Dortmunder Ballett bei den Gluck-Festspielen

Am 18. und 19. Juli präsentiert das Stadttheater Fürth das Ballett „Orpheus“ von Xin Peng Wang, getanzt von der der Dortmunder Compagnie. Die beiden Aufführungen laufen im Rahmen der Gluck Opern Festspiele. Wie kam es zu der Ehre?

 

Sicherlich wird dabei Christian Baier ein wichtiger Faktor gewesen sein. Denn der Dramaturg des Dortmunder Balletts ist auch gleichzeitig künstlerischer Leiter des Gluck Festivals. Für Baier war Gluck jemand „der den Mensch in den Mittelpunkt stellt“. Christoph Willibald Gluck gilt als einer der wichtigsten Opernmodernisierer, der den Inhalt über die Form stellte. So gesehen war er auch ein Visionär, der aber immer versuchte ausgleichend zu sein. Ähnlich sieht Baier auch Xin Peng Wang. „Xin Peng Wang ist kein Polarisierer, sondern ein Zusammenführer“, so Baier. Daher sei die Wahl auf ihn als Choreografen gefallen.

 

Musikalisch schöpft das Ballett aus zwei Quellen. Zum einen aus der Musik von Igor Strawinsky, der die Musik zu George Balachines Ballett „Orpheus“ 1948 komponiert hatte und Musik aus der Ming-Zeit (Ende des 16. Jahrhunderts). Während Strawinskys Musik live vom Orchester „Prague Philharmonia“ gespielt wird, kommt die Ming-Musik vom Band.

 

Xin Peng Wang verknüpft in seinem „Orpheus“ zwei Geschichten. Einerseits die klassische griechische Sage, andererseits die Geschichte von Tang Xianzu (1550-1616) „Mudan Ting“, eines der wichtigsten Werke der Kunqu-Oper, der Vorläuferin der bekannteren Peking-Oper. Im Gegensatz zur griechischen Sage, wo Orpheus seine Geliebte aus dem Totenreich holen möchte, geht die Initiative in der chinesischen Geschichte von der Frau aus, die auch wie Eurydike im Totenreich weilt.




Musikalische Abschlussgala im Schauspiel Dortmund

Siebzehn Songs präsentierte das Ensemble des Dortmunder Schauspielhauses auf der Abschlussgala der Spielzeit 14/15 am 04. Juli. Direkt nach dem Halbfinaleinzug der deutschen Mannschaft ging es los. Die meisten Lieder hatten ein ganz bestimmtes Thema: „Spies“ von Coldplay, „The Spy“ von The Doors oder „Computerstaat“ von Abwärts gaben die Richtung vor. Es ging um Überwachung und Leben in einer Welt, wo manche zu viel Daten über einen haben. Passend dazu wird der „Minority Report“ nächste Spielzeit aufgeführt und selbst Shakespeares „Hamlet“ fragt sich, was ist der Mensch im Spiegelbild von Daten, Bits und Bytes?

 

Wie es sich für eine ordentliche Abschlussgala gehört, gab es auch Preise: Als bester Schauspieler wurde wie im vergangenen Jahr Andreas Beck gekürt, der in zahlreichen Produktionen in Dortmund zu sehen ist und ein Preisgeld von 1000,- Euro erhielt, gestiftet vom Förderverein „Dortmunder für ihr Schauspiel“. Als beste Inszenierung hat das Publikum „Republik der Wölfe“ gewählt. Die Inszenierung von Claudia Bauer mit Musik von Paul Wallfisch, Mick Harvey, Alexander Hacke und Danielle de Picciotto feierte im Februar 2014 Premiere. Das Preisgeld von 500,- Euro wurde ebenfalls von den „Dortmundern für ihr Schauspiel“ gestiftet. Weitere Preise gab es von der Kritikerjury, die in diesem Jahr zwei Schauspieler auszeichnete: Bettina Lieder, unter anderem für ihre großartige Solo-Leistung in „Kassandra“ sowie Uwe Rohbeck für sein eindringliches Spiel in „Der Elefantenmensch“. Beide erhielten als Preisgeld 250,- Euro, gespendet von den Theater- und Konzertfreunden Dortmund e.V.