Eine bunte Operetten-Gala

Unter dem Titel „Bei einem Tee à Deux“ lud Moderator Kammersänger Hannes Brock am Sonntag, den 18.09.2016 die Freunde der Operette wieder in das Dortmunder Opernhaus. Musikalisch begleitet wurde das vielseitige und bunte Programm des Abends von der Dortmunder Philharmoniker unter der locker-leichtfüßigen Leitung von Philipp Armbruster.

Sie begannen das Programm mit der Ouvertüre aus der „Lustigen Witwe“ von Franz Lehár.

Der Chor des Theaters Dortmund stand den acht hochkarätigen Interpreten bei einigen Nummern, wie etwa Emily Newton bei „Heia, heia, in den Bergen“ aus Emmerich Kálmáns „Die Csárdásfürstin“, tatkräftig zur Seite. Passend zu den jeweiligen Operetten wurden Fotos aus den entsprechenden Aufführung früherer Jahrzehnte in diesem Haus an die linke Wandseite projiziert. Neben Emily Newton versprühten Tamara Weimerich, Ashley Thouret und Almerija Delic Witz, Temperament und Freude am Gesang und Bewegung.

Auch die vier männlichen Pendants, Morgan Moody, Fritz Steinbacher, Luke Stoker und Joshua Whitener boten neben ihren guten Stimmen auch Kostproben ihres komödiantischen Talents.

So musste Luke Stoker beim „Fliegenduett“mit Ashley Thouret aus Jacques Offenbachs „Orpheus in der der Unterwelt“ zur Freude des Publikums in einem ganz besonderem „Insektenkostüm“ auftreten. Das tat er mit viel Sinn für Humor.

Einen Ausblick auf die Premiere von „Blume von Hawaii“ (Paul Abraham) im Januar 2017 gaben Tamara Weimerich und Morgan Moody mit dem komisch-lustigen Duett „Ich hab ein Diwanpüppchen“.

Die Bandbreite des Abends reichte von Operetten wie „Zigeunerliebe“ (Franz Lehár), Melodien aus Musicals wie „Maria“ aus Leonard Bernsteins „West Side Story“, weniger bekannten Stücken wie „Leise, ganz leise“ aus „Ein Walzertraum“ von Oscar Straus bis zu „If I loved you“aus „Carousel“ von Richard Rogers.

Ks. Hannes Brock bewies nicht nur als Moderator seinen gewohnten Witz und Selbstironie, sondern zeigte auch als Sänger und als Tänzer, was er alles noch drauf hat. Mit einem temperamentvollen Finale schickte das gesamte Gala-Ensemble das Publikum beschwingt nach hause.




Geplagt von Gewissensbissen

Kurzes Glück vor der Katastrophe: Lucian Krascnec (Faust), Eleonore Marguerre (Marguerite) ©Thomas Jauk, Stage Picture.
Kurzes Glück vor der Katastrophe: Lucian Krascnec (Faust), Eleonore Marguerre (Marguerite)
©Thomas Jauk, Stage Picture.

Die Premiere von Charles Gounods (1818-1893) „Faust (Margarethe) nach J.W. Goethe unter der Regie von John Fulljames hatte in der Oper Dortmund am 17.09.2016 keinen leichten Stand.

Am gleichen Tag lockte ja zum Beispiel die Museumsnacht viele Menschen zu anderen Orten hin.

Wer sich dennoch ins Opernhaus begab, erlebte eine bewegende Inszenierung mit erstklassigen Sängern und einem beeindruckenden Gast-Schauspieler. Das Geschehen auf der Bühne wurde von emotionale romantische Musik von Gounod durch die Dortmunder Philharmoniker unter der souveränen Leitung von Motonori Kobayashi sensibel begleitet.

Fulljames hatte sich einen Kniff ausgedacht. Der alte Faust (Schauspieler David Koch) lässt sein Leben kurz vor seinem Tod Revue passieren. Natürlich spielt die Episode mit Margarethe eine wichtige Rolle. Von Gewissensbissen geplagt muss er alles noch einmal erleben. Auch wenn der alte Faust fast gar nicht sprach, war es beachtlich, wie dieser durch Gesten und Bewegungen die unterschiedlichsten Gefühle, wie zum Beispiel Begierde und Verzweiflung transportieren konnte.

Die karge leere Bühne mit nur einer großen Öffnung von der Decke und zwei Luken an der Seite bildete den düsteren Rahmen für den alten Dr. Faust. Lebensmüde hängt er am Tropf grämt sich, das er sein Leben hauptsächlich der Wissenschaft gewidmet hat. In seiner Verzweiflung ruft Faust den Teufel um Hilfe. Diese erscheint in Gestalt seiner Krankenschwester. Karl-Heinz Lehner spielt einen wahrhaft diabolisch-zynischer Méphistophélès überzeugend und mit komödiantischem Talent. Mit seiner prägnanten Stimme ist er eine Idealbesetzung für den Teufel.

Als dieser dem Faust in einer Vision das Bildnis seiner Jugendliebe Marguerite vor Augen führt, will der alte Mann nur noch eins, wieder jung sein. Er verspricht dem Teufel im Gegenzug seine Seele. In seinen jungen Jahren hatte Faust ein Verhältnis mit der Marguerite, die er dann schwanger im Stich ließ. Das Gewissen plagt ihn vor allem so kurz vor dem Lebensende. Nun erlebt er das damals Geschehen ohne wirklich eingreifen zu können.

Mit intensiven Spiel und starken Stimmen beeindrucken Eleonore Marguerre als Marguerite und Lucian Kraznec als junger Faust. Ein umgekehrt von der Decke hängender Baum dient als Symbol des Lebens und der Natur. Wichtige Nebenrollen spielen Gerado Garciacano als Marguerites Bruder Valentin und Ileana Mateescu als Verehrer Siébel.

Valentin, Soldat und Beschützer seiner Schwester, wendet sich von ihr ab, als sie die „Ehre“ der Familie nach seiner Ansicht beschmutzt. Noch im Sterben verflucht er Marguerite und bleibt in seinen starren, archaischen Weltbild verhaftet.

Sein Freund Sibél, ein sensibler junger Mann, ist aufrichtig in Marguerite verliebt. Diese fühlt sich jedoch durch den von Faust durch den Teufel in einer Kiste geschenktem teuren Kleid und Schmuck geschmeichelt und in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt.

Die große Rolle des Mammons und die Lebensgier-und Lust in der Gesellschaft wird beim „Tanz um das goldene Kalb“ und durch den Opern- und Extrachor und der Statisterie des Theaters Dortmund unter der Leitung von Manuel Pujol gut und plastisch dargestellt. Diese Gesellschaft wendet sich gnadenlos und heuchlerisch von Marguerite ab, als die unverheiratete Frau schwanger sitzen gelassen wird. In der letzten Konsequenz wird sie dazu getrieben, sogar ihr Kind zu töten.

Das Gounod nicht nur ein Komponist, sondern auch ein Geistlicher war, ist der Oper vor allem bei dem religiös-pathetischen Finale anzumerken.

Musikalisch sind die Einflüsse von Felix Mendelssohn Bartholdy und Richard Wagner deutlich zu spüren.Insgesamt ein gelungener Opernabend, der vom Publikum gebührend mit viel Applaus bedacht wurde. Weitere Informationen und Termine finden sie unter www.theaterdo.de




Früher Vorverkauf für das Weihnachtsmärchen

Das diesjährige Weihnachtsmärchen handelt vom "falschen Prinzen". (Grafik: © Theater Dortmund)
Das diesjährige Weihnachtsmärchen handelt vom „falschen Prinzen“. (Grafik: © Theater Dortmund)

In diesem Jahr geht der Kartenvorverkauf für das neue Weihnachtsmärchen „Der falsche Prinz“ nach Wilhelm Hauff unter der Regie von Andreas Gruhn (Direktor des Dortmunder Kinder-und Jugendtheater Dortmund) schon jetzt los. Den Grund hierfür erklärte Gruhn : „In diesem Jahr fällt das Schauspielhaus als Austragungsort aus den bekannten Gründen aus. Wir haben uns entschlossen, nach über 11 Jahren das Weihnachtsmärchen wieder im KJT aufzuführen.“

Da das KJT im Gegensatz zum Schauspielhaus deutlich weniger Personen Platz bietet, wird es schwieriger für alle Interessierten, sich das das beliebte jährliche Weihnachtsmärchen auch ansehen zu können. „Schon jetzt sind die Hälfte der Karten, vor allem die Schüleraufführungen, verkauft“, so Gruhn.

Wer das Weihnachtsmärchen um den „falschen Prinzen“, um Schein und Sein miterleben will, sollte sich also möglichst beim Kartenkauf sputen. Trotz dieses Nachteils bietet das KJT auch Vorteile. Zunächst für die Anfahrt. Familien können kostenlos am nahe gelegenen geräumigen Parkplatz ihr Auto parken. Weitere Vorteile für die Aufführung im KJT sind räumliche Dichte und Nähe des Publikums am Geschehen. Es ist jedoch ein doppelter Ausstattungsetat im Vergleich zu Schauspielhaus notwendig, wie Gruhn verriet.

Die Premiere von „Der falsche Prinz“ wird übrigens am 11.111.2016 sein. Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt darüber berichten.

Ein Trost für alle, die keine Karten für eine der Aufführungen des Weihnachtsmärchens mehr bekommen können: Ab 30.09.2016 ist im Programm des KJT „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ nach Andreas Steinhöfel, und am 02.12.2016 gibt es als mobiles Klassenzimmerstück „Zuckeralarm“ von Ulrike Willberg im Robert-Schuhmann-Berufskolleg.

Mehr Informationen finden Sie unter www.theaterdo.de




Gefährliche Mission – Infinity

Ein seltener Moment emotionaler Nähe. Sarah (Johanna Weißert), Helen (Jennifer Ewert) und Eloise (Emilia Haag). (Foto: Birgit Hupfeld)
Ein seltener Moment emotionaler Nähe. Sarah (Johanna Weißert), Helen (Jennifer Ewert) und Eloise (Emilia Haag). (Foto: Birgit Hupfeld)

Am Donnerstag, den 08.09.2016 war im Dortmunder Kinder- und Jugendtheater die Uraufführung für die Auftragsarbeit (Charles Way) in Kooperation mit dem Consol Theater Gelsenkirchen und dem Theatr IoIo (Cardiff). Im drei Personen Stück unter der Regie von Andrea Kramer (Consol Theater) stellen Johanna Weißert vom KJT die Mutter Sarah, Jennifer Ewert (Consol Theater) ihre Zwillingsschwester Helen und Emilia Haag (Consol Theater) Eloise, die 12-jährige Tochter von Sarah dar.

Der Weltraum. Unendliche Weiten. Aber auch unendliche Gefahren. Filme und Bücher über Unglücksfälle und Probleme während einer Raummission sind nicht selten. Wer erinnert sich nicht an den Ausspruch „Houston, wir haben ein Problem“ aus „Apollo 13“ oder an die Probleme des allein gelassenen „Marsianers“ aus dem Jahre 2015. Um den Mars dreht sich das Theaterstück auch: Wir befinden uns im Jahr 2033: Die rationale, neugierige Astronautin Helen wird für eine 3-jährige Marsmission auserwählt. Ihre Zwillingsschwester Sarah, eine vorsichtige, bodenständige Frau, lebt mit ihrer Tochter Eloise auf dem elterlichen Bauernhof. Während ihre Mutter der Mission skeptisch gegenüber steht, ist Eloise Stolz auf ihre mutige Tante. Sie halten so gut das geht über moderne Kommunikationssysteme Kontakt. Ängste, Konflikte und Emotionen brechen sich Bahn. Auf der Rückreise gibt es Komplikationen am Raumschiff. Kann Helen ihr Versprechen, wieder gesund heim zu kommen einlösen…?

Die Bühne war mit 12 weißen Medizinbällen und einer Leiter, Eimer vor einer blauen Wand bestückt. Ein Traktor hing seitlich links hinter der blauen Wand von der Decke. Die Regisseurin löste das Problem der großen räumlichen Distanz, indem sie nicht die reale, sondern die jeweilige emotionalen Distanz der Personen zu vermitteln suchte. Ein gelungener Kniff war dabei der multifunktionale Einsatz der weißen Bälle und der Leiter. Mit der Nutzung der Medizinbälle konnten die drei Schauspielerinnen zum Beispiel wunderbar ihre Emotionen, wie Wut, Ängste und Zuneigung ausdrücken.

Die Typen wurden einfach und prägnant dargestellt. Helen in einem weißen Ganzkörper-Anzug, die Mutter von Eloise zünftig mit Holzfäller-Hemd und Eloise als frecher Teenager. Das Stück verlangte den Schauspielerinnen nicht nur hohes Maß an Sensibilität für die Gemütszustände ihrer Figuren ab, sondern war auch choreografisch anspruchsvoll. Sie brachten brachten Gefühle wie Eifersucht, Wut, Angst, Enttäuschung oder Freude und Stolz glaubhaft auf die Bühne. Die Musik unterstützte das Geschehen im Hintergrund. Effektvoll der hinter der blauen Leinwand projizierten Raketenstart und gelungen der gezielte Einsatz der Beleuchtung.

Das Stück stellt sich der existenziellen Frage: Welche Risiken sind wir bereit mutig für eine lebenswerte Zukunft ein zu gehen? Welche Risiken sind es wert, dass wir sie eingehen? Nicht nur für junge Menschen in der Pubertät von Bedeutung.

Weitere Informationen und Termine unter www.theaterdo.de

Das Objekt der Begierde für Helen: Der Mars, aufgenommen von Hubble. (© Foto: NASA)
Das Objekt der Begierde für Helen: Der Mars, aufgenommen von Hubble. (© Foto: NASA)




„Infinity“ – eine mutige Reise

Mit dabei sind Jennifer Ewert, Emilia Haag und Johanna Weißert (Foto: ©Birgit Hupfeld)
Mit dabei sind Jennifer Ewert, Emilia Haag und Johanna Weißert
(Foto: ©Birgit Hupfeld)

Als Auftragswerk und Koproduktion des Kinder-und Jugendtheater Dortmund mit dem Consol Theater Gelsenkirchen und dem Teatr lolo in Cardiff (Wales) findet am Donnerstag, dem 08.09.2016 um 19:00 Uhr die Uraufführung von „Infinity“, nach der Vorlage von Autor Charles Way (geb. 1955-Südengland) statt. Regie führt Andrea Kramer vom Consol Theater.

Der für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Georg Kentrup vom Consol Theater Gelsenkirchen freut sich über die Koproduktion: „Wir haben mit dem KJT schon seit 2009 bei „pottfiction“ zusammen gearbeitet. Wir suchen immer die Kooperation, um mehr Menschen zu erreichen und Synergieeffekte zu nutzen.“ Bei „Infinity“ gab es nicht nur eine gemeinsame Stückentwicklung, auch die drei weiblichen Personen des Stücks wurden von sowohl von Schauspielerinnen der beiden Theater des Ruhrgebiets besetzt.

Worum geht es? Wir befinden uns im Jahr 2033. Die 12-jährige Eloise (Jennifer Ewert – Consol Theater), lebt mit ihrer Mutter ( Johanna Weißert – KJT) auf einem Bauernhof. Helen ( Emilia Haag – Consol Theater) ist Eloises Tante und Astronautin. Sie wird für eine dreijährige Mission mit der ersten bemannten Rakete (Infinity) ausgewählt. Während Eloise die Notwendigkeit der riskanten Reise sieht und stolz auf ihre Tante ist, hat ihre Mutter gemischte Gefühle und Bedenken. Die Mutter repräsentiert die bodenständige, auf Sicherheit bedachte Seite. Die Schwester ist die neugierige und risikobereite Forscherin. Eloise steht dazwischen. Über die vielen Millionen Kilometer hinweg versuchen sie so gut es geht Kontakt per modernen Skype zu halten. Sie informieren sich gegenseitig über ihr tägliche leben auf dem Bauernhof und im All. Als die „Infinity“ nach zweieinhalb Jahre den Rückweg zur Erde ist, kommt es zu Komplikationen. Kann Helen ihr Versprechen einer glücklichen Heimkehr einlösen?

Zwei Dinge waren für die Regisseurin bei der Stückentwicklung von Bedeutung.

1. Wie stellen wir die gefühlte Distanz im Unterschied zur realen Distanz auf der begrenzten Bühne dar?

So werden die drei Schauspielerinnen je nach ihrer emotionalen Nähe, unabhängig von ihrer realen Distanz, zueinander platziert.

2. Es geht bei diesem Stück um die Frage nach dem Wert von Risiken und der mutigen Gestaltung der Zukunft, sowie der Bereitschaft, Fehler zu machen.

„Infiniy ist auf das jugendliche Publikum so ab 12 Jahren ausgerichtet. In dem Alter fängt die Suche nach der Positionierung der Kinder nach außen an. Sie stellen sich die Frage, wo will ich hin und wie ist meine Position in der Gesellschaft“, so Kentrup.

Nach der Uraufführung findet die Premiere von „Infinity“ im Consol Theater Gelsenkirchen am 18.09.2016 um 18:00 Uhr statt. In Teatr lolo Cardiff wird in einem Jahr die Premiere sein.

Karten für die Uraufführung im KJT gibt es noch unter www.theaterdo.de




Bunter Querschnitt durch die Musikwelt

Die Veranstalter des "Live Spot" freuen sich auf viele Besucher.
Die Veranstalter des „Live Spot“ freuen sich auf viele Besucher.

Schon zum fünften Mal veranstaltet der BRÜCK AUF e.V. in Kooperation mit unterschiedlichen Partnern an verschiedenen Orten am Samstag, den 03.09.2016 von 14:00 Uhr – 22:00 Uhr, sein jährliches Kulturfestival LIVE SPOT im Dortmunder Brückviertel.

Das Festival lockt das Publikum mit einem umfangreichen und vielfältigen Angebot bei überwiegend freiem Eintritt an. Nur bei „Oma Doris“ ist ein Obulus fällig. Zu den Partnern gehören das Konzerthaus Dortmund, der Jazz-Club „domicil“, das Pianohaus H. van Bremen, Neo Vaude, Mosaik, Tanzcafé „Oma Doris“, die Kneipe „zum Schlips“sowie die Stadt Dortmund. DerAusgangspunkt ist ab 14:00 Uhr das Dortmunder Konzerthaus. Mit seinen Außentheken lockt es das flanierend potentielle Publikum für die ersten Highlights an.

Christian Lenzing und Dr. Jan Boecker vom Konzerthaus verrieten, dass der Schwerpunkt in diesem Jahr auf Weltmusik liegt. Um 14:00 Uhr beginnt es musikalisch Portugiesisch mit Aline Franzão. 15:15 Uhr geht es weiter mit dem iranischen Percussionisten Mohammad Reza Mortazavi. Ab 16:45 Uhr heizen die südamerikanische Band Vello Público mit einer musikalischen Bandbreite von Rap, Rock, Ska, Reggae und Funk die Stimmung an

Auf der Open-Air Kronenbühne unterhalb der Reinoldikirche geht es nach einem Warm up um 16:30 ab 18:00 Uhr mit Shari Watson, besser bekannt als Truth Hurts ordentlich ab. So zirka 19:45 folgen dann die Jungs von „Nepomuk“ mit akustischen Pop-Tönen. Ab 20:45 Uhr spielt dann die Mainstream Rock-Pop Band „Captain Disko“ bis ungefähr 22:00 Uhr und beendet das Programm dort.

Max van Bremen verriet, was es im Pianohaus van Bremen für Klassik-Fans ab 17:30 Uhr zu hören gibt. Die junge italienische Pianistin Irene Veneziano wird auf dem Digital-Piano etwas von Chopin und Liszt spielen.

Parallel dazu begleitet die Acoustic Groove-Band „Levit“ die Menschen auf der Brückstraße mit ihrer Straßenmusik. Ab 17:00 Uhr ist laut ihrem Sänger Frank Scheele „einheizen“ angesagt. Im „domicil“ findet ab 20:00 Uhr eine Singer Songwriter Summer Session mit Hannes Weyland statt.

Wer dann noch Lust hat, kann um 22:00 Uhr in der Kneipe „Zum Schnaps“ abfeiern. Als Abschluss kann man im Tanzcafé „OMA DORIS“ Spezial für einen noch nicht bekannten kostenpflichtigen Betrag Rooz Lee, Deutschraps rasenden Reporter, live in Action erleben. Es ist also für jede Altersgruppe etwas passendes dabei.

Übrigens: Gastronomen der Umgebung mit Ideen sind aufgerufen, sich einzubringen und mit zu machen!




Positive Bilanz für „Sommer am U“

Zuifrieden mit dem Sommer am U: v.l.n.r. Jannis Kötting (Projektkoordination), Kurt Eichler (Leiter Dortmudner U), Jasmin Vogel (Marketing) und Wolfgang Bödeker (DSW21).
Zuifrieden mit dem Sommer am U: v.l.n.r. Jannis Kötting (Projektkoordination), Kurt Eichler (Leiter Dortmudner U), Jasmin Vogel (Marketing) und Wolfgang Bödeker (DSW21).

Nach über drei Monaten endet am Dienstag, den 30.08.2016 die Veranstaltungsreihe „Sommer im U“ mit einer Magazin-Release-Party samt Podiumsdiskussion rund um den BVB. Das Magazin „Bodo“ stellt ab 18.00 Uhr auf der Leonie-Reygers- Terrasse (Paletten-Garten) ihre Extra-Ausgabe „BVB“ vor. Die Podiumsdiskussion wird von Gregor Schnittker geleitet. Vorab zogen die Veranstalter schon einmal eine Festivalbilanz.

Für das erfolgreiche Zustandekommen des Programms hat das U mit 20 lokalen Partnern wie etwa den Urbanisten, dem „Rekorder“ in der Nordstadt, dem Club „Oma Doris“, DEW21 Kultur und anderen kooperiert. „Ohne die finanzielle und organisatorische Unterstützung der DEW21, Bloedorn Container, der Firma WestPal und den Dortmunder Brauereien wäre das Festival nicht möglich gewesen“, erklärte Jasmin Vogel vom Marketing des U.

Im gemütlichen Rahmen des urbanen Paletten-Gartens vor dem U gab es drei Monate lang satt Konzerte, Kunst, Slams, HipHop, Lesungen und Performances. „Wir sind froh über 7300 Besucher während der über 50 Veranstaltungen“, so Jasmin Vogel. Die Rückmeldungen des Publikums auf die Veranstaltungen war durchweg positiv.

Projekt-Koordinator Jannis Kötting verriet: „Die ersten beiden Monate war das Wetter nicht immer schön. Es musste aber nur die „Rollschuh-Disco“ wegen Regen ausfallen.“ „Die Idee für dieses Festival war raus zu kommen und Schwellenängste beim potenziellem Publikum für das Dortmunder U abzubauen. Das Programmprofil ist auf das Publikum hier im Viertel ausgerichtet“, erläuterte Kurt Eichler ( Leiter Dortmunder U). Mit Sofas wurde zusätzlich eine Wohnzimmeratmosphäre geschaffen.

Wolfgang Bödeker von der DEW21 erklärte: „Wir haben immer versucht, flexibel auf das unterschiedliche Publikum bei den Veranstaltungen einzugehen.“ So wurde für Veranstaltungen mit überwiegend älterem Publikum zusätzlich Stühle mit Lehnen aufgestellt. Ab dem 15.09.2016 werden die Paletten und Container für dieses Jahr abgebaut.

Die gute Nachricht: Das seit drei Jahren erfolgreiche und inzwischen etablierte Festival wird auch im nächsten Jahr fortgesetzt.




Das andere Gesicht der Materie

Alltagsgegenstände in künstlerischer Aneignung zeigt  Nenad Ignjatov im Torhaus.
Alltagsgegenstände in künstlerischer Aneignung zeigt Nenad Ignjatov im Torhaus.

Das Torhaus Rombergpark zeigt vom 28. August 2016 bis 18. September 2016 unter dem Titel „Other face of the matter“ 15 Objekte des Künstlers Nenad Ignjatov ( Jahrgang 1986) aus Novi Sad, der serbischen Partnerstadt von Dortmund.

Ignjatov ist ein vielseitiger Künstler. Sein Gestaltungsbereich umfasst die figurative und experimentelle Malerei, Wandmalerei, Bildhauerei, Installationen, Trash Art und kurze experimentelle Filme und Performances.

In seiner Ausstellung in unserer Stadt zeigt er eine Reihe von sogenannten „Ready-made-Objekten“ von ihm gefundenen Objekten aus verschiedenen Materialien in einem künstlerischen Zusammenhang. Dazu gehört auch das, was uns die Natur bietet, wie Obst und Blätter. Diese werden je in einem Bilderrahmen thematisch zusammengefasst und zeigen so ein „anderes Gesicht“. So heißt ein Werk zum Beispiel „15 Birth of new nation“.

Für das Publikum gibt es bei den unterschiedlichen Objekten viel zu entdecken und sie regen im besten Fall zum Nachdenken an.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Sonntag, den 28. August 2016, um 11.00 Uhr im Torhaus Rombergpark statt. Der Künstler ist ist natürlich anwesend und eine fundierte Einführung für das Publikum übernimmt die Kunsthistorikerin Dr. Sabine Weicherding.




An die Grenzen gehen

Was der Suche nach Grenzen. Die Akteure: Patrick Zajac, Leonie Raulf, Felix Fischer, Lars Gemein, Christin Otto, Tabea Stockbrügger, Saskia Rademacher, Lucia Danieleit, Annalena Lipinski, Robin Frank, Jascha Loos (Foto: ©Oliver Look)
Was der Suche nach Grenzen. Die Akteure: Patrick Zajac, Leonie Raulf, Felix Fischer, Lars Gemein, Christin Otto, Tabea Stockbrügger, Saskia Rademacher, Lucia Danieleit, Annalena Lipinski, Robin Frank, Jascha Loos (Foto:
©Oliver Look)

Mit „Hinter dem Dazwischen | Tag 8“ haben sich 15 Jugendliche und junge Erwachsene (16 – 24 Jahre) unter der Regie von Felix Bürkle & Inga Waizenegger in einer eindrucksvollen Performance mit dem Ausloten ihrer persönlichen Grenzen auseinander gesetzt. Uraufführung war am 24.06.2016 im Dortmunder Kinder-und Jugendtheater. Die pottfiction-Gruppe Dortmund ist Teil eines -städteübergreifenden Jugendtheaterprojekts der Kulturmetropole Ruhr.

Wie ist meine Rolle und Position in der Gruppe? Neugier, Ängste, Mut, Hoffnung und Frustration bei der Suche nach dem individuellen Weg und das Stoßen auf die eigenen Grenzen. Diese sind durch die jeweilige Persönlichkeit , aber auch durch äußere Einflüsse, unter anderem die Gruppendynamik bestimmt.

Dabei spielte die Sprache eine untergeordnete Rolle. Es wurden nur einzelne Begriffe in den Raum geworfen. Die Gruppe wählte die Ausdrucksform der Bewegungschoreografie mit unterschiedlicher musikalischer Untermalung und Verstärker. Das Spektrum ging von Vivaldi bis zu Techno-Beats. So wurden die verschiedenen Emotionen auch musikalisch deutlich.

Eine große Rolle spielte bei der Performance viel Sand, den die Akteure als Begrenzungs-und Ausdrucksmittel benutzten. Beeindruckend schon am Anfang, als die Akteure zwei mit Sand gefüllte weiße Becher mit ausgestreckten Armen fest hielten, bis sie nicht mehr konnten und diese zu Boden fielen.

Es war eine Art Konkurrenzkampf zwischen den einzelnen Personen. Man konnte die Anstrengung gut in ihren Gesichtern ablesen. Jeder ging an seine persönliche Grenze. Im Laufe der Aufführung entwickelte sich eine Gruppendynamik. Da gab es die Außenseiter, Rangeleien aber auch Empathie und Suche nach Schutz und Kraft in der Gruppe. Es fielen Begriffe wie Hilfe, Ehrgeiz, Aufgabe oder Provokation. Jeder schrieb seine Wünsche, Wut und andere Emotionen in den Sand.

Gegen Ende gab es als Begleitung Live-Musik von drei der Beteiligten mit Gitarre, Cello und Geige und es bleibt die Suche nach den Spuren im Sand. Die Performance hatte ihre Stärken in dem überzeugenden und ausdrucksvollem Zusammenwirken von Improvisation, Bewegung und Musik.

An seine Grenzen zu gehen und sie immer wieder neu auszuloten ist schwierig und anstrengend.

Es kann zu Enttäuschungen und Scheitern führen, aber auch selbstbewusst und stark machen und einen neuen Horizont und Möglichkeiten eröffnen.

Alle Beteiligten sind an diesem Abend an ihre persönlichen Grenzen gegangen und mit viel Applaus vom Publikum belohnt worden.




Impro-Spaß im Studio

Am Mittwoch, den 15.06.2016 war es wieder einmal so weit. Die Theaterpartisanen, der Jugendclub im Dortmunder Schauspiel luden unter der Führung von Theaterpädagogin Sarah Jasinszczak zur Improshow in das Studio des Schauspielhaus Dortmund.

Die vier weiblichen und fünf männlichen Theaterpartisanen zeigten wieder ihr Improvisationstalent. Eine wichtige Übung für den Schauspielnachwuchs.

In verschiedenen Impro-Spielen sind Schlagfertigkeit und Einfühlungsvermögen gefragt. Wie zum Beispiel „Parkbank“, bei dem sich ein Theaterpartisan auf einen Stuhl setzt und einem Partner mit einer unerwarteten Situation konfrontiert.

Die „Improshow“ möchte aber auch das junge Publikum für Improvisation und Theater begeistern. Deshalb werden besonders junge Zuschauer animiert, sich aktiv am Programm zu beteiligen. Eingreifen ist erwünscht.

Schon vor Beginn der Vorstellung wird das Publikum gebeten, für das „Zettelspiel“ Begriffe auf Zettel zu schreiben. Die Theaterpartisanen müssen dann später während dieses Spiels die auf dem Boden liegenden Zettel aufnehmen und deren Begriffe in ihr Spiel integrieren.

Die Schülerinnen und Schüler einer anwesenden Schulklasse zeigten sich an diesem Abend nur zu Anfang zurückhaltend und schüchtern. Später tauten sie auf und machten mit Eifer mit.

Ein interessantes Projekt, was hoffentlich viele junge Menschen Mut macht, sich dem Theater zuzuwenden und sich eventuell selbst einmal Schauspieler zu werden.