des Internationalen Tanzprojekts „Tanz Folk 2011“ im DKH und wurde dann in diesem Jahr im Rahmen der „Internationalen Tanzwerkstatt“ fortgeführt“, erläuterte Thekla Bichler als pädagogische Mitarbeiterin des DKH für die Inhaltliche Bearbeitung zuständig.

 

Einhundert Tänzerinnen, Tänzer und Musiker aus zehn unterschiedlichen Kulturkreisen haben schon seit Anfang 2013 unter der Leitung von der Dortmunder Primaballerina Monica Fotescu-Uta geprobt und und Elemente ihres heimatlichen Folkloretanzes mit modernen Tanzschritten verknüpft. Sie hatten in Tanzworkshops Gelegenheit, sich und ihre unterschiedlichen Tanzkulturen etwas genauer kennenzulernen und eventuelle Hemmungen abzulegen.  „Da gibt es ungewöhnliche Verbindungen wie zum Beispiel von Tango und Flamenco“, so Fotescu-Uta. Die Primaballerina wird diesmal wie auch ihre Kollegen Stephen King (Ballett Dortmund) und Esteban Ruiz Sances („Misterio del Sur“) selbst mit ihrer tänzerischen Qualität zu sehen sein.

 

Erzählt wird eine interkulturelle Liebesgeschichte um ein armes Straßenmädchen mit vielen überraschenden Wendungen und dramatischen Momenten . Ob es ein „Happy End“ gibt? „Am liebsten würde ich das Mädchen „Doina“ nennen. Das ist ein rumänischer Name und bedeutet etwa „traurige Ballade“, verriet Fotescu-Uta. Instrumental begleitet wird das zirka einstündige Programm von Teo Milea (Piano), Sara Magalhaes (Akkordeon) und Vangelis Dalatsis an der Bouzouki.

 

Einlass für die Vorstellung im Dietrich-Keuning-Haus (Leopoldstr. 50-58) ist am 1. Dezember ab 17 Uhr. Der Eintritt kostet im Vorverkauf 7 Euro plus VVK-Gebühr, an der Abendkasse 10 Euro.

 

Da es bis jetzt nur diesen einen Termin gibt, wäre es doch sehr schön, wenn man diesem Projekt nach seiner Weiterentwicklung auch eine Chance geben würde, sich eventuell auch im Opernhaus einem breiteren Ballett-Publikum vorstellen zu können.