Haptisches Vergnügen

Suse Solbach vor einigen ihrer Arbeiten.
Suse Solbach vor einigen ihrer Arbeiten.

Die Ausstellung von Suse Solbach in der Galerie Dieter Fischer im Depot Dortmund trägt den Titel „Allerweltsbunt“. Wer sich umschaut, wird Besonderheiten feststellen. Manche Bilder sind auf einem Nagel aufgespießt. Das ist kein Versehen, denn so haben die Besucher die Möglichkeit, die Bilder auch anzufassen. Denn Solbach arbeitet nicht nur mit unterschiedlichen Papieren, sondern auch mit flüssigem Wachs, der ihre Bilder beinahe einschließt. So kann man die Bilder nicht nur sehen, sondern auch haptisch erleben. Die Ausstellung läuft vom 04. März bis zum 27. März 2016.

Suse Solbach malt ihre abstrakten Bilder mit unterschiedlichen Materialien wie Öl, Acryl oder Buntstiften. Zudem benutzt sie verschiedenes Papier. Um den haptischen Effekt der Bilder noch zu verstärken, übergießt sie die Bilder mit Wachs. Dabei benutzt sie nicht nur weiße, sondern auch farbige Kerzen. „Ich achte darauf, dass das Wachs das Bild nicht komplett einschließt, ich will dass man das Papier noch erkennt“, erklärt die Künstlerin.

Von den etwa 70 Bildern fallen einige aus dem Rahmen. Mehrere Kreidearbeiten aus ihrer „quadratischen Phase“ wie Solbach anmerkte, tanzen ihrer strengen Geometrie mit den geraden Linien aus der Reihe der ansonsten sehr freien abstrakten Bilder. „ich möchte mit meinen Bildern die Fantasie anregen“, wünschst sich Solbach.

Es ist auch möglich die Bilder anzufassen. Daher die ungewöhnliche Hängung an einen Nagel. Wer sich traut, kann das Bild abnehmen und das Wachs und die unterschiedlichen Papiere spüren und somit einen weiteren Erkenntnisgewinn erlangen.

Die Vernissage ist am Freitag, dem 04. März um 19 Uhr.

Die Galerie Dieter Fischer ist von Donnerstag bis Sonntag von 17 bis 20 Uhr geöffnet.

Galerie Dieter Fischer

Immermannstraße 29

44147 Dortmund

www.galerie-dieter-fischer.de




Einladung zum kreativen Beisammensein

Volker Sternemann (rechts unten)  und weitere Besucher beim Porträtieren von Jason (links mitte)
Viktor Sternemann (rechts unten) und weitere Besucher beim Porträtieren von Jason (links mitte)

Die Galerie 103 in der Oesterholzstraße 103 zeigt die Ausstellung „Borsigplatz-Portraits“ von Viktor Sternemann. Doch Sternemann hat noch mehr vor: Wer sich vielleicht selber künstlerisch betätigen möchte, kann dies zwanglos in den „offenen Ateliers“ tun, die der Künstler jeden Dienstag von 14 bis 18 Uhr anbieten wird.

Sternemann zeichnete acht Monate lang gegen die Borsigplatz-Währung „Chancen“ etwa 100 Portriats von Menschen rund um den Borsigplatz. Etwa 84 von ihnen hängen nun in der Galerie 103. Angefangen von Motorradfahrern über Nachbarn bis hin zu Bewohnern des AWO-Wohnheims, die Bandbreite von Sternemanns Acrylportraits ist groß. „Ich habe meist nach der Natur gemalt, aber auch manchmal experimentell“, erklärte der Künstler.

Daneben läuft in der Galerie ein weiteres Projekt von Sternemann: Das „offene Atelier“. Hier können Menschen künstlerisch tätig werden. Sternemann wird in der Regel vor Ort sein und bei Bedarf Unterstützung leisten. Doch es ist kein Malkurs oder ähnliches. „Die Leute sollen locker werden“, so der Künstler, „und ihre Ideen eigenständig umsetzen“. Dieses Experiment ist zunächst für zwei Monate geplant. Unterstützt wird Sternemann von René Becerra-Pinto sowie Pia Drüphake.