Leidenschaftliches Erzähltheater

Steffen Happel als rockender Siegfried am Hofe König Gunthers. (Foto: © Hans Jürgen Landes)
Steffen Happel als rockender Siegfried am Hofe König Gunthers. (Foto: © Hans Jürgen Landes)

Die Zuschauer konnten am Freitag, den 29. September 2014 im Kinder-und Jugendtheater mit dem Solostück „Ich bin nicht Siegfried – Ein Nibelungenlied“ von Jürgen Flügge (ab 9 Jahren) ein intensives Theater erleben. Hinzu kam ein ungewöhnlicher Ort: Das Theatercafé. Dieser war von Regisseurin Antje Siebers mit bedacht gewählt worden. Das Theatercafé bot einerseits direkte Nähe zum Publikum, andererseits einen großen Raum für das Erzähltheater.

 

 

Grundlage für das Stück ist die alte Sage um den mutigen Drachentöter Siegfried. Josef, gespielt von KJT-Schauspieler Steffen Happel, sitzt mitten unter den Zuschauern und wartet auf die Ankunft seines Idols, den Schauspieler Marco. Der hat unter anderem die Sagengestalt Siegfried in einem Film über die Nibelungen gespielt und wird für eine Autogrammstunde erwartet. Während dessen erzählt Josef von seiner Begeisterung gerade für diesen Film und seine Geschichte. Intensiv und lebendig erzählt Josef die Geschichte von Siegfried und den andern Gestalten der Sage…

 

 

Steffen Happel bot in seinem ersten Solostück eine beeindruckende Leistung und zeigte eine enorme Wandlungsfähigkeit. Schließlich stellte er insgesamt 13 verschiedene Personen dar!

Das schaffte er mit den vorhandenen Gegenständen im Café und durch seine Kleidung. Zum Einsatz kamen etwa ein Besen (als Pferd und Ruder) oder ein Kuchenschieber als Schwert. Auch sein Kaputzen-Shirt kam zum Einsatz. Lustig, wie er es über den Besen warf und dieser zum Zwergen-König Alberich umfunktioniert wurde. Ansonsten veränderte Happel vor allem seine Stimme und drückte durch bestimmte Gesten, Mimik und Körperhaltungen den jeweiligen Charakter der verschiedenen Personen gekonnt aus. Happel nutzte den ganzen Raum samt Treppe, was eine große körperliche Herausforderung und Anstrengung bedeutete.

 

Hut ab, mit welcher Leidenschaft, Intensität und viel Humor er sich in die unterschiedlichen Rollen hineinversetzte und sie bildhaft auf die Bühne brachte. Lustige Wortspiele mit den Namen der handelnden Personen sorgten für zusätzliche Lacher. Das Bühnenbild kam ohne viel Requisiten aus. Nur ein Tisch wurde mit ein paar Büchern für die „Autogrammstunde“ präpariert worden.

 

Von Anfang an wurde das Publikum, ob alt oder jung, mit einbezogen und zwischendurch angesprochen. Die gelungene Aufführung und Leistung des Schauspielers wurde vom Publikum mit viel Beifall belohnt. Sicher werden einige der jungen Zuschauer animiert worden sein, zuhause die spannende Geschichte nach zuspielen.

 

Karten sind noch zu haben unter 0231 50 27222 oder info@theaterdo.de

Weitere Termine am Do, 04. September 2014, So, 07. September 2014, Mo, 15. September 2014, Di, 16. September 2014, Di, 21. Oktober 2014, Do, 23. Oktober 2014, So, 26. Oktober 2014, Mo, 27. Oktober 2014 und Fr, 31. Oktober 2014.




Wenn Alkoholsucht zum Lügen zwingt

Andreas Ksienzyk und Götz Vogel von Vogelstein. ©Hans Jürgen Landes
Andreas Ksienzyk und Götz Vogel von Vogelstein.
©Hans Jürgen Landes

Mit dem Stück „Lügner“ nach dem kanadischen Autoren Dennis Foon mit der deutschen Übersetzung von Anne Fritsch für Jugendliche ab 14 Jahren, die Premiere ist am Freitag, den 5. September 2014 um 19:00 Uhr im Kinder- und Jugendtheater, widmet sich Regisseurin Johanna Weißert einem brisanten Thema: Exemplarisch an zwei 16-jährigen Jugendlichen wird der unterschiedliche Umgang mit der Alkoholsucht jeweils eines ihrer Elternteile dargestellt.

 

Angelehnt an die wissenschaftlichen Arbeiten von Sharon Wegschneider werden diese Jugendlichen als „vergessene Kinder“ bezeichnet, die in ihrer Beziehung zu ihrem süchtigen Elternteil in bestimmte Rollenmuster verfallen. „Vergessen“ nennt man sie, weil sich alles in der Familie um den Süchtigen dreht.

 

Es gibt verschiedene Reaktionsmechanismen der Betroffenen auf diese Situation. „In dem Stück versucht die verantwortungsbewusste Schülerin Lenny zunächst, die Alkoholsucht der Mutter zu verdrängen und gibt ihr Bestes, um den „Familienbetrieb“ am Laufen zu halten. Sie sorgt als „gute Tochter“ dafür, die Lügenfassade einer glücklichen, perfekten Familie aufrecht zu erhalten. Sie ist auf der Suche nach Halt und ihr wird nach und nach klar, dass sie sich dem Problem anders stellen muss und sie sucht nach Lösungen.

Ihr Mitschüler Jace geht offen mit der Alkoholsucht seines Vaters um und geht die Sache konfrontativ an. Er ist in sich zurückgezogen und voller Abwehr und Feindseligkeit. Schließlich haut er von zu Hause ab und flüchtet sich in Joints. Die unterschiedlichen Charakter verlieben sich ineinander und versuchen einer Loslösung von dem Alkoholproblemen ihrer Eltern“, so Weißert.

 

„Trotz der schweren Problematik ist „Lügner“ auch eine schräge Liebesgeschichte mit humorvoll-satirischen Momenten. Diese entstehen vor allem durch die punktgenaue Darstellung der gestörten, unterschiedlichen Wahrnehmungen der Figuren. Es geht um gestörte Kommunikation“, erklärte die Regisseurin weiter. Dabei bringen zwei lebensgroße Puppen die widersprüchlichen Haltungen und Verhaltensweisen der Erwachsenen plastisch zum Ausdruck. „Die „Sucht“ tritt sozusagen als eigene Kraft auf“, so Weißert.

 

Bei der Aufführung geht es um die Perspektive der Kinder. Wo ist ihr Ansprechpartner?

 

Hilfe und Information für die Kinder, deren Eltern trinken, gibt es zum Beispiel unter www.nacoa.de und die bundesweite Notrufnummer „Hilfe, meine Eltern trinken“ ist kostenlos: Tel.: 00800-280 280 1

Sie ist täglich zwischen 17:00 und 23:00 Uhr geschaltet und am Wochenende rund um die Uhr!

Bei Alateen kann man zudem andere betroffene Jugendliche treffen. Es gibt 40 Gruppen in Deutschland www.alateen.de

Auf www.kidkit.de kann man per mail Kontakt mit einem Berater aufnehmen.

 

Neben der Premiere am 05. September gibt es weitere Termine: SO, 07. September 2014, FR, 12. September 2014, DO, 18. September 2014, SO, 21. September 2014, MI, 24. September 2014, DO, 25. September 2014, DI, 30. September 2014, MI, 01. Oktober 2014, DO, 02. Oktober 2014, DI, 28. Oktober 2014, MI, 29. Oktober 2014 und DO, 30. Oktober 2014.

 

Karten gibt es unter www.theaterdo.de oder 0231 5027222.




„Heldenhaftes“ Erzähltheater

Steffen Happel als Josef, der in verschiedene Rollen schlüpft. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Steffen Happel als Josef, der in verschiedene Rollen schlüpft. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Das Kinder-und Jugendtheater startet mit dem Solostück „Ich bin nicht Siegfried – Ein Nibelungenlied“ für einen Schauspieler von Jürgen Flügge. in die neue Spielzeit. Die Premiere findet am Freitag, den 29. August 2014 im Theatercafé im KJT in der Sckellstraße statt und dauert ungefähr 50 Minuten. Es ist für Kinder ab 9 Jahren konzipiert. Der Stoff beschäftigt sich mit der Nibelungensage.

Josef, gespielt von KJT – Ensemble-Mitglied Steffen Happel, ist nicht Siegfried. Er ist kein „Held“ wie die gleichnamige Sagengestalt. Er ist „Fan“ von Schauspieler Marco und vor allem von Siegfried. Den hat Marco in einem Film über die Nibelungen gespielt. Während Josef bei einer Autogrammstunde auf seinen Helden Marco wartet, erzählt er voll Begeisterung, intensiv und lebendig von Siegfried und den anderen Gestalten der Nibelungensage, wie etwa Brunhild, König Gunther, Zwergenkönig Alberich, den Schmid….

Haus-Regisseurin Antje Siebers erklärte vorab: „Unser Motto lautet , weniger ist mehr. Wir nutzen das Café wie es ist und benötigen kein extra Bühnenbild. Das Besondere am Erzähltheater ist, das es viel aus nichts schafft. Schauspieler Steffen Happel wechselt dabei in 13 unterschiedliche Rollen und verschiedene Charaktere. Das ist ein besonderer Spaß aber auch eine große Herausforderung. Es ist das erste Solostück für Happel.“

Als einziges Bühnenrequisit wird im Café ein Tisch zum Signiertisch mit dem Buch von Marco für die Autogrammstunde aufgestellt. Das Erzähltheater ist offen und ermöglicht es dem Schauspieler, sich direkt an das Publikum zu wenden. Es kommt mit sparsamen Mitteln aus, und vieles entsteht in der Fantasie der Zuschauer. Die Kinder werden so auch zum Nachspielen angeregt. „Die Unterhaltung und Komik kommt neben der bildhaft verständlichen Information dabei aber nicht zu kurz“ so Siebers.

Karten sind noch zu haben unter 0231 50 27222 oder info@theaterdo.de

Neben der Premiere am 29. August 2014 gibt es weitere Termine am Do, 04. September 2014, So, 07. September 2014, Mo, 15. September 2014, Di, 16. September 2014, Di, 21. Oktober 2014, Do, 23. Oktober 2014, So, 26. Oktober 2014, Mo, 27. Oktober 2014 und Fr, 31. Oktober 2014.




Opernhaus als Kinosaal

Bereiten alles für eine Kinoatmosphäre: (v.l.n.r.) Philip Hartmans (Neovaude), Kristin Steinbrecher (Praktikantin Neovaude), Stefan Krigl (marketing Theater Dortmund), Gabi Hinderberger (Festival Blicke), Thomas Steffen (DSW21), Thomas Meissner (Technik Theater Dortmund).
Bereiten alles für eine Kinoatmosphäre: (v.l.n.r.) Philip Hartmans (Neovaude), Kristin Steinbrecher (Praktikantin Neovaude), Stefan Krigl (marketing Theater Dortmund), Gabi Hinderberger (Festival Blicke), Thomas Steffen (DSW21), Thomas Meissner (Technik Theater Dortmund).

Das Dortmunder Opernhaus wird vom 15.08.2014 bis 10.08.2014 zum zweiten Mal zu einem ganz besonderen Ort. Das Festival KinOper 2014 bringt ein spezielles Kino-Programm in die Oper.

„Opernkino ist vielen Menschen inzwischen ein Begriff. So sind ja beispielsweise große Festspielübertragungen schon Bestandteil einiger Kinos. Wir gehen den umgekehrten Weg. Mit Hinblick auf die neue Spielzeit in der Oper zeigen wir ausgewählte Filme auf einer großen Leinwand mit Technik auf hohem Niveau im Haus. Sozusagen als „intellektuellen Vorläufer“ in die neue Spielzeit. Dafür ist die Zeit am Ferienende gut gewählt. Die Filmauswahl wurde mit Hilfe der Fachleute von Oper, Ballett und Theater vorgenommen,“ erklärte Projektleiter Thomas Steffen vom Sponsor DSW21.

Filmauswahl und Ort müssen zusammen passen.

So können sich Kino und Opernfreunde im Vorfeld des Musicals der neuen Spielzeit „Jesus Christ Superstar“ mit Alexander Klaws (erster „Superstar“) am Freitag, den 15.08.2014 um 20.00 Uhr oder etwa am Sonntag, den 17.08.2014 um 15.00 Uhr „Don Giovanni“ als Filmversionen ansehen und später mit dem „Live-Erlebnis“ im Opernhaus vergleichen.

Marketingleiter Stefan Kriegl verriet: „Das Stammpublikum der Oper (ab 35 Jahren aufwärts) soll einerseits das Kino als Programmkino wieder entdecken, andererseits wollen wir gewisse Schwellenängste zur Oper beim klassischen Kino-Publikum abbauen. Besonders freut sich Kriegl auf den Film „naked opera“ (Sonntag, 17.08.2014 20.00 Uhr). Dort geht es um einen exzessiven Opernfan.

Interessante Einblicke gibt die Premiere der Ballettproduktion „Im Reich der roten Kammer“ (Montag, 18.08.2014, 21.00 Uhr) von dem jungen Filmemacher Piotr Gregorowicz. Er begleitete unter anderem auch Ballettdirektor Xin Peng Wang bei seiner Hongkong-Produktion der „Roten Kammer“.

Auch die unmittelbare Umgebung des Ruhrgebiets wird nicht vergessen. Am Montag, den 18.08.2014 wird ab 17.00 Uhr das beste vom „Blicke-Filmfestival“ gezeigt. „Wir zeigen drei Filme über das Ruhrgebiet. Einen über einen urigen Kiosk, einen über das „Brachgelände Südbahnhof“ und den Fußball-Film „Weltklasse-Kreisklasse“, so Gabi Hinderberger vom Festival Blicke.

Beendet wird das 5tägige Festival am Dienstag , dem 19.08.2014 mit zwei rennomierten Musikfilmen der letzten Monate. „Searching for Sugar Man“ (Oscar-ausgezeichnete Dokumentation über den Sänger Rodriguez) um 17.00 Uhr und dem Roadmovie „Inside Llewyn Davis“ (Lebensgeschichte Dave van Ronk) um 20.00 Uhr.

Das Festival „KinOper“ ist auch für die Technikabteilung eine große Herausforderung.

„Der Aufbau der Projektion ist sehr aufwendig“, erläuterte Philip Hartmann /Technischer Support von der Dortmunder Firma Neovaude.

Eine riesige Leinwand wird in den ersten Bühnenzug eingezogen. Ein neues Projektionstuch für einen lichtstarken 4K-Beamer inklusive Filmserver, Tonanschlüsse-Box und Kühlanlage finden für eine Woche Platz in der Tonregie. Alleine zwei Tage dauern Aufbau und Einmessung der Projektion um eine perfekte Übergabe des Kinotons an die Beschallungsanlage im Zuschauerraum des Opernhauses zu ermöglichen.

Unterstützt wird Neovaude dabei tatkräftig durch die hauseigene Bühnentechnik unter der Leitung des technischen Direktors Thomas Meissner.

Die Karten kosten nach Platzqualität 9,50 €, 8,50 € oder 7,50 €. Für Studenten und Dortmund-Pass-Inhaber gibt es einen Euro Ermäßigung.




Gelungenes Ruhrgebiets-Krimidebüt

Der Protagonist von Thomas schweres Krimi "Die Abtaucher" hat es aus einem bestimmten Grund in Dortmund nicht leicht. (Foto: © grafit-Verlag)
Der Protagonist von Thomas schweres Krimi „Die Abtaucher“ hat es aus einem bestimmten Grund in Dortmund nicht leicht. (Foto: © grafit-Verlag)

Alle Fans von Ruhrgebiets-Krimis dürfen sich freuen. Der Essener Redakteur und Fernsehjournalist Thomas Schweres hat mit „Die Abtaucher“ sein Krimidebüt im Grafit-Verlag gegeben.

BVB-Fans müssen jetzt ganz tapfer ein. Der Protagonist des Krimis ist Georg Schüppe, genannt „Der Spaten“, ein Gelsenkirchener Schalke-Fan, der das KK 11 im Polizeipräsidium Dortmund leitet. Natürlich hat er einen schweren Stand bei seinen Kollegen. Daneben plagen ihn ständige Schmerzen im Knie, die er mit viel Voltaren betäuben muss. Sein aktueller Fall – ein erschlagener albanischer Einbrecher in einem einem Hombrucher Reihenhaus – bereitet ihm einiges Kopfzerbrechen, denn an den Tatorten von drei weiteren Morden in Essen, Herne und Österreich finden sich DNA-Spuren des getöteten Albaners. Aber alle drei Opfer starben später als der Tote in Schüppes neuem Fall. Wer und vor allem warum macht sich jemand die Mühe, diese falsche Fährte zu legen.

Hilfe bekommt der „Spaten“ unverhofft von dem Reporter Tom Balzack. Der Boulevardjournalist ist Pleite und dringend auf eine „gute Story“ angewiesen. Er kennt als Einziger einen Zusammenhang zwischen den Morden und weiß dies in der Sensationspresse zu nutzen….

Schwere zeichnet mit seiner guten Beobachtungsgabe ein detailgenaues aber ungeschöntes Bild der verschiedenen Charaktere, dem Ruhrgebietskolorit und bis hin zu den in der Geschichte eine Rolle spielenden Gegenden in Österreich oder den Niederlanden (Bereich: Den Helder) .

Als Boulevardjournalist erlaubt uns Schweres interessante Einblicke in das hart umkämpfte Geschäft im Journalismus und der Polizeiarbeit, vor allem in der aktuellen Zeit, in der der Journalismus in der Krise steckt. Jeder Journalist kämpft mit harten Bandagen um jede Story.

Die Probleme unserer Städte im Zusammenhang mit der „Globalisierung“ werden dabei nicht verschwiegen. So zum Beispiel Balkan-Prostitution oder Schutzgelderpressungen.

Besonders interessant ist, wie der Autor den Lesern die Persönlichkeit und traurige Lebensgeschichte Georg Schüppes nach und nach näher bringt. Das betrifft seine Knieverletzung aus seiner Vergangenheit während des Kosovo-Krieges sowie das traurige Schicksal seiner Tochter. So wächst das Verständnis für den unnahbaren und nicht leicht fassbare Charakter des Protagonisten.

Dieser trotz häufiger Ortswechsel verständliche und spannende Kriminalroman mit vielen Toten macht Lust auf eine Fortsetzung der Reihe.

Das 221 Seiten starke Paperback ist im Grafit-Verlag erschienen und für 9,99 Euro im Buchhandel oder als E-Book erhältlich.

ISBN 978-3-89425-445-2




Industriekultur als Fotografie und Fotocollage

Die schwarz-weiß Bilder fokussieren den Betrachter auf das Westenliche, findet Martina Dickhut.
Die schwarz-weiß Bilder fokussieren den Betrachter auf das Westenliche, findet Martina Dickhut.

In der Artothek der Stadt-und Landesbibliothek in Dortmund sind vom 8. Juli bis zum 19. August 2014 12 Fotografien und 13 Fotocollagen zum Thema Industriekultur zu sehen.

Der Arzt und Fotograf Ekkehard Wünnemann und die Künstlerin und Dozentin der Malerei in der Erwachsenen- und Jugendbildung Martina Dickhut haben über einen Zeitraum von über sechs Jahren dieses interessante Projekt entwickelt. Beide sind in unserer Stadt beheimatet und Frau Dickhut hat ein eigenes Atelier in Dortmund-Husen mit Kurs- und offenen Ateliersangeboten.

„Die Projektidee entstand schon im Jahr 2006. Ekkehard Wünnemann entwickelt und bearbeitet seine analogen schwarz-weiß Fotos im eigenen Fotolabor. Ein Schwerpunkte sind neben Landschaften, vor allem Industrie, Menschen und Architektur. Die Industriekultur ist ja von großer Bedeutung für das Ruhrgebiets. Als erstes Bild zum Ausprobieren haben wir ein Foto von der Maschinenhalle der Zeche Zollern genommen. Ich habe die Fotografie kopiert und in ein Bild eingearbeitet. So habe ich im Laufe der Zeit insgesamt über 20 Fotos bearbeitet“, erläuterte Dickhut.

Die in schwarz-weiß gehaltenen Bildern lenken den Blick des Betrachters auf das Wesentliche und widmen sich den sonst oft unbeachteten Details. Es stellt sich ihm die Frage, wozu gehört denn der jeweilige Ausschnitt und um welches Objekt handelt es sich. Die Auflösung können die Besucher/innen daneben auf einem kleinen Schild lesen. Zudem werden wohl auch einige Erinnerungen bei ihnen wachgerufen werden. Die Fotografie und die Fotocollage sind immer nebeneinander gestellt. Gerade die „ kleinen Details“ sind die Herausforderung für die Künstlerin und nehmen viel Zeit in Anspruch.

Martina Dickhut geht bei ihrer Arbeit folgendermaßen vor: Am Anfang wird die Fotokopie (oder mehrere) auf die Leinwand aufgeklebt.. Drum herum werden dann zerknüllte dünne Lagen von Tempo-Taschentüchern eingearbeitet. Danach beginnt die eigentliche Arbeit am Bild. Es kommt auf höchste Präzision sowohl bei den Details wie bei der Farbgebung an.

Ein neues Projekt der beiden Künstler ist nicht ausgeschlossen und auch schon angedacht. Alle ausgestellten Werke sind käuflich zu erwerben. Öffnungszeiten der Artothek: dienstags und freitags von 10 bis 19 Uhr.




Internationales Ballett auf höchstem Niveau

Die neunzehnte Internationale Ballettgala am 28. und 29. Juni 2014 im Opernhaus Dortmund, konzipiert von Ballettdirektor Xin Peng Wang, stand ganz im Zeichen der großen Choreografen Sie zeigte ihren großen Einfluss sowie ihre Verdienste für die Entwicklung vom (Neo)-klassischen Ballett hin zur modernem, ausdrucksstarken und perfektionistischen Tanz-Performance. Dem neoklassischen Ballett wurde dabei mit einigen Solo-Auftritten und Pas de deux viel Raum gegeben. Durch die Abende führte wie schon so viele Jahre charmant und mit Hochachtung für das Ballett Kammersänger Hannes Brock.

Die Veranstaltung begann traditionell mit Auszügen aus einer Produktion der aktuellen Spielzeit. XIXDie Dortmunder Ballett-Kompanie bot dem Publikum mit der neu bearbeitete Aufführung „Krieg und Frieden“von Xin Peng Wang einen eindrucksvollen Einblick in das moderne Themen-Ballett.

Mit „Stars and Stripes“ des Choreografen George Balanchine entführten Iana Salenco und Rainer Krenstetter vom Staatsballett Berlin die Zuschauer in die Zeit des amerikanischen Revue-Ballett in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts mit entsprechender Musik, Spitzentanz und Sprungelementen.

Moderner Tanzelement zeigte Alessioo Carbone von der L’Opéra de Paris als „ Teufel im roten Spandex-Trikot“ bei „Arepo“. Hier war sehr schön die Weiterentwicklung im Ballett durch den Choreographen Maurice zu erkennen.

Danach folgte das einfühlsame Pas de deux aus „Krieg und Frieden“, getanzt von Jelena-Ana Stupar und Publikumsliebling Mark Radjapov vom Ballett Dortmund. Ein sehr berührendes Stück, denn eigentlich tanzen beide nicht wirklich miteinander. Die Frau möchte den Mann bei sich behalten, er soll nicht in den Krieg ziehen, doch er hat seine Entscheidung längst getroffen und lässt sie allein.

Einen „sterbenden Schwan“ erster Güte erlebte das Publikum mit Primaballerina Eve Grinsztajn von der L’Opéra de Paris in der Choreografie von Michel Fokine.

Ein besonderes Highlight war der Auftritt von Hyo-Jung Kang (Stuttgarter Ballett) und dem afroamerikanischen Tänzer Brooklyn Mack (The Washington Ballet). Sie tanzten zu „Diana und Acteon“, Choreografie: Agrippina Vaganova. Vor allem Mack bot eine wahnsinnig dynamische Vorstellung. Das er aber nicht nur über eine äußerst starke Sprungkraft verfügt, sondern den modernen Ausdrucks-Tanz beherrscht, bewies er später bei einem Solo-Auftritt.

Eher klassisch kam „Cinderella“ daher. Die Choreografie stammt von niemanden geringerem als Rudolf Nurejew, getanzt wurde es von Eve Grinsztajn und Alessio Carbone.

Ein besonderes Highlight war das Pas de deux aus „Cacti“ mit Risa Tateishi und Arsen Azatyan nach der Choreografie von Alexander Ekman. Denn es verband Humor mit tänzerischer Klasse. Zur Musik von Haydn gab es ein Zwiegespräch vom Band zwischen Mann und Frau, die mit der Choreografie verknüpft wurden.

Auch Marijn Rademaker vom Stuttgarter Ballett konnte bei „Sssst“ gefallen. Das Solo-Stück nach der Choreografie von Edward Klug zeigte zeitgenössischen Tanz in Vollendung.

Zu Live-Musik von Rachmaninov tanzten Lucia Lacarra und Marlon Dino „Three Preludes“ von Ben Stevenson. Besonders der erste Teil, bei dem beide Tänzer zunächst durch eine Ballettstange getrennt wurden, bezauberte durch seine filigranen Elemente.

Nachdem Brooklyn Mack seine hohe Körperbeherrschung unter Beweis gestellt hatte, war es dem Dortmunder Ballettensemble vergönnt, den Abschluss der Ballettgala zu präsentieren. Bei „The Vertigenous Thrill of Exactitude“ von William Forsythe. Fün Tänzerinnen und Tänzer der Kompagnie zeigten den atemberaubenden Nervenkitzel der Exaktheit, so die Übersetzung.

Doch es war nicht vorbei, denn drei Tänzerinnen und Tänzer wurden verabschiedet, darunter der beliebte Mark Radjapov, der vielen Stücken von Xin Peng Wang seinen Stempel aufgedrückt hat. Unvergessen sein „böser Zauberer“ bei Fantasia. Radjapov verabschiedete sich vom Dortmunder Publikum mit einer großartigen Performance beim Stück „Abgeschminkt“.




Perlen der Karikatur-Geschichte

Vor einer Karikatur über Freud und Mahler  stehen (v.l.n.r.) Museumsdirektor Wolfganf E. Weick, Dr. Gisela Vetter-Liebenow, Direktorin des Wilhelm-Busch Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst und der Gestalter der Ausstellung, Prof. Jürg Steiner.
Vor einer Karikatur über Freud und Mahler stehen (v.l.n.r.) Museumsdirektor Wolfgang E. Weick, Dr. Gisela Vetter-Liebenow, Direktorin des Wilhelm-Busch Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst und der Gestalter der Ausstellung, Prof. Jürg Steiner.

In Kooperation mit dem Museum Wilhelm Busch-Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst in Hannover zeigt das Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund vom 29. Juni bis 31. August 2014 unter dem Titel „Karikatur und Zeichenkunst: Von Goya bis Wilhelm Busch“, Glanzstücke aus der Sammlung des Museum Wilhelm Busch.

 

Aus Anlass des 75. Jubiläums präsentierte das Museum Wilhelm Busch in Hannover mit über 200 Werken ein imposanten und international bedeutenden Bestand historischer und zeitgenössischer Karikaturen. Nun haben auch die Menschen im Dortmunder Umfeld die Gelegenheit, diese mit genauer Beobachtungsgabe und zeichnerischer Präzision auf Papier gebrachten politischen Zeugnissen der Zeitgeschichte zu bewundern.

 

„Es war eine große Herausforderung, die 235 Stücke zu präsentieren. Wir haben uns für eine lineare Hängung entschieden“, verriet der scheidende Museumsdirektor Wolfgang E. Weick. Dr. Gisela Vetter-Liebenow, Direktorin des Wilhelm-Busch Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst, erläuterte: „Mit der Karikatur als politische Waffe begann mein Weg ins Museum. Diese Ausstellung ist praktisch eine Art Leistungsschau durch die Geschichte der Karikatur. Dabei wurden die Karikaturisten oft nicht als Künstler wahrgenommen. Unsere Sammlung beweist aber, welche politische Sprengkraft sie mit ihrer „spitzen Feder“, zeichnerischer Präzision und guter Beobachtungsgabe auf Papier gebracht haben.“

 

„Die Anfänge der Karikatur reichen bis in die Renaissance ds16. Jahrhunderts mit Künstlern wie Annibale Carracci mit ihren als Typen charakterisierten „Gruppe von Musikern“, oder etwa William Hogarth. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich in England die „Karikatur als politische Waffe und Gesellschaftssatire“ mit Künstlern wie James Gillray, Thomas Rowlandson oder Francisco de Goya. Zwischen Restauration und Revolution im 19. Jahrhundert war Frankreich mit Künstlern wie etwa Honoré Daumier Zentrum der Karikatur. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Deutschland mit dem „Simplicissimus“ einen gewaltigen Karikaturschub“, so Vetter-Liebenow.

 

Weiter zu sehen sind international wegweisende Karikaturen vor und nach 1945 mit Arbeiten von A. Paul Weber, oder eine der wenigen politischen Karikaturistinnen wie Marie Marcks, und von Erich Sokol. Unter den internationalen Künstlern des 20. Jahrhunderts sind vor allem Zeichner der amerikanischen Wochenzeitschrift The New Yorker und Klassiker wie Tomi Ungerer und Ronald Searle vertreten.

 

Dem „Urvater des modernen Comic“, Wilhelm Busch, mit seinen prägnanten Bildgeschichten, ist natürlich ein großer Raum in der Ausstellung gewidmet. Seinen Zeichnungen zeigen neben einer besondere Naturverbundenheit, wie man mit wenigen Zeichenstrichen ungeheure Ausdruckskraft entfalten kann. Neben den Karikaturen von Busch sind zum Abschluss auch drei Bilder von Loriot und Werke von Ernst Kahl in der Ausstellung zu sehen.

 

Der Gestalter der Ausstellung, Prof. Jürg Steiner, Berlin/Wuppertal erklärte: „Die Schwierigkeit bei der Gestaltung lag unter anderem bei der Lichtempfindlichkeit des Materials. Wir konnten nur eine schwache Beleuchtung benutzen. Für das Publikum bieten wir an neun Stationen gemütliche Sitzgelegenheiten aus verschiedenen Epochen.“ Ein Tipp: Nehmen sie sich viel Zeit für die Karikatur-Geschichten.

 

Die Ausstellung wird am Sonntag, den 29. Juni 2014 um 11.30 Uhr in der Rotunde des MKK durch Museumsdirektor Wolfgang E. Weick und einer Einführung durch Dr. Gisela Vetter-Liebenow eröffnet. Für die musikalische Umrahmung sorgt Michael Hönes vom Theater Dortmund.

 

Ausstellungsdauer:

 

29.Juni 2014 bis 31.August 2014
Katalog: Karikatur & Zeichenkunst. Hirmer Verlag, München 2012, 288 Seiten mit 250 meist farbigen Abbildungen: 39,90 €

 

Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, So 10 bis 17 Uhr

Do 10 bis 20 Uhr

Sa 12 bis 17 Uhr

 

Eintrittspreise: Erwachsene sechs Euro,

ermäßigt drei Euro

 

 




Kino trifft Oper

Thomas Steffen (Organisator von KinOper) freut sich auf viele Besucher.
Thomas Steffen (Organisator von KinOper) freut sich auf viele Besucher.

Kurz vor Ende der Sommerferien trifft im Dortmunder Opernhaus vom 15. bis 19.08.2014 bei „KinOper“ zum zweiten mal Kino auf Oper. Auf einer 200 qm² großen Leinwand werden in diesem Jahr gleich an fünf Tagen Kino- und Dokumentarfilme zu sehen sein, die sowohl Einblicke in die Sparten Oper und Ballett aus der aktuellen, als auch „Appetit“ auf Produktionen der neuen Spielzeit 2014/2015 machen wollen.

Thomas Steffen von den Organisatoren erklärte: „Wir haben mit Unterstützung von unserem Kooperationspartner DSW21-Gruppe seit dem letzten Jahr ein neues Format geschaffen, dass mit „Dortmund tanzt“ im letzten Jahr schon erfolgreich gestartet ist. Diesmal gehen wir über fünf Tage. Wir wollen den daheim gebliebenen Menschen einerseits ein besonderes Erlebnis für die ganze Familie bieten, andererseits Kinofans für die Oper und die Opernproduktionen interessieren. Außerdem ist uns wichtig, die Kinolandschaft in unserer Stadt zu bereichern.“

Marketingleiter Stefan Kriegl von der Oper Dortmund fügte hinzu: „Wir zeigen kein neues Kino, sondern wollen Kino und Oper verbinden.“

Am 15. August 2014 geht es mit dem Film „Jesus Christ Superstar“ (1973) los. Der Film weist das Publikum schon auf die Bühnenfassung des Musicals (Premiere 19.10.2014) hin.

Der 16. August.2014 gehört dem Ballett. Gezeigt wird mit „Billy Elliot“ ein moderner Klassiker des Tanzfilmes, der gleichermaßen die Faszination des Balletttanzes, wie auch den unbedingten Willen eines Jungen aus dem tristen Nordengland zeigt, seinen Traum vom Tanzen zu verwirklichen. Damals für einen Jungen noch verpönt und äußerst schwer durchzusetzen.

Um 20 Uhr ist mit „First Position“ ein weiterer Ballettfilm und ausgezeichneter Dokumentarfilm auf der großen Leinwand zu sehen. Es zeigt, wie an die 5.000 Tänzer beim Youth American Grand Prix ähnlich wie bei „Fame“ um einen der wenigen begehrten Stipendien kämpfen.

Eine perfekte Symbiose von Kino und Oper wird es am Sonntag, den 17. August 2014 geben. Die Opernsparte gibt um 16 Uhr mit der Verfilmung „Don Giovanni“ (185 Minuten) von Joseph Losey schon eine Art „Vorpremiere“ und „Appetithappen“ für ihrer Bühnenfassung 2015.

Außerdem knüpft KinOper um 20 Uhr mit dem Film „naked opera“ direkt an „Don Giovanni“ an. Er zeigt die Geschichte eines unheilbar kranken Mannes, der „Opern besessen“ eine perfekte Inszenierung dieser Oper anstrebt.

Montag, der 18. August 2014 ist dem heimischen Dokumentarfilm gewidmet. Ab 17 Uhr ist ein „Best of Blicke-Festival“ aus über zwanzig Jahren auf der Leinwand zu sehen. Sieben Kurz-Filme von unterschiedlicher Länge darunter etwa welche zum Thema „Fußball“ oder „Nordstadt“ sind dann zu erleben. Am Abend erwartet das Publikum dann eine Welturaufführung. Ein junger Filmemacher begleitete Xin Peng Wang und die Ballett-Kompanie ein Jahr während der Entstehung vom „Traum der roten Kammer“ bis hin zur Inszenierung in HongKong. Ein seltener Einblick hinter die Kulissen.

Dienstag, der 19. August 2014 ist Musikfilmtag. Um 17 Uhr wird „Searching for Sugar Man“ zu sehen sein. Darin geht es um den südamerikanischen Sänger Rodriguez.

KinOper endet um 20 Uhr mit dem Film „Inside Llewyn Davies“ mit Justin Timberlake. Da geht es um die Geschichte von Dave de Ronk, der berühmt wurde, weil ihm ein damals noch unbekannte Bob Dylan seinen Song „House of the Rising Sun“ geklaut hatte.

Vor den nach Vorstellungen gibt es im Opernfoyer Gelegenheit, etwas zu trinken und sich mit Popcorn und Nachos zu stärken.

Die Eintrittspreise betragen 9,50 €, 8,50 € und 7,50 € (ermäßigt jeweils 1 Euro weniger). Der Beginn des Kartenvorverkaufs ist der 24. Juni 2014, Karten gibt es an der Theaterkasse im Opernhaus, telefonisch unter 0231/50 27 222 oder unter www.theaterdo.de




All you need is love

So heißt ein bekannter Song der Beatles. Mit ihrem neuen Projekt „Kein Stück über Liebe“ setzen sich 16 Ensemble-Mitglieder der junge Tanztheaterwerkstatt des Theaters im Depot unter der Regie von Cordula Hein und Katja Ahlers mit den Themen Liebe, Sex und Beziehungen auseinander. Wie verhält es sich damit bei ihrer Generation? Mit ihrem Stück gehen sie der Frage nach, ob es noch lohnt, sich auch heutzutage damit zu befassen. Dafür benutzten sie mit musikalischen, spielerisch-sprachlichen und tänzerischen Ausdrucksformen. Bei diesem Projekt machten 13 junge Frauen und drei junge Männer mit. Das besonders Interessante dabei, ein junge Akteurin der Aufführung im elektrischen Rollstuhl wird wie selbstverständlich mit in das Projekt einbezogen.

Zu Beginn sieht das Publikum das junge Ensemble in Dessous. Es ist noch nicht klar, wo die Reise hingeht und und was wirklich bei dem Thema für die jungen Menschen von Bedeutung ist. Das Stück zeigt gut die Verunsicherung einer Generation, die in einer sexualisierten, fast tabulosen Welt zurecht finden muss. Da ging es um Fragen wie: Wie spreche ich eine mir sympathische Person richtig an? Bin ich hübsch genug? Schreibt man noch Liebesbriefe? Ist Liebe nur eine romantische Illusion? Auch das Thema Eifersucht und unterschiedliche Bedürfnisse wurde gestreift. Musikalisch wurden bekannte „Kino-Liebespaare“ etwa aus „Dirty Dancing“, „Titanic“ oder „Romeo und Julia“ beleuchtet. Ein moderner „Rap“ zum Thema durfte für die Jugend natürlich auch nicht fehlen.

Neben guten gesanglichen Talent überzeugten die Akteur/innen vor allem bei den starken und sensiblen Tanzchoreografien von Choreografin Birgit Götz. Humor und Selbstironie kamen bei der Vorstellung nicht zu kurz. Ein gelungener Einfall war zum Beispiel der Perspektivenwechsel, wo die jungen Frauen mit aufgeklebten Bart und mit Schlips in die Rolle der Männer schlüpften. Diese wiederum kamen zum großen Vergnügen des Publikums mit je einem einem hochhackigen Damenschuh bekleidet auf die Bühne als „Frau“. Lustig auch die „vergeblichen Versuche“, den Kamasutra-Anweisungen folge zu leisten.

Natürlich wurden nicht nur die positiven Seite der Liebe und des Zusammenseins herausgestellt. Mit der Einleitung „Ich kann es nicht leiden, dass“ wurden die Verhaltensweisen des Partners kritisiert. Kleinere Risse entstehen in der Beziehung. Sind sie noch zu kitten?

Geben Ende wurden die vor der Aufführung vom Publikum ausgefüllten Statements zum Thema „Liebe ist….“ vorgelesenen. Das sich die Menschen zu jeder Zeit nach Nähe sehen und das es kein Leben ohne Liebe gibt, wird zum Schluss noch einmal von allen gemeinsam besungen. Eine starke Leistung des gesamten Ensembles.