Hommage an legendäre Hollywood-Filmmusiken

Mit dem 2. Konzert für junge (und jung gebliebene) Leute entführten die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz am 24. Februar 2014 ihr Publikum im Dortmunder Konzerthaus in die Welt der großen Filmmusiken aus Hollywood. Von „Gone with the Wind“ (Max Steiner) bis zu den „Pirates of the Carribean“ (Klaus Badelt). Für Feltz sind Komponisten wie Max Steiner oder Erich Wolfgang Korngold als Gründungsväter der orchestralen Filmmusik eine Herausforderung und gehören in das Repertoire jedes guten philharmonischen Orchesters. Deshalb ist für jedes Jahr ein „Hollywood-Hit“-Konzert geplant.

 

An diesem Abend standen stand die Musik von neun Hollywood-Filmen von 1940 bis heute im Mittelpunkt. Für humorvolle Überleitungen und Erklärungen zu den einzelnen Filmen sorgte als Moderator Schauspieler Wolfram Boelzle, zur Zeit auch im Bochumer Prinzregententheater als Kurfürst im „Prinz Friedrich von Homburg“ zu sehen. Auch wenn es ab und zu des Guten zuviel war, schließlich sind die meisten Besucher wegen der Musik gekommen.

 

Zu Beginn wurde das Publikum von der Dortmunder Philharmoniker mit der Musik von Max Steiner gefühlvoll in die Welt der des Südstaaten-Melodramas „Vom Winde verweht“ (Gone with the Wind) aus dem Jahr 1940 gezogen. Nach diesem sanften Einstieg wurde mit Bernhard Herrmanns Musik zu Alfred Hitchcocks „Psycho“ ein wenig gruselige Stimmung in den Konzertsaal gezaubert.

 

Danach wurde wieder das Genre gewechselt. Die Komödie „Pink Panther“ist einerseits durch den Spielfilm von Blake Edwards aus dem Jahr 1963 bekannt, in dem es um eine Gruppen von Juwelenräubern geht, aber auch dem jüngeren Publikum durch die Zeichentrickserie „Der rosarote Panther“ mit Paulchen Panther ein Begriff.

Henry Mancini komponierte die Musik für diesen Film ebenso wie für „Frühstück bei Tiffany“ (Breakfast at Tiffany’s) aus dem Jahr 1961. Bei der melancholischen-romantischen Musik von „Moon River“ aus diesem Film konnte das Publikum seinen Gedanken nachhängen und in Ruhe träumen.

 

Auch das Action-Genre durfte nicht fehlen. Mit einem Medley aus bekannten James-Bond-Melodien rockte Gabriel Feltz mit seinen Musikern das Konzerthaus.

 

John Williams hat bei seiner Filmmusik zu „Harry Potter“ sicherlich mal bei Richard Wagner hereingehört, denn die Potter-Suite hatte einige Anleihen beim großen Meister. Es ist erstaunlich (oder auch nicht), dass die Filmmusik zu den aktuellen Blockbustern sehr von der Romantik geprägt ist. Das hörte man besonders bei der Musik der Filme „Titanic“ von James Horner und „Lord of the Rings“ (Herr der Ringe) von Howard Shore.

 

Zum Schluss entführte uns Feltz noch in die Karibik zu den Piraten. Klaus Badelt imponierte das Publikum mit seiner Musik zu „Pirates of the Carribean“ (Piraten der Karibik) so sehr, dass es nochmal in der Zugabe gespielt wurde.

 

Unterstützend zur Musik wurden auch Lichteffekte verwandt, so beispielsweise bei „Psycho“ als das Orchester in kalten blau.weißem Licht getaucht wurde oder zum Schluss als „Kanonenschüsse“ per LED-Leuchten simuliert wurden.

Mit Spezial-Effekten und der zum großen Teil auch bei jungen Leuten populären Filmmusikauswahl ist es dem Generalmusikdirektor und der Dortmunder Philharmoniker nach dem geglückten Experiment mit Klassik und Elektro wieder gelungen, ein jüngeres Publikum ins Konzerthaus zu locken.




Der Kreislauf des Lebens

Am Samstag, den 22. Februar 2014 ist um 19:30 Uhr die Ballett-Uraufführung der „Geschichten aus dem Wiener Wald“ als eine Inszenierung von Ballettdirektor Xin Peng Wang. Die Aufführung basiert auf Motiven des gleichnamigen Volksstücks des Österreich-Ungarn Ödön von Horváth ( 1901 -1938).

 

Musikalisch begleitet wird der Abend von der Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung des ersten Kapellmeisters Motonori Kobayashi. Im Mittelpunkt steht die Musik der Komponisten der „Zweiten Wiener Schule“ Johann Strauß (Sohn) und Alban Berg. Zu hören wird auch die Romanze op. 243, von Johann Strauß in deutscher Erstaufführung sein.

 

Dramaturg Christian Baier erklärte: „ Wir wollen die Geschichte einer Stadt erzählen und was deren Atmosphäre ausmacht. Die „Geschichten aus dem Wiener Wald“ werden zum ersten mal „vertanzt“, oder besser gesagt, auf eine andere Ebene erhoben. Das was wirklich gesagt wird bei Horváth, steht zwischen den Zeilen – in der Stille zwischen den Worten. Daher eignet sich das Stück besonders für das Ballett.“

 

Als Regieanweisung für das Stück steht am Anfang „als verklänge irgendwo immer wieder ein Walzer“. Daher drängt sich diese Musik sofort auf. „Alban Berg zeigt das düstere, gruselige beziehungsweise „entrische“ Wien mit seiner dunklen Schattenseite“, so Baier. „Entrisch“ nennt man auch einige Außenbezirke Wiens.

 

Über seine Inszenierung verriet Xin Peng Wang: „ es werden die vier zentralen Hauptfiguren für das Ballett , Marianne, Valerie, Oskar und Alfred vorkommen. Es geht darum .Was ist Wien unter seiner Oberfläche? Wichtig sind die Menschen, die Gesellschaft. Ballett hat eine eigene Sprache, aber wichtig besonders ist hier die Musik.“

 

Ballettmanager Tobias Ehinger ergänzte: „Wichtig ist uns, die Doppeldeutigkeit von Leben und Tod oder etwa Liebe und Tod zu zeigen. Die Ballett-Kompanie entwickelt eine völlig neue Bewegungssprache zum Walzer, die den allgemeinen Erwartungen nicht entspricht. Als Kontrast wird zum Beispiel auch der Tod im Stück als humorvoll, als Dirigent der Gesellschaft dargestellt. Alle Charaktere sind eigentlich Tote. Das Kind als Hoffnungsträger ist das Einzige das lebt, im Gegensatz zum Volksstück von Horváth.“

 

„Die Geschichten aus dem Wiener Wald“ ist die Geschichte des Lebenskreislaufs von Kleinbürgern mit all seinen Facetten und könnte auch „Geschichten vom Borsigplatz“ heißen, so Ehinger weiter.

 

Zum Bühnenbild erläuterte Frank Fellmann: „ Die Dekoration steht eher im Hintergrund. Die Tänzerinnen und Tänzer der Kompanie stellen mit ihren Bewegungen die Donau, den Wind in den Bäume oder die Gesellschaft dar. So entstehen assoziative Bilder im Kopf des Publikums.“

 

Neben der Premiere am 22. Februar gibt es weitere Termine: So, 09. März 2014, Sa, 15. März 2014, Fr, 21. März 2014, Mi, 26. März 2014, Sa, 29. März 2014, Mi, 16. April 2014, Sa, 26. April 2014, Sa, 03. Mai 2014, Fr, 09. Mai 2014, So, 25. Mai 2014, Sa, 31. Mai 2014 und Sa, 14. Juni 2014

 

Mehr Infos unter www.theaterdo.de




Bildertheater mit Musik zwischen Realität und Fantasie

Claudia Bauer inszeniert das Märchenmassaker "Repubik der Wölfe".
Claudia Bauer inszeniert das Märchenmassaker „Repubik der Wölfe“.

Die Märchen der Gebrüder Grimm werden neu aufgelegt, doch es wird nichts für Kinder. Die Uraufführung von „Republik der Wölfe“ wird ein Märchenmassaker mit Live-Musik, Märchen der Gebrüder Grimm und deren textliche Verarbeitung zwischen Realität und Fantasie durch die amerikanischen Lyrikerin Anne Sexton. Die Premiere findet am Samstag, den 15. Februar 2014 um 19:30 Uhr im Schauspielhaus Dortmund statt.

 

Die Regisseurin Claudia Bauer verlegt die Märchen in die Neuzeit und statt im dunklen Wald geschehen die „Verbrechen“ in der dunklen Stadt. „ Das Fantastische und Fantasiegeschichten interessieren mich schon immer. Mit dieser Stückentwicklung möchte ich die Grimmschen Märchen auf eine moderne urbane Ebene bringen. Ich glaube, die Verbrechen und Bedrohungen der Märchenwelt finden heutzutage nicht mehr im dunklen Wald , sondern in den dunklen Seitenstraßen der Stadt oder in den Wohnungen statt“, so Bauer.

 

Grundlage für die Stückentwicklung sind neun der bekanntesten Grimmschen Märchen. Von „Schneewittchen“ über „Hänsel und Gretel“ bis hin zu „Dornröschen“ werden die bekanntesten Märchen der Gebrüder Grimm durch den Fleischwolf gedreht. Es geht in Richtung Horrorfilm.

 

Die größte Rolle spielt neben dem bildhaften Spiel der Schauspieler die Musik der neu geründeten Band „Ministry of Wolves“ mit Paul Wallfisch (Botanica), Alexander Hacke (Einstürzende Neubauten)n Mick Harvey (Band von Nick Cave) und Danielle de Picciotto (Mitgründerin der Love-Parade). Es ist weder ein Musical noch ein Soundtrack. Bei ihrer genreübergreifenden Inszenierung sollen Musik und das Geschehen auf der Bühne Hand in Hand gehen. „ Wir führen uns dabei gegenseitig und beeinflussen uns wechselseitig“, erklärte Bauer. Neben der Live-Musik werden auch Sound-Elemente eine wichtige Rolle spielen.

 

Die CD der „Ministry of Wolves“ ist ab dem 15. Februar exklusiv im Schauspielhaus zu kaufen, bevor es nach einigen Wochen in den bundesweiten Verkauf geht. Darüber hinaus wird die Band mit den Liedern aus dem Theaterabend auch auf Tournee gehen.

 

Das Stück wird aufwändig inszeniert. Mehr als 85 Kostüme werden für die Schauspieler und den Dortmunder Sprechchor bereitgestellt.

 

Die Premiere am 15. Februar ist bereits ausverkauft. Für die weiteren Termine gibt es noch Karten: 05., 06., 07., 08.,09. März sowie 11., 12., 13. April und 09., 10. und 11. Mai 2014. Weitere Infos: www.theaterdo.de

 




Tragik-Komödie mit Wiener Schmäh

Wer muss jetzt wen trösten? Harald Schwaiger (links) und Richard Saringer.
Wer muss jetzt wen trösten? Harald Schwaiger (links) und Richard Saringer.

Das Austroptt-Team präsentierte im Kino im Dortmunder U am 9. Februar 2014 um 16:00 Uhr zum zweiten Mal eine Aufführung von „Indien“, ein Stück von Josef Hader und Alfred Dorfer. Die Tragik-Komödie ist die dritte Produktion nach „Kunst“ und „6 Tänze in 6 Wochen“, die im Dortmunder U gezeigt wird.

 

Zwei österreichische Gastronomie-Tester, Heinzi Bösel (Richard Saringer) und Kurt Fellner (Harald Schwaiger), befinden sich im Auftrag der EU zusammen in Dortmund und Umgebung, um deren Gaststätten, Pensionen und Hotel zu beurteilen. Beide sind eigentlich zwei Männer, die sich zunächst nicht ausstehen können. Bösel ist ein unglücklich verheirateter zynischer, schmieriger Wiener Grantler. Fellner mimt den „Yuppie“ mit typischen österreichischen Charme und Schmäh, der beleidigt und betroffen erkennt, das seine Freundin einen Liebhaber hat. Mit der Zeit entwickelt sich langsam ein tiefes Verständnis der beiden Männer füreinander und es entsteht eine wirkliche Freundschaft, die durch ein schreckliches Ereignis geprüft wird.

 

„Indien“ entstand als Theaterstück 1991 und kam zwei Jahre später als Film heraus. Für die gebürtigen Österreicher Schwaiger und Saringer war das Stück natürlich ein Heimspiel. Die Zuschauer mussten schon genau hinhören, doch die Mimik der Schauspieler machte den Sprachunterschied wett. Saringer und Schwaiger betonten am Anfang den „Klassenunterschied“ der beiden Männer. Bösel, aus einfachen Verhältnissen, reibt sich an dem Yuppie Fellner und umgekehrt. Quasi Kleinbürgertum gegen Mittelschicht. Nachdem ihre beiden Lebenslügen aufgeflogen sind, entwickelt sich eine Art von Männerfreundschaft.

Der Wechsel von Komödie zu Tragödie kam etwas abrupt. Der Bruch ist wahrscheinlich eher dem Stück zuzuschreiben, als den Schauspielern. Diese brachten die Charaktere einfühlsam auf die Bühne.

 

„Indien“ spielt eine wichtige Rolle. Neben indisch angehauchten Klängen steht das Land für Fellner symbolisch für eine selbst zusammengebastelte Religion und Sehnsucht. Man nimmt sich einfach das Angenehmste aus allen Religionen und schafft sich damit eine „Wohlfühlreligion“.

 

Da Michael Kamp am 09. Februar in Berlin auf der Berlinale war, vertrat ihn Rainer Kleinespel vom KJT, der verschiedene Typen aus der Gastronomieszene spielte.

 

Auch wenn das Stück ein trauriges Ende hatte, war es ein sehr unterhaltsamer Nachmittag mit gut aufgelegten Schauspielern.

 

Weitere Termine sind auf der Seite www.austropott.de zu finden.




Futuristische Siedlungssysteme als Anti-Utopien

Dieses Jahr dreht sich im Dortmunder Kunstverein, Hansastr. 2-4 alles um „Systeme und Strukturen“. In Zeiten von NSA-Überwachung, Banken-und Finanzkrise und anderem ist dieses Thema brandaktuell. Einleitend mit dem Konzept der „Utopie“ zeigt der Kunstverein vom 07.02. 2014 bis zum 29.03.2014 transparente sowie bewegte Installationen, Skulpturen und geschichtete Zeichnungen der Berliner Künstlerin Friederike Klotz in seinen Räumlichkeiten.

 

Klotz entwirft zwischen Ideal und Alptraum unter dem Titel „Bedeckter Himmel“ ein futuristisches Siedlungssystem als eine Art Anti-Utopie. Die Künstlerin zeigt uns eine transparente Miniatur-Welt, wo das Individuum unter völliger Preisgabe alles Privaten von dem Öffentlichen dominiert und kontrolliert wird. Der Einzelne wird zum Teil eines Kollektivs, die Stadt wird zur einer zwar effizienten ökonomischen Einheit aber auch zu einem Ort, dem niemand entrinnen kann.

 

Sie setzt für die Umsetzung ihrer Ideen die unterschiedlichsten Medien ein. Mit Pappkästen, durchsichtigen Kunstharzquadern, mit Fresnel-Linsen gespiegelten und geschichteten Zeichnungen oder bewegten Installationen.

 

Im ersten Bereich der Ausstellung sind zum Beispiel zwei große Trommel-Objekte zu sehen. Aus recycelten Verpackungsmaterial erschafft Klotz Stadtmodule mit winzigen Miniatur-Figuren aus PVC, deren Fundamente auf einer Membran ruhen. Darunter befindet sich ein Lautsprecher, über den in verlangsamter Geschwindigkeit verfremdete Nationalhymnen überspielt werden. Nur durch die Schwingungen der Membran geraten die kleinen Figuren in der Stadt in Bewegung. Getrieben und manipuliert vom Klang innerhalb des Resonanzkörpers irren sie inmitten der Gebäude umher. Alle Wände sind transparent und so lebt man hier in völliger Auflösung des Privaten. Obwohl die kleinen Figuren bei näherem hinsehen durchaus Unterschiede aufweisen, entsteht der Eindruck eines end- individualisierten, funktionierendem Kollektivs. Aus der Geschichte wohl bekannte totalitäre Herrschaftssysteme und Orwells „Big Brother is watching you“ lassen grüßen.

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Im zweiten Bereich sind dreidimensionale Werke wie „Der Turm“ oder „Die Säule“. Hier orientiert sich Klotz an die Dystopie „Simulacron 3“ von Daniel F. Galouye. Der Betrachter schaut von oben oder von der Seite auf eine sich drehende „Welt“ als eine Art „höheres Wesen“.

 

Für ihre Stadtbilder nahm sich Klotz zum teil reale Vorbilder, so ist die Skyline von Shanghai in einem ihrer Werke vertreten, der Rest ist auch fiktiv. „ Bei meinen Arbeiten gibt es eine Überschichtung von Realem und Fiktiven“, erläuterte die Künstlerin. Eine Ausstellung, die zum längeren Innehalten und Nachdenken anregt.

 

Ausstellungseröffnung ist am Freitag, den 7.02.2014 um 19:00 Uhr mit der Begrüßung durch Marion Edelhoff,Vorstandsvorsitzende des Dortmunder Kunstvereins, und einer Einführung durch die künstlerische Leiterin Sandra Dichtl.




Szenische Lesung voll Poesie und Musik

Am Freitag den 31. Januar 2014 durfte das Publikum im Dortmunder Schauspielhaus beim Gastspiel einer szenischen Lesung aus dem Roman „Seide“ des italienischen Autors Alessandro Baricco einen besonderen Abend voll Poesie und sensibler musikalischer Untermalung erleben.

 

Seine Stimme für diese Parabel auf die Liebe, Sehnsucht, Glück und den lange Weg zu sich selbst stellte der Schauspieler Joachim Król (unter anderem auch als Tatort-Kommissar sowie aus vielen Spielfilmen und dem Theater bekannt) zur Verfügung. Das tat er eindringlich, mit eine Prise Humor und gezielt eingesetzten Gesten. Król liest mit dem ganzen Körper, wird laut oder leise und versucht, dem Text einen Rhythmus zu geben.

Unterstützt wurde er dramaturgisch durch den wechselnden Einsatz der Beleuchtung und wenigen per Video auf die Vorhang-Wand geworfenen Hintergrundbildern.

 

Musikalisch begleitet und geschickt untermalt wurde die Lesung von den württembergischen Jazzpreisträgern Gee Hye Lee am Klavier, Christoph Dangelmaier am Bass und Ekkehard Rössle an der Bass-Klarinette und am Saxofon. Zusammen bilden sie das „South of the Border Jazztrio“.

 

Zunächst konnte kurz der Eindruck entstehen, dass die die Musik, die auch einsetzt, während Król spricht, stört. Doch dem Trio gelang, den Abend nicht nur musikalischer gut zu untermalen, sondern dem gesprochenen Worten auch eine weitere sinnliche Ebene hinzuzufügen. So wenn zum Beispiel feine ostasiatische Klänge zu hören sind ,als Joncour Japan betritt oder Vogelgezwitscher beim Betrachten der Voliere.

 

Zum Inhalt des Romans:

Die Geschichte spielt zur Zeit um 1861 in Südfrankreich. Dort lebt der verheiratete Seidenhändler Hervé Joncour. Als die Eier der Seidenraupen in näheren Umgebung von einer Krankheit befallen werden , muss er die weite Reise bis nach Japan auf sich nehmen, um Seidenraupen zu kaufen. Dort zieht ihn eine rätselhafte Schönheit Jahr für Jahr mehr in den Bann. Ohne ihr nahe zu sein oder auch nur ihre Stimme zu hören, erfährt er erotische Abenteuer von großer Befriedigung. Er bekommt seltsame Zeichen und kann sich der Faszination der jungen schönen Frau nicht entziehen. Im laufe der Jahr beendet Kriegsgewalt seine Reisen nach Japan. Er bekommt aber noch einen siebenseitigen Brief mit japanischen Schriftzeichen als letzte Nachricht…

 

Der Roman beschreibt -außer der Liebesgeschichte – sehr gut die Zeit des Exotismus in Frankreich und dem übrigen Europa. Dinge aus China und Japan waren „in“ und die Begeisterung schlug sich auch in Malerei und Musik um, der musikalische Höhepunkt des Exotismus ist sicher Lehárs Operette „Im Land des Lächelns“.

Während Joncours Geschichte poetisch und detailreich beschrieben wird, bleiben andere Figuren eher schablonenhaft, fast wie ein Beiwerk. Baldabiou, der Unternehmer und Kopf hinter den reisen Joncours, ist bestimmend und selbstsicher. Hélène, Joncours Frau, ist die Idealfigur einer liebenden, niemals murrenden Ehefrau. Ihren großen Liebesbeweis erfährt Joncour erst nach ihrem Tod.

 

Eine gelungene Vorstellung vor vollem Haus wurde mit viel Beifall belohnt.




Zwischen Dominanz und Unterwerfung

Wie lange wird Don José (Christoph Strehl) noch cool bleiben, wenn ihn die heiße Carmen (Katharina Peetz) anschmachtet? (Foto: ©Thomas M. Jauk/Stage Picture Gmbh)
Wie lange wird Don José (Christoph Strehl) noch cool bleiben, wenn ihn die heiße Carmen (Katharina Peetz) anschmachtet? (Foto: ©Thomas M. Jauk/Stage Picture Gmbh)

Am Samstag den 1. Februar 2014 hat eine der bekanntesten Opern, Carmen von Georges Bizet (Uraufführung 1875) um 19:30 Uhr Premiere im Dortmunder Opernhaus. Regie führt Katharina Thoma.

 

Seit 2005 beschäftigt sich Regisseurin Katharina Thoma intensiv mit Carmen. „Das Interessante bei Carmen ist ist für mich, das man die Figuren glaubhaft auf der Bühne bringen kann. Die Geschichte bietet zudem reichhaltige psychologische Ansatzpunkte. Carmen ist eine moderne, starke Frau. Zudem ist die Musik fantastisch“, erklärte Thoma.

 

Was erwartet das Publikum? Neben bunten Kostümen, schöner Musik eine zeitgemäße, moderne Inszenierung. „Im Mittelpunkt stehen nicht etwa die „Zigeuner“ oder Sinti und Roma sondern Menschen in Grenzsituationen. Als Arbeiterin in einer Zigarettenfabrik gehört die ihre Unabhängigkeit und Freiheit liebende Carmen zur Unterschicht. Sie strebt wie viele Menschen danach, der Armut zu entkommen strebt nach einem besseren Leben“, so Thoma.

Das verbindet sie mit Menschen, die auch heutzutage als „Prekariat“ in unserem Land oder aber besonders an die Grenze zwischen Erste Welt und Dritte Welt wie zum Beispiel zwischen Mexiko und den USA. Oder denken wir nur an die vielen Menschen, die an den modernen Grenzen wie in Südspanien, auf Lampedusa um ihr Überleben kämpfen.

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Carmen beinhaltet gleich zwei Dreiecks-Geschichten. Auf der einen Seite sind da die schöne und charismatische Carmen, die zwischen Don José, einem „Muttersöhnchen“, aber auch verantwortungsbewussten Soldaten, und dem Torero Escamillo. Der einzige Mann, der ihr überlegen ist. Carmen ist es gewohnt zu dominieren und mit ihrer Schönheit und Charisma alles zu bekommen und zu kontrollieren. Nach und nach bekommt sie eine Ahnung von der Vergänglichkeit ihrer Schönheit. Erst dann ist bereit zur Unterwerfung und wendet sich Escamillo zu.

 

Auf der anderen Seite gibt es da noch Don José, der zwischen seiner Liebe zur charismatischen Carmen einerseits, und einem bürgerlichen Leben mit der bodenständigen Micaela, Wunschkandidatin seiner Mutter, hin und her gerissen ist. Thoma erläuterte: „Don José ist nicht nur ein Muttersöhnchen, sondern musste nach dem frühen Tod seines Vater wohl auch früh Verantwortung übernehmen. In ihm baut sich ein gefährliches Gefühlschaos auf und führt wie bei einer Amok-Tat zur Katastrophe.“

 

Für die Premiere am 1. Februar gibt es noch Restkarten. Weitere Termine SO, 09. FEBRUAR 2014, SA, 15. FEBRUAR 2014, FR, 21. FEBRUAR 2014, MI, 05. MÄRZ 2014, SA, 08. MÄRZ 2014, SO, 16. MÄRZ 2014, SO, 23. MÄRZ 2014, DO, 27. MÄRZ 2014, SO, 20. APRIL 2014 und SA, 05. JULI 2014




Pariser Leben – Dortmunder Opernball 2014

So werden die Tische am Dortmunder Opernball 2014 aussehen.
So werden die Tische am Dortmunder Opernball 2014 aussehen.

In diesem Jahr laden die Theater- und Konzertfreunde Dortmund zusammen mit dem Theater Dortmund mitten im Karneval am 1. März unter dem Motto „Pariser Leben“ zum Dortmunder Opernball 2014 in das Opernhaus ein.

„Diesmal ist das hochklassige Opernensemble unserer Stadt selbst der „Stargast“. Das ist unsere Anerkennung für deren geleistete, von hoher Qualität geprägten Arbeit. Unsere Sängerinnen und Sänger sind ja auch bei anderen Opernhäusern inzwischen hoch im Kurs. Wir feiern sie und uns sozusagen mit einem großen Fest“, erklärte Prof. Dr. Michael Hoffmann, Vorsitzender der Theater- und Konzertfreunde Dortmund e.V..

 

Das Dortmunder Opernensemble bringt mit ihren Stimmen den Mythos Paris auf die Bühne. Musik aus Opern von von Berlioz, Massenet oder etwa George Bizet wird zu hören sein. Also das Beste aus Grand Opera und Opera comique. Opernintendant Jens-Daniel Herzog erläuterte: „Die Vorbereitungen für dieses gesellschaftliche Ereignis sind auf allen Ebenen sind voll im Gange.“ Begleitet wird das Programm musikalisch von der Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz.

 

Erstmals wird das Ballett Dortmund unter der Choreographie von Direktor Xin Peng Wang in das Hauptprogramm integriert. Ballettmanager Tobias Ehinger verriet: „Alle 18 Tänzerinnen und Tänzer des Ensembles werden zu sehen sein. Sie bringen Wiener Walzer von Johan Strauss auf eine besondere humorvolle Weise auf das Parkett. Lassen Sie sich überraschen.“

 

Kulinarisch ist für die Ballgäste bestens durch den jungen Sternekoch Michael Dyllong gesorgt. Sein differenziertes Angebot erfüllt alle Ansprüche. Ob als Drei-Gänge-Menu für die Gäste im Parkett oder erstmals auch als Angebot zum Selbstzusammenstellen an Gourmet-Ständen auf der ersten Etage.

 

Eine kleine Auswahl an Köstlichkeiten.
Eine kleine Auswahl an Köstlichkeiten.

Was wäre ein Ball ohne tanzen?

Um die 20 Paare aus der Tanzschule Gödde eröffnen mit dem Debütantinnenball und einer eingeübten Choreographie diesen Teil des Abends. Danach können alle Besucher Walzer und weitere Tänze aufs Parkett legen. Claudia Roth, Vizepräsidentin des Bundestages, hat sich erneut angesagt und wird als ranghöchster Gast den Tanz auf der Bühne eröffnen. Erwartet wird weiterhin Prominenz aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Bei erfreulichen Ausgang beim Heimspiel gegen Augsburg habt sich auch BVB-Kapitän Sebastian Kehl mit einigen Spielern angekündigt.

 

Nach Mitternacht wird die Bühne als exklusiver Night Club zur angesagten „Pariser Bar“. Der Besucher ist eingeladen Varieté, Cabaret und Musik. Winnie Appel und Band spielen mit heißen Rhythmen zum Tanz auf.

 

Bis zum Morgengrauen hat das Publikum vielfältige Unterhaltungsmöglichkeit im ganzen Haus. Tanzen nach Walzerklängen der Dortmunder Philharmoniker auf der Bühne, rhythmisch nach Chart-Titel. Gespielt werden diese von den jungen Dortmunder Musikern Sascha Salvati und Tialda van Slogteren sowie der Band BEATPAKK.

Jazz in Opera mit Cross-over Sound und DJ Nachtfalke sorgen für Partystimmung.

Wer Lust dazu hat, kann zudem sein Glück beim Roulettspiel mit „Spielgeld“ an der Cocktail-Bar im Opernhaus versuchen.

 

Es gibt noch 150 Karten in allen Preislagen. Die Preise für eine Karte hängt davon ab, ob jemand Mitglied bei den Theater- und Konzertfreunden ist

 

Preis (€) Nichtmitglied Preis (€) Mitglied
Parkett Reihe 1-15 330 250
Parkett Reihe 17-25 290 220
1. Logenrang 180 140
2. Logenrang 150 120
Flanieren 120 110

 

Vom Erlös jeder Eintrittskarte spendet der Verein der Theater- und Konzertfreunde 100 € für die künstlerische Arbeit des Theaters.

 




Das Goldene Zeitalter – ein Update

Am 18. Januar 2014 startete Schauspieldirektor Kay Voges zusammen mit Videokünstler Daniel Hengst, Dramaturg Alexander Kerlin und einigen tapferen Ensemblemitgliedern im Dortmunder Schauspielhaus zum neunten Mal den Versuch, auf 100 Wegen den Schicksal im „Goldenen Zeitalter“ die Show zu stehlen. So klang unsere Kritik damals.

 

Mir war klar, keine Vorstellung des Stücks gleicht der Anderen. Was hatte sich seit der Premiere im letzten Jahr entwickelt und verändert?

 

Zu meiner ersten Überraschung saß mitten im bekanntem Bühnenbild ein an seinem Stuhl gefesselter Mensch mit der Maske eines Greises (Björn Gabriel). Ansonsten war er wie die anderen Schauspieler/innen mit Kniestrümpfen und Faltenrock und Jacke. Über einen langen Zeitraum musste der Arme dort lange verharren. Nur dann und wann änderte er etwas seine Position und seinen Gesichtsausdruck. Interessant zu beobachten, was für Ausdrucksmöglichkeiten auch durch so eine Maske vermittelt werden können. Ihm oblag es im Laufe des Abends das Ende des „Postmodernen Zeitalters“ zu proklamieren.

Bei der Vorstellung am 18. 01. wurde auf aktuelle Themen wie etwa der Skandal um den umstrittenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst oder der Skiunfall von Kanzlerin Merkel Bezug genommen. Auch auf Wagner und seine Tannhäuser-Oper ( hatte im Dezember unter der Regie von Kay Voges Premiere in der Dortmunder Oper) wurde humorvoll-ironisch hingewiesen.

Wegen der Erkrankung von Caroline Hanke fiel die „Adam und Eva“ Nummer leider aus. Dafür nutzte Voges seine guten Beziehungen zur Oper und konnte den zuletzt auch im Tannhäuser zu hören und zu sehenden Bass-Bariton Morgan Moody als „Special Guest“ gewinnen. Moody glänzte mit seiner Stimme und sorgte zum Schluss vor allem mit dem Song „Wunderbar“ aus dem Musical „Kiss me Kate“ (vielen durch die deutsche Version von Zarah Leander bekannt) von Cole Porter für ausgelassene Stimmung.

Auffällig im Unterschied zur Premiere ist, dass die Schauspieler/innen sich inzwischen öfter direkt ins Publikum wagen und der Regisseur oder der Dramaturg auch mal auf der Bühne mitmischen.

 

Wir dürfen auf die Fortsetzung gespannt sein…




Buntes Programm im Dietrich-Keuning-Haus

Hans Söllner kommt am 28. März 2014 ins Dietrich-Keuning-Haus. (Foto: © www.ogasawara.ch)
Hans Söllner kommt am 28. März 2014 ins Dietrich-Keuning-Haus. (Foto: © www.ogasawara.ch)

Ab heute ist das neue Halbjahres – Programm des Dietrich-Keuning-Hauses in einer Auflage von 5000 Stück für das interessierte Publikum erhältlich. Helga Kranz, die Leiterin des DKH, stellte das breit gefächerte Programm vor.

 

„Wir wollen den Menschen in unserer Stadt und der Umgebung die Möglichkeit bieten, etwas von der Vielfalt der hier lebenden unterschiedlichen Kulturen zu vermitteln. Besonders am Herzen liegen uns aber die Kinder-und Jugendlichen sowie die Senioren. Wir wollen ihnen die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben und die Entwicklungen ihrer Fähigkeiten und Interessen ermöglichen“, so Kranz.

 

Das Programm beginnt gleich am 18. Januar mit einem Highlight für alle Fans der SKA-Musik mit der „Ruhrpott SKA Explosion 2014“. Am 5. Mai 2014 findet in Kooperation mit „Afrika Positiv“ erstmals rund um das DKH das „Afro Ruhr Festival“ statt. An drei Tagen wird dort die Vielfalt der afrikanischen Kultur vorgestellt.

 

Am 15. Juni wird der traditionelle „Musikschultag“ in die Nordstadt zurückgeholt. „Über 2000 Schülerinnen und Schüler lassen dann in der Musikschule und im Dietrich-Keuning-Haus die Nordstadt erklingen“, freut sich Kranz.

 

Besonders Farbenfroh und vielfältig geht es Ende Mai 2014 beim internationalem Tanzfestival „TanzFolk 2014“ mit Tanzgruppen aus verschiedenen Kulturen zu. Das Projekt „Internationale Tanzwerkstatt“ hat neben dem gemeinsamen erlernen neuer Tänze auch das Kennenlernen anderer Kulturen zum Ziel. Zwölf Migrantengruppen sind daran beteiligt.

 

Das Kulturprogramm bietet fast für jeden Geschmack etwas. Das Spektrum reicht vom Tango-Konzert bis zum Dortmunder Rudelsingen, vom Orchestersound der Do-Ton & Friends bis zur orientalischen Revue „Crazy Hips“oder Musik der kapverdischen Sängerin Neuza. Freuen können sich Fans des Reggae auf Hans Söllner.

 

Für ältere Menschen ist wohl besonders die neue Produktion des Theaters Dionysos „Die Natur des Bösen“, gespielt von Schauspielerinnen und Schauspielern im Alter von 45 bis 78 Jahren interessant.

 

Die große Bedeutung des DKH für die Migrantenvereine zeigen kulturelle Großveranstaltungen wie beispielsweise das Persische Frühlingsfest- und Neujahrsfest Norouz (21. März), die Festveranstaltung der Palästinensischen Gemeinde zu Dortmund (12. April) oder das Fest zum 40-jährigen Jubiläum des Griechischen Volkstanzensembles Apollon e. V. (26. April).

 

Das DKH bietet wieder viele Workshops für die verschiedenen Altersgruppen an. Zum Beispiel laden in den Osterferien angesagte Tanztrainer bei der „Funky Fresh Dance Jam“ Fans der Szene zu Workshops ein. Neu im Programm ist das Projekt „artistic movement“. Dort werden kompakt differenzierte Kenntnisse in der Sparte Hip Hop-Steetdance vermittelt.

 

Außerdem hat sich das DKH inzwischen zu einem zentralen Treffpunkt für die verschiedenen Szenen der Jugendkultur in Dortmund entwickelt. Dazu gehören neben Skaten, Parkour und Streetdance auch neue wie etwa der aus Japan kommende Trend der „Okashi-Convention“. „Okashi“ heißt übersetzt „Süßigkeiten“. Einmal im Monat wird das Jugendcafé 2014 zu einer sogenannten Cosplay-Location, auf der sich von der japanischen Kultur begeisterte Jugendliche in entsprechender Kleidung zu einer Convention treffen. Freunde von Mangas oder Animes sind willkommen.

Das neue Programmheft mit der ausführlichen Beschreibung aller Angebote ist ab sofort im Dietrich-Keuning-Haus , Leopoldstraße 50-58, erhältlich.

Es kann unter Telefon (0231) 50-25145 bestellt oder auf der Internetseite des DKH www.dortmund.de/dkh als pdf-Datei heruntergeladen werden.