Opernkrimi um Liebe und Vorurteile

Osmin (Wen Wei Zhang) ist nicht ganz so gut auf Pedrillo (Fritz Steinbacher) zu sprechen. (Foto: ©Björn Hickmann / Stage Picture)
Osmin (Wen Wei Zhang) ist nicht ganz so gut auf Pedrillo (Fritz Steinbacher) zu sprechen. (Foto: ©Björn Hickmann / Stage Picture)

Bei der Auswahl des Opernrepertoires müssen sich Intendanten auch öfter die Frage stellen, was die Stücke mit der heutigen Lebensrealität zu tun haben könnten. Mit seiner Inszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ bewies Herzog einmal mehr gutes Gespür: Er verlegte die Handlung in den Dortmunder Norden. Ars tremonia war bei der Premiere im Opernhaus am 17. Mai 2014 dabei.

Das Bühnenbild schien direkt aus der Nordstadt importiert worden zu sein. Sehr detailgenau war ein Hinterhof mit mehrgeschossigen Wohnungen mit Balkonen, Türen mit Klingelknöpfen, Sitzgelegenheiten davor und Fahrrädern an der Seite zu erkennen. Die Vorderfront bot in der ersten Etage einen Einblick in ein türkisches Firmenbüro, im Erdgeschoss befand sich eine Art Imbiss. Für einen lebendigen und authentischen Eindruck sorgten dabei Statisten aus der türkischen Community.

Die Inszenierung transformiert Mozarts „Entführung“ bewusst in unsere Gegenwart. Die Sängerinnen, Sänger und Schauspieler trugen demzufolge auch zeitgenössische Kleidung.

Bassa Selim, die einzige Sprechrolle im Singspiel, ist hier der geachtete Chef einer türkischen Firma. Konstanze arbeitet als eine Angestellte in Selims Büro. Der Türke Osmin, Westeuropäern sehr kritisch eingestellt, ist wiederum der Vorgesetzte von Pedrillo und Blonde, die beide im Imbiss arbeiten. Noch ist es relativ friedlich, bis Konstanzes Liebhaber Belmonte, der Kleidung nach einer höheren Gesellschaftsschicht zugehörig, in Selims „Revier“ nach seiner Freundin sucht.

Gleich zwei Dreiecks-Liebesgeschichten: Selim ist Konstanze verfallen, die ihrerseits aber Belmonte liebt. Osmin liebt Blonde, die aber eigentlich Pedrillo will.

Der etwas blasse und weniger selbstbewusste Belmonte ist sich den Gefühlen und der Treue von Konstanze nicht sicher und sehr eifersüchtig . Konstanz beschwört ihre Liebe zu Belmonte, zugleich ist jedoch vom Werben und den Verstand Selims angetan. Auf geistiger Ebene steht ihr Selim näher, die stärkeren Gefühle gehören Belmonte. Blonde ist von Osman nicht begeistert, es macht ihr aber Spaß, mit ihm zu spielen, denn sie will Pedrillo nicht zu sehr in Sicherheit wiegen.

In dieser für die Beteiligten unsicheren Situation brechen alte Ressentiments und Vorurteile auf. Eine geplante Entführung der beiden Frauen durch Pedrillo und Belmonte geht schief und die Situation eskaliert. Der enttäuschte Bassa Selim ringt sich zu einem Gnadenakt durch und unterdrückt die Rachelust….

Der Kabarettist, Schauspieler, Musiker und Autor Serdar Somuncu spielte den Bassa Selim in seine verschiedenen Facetten stark: Als geachteten, selbstbewusst herrschenden, geistreichen Chef einer türkischen Firma, aber auch als enttäuschten und traurigen „einsamen Wolf“, der Großmut zeigt, aber letztendlich zerbricht.

Eleonre Marguerre bewies wieder einmal ihr gesangliches Können bei Mozarts schwierigen , halsbrecherischen Koloraturen. Darüber hinaus verstand sie es wie auch ihre Kollegin Tamara Weimerich als Blonde, den vielen unterschiedlichen Emotionen Ausdruck zu verleihen.

Gut bei Stimme waren auch Fritz Steinbacher als Pedrillo, Lucian Krasznec als Belmonte und Wen Wei Zhang als Osmin. Vor allem Pedrillo und Osmin mussten vollen Körpereinsatz zeigen, hatten aber auch wie bei ihrem gemeinsamen Trinkgelage komische Momente.

Der Opernchor unter der Leitung von Granville Walker war auch diesmal mit ein wichtiger Bestandteil für die Inszenierung. Musikalisch routiniert begleitet wurde die Aufführung von der Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung des „Mozart-erfahrenen“ 1. Kapellmeister Motonori Kobayashi.

Die Inszenierung um Liebe, Vorurteile und Ressentiments gegen fremde Kulturen ist in einer globalisierten, multikulturellen Gesellschaft von heute sicher von Bedeutung. Wir sind darauf angewiesen, miteinander auszukommen und verständnisvoll umzugehen.

Das Publikum zeigte seine Begeisterung für die Aufführung am Ende mit viel Beifall.

Weitere Termine: Fr, 30. Mai 2014, Sa, 07. Juni 2014, Fr, 13. Juni 2014, Fr, 20. Juni 2014, So, 22. Juni 2014 und Fr, 04. Juli 2014




Die dunkle Seite der Macht

Zwischen Treue und Verrat: Mccbeth in der Inszenierung des Seniorentanztheaters. (Foto: © Susanne Diesner)
Zwischen Treue und Verrat: Mccbeth in der Inszenierung des Seniorentanztheaters. (Foto: © Susanne Diesner)

Am 16. Mai 2014 war das Seniorentanztheater (Ballett Dortmund) mit ihrer Uraufführung von „Macbeth – eine Versuchung“ wieder einmal Gast im Schauspielhaus Dortmund.

Die 18 Tänzerinnen und 5 Tänzer transformieren unter der choreographischen Leitung von Marcus Grolle auf Grundlage von William Shakespeares „Macbeth“ (1606) mit einer Verbindung von Tanz, Text und Action die dunkle Seite von Macht und Ehrgeiz in unsere heutige Zeit. Dabei geht es auch um die dunkle Seite in uns.

Die Tragödie „Macbeth“ beschreibt den Aufstieg des königlichen Heerführers Macbeth zum König von Schottland , seinen Wandel zum Tyrannen und seinen Fall. Er hat einerseits einen Hang zu „Treue und „Ehrenhaftigkeit“, andererseits auch einen schon fast neurotischen Ehrgeiz und eine wahnhafte Fantasie.

Die Inszenierung weist das Publikum ziemlich schnell auf einen anderen Despoten der jüngeren Vergangenheit hin. Wenn die Darsteller/innen vom Seniorentanztheater „Heil Macbeth“ rufen

ist klar, dass sie auf die Zeit des zweiten Weltkrieges und auf Hitler Bezug nehmen.

Kommen wir aber zunächst zum Bühnenbild und die Kostüme. Zur Bühnenausstattung von Marcus Grolle gehörten vier weiße Tische. Auf der rechten Seite stand ein Glaskelch mit roter Flüssigkeit. Darauf war eine Krone platziert. Die Tische wurden im Laufe der Aufführung geschickt von den Akteuren multifunktional verwendet. Die rote Flüssigkeit wurde symbolhaft für Blut und Blutvergießen während der Inszenierung in das Gesicht der Schuldigen verteilt.

Die Darsteller/innen waren alle in schwarz, aber individuell gekleidet. In der Funktion von Macbeth oder seiner ebenfalls sehr ehrgeizigen Frau „Lady“-Macbeth wurden durch schwarze T-Shirts mit dem entsprechenden Namen gekennzeichnet. Beeindruckend wurden lange Holzstäbe von den Tänzerinnen und Tänzern als Symbol für Gewaltherrschaft und Widerstand eingesetzt.

Die Musik von Maryanne Amacher bis hin zu den Einstürzenden Neubauten war vielfältig und der jeweiligen Situation angemessen gut ausgewählt. Mal psychedelisch, bedrohlich oder dazwischen Swing und heitere irische Folk-Musik. Ein besondere Idee war sicherlich, als alle Darsteller/innen mit einem Glas in der Hand noch begeistert vom „König“ zu den irischen Klängen tanzten. Die Bedrohung und der Stimmungswechsel wurde von einem Tänzer mit weißer „gespenstischer“ Maske eingeleitet.

Die Aufführung beginnt mit dem Einzug der Tänzer in kleinen Gruppen mit ganz persönlichem Leiden und Jammern. Die anfängliche „Heilerwartung“ durch den neuen König schlägt in Desillusionierung und Ablehnung im Verlauf der Aufführung um.

Am Ende berichtet einer der Darsteller von dem ganz persönlichen Erleben einer Familie nach der Befreiung durch die Amerikaner. Alle Mitwirkenden bliesen währenddessen Seifenblasen in den Raum. Das kann als Freunde interpretiert werden, aber es symbolisiert auch die Fragilität des „Friedens“. Das Böse und Dunkle geht zu uns als Teil der Gesellschaft.

Ein großes Kompliment für die Inszenierung und die beeindruckende Leistung des Seniorentanztheaters. Sie zeigten auch als Senioren ein hohes Maß an Beweglichkeit auch bei modernen Tanzchoreographien und schauspielerisches Talent.




Besondere Ästhetik von Stahlbeton

Die beiden Künstler Ralf Heerbrand (links) und Ralf Neuhaus.
Die beiden Künstler Ralf Heerbrand (links) und Ralf Neuhaus.

Das Hoesch-Museum zeigt vom 18. Mai bis zum 7. September 2014 in seiner neuen Ausstellung unter dem Titel „StahlBeton“ in Fotografien 49 meist großformatige digitale Fotografien und 6 Original-Objekte der beiden Künstler Ralf Heerbrand und Ralf Neuhaus.

Die Exponaten zeigen nicht nur dokumentarisch den Herstellungsprozess, sonder auch künstlerisch die ganz besondere Ästhetik des Baustoffes sowohl während seiner Bearbeitung bis zum Endprodukt.

Michael Dückershoff, der Kurator des Hoesch-Museum erklärte, warum Stahl und beton wunderbare Partner sind und mit ihren Eigenschaften gut zusammen passen: „Beton ist sehr druckfest, Stahl sorgt dagegen für die nötige Zugfestigkeit. Es ist von Vorteil, das beide einen fast identischen Wärmeausdehnungskoeffizienten besitzen. Stahlbeton ist ein Verbundwerkstoff der zwei Komponenten. Beton ist ein Gemisch von Zement, Sand, Kies oder Splitt und Wasser. Im Verbund mit Betonstahl wird darauf Stahlbeton.

Ralf Heerbrand, Jahrgang 1947, jetzt pensioniert, ist gelernter Bautechniker und war Betriebsleiter der Firma Mönninghoff Betonfertigteile GmbH & Co KG in Senden. Wie Ralf Neuhaus ist er dem Hoesch-Museum schon länger verbunden wie zum Beispiel 2003 beim Diaporama „Der letzte Abstich, eine Reminiszenz an Hochofen 7“.

Ralf Neuhaus arbeitet als Maschinenbau-Ingenieur, beschäftigt sich aber schon über mehr als 20 Jahre im Selbststudium mit den verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten der Fotografie.

Im Mittelpunkt der Ausstellung sind die Kabelschächte aus Stahlbeton als ein Beispiel standardisierter Betonfertigteile. „Wir wollten nicht die üblichen Brücken zeigen, sondern eben die Kabelschachtabdeckungen von 70 x 70 cm aus Guss oder Stahl, wo viele Menschen oft achtlos vorbei gehen. Dabei sind die Schächte darunter interessant“, so Heerbrand. In unserer Stadt war die Firma Mönninghoff beispielsweise auch für die Kabelschachtabdeckungen am Dortmunder U oder der Thier-Galerie zuständig.

Gezeigt werden sowohl Detailbilder sowie auch solche vom Prozess der Entstehung der Schachtabdeckungen. Die meisten der schwarz-weißen oder farbigen Fotografien entstanden, wie die beiden Künstler verrieten, in den letzten drei Jahren. Diejenigen, die mit Stahl zu tun haben, sind aus dem letzten Jahr.

Wirkungsvoll werden die Bilder aber vor allem durch ihren Rahmen. „Der Rahmen besteht aus stahlfreiem Feinblech. Die Bilder sind gedruckt und wurden auf einen Träger aufgezogen und auf dem Rahmen montiert“, erläutert Neuhaus.

Die Ausstellungs-Eröffnung findet am Sonntag, den 18. Mai 2014 um 11:00 Uhr im Hoesch-Museum statt. Die Künstler sind selbstverständlich anwesend.




Internationale Tanzfolklore im Dietrich-Keuning-Haus

Freuen sich aufs Tanzfestival 2014: (v.l.n.r.) Ayşe Şentürk, Sema Taşa Günlü, Michaela Gans, Juergen Wörl, Memi Kartina, Horst Ramisch, Kartika Warno, Nuran Ozdemir Aşan.
Freuen sich aufs Tanzfestival 2014: (v.l.n.r.) Ayşe Şentürk, Sema Taşa Günlü, Michaela Gans, Juergen Wörl, Memi Kartina, Horst Ramisch, Kartika Warno, Nuran Ozdemir Aşan.

Es ist wieder so weit. Am Samstag, den 24. Mai 2014 ab 14:00 Uhr präsentieren die unterschiedlichsten Herkunftsländer zum 5. Mal mit insgesamt 23 Beiträgen traditionelle Folkloretänze und kulinarische Leckerbissen aus den verschiedenen Regionen vor dem Dietrich-Keuning-Haus (bei schlechten Wetter im DKH).

Bei diesem Festival zeigen sich viele verschiedene Kulturkreise mit ihren Tänzen und kulinarischen Spezialitäten der Bevölkerung in ihrer Vielfalt. Was hat das Internationale Tanzfestival Tanz Folk 2014 zu bieten? In diesem Jahr sind mehr als 20 Gruppen mit Tänzen und Musik aus folgenden Herkunftsländern vertreten: Argentinien, Griechenland, Indonesien, Iran, Korea, Palästina, Polen, Portugal, Russland, Serbien, Türkei. Neu dabei aus Deutschland die Trachten-Tanzgruppe des Bayernvereins Einigkeit Dortmund e.V. und eine bulgarische Tanzgruppe aus Münster.

Juergen Wörl vom Bayernverein Einigkeit Dortmund e.V. erklärte: „Unser Verein wurde von unseren Vorfahren aus Bayern hier in der Nachbarschaft in Witten gegründet. Die dem Bierbrauen zugetanen „Zugereisten“ fanden hier in diesem Bereich ihre Arbeit. Der im gleichen Jahr gegründete Fußball-Verein BVB hat übrigens damals sein 25-jähriges Bestehen bei uns in der Gaststätte Bayernverein Haus Almfrieden gefeiert.“

Von Anfang an dabei und zu den Mitveranstaltern gehören die Vertreter/innen vom „Treffpunkt der Indonesischen BürgerInnen in Dortmund. Kartika Warno und Memi Kartina von der Tanzgruppe Kharisma verrieten: „Wir wollen mit unseren beiden Tänzen und mit traditioneller indonesischer Musik und Essen unsere Kultur den Menschen hier näher bringen. Der erste Beitrag ist von bescheidenen, aktiven und fröhlichen Bewegungen geprägt. Der zweite Beitrag ist ein Fächertanz nur für Frauen. Das Publikum wird ein besonderes Instrument „Angklung“aus Bambusstäben. Jedes einzelne Instrument bringt nur einen speziellen Ton hervor. Für ein gelungenes Klangerlebnis braucht es die ganze Gruppe. Da das Instrument so auch das Gemeinschaftsgefühl stärkt, wurde es früher verboten.“

Stark vertreten sind die türkischen Tanzgruppen mit der anatolischen Volkstanzgruppe DOHEM und drei Tanzgruppen des Türkischen Bildungszentrums. Gezeigt werden Tänze aus verschiedenen Regionen der Türkei, traditionell und modern, mit jungen und älteren weiblichen wie männlichen, zum Teil professionellen Tänzern. Dabei tanzen sie, wie die Vertreterinnen des Türkischen Bildungszentrums erklärten, sowohl als Geschlechter getrennt oder aber auch zusammen.

Die Musik für die Tänzer/innen wird zumeist von einer CD kommen. Live-Musik wird es bei den Tanzgruppen aus Bulgarien, Griechenland und Portugal geben. Der Eintritt bei dem Internationalen Tanzfestival ist frei.

Neben einer großen Breite unterschiedlicher internationaler Tanzgruppen, Musik und leckerem Essen bietet das Festival vielleicht auch die Gelegenheit, ab und zu einmal beim bei einem Tanz mitzumachen und angenehme Gespräche mit unbekannten Menschen zu führen. Ende offen.




Klangfarbenreicher Streifzug durch die Epochen

Beim vierte Kammerkonzert am 12.05.2014 im Orchesterzentrum Dortmund zeigte das Bläserquintett der Philharmoniker unserer Stadt nicht nur ihr Können an ihren unterschiedlichen Instrumenten. Sondern sie gaben dem Publikum mit einem Streifzug durch verschiedene Epochen von der Renaissance bis hin zur Moderne auch einen vielseitigen Einblick in unterschiedliche musikalische Stilrichtungen und Entwicklungen im Laufe der Geschichte.
Zu den fünf Musikern gehörten Balázs Tóth, 1. Solo-Trompeter, Wechseltrompeter Mitsugu Hotta, der 1. Solo-Hornist Jan Golebiowski, der stellvertretende Soloposaunist Dirk Ellerkamp, sowie der Tubist Thomas Kerstner von der Dortmunder Philharmoniker.

Den Auftakt machten sie mit „Galliard Battaglia von Samuel Scheidt (1587 – 1653) aus der Renaissance. Hier zeigte sie das perfekt das gemeinsame Zusammenspiel im ursprünglichen Sinn von Blechbläser. Ein kleiner Eindruck in das damalige musizieren auf öffentlichen Plätze etwa bei Aufmärschen oder eventuell zu Festen ( z.B.Weihnachten).

Sehr virtuos, aber friedlicher geht es da bei dem vielen bekannten feierlichen „Jesus bleibt meine Freude (arrangiert von Michael Allen)“ von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) zu. Dort treten die etwas halsbrecherische Trompetenstimmen bei dem barocken Arrangement in den Vordergrund.

Einen Zeitsprung gibt es mit der „Sonatine“ des französischen Neo- Klassizisten Eugène Bozza (1905 – 1991). Es ist variationsreich mit einem leichten, etwas jazzigen Sound, wobei der zweite und vierte Teil „Andante ma non troppo“ und „Largo Allegro“ eine hellere, klare Stimmung verbreiteten.
Ähnlich verhält es sich beidem „Quintett Nr.3 in Des-Dur von dem russischen Komponisten Viktor Ewald (1860 – 1935), wobei nach einem eher dissonanten Beginn ein melodiöseres und harmonischeres „Moderato“ und „Andante“ bis zu zum furiosen „Vivo“ folgte.

Nach der Pause ging es deutlich jazzorientierter mit Eric Ewazens (geb. 1954) „A Western Fanfare“ weiter. Anspruchsvolles Zusammenspiel, Gegen- und Miteinander sowie anspruchsvolle Solo-Partien verlangten dem Bläserquintett einiges ab.
Bei dem „groovigen“ „Jive for Five“, einem Klassiker von Paul A. Nagle (geb. 1947) konnte dabei im mittleren Teil Thomas Kerstner mit einem Solopart auf der Tuba brillieren.

Auch ein Gassenhauer durfte mit „A Night in Tunesia (Arr: Thomas Huber) von der Jazz-Legende Dizzy Gillespie nicht fehlen.

Der Abend endete schwungvoll mit einer Mischung aus Klassik, Jazz und Folklore. Die „Suite Americana No.1“ von Enrique Crespo (geb. 1941). Mit Ragtime – Bossa Nova -Vals Peruano – Zambo Gaucho – fand das Konzert musikalisch folkloristisch und mit rasant wechselnden Tempi bis hin zum mexikanischen Showdown „Son de Mexiko“ ein temperamentvolles Finale.

Ein interessanter und aufschlussreiches Kammerkonzert, der die Qualität des Bläserquintett der Dortmunder Philharmoniker eindrucksvoll bewies und die vielfältigen Möglichkeiten der Blasinstrumente dokumentierte.




Wie ein Praktikum an der Oper

Serdar Somuncu spielt den Bassa Selim in der Dortmunder Inszenierung von Mozarts Oper "Die Entführung aus dem Serail".
Serdar Somuncu spielt den Bassa Selim in der Dortmunder Inszenierung von Mozarts Oper „Die Entführung aus dem Serail“.

Der in Istanbul geborene, aber schon seit dem Alter von zwei Jahren in Deutschland lebende Serdar Somuncu wird die Sprechrolle des Bassa Selim in der Inszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ übernehmen. Die Premiere ist am 17.Mai 2014 in der Oper Dortmund. Dabei hat er schon vor ungefähr zehn Jahren in Münster Erfahrungen mit dieser Rolle machen können.

Sein Engagement im Dortmunder Opernhaus empfindet der vielseitige Kabarettist (z.B. „heute Show“), Schauspieler, Musiker, Autor und Regisseur Somuncu wie eine Art Praktikum.

„Es war reizvoll für mich, mal wieder an einer Oper zu arbeiten und bin gespannt, was mich hier weiter erwartet. In Dortmund habe ich ein Opernhaus mit großen Ambitionen und einem klugen Intendanten vorgefunden, wo ein frischer Wind weht“, erklärte Somuncu.

Besonders interessant für ihn ist die Kombination von Spiel, Gesang und Musik bei der Oper. „Zunächst wusste ich gar nicht, dass Oper so schön sein kann.“, verriet der Künstler. In seiner Sprechrolle versteht er sich als Bindeglied zwischen Schauspiel, Gesang und Opernmusik. „Es ist bei meiner Sprechrolle durchaus hilfreich, dass ich etwas von Musik verstehe. Ein gewisses Verständnis erleichtert zum Beispiel die richtigen Einsätze“, so Somuncu.

Zu seiner Rolle als Bassa Selim erklärte er: „Es ist schwierig, jemanden zu spielen, den ich eigentlich nicht sonderlich mag. Das aus der damalige Zeit stammende klischeehafte Türkenbild ist zur Zeit Mozarts heraus verständlich, aber es ist für mich eine Herausforderung, wie man eine unterschwellige Kritik in einer geeigneten Form aus meiner heutigen Sicht unterbringt.“

Somuncu ließ weiterhin durchblicken, dass er sich gut vorstellen könnte, bald auch Regie bei einer Oper zu führen.




Die Kraft der Freundschaft

Götz Vogel von Vogelstein (als verführerische Löwin Batavia) und Steffen Happel (als Boltan). ©Birgit Hupfeld
Götz Vogel von Vogelstein (als verführerische Löwin Batavia) und Steffen Happel (als Boltan).
©Birgit Hupfeld

Am 9. Mai 2014 hatte „Ein Freund für Löwe Boltan“ von Erik Schäffler und Uwe Schade nach dem bekannten Buch von Klaus Kordon und Pieter Kunstreich im Kinder-und Jugendtheater Dortmund Premiere.

Peter Kirschke inszenierte die Geschichte um die Freundschaft zwischen dem stolzen, aber einsamen Löwen Boltan und dem weitgereisten Kamel Murat lebendig mit einem gelungenen Mischung aus Spiel, Komik, Slapstick und Tanz, sowie von der Regieassistentin Veronika Metz passend um-getexteten bekannten Musiktiteln. Zum Beispiel „New York, New York“ von Frank Sinatra in „Boltan, Boltan“ oder zum Schluss „My Way“ als Freundschaftslied .

Kurz zur Geschichte für Menschen ab 5 Jahren: Der Löwe Boltan lebt einsam und gefürchtet von den anderen Tieren um seine Oase. Da kommt plötzlich ein durstiges Kamel vorbei und weckt sein Interesse. Anstatt es zu fressen, lässt Boltan Kamel Murat trinken und hört sich seine spannenden Reise-Erlebnisse an. Die beiden werden Freunde, doch sie müssen sich vor allem durch den Wüstenfuchs Abdul hämische Bemerkungen über die „unpassende Freundschaft“ anhören. Sie geraten in eine gefährliche Situation, und die Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt. Dann verliebt sich Boltan auch noch in die Löwin Batavia.

In der Mitte der Bühne tauchte vor dem Publikum ein zunächst mit dunkler Plane abgedecktes großes rundes Stück Rasen als Oase auf. Eine Palme , ein großer Eimer, eine Gießkanne und eine Sitzgelegenheit mit einem plüschigem Kissen rundeten das Bild ab. Riesengroße Strohhalme dienten als „Wasserleitung“. Ein wichtige Rolle spielte ein vielseitig verwendbarer großer , zweiteiliger Kofferschrank mit einigen Requisiten. Auf seiner Rückseite befanden sich zwei Strandkorb-ähnliche offene Sitzgelegenheiten. Es wurde zum Beispiel als zeitweiliges „Gefängnis“ für Boltan oder später mit Hilfe eines Leinentuches zwischen den beiden Teilen auch für ein Schattenspiel.

Die beiden Schauspieler des KJT Steffen Happel als Boltan und Götz Vogel von Vogelstein als Murat mussten flexibel von der Erzähler-Ebene in ihre Rollen schlüpfen. Das gelang ihnen mit nur wenigen Requisiten. Verzichtet wurde auf Tiermasken, und die beiden Schauspieler, vor allem von Vogelstein mussten viel mit Mimik arbeiten, was ihnen wunderbar gelang. Köstlich zum Beispiel Götz Vogel von Vogelstein mit schiefen Mund als Kamel. Die Tiere wurden nur durch spezielle Kleidung dargestellt. So hatte Happel eine Art blaue Anorak mit hellem Kunstpelzbesatz und Vogel von Vogelstein eine sandfarbene Hose und ein Wildlederjacke mit zwei Dreiecken am Rücken als Höcker auf dem Rücken. Den Beiden wurde sowohl von der Tanz-Choreografie, Slapstick und Gesang einiges abverlangt. Mit Spaß und komischen Talent bewältigten sie ihre Aufgabe, wobei auch für die kleinen leisen, nachdenklichen Momente Raum blieb. Einer der Höhepunkte war sicherlich Vogel von Vogelsteins Auftritt als verführerische Löwin Batavia im Kostüm mit Brustaufsatz und französischem Akzent.

Das Stück machte die Bedeutung von Freundschaft und Vertrauen deutlich, zeigte aber auch, das das „Fremde“ nicht nur Angst machen muss, sondern unseren Horizont auch erweitern kann. Ein herrlich komisches Stück mit zwei gut aufgelegten Schauspielern, bei denen man spürte, dass sie mit viel Herzblut bei der Sache waren.

Dem Publikum hat die gelungene Aufführung gefallen und belohnte sie mit viel Beifall.

Weitere Aufführungstermine sind: So, 11. Mai 2014, So, 18. Mai 2014, Mo, 19. Mai 2014, Di, 20. Mai 2014, Di, 27. Mai 2014, Mi, 28. Mai 2014, So, 01. Juni 2014, Mo, 02. Juni 2014, Fr, 06. Juni 2014, So, 08. Juni 2014, Mi, 11. Juni 2014, Fr, 20. Juni 2014, So, 22. Juni 2014 und So, 29. Juni 2014.

Karten und Informationen unter 0231 50 27222 oder www.theaterdo.de




Romantische Klänge im Konzerthaus

Das 9. Philharmonische Konzert am 7. Mai 2014 stand ganz unter dem Einfluss der Romantik.

Das Motto „ferne_geliebte“ mit den Facetten ferne, getrennte Liebe und der Sehnsucht nach ihr war Programm. Nach dem Interview mit dem Dirigenten Marco Comin und Guy Braunstein (Solovioline) ist ein Zeit für einen Konzertbericht vom Mittwoch.

Zunächst wurde dem Publikum eine vielen nicht so bekannte Seite von Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) näher gebracht. Der war nämlich nicht nur ein begnadeter Instrumentalkomponist, sondern hat auch ein umfangreiches Lied-Repertoire geschaffen, das 79 deutsche Gesänge und einige italienische Stücke umfasst.

Seine Vertonung des Liederzyklus „An die ferne Geliebte“-nach ein Liederkreis von Alois Jeitteles für Singstimme und Klavier op.98 (1816) wurde von dem mexikanischen Bariton Gerardo Garciacano vom Dortmunder Opern-Ensemble (Seit Spielzeit 2011/2012) und begleitet von dem Pianisten Michael Gees am Klavier mit Feingefühl dargebracht.

Dabei ist die Bezeichnung „Liederzyklus“ eigentlich etwas irreführend. Hier übersteigt die Konzeption alle anderen Zyklen, wie zum Beispiel Franz Schuberts „Schöne Müllerin“, wo einzelne Gedichte zu einer lockeren Geschichte zusammengefasst sind.. Die sieben vertonten Liedverse gehen bei Beethoven wie fließend ineinander über, beginnend mit „Auf dem Hügel sitzt ich spähend“ bis „Nimm sie hin denn , diese Lieder“.

Er variiert die Musik von einer Strophe zur nächsten, wobei der strophische Charakter der Dichtung für die Zuhörer dabei nicht verloren geht.

Ludwig van Beethoven bezieht jeweils zwei Lieder in der Tonart aufeinander. Das erste und letzte Lied zum Beispiel in Es-Dur. Die Mittel-Lieder in As-Dur. Er schrieb sie jedoch in unterschiedlichen Taktarten.

Garciacano, viel aus den Mozart Inszenierungen „Cosi fan tutte“ oder „Le Nozze di Figaro“ und anderen in bester Erinnerung, begeisterte mit seiner warmen Stimme und den sensiblen Vortrag das Publikum.

Die fällige Zugabe mit dem „Kuss“ von Ludwig van Beethoven nach dem Text von Christian Felix Weisse gab es übrigens schon vorab.

 

Danach war das Violinkonzert Nr.1 von Max Bruch an der Reihe. Guy Braunstein an der Sologeige zeigte seine Virtuosität. Bruchs wohl berühmtestes Werk ist eine Mischung zwischen sehnsuchtsvoller Romantik, die man vor allem beim Adagio hören konnte, und einer hohen Anforderung für den Solisten. Im Gegensatz dazu ist der dritte Satz, dass „Allegro energico,“ dynamisch pulsierend, tänzerisch fast. Auch hier zeigt sich Braunstein nicht nur als Meister der leisen, sondern auch der dynamischen Töne. Ein Könner seines Fachs, der erst nach zwei Zugaben von der Bühne gehen durfte.

 

Nach der Pause kam Mendelssohn-Bartholdys dritte Sinfonie, die sogenannte „Schottische“ zu Gehör. Zwar ist seine „Italienische“, die vierte Sinfonie ein klein wenig bekannter, aber die „Schottische“ braucht sich keinesfalls zu verstecken. Unter der Leitung von Marco Comin begann die Sinfonie düster, neblig, tastend. Im zweiten Satz hat der Zuhörer das Gefühl, ein schottisches Volkslied zu hören, ob die Klarinettenmelodie ein originales Volkslied ist oder von Mendelssohn erfunden, bleibt offen. Beeindruckend ist der vierte Satz, der mit seinem energischen Hauptthema der Violinen über die Köpfe der Zuhörer hinwegzubrausen scheint.

 

Ein gelungener Abend mit frischer Musik, einem exzellenten Solisten, engagierten Gastdirigenten und spielfreudigen Dortmunder Philharmonikern.




Mit Theater-Kraft voran

Die Objekte der Begierde (Spielzeithefte 2014/15) sind ab sofort erhältlich.
Die Objekte der Begierde (Spielzeithefte 2014/15) sind ab sofort erhältlich.

Mit Frische und voller Kraft wollen die Intendanten und Direktoren der fünf Sparten des Theater Dortmund in die neue Spielzeit 2014/2015 gehen. „Wir wollen dem Publikum nach der erfolgreichen Spielzeit 2013/2014 ein leistungsstarke neue Spielzeit bieten“,erklärte die Geschäftsführende Direktorin Bettina Pesch. Ars tremonia stellt einige Höhepunkte der kommenden Spielzeit vor.

„Wir wollen im Vergleich zur letzten Spielzeit noch eine Schippe darauf setzen. Wir bieten etwas für Kopf, Herz und Seele“; so Intendant der Oper Jens-Daniel Herzog. Im Opernhaus wird mit der Premiere am Sonntag, den 19.10.2014, der berühmten Musical-Rock-Oper „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd-Webber als Highlight ein echter „Superstar“ mitwirken: Alexander Klaws, der erster Sieger von „Deutschland sucht den Superstar“ singt und spielt die Hauptrolle

Davor kommen Fans von Giuseppe Verdi bei „Ein Maskenball (Un ballo in maschera) auf ihre Kosten. Premiere ist am Samstag. den 13.09.2014, mit Generalmusikdirektor Gabriel Feltz als Dirigent.Feltz wird auch den „Rosenkavalier“ von Richard Strauss dirigieren. Die Premiere ist am Sonntag, den 25.01.2015.

Mit der Premiere von Paul Abrahams Vaudeville-Operette „Roxy und ihr Wunderteam“ am 29.11.2014 trägt die Oper dem wachsenden Interesse für diese Operetten aus den 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts Rechnung.

Mozart-Fans können sich auf die Premiere von „Don Giovanni“am 08.03.2015 unter der Regie Jens-Daniel Herzog und Gabriel Feltz als Dirigent freuen.

Das Ballett Dortmund bietet mit der Premiere des „Zauberberg“ nach Thomas Mann am Samstag, den 08. 11.2014, unter der Leitung von seinem Direktor Xin Peng Wang eine interessante neue Aufführung . Die zweite Neuaufführung ist „Drei Streifen:Tanz“ mit Choreographien von Benjamin Millepied, DemisVolpi und Jiri Bubenicek. Premiere ist am Samstag, den 14.02.2015.

Die beliebte Internationale Ballettgala XX findet am Samstag und Sonntag, den 27. und 28.09.2014 statt. Die Internationale Ballettgala XXI wird am Samstag und Sonntag, den 13. und 14.06.2015 stattfinden.

In neuen Fassungen wird „Schwanensee“ am Donnerstag, den 04.12.2014 und „Der Traum der roten Kammer“ am Freitag, den 01.05.2015 aufgeführt.

Was gibt es im Schauspiel Interessantes? Mit der Premiere von William Shakespeares „Hamlet“ am Freitag, dem 12.09.2014, will der Regisseur und Intendant des Schauspielhauses Kay Voges zusammen mit dem Videokünstler Daniel Hengst Hamlets Geheimnis auf die Schliche kommen.

Spannend verspricht unter anderem sicherlich die Aufführung von „Nosferatu lebt“im Studio des Schauspielhauses unter der Regie von Jörg Buttgereit nach Stoker, Murnau, Galeen und Schreck. Die Uraufführung findet am Samstag, den 29.11.2014 statt.

Besonders interessant hört sich auch die Verbindung von Punk und Operette bei „Häuptling Abendwind und Die Kassierer“, nach Johann Nestroy und Jacques Offenbach mit Musik der Ruhrgebiets Punk-Band „Die Kassierer“ an. Die Premiere ist am Samstag, den 24.01.2015 zu erleben.

Ein einmaliges Erlebnis wird wohl auch „ The Madhouse of Ypsilantis“, einem Mysery-Crime-Science Fiction-Hospital-Theater und Web-Adventure in sieben Teilen von Alexander Kerlin, Anne-Kathrin Schulz und Kay Voges.

Die Uraufführung im Schauspiel Dortmund und im World Wide Web ist am Samstag, dem 16.05.2015.

Das Kinder-und Jugendtheater startet mit der Premiere von „Ich bin nicht Siegfried-Ein Nibelungenlied“ von Jürgen Függe am Freitag, den 29.08.2014.

In diesem Jahr wird als Weihnachtsmärchen mit „Peters Reise zum Mond“von dem Direktor des KJT, Andreas Gruhn eine moderne Fassung von „Peterchens Mondfahrt“(Gerdt von Bassewitz) aufgeführt.

Mit „Sneewitte“(Schneewittchen) von Sophie Kassies und Jens Joneleit wird es auch wieder eine Koproduktion mit der Jungen Oper geben.

Gespannt dürfen wir auf das Ergebnis eines „Pottcamps“ von Jugendlichen sein. Das Projektergebnis von „pottfiction“ wird am 3.6.2015 zu sehen sein.

Das übergreifende Thema der „Philharmonischen Konzerte“ (im Konzerthaus Dortmund) ist in der neuen Spielzeit „held_innen_leben“. Auch in der neuen Spielzeit wird es wieder Konzerte für junge Leute geben. So zum Beispiel „Groove Symphonie“ mit den Dortmunder Philharmoniker & Super Flu.“ unter dem Titel „Schilder einer Baustelle“. Das Konzert findet am Montag, den 17.11.2014 im Konzerthaus statt.

Es gibt natürlich wieder Kammerkonzerte, Wiener Klassik Konzerte und vieles mehr.

Nach „Nosferatu“ gibt es auch diesmal wieder ein Sonderkonzert „Stummfilm mit Live-Orchester“ zu erleben. Am Mittwoch, 11.03.2015 wird im Konzerthaus Fritz Langs „Metropolis“ aus dem Jahr 1927 in einer restaurierten Fassung (2010) auf der großen Leinwand zu sehen sein und live von den Dortmunder Philharmonikern unter der Leitung von Gabriel Feltz musikalisch begleitet werden.

Ab heute liegt das neue Spielplan-Heft 2014/2015 bei allen Sparten aus. Abonnements sind ab dem 15.05.2014 erhältlich, der Vorkauf für die Spielzeit 2014/15 startet ab dem 16.07. 2014, für Abonnenten bereits ab dem 02.07.2014.




Bedeutender Nachlass gesichert

Der Nachlass von Gerard Bunk ist jetzt im Stadtarchiv. Es freuen sich (v.l.n.r.) Dr. Jan Boecker (Enkel von Bunk und Pressesprecher des Konzerthauses Dortmund), Jörg Stüdemann (Kulturdezernent) und Adolf Miksch (Vorsitzender des Historischen Vereins).
Der Nachlass von Gerard Bunk ist jetzt im Stadtarchiv. Es freuen sich (v.l.n.r.) Dr. Jan Boecker (Enkel von Bunk und Pressesprecher des Konzerthauses Dortmund), Jörg Stüdemann (Kulturdezernent) und Adolf Miksch (Vorsitzender des Historischen Vereins).

Dem hiesigen Stadtarchiv ist es mit tatkräftiger Unterstützung durch Stadtdirektor Jörg Stüdemann und dem Historischen Verein für Dortmund gelungen, einen ganz besonderen Schatz für die Stadtgesellschaft zu sichern. Es handelt sich um den Nachlass des am 14. März 1888 in Rotterdam geborenen Komponisten, Chorleiter, Organisten und Lehrer für Klavier und Orgel am Konservatorium in Dortmund Gerard Bunk. Er starb am 13. September 1958.

Eine entscheidende Rolle spielt der Enkel von Bunk: Der Musikwissenschaftler und Pressesprecher des Dortmunder Konzerthauses Dr. Jan Boecker. Ihm ist es vor allem zu verdanken, dass Partituren, interessante Briefwechsel zum Beispiel mit dem bekannten Arzt, Pazifisten, Organisten und Philosophen Albert Schweitzer (1875 -1965) oder Max Reger. Hinzu kommen Programme , Tonträger, Fotos, Porträts und Kompositionen. Zudem könnten auch kleinere Bestände aus dem Nachlass aus dem Westfälischen Musik-Hagen mit integriert werden.

„Wir sind froh, ein Stück Stadtgeschichte für unsere Bevölkerung und die Nachwelt zur Verfügung stellen zu können. Bunk war eine Institution und Persönlichkeit der Stadt. Einen wichtigen Anstoß dazu hat Jörg Stüdemann gegeben., der auch den ganzen Prozess begleitet hat“, erläuterte Prof. Thomas Schilp für das Stadtarchiv Dortmund.

Zu Gerard Bunk: 1910 sprang er beim ersten Konzert des Dortmunder Reger-Fests 1910 ein. Max Reger war so begeistert von seinem Orgelspiel in der St. Reinoldikirche, dass er ihn als Lehrer für das ehemalige Hüttner-Konservatorium empfahl. Er prägte in in über 40 Jahren entscheidend das Musikleben in unserer Stadt. Auch darüber hinaus wurde er mit 3500 Konzerten im ganzen Land sowie im Ausland bekannt. 1920 wurde er Organist an St. Petri und 1925 dann auch an St. Reinoldi. Dort stand ihm auch die berühmte Orgel aus der Werkstatt von E:F. Walcker & Cie. zur Verfügung. Diese Orgel ist mit 105 Registern groß disponiert. Mit ihr erwarb sich Bunk seinen besonderen Ruf als einer der führenden Organisten in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts.

„Bunk war eine herausragende Persönlichkeit unserer Stadt. Von besonderer Bedeutung war dabei sicher auch seine gute Zusammenarbeit mit Max Reger“, so Stüdemann.

Boecker zeigte sich glücklich, den Nachlass seines Großvaters in so guten Händen zu wissen. Über seinen Großvater, den er nicht mehr selbst erlebt hatte, erfuhr Boecker durch seine Großmutter, dass Gerard Bunk eine charismatische, freundliche und liberale Frohnatur war, der keine Berührungsängste mit anderen Menschen und Religionen hatte. „Er liebte den Orgelklang und war ein Freund der symphonischen Orgel“, verriet Boecker.

Der Historische Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark veranstaltet am 14. Mai 2014 um 10.00 Uhr in der St. Reinoldikirche innerhalb seiner Mittwochsgespräche einen Abend über Gerard Bunk anlässlich des Abschlusses der Gesamtausgabe des Orgel-Werks. Der Eintritt ist frei.

Sein Enkel Dr. Jan Boecker hält dabei Vortrag über „Gerard Bunk. Musik und Dortmunder Stadtgeschichte“. Reinoldikantor Klaus Eldert Müller wird den Abend musikalisch an der Orgel mit Werken Bunks gestalten.