Ungewöhnliche Bildhauertechniken

Angelika Loderer, Ohne Titel (Dose), 2105 (Foto: © Angelika Loderer)
Angelika Loderer, Ohne Titel (Dose), 2105 (Foto: © Angelika Loderer)

Bis zum 01. November 2015 zeigt der Dortmunder Kunstverein in der Ausstellung „Coming in pieces“ Werke der österreichischen Künstlerin Angelika Loderer. Ihre Arbeiten spielen mit dem Spannungverhältnissen zwischen Oberflächen, Materialität und Fragilität.

Schon die erste Arbeit im Eingangsbereich zeigt die ungewöhnliche Arbeit mit Materialien. Denn die bildhauerische Arbeit aus Gips, Plastik, Sand und einem Teppich liegt flach auf dem Boden. „Die Arbeit ist hier entstanden. Teilweise mit Materialien, die ich hier vor Ort gefunden habe wie zum Beispiel den Teppich“, erklärte Loderer. „Für mich ist es eine Skulptur, aber vielleicht kann man es auch als Collage betrachten Oft entstehen diese Arbeiten aus Neugier zum Material, wie verhält sich beispielsweise Sand auf Plastik oder es sind Beobachtungen aus der Natur.“

Die Arbeit wird nach dem Abbau der Ausstellung wieder zerstört. Doch das macht Loderer nicht traurig. „Es gibt so viele Materialien aus denen ich mich bedienen kann, da brauche ich nicht neue zu kreieren, sondern verwende, was mich umgibt. Sachen bestehen und sind dann wieder weg. Das Vergängliche finde ich schön daran. Ich kann es ja immer wieder machen.“

Ein Schwerpunkt in der Ausstellung sind die Aquarien. Die bestehen aus Aluminium, Glas und Wasser. Die Metallumfassungen haben eine Anmutung von weichen Ton und wirken organisch. Hier geht die Künstlerin zurück in die Vergangenheit. „Bei den Aquarien geht es mir um die Geschichte des Objektes. Im 19. Jahrhundert schauten die Aquarien ganz anders aus. Sie bestanden aus Stahlgerüsten mit Jugendstilelementen und Verschnörkelungen“, so Loderer.

Diese Faszination hat sie künstlerisch umgesetzt und mit modernen Elementen kombiniert. „Diese Konstruktionen wollte ich bildhauerisch interpretieren“, beschreibt die Künstlerin. „Die Aschenbecher und Dosenhalter sind für mich eher Pop-Art-Elemente, die wieder auf die Gegenwart zurückführen.“ Hinzu kommt das Spiel der Gegensätze wie Härte und Weichheit und der Fragilität von Glas.

Jeder kennt es, jeder fürchtet es: Ein vergessenes Papiertaschentuch in der Hosentasche, die in der Waschmaschine gewaschenen wurde. Diesen Fusseln hat Loderer mit ihren „Waschmaschinenskulpturen“ ein kleines bildhauerisches Denkmal gesetzt. „Diese Fussel sind die Ausgangspunkte zu den Arbeiten. Sie wurden in eine Gipsform integriert“, so Loderer. So sind Arbeiten aus einem Zufallsprinzip mit organischen Formen entstanden, die zeigen, wie eine Hosentasche von innen ausschaut. Das ist auch typisch für eine Künstlerin, die gerne mit alltäglichen Materialien arbeitet.

Angelika Loderer „Coming in pieces“

Dortmunder Kunstverein

Park der Partnerstädte 2

Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag 15 bis 18 Uhr

Samstag und Sonntag 11 bis 16 Uhr




Getanzte Paarbeziehung

Der Bildhauer Rodin bei der Arbeit. In Tanzbilder umgesetzt durch Boris Eifmann. (Foto: © Berin Artmanagement)
Der Bildhauer Rodin bei der Arbeit. In Tanzbilder umgesetzt durch Boris Eifmann. (Foto: © Berin Artmanagement)

Mit gleich zwei Vorstellungen am Sonntag, den 11.10.2015 um 16 und 20 Uhr erwartet die Ballettfreunde im Opernhaus Dortmund ein besonderes Erlebnis. An diesem Tag kommt der erfolgreiche russische Choreograf Boris Eifman, geboren 1946 in Sibirien, mit seinen Sankt Petersburger Ballett-Theater und seinem neuen Programm „Rodin“ nach Dortmund. Bei einem französischen Thema gehört auch französische Musik. Zu hören sind Musikcollagen von Ravel, Saints-Saëns sowie Massenet nach Dortmund.

Eifman leitet das besondere „Ballett-Theater“ seit über 30 Jahren und gilt als ein Meister des modernen russischen Ausdruckstanzes. Ballett-Manager Tobias Ehinger machte beim Pressegespräch deutlich, dass Eifman versucht, neue Bewegungen und Themen zu finden. Das schafft Parallelen zu Ballettdirektor Xin Peng Wang, der ähnliche Ansätze hat. Eifman vertanzte Literatur (Dostojewski, Tolstoi) und gestaltete „Klassiker“ neu. Für die russische Tanzwelt ist es die aktuellste, am meisten vernetzte Companie. Denn Eifman hat schon früh darauf gesetzt, Gastspiele zu geben.

Das neue Stück „Rodin“ befasst sich mit dem Leben des Bildhauers Auguste Rodin (1840 – 1917) und der Beziehung zu seiner Muse Camille Claudel. Die Beziehung endete tragisch. Claudel kam in die Psychiatrie. Eifman thematisiert in seinem Ballett die Verbindung zwischen den beiden Menschen und die künstlerische Schaffensprozesse. Im Spannungsfeld von Kunst und Privatem zahlen die Beteiligten oft einen hohen Preis.

Für diese tänzerische Darstellung von künstlerischen Schaffensprozessen arbeitet Eifman mit vielen starken physischen Elementen. Daher braucht man auch entsprechende Tänzerinnen und Tänzer. Die um die 50 Tänzerinnen und Tänzer sind sehr groß und athletisch. Ihre Bewegungen sind dynamisch-aggressiv.Denn Eifman sucht im Gegensatz zum klassischen Ballett Reibungspunkte.

Stehen im klassischen Ballett Körper und Schönheit im Fokus, sind es bei Eifman Charakter, Kanten und Ecken.

Die Vorstellung dauert knapp 2 Stunden. Mehr Informationen und Online Tickets unter www.berin-artmanagement.de