Kammerkonzert mit Ausnahmewerken der Klassik

Die Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund war am 29.01.2026 der ausgewählte Ort für das 2. Kammerkonzert „Ausnahmewerke“.

Zwei Ausnahmewerke von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) und Johannes Brahms ((1833 – 1897), zeigten einer Streichergruppe der Dortmunder Philharmoniker ihre virtuose Beherrschung des Instruments unter Beweis zu stellen. Das Publikum hatte Gelegenheit, den großen musikalischen Klangzauber nah zu erleben.

Am Anfang stand Mozarts umfangreichstes anspruchsvolles Instrumentalwerk „Divertimento Es-Dur KV 563 mit sechs vielschichtige, lebendig abwechslungsreich und fantasievoll gestaltete Sätze auf dem Programm.

Yang Li (Violine) sowie ihre beiden Kollegen Juan Ureña Hevia (Viola) und Emanuel Matz (Violoncello) boten in fluktuierenden, nicht statisch fest zugewiesenen Rollen ein kongeniales dreistimmiges Zusammenspiel.

Nach der Pause folgte Johannes Brahms „Streichquintett Nr. 2 G-Dur-op 111“.

Die Musiker des Kammerkonzerts (Foto: (c) Stina Wirth)
Die Musiker des Kammerkonzerts (Foto: (c) Stina Wirth)

Das Streichertrio wurde hierbei von Joowon Park (Violine) und Hindenburg Leka (Viola) engagiert unterstützt. Das viersätzige Werk beginnt mit einem kraftvollen Cellothema vor quasiorchestralem Hintergrund. Im weiteren Verlauf kam Brahms‘ Liebe zum Walzer zur Geltung. Der zweite Satz (Adagio) ist nicht nur ungewöhnlich harmonisiert, sondern zeichnet sich durch freie und unkonventionelle Variationen aus. Typisch für Brahms erscheint dann das Scherzo, das schattenhaft dahinhuschend und volkartigem Mittelteil daherkommt. Der Letzte Satz ist voll Übermut und weist auf die Faszination für ungarische Tänze hin. Er beendet das an Vielseitigkeit reiche Werk.

Eine besondere Zugabe gab es noch mit der sensiblen instrumentalen Interpretation des Schlafliedes „Guten Abend, gut Nacht“ (Brahms).




Märchen im Grand-Hotel – Eine Hommage an die 30er Jahre

Das luxuriöse Grand-Hotel in Cannes bildet die glamouröse Kulisse für einen rasanten Zusammenprall zweier Epochen: Hier versucht das „alte Europa“ verzweifelt, die Fassade zu wahren, während das „neue Amerika“ bereits mit der Scheckbuch-Mentalität an die Tür klopft.

Regisseur Jörg-Felix Alt beweist bei dieser Inszenierung ein glückliches Händchen. Er präsentiert das Stück als wunderbare Hommage an die 30er Jahre, ohne den modernen Witz zu vergessen. So streut er gekonnt Bonmots und sogar popkulturelle Referenzen ein – etwa das legendäre „Nein! – Doch! – Oh!“ von Louis de Funès –, was dem Abend eine frische, humorvolle Dynamik verleiht.

Getragen wird diese Inszenierung von einem bestens aufgelegten Ensemble. Im Zentrum des Geschehens steht Tanja Christine Kuhn als herrlich indignierte Infantin Isabella. Sie rümpft über das „normale Volk“ standesgemäß die Nase, muss sich jedoch mit der energischen Marylou auseinandersetzen. Diese Rolle der modernen Powerfrau und Produzententochter wird von Nina Weiß adäquat und kraftvoll verkörpert. Sie ist es, die eine Intrige spinnt, um das echte Leben des Adels für Hollywood zu filmen.

Ob er sie bekommt? Albert (matthias Störmer) ist jedenfalls stark in Isabella (Tanja Christine Kuhn) verliebt. (Foto: (c) Björn Hickmann)
Ob er sie bekommt? Albert (matthias Störmer) ist jedenfalls stark in Isabella (Tanja Christine Kuhn) verliebt. (Foto: (c) Björn Hickmann)

Dabei gerät Matthias Störmer als Zimmerkellner Albert zwischen die Fronten. Störmer spielt den jungen Mann, der eigentlich der Sohn des Hotelbesitzers Chamoix ist, mit viel Charme und hält sein Geheimnis lange verborgen. Während Albert sein Herz an die Prinzessin verliert, sorgt Rob Pelzer als Prinz Andreas Stephan für weitere Verwicklungen: Er wäre nämlich viel lieber ein gefeierter Filmstar als der Verlobte der Infantin.

Für die nötige Prise Humor und musikalische Farbtupfer sorgen Johanna Schoppa als schlagfertige Gräfin Inez sowie ein harmonisches Männerquartett. Musikalisch untermalt wird das turbulente Geschehen von den Dortmunder Philharmonikern unter der Leitung von Dirigent Koji Ishizaka, die das Publikum klanglich perfekt in die Ära der Jazz-Operette und der 30er Jahre versetzen.

Doch wie endet dieses Spiel um Sein und Schein? Bekommt Albert seine Isabella wie in einem echten Märchen, oder zerbricht die Illusion im Blitzlichtgewitter der Presse? Gespoilert wird hier nicht – zur Auflösung und um zu sehen, ob das „Happy End“ wirklich happy ist, müssen Sie sich das Stück schon selbst ansehen.