Überraschendes aus der „Gemischten Tüte“

Freuen sich auf die Ausstellung (v.l.n.r.): Bernard Simunovic, Kendryx Alfadoh, Rafael Campaña Ochoa und die Mitorganisatorin Berenice Becerril von der Stadtteil-Schule. Freuen sich auf die Ausstellung (v.l.n.r.): Bernard Simunovic, Kendryx Alfadoh, Rafael Campaña Ochoa und die Mitorganisatorin Berenice Becerril von der Stadtteil-Schule.[/caption]

Im Rahmen der Ausstellungsreihe „Dortmund International – Vielfalt in der Bildenden Kunst“ werden unter dem Titel „Gemischte Tüte – eine künstlerische Überraschung“ um die 38 meist großflächige Gemälde und einer Kunst-Installationen von vier Künstlern mit unterschiedlichem ausländischem Hintergrund vom 27.02.2015 bis15,03.2015 im Dortmunder Depot gezeigt.

Bereits 2012 und 2013 wurden unter diesem Titel vier aktuelle Positionen von hier lebenden Künstlern in einzelnen Ausstellungen präsentiert. In diesem Jahr machen vier Künstler mit unterschiedlichem Hintergrund die Vielfalt ihrer Kunst und den Einfluss ihrer kulturellen Wurzeln auf ihre Arbeit deutlich.

Kendryx Alfadoh hat seine Wurzel in Nigera. Bei seinen meist großflächigen, teilweise abstrakten Bilder in Acryl, Öl oder Sand auf Leinwand spielen kräftige, erdige Farben eine Rolle. Licht, Liebe Gefühltes und Leben beherrschen sein Werk. Seine Bilder lassen viel Raum für die Fantasie des Betrachters. So kann er zum Beispiel beim Anschauen eines Schmetterlings ein stilisiertes Liebespaar durch die beiden Flügel erkennen. Natur und ihre Farben spielen eine größere Rolle. So integriert er zum Beispiel auch schon einmal Teile eines Baumes in sein Werk.

Kubanische Lebensfreude können die Besucher bei dem zweiten Künstler, Rafael Campaña Ochoa in seinen Bildern erkennen. So zum Beispiel bei dem „Besuch der Königin in Haiti“. Hinter vielen bunten farbigen (Pixel)-Blasen, ähnlich wie bei einer Fernsehbild-Störung ist schemenhaft mit Fantasie eine Person zu erkennen. „Neuerdings versuche ich, hässliche Themen schön zu malen“, verriet Ochoa. So etwa zu sehen bei seinem Müll-„Taucherbild“ aus dem Jahr 2015. „Kunst kann nicht plakativ sein, sie muss von dem Betrachter entdeckt werden“, so der Künstler.

Die Wurzeln von Bernard Simunovic liegen im ehemaligen Jugoslawien (Kroatien). In seinen Bildern spielt er vor allem mit den Gegensätzen von Licht und Schatten, Gut und Böse, Nah und Fern. Der Hintergrund ist öfter in Schwarz oder anderen dunklen Tönen gehalten. Tiere als Retter, Befreier, als „gut“ und „unschuldig“. Schönheit steht Vergänglichkeit, Freiheit dem Tod gegenüber. Das Dargestellte ändert für den Betrachter auf erstaunliche Weise, wenn er seinen Blickwinkel verändert.

Denis S. Klatt ist mit vielfältigen, ethnischen, traditionellen und kulturellen Einflüssen mit aufgewachsen. Neben seinen türkischen Wurzeln haben ihn auch die urbane Landschaft des Ruhrgebiets beeinflusst, dessen versteckte Schönheit durch die zweckmäßige Architektur oft verdrängt wird. Mit seiner Kunst drückt er der Stadt einen eigenen Stempel auf. So erwartet den Besucher unter anderem ein begehbares Kunstwerk mit Lichtöffnungen.

Berenice Becerril vom Kooperationspartner Stadtteil-Schule Dortmund brachte es auf den Punkt: „Wir zeigen einen Vielfalt an Stilrichtungen. Jeder der Besucher kann sich sein „Bonbon“ daraus aussuchen.“

Die Reihe „Gemischte Tüte“ soll auch in den nächsten Jahren weiter durchgeführt werden.

Die Eröffnung der diesjährigen Ausstellung findet am 27.02,2015 um 19.00 Uhr im Depot, Immermannstraße 29.

Rafael Campaña Ochoa vor seinem Bild "Ohne Tüte".
Rafael Campaña Ochoa vor seinem Bild „Ohne Tüte“.




Premiere und Variation

Ebenfalls wieder dabei: Frau Kalaschnikowa (Caroline Hanke). Foto: © Edi Szekely
Ebenfalls wieder dabei: Frau Kalaschnikowa (Caroline Hanke). Foto: © Edi Szekely

Ein Wiedersehen mit alten Bekannten gibt es am 27. Februar 2015 um 19:30 Uhr im Schauspielhaus. Die Uraufführung von „The Return of Das Goldene Zeitalter“ steht auf dem Programm. 100 neue Wege, dem Schicksal das Sorgerecht zu entziehen lautet der Untertitel und wer schon die erste Variation gesehen hat, kann sich auf die Raupe, Adam und Eva oder den Duracell-Hasen freuen.

Hat das Schicksal nun das Sorgerecht für uns? Sind wir determiniert und unfrei oder können wir versuchen unsere Freiheit wiederzuerlangen. Das ist das die zentrale Frage des Stückes. „Nicht mehr das Schicksal sorgt sich um mich, sondern ich sorge selber um mich“, fasst es Dramaturg Alexander Kerlin zusammen.

„Bin ich ein Individuum oder ein Remake“, fragt sich Regisseur Kay Voges. Der Mensch gehe einerseits gerne in einer Masse von 80.000 Leuten im Westfalenstadion unter, andererseits betone er seine Individualität. Ist der Mensch mehr als die Gene seiner Eltern?

Das Thema umfasst auch den Bereich „Remix“ und „Urheberrecht“. Gibt es so etwas wie die Originalität oder baut alles aufeinander auf? Ein aktuelles Beispiel bietet die „Baal“-Inszenierung in München. Dort haben die Brecht-Erben die Inszenierung untersagt, weil der Regisseur Fremdtexte integriert hatte. Dabei sagte Bertolt Brecht selber: „Der Urheber ist belanglos. Er setzt sich durch, indem er verschwindet.“

Was erwartet den Zuschauer in den drei bis vier Stunden? „Mein Traum ist, es, dass der Zuschauer den Abend wie einen Abend am Strand erlebt. Man betrachtet die Sterne, entweder demütig oder glücklich“, erzählt Kerlin.

Für die Schauspieler – es sind dieselben, die bereits vor einem Jahr beim „Goldenen Zeitalter mit dabei waren – ist das Stück wieder eine Art Überraschungstüte. Denn wie im vergangenen Jahr wird Regisseur Kay Voges im Zuschauersaal sitzen und live Anweisungen an die Schauspieler geben. „Die ganze Lust am Spielen, die Vorfreude ist spürbar. Niemand weiß, wie reagiert das Publikum“, so Voges.

Wie vorher auch, ist es möglich, während der Vorstellung den Theatersaal zu verlassen, um sich vielleicht etwas zu trinken zu holen und dann wiederzukommen.

Neben der Premiere am 27. Februar wird das Stück noch zweimal gespielt: Am 07. März und am 30. April. Die Termine sind deshalb zeitlich so weit voneinander entfernt, „weil das Stück einen sehr großen Aufwand fordert, den wir nicht zweimal pro Woche leisten können“, so Voges.

Für alle drei Termine gibt es noch Karten zu kaufen unter 0231 50 27222 oder www.theaterdo.de