Eintauchen in die Wunderwelt Ozean bei Phoenix des Lumières

Neben der Dali-Dauerausstellung können Interessierte ab dem 28.09.2024 bis Anfang 2025 in zwei immersiven Tauchgängen bei einer Sonderausstellung tiefer in die „Wunderwelt Ozean“ – Phoenix des Lumières (am Dortmunder Phoenix-West Park) eintauchen. Die Presse hatte bereits am 26.09.2024 die Gelegenheit, diesen „immersiven Tauchgang“ (ca. 45 Minuten) zu erleben.

Die Produktion lag in den Händen des Culturespaces Studios, die aufwendigen Sounds stammen von START REC, und das Design sowie die Animation von SPECTRE LAB. Über zehn Monate wurde an der Ausstellung gearbeitet. Es wurden unter anderem 100 Projektoren eingesetzt.

Seepferdchen in ihrer Pracht sind auch zu bewundern in der Sonderausstellung von Phoenix des Lumières. (Foto: culturspaces Falko Wübbecke)
Seepferdchen in ihrer Pracht sind auch zu bewundern in der Sonderausstellung „Wunderwelt Ozean“  von Phoenix des Lumières. (Foto: culturspaces Falko Wübbecke)

An allen Wänden, im runden „Spiegelsaal“ (mit vielen effektvollen Spiegelungen) in der Mitte und durch Bodenprojektionen werden die Besucherinnen und Besucher auf eine besondere Weise in die faszinierende Ozeanwelt hineingezogen. Neben den Klängen sind auch das Rauschen des Meeres und die „Stimmen“ der dort lebenden Tiere zu hören. Je nach Standort der Besucher verändert sich die akustische Wahrnehmung.

Eine faszinierende Reise in die Tiefen des Ozeans

Beim ersten Tauchgang beginnt die Reise in tropischen Gewässern. Zu sphärischen Klängen schweben galante Riesenschildkröten und Korallenfische durch die Projektionen. Am Meeresgrund suchen kleine tropische Fische mit bunten Schuppen in der Tiefe nach ihrer Nahrung (Schwämme, Algen, Kleinkrebse), die dabei helfen, das Ökosystem zu regulieren.

Die Reise führt weiter an Bord eines gesunkenen U-Boots und zu eindrucksvollen Kreaturen wie Riesenkrebsen, Hammerhaien, Schwarzspitzenriffhaien und majestätischen Mantarochen. Der Einblick in die verborgenen Geheimnisse der Dunkelheit endet mit einem leuchtenden Tanz der Quallen.

An der Wasseroberfläche wird der störende Einfluss von Motorengeräuschen sichtbar, ebenso wie die Problematik der Überfischung. Außerdem wird auf die Gefahren durch Müll (wie Mikroplastik) und alte Netze hingewiesen.

Der zweite Tauchgang führt in 300 Meter Tiefe, in eine fast absolute Dunkelheit. Dort offenbart sich eine außergewöhnliche, teils furchteinflößende Tierwelt. Besonders faszinierend sind die biolumineszierenden Mikroorganismen.

Weiter geht es in die „gefrorenen polaren Welten“, wo Orcas, Robben und Pinguine in einem immer kleiner werdenden Lebensraum um ihr Überleben kämpfen.

Der letzte Tauchgang zeigt uns die majestätischen Wale, darunter Blau- und Buckelwale, die mit kraftvollen Spritzern über große Entfernungen hinweg mit ihren Gruppen kommunizieren.

Diese Sonderausstellung macht eindrucksvoll deutlich, wie schön, schützenswert und als Lebensgrundlage bedeutsam die „Wunderwelt Ozean“ ist.

Die Öffnungszeiten des Kunstzentrums

Dienstag bis Donnerstag, von 10 bis 17 Uhr
Freitag und Samstag, von 10 bis 21 Uhr
Sonn- und Feiertage, von 10 bis 18 Uhr
Stille Feiertage am 01.11., 17.11. und 24.11.: geschlossen

Wunderwelt Ozean – Infos im Überblick
Laufzeit: 28. September 2024 bis 5. Januar 2025

Spielzeiten:
28.09. bis 31.10. und 21.12. bis 05.01.
Mi-So: 14.30 Uhr bis 19:00 Uhr
Di: 10.00 Uhr bis 19:00 Uhr

02.11. bis zum 20.12.
Di: 10.00 Uhr bis 17:00 Uhr
Sa: 14.30 Uhr bis 21:00 Uhr

Zusätzlich zeigt Phoenix des Lumières die Sonderausstellung in den NRW-Herbstferien (14.10. bis 26.10.) und Winterferien (23.12. bis 05.01.) montags 14:30 Uhr bis 19:00 Uhr.

Innerhalb der übrigen Öffnungszeiten laufen weiterhin die Ausstellungen Dalí, Gaudí und 3 Movements.

Preise

Regulärer Tarif 16 €
Seniorentarif (ab 65 Jahre) 15 €
Ermäßigter Tarif (Schüler:innen, Studierende,
Auszubildende, Personen mit
Schwerbehindertenausweis (Schwerbehinderte
Menschen mit Merkzeichen B sind zur
Mitnahme einer Begleitperson berechtigt).
Bei Vorlage eines Belegs, der – 6
Monate alt ist.) 14 €
Kinder & Jugendliche (5-17 Jahre) 10 €
Familientarif (2 Erwachsene + 2 Kinder) 42 €
Geschenk-/Flextickets 25 €
Gruppe (ab 15 Personen) 13 € pro Person
Schulklassen 8 € pro Person
Freier Eintritt für Kinder unter 5 Jahren

Der Besuch der Ausstellung ist für Kinder unter 2 Jahren nicht empfohlen.
An Familientagen (dienstags) gibt es vergünstigte Preise beim Eintritt für Erwachsene, Kinder & Jugendliche und Familien.

Eintrittskarten
Die Eintrittskarten sind erhältlich unter: https://www.phoenix-lumieres.com/de/online-tickets

 




Pop trifft Philharmonie: Stefanie Heinzmann begeistert mit musikalischer Vielfalt

Die Dortmunder Philharmoniker luden am 23.09.2024 unter dem Titel „Pop Symphonie“ zum 1. Konzert für junge Leute der neuen Spielzeit ein.
Im Konzerthaus kam es zu einem spannenden Zusammentreffen von Pop-Songs der stimmgewaltigen Schweizer Sängerin Stefanie Heinzmann und der musikalisch starken Live-Begleitung durch die Philharmoniker.
Für den Abend mussten die insgesamt vierzehn Songs speziell neu arrangiert werden. Diese Arrangements wurden einfühlsam von Miki Kekenj erstellt, der gleichzeitig auch als Dirigent mit seinem „Zauberstab“ auf der Bühne agierte. Übrigens absolvierte Kekenj vor einigen Jahren ein Praktikum bei den Dortmunder Philharmonikern.

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Stefanie Heinzmann war nicht alleine auf der Bühne. Eva Schäfer und Leslie Jost unterstützten sie tatkräftig mit ihren kraftvollen Stimmen.

Emotionale Einblicke und kraftvolle Stimmen

Es ist erstaunlich, welche positive Power und Präsenz die zierliche, fragil wirkende Sängerin in ihrem luftigen Kleid auf die Bühne brachte.
Das Publikum erfuhr während der zahlreichen kurzen Gespräche zwischen Stefanie Heinzmann und Kekenj auch einiges über den persönlichen Hintergrund der Songs und das Leben der Künstlerin.
So erzählte sie unter anderem von ihrer selbstzerstörerischen Teenagerzeit und ihren Problemen mit der Selbstliebe. Besonders im Song „Little Universe“ geht es darum, das „kleine Universum“ in sich selbst und bei geliebten Menschen zu finden. Denn nur, wer sich selbst liebt, kann auch andere lieben.
Das Thema, über sich selbst hinauswachsen zu müssen, behandelt der Song „Bigger“.
Musikalisch überzeugte das Programm durch seine Vielfalt – mal nachdenklich ruhig, dann wieder eruptiv und aufbrausend, wechselnd zwischen Pop, Funk und Soul.
Das Publikum wurde immer mehr in den Bann gezogen, und am Ende gab es verdientermaßen Standing Ovations.




Fulminante Internationale Ballettgala XXXIX in Dortmund

Der Dortmunder Ballettintendant Xin Peng Wang zog auch in diesem Jahr zahlreiche Ballettstars aus Europa (Amsterdam, Berlin, Dresden, München, Lissabon, London, Paris) in unsere Stadt.

Die 39. Internationale Ballettgala am 21. und 22. September 2024 bot die gesamte Bandbreite des Genres. Moderiert wurde der Abend wie gewohnt humorvoll und charmant von Kammersänger Hannes Brock.

Bolero (Jiří Bubeníček): Jenny Laudadio, Jon Vallejo (Semperoper Ballett). Foto: (c) Leszek Januszewski
Bolero (Jiří Bubeníček): Jenny Laudadio, Jon Vallejo (Semperoper Ballett). Foto: (c) Leszek Januszewski

Den Auftakt bildete eine Reminiszenz an die erfolgreiche Choreografie von Xin Peng Wangs „Schwanensee“ (Musik: Peter Tschaikowsky) mit Tänzer*innen des Dortmunder Balletts sowie des NRW Juniorballetts.

Klassisch-romantisch ging es weiter mit „Renaissance“ (Choreografie: Sébastien Bertaud, Musik: Félix Mendelssohn; Besetzung: Bleuenn Bettistoni, Ballet de L’Opéra Paris) und „Le Parc“ (Choreografie: Angelin Preljocaj, Musik: W.A. Mozart; Besetzung: Yasmine Naghadi, Julian MacKay).

Ein vielfältiges Ballett-Erlebnis

Die Ausdrucksmöglichkeiten des modernen zeitgenössischen Balletts demonstrierten eindrucksvoll die beiden Choreografien „O“ und nach der Pause „I“ von Philippe Kratz, der vor 18 Jahren selbst zur Dortmunder Company gehörte. Beide Stücke wurden wunderbar von Casia Vengoecha und Toon Lobach interpretiert.

Mit „Giselle“ (Musik: Adolphe Adam; Choreografie: Marius Petipa; Besetzung: Anna Tsygankova und David Motta Soares, Het Nationale Ballet Amsterdam, Staatsballett Berlin) zeigten die Tänzer*innen ihr Können auch in „Penumbra“ (Choreografie: Remi Wörtmeyer).

Eine empathisch-rasante Choreografie von Jiri Bubeníček zu Ravels „Boléro“, meisterhaft dargeboten von Jenny Laudation und ihren vier männlichen Partnern (Semperoper Ballett, Dresden), leitete die Pause ein.

Nach der Pause folgte „Love, Fear, Loss“, sensibel auf dem Flügel von Marcos Madrigal begleitet. Dieses klassische, romantisch-melancholische Ballettstück, inspiriert von der Musik von Piaf, Brel und Dumont, präsentierte Ballettgrößen der Companhia Nacional de Bailado, Lissabon.

Zum französisch geprägten Abend passte die an die Französische Revolution angelehnte Choreografie „Flammes de Paris“ von Wassili Valonen (Besetzung aus dem Royal Ballet, London, und dem Bayerischen Staatstheater, München).

Eine virtuose Kostprobe aus „Ein Mittsommernachtstraum“ (2020; Choreografie: Alexander Ekman, Musik: Mikael Karlsson) mit Akteur*innen des Balletts Dortmund und des NRW Juniorballetts rundete den Abend für das begeisterte Publikum ab.




„Türmer-Produktion Ballett“ auf dem Dortmunder U-Turm

Am Abend des 19.09.2024 konnte eine geladene Gruppe von Ballett-Freunden und Pressevertretern an einer besonderen Weltpremiere in Dortmund teilnehmen. Die „Türmer-Produktion Ballett“ – eine faszinierende Kombination aus Tanz, Choreografie und Film – wurde auf dem Dortmunder U-Turm präsentiert. Diese Aufführung stellt eine zukunftsweisende Zusammenarbeit zwischen Adolf Winkelmann,  dem Filmproduzenten und Professor für Film-Design an der FH Dortmund und Xin Peng Wang, dem Ballettintendanten Dortmunds, dar.

Die Tanzenden sind eine neue Attraktion der fliegenden Bilder, eine Kollaboration zwischen Xin Peng Wang (Ballettdirektor) und Adolf Winkelmann (Fliegende Bilder)
Die Tanzenden sind eine neue Attraktion der fliegenden Bilder, eine Kollaboration zwischen Xin Peng Wang (Ballettdirektor) und Adolf Winkelmann (Fliegende Bilder)

Die U-Turm-Bilderuhr, eine bekannte Kunstinstallation auf der Dachkrone des Dortmunder U, zeigt seit dem 28. Mai 2010 auf neun Projektionsflächen Filmbilder, die weithin sichtbar in den Himmel über der Stadt gesendet werden. Damals wurden „fliegende Tauben“ als Hommage an die Tradition der Brieftaubenzucht im Ruhrgebiet gezeigt. Nun greift die „Türmer-Produktion Ballett“ dieses visuelle Konzept auf und verbindet es mit einer modernen Interpretation von Tanz und digitaler Kunst.

Tanz trifft auf digitale Kunst im öffentlichen Raum

Der Begriff „Türmer“ bezieht sich auf die historischen Turmwächter, die über die Städte wachten. Im Rahmen dieser neuen Produktion tanzen jeweils acht Frauen und Männer aus der Dortmunder Ballett-Company von 6 bis 22 Uhr für wenige Minuten mit Handylichtern auf den Projektionsflächen – besonders eindrucksvoll in den Abendstunden, wenn die Lichter die Dunkelheit durchbrechen. Die visuelle Wirkung wird durch die Unterstützung von erfahrenen Ton- und Lichtexperten verstärkt, was die Premiere zu einem beeindruckenden Erlebnis machte.

Vor der Aufführung hatten die geladenen Gäste die Möglichkeit, hinter die Kulissen der Digital-Werkstatt auf der ersten Etage zu blicken. Dort erhielten sie humorvolle Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Projekts und spannende Informationen über die technische Umsetzung. Diese exklusive Führung ermöglichte es, die kreative Arbeit und die Herausforderungen, die hinter der „Türmer-Produktion Ballett“ stecken, besser zu verstehen.

Mit Einbruch der Dämmerung begann die eigentliche Premiere, die von einem beeindruckenden Ausblick vom Außengelände in der Nähe des Residence Inn by Marriott auf die LED-Wände des U-Turms begleitet wurde. Das Projekt verleiht der Stadt Dortmund ein neues kulturelles Alleinstellungsmerkmal und unterstreicht ihre Strahlkraft in der Kunst- und Tanzszene.




Junge Kunstschaffende auf der Suche nach „Lost Places“

Auf der zweiten Etage der uzwei (Zentrum für kulturelle Bildung) im Dortmunder U findet vom 20.09.2024 bis 02.02.2025 ein besonderes interaktives Ausstellungsprojekt statt. Es trägt den Titel „Lost and Found“. Die Ausstellung setzt sich intensiv mit dem Konzept der „Lost Places“ auseinander. Sie zeigt, wie junge Kunstschaffende diese geheimnisvollen Orte künstlerisch interpretieren.

Über ein Jahr hinweg haben neun junge Menschen im Alter von 16 bis 22 Jahren das Thema „Lost Places“ erforscht. Unterstützt wurden sie von den Kuratoren Norman Grotegut und Hans Peters. Dabei haben sie einen kreativen Transformationsprozess durchlaufen. Zahlreiche Expert*innen aus den Bereichen Video-Installationen, VR-Animationen und Szenografie begleiteten sie bei ihrer Auseinandersetzung mit Lost Places.

Ausstellung über "verlassene Orte" in der uzwei
Ausstellung über „verlassene Orte“ in der uzwei

Es entstanden faszinierende und interaktive Werke. Diese laden oft dazu ein, tiefer in die Welt der Lost Places einzutauchen – auch mit VR-Brille. Von einer Lichtinstallation mit einem Bauzaun über VR-Animationen verwunschener Orte bis hin zu einem Klavier, das vergessene Melodien spielt, wird das Konzept der Lost Places vielfältig dargestellt.

Ein „Lost Place“ ist nicht nur ein verlassener Ort, sondern auch ein Gefühl, eine Erinnerung oder ein altes Foto. Schon beim Betreten der Ausstellung werden die Besuchenden von einem riesigen, künstlichen Brombeerstrauch empfangen. Dieser steht symbolisch für die gemeinschaftliche Arbeit an diesem Projekt, das Lost Places kreativ aufarbeitet.

 

Künstlerische Interpretationen von Lost Places

Aldelina Lavreentiyev lässt uns in ihrer Ghost Peppers-Projektion am Leben von „Hildemaus“ teilhaben. Diese basiert auf einem vergessenen Poesiealbum. Chantal Hedtkamp interpretiert Lost Places in „Message Behind“. Hier sind hinter verschlossenen Türen Botschaften verborgen, die zu einem vergessenen Kommunikationsort werden.

Sehr berührend ist die Arbeit „Kraft des Andenkens“ von Hayati aus dem Libanon. Auf einem Teppich liegt ein Schutthaufen, aus dem eine weiße Gips-Hand herausragt. Diese Hand steht als Symbol für Hoffnung inmitten der Zerstörung eines Lost Place. An den Wänden hängen Fotografien von Menschen, die einst an diesem verlorenen Ort lebten.

Juri Muzychenko zeigt in seinen Kohlezeichnungen die Folgen des industriellen Strukturwandels für Lost Places. Diese Orte wurden verlassen, und das Leben der Menschen, die dort lebten, hat sich verändert.

Leonie Galbarsch erweckt in „Vergessene Harmonie“ ein altes, vergessenes Klavier zu neuem Leben. Immer wieder spielt es Melodien, die an die verlorenen Klänge eines vergessenen Ortes erinnern.

Interaktive Erlebnisse in verlorenen Welten

In der Videoarbeit „Floating“ von Maryam Kannouj geht es um das Gefühl des Verlorenseins im Alltag. Die Installation lädt dazu ein, in die Welt der Lost Places einzutauchen und für einen Moment innezuhalten.

Die Installation „Ist da was?“ spielt mit der Magie verlassener Orte. Sie fordert die Besuchenden auf, einen Bauzaun zu betreten, der einen Lost Place umgibt. Durch die Absperrung entsteht eine besondere Anziehungskraft, die Neugier weckt.

Metin Bingöl verbindet in „You know me“ Horrorelemente mit der Idee der Lost Places. Mit einer VR-Brille können die Besuchenden in einer verlassenen Badeanstalt umhergehen. Sie müssen nach einem Ausgang suchen. Dieses Erlebnis macht die Faszination von Lost Places intensiv spürbar.

Mika Finn Klöpper lädt mit seiner „Interactive Landscape“ zum Verweilen ein. Auf einer plüschigen Kissenlandschaft können die Besuchenden durch sanften Druck selbst Architektinnen oder Bildhauerinnen ihrer eigenen Lost Places werden.

Eröffnung der Ausstellung: 19.09.2024 um 17:00 Uhr auf der uzwei.

Weitere Informationen erhalten Sie unter uzwei@stadtdo.de oder telefonisch unter 0231/50-23843.




La traviata – Ein emotional packendes Bühnenerlebnis

Am 15. September 2024 erlebte das Dortmunder Opernhaus die Premiere von Vincent Boussards Neuinszenierung von Giuseppe Verdis „La traviata“. Die Aufführung, die bereits 2015 großen Anklang fand, begeisterte auch dieses Mal durch ihre musikalische Tiefe, vermittelt von den Dortmunder Philharmonikern unter der Leitung von Will Humburg.

Minimalismus und symbolische Tiefe

Der Opernchor des Theaters Dortmund (Einstudierung: Fabio Mancini) bereicherte das Geschehen auf der Bühne, wobei die Chormitglieder in schwarzen Fracks und Zylindern auftraten. Diese schlichte Kostümierung lenkte nicht vom intensiven emotionalen Kern der Geschichte ab. Das Bühnenbild setzte auf Minimalismus, um die inneren Konflikte der Figuren hervorzuheben. Im Vergleich zur Inszenierung von 2015, die stärker das Pariser Leben thematisierte, lag der Fokus hier auf den Seelenzuständen der Hauptfiguren.

La traviata: Andrea Carè, Anna Sohn (c) Thomas M. Jauk
La traviata: Andrea Carè, Anna Sohn (c) Thomas M. Jauk

Eine drehbare, weiße Wand diente als Projektionsfläche für die wechselnden Gefühlslagen der Charaktere. Eine zentrale Rolle spielte dabei ein imposantes schwarzes Klavier, das als Symbol für die verlorene Liebe von Franz Liszt zur Kurtisane Marie Duplessis, dem Vorbild für Verdis Violetta, interpretiert werden kann. Dieses Klavier fungierte als Metapher für die Sehnsüchte und Erinnerungen der Protagonistin Violetta.

Herausragende gesangliche Leistungen und darstellerische Kraft

Im Mittelpunkt standen die stimmlichen und darstellerischen Leistungen der Solisten. Anna Sohn brillierte als Violetta Valéry mit ihrem kraftvollen Sopran, während Andrea Carè als Alfredo mit seiner emotionalen Tiefe überzeugte. Besonders beeindruckend war Mandla Mndebele in der Rolle von Giorgio Germont, dessen warmer Bariton den Konflikt zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und persönlicher Schuld untermalte.

Die Darsteller*innen verliehen den Figuren nicht nur stimmlich, sondern auch durch Gestik und Mimik eine außergewöhnliche Ausdrucksstärke. Denis Velev als Dottore Grenvil, Ruth Katharina Peeck als Annina und Cassandra Doyle als Flora ergänzten das Ensemble durch ihre feinsinnigen Darbietungen und rundeten das Gesamterlebnis ab.

Eine besondere Neuerung stellte die Figur der irischen Tänzerin Lola Montez dar, die von Sofia Pintzou verkörpert wurde. Als zwielichtige Gegenfigur zu Violetta verstärkte sie das Spannungsfeld zwischen moralischem Anspruch und persönlichem Verlangen.

Das Publikum dankte den Künstler*innen mit Standing Ovations für diese emotional tiefgreifende Inszenierung.
Weitere Aufführungstermine und Informationen sind unter www.theaterdo.de oder telefonisch unter 0231/50 27 222 erhältlich.

 




Monsta-Grusel im Dortmunder Kinder- und Jugendtheater

Zu Beginn der neuen Theatersaison stand am 12.09.2024 im Dortmunder Kinder- und Jugendtheater die Premiere von „Monsta“ (ab 4 Jahren) nach dem Bilderbuch von Dita Zipfel und Mateo Dineen unter der Regie von Antje Siebers auf dem Programm.
Julia Schiller sorgte bereits mit ihrem liebevoll gestalteten Bühnenbild für eine besondere Atmosphäre.
KJT-Schauspieler Jan Westphal schlüpfte mit viel Engagement in seine Rolle als Monsta (eigentlich Harald) und trug ein haariges Kostüm. Musikalisch kongenial begleitet wurde er von Max Wehner.
Monsta kann hervorragend „monstern“.

Jan Westphal ist "Monsta" (c) Birgit Hupfeld
Jan Westphal ist „Monsta“ (c) Birgit Hupfeld

Er hat sich ein spezielles Kind ausgesucht, um es zum Erzittern zu bringen, und hat sich unter dem Bett des Kindes niedergelassen. Monsta zieht alle Register, doch alle Versuche scheitern, da das Kind ungerührt weiterschläft. Vielleicht muss es erst noch wachsen…

„Monsta“: Ein humorvolles Gruselerlebnis für Kinder

Das Stück „Monsta“ arbeitet geschickt mit Geräuschen und unheimlichen Elementen wie Leuchtlampen, weißen Laken, Mini-Monstern und Luftballons.
Die zahlreichen Kita-Kinder machten sich oft lautstark durch Zwischenrufe bemerkbar.
Mit seinem zunehmenden Bewegungsdrang, Situationskomik und gezielt eingesetzten Grimassen gelang es Westphal, einen Kontakt zum jungen Publikum aufzubauen. So entstand eine spannende, nicht planbare Interaktion.
„Monsta“ ist ein humorvolles Stück über das Anziehende und gleichzeitig Furchteinflößende des Gruseligen.
Infos über weitere Aufführungstermine erhalten Sie wie immer unter www.theaterdo.de oder telefonisch unter 0231/50 27 222.




Wenn Räume Geschichten erzählen…

Im Studio des Museums für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) Dortmund ist vom 5. September 2024 bis zum 23. Februar 2025 die Ausstellung „In Räumen“ mit einer Auswahl von Fotografien (1984–2024) des Künstlers Jörg Winde (Jahrgang 1956) zu sehen.

Jörg Winde präsentiert 96 fotografische Bilder aus 12 Serien, die von Menschen geschaffene private, repräsentative, industrielle oder landschaftliche Räume hinterfragen. Winde arbeitet dabei mit Kontrasten sowie künstlichen oder natürlichen Lichteffekten. Manchmal wirken seine Arbeiten fast surreal. Kraftvoll leuchtende Farben spielen, wie etwa bei den Fotografien von Industrieanlagen, eine bedeutende Rolle.

Ausstellung gibt Einblick in das künstlerische Profil von Jörg Winde

In den privaten Fotografien zur Serie „Tante Änne“ fühlt man sich beispielsweise durch die Wohnungseinrichtung nicht nur in eine vergangene Zeit versetzt, sondern erfährt und spürt auch einiges von den Menschen, die dort einst gelebt haben. Die Fotoserie zu den Industrieanlagen gibt wiederum einen Einblick in den Strukturwandel im Ruhrgebiet. Die Fotografien von Orten repräsentativer Macht zur Zeit von Tito im damaligen Jugoslawien verdeutlichen eindrucksvoll den Gegensatz zum Leben der einfachen Bevölkerung in Belgrad.

Jörg Wilde vor einem seiner Arbeiten.
Jörg Wilde vor einem seiner Arbeiten.

Der Wunsch von Jörg Winde, die Welt im Inneren, Äußeren und in der Tiefe zu erfassen, wird für die Betrachtenden deutlich. Interessant sind auch die kleinen, leicht verschwommenen Polaroid-Fotografien. Die Auswahl der Fotografien aus einer langen Schaffensphase bietet einen gelungenen Einblick in das künstlerische Profil von Jörg Winde.

Übrigens: Es gibt ein umfangreiches Begleitprogramm zu dieser interessanten Ausstellung! Termine hierzu finden Sie im Flyer, unter info@stadtdo.de oder telefonisch unter 0231/50-26028.

Die Eröffnung der Ausstellung „In Räumen“ findet am Mittwoch, den 4. September 2024, um 18 Uhr im MKK statt. Neben Jörg Winde werden zur Begrüßung Jens Stöcker (Direktor MKK), Kulturdezernent Jörg Stüdemann, Kuratorin Nasarin Dadeghi und natürlich Jörg Winde anwesend sein.




Gabriella Wollenhaupt: Die Toten vom Phönix-See

Die Dortmunder Autorin Gabriella Wollenhaupt hat als Schauplatz für ihren neuen Krimi „Die Toten vom Phönix-See“ ein Symbol für den Strukturwandel in unserer Stadt gewählt. Die Handlung erstreckt sich von 2008, dem Beginn der Bauarbeiten des „Projekt Phönix-See“ in Hörde nach dem Ende des Stahlstandorts, bis ins Jahr 2023.

Die Herausforderungen, denen die Menschen dieser Region durch den Strukturwandel gegenüberstehen, werden neben dem spannenden Krimi-Plot für die Leserinnen und Leser spürbar.

Der neue Krimi von Gabriella Wollenhaupt spielt rund um den Phönix-See in Dortmund-Hörde. (Foto: (c) privat)
Der neue Krimi von Gabriella Wollenhaupt spielt rund um den Phönix-See in Dortmund-Hörde. (Foto: (c) privat)

Eine düstere Geschichte am Phönix-See

Die junge Mutter Marie flieht mit ihrer zehnjährigen Tochter Olga vor ihrer Vergangenheit und findet Zuflucht als Table-Dancerin in einer Bar am neu entstehenden Phönix-See. Sie lebt in einem Wohnwagen auf dem Gelände, immer in Angst vor dem Vater ihres Kindes, der inzwischen Erzbischof ist. Gerüchte über einen mysteriösen Unbekannten, der Frauen nachstellt, machen die Runde – bis Marie eines Tages grausam ermordet wird.
Jahre später entschließt sich Olga, mit Unterstützung von Freunden den Mörder ihrer Mutter endlich zu finden. Neben der düsteren Seite des Strukturwandels behandelt dieser Kriminalroman bis zum Schluss Themen wie Gerechtigkeit, Schuld und Vergebung. Ein bedeutendes Thema ist zudem der Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche und der Umgang der Kirche damit.
Gabriella Wollenhaupt gelingt es erneut, sich mit Empathie und Tiefe in die Gefühlslagen der unterschiedlichen Personen und starken Frauenfiguren hineinzuversetzen. Geschickt wechselt sie zwischen den Perspektiven und Realitäten verschiedener Charaktere und baut so eine bedrohliche Atmosphäre auf. Trotz der manchmal leicht melancholischen Stimmung gibt es beim Lesen auch humorvoll-ironische Momente.
Nicht nur für Dortmunder ist dieser Krimi mit lokalem Bezug eine interessante Lektüre.
Kriminalroman: Grafit (Emons Verlag GmbH 2024)
Originalausgabe: ISBN 978-3-98659-020-8, 13,00 Euro




Djelem Djelem Festival zum elften Mal in Dortmund

Vom 6. bis 22. September 2024 findet in Dortmund das Djelem Djelem Festival statt. Es ist das größte Kulturfestival der Rom*nja und Sinte*zze und wird bereits zum elften Mal ausgetragen. Die Stadt Dortmund und die Roma-Selbstorganisation Romano Than e.V. laden gemeinsam mit vielen Partnern dazu ein.



Zu den Festivalorten gehören das Dietrich-Keuning-Haus, die Evangelische Stadtkirche St. Petri, die Auslandsgesellschaft Dortmund, die Nähmanufaktur Amen Juvjla Mundial, die Steinwache, die Schauburg, die Jüdische Gemeinde, das Domicil und das Museum Ostwall.

In diesem Jahr liegt der Fokus besonders auf der Nachwuchsförderung. Auch die Bedürfnisse, Ängste, Perspektiven und Träume der jungen Roma-Generation stehen im Mittelpunkt. Gleichzeitig wird die dunkle Vergangenheit thematisiert. Die Verfolgung und Ermordung vieler Rom*nja und Sinte*zze während des Nationalsozialismus wird nicht vergessen. Wie verbinden sich Vergangenheit und Zukunft? Diese Fragen werden in einem umfangreichen Programm behandelt. Es umfasst Konzerte, Ausstellungen, Filme, Fortbildungen und Begegnungen an den genannten Orten in Dortmund.

Vielfältiges Programm und kulturelle Highlights bei Djelem Djelem

Schwerpunkte sind die Verbindungen zur jüdischen Gemeinschaft und die Wiederbelebung des Roma-Puppenspiels, das von den Nazis verboten wurde. Der Zugang zu den meisten Veranstaltungen ist kostenlos.

Ein Teil des Teams und der Veranstalter*innen der 11. Ausgabe des Djelem Djelem Roma Kulturfestivals, darunter Roxanna-Lorraine Witt, Veranstaltungsreferentin bei der Stadt Dortmund (4. v. l.) sowie Ana-Maria Preduca und Tarzan Adzaj vom Verein Romano Than (4. und 5. v. l). Foto: © Stadt Dortmund / Tanita Groß
Ein Teil des Teams und der Veranstalter*innen der 11. Ausgabe des Djelem Djelem Roma Kulturfestivals, darunter Roxanna-Lorraine Witt, Veranstaltungsreferentin bei der Stadt Dortmund (4. v. l.) sowie Ana-Maria Preduca und Tarzan Adzaj vom Verein Romano Than (4. und 5. v. l). Foto: © Stadt Dortmund / Tanita Groß

Ein Highlight des Festivals ist das Konzert des internationalen Jugendorchesters des Elijah e.V. Am 7. September 2024 tritt es von 15 bis 16 Uhr auf dem Friedensplatz auf. Etwa 55 junge Musiker*innen werden dabei sein. Am selben Tag findet auch die erste „Mari Gilia – Nacht der Sinti-Kultur“ statt, von 17 bis 22 Uhr auf dem Friedensplatz.

Das traditionelle Familienfest des Festivals findet am 14. September 2024 von 12 bis 18 Uhr auf dem Nordmarkt statt. Es gibt Musik, Stände und Unterhaltung für die ganze Familie. Zudem bieten Vereine und Initiativen aus der Dortmunder Stadtgesellschaft Möglichkeiten zum Austausch und zur Vernetzung.

Ein besonderes Highlight ist der Auftritt des rumänischen Superstars Cipian de la Bistrita mit seiner Band.

Das vollständige Programm mit genauen Terminen, Uhrzeiten und Veranstaltungsorten finden Sie auf www.djelemdjelemfestival.de oder in einem Faltplan, der unter anderem im Dietrich-Keuning-Haus erhältlich ist.