Bewegende Abschiedsgala des alten Schauspielhauses Dortmund

Einen besonderen Moment in der nun schon über fünfzig Jahre andauernden Geschichte des Schauspiels Dortmund konnte das anwesende Publikum am 26.03.2026 (oder alternativ am Sonntag, dem 29.03.2026, um 18:00 Uhr) miterleben.



Mit der feierlich-bewegenden Gala „Glitzer, Glamour und Goodbye“ verabschiedete sich das Schauspiel von seiner großen Bühne am Hiltropwall. Es war ein emotionaler Abend mit Unterhaltung, humorvollen Rückblicken, viel Musik und Gesang sowie hoffnungsvollen Ausblicken in die Zukunft.

Zum Programmheft der Abschiedsgala gab es auch Sammelbilder zum Einkleben.
Zum Programmheft der Abschiedsgala gab es auch Sammelbilder zum Einkleben.

Durch das Programm, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft geschickt miteinander verband, führten mit Charme und humorvoller Ironie die Diversitätsmanagerin Ella Steinmann sowie das Ensemblemitglied Viet Anh Alexander Tran. Es wurden nicht nur unvergessliche Szenen aus Publikumserfolgen wie „Das Kapital: Das Musical“, „Was ihr wollt“ oder „On Air“ auf der Bühne zum Besten gegeben, sondern es wurden auch zahlreiche Ensemblemitglieder – vom jüngsten Neuzugang (Luis Quintana) bis zum Dienstältesten (Ekkehard Freye) – zu ihren persönlichen Erfahrungen und prägenden Erlebnissen in diesem Haus befragt.

Eingespielt wurden zudem Videobotschaften von nicht anwesenden Ensemblemitgliedern sowie den wichtigen Kräften im Hintergrund (Gewerke, Technik, Beleuchtung u. a.). Die Lieblingssongs des Ensembles (z. B. „Let Me Entertain You“ und „I Will Survive“) wurden mit kraftvollen Stimmen dargeboten und luden zum Mitklatschen und Mitsingen ein. Eine Live-Band – bestehend aus Klara Brandi, Björn Netten und Martin Engelbach – begleitete die Auftritte musikalisch.

Zudem gab es kleine, interessante Einblicke in die kommenden Premieren von „Nachrichten an meinen Sohn“ und „Die Dreigroschenoper“ (samt einer Kartenauslosung). In einem humorvollen Video führte „Frau Kunstmann“ (Antje Prust) auf einem E-Scooter die Anwesenden zum neuen Standort für das Jahr 2027, der aktuell noch eine Baustelle ist.

Der Betrieb im Studio und im Institut wird mit Produktionen wie „Angst essen Seele auf“ oder „Winterreise“ weitergeführt. Dort wird das Publikum auch künftig zu neuen Formaten, Workshops und Lesungen eingeladen. Ab April 2026 wird der Spielbetrieb vorübergehend auf dem Gelände der Kokerei Hansa fortgeführt (unter anderem mit Brechts „Dreigroschenoper“ ab dem 4. Juni oder Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“).

Die mobile Bühne im Stadtraum, die „Ape(lina)“, macht auch weiterhin jede Woche an einem anderen Ort mitten in der Stadt Halt. Für 2027 ist schließlich der Umzug an den neuen Standort (im ehemaligen C&A-Gebäude) geplant.

Mit viel Power soll es nun in die Zukunft des Schauspiels gehen.




Festliche Operngala mit großer musikalischer Bandbreite

Im Opernhaus Dortmund erlebten die Freunde des Genres am 29.03.2026 die Premiere einer festlichen Operngala.



Musikalisch begleitet wurde der Abend ausdrucksstark von den Dortmunder Philharmonikern unter der Leitung von Motonori Kobayashi. Moderiert wurde die Gala unter dem Titel „Mein lieber Schwan“ humorvoll von dem Entertainer Götz Alsmann. Dieser betrat passend dazu aus einem „Schwan“ heraus die Bühne.

Götz Alsmann und der titelgebende Schwan. Foto: (c) Björn Hickmann
Götz Alsmann und der titelgebende Schwan. Foto: (c) Björn Hickmann

Das Publikum wurde in zwei Programmteilen auf eine besondere musikalische Reise mit großer Bandbreite mitgenommen. Zunächst wurden vor der Pause drei berühmte Faust-Vertonungen aus dem französisch-italienischen Raum kombiniert: Hector Berlioz’ „La damnation de Faust“ (1846), Arrigo Boitos „Mefistofele“ (1868) sowie Charles Gounods „Margarethe“ (1859).

Als Interpret*innen der Arien glänzten mit ihren starken Stimmen Artyom Wasnetsov (Bass), Sungho Kim (lyrischer Tenor), Anna Sohn (Sopran) sowie Daegyun Jeong (Bariton, als Vertretung für den erkrankten Mandla Mndebele). Der Opernchor Theater Dortmund (Einstudierung: Fabio Mancini) erwies sich dabei sofort als wichtige Unterstützung. Zudem konnte er mit „Va, pensiero“ (aus „Nabucco“ von Verdi) beeindrucken.

Der zweite Teil der Gala war gleich mehreren Jubiläen gewidmet. Im Jahr 2026 feiern die Bayreuther Festspiele nämlich ihren 150. Geburtstag mit Richard Wagners „Ring des Nibelungen“. Auch Amilcare Ponchiellis Oper „La Gioconda“ und Edvard Griegs Schauspielmusik zu „Peer Gynt“ erlebten 1876 ihre Uraufführung. Giacomo Puccinis 1926 uraufgeführte Oper „Turandot“ feiert immerhin auch schon ihren 100. Geburtstag.

Die Orchesterstücke „Walkürenritt“ von Wagner und „Morgenstimmung“ aus „Peer Gynt“ wurden eindrucksvoll von den Dortmunder Philharmonikern interpretiert. Musik aus Daniel-François-Esprit Aubers „La muette de Portici“ (1828) wurde von Sungho Kim und Daegyun Jeong einfühlsam dargeboten.

Mit seinem eindringlichen Tenor begeisterte Aaron Cawley nicht nur bei Wagners „In fernem Land“ und „Cielo e mar“ aus „La Gioconda“ (Ponchielli), sondern zum Ende auch bei der bewegenden Arie „Nessun dorma“ aus „Turandot“ (Puccini).

Weitere Vorstellungstermine erhalten Sie wie immer unter www.theaterdo.de oder telefonisch unter 0231 / 50 27 222.

Übrigens: Die Vorstellung am 16. Mai 2026 findet im Rahmen des Wagner-Kosmos VII statt und ist eine Gala-Aufführung zum 60. Geburtstag des Dortmunder Opernhauses (Moderation: Intendant Heribert Germeshausen).